^^i^^?^^E5;^:^^BH^:^.fl.=ss'f5^^. r^^^^'^'i^^^nfW^^'^- -^ -T^^^^^w^ys^Km^-"^/^''^'
MASTER
NEGA TIVE
NO. 92-80531
L.ak-i»iarAi«i>B»>'gMa.^ifr.ae
MICROFILMED 1992
COLUMBIA UNIVERSITY LIBRARIES/NEW YORK
as part of the
"Foundations of Western Civilization Preservation Project"
Funded by the
NATIONAL ENDOWMENT FOR THE HUMANITIES
Reproductions may not be made without permission from
Columbia University Library
qMfrfiwrrf^iflrSfchakaAJB-*^' "*-^-^"'" ^ *~ ' "
^^fi^^^bM^^^^B^^^M^B^
AUTHOR:
CORDATUS, KONRAD
TITLE:
TAGEBUCH ÜBER DR.
MARTIN LUTHER. ZUM
PLACE:
HALLE
DA TE :
1885
COLUMBIA UNIVERSITY LIBRARIES
PRESERVATION DEPARTMENT
Master Negative #
V 'Bo53/ - ^
BIBLIOGRAPHIC MICROFORM TARGET
Original Material as Filincd - I-xisting Bibliographie Record
3(13.ü\5 Co-rd?»tus, Co^nTs^d. 1476-1546 _—-
LB 5 A- . Ts^gebuch über 33r Ms^rtm Luthe>:
H^llelS&l OT '4*5^
Tex-t. in Latin
P'
Restrictions on Use:
TEcTfNIcXfivnä^ÖFÖRIvrbATA
FILM SIZEi^^jT^^vq^ REDUCTION RATIO: 1 ) y
IMAGE PLACEMENT: JA ^T IB IIB
DATE FILMED:_^//J9j^ INITIALS_CS.
FILMEDB/: RESEARCH PUBLICATIONS. INC VVOODBRIDGE. CT
0
c
Association ffor Information and Image Management
1100 Wayne Avenue, Suite 1100
Silver Spring, Maryland 20910
301/587-8202
Centimeter
|m
1 2
iiii|iiiilii|iliiii
3
II ilii 1 II
4
iiliii
5 6 7
1 iiiiliiii ml ml III III
8 9
iiiilim III Im
10
III lim
11
miliiii
12
iiiili 11 1
13
iiiliiii
14 15
ilUlMlill
T1
II 1 II 1
1 1
TT
f rp' "l""|" "f n
t\t\ V T
'Tfri
Ttt\
Tri
1
Inches
1.0
i.i
.25
Um 2.8
2.5
1^ täi
2.2
■ 63
1 1^
2.0
1.8
1.4
1.6
MflNUFPCTURED TO flllM STONDORDS
BY RPPLIED IMRGE. INC.
atWft;.. j"-'- ■■&«••-. «ä- - Ji ^.^{^>,^..t.^j?.^^'JariMa.J^&a^>■.■':rf*»*rJat■l^fA^»^itE■^lS«!(.'■^^!lct:
:'-'-r^:''=t^im^
'*
-•Li» I
9 0-3- 0^5
LB54-T
in thc (fitij of 5>cui \\ov\\
Xiln-iu-i\
^pcci;it Fund fov ±lit.tonj
1898
COiucn Ini
iScth 1*0X0
T A (i E P) U ( ] H
L'BEU
DR. MÄHT IN LUTHER
i
(jEFniiri \(>N
Uli. roXlJAl) (VOI^DAIHIS
15;]7.
ZUM KRSIKN MALE II IvK AL'S(4 E(; KHEN
VON
DR. H. WRAMPELMEYER,
ÜBKHLKHHEK AM K«)NI«JL (iVMNASIllM ZI CLAUSTHAL.
HALLE.
MAX NIEMEYER.
o ^ • • • •••
c •
oa «
••;
• • • •
^
^
Melirt'aclien Antragen i^e^enüber die Naehriclit,
(las8 die Vorrede später erscheint.
[%
CS
I
1. In der ersten Lieferung sind mehrere Druckfehler zu corrigieren.
Es ist zu lesen:
X 7 Z.4 eciuanimiter. N. 7 Note Z. 2 praedicatio. N.9 Z. 2 Judeis.
N 1) N(>n'Z.2 si (luis di(cat). N. K» Z. 1 ae(|naiiiiniter. N. 14 Z.:i ventun sunt.
N M) Z 1 heist recht. N. :U Note Z. 2 findet siel« aueh. X. ii.i Xote Z. 4 Lrl. A.
(•,•> 142 X :t7 Z.2 perdiderit. X.:.l Xote Z. 4 gefeiertste. X. 52 Xote Z. 1 Lrz-
bi'sehof und Z. 2 Erl. A. «;u, 221. X. öö Z. 7 ad (luod und Z. s respondebat.
X 5r, Xote Z. :\ cy phos. X. 57 Xote Z. 4 des Altm. Ver. f. G. N. (10 Z. 4 trit und
fürst. X. 00 Xote Z. 1> vorigen. X. (>1 Z. 5 reaeditiean.- X. 61 Xote Z. <
destrueretur. N. 65 Xote Z. 2 Erl. A. r,l, 14.5. N. 67 Z.2 reeurrendum. Tn. <o
Xote Z. 2 zun Thess. und 1. Tliess. 2, IM. X. 70 Z. 8 tunc meeum. X. 1 11 ist Z. 1 «
die Zaid 7 liinter feret zu tilgen und hinter suggerit zu setzen, femer zu lesen
praecepto»*) X. \\:\ Xote Z. 2 lies 547, 754. X. 125 Z.21 ego certe non negassem.
X i:^l N. l.H paeatani. X. 1:14 Xote Z. 11 p. 117 d. M. X. 142 Z. 5 tilge die Zahl :j.
N. 17S NoteZ. 1 lies Köm. 5. 1. X. 2o«> Z. 5 das es alszo. N. 216 ^'ote Z 1 \gl.
n •>4 u Mi" X.249 Z. •{ paeientiani, Z. 6 paeientia. N. 258 XoteZ.:i ^Müller 111 .
X 26S Z.4 quieciuaui. X. 276 Xote Z. 2 .Dieser und die folgenden^ X\ :U)7 Z. 2
(lua utilissime, Xote Z. 4 111,781. X. :{:U) Z. 6 ist sint am Ende der Zeile aus-
gefallen. X. 342 Z. S komen. X.:M4 Xote Z. 1 .dies Wort\ N. 346 Z. 1 Lm-
seruni»). N. 352 Z.2 Reformator.
IL Eine nochmalige genaue Vergleichung der Handschrift hat
folgendes Resultat gehabt. Es ist zu lesen:
N 57 Z. 1 llausmannum, Z. 3 assidentibus. X. 65 Z. 10 vnd treten
uns zu Lhon (= uns zum Lohn) mit fussen. X. 6<» Z.2 hommi neciuam ,
womit der erste Teil von Xote 1 wegfällt. X. U6 Z. 1 wenn ich noch eins treyen
must {= müsste). X. IIP' eontraverti, vgl. n. 5:i, 131, i:M)ff., von Cordatus
meistens eontrovertere gesehrieben. X. 125 Z.2 praesumentissimam. X. 2(M
Z. 3 velut quando Leges eonseribit, vgl. Z. 2. X. 268 Z. 22 von eim Ding. X. 32U
Z. 1 aula esse oportere.
111. Nachträge und Berichtigungen.
X.5 Z. 3 erwartet man entweder „vi tentare
„vi tentans — simili est aud '^
similis est audaeia" oder
X.9 z.2. Einfacher erscheint die Verbesserung: ,.perinde suntJudeps (sc. illa
verba) atcpie fuerit Christianis, si (piis etc."
X. 14Z.6. Cordatus schreibt stets ob ul um. ^ gl. n. 160.
X 17 Z ^ Der Textfehler (vgl. Xote 7) wird dem Zusammenhange nach rich-
tiger uiit ..(lui volunt ferri seu vucari nomine Dominj = die geduldet sein oder
Christen genannt sein wollen" zu emendieren sein. Vgl. n. 2(i6. . ,. ,
X •>•> Vgl. Veit Dietrich eoUecta ex collo(i. p. 69 „Ich wollte mein Ketha
uit umb* Frankreich tV." Am Rande hat Veit D. hinzugefügt „Cordatus ex-
«r
11
scripsit". \Vl.St'iaiMuaiin,Slu'hsJvirolienMnulSeliiinn. lsT(;,p.:t5l^
Mittt'iliin'? aus dein noch uiu'duTtcii Mamiscripti- (Ut colkrta ex ^^^ '<>M- !»!:\; ^^
Dietr in der Nürnh. Stadthibliotlick vordanke u-1. der (inW des Hrn. 1 rot. ki)sthn.
N -»^ Das Wort Altcnstoiss vermag' ii-li lexikallseli nielit zu l»olej?en.
N*. "jsist das auch schon bei IMautus (nierc. prol. .il) vorkonnnende niultih.-
nuium vielleicht mit IMappertasehe /u übersetzen. .
N. 5:j. Wenn tiir das am Ende der Zeile stehende alle|.;ant -elesen wurde
alle i? an s = „erwähnend, berührend", so würde mit dieser leichten Aen.lerun^^
ein passendersinn gewonnen werden. Note 7 nmss es natnrhch heissen: Wohl
im Sinne von ae(iue.
N. 55. Am Ende der Note m^G lunzu: „\ gl. Kostlm H, ;>«»»' ^ , ^ . ^
N.C3. Statt „sc. pullos" (Note 2) lies: „das Sem oder das Leben im
arac^tst -pj^^^^^^^^^,^ ^y,,^^^, ^,^,jg pj-alterii et scopus" etc. finden sich, wie Prof.
Köstlin mir mitteilt, fast -leichlauteud eingetragen von einer Hand der damaligeii
Zeit in einem ihm vorgelegten Psalter, Nürnberg 15.Ti mit der l nterschritt
" nM Z 4. Das Compendium ist aufzulösen mit Philippi Melanthouis.
Der „germanus frater' ist dann der leibliche Bruder Melanthons. An diesen l.ruder
hat Mel. eine Keihe von P.riefen geschrieben.
N. in. Vgl. Veit Dietrich p. 7:t. *• .. v i- i: wf
N 1-^5 Z.S ist zu lesen: (^^id (oder quem) igitur nuncium ters :• Z. Li lasst
sieh ebenfalls das handschriftliche possum nicht halten. Es winl zu lesen sein:
Puto me istius modi homiucs passum (sc. esse) plus minus sexaginta = Ich
glaube, dass es wohl an secjhzig derartige ^t'Vte gewesen sind, mit
denen ich es zu thun gehabt habe. Vgh lündsed collo.i. 111 .i>2: ,Kgo his
•2U annis i)lus quam ([uinquaginta sectarios habui me docentes". ^\ gl. auclMlen An-
fang des Absatzes: ,.onmes. quos colloquentes jjassus sum etc. ^ u i»
N. l.ioZ.a wird zu lesen sein: „et non esse utilitatem m ea . Der
handschriftl. Text giebt einen matten bedanken". . , ^ , , , , •• , i- i ,
N. i:U Note l. Das handschriftl. iUum liisst sich halten als nachdrücklicher
Hinweis auf das vorhergi'heude hominem.
N. 134. Vgl. Veit Dietrich p. H>1. . , ... , »,
N 141 Hr Pr(»f. Köstlin meint, dass hier nur m dem Smne an aitlicrs
Namen zu denken sei, in welchem auch wir sagen. Die Verehrung vu'ler Lutheraner
tür Luther sei blosse Verehrung seines Namens, nicht seines Lvangelmms.
N. 14S Z.5 wird die Lesart ..multo enim rectius dici potuissent" besseren
Sinn als das handschriftl. multa geitt'u.
N. L)0. Vgl. die abweichende Fassung Erl. A. (12,32.
N. 153 Z. 1. Vielleicht ist zu lesen: „quos adversus me — scripserunt .
N. lt>0. Vgl. Xeander, Dogmengesch. 11, KM tV. Die „pura naturalia- sind cm
in der Scholastik ganz gebräuchlicher Ausdruck. Note Z. :i lies: „\ gl. in l.ezug
auf den Vers: Nemo etc." . ^ i \ ,. i
N. lt)3. In patiam könnte auch politiam =-^ fittnoxoaTim' stecken. Auch
Cord. p. 11(> steht potentia wohl richtiger in allgemeinem Smne.
N. 175. Bei adeo noch eine Steigerung anzunehmen, erscheint nicht mjtig.
N. 2«7. Am Ende der Note ist durch ein Versehen tolgender >cliluss-
satz ausgefallen: ^ ,, , ^ . , i^ , • m r i. .
\n einer anderen Stelle jedoch (IL ?; »iM wird P.rm-k eine ähnliche
\eusseriing zugeschrieben. 'Scckeu(U)rf lügt freiUch hinzu, sie sei wohl
wahrscheinlicher am Schlüsse des Keidistages getliau. In der I hat
berichtet er (II, ?; T^, :.), dass Pruck in einer seiner h'tzten Keplicatumen
gesagt habe: doctrinae suae Confessionem cum Verlu) Dei c.mvenire, eui
ne inferorum (luidem portae possent resistere. Dieselben
Worte werden aber gleich darauf (Seek. IL ?j TS, 7) nach ^palatin dein
den Reichstag verlassenden Kurtlirsten J»)hann v. Sachsen in den .Mund
•'"ele^'t."
N. 2^72 Z.t) ist das handschriftliche seminantis ganz richtig. Der Sinn ist:
„Solche (sc. talsi fratres) sind das Wort des Saemanns, welches t^.'
N.2S4 Notel. Es wird zu lesen sein: „quid eniiu — vidimus :Uiud quam
etc."; was auch Pinds. colloq. 11,302 hat. , ,- i v .i iw..
N. 2S5 scheinthinterich weiss ein nicht zu fehlen. N.2^. vgl. Lri.A. Ol, Ibu.
m
N -".n Z.3 ist nach Erl. A. 5s, 277 zu lesen „minis et id gcniis alijs".
N. 2«is Note 4. Der handschrittliche Fehler ist nach einer schart sinn igen
V<'rinutung meines hiesigen Collegen Dr. Polich, dem ich überhaupt
mehri're ähnliche Emendationen verdanke, zu corrigieren mit der Lesart:
haec illius in terra Dei sententia fuit = das war die Meinung jenes Gottes
auf Erden (sc. Leonis Papae), dass die Wahrheit des wahren Gottes nieman-
den frölich tV." . . , 1
N. 3(17 Z. 2 könnte sartoria auch als Adject. autgetasst und aus dem vor-
hergehenden artificia dazu arte .siipidiert werden, worauf die Lesart der deutsch.
Tischr. Erl. A. 57, 14S hinzuweisen scheint. . . r, .,•
N. 333 Z. 4. Es wird zu lesen sein: ,,paucis Episcopis in Conciho magis
perversa cogitantibus (piani aFuiuis vir ferre possit". Das Wort cogitantibus
steht am Ende der Zeile.
N. 343 Note Z. 10 lies: „12 (sc. anno 1512)". ,
N. 348 der vollständige Titel des Buches des Cochlaeus heisst:
Sieben köpfte Martin Luthers von acht hohen Sachen des Christi, glau-
bens durch Doct. Jo. Cocleum 1529. Unter dem Titel die Figur dcis
„septicipis Lutheri". Geben zu Dreszden den 1 Tag Aprilis 1521)." Auch
unter folgendem Titel: „Sieben köpfte M. L. von sieben sachen des
christlichen glaubens durch Doct. Jo. Cocleum 1520. Unter dem litel
ebenfalls die Figur des ..septicipis Lutheri". (iedrugkt zu Dreszden durch
Wolrtgang Stöckel 1520 am XXI tag May jm 1520 jare."
P.eide P.ücher sind in Wolfenbüttel vorhanden.
N 350 Nach der Ansicht des Hrn. Prof. Köstlin erwartete Luther den
Unt«Tgang des röm. deutschen Kaisertums mehr im Zusammenhange mit seinen
eschat7)logischen Erwartungen und Berechnungen. Vgl. K(»stlin II, 500, Theol. Stud.
und Kritiken ls7b p. 125. Cordatus n. 540, 551.
IV. Vom 2. Bog:cii der 2. Lieferung" an konnte der Herausgeber auch
die vonHindseil aus der Halliselien Handschrift von i:)i)0(?) heraus^^e-
irebenen c(.ll(M|uia lat (III vol.l8(>:i. 180G), die ihm von der (nittinger
P.ildiotlieksverwaltung- iiütii;'st zur Vertuirun.^- i;estellt sind, mit zur
\'iM-g:leieliung: lioranzielien. Die wielitig-eren Stücke, welche Cordatus
P>o«cen 1— (3'^uiid IJindseil colloq. (\\nt diesen stimmen die Keben-
stoekschen meistens Uberein) «;emeinsam haben, sind folgende:
Cord. n. 45 u. Binds. III, 24.1. C. n. r,5 ii. B. IlL 50. |;. "• ^'f^,"' n' "'mw
C. n. 14S -1.50 u. B. ll,03ft-. C. n. 170 u. B. 11, 25. C. n. 181 u. B. III, 131 C. n 102
u. B. IL 107. C. n. lOs u. B. IL 343. C. n. 240-242 ii. B. I 24o. C. n. 243 u.
B. 111, 13^ C. n. 240 u. P.. HL 107. C. n. 250 u. B. I, 101 (bis intriiserunt).
C.n. 201,205 u. B.I,20. (.11.271.271- ii. P>. IL 300. C. n. 270. 277 u. !'>• /; Vir' ? .'
C n •>v> u B IL 111. U. n. 2^3. 2sl u. P.. IL 302. C. n. 2^5, 2S0 u. B. III, 110.
c;n.'2s7"u.P.. il,337. C.n.üMi u. B. 1I,34:<. C. n. 205 u. B.I,2. C. n. 20S u h
II 4 1,374. C. n. 33S u. B. 111. 100. C. n.330 u. P.. II, ^S (nur die ersten Zeilen .
C n. 340 u. P». 1. 35 (mit Ausnalime des letzten Satzes). C. n. 344 u b. 111. nL
C! n. 345 n. B. 1, 157. C. n. 310 u. B. 1. 140. C. n. 347, 3ls u Kl, FL 148
C n 34M 350 u B IL 330. C. n. :<52 u. B. 1. 200. C.n. 301 u. B. 111,220. C. n. 302
u;B.in;22.».22l C:n.37s u. B. 11,200. C. n. 370 u. B. II, 201, 202. C. n^ 381 u.
P. I :;0-> C n 3s2 u. P.. 1,303. C. n. 3s7 u. B. HL loo. C. u. 300 u. B. 1,2dL
C.' n. 404' u. B. 1.434, 234. ('.n.4I2 u. B. 11, l^L C.n.410 u. B. 1,185, ISO In
den meisten Fällen weichen die colloq. lat. ed. Bindseil von Cor-
datus mehr oder minder inhaltlich sowohl wie tormell ab.
V. In der zweiten Lieferung wolle man folgende Druekfehler
corrigieren :
N 350 Note Z. 2 lies „Bindseil colhxi. 1,230". N. 300 Z. 2 fornicatione.
N. 30O Note Z.5 ..Bindseil l, 24o-. N. 300 Z. 8 Aegyp t lorum.
N. 382 Z. 0 (juas si transgrederetur. N. 414 Z.3 Icuoneiu.
N. 420 Z. 2 figmentum.
IV
VI. Nachträge zur zweiten Lieferung.
N 'iöl Note 1 Vielleicht lässt sich die handschriftl. Lesart e des halten,
wenn kus dem Vorij^en cogitationes als Snbi. suppliert und tentati als ben.
Sing aufgetasst wird = „dann weigern sieh die Gedanken das Haus des Angefoch-
tenen zu verlassen oder zu verachten" i^. . . . .^ . -v \
N. :iG7 Note 7. Die handschriftl. Lesart probentur, in <.uo (statt in quibus)
würde selbst tür das damalige Latein wohl eine zu grosse ^'^7 ^^It'^'^V»^.";^;";,^^'
wird daher besser zu lesen sein probetur, wenn man nicht die Aenderung in
(luibu^ vorzieht^. ^^^^ ^^^ handschriftl. cedit ist eher cedet zu erwarten, was
Binds. ^onoci. ljj^^;;;f;;;^,|!^-pj,,. ,,,,,, ,, aen Worten „Wen die laus im grind
steckt", will ich anderen zur Entscheidung überlassen. .
\ 41») Wie in jener Zeit üblich, so schreibt auch Cordatus (z.B. p 2i4,.i22)
idolatria fiir idololatria. Es ist daher vielleicht auch absichtlich >^/>;;;;tra tur
idololatra geschrieben, wie p. 32S und au anderen Stellen, wiewohl Du Cange
II 10 keine Belegstelle datÜr anführt. ,. .. .. i a\
N.4S1Z. 4 Es ist zu lesen quasi diceret. Das Coinpendium {i\. d.)
kommt' auch sonst vor. Vgl. Cord. p. 218, 411. v ,*;.„. ;tf..n.'n
\ 50S Hierzu kann ich folgende merkwürdige Notiz mitte Un,
die ich in einer Predigtsammlung finde: Er (Matthias) erlitt ^!;^» Jj»'^,,'';"";; Jl^^^
zu iherusalem. Sin horlich gebeine uam helena vnd vurtis ^^^ j/ , ^^ ^^7^^,^^
tinopolim; von danuen miam er zu triere .... vnd \!^.f ^„^^'^ ^^"/^/^'^^^^^
quame, das wizze got selben". Deutsche Predigten des \ III und \l\ . Jahrh.
herausgegeben von Herm. Leyser, Quedlinburg und Leipzig Ib.ib.
. •_ ... » »
VORWORT.
I. Tebor die ('alvörsclio Kirclioiibililiothek in Zellorfeld und die
in derselben aufgefundene Handschrift.
Der Begründer der Zeller fehl er Kirchenbibliothek ist Casi)ar
Calvör, eine für seine Zeit und für den Oberliarz wichtige Persönlich-
keit >), der von Henning Calvör, dem Verfasser des bekannten noch
beute geschätzten l)ergwissenscbaftlicben Werkes: „acta bist, cbronol.
mecbanica circa nietallurgiani in Hercynia superiore oder
bist, cbronol. Nachriebt und praktische Beschreibung des
Maschinenwesens im Oberbarze 1763. 2 v. foL", und von dessen
Sobnc Caspar Calvör'-^) zu unterscheiden ist. Er wurde geboren am
G. Nov. lGr)0 zu Hilde sbcim.3) Sein Vater, Joachim Calvör, der
aus Glindenberg im Magdeburgiscben stammte, ist 1693 als Pastor
an der St. Andreaskirebe in Braunscbweig gestorben. Caspar Calvör
besuchte zuerst die Schule in Hildesheim, wo sein Vater damals Rektor
war, darauf die Katbariuenscbule zu Braunscbweig. 1668 bezieht er die
Universität Jena und den -">. Juli 1672 die Juliana in Helmstädt. Hier
borte er Friedrieb Ulrich Calixt, den Sobn des berübmten Georg
Calixt, ferner den Orientalisten Job. Sauber, den Pbilologen Cbristian
Seb rader und den bekannten Polybistor Hermann Conring. In
Helmstädt legte er den Orund zu seiner staunenswerten über viele
1) Näheres über Calvör, sein Leben, seine Schritten, sowie über die von
ihm gegründete und später der Zellerfelder Kirche vermachte Bibliothek in der
Zeitschr. d. Harzvereius f. (Jesch. lSb4. XVII. S. 51 Ü'.
2) Ueber die verschiedenen den Namen Calvör tragenden Persönlichkeiten
vgl. Festschrift zum Lutherjubiläum. Clausthal 1SS3. S. 1. Note 1.
3) Ausser den Festschrift z. Lutherjub. S. 1 angege])cnen C,Miellen sind
noch benutzt worden das Testament ('alvörs, welches in Zellerfeld in mehreren
Abschriften vorhanden ist, sowie n. 2S des C'hristl. Sonntagsblattes v. 1S45,
herausgegcl»en v.Woltmann und Lührs.
1*
•• e«,
* «
t r r »
? i'^v.W^ijn ich zucrt^t die Frage beautvvorten soll, wie die erwäliute
Haiadsehriff iüMic Calvoeriana irekoinnieü ist, so kann darüber mir
eine Vermutung ausgesproehen werden. Da jedoch Calvocr in Uelni-
städt unter der Leitung des Tlieok^gen Friedrich Ulrich Calixt,
dessen Lieblingsschiiler er gewesen sein soll, studierte, da es ferner
nicht unbekannt ist, dass Friedrich Ulrich Calixt und Calvoer
in langjährigen nahen Beziehungen zu einander gestanden haben, da
sich endlich viele Schriften und Briefe beider Calixte in der Calvoeriana
befinden, so ist es wohl nicht unwahrscheinlich, dass die Handschrift
aus llelmstädt stammt. Hierhin mag sie der ältere Calixt gebracht
haben, der auf seinen beiden grossen Reisen, die er 1009 und lülo
machte, wertvolle literarische Erwerbungen, wie es heisst, machte. Von
seinem Sohne Friedrich Ulrich Calixt wird sie in den Besitz Calvoers
gelangt sein.
Das Manuscript, ein stattlicher Quart])and, ist sehr gut erhalten.
Ehemals befanden sich Messingschli^sser daran, deren Beste noch heute
sichtbar sind. Der Einband (Holzdeckel mit aufgeklebtem, gepresstem
Pergament) ist unversehrt und trägt noch jetzt die Spuren einstiger
Pracht und Schimheit. Die 0])erllächen der beiden Deckel zeigen in
der Mitte ein Rechteck, dessen Felder, so weit dies noch zu erkennen
ist, in der bekannten Weise der damaligen Zeit, allegorische und
mythologische Darstellungen, Personifikationen von Tugenden IV. ent-
halten, während die Aussenseiten desselben von Medaillons umgeben
sind, welche die typischen historischen, noch deutlich kenntlichen und
mit Namensunterschrift versehenen Portraits von Männern einschliessen,
die wie Luther, I\Ielanthon, Erasmus, Friedrich der Weise tV. in der
Geschichte der Reformation eine hervorragende Rolle gespielt haben.
angehörige Hand ist darin vertreten. Diese hat z. B. auf einigen ursprünglich leer
gelassenen Blättern zumeist mit wenig Glück eine Abschrift von einzelnen Teilen
des handschriftlichen Textes angefertigt. Auch sonst erscheint sie m einigen
Bemerkuugen, von welchen mehrere nicht richtig sind. Ferner war mir bereits
vom Herrn Geh. Justizrat Dr. Meyer, dem jetzigen Priisideutjj^n des
Landesc.onsistoriums in Hannover, der die Handschrift schon als junger Mann
in seiner Heimat Zellerfeld gekannt hat, die Mitteilung gemacht worden, dass auch
früher bereits ein Versuch gemacht sei das Manuscript zu bearbeiten. Dies ist vor
15 Jahren geschehen, und zwar von Seiten des Herrn Superintendenten
Grosse in Zellerfeld, jetzt in Markoldendorf. Dieser hat, wie er mir in-
zwischen brietlich mitzuteilen die Güte hatte, nach vorausgegangener Begutachtung
des Manuscripts durch den Prof. Muther in Rostock in einer an das konigl.
Consistorium zu Hannover gerichteten 18 Seiten umfassenden Dissertation, die
jedoch damals eingetretener Umstände wegen ihren Bestimmungsort nicht erreicht
hat, sich über den Wert und den Inhalt der Hdschr. verbreitet. Dabei ist es denn
allerdings auch geblieben, so dass von einer früheren an die Oeffentlichkeit
gelangten Bearbeitung des Manuscriptes nicht die Rede sein kann.
Auf der Vorderseite des oberen Deckels ist inzwischen
nach Entfernung des Schmutzes oben und unten am Saume
des vorhin erwähnten Rechtecks eine wichtige in das Perga-
ment hineingepresste Inschrift zu Tage getreten. Oben ist
noch Folgendes lesbar: C--D--US, während unten 1537
steht.
Auf der Innenseite des oberen Deckels stand der Name eines
ehemaligen Besitzers. Ein späterer Besitzer — vielleicht war es Calvoer
selbst — hat diesen dermassen durch Kreuz und Querstriche getilgt,
dass nur noch Einzelnes zu erkennen ist. Mit Mühe entzitfert man
noch: 1604 Anno 1GG4. Joh. Otto von B . Auf dem
inneren Rande des Buches steht endlich kaum noch lesbar: Apophteg-
mata Lutheri.
Was nun das Innere des Manuscripts betrifft, so enthält dasselbe
730 Seiten auf vortrefflichem dauerhaftem Papier. Je 8 Blätter bilden
einen Quaternio und sind als solcher von der Hand des Schreibers
unten am Rande mit den fortlaufenden Buchstaben des Alphabets be-
zeichnet, S. 273 wieder mit A a von vorn beginnend. Die ersten 74
Seiten (Quaternio A — F) sind oben nicht i)aginiert. Dies beginnt erst
mit dem llau])tinhalte der Handschrift, und zwar von späterer, aber
alter Hand bis S. 329 ausgeführt, von viel Jüngerer von S. 329 — (353.
Der Inhalt stellt sich von Quat. G. S. 1 ff. in grösseren und kleineren
Absätzen dar, die fast immer ein in sich abgeschlossenes Ganze bilden.
Auf S. 1 des Quat. A. hat ein alter Besitzer folgende Inhaltsangabe
gemacht: Apophtegmata Syncerissimi Theologi et apostoli
Jesu Christi et Ultimi praeconis EuangeliJ de Christo, Doc-
tissimi doctoris Martini Lutheri Reverendissimi patris nostri.
Darauf folgt ein „Herz" (oder ein Blatt), und darunter stehen die
Worte: Andreas Reine est verus dominus huius libri. S. 2 — 16
des Quaternio A sind unbeschrieben, S. 13 und 14 herausgeschnitten.
Nur ein schmaler Streifen ist noch davon vorhanden. Von Quat. B ist
S. 1 — 3 beschrie])en, während S. 4 leer ist und S. 5 — IG fehlen. Quat. C
ist dagegen auf S. 1 — 8 beschrieben, während S. G — 16 nicht mehr vor-
banden sind. Quat. D bietet S. 1 — 9 handschriftlichen Text, S. 10 — 16
wurden dagegen ursprünglich leer gelassen. Quat. E enthält 16 Seiten
Text, Quat. F. aber nur auf S. 1 — 3, während S. 4 — 16 un])eschrieben
sind. Mit Quat. (r (oben als S. 1 ])aginiert), beginnen dann die
Apophthegmata Lutheri bis Quat. a (nach Quat. Zz), von S. 1 — 653.
In der Mitte des Manuscr. ist S. 373 leer, ebenso S. 14 — 1() des
letzten Quat. (Die drei letzten Seiten von S. 653 an).
Die Schrift des Schreibers, eine gewandte, im ganzen zierliche
Gelehrtenhand, die sich recht wohl mit der lateinischen, dagegen sehr
8
wenig mit der grieeliiselieii Spniehe vertraut zeigt, ist besonders in
der zweiten Hälfte des Manuserivts schwer zu lesen. An sieh gut und
gleiehmässig erschwert sie d(»eh durch zahlreiche, oft ungewidudiche
Abkürzungen, auch durch llngleichmässigkeit und Undeutlichkeit, die
schnelles Schreiben hervorruft, auch ftir (leUbtere das Lesen nicht
selten in hohem Grade. Der Text ist lateinisch, jedoch nnt vielem
eingestreuten Deutsch. Fehler finden sich zahlreich, besonders m der
ersten Hälfte des Manuscripts (vgl. z. B. S. 240-250). Meistens sind
es jedoch Nachlässigkeiten und Flüchtigkeiten von Seiten des Schrei-
bers, der augenscheinlich sehr schnell schrieb. Schwerere Verderbnisse
des Textes sind seltener. Solche linden sich z. H. n. 26 (vgl. Nach-
träge II), n. 110, 169, 2<X\, 298, 328, 333, 406, 513, 538, 830 (vgl. Nach-
träge II) dieses Tagebuches. Nicht selten fehlen auch einzelne ^\(»rter,
die" der Schreiber am Ende der Zeile ausliess, grössere Auslassungen
kommen dagegen wenig oder gar nicht vor. Von S. 1-656 zeigt das
Papier als Fabrikzeichen ein Rad mit drei Speichen und einem
darauf errichteten Kreuze.
Was endlich die Orthographie und Interpunktion betrilU,
so ist beides willkürlich. Bald heisst es z. B. Hieroninius, bald
Jeronimus, bald Satan, bald Satlian tf. So finden sich ferner die
Formen \Vittemberg,Wittenwerck,Witemberga,\Vitenbergan.,
auch Wormbs, Worms, Wormatia tV., Augsburg, Auspurg, Aus-
purck, Auspurk, Augspurga, Augusta tV., Aegiptus, Ae-iptcn,
Egiptus ff. Nicht selten ist die Orthographie aber auch cuuseciucnt.
So schreibt der Schreiber stets caussa, Absolon, Chrisostomus ff.,
auch fast immer AntiChristus. Eine weitere Eigentündichkeit ist
es, wenn in sehr zahlreichen Fällen Appellativa und andere Wörter
ohne allen ersichtlichen Grund nutten im Texte nnt grossen Anfangs-
buchstaben geschrieben werden. Nicht minder willküriich ist auch die
Interpunktion. Oft genug ist sie falsch oder führt irre. Nur dann
zeigt sich Conse(iuenz, dass da, wo wir eine stärkere InterT)unktion
ei-wai-ten, meistens nur ein Komma gesetzt, und dann mit einem grossen
Anfangsbuchstaben fortgefahren wird.
Ich komme nun zu dem eigentlichen Inhalte der Handschrift.
Dieser ist nun ein äusserst wertvoller und zwar folgender:
1) Eine praefatio Dr. Martin Luthers. 1537. Original-
Manuscript Luthers. Quaternii» B. S. 1—3.
2) Eine deutsche Vorrede Dr. Martin Luthers, gerichtet
an Nicolaus v. Arasdorf, die Stassfurter Historie betreffend.
1535. Original-Manuscript Luthers. Quat. C. S. 1— 8.
3) Eine kleinere ungedruckte Abhandlung Dr. Phil. Me-
lanthons. Original-Manuscript Melanthons. Quat. D. S. 1—9.
4) Eine grössere ungedruckte Abhandlung Dr. Philipp
Melanthons, welche den Titel führt: Quomodo concionator
novitius concionem suain informare debeat. Geschrieben von
der Hand des Schreibers der folgenden Num. Quat E. Quat. F.
S. 1 — 3.
5) Apophthegmata Lutheri. Umfangreiche bis jetzt
nicht bekannte Aufzeichnungen über Dr. Mart. Luther. Nach
der Subscriptio S. 653 abgeschlossen 1537. Quat. G — Zz, a
S. 1—653.0
IL Dr. Coiirail Cordatus und sein Veiiiältiiis zu Dr. Martin Luther.
Die Apophthegmata Lutheri sind der umfangreichste und
wertvollste Teil der Handschrift. Es fragt sicli nun zuerst: Wer ist
der Sammler und wer hat diese umfangreichen Aufzeich-
nungen über Lutlier gemacht? Wo sind sie gemacht? In
welcher Weise zu Papier gebracht, und endlich: In welche
Zeit fallen dieselben?
Der Sammler und Aufzeichner ist Dr. Conrad Cordatus, 2) ein
aus der Geschichte der Reformation uns wohlbekannter Mann. Dies
geht ganz unzweifelhaft aus n. 56 und 133 dieses Tagebuches hervor.
Er hat Luthers Worte selbst aufgezeichnet und nicht erst von andern
gesammelt. =») Sodann giebt u. 133'' darüber sehr interessanten Auf-
schluss, wo und in welcher Weise diese Aufzeichnungen gemaclit sind.
Da hören wir Folgendes aus dem Munde des Sammlers selbst: ^Ego
quidem semper intelligebam. audax facinus esse, quoties
vel stabam ante mensam vel sederem conviva, et (ut) scri-
berem omnia. quae audiebam, at pudorem vincebat utilitas,
1) Xumiuer 1—4 sind von mir im .1. IbS:« heniusgeji^cben. Das Nähere liieriiber
Festschrift z. Luth. Jub. S. i:i-2(J. Ueber n. 1 hat eine alte Hand Fol^^endes mit
roter Tinte geschrieben: Anno Christi 15:{7 mense Marcio. Manns synce-
rissimi Theologi et apostoli Christi Jesn (ut ego sentio), iiltimi prae-
conisKuangelii de Christo, doctissimi doctoris M. Lutheri Re vercn-
dissimi patris'nostri. Eine andere etwas jünj^ere Hand hat bei n. 2 oben an
den Kand jreschrieben : ,l)r. Lutheri eigene Hand." n. :i trägt endlich folgende
alte Inschrift: Manns praeceptoris nostri Philippi Melanthonis. Ihese
Hand scheint mit der des Andreas Keine, der Quart. A. S 1. die erwähnte
Inhaltsangabe f^emacht hat, identiscli zu sein.
2) \^\. auch die vorhin erwähnte Inschrift auf dem oberen llandschriftcn-
deckel, die nichts anders heissen soll als: COHDATrS. 15:n.
,3) n. 5H „Ad nie, cum Vitember^'ae ajrerem propter Verbum, (juoties dixit:
Cordate, Si vos pecuniam ncm habetis etc., n. \'X\. ..Tandem dabam ei illas (sc.
tabellas, quibus solebam audita inscribere), «luibus iuscribcbat:
Omnia non prodest Cordate inscribere chartis etc."
10
Doctor autem nunquaiii nc verbo quidem sij;uifieavit, ei
hoc factum meum displicere, Imo viam alijs feei, quod idem
jiudereut, Maxime M. Vitus TheodoricuH et Joannes Tiirbi-
cida, quorum micas (ut spero) illis meis coniuuxero, omnis
multitudo piorum gratis mihi erit.'*
Hieraus geht mit Sicherheit Folgendes hervor: „Cordatus hat
seine Aufzeichnungen in Luthers Hause und an Luthers
Tische gemacht. Er that dies zuerst. Andere haben ihm dann
nachgeahmt. Unter diesen macht er Veit Dietrich uudJoh. Tur-
bicida namhaft. Er hofft die pietätvoll gemachten Aufzeichnungen
dieser beiden Männer mit den seiuigen vereinigt zu liaben.
Auch darüber lässt uns Cordatus an derselben Stelle nicht in
Ungewissheit, in welcher Weise es ihm gelang seine umfangreichen
Aufzeichnungen zu Papier zu bringen. Er liat alles, was er hi'^rte,
mochte er als Gast am Tische sitzen oder nicht, sogleich nieder-
geschrieben (ut scriberem omnia, quae audiebam — quoties vel stabam
ante mensam vel sederem conviva), und zwar, wie es n. 13S' weiter
heisst, animo simplici ac caudido d. h. treuen und reinen Herzens,
mit Treue und heiligem Ernste. Sodann erfahren wir aus n. 133, dass
er dazu, wie es scheint, nicht etwa einzelne Zettel oder Blätter, son-
dern tabu las suas benutzte, womit wohl ein Taschen- oder Notiz-
buch gemeint ist. Er berichtet nämlich bei Gelegenheit eines interes-
santen Vorfalles mit Melanthon: Sc ripser am in tabulasmeas»)
1) Die Ausdrücke t a b u 1 a e und hernach t a b e U a e , die auch mit T a g e b u c h
übersetzt werden können, sind der Gnind gewesen, weshalb diesem Buche der
Titel Tagebuch über Dr. Martin Luther" gegeben worden ist. Denn
allerdings können Cordatus Aufzeichnungen ein Tagebuch in dem Sinne genannt
werden, als er längere Zeit täglich Aufzeichnungen in Luthers Hause machte, wenn
er auch den einzelnen Abschnitten das betretende Datum nicht vorgesetzt hat.
Mit grösserem Rechte hiitte jedoch der Titel lauten müssen: Dr. Conrad Cor-
datus Aufzeichnungen über Dr. Martin Luther, oder Dr. Mart. Tisch-
reden bis zum Jahre IS.iT nach den Autzeichnungen des Dr. Conrad
Nach einer Mitteilung des Herrn Prof. Kawerau betindet sich in der Königl.
Bibliothek zu Berlin ebentalls handschriftlich noch eine andere Tischreden-
sammlung des Cordatus, die zuerst als eine Abschrift der Zellertelder Hand-
schrift bezeichnet wurde. Nach den Proben jedoch, die ich der (Uite des mzwischen
verstorbenen Oberbibliothekars Geh. Kat. Dr. Lepsius verdanke, ist diese von
einem gewissen uns unbekannten Sebastian Redlich, der sich Bernoensis
(BernensisV) nennt, löbO und 15(17 geschriebene llandschritt (Manuscript. lat.
Quart 97) keinesweges eine Kopie der Zellertelder. Sie enthält auch nur zum
kleineren Teil colloquia Lutheri, die möglicher Weise als ein Excerpt aus der
Zellerfelder Handschrift anzusehen sind, aber bereits vielfache Abweichungen
auch im lat. Texte bieten , während das eingestreute Deutsch schon viel jüngere
Formen zeigt. Vgl. z. B. n. 7()(i und fol. 33 der Berl. Handschr., n. bOO und fol. 10*.
11
haec verba, Luther ad Philiijpum : Tu Ketor es scribeudo non dicendo.
Placebat enim mihi candor tum loquentis tum etiam audicntis, qui
volebat persuadere Lutherum, ne rursus responderet libeUo edito ])er
pastorem in Coln, (luem Luther vocat Meuchler von Trasen. tSed
quae scripseram Philippo non placebant, Ideo petitis et
repetitis saei)e a nie tabellis, quibus solebam audita in-
scribere, tandem dabam ei illas, quibus ipse parum lectis hoc
disticon inscribebat:
Omnia non prodest Cordate inscribere chartis,
Sed quaedam tacitum dissimulare decet.
Cordatus hat also das GehiJrte jedesmal in ein Taschen- oder
Notizbuch geschrieben. Dies geht aus seinen eigenen Worten mit
Sicherheit hervor.
In welche Zeit fallen nun die Aufzeichnungen des Cor-
datus V Auch hierüber ist sicherer Aufschluss zu erlangen. Wohl ist
den einzelnen Abschnitten wie in dem Tagebuche des Antonius
Lauterbach kein Datum beigefügt. Gleichwohl lässt sich aus dem
Inlialte zahlreicher Gespräche ein Schluss auf die Zeit machen, in
welcher Luthers Worte ges])rochen sind. Auf den ersten Blick sieht
man, dass eine grosse Menge der aufgezeichneten colloquia
in die Jahre 1531 — 1533 fällt. Suchen wir nach einem terminus
a quo, so geht z.B. aus n. 56 mit Sicherheit hervor, dass Luthers
Worte l)ereits 1524 oder 1525 an Cordatus gerichtet wurden.
Eine frühere Zeit ist nicht vertreten. Einen bestimmten terminus
ad (luem giebt aber die Subscriptio der Handschrift S. (353. Sie lautet
nämlich: De hoc fine hab Gott lob vnd danck, den ich iiab
mich Ja schier die helfft zu todt geschrieben vnd doch nicht
wollen nachlassen. Dens mens restituet mihi latus dextrum,
quod stupore tactum est, quum immodice scribebam 1537.
Folgendes Nähere über diese Berl. Hdschr. dürfte von Interesse
sein: Sie enthält 309 Blätter. Die Apophthcgmata Lutheri beginnen fol. 3 mit
den Worten: „Modus concionandi. Conrad Cordatus ad Dr. Marti-
nuni Lutherum. Ke verendissime Domine pater, Lheret mich Ein
kurtze weise zu predigen" und endigen fol. Ui'A, wo es heisst: „Fiuis
colIo(iuiorum familiarium D. Lutheri. Reverendus in Christo pater
D. M. Luther decessit in invocationis (?) nominis divini
Sepultus Vuitebergae in templo arcis 22. Fehr Cuius funeri
interfuerunt multi Ke verendissimi Doctores. Dann folgen von fol. 13:i
bis fol. an«.» Briefe und kleinere Schriften Luthers und andere Sammlungen und
Notizen, sämtlich geschrieben von der Hand desselben Sebastian Redlich. Das
ganze Manuscript ist absatzweise geschrieben. Die einzelnen Abschnitte haben
bereits Ueberschriften wie bei Lauterbach und in den späteren lat. und deutscheu
Tischreden.
13
il
12
Dco Gloria. Fini». Dunintor ein Her/, (oder ein Hlatt) and
eine Traube.') Dazn kommt noch die vorl.iu bereits «"vh .nte lu-
8finift auf dem oberen Deekel der llaudselirift. w,. ebentall» lo37 als
chronolu{:i'<«l'e Hestimniung angegeben ist.
Mit Sicberlieit ist bieraus zu folgern, dass die Aufzeiebnungcn
des Cordatus niebt Über das Jahr 1537 binansgeben. und dass d,e
Zusamn.enstellung derselben in der uns vorliegenden llandsebritt in
demselben Jahre 1537 erfolgt ist. Let/ieres wird aueh anderweitig
- bestätigt. Am ^^cblusse einer Reihe von ein/.elnen Absätzen buden sieb
nämlich Zusätze in der llundsebrift, die mit Ausnahme der Mibseripti.»
von Cordatus herrllhreu (siehe das Nähere weiter unten), und zu den
voraufgewendeu Worten Luthers gen.aeht werden. Hier kommen be-
sonders n. 174 und 371 in Betraebt. Während es n. 3-1 heisst: baee
nrophetia verifieata est anno 1537 ete., wird n. 174 dasselbe Jahr
mehrere Male mit den Worten: .Tnream. .,«i boe anno Austriam
rursus iiopulatur', feiner -porro falsos fratres nunciuan. ante tortiores
habcmns quam anno (= hoc anno)' und .Sed «tiam b.e üeus
crit adiutor noster. Amen. 1537" bezeiebnet. Ua beide Zusätze
weder ein früheres noeh ein späteres Jahr angeben, so könueu sie
nur gleiehzeitig mit der Zusammenstellung der Aufzeichnungen Hber-
hauiit gemacht sein, also 1537.
Es würde sieb nun fragen, ob die uns vorliegende Hand-
schrift Original-Manuscript des Cordatus ist oder niebt.
In der Festschrift zum Luther Jubiläum S. 3 war ausgesprochen dass
das Alter, sowie die ganze Beschaffenheit des Maiiuscnpts die hchnft,
das Papier mit seinem Fabrikzciciien. die in den C-mpcndien zur An-
wendung kommende ratio, der Wortlaut der Subs.-riptio, der Zusammen-
hang (siehe unten), in welchem namentlich das ( »ngu.al-Manuscnpt
der erwähnten lateinischen praefatio Luthers zn den Autzeichnungeu
des Cordatus steht, endlich der Umstand, dass si_eh ^'f ««; ';«;''"
öfters im Gegensatz zu Luther z. 15. n. 33. 55, 56. 57, /4. -5, 11 , HC.
133 133" 161 162 ff. in der eisten Person nennt, die Annalimc zu-
lasse, dass das Original des Cordatus selbst vorliege. Von dies^cr
Ansicht, die jedoch auch damals nicht ganz zweifellos fui
mich war (vergl. Festschrift S. 3). bin ich inzwischen zurück-
gekommen, und zwar nach längerer genauer Vergleichung der von
1) Eine noch wunderlkO.ere Untcrscl.rilf fin.lot sich unter einer Sanmihmf;
von Biettitr. des Cordntus, die In einer Abschrift ..Wollen .....o,"-.».
AHKust fol. «2r, aufbewahrt wird, aus weleher Bretsehno.der in. Cor .. Kot. 111, .... ff.
fein enigcs mitgeteilt hat. .'^ie hu.tet: o.unia ^"--""■.-"*7 .;■;;;•; ^
et descripta per Conradum (Jordatu.n vice co.n.tem palat.num
anno 1537. Kolde Analeeta Lutherana. S. 2B4.
der K.'inigl. Bibliotheksverwaltung zu Berlin au mich gesandten Facsi-
milcs welche den Anfang und den Schluss der beiden Originalbriefe
des C(.rdat.is ') enthalten , die er 1543 an den Kurbrandenbnrgiscbeu
Kanzler We i n 1 a u b geschrieben bat. U i e i n d i e s e n b e i d c u B r i e f e u
erscheinende Handschrift ist bei aller Aehnlichkeit nicht
identisch mit derjenigen in dem Zellerfelder Manuscript.
Ks ist vielmehr anzunehmen, dass Cordatus im Jahre 1537, wohl vor
seiner llebersiedelung nach Eisleben, seine Anfzeiehnnngeu zusammen-^
stellte. Er ordnete den Inhalt seiner Taschen- oder Notizbücher, fügte
iiie und da eine Bemerkung hinzu und Hess dann das Ganze von
kundi^^er Hand abschreiiieu, und zwar in so beschleunigtem Tempo,
dass der Schreiber sieh .sebier die helffte zu todt schrieb' und
Gott bittet ,ihm seine rechte Seite wieder zu kurieren, da
sie vom übermässigen Schreiben ganz gelähmt sei'. Dann
sorgte er flir eine würdige Ausstattung der angefertigten Abschrift.
Ein l'racbtband war es. in den er sie hüllte. Cordatus 1537 j.rangte
auf demselben. Zugleich Hess er die ihm zum (jeschenk gemachten
( Iriginale, die lat. praef. und die deutsche Vorrede Luthers, die kleinere
Abhandlung Mclanthons. die grössere Abhandlung desselben in Ab-
schrift mit hineinbinden, Stücke, die zum Teil mehr oder weniger mit
seinen Aufzeichnungen in Veri.indung stehen. Das so vollendete (ianze
wurde dann als tbeures Andenken aufbewahrt.
Cordatus Lebensschieksale sind im allgemeinen bekaunt.^)
Das Wichtigste möge hier jedoch mitgeteilt sein. Dr. Conrad C.rdatus
wurde 147C. zu Weissenkirchen in Oestcrreieh von bäuerlichen der
Sekte der Hussiten angehörigen Eltern geboren. Er studierte Tbeo-
lo.'ie in Wien zwischen 1501 und 1508. Hier war besonders C..nrad
Celtis sein Lehrer.') Bald darauf begab er sich nach Fcrrara, wo er
Thomas von A(iuino und Gerson «eissig studierte und anch pro-
I) Man.iscript. Boruss. fol. 221. «. 127. 12'.l.
■>\ Das bisher über ihn Hekani.te findet sich am besten /.UBammengestclIt bei
1 udwiK Götze im XIV. .lal.resb. d. Altmiirk. Vereins f.desch. u. Altert.imskunde
S 57 fl-.S.al7.wedel 18.11. A..dere Quelle., sind: Cordatus deutsche 1 ost.lle,
d'h seine von Mclanthou ir..-,4 mit einer Vorrede herausgegebenen h.nl.rlassencn
'; di; "., ..ie er eü.st ... Nien.egU i... ... LVU (vgl. Kestsc^.rift S. :U1 Note ., gehalten
hat ferner Kolde Analecta L,.therana Gotha Iss:., der a.,s der WoUo..b,.t ler
lia;.hr 11 1... A..g. fol. .uehrere Hriefe des (U.rdatus veröftentlicht h.at. Ma..ches
Neue ist a.'.ch in diesem Tagebuche über Dr. Marti.. Luther cthalteu.
•n Vnd ist .lieser C'o..rad..s (■onlat..s h. Oesterreich geboren vnd ha ...n
sei,.er i ,gent i.. der löblichen V..l..ersität /.,. Wien st.,.licr., die zeyt, da der hoch-
.elcrf v..d berl......bt ».an Conrad..« Celtis ein L.-g..n. .h. gew.^sen .st von welchen.
er Ih-h in .,an.i.,ischer sprach etwas gebcss... hat." .Mehu.tho,, XonM. z.. Cordat..s
rostille.
14
movierte.O Dann finden wir ihn in Rom, vielleicht 1508-1509. Hier
hörte er nach n. 250 seines Tagebuches eine aufrührerische Predigt des
Augustinermönches Egidius, der die Römer gegen Julius IL aufhetzte
und sie aufforderte die Engelsburg zu stürmen. Hier sah er auch,
wie er n. 1536 zu berichten weiss, dass derselbe Tapst alle Fenster und
Thüren, an denen das Wappen seines Vorgängers Alexander VI. an-
gebracht war, hatte herausreissen lassen. 1510 wird er in Ofen an-
gestellt. Hier bekleidete er ein einträgliches Amt, dessen bare Ein-
künfte er selbst auf 200 Gulden angiel^t."^) Als er sich aber nach 1517
der reformatorischen Bewegung anschloss, wurde er abgesetzt, ein-
gezogen und lange Zeit gefangen gehalten, schliesslich jedoch wieder
entlassen.
Flüchtig und mittellos =0 kam er 1524 nach Wittenberg, um
evangelische Theologie zu studieren. Hier schloss er sich besonders
an Luther an, dessen energische Natur ihm sympathisch war. 1525
wagte es Cordatus wieder in seine Heimat zurückzukehren. Kaum
aber hatte er begonnen als Prediger des Evangeliums aufzutreten, so
wurde er wiederum ins Geflingnis geworfen und sein Vermögen cou-
tisciert.^) In einem finsteren Turme, wo Dunkelheit und Schlangen ihn
ängstigten und (luälten^), sah er dem Tode ins Angesicht. Ehe sein
Process aber beendet war, verhalf ihm sein mitleidiger Wächter nach
einer Gefangenschaft von 38 Wochen zur Freiheit«)
Am 1. Juli 1526 ist er dann wieder in Wittenberg. Sehr bald triflt
ihn hier der Ruf des Herzogs Friedrich II. von Liegnitz und
Brieg der Lehrer sucht für seine neu gegründete Akademie. Cordatus
geht nach Liegnitz. Die Akademie kommt aber nicht dauernd zu
Stande. Die eben angestellten Lehrer gehen bald nach allen Seiten hin
auseinander. Auch Cordatus verlässt Schlesien bereits im April 152/.
Zum zweiten Male wagt er es jetzt in seine Heimat zurückzukehren -
und diesmal ohne Furcht und mit Hoffnung im Herzen. Hatte ihm
doch die Königin Maria selbst, die vSchwester Carls V. und Fe r-
1) „Ist auch in derselbigeii Vniuersität Doctor geworden". Mclanthon Vor-
rede zu Cord. Post. , ,
*>) 200 Vngarischen Gulden, essen, trinken, wie ein grosser Herr vnd dazu
ein histige Behaussung, hab ich in Hungern gehabt zu Offen vnd grössere Lhr,
denn mir wol anstände zu sagen." Cordatus Post. I, :i(M. \gl. auch Post. H, .t:. >.
3) Vgl. n. 50 des Tagebuchs.
4) „Vnd hat jhm Vierhundert Hungerisch guklen genommen. Melanthon
Vorrede. w i i tr ^ m..
5) .,Vnd als jhm die Schlangen im Tum vil angst gemacht haben tf. Mc-
lanthon Vorrede. , ,. ,, », • ^i „
(}) Emach hat jhm Gott durch diesen Wecliter ausgeholfen.' Melanthon
Vorrede. "„Vnd wie die Vngarn .is Wochen mich gefangen hielten. IN.stillc II, M.\.
\
15
dinands von Oester reich, die nach dem in der Schlacht bei Mo-
bäcz 1520 erfolgten Tode ihres Gemahls, des Königs Ludwig IL, sich
dem Evangelium zuzuwenden schien, Aussicht auf Anstellung in Ungarn
eröffnet. Diese zerschlug sich indes. Daher finden wir Cordatus 1528
schon wieder in Witttenberg. Hier verweilte er jetzt, von Luther
l)esonders eingeladen, längere Zeit. 1529 erhielt er durch dessen Ver-
mittlung die Stelle eines zweiten Predigers au der Marienkirche in
Zwickau, ein Amt, welches er unter schwierigen Verhältnissen bis
zum Jahre 1531 bekleidete. Aergerliche Streitigkeiten mit dem Rate
der Stadt, der sich mit dem liürgermeister Hermann Mülphord und
dem Stadtsyndikus Stephan Roth an der Spitze wiederholt willkürliche
Eingriffe in die Gerechtsame der Geistlichkeit erlaubte, Streitigkeiten,
bei denen Cordatus wegen seines hitzigen Temperaments wohl nicht
immer die ncitige Mässigung bewahrt zu haben scheint, veranlassten
ihn auf Luthers dringenden Rat „jenes Babel, jene Spelunke**
mit dem ersten Pastor Nico laus Hausmann zu verlassen und „den
Zwickauer Bestien und Klötzen** Lebewohl zu sagen.
Jetzt kehrte er nach Wittenberg zurück. Es muss dies in der
Zeit vom 10. Juli bis zum 18. August 1531 geschehen sein i), und diesmal
scheint er sich noch längere Zeit (vielleicht 10—12 Monate) als Gast
in Luthers Hause aufgehalten zu haben. 1532 verschafft ihm Luther
eine Pfarrstelle in Niemegk bei Wittenberg, wo Georg Witzcl, der
wieder zur alten Kirche zurückgekehrt war, sein Amt hatte aufgeben
müssen. Hier wirkte er bis 1537 in wenig einträglicher Stellung, wie
es scheint. 2) Auch hier hatte er wie in allen seinen Stellungen mit
Schwierigkeiten zu kämpfen. So klagt er n. 1402 des Tagebuches
seine Not und wird darauf von Luther getröstet.*^) Oft besuchte er
von Niemegk aus seine Freunde im nahen Wittenberg und wohnte
deren Vorlesungen bei, oft weilte er als Gast in Luthers Hause. 1536
begann er einen heftigen theologischen Streit mit Melanthon, einen
Streit, den er leidenschaftlich führte, weil er eine der Hauptlehren
Luthers, die Lehre von der göttlichen Gnade, durch jenen gefährdet
1) Götze S. 07 führt den Beweis, dass Cordatus in dieser Zeit Zwickau ver-
lassen hat. Doch liisst sich mit grosser Wahrscheinlichkeit diese Zeitgrenze noch
enger ziehen. Aus n. 107 seines Tagebuches, wo der grosse Komet im August 1531
erwähnt wird, geht uämlich hervor, dass Cordatus schon einige Zeit Aufzeich-
nungen über Luther machte. Er ist daher wohl im Anfang August schon
in Wittenberg gewesen.
2) Postille, II, 352: „ich muss mir selbs rübensatt bawen, wil ich mir sat
Hüben essen." Vgl. auch Post. II, 102.
3) „ Cum v.^i) ab eo interrogatus essi'ui , (luomodo se res haberet in conditione
et praetUcatione mea et respondissem nieas niolestias, intirmitatem etc."
16
glaubte 0 Schon wollte Melandithon, dem dieser -rosRCS Aufseben
erre-cnde Streit sebwere Stunden bereitete, Wittenberg verlassen sebon
war%lie Saebe der Entsebeidung des Kurftirsten anheinif^n^stellt als
Lutber der grossen Eintiuss auf Cordatus ausgeübt zu baben sebeint,
den zJrnigen Mann, man weiss niebt wie, zur Hube und zum Sebweigeu
braebte Im Mai 1537 erbält Cordatus einen Uut naeb Eisleben.
Noeb vor seiner Uebersiedeluug naeb dem neuen Uestimnuingsorte
sebeint er in aller Eile seine Aufzeiebnungen über Lutber zusaniu.en-
'frestellt zu baben. Am 0. Juli 1537 trat er bereits sein neues Amt an.-)
In Eisleben sollte er Jobann Agrieola, der naeb Wittenberg gezogen
war und später die Stelle eines Hofpredigers zu Uerlin und (.eneral-
superintendenten der Kurmark erbielt, ersetzen, sowie gegen \Vitzel
i>redi-en der in Eisleben dureb die katboliseb gebliebene Linie der
Gräften von Mansfeld neben dem Frediger Caspar GUttelO Stellung
gefunden batte. Aueb bier ist seines Bleibens "i^'^^t l^";?^n^t 'm
waren die Verbältnisse sebwierig und mlibevoll. Em Liebtbiek fallt
in die Zeit seines Aufentbalts zu Eisleben. Er versöhnte sieb Nm'der
mit dem sebwer gekränkten Melantbon, und von nun an bheben beule
tcute Freunde. Aueb seine Promotion zum Doktor der evangeliseben
Theologie muss in diese Zeit fallen. Freilieb sind wir wenig darüber
unterriebtet. Es ist anzunehmen, dass die Promotion in Wittenberg stat
gefunden hat, wenn auch das von Förstemann herausgegebene W ei^
Liber Decanorum nichts darüber mitteilt. 1540 wird erendhchas
Superintendent über alle Geistlichen und als Vicedechant des Domstifts
/.tt Stendal vom Kirfürsten Joachim IL von Brandenburg berufen
unter Zusicherung eines Gehaltes von 200 (hüden nebst freier Wohnung
und einigen andern Emolumenten.^) Es war seine letzte Stellung, und
zugleich die schwierigste von allen. Strenge ging er hier gegen das
sittenlose Leben der noch der alten Kirche angehörigen (.eistlicben
vor erfuhr aber dat\ir solche Anfeindungen, dass er in seinen Bneten
an Luther und andere Freunde in Wittenberg fast verzweifelte Wohl
suchte ihn Luther zu trösten mit den Worten des 110 Psalms Jlerrscbe
inmitten Deiner Feinde- ^), aber immer ertönen seine Klagen wieder.
iTwTe leidenschaftlich er ihn führte, geht aus einer Aeusserung hervor die
sich in einem Briete von ihm (Kolde, Anal. Luth. S. 279) an Luther vom ^J^^^'^-;^^
findet. „Nullo enim modo, sagt er, admittendum est ut cancer die latu.s s pat
in sanctam crucem Christi.'^ Vgl. über diesen Streit das Nähere be, (,otze S. (/.» ff.
Köstlin, Martin Luther II, 455. n. 221 dieses Tageb. nebst Noten
2) Corp. Kef. III, loMK Luther Briefe v. de Wette und Seulemann V, fi.>.
3) Vgl Caspar Güttel, Ein Lebensbihl aus LuthersM^>eundeskreise. \ on
G. Kawerau in der Zeitschr. d. Harzver. f. Gesch. u A. XI\ 1^S2, S. .U tt.
n Visitationsrecess über das Domstift zu Stendal vom U.. Nov. l.»4o. Original
im Uegierungsarchive zu Magdeburg, abgedruckt bei Götze S. 30 ff.
5) Luther-Briefe V, 230.
17
Bis zum Februar 1540 hat Cordatus unter schweren Sorgen und Mühen
sein Amt in Stendal verwaltet. Da erging ein ehrenvoller Ruf an ihn
von Seiten seines Landesherrn, des Kurfürsten von Brandenburg. In
Frankfurt an der Oder sollte er eine Promotion vollziehen. Aber auf
der Reise dorthin ist er, wie Melantbon sagt»;, krank geworden,
als ein alter Mann von grosser kelt vnd hernach in Christ-
lichem trost auss diser sterblichen weit zu der ewigen
Kirchen im Himmel abgeschieden. So hat denn auch er nicht
lange nach Luthers Tode sein kami^fesmUdes Haupt niedergelegt zur
ewigen lUibe im Frühjahr \:M. Im Dome zu Stendal soll er be-
graben sein.
Was nun im einzelnen sein Verhältnis zu Luther und
seine Persönlichkeit anbetrifft, so deutet ja schon der Umstand,
dass Cordatus seine Aufzeiebnungen in Luthers Hause und an Luthers
Tische machen konnte und durfte, auf ein nahes i)ersön liebes Ver-
hältnis beider Männer bin. Fnd in der That - Cordatus ist
einer der vertrautesten und treuesten Freunde Luthers gewesen — ja
er bat diesem, wie sich aus manchem scbliessen lässt. vielleicht von
allen am nächsten gestanden. ,Cum tu sis mihi iuter meos sum-
m(»s amicos non postremus'' sagt Luther^), und einer allerdings
späteren Nachricht zuf<dge soll er einmal geäussert haben: ^Wenn ich
ins Feuer gehen müsste, so ginge Dr. Pommer mit bis an die Flamme,
aber Cordatus mitten hinein.- •^) Auch weiss Cordatus recht gut,
dass er Luthers treuer Freund ist. S(» nennt er sich und Hausmann
n. 57 seines Tagebuches die ^proximos Lutberi\ Dazu kommt, dass
Cordatus sich zu wiederh(dten Malen längere Zeit als Gast in Luthers
Hause aufgehalten bat. Als er 1524 llücbtig und mittellos nach Witten-
berg kommt, ist es Luther, der sich seiner annimmt. ,Wie oft, ruft
Cordatus dankbar aus*), sagte er zu mir. als ich mich des Evan-
geliums wegen in Wittenberg aufhielt: Cordatus, wenn Ihr
kein Geld mehr habt, so habe ich noch einige silberne
Becher.'' So lieb batte er ihn bereits gewonnen! Ja, als Cordatus
nach dem Zwickauer Handel mit Hausmann heil und gesund an Luthers
Tische sitzt, so giebt dieser seiner Freude dadurch Ausdruck, dass er
1) Melauthon, Vorrede zu Cordatus Postille.
2) I^riefe V, 702.
3) Christian Schnitze, Auff vud Ahuahuie der Stadt Gardelegen. Sten-
«Ul HUJb.
4) 11.50 „Ad lue tum Wrtembergue agenmi propter verbum, «luoties dixit:
Cordate, Si v»>s peeuiiiam nun habetis, ego ali.juot adhue habeo
argeuteos cyphos.''
2
18
erklärt, ein Geldgesclienk von Cm Onlden würde weni^a'r Wert für ilm
haben als der Anblick der beiden Freunde.^)
An der grossen durch Luthers Versiniliehkeit vor allem repräsen-
tierten kirchliehen Bewegung des Ki. Jahrtiunderts hat er den lebhaf-
testen Anteil genommen und .oft und viel, wie Melanthon sagt'^),
mit ihm selbst von allen artickeln christlicher 1er geredet. •*
Oefters geht aus seinen Aufzeichnungen hervor, dass er es gewesen
ist, an welchen Luther Worte, die zum '\V\\ entstellt und ab-
weichend auch in den späteren Tischreden Norkmnmen. genchtet hat.
80 wird u. ^ des Tageb. (vergl. auch n. «>89. 14(i8j zwischen Luther
und Cordatus die Frage erörtert, ob Sahnui» selig geworden sei oder
nicht. Die schönen n. 111, 111'. UV' mitgeteilten (iespräche werden
besonders mit Cordatus geführt. Als alle Anwesenden von Luthers
Worten tief ergriffen sind und das Essen darül)er vergessen, fährt
Frau Käthe dazwischen und ruft aus: Was heisst denn das, dass ihr
fortwährend redet und nichts esset V Als Luther ärgerlich über die
Störung seiner Frau ihr den Hat giebt, sie möge lieber, ehe sie zu
predigen beginne, ein Paternoster sprechen, bemüht sich Cordatus
Luther wieder auf das v(»rige Thema zu bringen, was alle mit Aus-
nahme der Frau Käthe so tief ergriffen hatte, und kommt auf Cam-
panus und seine Plerophorie zu sprechen. 3) Ein andermal w^ird
n. 74 u. 75 die Frage eingehend erörtert, ob das (iesetz ohne Ein-
1) n. 57 „Cum ego praedicatorem Ilausnianninn pa.storcin Zwiecaviae se<iuutus
fuissem, popul'umetingratumetseditiosumamlMxlescri^utes, diccbat,
nobis ei assidentibus, Non tarn ehari esseüt mihi scxcenti d.niat 1
floreni, quam eharum mihi est utrumciue vestrum alnjisse, vos sal-
vos, et utrumque mecum scdere."
2) Melanthon, Vorrede zu Cord. Post.
3) „Dum talia lo(iueretur in mensa ex pleno et aeeonso eorde
sub prandio, respondebat uxor, Quid hoc est, <iuod sine intermis-
sione loquamini et non editisV At ipse, Ich w<.lt noch heut des
taj^es gerne, ut antequam inciperent eoncionari mulieres, orareut,
Ein Paternoster solt ihr zuvor sprechen. Deinde ego studens eum
revocare ad priorem mentem interrogabam, (luid respondeudum
esset illi, qui adeo urgeret pler«»phoriam ut CampanusV''
Von Frau Käthe scheint Cordatus nicht viel gehalten zu haben, .ledeutalls
ist sie ihm wie auch dem V eit Dietrich und anderen (Vgl. Köstiin 11, I'.m;) nicht
sehr sympathisch gewesen. So fragt er Luther, der zu seinem lUdauern seinen
Freund Hausmann nicht so, wie er es möchte, mit barem Gelde tur den Augen-
blick unterstützen kann, warum er denn seiner Frau erlaubt habe einen (iarteu
anzukaufen. Luther antwortet , er k ö n n e i h r e n B i 1 1 e n u n d l h r a u e n n i c h t
widerstehen. Sehrbissig ist aber die Bemerkung, dieCordatus n. 2o
über Luthers Frau macht. Da heisst es: „Voeabat autem hoc nomine (sc.
mulierum pradicationes) longos logos uxoris, quibus ipsaperpetuo
optima verba eius interturbabat, Et Dr. Jonas eadem erat virtute.
19
Wirkung des heiligen (ieistes reehttertige oder nicht, während n. 115
u. IIT) ein N'orfall besprochen wird, der Luther einst in Kahla be-
gegnete, wobei Cordatus an Luther die Frage richtet, wie es ihm
möglich gewesen sei der Frechheit der Bilderstürmer gegenüber ruhig
zu bleiben. Dagegen will ('ordatus n. It51 Auskunft haben über „con-
eupisceutia oculorum^ und n. 162 über den katholischen Festtag
Maria Himmelfahrt. Beide sprechen n. 253 über das Auftreten und
die Verdienste von Johann Huss^). n. 259 ist das vierte Buch Esra
(legenstand ihres (lespräches. und n. 1537 erzählt ihm Luther von einer
schönen Antwort, die er vor Zeiten während des Bauernkrieges vom
Kurfürsten erhalten habe. Dagegen wird Cordatus n. 843 von Luther
an die Hinfälligkeit des Menschen erinnert, n. 1114 sieht er, wie
Luther etwas in sein Gedenk buch schreibt, n. 1240 sprechen sie über
das starke Trinken der Deutschen, wobei Luther witzig zu erklären
weiss, wie es komme, dass sie gleichwohl gesund dabei blieben,
n. 1462 klagt Cordatus über Schwierigkeiten und Unannelnnlichkeiten
in seinem Amte in Niemegk. über geringe Leistungen auf der Kanzel
und Luther tröstet ihn dann mit dem Hinweis auf sich selbst und
Staupitz f!'.
Im übrigen ist Cordatus Persönlichkeit interessant genug. Für
die gewaltige geistige Bewegung des 16. Jalirhunderts ist seine Be-
deutung keine geringe. Freilich — eine der grossen treibenden Kräfte
ist er nicht. Im Aufstellen und Ausbauen eigener Gedanken und
Systeme ist er kein Luther, auf wissenschaftlichem Gebiete kein Me-
lanthon. Gleichwohl darf seine Bedeutung nicht unterschätzt werden.
Diese liegt ausser der Seelsorge, der er sich mit aller Kraft gewidmet
zu haben scheint, besonders in dem engen Anschluss an Luthers Lehre,
und diese auszubreiten, zu verteidigen, von allen abweichenden Lehr-
sätzen und Deutungen, und mochten sie gar von einem Melanthon
herrühren, frei zu halten — das hielt er für die Aufgabe seines Lebens,
l nd diesem Grundsatze ist er treu geblieben bis an den Tod. Er
war ein unerschrockener Vorkämpfer des Evangeliums, glühender Eifer
für die neue Lehre beseelte ihn, und mehr als einmal hat er zwischen
linstern Kerkermauern dem Tode ins Auge geschaut. Man irrt, wenn
man glaubt, Luther hätte diese Bedeutung des (-ordatus nicht gekannt
und gewürdigt. ,Wen ich nhu tod bin. sagt er Fol. 13 der bereits
erwähnten kleineren vielleicht aus diesem Tagebuche excerpierten
Tisehredensanimlung des Sebastian Kedlich, so lasse ich noch
drei Theologos hinder mich, alss Pomeranum, Breutium,
1) Vgl. auch u. *^:il«, ITsi, 1^2M <les Tagi'buchcs. wo ebenfalls von Huss die
Uede ist.
2*
20
Cordatum').- u. 378 dieses Tafceb. empfiehlt 1-utl.er den Cordatus
als einen Mann, der in Versuehungen und Anfechtungen '"^»fen und
raten könne, .als zur göttlichen Gnade gehörig- bezeichnet er n. 14*
sich selbst, Philipvus, Hausmann und Cordatus, n. 134 nennt er lUn
srar einen .legatum Dei.' .
Ihn so zu nennen - dazu hatte Lnther wohl ein Recht. I)cnn
ein Gebiet gab es, auf de«. Cordatns Meister war. Schon seine Zeit-
genossen erklärten ihn für einen der grössten Kanzel redner. Aeusserte
doch Luther selbst einmal, dass Dr. Job. Förster m Wittenberg ihm
erklärt habe, ,es gebe nnr drei Männer, deren Predigt ihm
ans Herz -egangen sei, uämlich Luther. Cordatns und
Rörer« -i) Und dieses Urteil rechtfertigen seine v.m Mclauthon heraus-
gegebeneu deutschen Predigten. Frisch und naiv, einfach un.l ernst
sprechen sie noch jetzt zu Herzen.
Anch andere Zeitgenossen erkennen die Bedeutung des .Mannes
willig an. Ur. Bugenhageu nennt ihn in einem Briefe v">" '•";»;
1544») einen ,clarissiinuin et diguissimum virnm-. Mclanth.n>, de.
einst so heftig vo.. iL... angegriffene Freund, bezeichnet .l.n ... der
Vorrede zu den v..n ih.n heransgegebenen deutscheu Predigten als
.einen ehrwürdigen Herrn, einen treuen Mann von christ-
lichen Tugenden, der christliche 1er gepredigt hat. und
.rossen ernst gezeygt hat wider alle falsche ler und wider
lue auffrUrerische fttrneme«, an dessen zeugn.ss s.ch
andere stercken mögen', (ilänzend ist aber die . ne.kcnuu..g.
die Melanthon ihm in dem Schreiben vom 12.Octol.er lo4(M wonn
er dem Kuibraudenburgischen Kanzler Weiulaub zur AnsteUung .n
Stendal empfohlen wird, zu teil werde., lässt. Da w.rd er ein ,ho-
nestns vir bene eruditus in ecciesiastica doctrina, p.us. s.ngular. .-o..-
1) Am n. October 153« behielt Luther Cordatns be. s,.- , /.».u ^'»-:=^J^
hurte Cordatus, wie Kolde Anu.ecta I.u.berana S. 2«.-, u.me.l. '"'•?-' ^-^P;'
zwischen Luther «ud seine.« Uie..er WoH S.eberBcr "'';;.';^ ';;„•'
faceres (sc. dicebat Luther), si ego morcrer brevi, velles et.aui » aner
Ipud .n au, uxorcuv Kespondi. Wulff: Nesc.o, •"-."'.;;" «"
eiiam cuperem mori te, o pa.er, mortuo. .la, inqui. Luther, «a>
:aetnest;rwas werden ^irdt, wenn Ich nu thu tod, sc.nV ln«c.«n.,
''*"'-2rVgl\..7,» .- -et .ueus Forster dicit, -•'-'';;"';,";,';;;:
affectumesse, ame, Cordato et M. Korer, et quod »"-f .;';;; ';;
n«n afficit, differentia facit instrumen.oru.u, B'«"'' «"■/■'" "7.^*;
besser schneid den das ander". V«l. auch Erl. A. D., m, t»rst. u. B. U, ,.,..,
corp. Kef. III, n. ISUU.
3) Corp. Kef. V, 3040. « -„ m,
4) Corp. Kef. 111,2(127, auch ahgedr. bei (üitzc. M\..lahrcsb. S. ... «M'.
21
stantia lidei pracditns« genannt. ,Nichtw sei wtinsehenswerter, als dass
Gott solcher Diener viele zur Ernte berufe und aussende.' Nachdem
Melanthon noch hinzugeftigt hat, dass Cordatus ,acerrime defendisse
doctrinae puritatem adversus omnes fanaticas opiniones', unterzeichnet
er sich ,Dr. Cordati frater in Christo i>ropter sineeriorem Christi doc-
trina... Phil. Melanthon." Und als .inn die Nachricht von Cordatns
Tode in Wittenberg anlaugte, da fühlte .nan erst recht den Wert des
Mannes, den man verloren. Wiederum ist es Melanthon, der diesem
(ietMhle einen lebhaften .Ausdruck giebt und unter dem 6. Apnl lo4(J
•m .iustus Jonas schreibt: .memorian. mo.-tis Lutheri alia piorum
doctorum f.iuera et revocant et tristiora taciunt. Nam intra duos menses
amisimus Lutherum. Cordatum. Loenerum etc."), .m l^^- ^vu-
,.i<.er der da.nali« Kector der Iniveisität stellt ihn in einem öffent-
lichen Zuschlage im Febr. 1547 mit den grössten Männern zusammen,
die der Herr I54t) abberufen habc^ .Esaias. heisst es .n demselben,
iiniuit iust..s colligi. uc videaut mala. Cu.u igitnr fatalis inutatio orbi
terrarum in.pcndcvt. Des p.aerii...it venientibus calam.tatibus hoc
ipso anno multos viros in bis regiouibus vi.tute ,,.-aestantes. reverendun.
i)r Maitinun. Luthcrun.. Fridericum Mycouium. Cordatum' etc.
Vehulichcs spricht endlich auch die (i.abschrift des Mag. Peter Hu be-
rin.is. des ersten L'-OT vc.storbcucn evangelischen Pred.gers an SL
Marien zu Stendal, in folgenden Vcisen ans:
Huc ego l.eucoriis'') olim mittebar ab oris
Sediilns ut Christi Pastor in aede forem.
yuod .nihi Cordatus maudavit et ipse Lutherus.
Pareudum tautis quis ueget esse virisV etc.
Freilich auch Sti.nmc.i des Tadels (imleu sich. Das Chronicon
Cv.'ueum^) nennt Cordatus einen wnndcriichen Mann. Während des
crbUfcrtcn Stieitcs mit Mclantho.. belegt ihn dieser mit alleriei Ehren-
titel« Da wi.-d er .-in -iiomo quadratus. I.ostis meus, ein a.Tm6rvT0c,
oin oo,,<or,}.. xrr,xö.-, ein Sykopha.,t ff." genannt, da winl ferner von
ihn. heha.iptet. er säe Drachenzähne. Dergleichen lässt Cordatus frei-
li,h nicht unerwidert. Dies spiegelt sich besonders in mehreren
Znsätze., wieder, die er zu seine.. Anfzeichuunge.. gemacht hat.
uuid bic PhilippusV Quid hie Aristoteles d.ceret.^ ruft er
n 221 aus. während er «. ir.(>7 hinzufügt: hoc non credunt eaus-
.arij Id. h. unfähige Leute). Ironisch setzt er n. 1450 den Worten
1) Corp. Ref. VI, 3435.
3! WUteioI^f-^'ist'geniciu.. Uie schöne Grabschrift vgl. .»an weiter bei
liotze, XIV. .lahresbericht S.W.
4) Chronik von Zwickau 1656. L S. :.9u.
22
T.uthers hinzu: Tlactenns Philippus illo cuni siui novitate.
n. 133 macht er Mchinthou den Vorwurf, das» er sich seine Aufzeich-
nungen nur flüchtig angesehen habe. n. 133' fühlt er sich durch dessen
Distichon (vgl. n. 133) beleidigt. Ja n. 174 wird er ganz grob und
nennt Melanthon am Schlüsse des Absatzes einen ,ducem caussari-
orum und t'alsorum fratrum, qui nunc philosophantur de
a r t i c u 1 o i u s t i f i c a t i 0 n i s l •*
In der That — er ist ein trotziger, schnitVer. hitziger Tharakter,
ebenso zornig und aufbrausend, ebenso derb wie Luther, namentlich,
wenn es sich um (ilaubenssachen handelt. Luther beurteilt ihn ganz
richtig, wenn er n. 134 dieses Tageb. sagt: ,rursus ([uuni Legato
Dens indiget, ((ui res suas serio i)roi)onat et ausit corri-
pere immorigeros, utitur iracundia irati alicuius, velut
Cordati, hominis, qui durus est verbis et moribus etc., .ja
Cordatus kennt sich selbst ganz genau, wenn er erklärt'). .^\ <\^^^^
est, qui putet, me natura durum haec agere et scribere,
huic respondeo verum esse, sed spiritum Christi naturam
nie am mutasse, non abstulisse." Auch andere kennen ihn von
derselben Seite. Für die Conferenz in Sachen der Zwickauer, an der
auch Cordatus nach n. 390 d. Tageb. Teil genommen hat, emptiehlt
ihm Melanthon ,patientiam non solitam^). uml Jonas fragt ihn
während des Streites mit Melanthon. ob er nach Jenem kleinen Feuer-
brande in Zwickau eine grosse Feuersbrunst in Wittenberg anzünden
wolle.3)
Keineswegs wird man ihm aber in dem (irade wie es wohl ge-
schehen ist, hochfahrendes Wesen. Streitsucht, Stolz und Eitelkeit ver-
werfen können. S])uren davon müssen jedoch schon seine Zeitgenossen
an ihm wahrgenommen haben. Fnd zwar ist es kein geringerer als
Luther selbst, sein treuer Freund, dem bisweilen ein allzugrosses Selbst-
vertrauen, eine gewisse Ueberhebung an ihm nicht gefallt. Nur s(»
wird es sich erklären lassen, dass Luther ihn einige Male kurzc*r Hand
abfertigen zu müssen glaubt. So fragt Cordatus n. 101 . was «con-
cupiscentia ocuhuunr sei. Luther will diese Frage als eine gänzlich
überflüssige bezeichnen und antwortet ihm ganz trocken ,Es sei nicht
nötig noch Wasser in die Elbe zu tragen, sie müsste denn ausgetr<»cknet
sein." In n. 1462 erwidert er auf allerlei Klagen, die Cordatus in
Bezug auf Schwierigkeiten und Fnannehndichkeiten im Amte vorbringt:
1) Corp. Kot" lU, 1500.
2) n. :VM) „Cum in Torj^aw Mvat Corchitus a«l Coiisiliaturcs i)riiuii)is, qui
iudicatiiri eraut de Caussa Zuici-aviana, Dixit Phüippus, D. Cordate, e^o opto
vobis pacientiam non solitani".
3) Corp. Ref III, 1500.
23
.At tu vis statin! esse Magister ac forte laudeni quaeris,
et ide(» sie tentaris!'* Melanthon endlich war überhaupt nicht
ganz damit einverstanden, dass Cordatus an Luthers Tische Aufzeich-
nungen machte. Er mochte wohl eine nicht ganz berechtigte Neugier
oder eine Art von Zudringlichkeit darin erblicken, wenn Cordatus
alles, was er hörte, sofort niederschrieb. So liess er sich denn auch
einmal, als Cordatus gerade eine hübsche Aeusserung Luthers über
ihn aufgezeichnet hatte, von diesem das Taschenbuch geben, was je-
d«K'h erst auf wiederholtes Drängen geschah. Nun wurde Cordatus
auch von Melanthon abgefertigt, und zwar in ironischer Weise. Der
praece])tor Germaniae schrieb ihm nämlich Jenes schon mehrfach er-
wähnte Distichon (n. 133) in sein Taschenbuch, welches ihm zu Ge-
niüte führen sollte, dass es ül)erfiüssig sei alles zu Papier zu bringen,
da es auch Dinge gebe, die man verschweigen müsse. Cordatus fühlt
den Stich und meint n. 133«^ Jiaec ideo volui adscribere, (püa valde
confundebar ])oetica Philii)pi.*
Dennoch s])richt sein ganzes bewegtes Leben und seine vielen
Schicksale dagegen, dass es nur Streitsucht, Stolz und Eitelkeit ge-
wesen, die ihn getrieben. Denn immer tritt seine Person in den Hinter-
irrund, wenn es sich um wichtige Dinge handelt. Cut und Blut —
alles giebt er freudig hin für das Evangelium. Auch bei dem heftigen
Handel mit Melanthon versichert er unter den heiligsten Eidschwüren
an Jonas und Melanthon selbst, dass ihn keine Leidenschaft, kein
unlauterer Beweggrund, sondern nur die Sache selbst treibe. Wäre
jenes der Fall, ho solle ihm diese Sünde nie vergeben werden.^) Selbst
in seinem Streite mit den Zwickauern. mag er auch noch so eckig
und schrort' aufgetreten sein, hat er im Grunde doch nur die Gerecht-
same der Kirche und der Geistlichkeit verteidigt.
Im Gegenteil — aus seinen Predigten lernen wir ihn von ganz
anderer Seite kennen. Da tritt er uns zuerst als ein friedliebender,
duldsamer Mann entgegen. ,Es heiss schweygen vnd leyden,
sagt er Postille II, 254, vnd nachgeben, wiltu vnter den leuten
woneu vnd zu zeytten ein guttes friedsames stündlin haben,
zu dem ist keiner so gar schön, er hat ein mackel an seinem
leybe, darumb heist es, gib mir nach, vber einkleynes, will
ich dir nachgeben, vnd vinbs friedes willen schweygen,
das friede sei zwischen dem Mann vnd seiner Frawen, dem
Herrn vnd dem Knechte, vnter Burgermeister vnd seinen
Burgern. ja auch wol vnter Fürsten vnd seinen Vnterthanen.
Darumb hat Keyser Friedrich'^) ein gut Sprichwort gehabt:
1) Corp. Uef. 111, n. 156<»— 15(>T.
2) Wohl Friedrich 111. von Oestreieli.
24
Wer nicht scbweygen vnd leydtMi kann.
Menget nicht eyserne Thüren au.
Vnsers guten freund Vntugend sollen wir wissen, nicht
hassen-. Und wie sauer mögen ilim die Zwickauer einst das Leben
gemacht haben, wenn Cordatus Postille II. 156 Fidgendes aussprechen
kann: ^Ich aber sag von heymlicheni Weinen, dann das hab
ich Co'rdatus erfahren, das ein Prediger aus grossem vnd
Christlichem mitleyden, so er hatte vber ein verstocket
vnd grobVolck wider das Euangelium, etlieh mal öffentlich
inn der predigt weynete, dem sie vnter die Augen sagten.
Er wolte den gemeinen Pöfel an sich ziehen vnd eine Autf-
ruhr anrichten wider den achtbaren vnd weysen Er (Herrn)
Burgermeister vnd einen gantzen Erbaren Kath^
Xein — Streitsucht. Hoffart und Eitelkeit hat er nicht zur Uicht-
schnur seines Denkens und Handelns gemacht. Wohl aber zeichnet
ihn tiefe Demut aus. .So ist auch gewis. sagt er PostiUc I. 68,
das sich keiner erkennet on durch Creutz. Was ich für
ein geselle bin. das wissen andere leute wol von mir, aber
ich kenne mich selbs nit. es komme denn der Schulmeister
vber mich, der mit namen , alles ungluck'^ heyst. der kan
vns auch all zu betten leren \ Aehnliches spriclit er Postille 11.
207 aus. Aber das letzte ist das Beste, meint er. das wir vom
Zöllner lernen, Gott sey mir sunder gnedig*. Postille I. 56
heisst es dagegen ,Ein heiloss tttckisch Ding vber alles ist
das hertz. Wer kan es ergrllndenV Ich der Herr kan es er-
gründen. Alle Vnart aus dem hertzen fegen heyst das hertz
beschneyden. Ja. sagt einer, heyst das hertz beschneyden.
so bleib^ ich wol vnbescbnitten. Den ich hab erfaren. das
ich offt den kleinsten zorn nicht hab mögen auss dem hertzen
rotten noch widerstehen. Lieber, diese Beschueidung ist
nicht ein arbeit eines tages, sondern deines gantzen lebens^
Und Luther stellt er endlich hoch über sich. .Das ich aber, sagt
er Postille U, 267, so wenig von Christo sage, thue ich darumb.
die weyl man besser ding zu lesen hat, als ich mag reden.
Denn Doctor Martinus Luther hat vber diesen Psalm ge-
sehrieben-, vnd Postille II. 1^0 tasst er sein Verhältnis zu Luther
in folgende Worte zusammen «denn ich weyss einen anderen
meyster, der jhn speiss muss kochen vnd an muss richten,
er heist Doktor Martinus Luther. Ich wil ein gesindekoch
bleiben vnd dem gemeinen Mann hiemit vnd auch zu andern
zeytten, so vil ich kan, mit meinem fleyss dienen\ n. 253
dieses Tagebuches stellt er Luther mit Recht hoch über Johannes
25
Hussi). ia n. ir^8" achtet er Luthers Worte höher als Apollinis
oracula^) und Jonas antwortet er einmal, er verdiene nur eine .priva-
tam ecclesiolam regere"»).
Nach allem diesen aber steht das Bild des Mannes klar vor
unserer Seele. Er ist eine zuverlässige, consequente. treue Natur, der
es heiliger Ernst ist mit allem, was sie für wahr erkannt hat. Er ist
Luther symi)athisch und geistig verwandt und ebenso kernig, ebenso
energisch und entschlossen, ebenso kühn und furchtlos, ebenso trotzig,
aufbrausend und hitzig wie dieser. Als die Stimme des Wittenberger
Mönclies auch bis ins ferne Ungarland dringt, schliesst er sich freudig
der religiiJsen Bewegung an, er verliert ein einträgliches Amt. sein
Hab und (ait. zwischen tinstern Kerkermauern erwartet er qualvollen
Tod. Das Mitleid des Wächters verhilft ihm zur Freiheit. Nun isst
er das Brot der Armut und Verbannung, ruhelos wandert er lange
von einem Orte zum andern, unstät und flüchtig, und als er endlich
eine gesicherte Existenz gefunden hat. da sind die Tage der Mühe
und Arbeit, der Not und Entbehrung, des Streites und des Kampfes
viel zahlreicher als die des Friedens und der Freude. Seinem Namen
Cordatus hat er in Wahrheit Ehre gemacht.
Folgende Schriften hat Cordatus hinterlassen: 1. Ursache,
warumb Unicarn verstört ist vnd jetzt Oesterreich bekrieget
wird. Zwickau 1529. 2. Vorrede vor Mich. Celii Vorlegung
neuer Irrthumb vnd Schwermerey. Wittenberg. 1584. 3. Eine
deutsche Postille, Predig-ten enthaltend, die Cordatus im Jahre L534
in Niemegk gehalten hat. Mit einer Vorrede von Melanthon in 2 B.
herausü-egeben Nüraberg 1554.
Ferner hat Kolde^) in neuester Zeit mehrere Briefe des Cordatus
aus einer VVolfenbütteler HandschrifUM bekannt gemacht, die sich
auf seinen Streit mit Melanthon im Jahre 1586 beziehen. Auch sonst
ist noch Handschnftliches von Cordatus vorhanden, dessen Benutzung
mir jedoch nicht möglich war. Zu Niemegk. Stendal. Eisleben,
wo er geweilt hat. hat sich nach den Mitteilungen, die mir auf mein
BefraL^en gemacht sind, nichts erhalten, aber im Hatsarchiv zu Zwickau
1) .Cum eg<» (lixissem, ip8iuii loiigi' plura efticere contra Papaiu, «luam
Huss otc.'' . ,,. • 1
2) et laudet mecum verba Luthori maj?is (luam Apollinis oracula
(so ist wohl statt niiracula, welches die Handschrift bietet, zu lesen) \erba
in.,ua,n non tantum illa seria et theologica, verum etiaui in spetiem luciicra
et levia*. , . , „^,,»
3) Corp. Kef. lll, l.'>'»<' .»H^ iwi»:»»', '1"^-'" privatam ecclesiolam regert
oporteret".
4) Analecta Luth. Gotha 18S3. S. 204 fL.
5) 11, 10 cod. August, fol.
2r^
liegen unter dem Titel: rfaffensaelicn wegen T.aiirentii Sorani,
Predigers rt'. noch eine Reihe von Hriefen von ihm. die jedenfalls
seinen Streit mit den Zwiekauern angelien'). Kndlieh linden sieh, wie
bereits oben envähnt ist. in der Königl. Bibliothek /u IJerlin zwei
Ori^'inalbriefe von ihm an den Kurbrandenbiirgisehen Kanzler Wein-
1 a u b.
Seine gedruckten Schriften sind, wie es scheint, sehr selten
geworden. Selbst Güttingen und Wernigerode kimnen nichts davim
aufweisen. Im allgemeinen scheint er vom lUicherschreiben nicht viel
gehalten zu haben. In der N'orrede wenigstens zu der Schrift: , Ursache,
warum!) ff., meint er ,er sei bisher allen vergeblichen i»apir-
kleckcrn von Hertzen feind gewesen". Diese Sclirift. die übrigens
tVir seine Lebensgeschichte wenig bietet, ist in WolfenbUttel vorhanden,
ebenso die für sein Leben und Wirken so wichtige und wegen ihres
Ubrif>-en Inhalts, auch sprachlich so interessante deutsche Postille, aus
der Dr. Schneider in seiner Schrift Über Schwenkfeld friilier bereits
einiges mitgeteilt hat 2). Melanthons Vorrede zu dieser Postille, welche
wichtige Notizen über Cordatus enthalt, ist erst in neuester Zeit aus
dem Wolfenbüttler Exemplar wieder abgedruckt, und zwar bei liindseil
in seinem Supplementsbande zum Corpus lleform.^O l^»^' Vorrede end-
lich ,vor Mich. Celii Vorlegung - fi. war nirgend zu bekommen.
Auch^iabe ich sie nicht citiert gefunden. Nur Seckendorf^) erwähnt
dieselbe, teilt mit, dass sie ebenso wie die Schrift des (^elius selbst
gegen den damals in Eisleben sich aufhaltenden Apostaten Witze!
gericlitet gewesen sei, nennt sie ^prolixam" und gedenkt der He-
sc!irei!)ung einer Scene daraus, die sicli während des Collo(iuiums zu
Augsburg L530 zwisclien Eck und CSa'lilaeus abgespielt !ia!)e.
Weit wiclitiger al>er als alles dieses sind Cordatus umfang-
reiche und wertvolle Aufzeichnungen iU»er Lutlier. die nuu-
mehr nach Jalirhunderte langer Ruhe das Licht der Welt erblicken.
IIL Das Veiiiältuis der Autzeiehiiuiigeii des Cordatus zu den
späteren bis jetzt bekannten und gedruckten lateinisehen und
deutscheu Tischreden Luthers.
Hier kommen vor allem in Betracht: Die sogenannten deutsclieu
Tisclireden, wie sie in den älteren Ausga!)en eines Aurifa!)er (1566 ff.),
Stangwald, Selueccer, Walch ff'., sodann in neueren z. B. von
1) Kolde, Anal. Luth. S. 204 Note.
2) Pro^rauiin der Kijnigl. Realschule zu Herlin l^«»».
3) Phil. Melanth. epistol. etc., (luae iu CoH). Kef. desiderantur. 1874. 6.360—364.
4) Historia Luther, .supplem. ad indicem I. u. XVII.
27
i.
Forstemann und Bindseil A!>tei!. 1 -IV. sowie in der Erlanger
Ausga!)e B. .')7— 62 vorliegen. Ferner geluh-t liierher: Ant. Lauter-
l)ac!is Tagelmcii auf das Jalir 1538. herausgegeben von Seidemaun,
dann die von Kummer weiland Tastor in Ortrand L554 zusammen-
nestellten Tischreden Luthers, von denen Seidemann in seiner Aus-
^^abe des Lauterbachschen Tagebuchs in den Noten unter dem Texte eine
Keilie vor!ier unljckannter mitgeteilt liat. endlich die umfangreiclien
Tiscliredensammlungen. die Bindseil von 1863— 186G aus einer Hand-
sclirift des Halleschen Waisenliauses von 1560 (V) und die. welclie der
Pfarrer Peter Kebenstock zu Escherslieim l)ei Frankfurt a. Main
1571 ver(Hrentlic!»t luvt. AVä!irend der letztere alles bis auf wenige
Worte in seiner Ausga!»e latinisiert liat, !)ieten K ummer und Lauter-
l»acli. sowie die !ia!l. llandscli rift einen ursprüngliclieren Text,
der wie !»ei CN>rdatus !ateinisc!ie Form liat. a!)er mit vielem Deutscli
gennscht ist').
V(m diesen Sanmilungen ist die des Antonius Lauterbacli
die älteste. ii!)er welche Seidemann in der Vorrede zu Lauter!).
1\igel)ueb das Näliere mitteilt. Da C\>rdatus seine Aufzeiclmungen
mit 1537 schliesst, wäiirend Lauterl)aelis Tagel)ucli die von diesem ge-
sammelten collofiuia des Jahres 1538 enthält, so ist das \'erliältnis. in
welcliem Cordatus und Lauterbach stellen, klar. Sie haben eben
nichts anderes mit einander gemein als dass !)eide in älin-
liclier Weise an Luthers Tische Aufzeiclmungen gemacht
1) Die Orijjcinal-Aufzeiclmungen des XUniberKers Veit Dietrich, von deuen
ji. \X\* dieses Tagebuchs die Rede ist, die neben Cordatus die ältesten sein werden
und. wie es scheint, dieselben Jahre umfassen, sind uns, wie bekannt, in einer
spiiter zusaniniengestellteu Handschrift der Nürnberger Stadtbibliothek (coUecta
ex coUo.iuiis) erhalten. Dieses Nürnberger Manuscript ist bis Jetzt noch nicht
«MÜert. jedoch bereits von Köstlin tür die 2. Aufl. seines Luther nach einer Ab-
sehrift, die der verstorbene Seideinann davon genommen hat, benutzt. In
\\elcliem Verliiiltnis nun die Autzeichnungen Veit Dietrichs und die des Cordatus
zu einander stehen, ob sie namentHch einen grösseren gemeinsamen Kern ent-
lialten oder nicht, darüber lässt sich, wenn wir auch annehmen, dass die u. 133'*
von Cordatus ausgesprochene Hoffnung den Thatsachen entspricht, nicht eher mit
Sicherheit ein Frteil füllen, als bis die Aufzeichnungen beider Männer gedruckt vor-
liegen. Nach mündlichen Mitteilungen des Herrn Prof. Kawerau befindet sich die
Seidi'maunsche Abschrift zur Zeit in seinen Händen, um neben u .deren in neuerer
Zeit ans Licht getretenen ursprünglicheren Aufzeichnungen Lutherscher Tischreden,
welche Köstlin in der Vorrede zu der 2. Aufl. seines Luther, sowie 1. 774, II, 4s7,
erwähnt, für die Herausgabe vorbereitet zu werden. Vielleicht werden sich dann
aus der Vergleichung der Aufzeichnungen Veit Dietrichs und des Cordatus inter-
essante und wichtige Kesultate ergeben. Kinige Parallelen zwischen beiden vgl.
n. Ü2, 9h, b.V2, 052», 155>, auch Nachträge und Her. S. II zu n. 22, 111, 134, Fest-
schrift zum Luther .Tub. S. 27.
28
haben 0- Wohl aber ist die priieise und frische Fassung und Form
bei Vordsitm trotz mancher Flttchtig:keit , trotz der vielfach holprigen
Latinität meistens vorzuziehen. Ja der j;anze Text scheint bei ihm be-
sonders in dem einjrestreuten Deutsch in noch höherem (irade den
Charakter der Ursprünglichkeit zu tragen als bei Lauterbach. Dass
Lauterbach und Cordatus einander nicht unbekannt gewesen sind und
sich bereits von L531— 153:i in Luthers Hause begegnet sind, geht aus
11. 792 dieses Tagebuches (vgl. auch die Noten zu n. 14(>5. 127(» und
902) deutlich hervor. Denn dieses Oespriich kann nur von Lauter-
bach herrühren, der den betreffenden Vorfall aus dem Leben seines
Vaters an Luthers IMsche erzählte, wo Cordatus ihn hörte, autzeichnete
und in seine Sammlung aufnahm. Selbst Aufzeichnungen über Luther
zu machen begann Lauterbach erst 1538. nachdem er von 1533—1537
als Diakonus in Leisnig gewirkt hatte und durch Luthers Vermitt-
lung als zweiter Diakonus im Laufe des Jahres 1537 nach Wittenberg
zurückgekehi-t war. Vielleicht war es grade Cordatus. der ihn dazu
angeregt hat. Dieser hatte seine Sammlungen 1537 geschlossen und
war im Juli desselben Jahres nach KisleluMi übergesiedelt. Am I.Jan.
1538 beginnt dann Lauterbach mit seinen Vutzeiclmungen. .Nunc
nemo nos imitatur- sagt Cordatus daher u. VXV^ ganz richtig m
dem grösseren Zusätze, den er bei der Zusammenstellung seines Tage-
buchs im Jahre 1537 gemacht hat. Es gab al8<» eine Zeit, wo keine
\ufzeichnungen bei Luther gemacht wurden. Und in der That - aus
dem Jahre 1537 dUrtteu wohl nicht viele Tischirden Luthers über-
liefert sein!
Am nächsten von allen Tischretleusauimlern .«stehen sich Cordatus
und Knmmer. dieser wie jener ein Destreicher und ein Flüchtling um
des Evangeliums willen. Es ist merkwürdig - fast alle collociuia. die
Seidemann aus der Kummerschen Sammlung — zum Teil sind es
zuvor nicht bekannte - bei Laiiterbach mitteilt, linden sich auch bei
Cordatus' Nicht wenige derselben sind nur von Kummer und Cordatus
überliefert. Vgl. n. 343, 385. 392, 393. 3%. 408. 431. 432, 442, 444.
447 448 451 474. 485. 497, 507. 528, 545, 581, t>l4 <)30, <)35. 63H.
iSSl] i'»48. 784. 785. 1430, 1484. 1489. U92, 1493. 1497. 1498, 1571,
1041. Auch kommt Kummer nicht selten in Fassung und Form Cor-
1) Nur einige Male k<mjmt bei Laiiterbach Aeliiiliche.K vor. V»cl. /• K. "• 31
dieses Tageb. und Lauterh. 8. 19, n. 2o8 und L. S. 71, 72. n. S82 und L S ii. n. linK
undL S.21, n. 1339 und L. 8. 179, n. 110.» und I1H1 und L. S. 12o, n. 1321 und L. S.
123 n 1571 und L. S 13U. An allen diesen Steüen haben wir jodoc-li niemals
dieselben Gespräche vor uns, sondern entweder bietet Lauterbach nur Aehn-
liches in anderem Zusammenhange oder es wird etwas Bekanntes wieder erwähnt
und berührt.
29
datus sehr nahe wie n. 395, 451, 485, 497, 581, 635, 637, 648 rt'. Oleich-
wohl Ünden sich auch viele Abweichungen z. B. 408, 442, 528, auch
bietet Kummer manches nicht vollständig wie n. 385, 1430, 149/. l041,
während das eingestreute Deutsch bereits weit Jüngere Formen zeigt.
Letzteres darf freilich nicht Wunder nehmen, da Kummers Tischr. viel
s]Ȋter zusammengestellt sind.
Viel wichtiger ist aber die Frage nach dem Verhältnisse der
\ufzeichnungen des Cordatus zu den späteren umtang-
reichen lateinischen und deutschen Tischreden. Was die
ersteren anbetriftt, so können die Rebenstockschen fast ganz lati-
nisierten Tischr. zum (legen st an de einer weiteren Untersuchung
nicht wohl -emacht werden. Denn einesteils stimmen sie mit
den Hindseilschen aus der Halleschen llandschr. edierten Tisehr. in
denjenigen Teilen, welche beiden gemeinsam sind, sachlich last
immer überein, andernteils zeigen sie nicht mehr die ursprüngliche
Form Ferner wimmelt der Text bei Hebenstock derartig von lehlern,
dass die liemitzung dieser Sammlung erschwert wird. Fndlich bietet
Kebenstock fast nichts, was ni«d,t bei Bindseil zu finden wäre, während
die Hall Hdschr. und dies scheint noch lange nicht genug gewürdigt
/u sein - eine grosse Menice von Gesprächen überlietert
hat von denen bei Kebenstock keine Spur zu finden ist.
Im allgemeinen haben Cordatus und die späteren latei-
nischen und deutschen Tischreden sehr vieles gemeinsam
überliefert. Kiue Menge (bespräche Ünden sich m allen drei
Sammlungen. Alsdann hat Cordatus vieles aufgezeichnet, was nur
bei Bindseil und Kebenstock vorkommt, in den deutschen
Tischr da -e gen fehlt. Eine vollständige Aufzählung aller dieser
,olhMiuia wm-de zu weit führen.') Interessant ist es jedoch zu be-
obachten, dass auch von denjenigen Tischreden, die sich nur in der
Hall Hdschr., nicht aber auch zugleich bei Kebenstock
finden, sehr viele bereits von Cordatus aufgezeichnet vvurden.
So bieten z. B. Cordatus und Bindseil allein ^^^^^^^]!'^'^;
n.387, 569, 599, 61S, r>23, 624, 625, 681, 682. ^29, ^f , ;30, ; 0 829^
83S 839, S40, S41, 842. 891, 894, 954, 999, lOOO, 1019, 1052, Ol,
n30, 1153, 1184, 1186, 11H7, 118S, 11S9, H^^^" ^i^V^r^lf' So
1247, 1314, 1340, 1473. 1474. 1503. 1514, 1527, L>28, looO, lo70,
1673. 17r>8ff. ^ , . . ,
\nderseits ist aber die Menge derjenigen (bespräche noch viel
grösser, die nur bei Cordatus und in den deutschen Tisch-
reden erhalten sind, während sie in den lateinischen fehlen.
1) Vgl. darüber die Nuten unter dem Texte der einzelneu Abscliuitte.
.♦
'I
30
Hierher i,^eh(iren z. B. ii. 7, 8, 9. 10. 15. 1(3, 17. 22. :»«), 74, 75, 87. m,
94, 100—102, 100. 108—111'', 124, 127, VM, 132, 184, 145, 140, 147,
158. 159, HU, 109, 195, 244, 245, 254, 255, 250. 25S. 260. 291. 301,
302. 307, 308, 3H), 320, 321, 357, 358, 370, 400, 410. 417, 418, 420,
436 439. 440. 453—450, 4(*>1, 470. 473. 47V>, 481, 480. 487. 488. 505,
508, 512. 513. 519, 525, 530, 550, 555, 508. 570, 580. 5S7, 588. 581»,
053, 001, ()80, 089, 691, 700. 709. 711. 719. 725, 737. 738. 742, 809.
828, 847, 848, 855. 858, 859, 875, 877, 885, 938,994, 1002, 1000, 1034,
1040, 1044, 1047. llo2, 1118, 1125. 1137, 1138, 1139, 1182, 1185, 1228,
1270, 1284. 1292, 1310, 1311, 1310, 1322. 1323. 1320, 1327. 132S, 1340,
1301, 1302, 1307, 1309, 1381, 1382, 1400, 1407, 1410, 1429, 1431, 1432,
1442, 1443, 1444, 1445. 144(i, 1447, 1448, 1449, 1450. 1495, 150O. 151:'>,
1551, 1553, i:>5(>, 1503, 1504, 1507, 1570, 1003, Kili), 1012, 1057, 1058,
10()6. 1710, 1760, 1809 und viele andere.
Es würde sieh nun fragen, wie sich im einzelnen das Verhältnis
gestaltet, iu welchem Cordatus zu den lateinischen und deutschen
Tischreden in den gemeinsam überlieferten Teilen steht.
In vielen Fällen ist die Fassung der lateinischen und deutschen
Aufzeichnungen eine ähnliche. Diese Aehnlichkeit geht freilich fast
niemals so weit, das man von einer wörtlichen Uehereinstimmung der
lateinischen Tischr. sprechen oder behaupten könnte, dass ein Absatz
der deutscheu Tischr. eine getreue Uebersetzung eines zu Grunde
liegenden lateinischen Textes sei. Gleichwohl vgl. man n. 352, 413,
415, 449, 467, 502, 577, 003, 070, 081, 090, 091, 090, 702, 720, 729,
754, 771, 777, 840, 842, 849, 878, 890, 909, 920, 927, 938, 951, 962,
99o', 1009, 1030, 1151, 1182, 1230, 1207, 1299, 1353, 1412, 1453, 1459,
1559, 1575, 1587, 1029 tf. In der Tiiat — in allen diesen Fällen bieten
entweder die lateinischen oder die deutschen Tischr. nach Form und
Inhalt Aehnliches wie Cordatus.
Ferner sind die lateinischen und deutschen Tischr. deshalb ttir
uns von Wert, weil sie nicht selten in richtiger Weise Personen
als solche bestimmt angeben, die bei Cordatus entweder nur mit
Anfangsbuchstaben oder unbestimmt bezeichnet sind. (Vgl. /. H. n. 370.
378. 379, 412, 414, 565, 074 ff.). Auch giebt der Text der späteren
Tischr. nicht selten die Mittel an die Hand ältere wohl schon !)ei der
Aufzeichnung selbst oder bei der Anfeiüguug der Zellerfelder lldschr.
entstandene fehlerhafte Lesarten schwererer Art zu emendieren. So
konnte n. 513 dieses Tageb. richtig Danielis statt Kaphaelis, n. 40()
Hostien statt Hassia, n. 109 cometis statt poetis, n. 53Slupanar
statt lacunar, n. 110 sphaeram statt speram und mensa statt me
se hergestellt, auch hier und da eine kleine Lücke mit Hülfe der
spät. Tischr. ausgefüllt werden.
31
Im übrigen lässt sich aber kaum ein grösserer Gegensatz
denken als der, welcher zwischen Cordatus und den späteren Tischr.
in dem gemeinsam überlieferten Stoft'e im einzelnen besteht. Die-
jenigen, welche die lateinischen und deutschen Tischr. zusammengestellt
haben, erlaubten sich dabei die grössten Willkürlichkeiten. Sie rissen
die ursprünglichen Aufzeichnungen auseinander, ordneten den Stoff
unter allgemeine Kategorien und versahen die einzelnen Abschnitte
mit Inhaltsangaben, nicht selten unter Auslassungen und Verschweigen
wichtiger Data und Fakta. In besonders reichem Masse ist dies bei
der Zusammenstellung der deutschen Tischr. geschehen. Dieses Ver-
fahren hat nun aber böse Folgen gehabt. Teils ist früher Zusammeu-
gehr>riges auseinandergerissen (vgl. z. B. die Noten zu n. 210, 211, 404,
494, 538, ()49, 849, 882, 983, 1014. 1299, 1479, 1030 ff'.), i) teils hat es
zu übertiüssigen Wiederholungen in grossem Massstabe geführt. So
stehen wir denn vor der Erscheinung, dass namentlich in den deutschen
Tischr. eine Menge (bespräche doppelt vorkommen, ja nicht selten
dreimal und öfters (vgl. z. B. die Noten zu n. 443, 558, 091, 843, 800,
130(*). 1419. 1075. 107(*>rt'.). In der That — die Masse der eigentlichen
Wiederholungen ist so gross, dass nach Ausscheidung derselben der
Umfang der deutschen Tischreden wohl auf die Hälfte zu-
sammenschmelzen würde.
Eine der schlimmsten Folgen eines solchen Verfahrens ist jedoch
dies gewesen: Die getrennten und aus der früheren Ordnung gebrachten,
alsdann unter allgemeinen Gesichtspunkten geordneten collo(iuia mussten,
da manches nicht zu einander i)asste, gewissermassen in eine neue
Verbindung gebracht werden. Das verlangte die neue Anordnung.
So sah man sich denn gezwungen eine Menge Zusätze zu machen,
die je nachdem Personen. Zeit, Ort und andere Verhältnisse betrafen.
In vielen Fällen wird an der Richtigkeit derselben nicht zu zweifeln
sein. \'ieltach sind sie aber auch notorisch falsch. Denn vieles reihte
man nach dem (Jedächtnisse ein, und ftir vieles hatte man schon bald
nach Luthers Tode das Verständnis verloren. So ist z. B. in den
deutscheu Tischr. nicht selten ein falsches Datum hinzugesetzt.
Da Cordatus Aufzeichnungen nur bis 1537 reichen, respektive in diesem
Jahre zusammengestellt sind. S(» kann ja der Inhalt der einzelnen
collo(iuia niemals auf eine spätere Zeit Rücksicht nehmen. In der
That wird bei Cordatus niemals irgend eines Ereignisses
oder irgend welcher Verhältnisse gedacht, die einer spä-
♦J57
1) Vieles, was hc\ Cordiitus gruppeuweise ziisanime.ngeliört, ist auch in deu
ätcreii Tischr. bei cinanaer geblieben. Vgl. z. B. n. Sol-hl 1, <)25--iriy, 1)51 -1)53,
«j5'.», 'nc. i»vi, iiin-ii;;:., lus-iio:, iiTi -iitö, u2(i-U24 tf.
32
tereii Zeit als 15:^7 angehörten. Dagegen bieten die späteren
Tisehr. nieht selten bei gemeinsam überlieferten liespräehen eine
spätere Zeitangabe. Dies ist /. B. der Fall bei n. (»1)2. TIS, 789. 848.
Iü5(>, 1007, 1125, 1U»2, 1429, 149:5, 1080, 1088 dieses Tagebuehes. Aus
dem bei Oordatns angegebenen terminus ad quem geht nun aber
deutlieh hervor, dass diese in den späteren Tisehr. mit einem uaeh
15;i7 fallenden Datum versehenen (lesjjräehe gleiehwohl von Cor-
datns vor 1537 gehört und aufgezeiehuet sein müssen. Aueb
lässt sieh bei einigen derselben (u. 748, 848, 1202. 1493) ohne weiteres die
llnriehtigkeit des Datums beweisen. Bei andern (u. 1050, 1125) ist das
Jahr 1538 angegeben. Dann wäre doeh wi.hl zu erwarten, dass diese
Gespräehe bei Lauterbaeh zu linden seien, was niel.t der Fall ist.
Andere [i\. 1U07, 789, 002) zeigen das verkehrte Datum nur in den
deutsehen Tisehr., während in den lateinisehen eine Zeitangabe über-
haupt fehlt, u. 1080 ist in den lateinisehen Tisehr. verkehrt datiert,
während die deutsehen eines Datums entbehren, n. 1429 ist das Datum
offenbar ein späterer Zusatz, n. 1088 endlieh steht in den deutsehen
Tisehr. zweimal, und zwar einmal mit und einmal (dme Angabe einer
Zeitbestimmung.
Weniger unsehuldig sind nun aber Zusätze folgender
Art: Einmal um interessant und pikant zu erseheiuen, sodann aus
Küeksiehten des Oesehmaeks, endlieh um dem Verständnis des Lesers
zu Hülfe zu kommen, gab mau den Aufzeiehnungen eine möglichst
breite Fassung und erweiterte den ursprüngliehen Text
dureh allerlei Zusätze, oft bedenklieher Art, und legte somit
Luther viele Worte in den Mund, die er niemals gesproehen
hat, ja man bekleidete den Text nieht selten mit einer Art
von Commentar, und zwar derartig, dass sieh in der That
in sehr vielen Fällen nieht mehr unterscheiden lässt, was
Luther oder seinen späteren Bearbeitern augehört.
Dergleiehen Zusätze finden sieh in den lateinisehen und deutsehen
Tisehreden gradezu massenhaft. Man vgl. vor allem die Noten zu
n 45 102(0, 492, 517, 538, 545, 501(1), 0()0, 074(!), 752, 753, 700(!),
808 830, 850, 1020, 1021, 1020(!), 1075, 1080, 1095, 1090, 1098, 11010),
1125 1129, 1144 1153, 1101, 1235, 1230, 1244(1), 1245, 1253, 1280,
1298 1300, 1344, 1345, 1362, 1300, 1368, 1373, 1374, 1383, 1399,
1400 1435. 1407, 1501, 1030, 1038, 1047, 1051(1), 1053, 1007, I07t»,
108o', 1092, 1095, 1097, 1709, 1721, 1723, 1731, 1738, 1703 ff.
Nicht minder sind es starke Abweichungen nach Form und
Inhalt, ja nieht selten gradezu arge Entstellungen, die uns
in den späteren Tisehreden bei gemeinsam überlieferten (iespräehen
so sehr oft entgegentreten. Nieht selten wird der Inhalt eines eollo-
38
quiums in den lateinischen und deutschen Tischreden erst dureh die
Aufzeiehnun- des Cordatus verständlich. Man vgl. z. B. n. 286,
293 350 453A55, 530, 566, 573, 671, 725, 739(1), 751(1), 781, 815(1),
824 9290 932, 945, 947, 980, 1017, 1054, 1055, 1000-1002, 1071,
1082,^091, 1094, 1100, Uli, 1132, 1139, 1328, 1330, 1408, 1428,
1455, 1408, 1473, 1501, 1513, 1(>74(1), 1083, 1722, 1724, 1725, Uöo,
Ueberhaupt weichen die späteren Tisehreden von Cordatus nieht
selten derartig ab, dass sie bei einem gemeinsam überlieferten
(iespräehe entweder nur einige ähnliebe Gedanken bieten, oder
dass die ganze Fassung nur eine dem Gedanken "^le^ abn-
iiehe -enanut werden kann. Beispiele hierflir smd n. 10b. 120.
158 159, 574, 814, 818, 875, lull, 1050, 1050. lOOT. 1147. 1154, 1185,
1222, 1252. uns, 1327, 1348, 1301, 1594 ff.
Gross ist sodann die Zahl der einzelnen falschen Lesarten,
die sich in den späteren Tischreden finden. Nicht immer ist es
Flüchtigkeit oder Nachlässigkeit, welche dieselben hervorgerufen bat
Nicht immer fanden die späteren Herausgeber in den ursprünglichen
Aufzeichnungen, die sie ihren Ausgaben zu Grunde legten, ünnchtiges
vor Vielmehr haben .sie manches gar nicht verstanden. i5o
wird z B n 140 ein ursprüngliches imponitur (= decipere) m den
späteren Tischreden mit aufgelegt gegeben, n. 945 heisst es eben-
daselbst wahrhaft verblüffend von Maximilian I.: .und schlachtete
was ihm zuerst begegnete", u. 1510 steht Hoffmeister statt
Hochmeister (0, n. 509 ,die Käthe am Narrenseil" statt .der
Teufel am N.", n. 581 Banati statt Bavari, n. 1042 sehiess-
schläge statt des alten Wortes schirmschläge (= Fechterstieich),
u 1473 Icarium statt Latium, n. 1428 de VeneriJ8(!) statt Venetijs
u 1583 in socken statt auff stecken, n. 539 Christus wird
bleiben, aus manserem esse (= spurium esse) entstanden (!), n. /04
Schlossbeine statt Sehossbeiue. n. 803 pules statt eulex n. o9l
Kürass sUtt Kurusz (= Schar, Haufe), endlich n. im die Mut er
(iottes zu Pautano statt putanam (= meretricem) (!). Ae^™f
findet sich auch an vielen anderen Stellen. Vgl. z. B u '4 7o.^^»'
084, 779, 811, 880, 945, 903. 1049, 1137. 1194, 1488, lod, 1578, lo90,
Endlich ist die Fassung der deutschen und lateinischen Tisch-
reden an vielen Stellen unvollständig, wo Cordatus Vol-
ständigeres bietet. S.. können z. B. folgende Nummern: n. 22, 111.
111« lll" 125 159. 198, 209, 228, 250, 250, 412, 417, 503, 00<, 04o,
700,' 732, '747, '817, 828, 829, 900, 912. 985. 1014, 1035. 1087, 1102.
1104 1107, 1100. 1167, 1173, 1184, 1211, 1212, 1223, 1248, 12,9,
3
34
1287, 13:58, 1354, 1431, 1440, 1441. 14S0, 1403, 1494. 1497. 1548.
1567, 1571, 1589, 1621, 1646, 1703, 17r>(> ff. zur Krp:äuziiii- iles-
j eil igen dienen, was die 8i)ätereu Tischreden überliefert haben.
Im Gegensatz zu den oben erörterten Abweichungen und will-
kürlichen Entstellungen der lateinischen und deutschen Tischreden
bietet nun Cordatus Luthers eigene Worte, soweit dies über-
haupt bei solchen Aufzeichnungen möglich ist. Fast immer
spricht Luther in der ersten Person. Alles macht den Eindruck des
ohne Vorbereitung unmittelbar (iesin-ochenen und sofort Nieder-
geschriebenen. Daher die vielfach abgerissenen Sätze, das Sprung-
hafte und Unvermittelte in der Verbindung der Gedanken und Sätze, der
blosse Hinweis auf damals bekannte Personen, Verhältnisse, Ereignisse,
daher die oft holprige Latinität. die vielen einzelnen, für den Sprach-
forscher interessanten deutschen und lateinischen Wörter. Wortformen
und Wendungen«), die nicht selten der S])rache des gewidmlichen Lebens
entnommen sind. Originell wirkt dabei der stete Wechsel zwischen
deutscher und lateinischer Form, wobei die llaui)tgedanken sehr oft
in die deutsche Form gekleidet sind. Feberall merkt man. wie der
Aufzeichnende das Bestreben gehabt hat. das eigentlich Wichtige in
1) Man beachte z. H. Trstend n. 688, eyblu nie u rauch Iblir), bett-
tiss 6S5, seiglochcr 1ö:U, altensteiss '2\ hutzig ITlli, wilkropp «oo,
convasaverant I2(H), putana 14*»4, weiglen r»B(i, gratitudo li:»r>, wige-
nachten688, kuniszHVH, to x icare 18:t.5, p ofe l 2:iH, aninien 127, .scoria 14»,
temmen 106, caussarii 174, aiisgeschoren 171, luctarius 243, volpre-
t i g 856, s c h o 1 1 e u '\ (— .Steiierpfennige) ^hii, n o h l (--- GüUipteunig) ^^'-i, s c h n a 1 1 c n
(= schnellen) 112.'), hanswurst los2, prattzirn l<»7.'>, bro.se lim, brosini-
lin 1479, bnici 1481, hastiludiiuii 1126, fotzc I4'.M, verziehen auf 1471,
das kurz spielen 1474. schindleich IUI, solchen (= suhhcn d.h. ver-
salzen) 1421», soler S45, beheinic r wald 1405, derzitz 146(>, reu .sze (= Sieb-
geflecht) \:m), Sehlauraffenland 142v, rottkelgiu i:.7«», schurreysen 873,
humpler (= Pfuscher) laä.i), westcrhenibd liii 1:571, knutl i:M, elltisz 15U5,
weyssen Reissen (=^ Weissrussen) 1206, girare 1330, vertuninus 133U, /wicken
/= piepen) 157U, schartens 12:>2, teyler 12m». niuldcn 12^0, eine gute
zeche borgen 12M, leucken lo6.3, kandel Mmii, meltzen 1022, eniessen
1611, ubers seil werfen 1232, einem ein stein in gartten werffen 1235,
scheblich 1)12, braseator 8!M, braseare 054, spitluieister (= spitahneister)
1753, anfart 17oo, klopp er 1(;I3. discus (= Schüssel) I57H, zersz (=^ penis)
1494, wandelwertig 258, sartorium 307, calcearius 3o7, aber 176(», rosz-
t au sehen (= betrüglichen Pferdehandei treiben) 1097, kodenboden 1766,
pfarner2I6, scheisskachen 24o, mictirismus k:{0, sperlich ho5, tiddern
802, ring (« gering) 788, sincken (= einen Schacht treiben) 779, devotarius
767, fastlnacht 749, die gedencken 750, gemosz 747, sich nerren mit
741, heckenreiter 740, geheyen 751, plintzen 719, die stäupe (-- pranger)
658, ein post629, sein rechnung in der Hand macheu 554, die steltzeu
bestreichen 531, mineralia (= Bergwerke) 3S2, und vieles andere.
35
frischer und klarer F(»rm und Fassung zu fixieren. In der That —
man darf sagen, auf den Aufzeichnungen des Cordatus ruht der (Jeist
Luthers nach Form und Inhalt!
Ks waren ruhigere Jahre, in welche diese Aufzeichnungen lallen.
Nach den gewaltigen Aufregungen der vorhergehenden Zeit war Ruhe
fllr Luther ein wohlthuendes Bedürfnis. Auch sein körperliches Be-
linden hatte gelitten und litt noch. Fr tnhlte sich matt und müde,
mit Undank belohnt, wünschte oft abzuscheiden und glaubte das Ende
•liier Dinge nahe. So nahm denn seine Wirksamkeit nach aussen ab,
und aufreibende kirchliche Kilmvfe blieben ihm längere Zeit fern Er
k..nntc sich ganz dem Verkehr mit seinen Tischgenossen widmen,
nachdem er die Sache des Evangeliums durch die Erfolge des Augs-
burger Reichstages und durch den Nürnberger Religionsfrieden sicher
..estellt sah. Da fliesst nun von ir,;n- ir>3:>> der Strom semer Rede
dahin und in welcher Fülle! Da giebt es wohl kaum em Gebiet des
religiösen, politischen und socialen Lebens, welches er nicht behandelt.
So ist auch viel von seinem damaligen körperlichen Befinden bei
Cordatus die Rede. Dahin gehiuen die n. 40, 453, 547, 55G, o79, 042
085 714 759, 1300^1302, 000, 11:^7. 1180-1192, 1248, 12/0, 1282,
r>»80 1380 1671, 1730, 1840. Ferner spricht Luther vom nahen Welt-
untergange'n. 805, 951, 952, 953, 548, 549, 551 ff. Gesetz und Evangelium
Glauben und gute Werke, der Teufel mit seinen Anfechtungen, Gott und
sein Wort und seine Werke, (Uiristus mit seiner Gnade, Predigtamt und
Prediger Gebet, Juden und Türken, Könige und Fürsten, Reichstage, der
Papst und die Papisten. Ehe. Frau und Kinder, die Welt mit ihrer Art,
das ewige Leben, Tod und Verdammnis - alles dieses zieht in buntem
Wechsel au uns vorüber in zahlreichen Gesprächen!
Freilich sind es nicht immer Luthers eigene Worte, was wir
in diesem Tagebuche lesen. Manches hat Cordatus selbst hinzugefttgt
zur Einleitung und Orientierung. Meistens sind es nur wenige Worte,
oft nur das Notwendigste. Vgl. z. B. n. 22, 32, 35, 3«, -^^ ^2 ^^3- ^^
74. 75, 281. 403, 414, 423. 557, 505, 508. 002, o89, 719. ^2^ 7oO 7b.,
708 80'> 824 971. 1240, 1400, 1481, 1482, 1491, 1548. 1549, lo6L
1502, 1503, 1501., 1570, 1583, 1597, lOOL 1000, 1007, 1008. 1009,
ir,12, 1837 ff'. . . ^ n A ^r
Manche Absätze sind sogar als eigener Bericht des Cordatus
aufzufassen. Dahin gehört n. 31, 50, 57, 84, 111% HP, Ho, HO, 133,
l^S- 101 102 1190 — 1192, 1484 ff Hin und wieder taucht auch
einiges auf, was Cordatus nicht selbst gehört und aufgezeichnet hat.
So wird er das n. 1442-1449 mitgeteilte Schreiben an Brenz jm
Melanthon empfangen haben, ebenso die Nachschrift dazu (n. 14o0)
von Luther. Für n. 1190-1192 ist Jonas vielleicht sein Gewahrs-
3*
36
mann, n. 792 endlich hat er einen Vorfall, den Lauterbaeh au Luthers
Tische erzählte, in seine Sammlung: aufgenommen.
Auch dadurch wird der Wert seiner Aufzeichnungen nicht im
geringsten beeinträchtigt, dass eine Reihe von Gesprächen gleichen
oder ähnlichen Inhalt haben. Man vgl. z. B. n. 45 und 1404,
n. 65 und 1357, n. 80 und 1715, n. 113 und 1062, n. 104 und 1430,
n. 125 und lÖOO, 1061, n. 340 und 1356, n. 344 und 1464, n. 259 und
1293, n. 620 und 1365, n. 40 und 1409, n. 552 und 1267, n. 355 und
1411, n. 357, 358 und 1412, n. 521 und 1124, n. 450 und 638, n. 33
und 1408, n. 1359 und 1437, n. 750 und 1620. Keinesweges handelt
es sich hier um Wiederholungen im eigentlichen Sinne. Einige Male
ergänzen sich diese Gespräche wie n. 113 und 1062, n. 40 und 1409,
n. 33 und 1408. Oefters giebt die an erster Stelle genannte Nummer
Vollständigeres als die zweite (vgl. n. 65 und 1357, n. 344 und 1464,
n. 355 und 1441, n. 750 und 1620, n. 357, 358 und 1412, n. 620 und
1365). Zuweilen schliesst sich der Inhalt der zweiten Nummer enger
an die späteren Tischreden an, wie bei n. 259 und 1293, n. 522 und
1267, auch bei n. 620 und 1365, während bei n. 125 und 1060, 1061,
n. 1359 und 1437, n. 104 und 1439 wohl an zwei verschiedene Redak-
tionen desselben Inhalts zu denken ist. Stets aber zeigen die Ab-
schnitte mehr oder minder abweichende Form. Mit Ausnahme von
n. 113, 1359 und 1437 kommen sie alle auch in den lateinischen und
deutschen Tischreden vor, n. 450 und 638, n. 40 und 1409 ebenfalls
mehrere Male.
In den meisten Fällen werden diese Wiederholungen so zu
erklären sein, dass Luther sich mehrere Male über denselben Gegen-
stand in Gegenwart des Cordatus ausgesprochen hat. Dazu konnte
der Inhalt von n. 125 und 1060, 1061, n. 450 und 638, n. 259 und
1293^ n. 344 und 1464, n. 521 und 1124, n. 552 und 1267, der Inter-
esse*'erregen mochte, wohl Veranlassung gegeben haben. Anders ist
aber über eine Reihe weiterer Wiederholungen zu urteilen. Mit
Ausnahme nämlich von n. 1781, 1782, 1815 erscheineu von n. 177() an
bis n. 1825 eine Reihe von Abschnitten, die bereits auf den ersten
Seiten der Handschrift, sowie auf S. 70—125 derselben in anderer
Form und fast immer in vollständigerer Fassung vt>r-
kamen. ') Die Fassung dieser Abschnitte von u. 1770 — 1825 ist oft
sehr gekürzt, stellenweise nur kommen andere (iedanken vor. Die
grosse Anzahl dieser colloquia — es sind ihrer 52 Nummern — ferner
der Inhalt derselben, berechtigt wohl kaum zu der Annahme, dass
Luther es ftir passend und nötig erachtet habe dieselben Gegenstände
1) Nur n. 1814 und 1818 bieten im Verhältnis zu den ent.sprechendeii n. 271,
271*, 283 eine ebenso vollständige und, wie es sc-Ueiut, ursprünglichere Fassung."
37
zweimal im Kreise seiner Tischgenossen zu behandeln sondern es
drängt sich die Vermutung auf, dass hier Teile von Aufzeichnungen
eines andern ^ orliej^^en. die Cordatus in seine Sammlung mit auhiahm,
S e^ es darunter vorkonunen mochte (vgl. - «• - ^^^^-^^ J^
, IS33-184;i die Cordatus allein überliefert hat), was -ihm selbst
aus irgend einem (Uundc aufzuzeichnen nicht möglich gewesen war.
Es ist also wohl glaublich, dass hier Aulzeichnungen ^^;;^^7/^^'^f ^^^J
vorliegen. v<.n dem derartige Erinnerungen an Luther Ins jetzt n ch
]>ekamit waren. Sagt doch Cordatus n. VXV^ ganz ausdrücklich, dass
er horte \ e i t 1) i e t r i c h s und S c h 1 a g i n h a u f f e n s Aufzeichnungen
mit den seinigen vereinigt zu haben. n i + .
Auch den Vorwurf könnte man den Aufzeichnungen des Cordatus
,,aehen. dass sie ebenso wie die späteren IMschreden manches De rbe
nu. uns Anstössige enthalten. So viel A«geB w.e^^^
sehen und deutschen Tischreden enthalten sie freilich nicht aber
mme^^ <.enug. Hier dürfen wir sicherlich nicht den Massstab der
"dt anV". l^uthers Weise ist ..hrlich oft keine feine gewesen
\llein er redet die Sprache seines Volkes und seiner Zei 0« "«^l da
ta nahm n.an an Solchen Ausdrücken ^^f^J^^^^^^^
sondern zählte sie sogar zu den guten Witzen. ^^^'^^^^'^^ ';f ^^^^^^^^
dorf in seiner (Jesch. des Luth. III, § \M darüber .multa verba et
dicteria quae hodie (1694) vilia aut spuria habentui,
llo t mpore sine turpitudine dici poterant et in er
fa;etias\ion inhonestas locum ^^)^''\ ^ff^
Derbheiten linden sich bei Cordatus z. B n. m, 240 und 13 n^ 4^^
und 47i>. n. 521 und 1124, n. 538, (355, 721^ /b3 ^o«; 11^1' l-^o,
81 14()0 1491 1494, 1531. 1549. 1597, 1603, 1651, 16/4 ff.
Ce^ i^^t ^F^^^^^^ - untersuchen: Am Schlüsse mancher
K^Ju^\in^eu^i.^. in diesem Tagebuche Zusätze, die
a s;^^^^^^^^ der Worte »^^^thers st.hen. IJl^^^^^^^^^
kommen hier in Betracht: -' ^\'fJZ\s ^^^^^^
von Cordatus selbst herrühren, ^^»^*/^^^*^^"^.4"~
grösseren und so wichtigen Zusätze ^-^'^--^^^^^ ^ ^ bd der
Welcher wie diejenigen am Schlüsse >'on n 174, ^^1, o03 erst bei dei
Zusammenstellung des Tagesbuches 153. ^^^^^".^^^^^^
nemo nos imitatur^ sagt Cordatus ferner an derselben Stelle, und
i[^r !: ' m:::. 1.4;. sicU Uem-aeuac /usat. bildet eine ganze Nu.mer
für sich.
38
damit kann er wieder nur sich, Veit Dit^trieli uud Sehla^-
inhauffen meinen. Aiieli der n. 1114 sieh findende Zusatz kann nur
von demjenigen berrtihren, der die eben gehörten Worte Luthers nieder-
sebrieb, und das ist wieder Cordatns. Die meisten der hier in Frage
stehenden Zusätze sind indessen wohl gleich bei der Aut'zeielmnng des
Gehörten oder bald darauf gemaeht, nameutlieh wenn es wie n. 33
heisst «hoc respundebat contra me* (»der u. i)87 „hoc ad me
dieebat* tf. Von dem n. 888 stehenden Zusätze ist dies sicher, wie
in der Note bewiesen ist.') Im übrigen können auch die ii. 120. 807
sich tindenden Zusätze wohl kaum einem anderen zugeschrieben werden,
als dem, der das eben Gehörte aufzeichnete, während am Schlüsse von
n. 174, 22L 250, 1507, 15a() auf Dinge angespielt wird, die das
eigene Sein und Wirken des Cordatus tief beeintiusst haben. Nur
der mit n. 1843 bezeichnete Schlusssatz wird geistiges
Eigentum eines Abschreibers sein, um so mehr als sich unter
der oben bereits erwähnten Briefsammlung des Cordatus in der Wolfen-
blitteler Handschrift cod. Aug. fol. 10. 11 eine ähnliche von einem Ab-
schreiber stammende Subscrii)tio befindet.
Immerhin gehört aber die grosse Masse dessen, was Cor-
datus aufgezeichnet hat, Luther an, und dessen W(>rte sind
stets leicht zu scheiden von denen des Cordatus.
Noch ein Punkt würde schliesslich zu erörtern sein. (Jbeu war
bereits kurz erwähnt, dass die von Cordatus in Luthers Hause ge-
machten Aufzeichnungen, deren einzelne Abschnitte weder Ueber-
schrifteu tragen noch nach allgemeinen (4e8ichts])unkten geordnet noch
mit bestimmten chronologischen Angaben versehen sind, im allgemeinen
die Zeit von 1524—1537 umfassen, und dass die Hau])tmasse, wie aus
dem Inhalte geschlossen werden kann, in die Zeit von 1531 — 1533
fallt. Nun ist den einzelnen Absätzen zwar kein Datum wie bei Lauter-
bach hinzugefügt, gleichwohl erscheinen nicht selten im Texte selbst
eine Reihe von bestimmten Zeitangaben, uud zwar nicht nur sojciie,
die auf frühere dem betreffenden Gespräche vorangegangene Ereignisse
iiindeuten, sondern auch solche, die ganz bestimmt die Zeit an-
geben, in der Luthers Worte gesprochen sind. Chronologische
Bezeichnungen der ersten Art tauchen n. 338, 342. 569. 031, 1180,
auf, während der Text der u. 1(37, 328, 549, 551, 7u7, 753, 93*J, 1235
mit den Zahlen 1531, 1532 und 1533 ganz genau die Zeit angiebt,
aus der Luther Worte stammen. Cordatus, der zuerst von allen
Aufzeichnungen über Luther machte — ausdrücklich erklärt er n. 133**
selbst : e g o v i a m a 1 ij s f e c i , q u o d i d e m a u d e r e u t — begann die-
2) Es betrifft die Worte von tali seiitentia — coucepturuui.
39
selben wahrscheinlich im August 1 531. Dies geht aus n. 167 hervor
(vergl oben Note). Wenn man nun eine umfassende Anzahl von Ge-
sprächen von ihrem Inhalt aus auf die Zeit prüft, in welcher sie ge-
sprochen sind, und diese in Verbindung mit denjenigen colloquiis, die
oine bestimmte Zeitangabe in Bezug auf die Zeit des Gesprächs auf-
weisen, an einander reiht, so kommt eine, wenn auch öfters
nnterbrochene chronologische Reihenfolge zum Vorschein,
die höchst wahrscheinlich der Zeit entspricht, in welcher
die einzelnen Abschnitte wirklich gesprochen und auf-
gezeichnet worden sind. Diese chronologische Kette würde
dann folgende (lestalt gewinnen: ^
n 55 (1531), n. 56 (1524 (Kler 1525), n. 5^ bl, 76, 111; jy»
lll'. (1531), n.l67 (August 1531), n. 172, 272, 276-281 ( 53 )
328 (hoc anno 1531), n. 391 (1534), n. 399, 403, 434 (Herbst 1531),
668 686, 7(»6 (Sommer 1532), 707 (annus 1532 est mihi climae-
tericus) n.729 (Sommer 1532). n. 732 (1533?), n. 736, 748 (Som-
mer 1532). n. 753 (16. Aug. 1532, die Worte selbst sind wohl etwas
später gesprochen), 756 (1632 noch vor dem Tode des Kurfürsten)
764 (1532 bald nach dem Regierungsantritte des neuen Kurfürsten)
775 1534 oder 1535), 848, 854, 865, 888, 895, 903 (Herbst 1532)
017 15;',5), 9311 (Die Michaelis 1532, die Worte selbst smd wohl
;twi spätir gesprochen), 951 (Ende 1532), 961 (1533), 96 (Lnde
1532 oder Anfang 1533), 977 (1533), 984, 985, 98v (Ende 1532), 006
0 534 oder 1535). 1020 und 1021 (Ende November 1532), 1068. 106.)
DfcemlKM. 153^ 1122, 1134, n:^7 ,En de 1 532), 1139 (1528 od^^^^
1520) 1179 1200. 1203 (Ende 1 532), 1235 (2S. Jan. lo33), 1237, 1248,
1262, 1263(Anfang l 533). l235--l282(WahrscheinHch vom 28 Jan
bis 12. Febr. 1533), 130O-1302 (Mitte Febr. 1.33), ^^^] (^^^
1412-1450 (Mai 1531). 1474 (Frühjahr oder Sommer lo32) 14.^0
^7. Juni 1532-7. Juni 1533), 1509 (ir>28) 1550 J^^ l-^?j)'
^555 (Sommer 1532). 1561 (O.Juni 1532).^ ^^^^(^?:^-^^
(1 535), 1582 (Ende 1 532 oder Anfang 1 533), 1.83 (1 o32 o91 (lo32)^
.597 (Ende 1532 oder Anfang 1533). ^^^00 ( ^'j^X 606
(Ende .luli 1532). 1607 (12. Juli i:>32), ^^ ^.n'',^''^
1600{15:'>^) 1612. 1613 (Spät-Sommer 1 .32), 1620(1.35), lo83
^4 End7l532l 1721-:i;28(1521 oder 1525V). Jflf i^haehs
1533) 1732 (1533 oder 1535V). 1765(1534), 181. (der Vorfall 1.31,
die Worte sind jedoch später gesprochen). 1835 (1534 oder 1.3o)
Vom August 1531 bis Februar 1533 lässt sich also ftlr die
0 Eb.nsu lallen a.ul. wohl .Üe audereu Gespräche, wo von Dürre die
Heae isl: n. I4s4, 14.2, im, 149., i:^:, LW, 15H., H196,in den .ommer U.2.
40
Gesprädie von n. 1 bis etwa 1400 eine bestinnnte ebronolo^iHche
Reihenfolge verfolgen, die bisweilen Jedoeb dureb später oder frliber
fallende unterbroeben wird. \'on n. 1400 an lässt sieb aber der ebro-
nologiscbe Faden nicbt unnnterbroeben weiter zieben. Die dann fol-
genden eolloquia geben wieder zeitlicb zurück und bezieben sieb,
ebenfalls mebrfacb dureb trübere oder später fallende unterbroebeu,
der Mebrzabl naeb wiederum auf das Jabr 15.'V2, jedocb aueb diese in
einer gewissen Reilienfolge bringend. Mit Keebt kann man daber
sagen, dass die Aufzeichnungen des Cordatus im grossen und gan-
zen der cbronologiscben Anordnung nicbt entbehren, die wohl
der Zeit entspricht, in welcher die Gespräche aus Luthers
Munde kamen.
Nach allem diesen lägst sich das Urteil über Cordatus
Aufzeichnungen dabin zusammenfassen: Die von einem Manne
wie Conrad Cordatus, dem treuesten Freunde Luthers, in
dessen Hause in der erwähnten Weise gemachten umfang-
reichen Aufzeichnungen können die grösste Glaubwürdigkeit
beanspruchen und enthalten neben manchem andern, was
neu ist, nicht allein sehr viele Worte Luthers, die bisher un-
bekannt w^aren^, sondern bieten auch als die ältesten der
vorhandenen Aufzeichnungen für den grösseren Teil der be-
kannten und gedruckten lateinischen und deutschen Tisch-
reden bis zum Jahre 15:^7 die von späteren Entstellungen
und Zusätzen freie ursprüngliche Fassung, so dass wir nun-
mehr mit ihrer Hülfe im Stande sind, in einem grossen Teile
der späteren Tischreden das zu erkennen, was Luther an-
gehört oder nicht. Sie sind daher ein höchst wertvolles Ma-
terial zur Vervollständigung des Bildes, das wir uns von
1) Als Abschnitte dieses Tagebuchs, die bisher nicht über-
lieferte Worte Luthers enthalten, dürften etwa 550—570 zu bezeich-
nensein. Einige von diesen als neu bezeichnete mögen immerhin
noch unter dem Wüste der späteren Tisch r. versteckt sein. Auf
den ersten 15 <> Seiten des Manu Scripts findet sich das meiste Neue.
Ganz natürlich, da Cordatus ja zuerst anfing Aufzeichnungen zu
machen und dies eine Zeit lang allein that. Die bisher nicht be-
kannten eolloquia pflegen oft gruppenweise aufzutreten. Als
neu mögen auf den ersten 200 Seiten der Handschrift folgende Ab-
schnitte hervorgehoben werden: n. 1-6, 14, 21, 25, 28, 29, :U, :r2, :i3, 51—53,
55—02, 64, 76, 80—85, 88, Ol, 97, 112, 113, 115—123, 129, 130, 133, 133«, 137—144,
154—157, 160—163, 106, 167, 172—177, 185, 186, 196, 197, 199—208, fast alle eolloquia
von n. 212—238, 253, 267, 268, 272—281 (mit Ausnahme von 27«; u. 277), 303-306,
312—319, 322—337, :<39 (mit Ausnahme der ersten Zeilen), 342, 354, 363, 364, 367,
368, 369, 380, 386, 388-391, 4(»0, 402, 403, 405, 407, 423, 424, 425, 437, 472, 476,
480, 490, 491, 499, 501, 504, 514, 515, 525, 527, 540, 543, 544, 547 flf.
41
dem gewaltigen Manne zu machen haben auf dessen
Schultern die grosse Bewegung des 16. Jahrhunderts und
ihre Entwicklung geruht bat. und eine höchst erfreu-
liche Ergänzung zu dem Tagebuche des Antonius Lau-
Wie ist es nun. kann man weiter fragen, gekommen, dass diese
wichtigen und umfangreichen Aufzeichnungen des Cordatus nicbt allem
bis auf den beutigen Tag haben unbekannt bleiben können . sondern
auch nicbt einmal mit irgend einer Silbe von anderen Tischgenossen
luthers die ebenfalls Aufzeichnungen machten, wie Lauterbach,
Mathesius ff.') erwähnt werden? Wie bat es ferner geschehen
können dass Männer wie Aurifaber. Stangwald, Selneccer,
Reben stuck. Kummer, so wie der Sammler und Zusammensteller
der Hall Handschrift, Cordatus Namen haben verschweigen können,
ohne auf ihn hinzuweisen, der doch mr einen grossen Teil des von
ihnen herausgegebenen Stoffes tbatsächliche Quelle sein
m n s s t e .
Die Antwort seheint ^or allem zu liegen in der lateinischen Vor-
rede Luthers zu den 1537 erschienenen ,conciuneulae amico cni-
dam praescriptae'i). die sich, und zwar wohl nicht ohne Grund,
vor diesem Tagebuche des Cordatus in der Zellerfelder Hdschr. im
Originale Luthers findet. In dieser praefatio, die auch Stangwald und
Förstemann und Bindseil ihrer Ausgabe der Tischreden Luthers haben
Vordrucken lassen, beklagt sich nämlich Luther bitter darüber, dass
die Wittenberger Freunde während seiner Krankheit m Schmalkalden
iene Predigten, die er nicht fWr den Druck bestimmt gehabt hätte,
sondern nur .snb coena et prandijs effudisse', veröffentlicht hätten.
Unwilliir protestiert er gegen dies Verfahren und ruft aus: ,rogo tamen
per Christum pios meos furcs. ne faciles sint ad edendum neque me
vivo nenue mortuo. si quid vel per insidias me vivo furati fuennt n.e-
arnm cogitationum vel me mortuo hal)uerint iam antea sih. comnium-
catum. Iterum rogo, so schliesst er, nt sine me nihil menn. edat ullus
araicus — hoc et charitas et iustitia requirit.'
Diese Worte Luthers wird sich Cordatus zu Herzen genonmien
nXur einmal l.cgegneii wir einer «pnr davon. Nach einer
Mit.eilung des Herrn Prof. Köstlin findet sich in dem Nürnberger Mam.scnpt des
Vei. Dietrich S. «i die Notiz: Cordatus exscripsit. Dies «t sich auf
n 22 dieses Tagebuches, wozu Veit Dietrich an der angegebenen Stelle eine Ural-
lele hat. Auch als (iesi-nichsgenosse wird Cordatus in den späteren lischr. selten
erwähnt. Vgl. z. B. Rebenstock I, 2si., Bindseil 11. 2iu, femer die Noten zu n. 1.(4.
378, 1406, 171(1. , .1 ■ 1 < !■»
2) Vgl. Festschrilt des Gymnas. zu Clausthal z. I.uth. Jui>. ». li.
42
haben. Er wird eben jener amieiis quidam sell»st gewesen sein, dem
dit' erwähnten eoneiunculae sub coena et prandio znr Unter-
weisung- mitgeteilt waren.*) Cordatus war es aueh vielleieht. der in
seinem Eifer für Luther jene Indiseretion. welehe diesen in Ilarniseh
braehte. beging. Hatte er wirklieli die Al>sieht gehal)t die von ihm
gesammelten eolloquia einmal später zu verört'entliehen . s«» wird er
naeh Euthers lltickkehr aus Sehmalkalden grlindlieii davon zurück-
•rekommen sein, und als im Mai l.").'^7 der Uuf naeh Eisleben an ihn
erging, hat er höehst wahrseheinlieh in aller Eile seine umfangreichen
Aufzeichnungen zusammengestellt und geordnet. Luther schenkte ihm
dann das Original der erwähnten praefatio dazu, die er. als er die
Zellerfelder Hdschr. von kundiger Hand hatte anfeiügen lassen, seinen
Aufzeichnungen als warnendes momento vorangehen liess. Er ist also
mit seinen Erben den dringenden Bitten Luthers gereciit geworden.
Er hat seine Aufzeichnungen weder selbst herausgegeben noch andern
zur Benutzung überlassen und somit im (iegensatze zu andern Freun-
den Luthers eine heilige Ptiicht gegen diesen erfüllt. Auch tür die
Zeit nach seinem Tode oder für sonst unvorhergesehene Fälle will er
sich sichern: „Qui me invito hec describit, tantum tali animo
describat. quali ego simplici ac candido" ruft er n. L^:i • aus
und deutet damit ausdrücklich aut die Mr>glichkeit hin. dass einmal
der Fall eintreten könnte, dass jemand seine Autzcichnuugeu wider
seinen Willen, aber ohne dass er es zu verhindern im Stande sei,
abzuschreiben Oelegenheit habe. Als teures Andenken wird seine
Samndung in seiner Familie später aufbewahrt sein, als stete Erinnerung
au den Mann, dessen Grösse schon die Mitwelt erkannte, so dass eine
Reihe von ernsten und gelehrten Männern sich gedrungen fühlte jedes aus
seinem Munde gekommene Wort nach den Worten Christi: , Sammelt die
übrigen Brocken, auf dass nichts umkomme ^ durch Aufzeichnung den
nachfolgenden Geschlechtern zu erhalten.
Dem gegenüber muss es nun aber wunderi)ar erscheinen, dass
gleichwohl so vieles von den Aufzeichnungen des Gordatus in die
s])äteren Tischreden übergegangen ist. Wir stehen hier doch vor einer
nackten Thatsache. nändich der. dass wir sagen müssen, die Haupt-
([uelle für die älteren Teile der lateinischen und deutschen
Tischt, ist Cordatus.
Wie ist der Widerspruch zu lösen." Eine direkte Benutzung
1) Vgl. oben die Note, welche Mitteihnigeii über «las Berliner Mauuscript
der von Sebastian Redlich angefertigten Alisehr. einer risdiredensanmilung des
Cordatus bringt, wo es heisst: „Conradus Cordatus ad D. M. Lutherum:
Keverendissiuie Domine pater, Lhehret mich Ein kiirtze weise zu
predigen I
43
des Zellerfelder Manuscr. hat niemals stattgefunden. Cordatus und
seine Erben haben — das wird aus dem Obigen klar sein — die
lldschr. anderen zur Benutzung nicht Uberiassen. Wäre dies geschehen,
so würde doch sicher einer der späteren Herausgeber lutherscher
Tischr. Cordatus als Quelle genannt haben. Ferner wäre es doch
unbegreiflich, wie einem solchen Herausgeber r,5(i — 570
zum Teil sehr interessante und wertvolle eolloquia. die
bisher noch nicht überlieferte Worte Luthers enthalten, von
denen sich auf den ersten 200 Seiten der Hdschr. fast 200 finden,
hätten entgehen sollen, abgesehen von den sonstigen so sehr erheb-
lichen und zahlreichen Abweichungen, die die späteren Tischr. bei
gemeinsam vorhandenen c(dloquiis im Veriiältnis zu Cordatus zeigen.
Wohl kann aber Cordatus als eine i n d i r e k t e Q u e 1 1 e für die älteren
Teile der späteren Tischreden betrachtet werden. Er sagt ja n. 133^ „imo
viam alijs feci. quod idem auderent, maxime Vitus Theodoricus
et Joannes Turbicida etc." Cordatus hat also zuerst und eine
Zeit lang allein, dann in Gemeinschaft mit anderen Aufzeich-
nungen gemacht. Unter diesen waren Veit Dietrich und J oh. Schlag-
inhaufen, deren Aufzeichnungen Cordatus nach n. 133- mit den seinigen
vereinigt zu haben hofft. Von den Aufzeichnungen des letzteren wissen
wir so gut wie nichts, desto mehr aber von den bereits öfters genannten
Aufzeichnungen Veit Dietrichs. Dieser sowohl wie Turbicida und auch
andere, die Cordatus nicht mitkamen nennt, haben also eben-
falls Aufzeichnungen über Luther, und zwar zugleich mit Cor-
datus gemacht. Denn sonst könnte es n. 133=^ nicht heissen: ..nunc
nemo nos imitatur". Aus den Aufzeichnungen dieser Männer, die vieles
mit Cordatus zugleich aus Luthers Munde hörten und aufzeichneten, ist
dann ein irrosser Teil — von Veit Dietrichs Aufzeichnungen
wissen wir dies gewiss, in die lateinischen und deutschen Tischr.
unter starken Aenderungen übergegangen. Unter ihnen muss sich auch
jemand befunden haben, der ebenfalls zugleich mit Cordatus. wenn auch
wohl seltener. Autzeichnungen machte, die Kummer dann später, o hne
V i e 1 d a r a n z u ä u d c r n . in seine Sammlung aufnahm. 8o kann man
also Cordatus in seiner ursprünglichen Fassung sehr wohl als eine
i n d i r e k t e Q u e 1 1 e tÜr die älteren 'J^eile der späteren Tischreden
ansehen. • i , •
Es erübrigt noch der (irundsätze zu gedenken, die mich bei
der Herausgabe dieses Tagebuches geleitet haben. Der Text ist.
wie üblich, mit seinen Fehlern abgedruckt. Die Emendaticmen und
Emendationsversuche sind in den Noten mitgeteilt. Die einzelnen Al>-
schnitte des Textes sind aus jn-aktischeu Kücksichten mit fortlaufenden
Nummern versehen. Stillschweigende Verbesserungen habe ich
nur dann im Texte vorgenommen, wenn es sich um so geringfügige
44
Versehen handelte, dass deren Constatieruu^- und Verhe^iserun^- keinen
Wert hatte. Eigennamen und soh^he Wörter, durch welche im
allgemeinen ein Hinweis auf den Inhalt des Ahschnittes gegehen
wird, sind gesperrt gedruckt. Ebenso ist die oft willkürliche Inter-
y)unktiou da, wo sie falsch war oder zu Missverstanduissen Ver-
anlassung geben konnte, beriditigt worden. Die zahUosen C«»m pen-
dien sind meistens aufgelöst. Nur da habe ich sie im 'l^exte beibe-
halten, wo sie seltener und ungewöhnlicher waren i)der unter rmständen
auch eine andere Auflösung als die von mir gegebene zulassen konnten.
An der Orthographie habe ich nicht gerüttelt. Auch wenn sie
unrichtig war. mir aber etwas Charakteristisches zu enthalten schien,
wie z.B. die Schreibart A b s o l o n . Amnion etc., habe ich es nicht
t^r nötig gehalten darüber in den Noten etwas mitzuteilen. Endlich
ist im lateinischen Texte nicht selten bei WiJrtern. die nicht nomina
propria sind, ein kleiner AnfangsbucliHtabe gebraucht worden, wo der
Schreiber des Manu8cri])ts sich mitten im Satze eines grossen Anfang-
buchstabens, der den Leser nur zu stören geeignet sein würde, ohne
allen ersieh tlichen G rund liedient hat.
Was dann den Commentar betritlt, so halte ich mich im all-
gemeinen bemüht alles zu erklären, was der Erklärung bedürftig zu
sein schien. Vielleicht bin ich darin etwas zu weit gegangen. Allein
manche Note wird für den, welcher auf diesem (Gebiete nicht Fach-
mann ist, von Wert sein, sei es auch nur um dem oft schwierigen
Verständnis zu Hülfe zu kommen. Manches wird ja in den heutigen
Commentaren, was wirklieh der Erklärung bedürftig ist, kluger Weise
dem Leser ttberiassen. manche andere Erklärungen werden ftlr unnötig
gehalten, weil der betreffende Kritiker dieselbe Erklärung aufgestellt
haben würde und daher der Ansicht ist. sie sei selbstverständlich.
Ob indessen ein solches Verftihren das richtige ist, steht dahin.
Ich weiss nun sehr wohl, dass ich mit meinen Erklärungen nicht
immer das Richtige getroffen habe. Manche Stelle wird vi^riäutig ül»er-
haui»t dunkel bleiben. Allein man möge auch bedenken, unter welchen
Umständen dieses Buch herausgegeben ist. Es ist wahriich keine
Kleinigkeit neben ziemlich umfangreichen Amtsgeschäften, die nicht
vernachlässigt werden dürfen, J a h r e l a n g o h n e i r g e n d e i n e E n t -
lastung und ohne im Zusaramenha nge arbeiten zu können ein
derartiges Buch zu vollenden. Dazu kommt, dass es schwierig war
am hiesigen Orte die nötige Litteratur zu beschaffen, (rlücklicherweise
bot die Calvoeriana manches Wertvolle, (ileichwohl hal»e ich Wichtiges
nur unvollständig oder vorübergehend benutzen können wie z. B. das
Corpus Kef. und die Lutheri)riefe von de Wette und Seidemann. Ueber-
haupt war die Arbeit an sich mit grossen Schwierigkeiten verknUpft,
45
die teils dadurch eriud.t wurden, dass manches, besonders Theologisches^
eist der Vori>ereitung meinerseits bedurite. teils dadurch, dass es auf
diesem Gebiete wenig Vorari)eiten gab. , . r. i
SchliessUd. drängt es mich alle« denjeuigeu menen besten Dank
/u sagen, die miel, bei der Herausgabe des Cordatus mit Rat und
That unterstützt haben, insbesondere meinem hiesigen Collegen Herrn
Ober ehrer Dr. Polieh ftlr bereitwilligst geleistete HUlfe be. der
Korrektur der Druckbogen und ftlr viele wertvolle sachliche Bemerkungen,
^er^r 1 Verwaltungen und Vorständen der f entUehen «.eke„
,„(iöttingen,Halle,Berlin,WernigerodeundWolfenbUttel,
5 „lerrn Superintendenten Meyer in Burgdorf und « rosse m
iarkoldendorf, sowie den Herren Professoren K*>« - - Halle
Kawerau in Magdeburg und Wagenmann '" f »"'"f ^"' ^^
Herrpastor Frantz in Capelle bei Zörbig und dem Herrn Geh.
Srat Prof. ür. Mejer, dem jetzigen Praesidenten des Landeskon-
'^'''1;:it';"rgr ^dieses Buch der Oeffentliehkeit mit dem he..
,i..hen Wunsche, dass es dazu beitragen m»ge das Andenken an d n
Mann wach zu halten .aus dessen grossem He«eu e,ne milc von
Segen in das Leben seiner Nation eingeströmt ist'.
Clausthal am Morgen des Sedantages 1885.
H. Wrampelmejer.
Verzeichnis der am meisten benntzten Werke.
1. Allgemeiue ileutsebe Biogra]>liie. Kxeiiiplar der ObtMberg-
amtsbibliothek /u Cbiustbal.
2. Biblia sacra vuljj;. editioiiis ed. Leander van Kss. Tübinj^en
1824.
8. Brant, Seb. Narrenschiff, beransj?. von Zarneke. Leiijzi^ 1854.
4. Bttehmann. Geflügelte Worte. XI. Aufl. Berlin 1879.
5. Büchner. Biblische Keal und Verbal-Handcoucordanz. (i. Aufl.
Halle 1840.
6. Cordatus, Conrad. Auslegung der Evangelien an Sonntagen fl'.
Sampt einer Vorrede Phil. Melanth. Nürnberg 1554. 2. B. Kacui-
plar der Ilerzogl. Bibliothek in Woltenbüttel.
7. Cordatus. Ursache, warunib Vngam verstört ist und jetzt ( bestreich
bekriegt wird. Zwickau 1520. Exemplar der Herzogl. Bibliothek
zu Wolfenbüttel.
8. Corpus Keforniatoruni ed. Bretsch neide r. Malis Sax. 18^»4 sq.
9. Dietz. Wörterbuch zu Dr. Mart. Luthers deutschen Schritten. P». \.
Leipzig 1870.
10. Du Cange. Glossarium ad scriptores mediae et inrtniae latinitatis.
Francofurti ad M(^enuni 1710. Exemplar der Calvoeriana.
11. Desid. Erasrai colloquia. Amstedolani apud Westenios. Ohne
Jahreszahl. In meinem Besitz.
12. Evers. Katholisch oder protestantisch. 3. Aufl. llildesheini 1881.
13. Förstemann. Neues Urkundenbuch zur Geschichte der evangel.
Kirchenreformation. Hamburg 1842.
14. Götze. XIV. Jahresbericht des Altmärk. Vereins tlir vaterländische
Geschichte fl'. Salzwedel 1864.
15. Götzinger. Keallexikon der deutschen Altertümer. 1. Auflage.
Leipzig 1881.
16. Heinsius. Volkstbümliches Wrn-terbncli der deutschen Sprache.
Hannover 1818.
47
Herbst. Kncyclo])ädie der neueren Geschichte, Lief I— XXV,
(;otha 1880 s(i.
Herzog und Plitt. Keal-Encvclopädie für protest. Theologie,
lloffmanu von Kallersleben. Gesch. des deutschen Kirchen-
liedes. 3. Ausg. Hannover 1861.
Janssen. Gesch. des deutschen Volkes seit Ausgang des Mittel-
alters. B. 1— IV. Freiberg 1876— 1885.
Koldc. Martin Luther. Eine Biographie. 1883.
Koldc. Analccta Lutherana. Gotha 1883.
Köstlin. Martin Luther. Sein Leben und seine Schriften. 2. B.
2. Aufl. Hlbcrfeld 1883.
Köstlin. Luthers Leben. Mit Illustrationen.
Kummer. Tischreden Luthers, herausgegeben v. Seidemann in
den Noten zu Lauterbachs Tagebuch.
Kurtz. Lelu-buch der Kirchengeschichte. Mitau 1868.
Lauterbach, Ant. Tagebuch auf das Jahr 153S. herausgegeben
V. Seidemann. Dresden 1872.
Liliencron. Die bist. V(dkslieder der Deutscheu vom 13. bis 16.
Jahrb. Leipzig 1867.
Luther Briefe, herausgegeben von de Wette und Seidemann.
H. 1__V. 1825—1826. B. VI v. Seidemann 1856.
Luthers Werke, lierausg. von AValch. Halle 1739—1750. 24 B.
Exemplar der Calvoeriana.
Luther, Deutsche Tischreden, herausg. von Förstemann und
Bindseil. Abt. 1-lV. Leipzig 1844, 1846. Berlin 1848.
Lutheri collocpiia latina ed. Bindseil, l— 111. Nach der hall.
Handscbrift herausg. Lemgoviae et Detmoldiae 1863— 186().
Lutheri colloquia lat. ed. Kebenstock. IL B. Francc^furti ad
Moen. 1571. Fxemplar der (U'äfl. Bibliothek zu Wernigerode.
Luthers Werke. Francfurt und Erlangen. ♦i7 B. Deutsche Tischr.
B. 57—62.
Luther. Hpera lat. In der Erlangen-Francf Ausgabe.
Mathesius. Von des Ehrwürdigen in Gott Seligen fl'. I. Predigt,
2. ft*. Nürnberg 15(»7.
MülL'r und Zarncke. Mittelhochdeutsches Wörterbuch, l -IIL
Leipzig 1863.
Mvconius. lief Gesch., herausg. von Cyprmn. (iotha 17L).
Kanke. Deutsche Geschichte im Zeitalter der Keformatiim. 6. B.
4. Aufl. Leipzig 1867.
40. Schleusner. Luther als Dichter. Eine Jubiläumsgabe. Witten-
berg 1883.
4L Schmeller. Bairis.dies Wörterimch. 1 -IV. Stuttgart und Tübingen
1827-1837.
17.
18.
10.
20.
21.
22.
24.
25.
2r).
27.
2S.
29.
36.
31.
3:;.
:;l
35.
:\{\.
:;7.
38.
39.
48
42. Seckendorf. Historia Lutheranismi. Lip^. 1694. Kxemplar der
Calvoeriana.
43. Sleidani de statu Rel. et Rep. Carolo qiiinto iiiip. Commentarii.
Franeof. ad M. 1568. Exemplar der Calvoenana.
44. Wackernagel. Das dentsclie Kirclieiilied.
45. Weigand. Deutsches Wörterbuch. II. H. Giessen 1878.
46. Zeitschrift des Harz-Vereins für Gesch. und Altert.
XIV. Jahrgang.
47. Zinkgret. Apophthegmata. Leipzig 1603. Exemplar der Cal-
voeriana.
Ausserdem sind benutzt worden Kaumers Gesch. der Pädagogik,
Menzel, Gesch. der deutschen Dicht., die Litt. Gesch. von Wacker-
nagel, der Grundrisj^ zur Gesch. der deutschen Dicht, von G ödecke.
das Universallexikon von Zedier, sowie das Gelehrtenlexikon von
J ö c h e r.
Motto: Porro qni nie iuviln hec describit.
lanlnm tali auinio (fcscrihnt, quali
cqo simplici nc candldo, et landet
mecum rerba Luther i magis quam
A pol Unis miracula, Verha inquam
nnn iantum illa seria et fheologicu,
reru}?> eliam in spetiem ludrica et
U'l'ifl. Cortlatus Ta««'buch p. •"»:>.
1.
111 (hinndn Dens verlmm suuiu ])redicnt. addit rem. ut verlmm
iiitclli'-Mtm-.'volut cum i^riMlicat cruccm so(iui verbum. Idc statim i)ost
aiiditirm vcrln crncom cxiK'riuntur pi.j. Ita i)raedicata hde et qmHl
iidom belli tVnctus s(M,uaiitiir. iicri imii p(>test. ut tide qms lustus sit et
1,,,, ..KM-a i.on laciat s„(. temiM.ro. Et nisi hec tiorot. yerbuii. Dei
nemo intelli-erct. t'actiim «Miim vcre exinmit verlmm. Hoc vult ( hristus
„iiinii dicit«). IkM« di\i vnbis. iit cum t'actmn tuent civdatis.
1) .loli i:{. \\K vcrirl. Ki. i. I>1- A. r>T. 7<;. p. «i:{s ,i. M.
IM-acccptoivm (i[\u>i\ tamcii lÜMMitcr vclU^m) imn fccit Dens, sed
vult Oratoivm.
o
• ».
Oiimia ncccata spiritualia imiu'tuiit saiictiiicationem noimms Dei.
ut <iM i.utct sc cohMV Dcum Saiictus, (|ui in vaiia reb-Kmc agit aut
n]KM-atur sccun.lum traditioucs bomiiium. aut qui lalsum luramento per
iLmmii cuntiniiat. aut qui per vcrba Sathaiiac talsa d<»ccus lactet et
iuivt sc vciitatcm hei doccrc. i*cccata autcm coipoialia mm sie, Latro
eiiim occiibMis. aut hi\uri<»sus aduitcraiis. mm sie i>cccat. sed sequitur
sciisum caniis suac.
11 Vfint v:in:ic Itcli^'ion es, ('acroinoin:\c traaitioiics - inra-
uiriita .lortriiia lalsa ).. r.T.. ,1. M.. ^^o sirl. ^\vsr\hru (;,Ml:u.Ueii m al.NVOicheu-
iU'Y ronii liinlt'ii.
4.
|->| Futuram ma-nam «mniium ivrum esse mutatiimem certum
est (luT.tics cxplost» aut'vitiat.» ad aliquod tcmpus verlio. ipsum verbum
rursus pracdicatur. \ ch.ti cum libcrarcutur Judci cai^tivitatc Habi-
Ini.ica! scquuta est Moiiarchiae liabilonieae mutatm et vastatio. l rae-
dieatu ex Si.Hi Euai.-elio. penjt llierusalem. Womae praedicato
verbo Dei. Iloina cessavit esse Koma. (,)uiil aliml liabeiit exs]iectare
(Jermani audieiites et coiitemueiites verbum l)ei')V
II Kinc alte Ihm.l liat als K'aii.DHMucrkiinir liln/uircliiirt: proplietia. M»-
wcirluMid KrI. A. «i<>. IC..'..
1
Papa etiaiu prucUMis esse eossavit. SUiltiri.M cimii ost. (juod usijuc
adlmc si.etio ivli-ioiiis tentat doeiiuMV. m"«»»»' lioinnifs mltdli-nnt im-
imsturaiii^) esse Satauae. Vi h'utMUs staluli.v n-iimii snnii. sniiilis
est stulticia. (ini:i hoc iioii puterit.-)
1) Ht'tru^s riiiischim--. 2) Vi;*!, i). «-''^ «l. M.
Leetione mniisit verlMnu in i»a])ntu. nm, pi'Medicatioue In su--
-estis euim seinper textns iMian-elij .vritatns est. .,«•;. Hi:m. n;;'";"!'-
salvos l'actus') esse eertiiiii i^st ndest eiiini s:uiHii> ) n erln. L li nsl i •)
vivitieans illud. quum vidt et in i\\h^ vnlt»)
1) Lies Factos. 2) I.irs Spiritus sauHiis. :5) .Inli. r,. iH. i Cor. ... r..
4) Vj^cl. i). OH'.Ml. M.
7.
|:»>1 NuuKiuaia iiia-is audax in mundiun veiiit mmm.ii est prardicMtin
l>'Uili' niia Mosen töUit. id est le-ein \)v\ nln-u-at -i. M'i^d id:me
nihil aliud est iiniun i.uliti.na \)v\ et reli-innem tnih-n- ^nus MUteui
vationalis lionio eliuaininitrr l.oe ferat.^ Hin. nri.lKn.tnr l'an lu pcMpetuae
(Mmtentiones cum .1 ndeis >). hinc (,u<M,ue lactun. est. M"nil 1 aulus n.aic
audivit a pseu(h.i»n>phetis. et CnUatMe hnc causn nU cm ducpti sun
et t(»ta Asia. ((uin et i])so niortuo male audnit nlu,unmdHi. qund saepe
in (MirisostiMu«)^) le.iritur.
1) V-1 n f.:'.^» a. M.. wo (•> lu'isst: uulla uiiMnani iu n.iiH(lm.i vnuT ni:}-is
vchcH»cHs A H ulax pranlir:itio M.ia.u Pauli, m<i:i s.mA vi.lctur ^;»)'-''';/''";;;"» »l'* ' ";;
. rdi..i.mcu. ctr. ii.rna.l. wiinlc iu. olu-rn Al.>at/..' i.rac<liratio hrs>;- im.hi
vVni 7u sti'lK'U M.in VlcI /u .li.-s.'u. uu^l .Uli tol,uvu.U«u Al.s,.i/.rn auri, Kri^ \. -v
i:- ' U u s 11 ■ -i) l'.^-r .lic (onriirt. .l.s Apo>t.l> Paulus um ^h'- Munrr-
Xmciuäc u .Icrusalcn. s(»wic um au.lrru Uiriuasiatisrlu-u (.nurnulru nuI. Ku./
^tuuiiuu 1";*'" ^ . ^ ^.j , ,j^ 1) . o I. ( ir\si»st»»Uiu>. -rl».
nui :UT /u Aiitio.-l.ia. :!'.»7 l'atriard. n.mi ('oustautiuoiM'l. uvst. Kh.
Si Moses nun ahle-asset se ipsum ah ulticiM sun Deute: isi)
Snseitahit Dens prophetam. hunc audies. .,'ii^ unMuam pntuissct aut
dehuisset etiam cre<lere Kuaniivlio.^ Hin.- nrta est ma.^n.t.ca accusalio
Steft'ani \ct. »*.. quae ma-num mhur liahet a|.u.l nmnes Ju.laeos.
Vudivimus (inquiunt) verha cnntumeliosa cnntra Mosen et )eum
iusmn-i) Item adversus h»cum sanctuui et Le-em adsersus mshtuta.
(not ine numerant articdns tidci. cnnt.a m"'«;^ t,;st.l.cantur peccasse
Stertanum.^ Nee vane iln\i\vu^. visus est en.m hu,i.i adsersus Deum et
(unnem sanctitatem Le-is. Lnei. eeren.uniarujn. personaium etc.-)
n Deut 1- i:. 1) A.-t. «;. 1:5. :;) Virl. llrluMisto.k 1. 'ish: iu prarsrutia
Doc-tors roiiraa'i Coraati M. I. muita Wirol.at .Ir al.ro.txat.our l,-.s ,..-,( hr.stuu,
recitaus loiuu» IJoui. *^.
M
III IVedieare. necessitate salutis nun esse servandam le-em
perinde sunt Juteis. at^ue lueris ( M.ristia nis « ). >^\ i^m>^ VV'm^<\u'^^\
Christuin n«m esse apium Dei .|ui toliit peccata mumli.
3
,) Iu aicsrr Koru. siuulos. Da os p. «141 .1. M. hcisst: 1a-vui nou mstiticarc,
.M.rin.lc est .lu.lacis at.pu' uohis rssct, si .piis ti (c-at), Clir.stuui noii esse aouum dei
<! a ilru -r . ic spät. 'reu dcuts.hcu TisH.nMlcu (Krl. A. :>s. 2T(>) Foloeiulcs uctPii:
h; pv ..cu uu l Ichn-u. .lass .las (:..s..t/. l.alt.-u s.-i ni.-ht mU.j,^ .ur hcl.gkcM .
wr .' U-r.lu.l.'U -Ici.-h so vi.-l uu.l s., .mu <;toss.t (;r:iu.;l /u lu.r.^u als wo u
^i; -r l.ci ;i.",(hrist..u pr.Mli^t.. uu.l sa^t.;. Christus wiir.. im-l.t (jom^s ^^^^^:J^
,U.r W.'lt Siiu.lc trii-t. s.» Nvir.l aali.'r /u Icseu s.'m: at.pu' tucriut (m-. illa Ncrba)
Clü'istiauis.
10.
r-uilus liheiam Le-is ohsenantiam t'erre iM»sset aeipianiiniter.
at h..c aeuue nnlchant .1 u'dei. ut nunc Papistae. qui modis »mmdnis
v.dunt caevenn.nias suas servari np.u'tere al) e.» (pu salvus vult esse.
ideo ut Judei. ita ]u'nhunt Painstae.M
1) Vjrl. 1». 041 .1. M. Krl. A. :>S. 2T«i.
11.
Privatus si Christianus es, ne irascaris ullo ') liominj. Iva euim
ovh.n-t Ins weltlich Pe-iment. nicht in Kuan-eliJ oder eins emsameu
Christen lehen.
1) l'iir Ulli.
Die EysentVessei-n audaces sunt blas]diemando. mm viriliter
audemlo.
h Kiu Pralil.r. .l.-r -Ici.'l.saui Kiscn /u iVcsscn v..ro:icht. ein si.-li selbst vor
a.u. Ii!il.;.s;:.u ui..l.t 's.h..ucu.l..r Kric,.M-. \vi. «la st.-hct "h'-pn.. « . .vr uu eyu
ll'UI Marl.'ST.' U.MI ^.lUll.inn 1 ixiHf^'i. ' r^' • ," • , ^ , .,1 „"i
Vscu rr..ss..r ist, .l.r lu-yss.. ylnu .an.. s..hartt..u. Das amler t..vl wulUcr .1.
I.vn.l. pr.M»lu't.-u I-VJ:. Ilji» Au.l.iv It.'l.-st.'ll.u 1mm Du-t/ p. o2.i.
vx
(Mnistianus duplici .»hedientia li-atur. Dei et sui Prineipis
vi illae duae ..hedhMitiae mm s..lvuntur nisi (piamh» imnceps mandat
,,„.mI c.udra Deum esl . tamen emn') maiiis ..hedicndum est Ueo
(piam hominj.
I) i/us t u ui .'i s.-. Cluistian.».
14.
\:A \i\vn Kuan-elic.s amlio lactos esse sp<Misos nostros et
s;pnnsas. ut dedi-nentur veteri nmdo ..Itam ') üare Sehora ribus-).
i/U.n pna'ect.. id instituam, ut nini nmirahentes ventun sint in templum
nihil I.is eantetur. .pinm D du armer Judas:^), ipsi didicerunt ade<.
lilKM-i esse, ut m.s soh»s co-ant per «unnia servire eis. piuTo ipsi nee
„nun. ulmlum Nulunt mdns dare. Inm <\n'AC ahs^ue et sine iis hahemus
n„n lavent n<.his. Das ist au.di recht, den sie müssen die leuthe nicht
sein, die \ ns nuudden lohnen,
I, |;i.s.M. ••) l.i.'s S,.|.olaril.us. :•.) Di.« Aulau-sw.^rt.' .les M»^enain,tou
.|...hJli.:il-s. ;,l. llomuauu ^. rall.M-sl..l...u. Ccs.-l.. .1. ;'V!'^-''-. J-'^'td":
;; Ausu-. S. 'IMK Wa.-U.rua-.'l . .las .l.M.ts.-lu' KuvIum.IumI II . p. 4^^. Du MnU^
stroplu- laut.'t: , . . «i. „
i) Du aruuM- .lu.las. was liastu ^cthou.
Dms .Iu .l.-iu.Mi ll.M-r.Mi als.. v.M-ratluu hast!
Daruuil» uiustu I.m.I.mi iu .I.m* ll.'ll*' pciu.
Lu.itVrs geselle uuistii ewig sciu.
Kirie elcysou.
•>
Am Sc-hliisst' seiner St-lirift _\\i(lcr Hans \V«.rM- IMl übcrtrii^^t Lutlu-r d'u'st'
Strophe .'Ulf dt'ii HiTzou- Ik'inrlcli v. liraimscliucij-- W. A)v\ annc .Imlas" s,liuii
bei W(»ltVaiü v. KsdicnlKuli. I'aivival -il!». 2:.. V-l. aiuli d\v Kclrnsart ..IriiiamU'Ui
den .Imlas siuj^L'U". Historie v. Dr. .loli. Fausten Franktiirt i:>TT. \t. II, ilit.
15.
IndiiiiiuMi e^se iiuiuiunt Aualjaptistiic IntMutein puonnn luipti-
zari. (luoil nun credat. «|iiasi veic scMiuoretur l)i<;imiii esse l{a]>tisiiM»
illiiui, (|ui credit et lidein liahet. An lioe iioii esset ra]»en' (|m»d Dei
estV Scdus enim Dens est ((ni Ijapti/at. nun eri^o i;ratis haptizat. sed ])ee-
eatorem P>a])tisnii indi^nnni haptisat '). hno di-nnni danniatione hapti-
zat, l<;-itnr (pii nun \ nlt enare ant deeijn ne dieat se l)a])tizatniii esse,
qnod erediderit. Sed de iioe «^-lorietni-. |r)| (jnod ipsiiis Dei inanilnis sit
ba]>tizatns. Sin en])i\eris rehaidisari V Ne«;as te a Den liaptisatnn» esse.
(in(»d inipnne non t'eret Dens, eiiins (•])ns tn Innno initnni taeis. .Inssit
enini in nomine eins IJaptisnii.-)
1) Hier lind zwiiiiial ,n-e^en Knde des AUsat/es ltai»tlsare tiir haptizare.
V"-l. auch den tolii". Ahs. -) Man »Twartet: in nomine siio liaptizari. \ ^'I. Krl.
A. .')7, CT, p. 641 d. M.
llaee aperta verlm. liaptisate onines -entes. item mandatiim
Christi, et ad liee dno aeeedens exempliim Keelesiae. (piae intantcs
ultra nulle annos baptizavit. nrüvnt me. ne illo modo credam Ana-
ba])tistis. nee sinnnt nt rebaptizer.')
1) v}j;l. Krl. A ")T, t»7.
17.
Baptismnm esse o])«»rtet. nlMenn((ne snnt (Miristiani. et (Miristiani
sunt, ubi est Baptismus. ()i)us enim suum non patitur Dens inane esse
et sine (mini tVuetu, Si enim pluvia in (N^elo sine tVuetii non v^\. ipiar
eorp(n-alis res est. et quam dens passim eadere sinit super onines liomines
(luomodo sine t'ruetu erunt Saeramenta. (piae ordinavit et instituit \)v\\s
lilijs suis, (pios san«;uine (Miristi «iviieravitV Saeramenta. liibliam. eertas
eaeremonias (liristianorum etiam inter liaeretieos esse oportet, qui volimt
ferre seu voeare nomine') dominj. Sine Ulis (piidem nemo, ne nomiiu'
((uidein est |7| in ])opul«» Dei. nee vere ne(|ue seenmlum spctiem. Talsa
lides est o]ms hominum. ij;itur est sine bonis iVuetibus. At licbs vera
(piae est o])US Dei immediate-), sine bonis operilms esse non potest. bleo
wo <'-ott die Tanrte lest stehen, et pracdieari Kuan-eliiHi, haec non
redibunt vaeua.
1) (jui noliiuT l'erre seil \ oeare noinen domiiii".-' \'ul. Krl. A. .*iT. (1^.
2) Innnediatiiin V
IS.
Quod Dens mandavit (ut ])raedieare, liaptizare. panem darc do-
minieum) das ist nicht unser werck. et nos ea non lacimus.')
1) Vui. Erl. A. 57, r,»^.
19.
Wir müssen vns Halten wie (iott. i\\\\ perdiditM et profmidit
omnia. perdit coclum. terram. aurum. ariicntum Irumenta. Kt solem
suum sinit oriri super bonos es mah»s^ quorum semper maior numerus
tuit quam bonorum.
I) IVnlitV
Non putassem ju-imos meos ccnnmentarios ad Oallatas') adeo
iulinni^s esse. O sie tau-en nvmer pro Ikk- seciüo. l'uerunt tantum pnma
lucta mea contra üduciam operum.
I) VorUsun-en üUer den (JalaterUrief seit 1M(;, ^^'^^^}''^:'\'^^,''^'^^-
in Fpi.t ad(;alatas |:.P.i. weitere Vi.rlesunn-en iil.er denselben l>rlct^V inter |...U-lo.iA
zweite .\nsi;-al.e desselben bV^"». V;:l. Krl. A. ös^ :ib2.
•J1
Sera experientia est e\ lon-o temporis almsu.
peiisi habens nuiuiuam i»erveuit ad experientiam.
et animus nihil
O)
ISl De ^iiii \uiial.tac') .li.-cliMt^i. Sc oaiii i>luiis (Inccre (|n:nii
totnni Fii.iu-iMc icuimih cf iMniiiiMtionou. Vonet.nu.ii. pnmo (|.k.,1
.l.,„,. ri .latM ..ss..t.llla l^ma D.'i .Mratnra a Uco U 'i;.^«' '■'"•^";; ">-
aliis „luliorilMis >,. qi.a.n in ... inv.'i.in.ntnr. Torti.. al.umlo sat .•aiissarum
in oa .■SS... ..t aiiian.tnr. .lun.l li.l.'u. n.m tranjr.'ivt th..n. Doin.lo .|n.i.l
Mat.-i- .•ss.-t. .'t talis ,,ui.UM... .|iia.. .-it.. .Mm.Mi.oivt. et paieret .-ito etc..
i,„Mlia si s,.la inaritns sä.')»' .•„„t...ai.la.vt.u-. 1a.;ile sui.en.tur.nn N.tanac
.lisei.lia.''!. .,nae |ilcnniMiiie .■lli.-erot inter Coiijujres.»)
A,, 1. 2,'l; l'.l,. l-n,' ,.. 1) l.i-s .lis..i,lh. ■ r.) l.i,. Worte v.„,: ,,"'"1 h.l..n. - - pureret
eito fehlen in den spiiteren Tiseliretlen iranz.
2:;.
hnpiis onmis creatura est a]>erta pariter et abscoiidita. Es^
„in, .1., onmem creaturanr^). ut^'O Asino est Kos marimie\) ad manden-
„,n objectus. Putat enim se toenum mandere. Kst etiam /^^^^ ;\r^^^^^^^^^^^
uia vident eam. AbsciUidita vero. quia non coiitemidaiitur m Cuatuia
ereatorem.
n Kies .-is, v-l. die fol-enden Worte. 2) se. dieebat (Kuther). :\) Lies ut si.
\) Kies Kos niarinus. Vi,d. Krl, A. ö7, 1.^1.
ei
d
21.
101 Knsticis omnibus sum inimicissimus. quia cum sedeant in
,,,, ,',;. ;,.dietionis Dei. et minimas auf nuUas habc^mt ^-'^^^^^ V^-
,.,„,11 in onmilMis et maximis peccatis versantur. :^laiiistiatum xuo
Pin 1 dili.at etiam peccantem. quum ij qu praesunt coacti et
! ... irio saepe peccant. ac tanto maius ac saeptus (pianto in mapue
snnOiäJristratu ^(.Milari sive ecclesiasticoV Porr<» Tyranm Satanae
sunt in terra vicarij.
ii:..
8i in MinistiMio Doi t't coniu^^io iion rssmi ;»l»iiviii. «|Un Imnio
nesciret nie venissc. Tarturns nutcni csscni hoc ]\v;\v im. et iin|»ntii')iti;i
adversus ing-ratnni ninnduni. nniiiduni lM;;itmiis. Non proptcr iiIIm
pen'fita carnnlia. Dninil» icli nicht ein Dreck wnlt ::cl»en. sed pmptei*
ipsnniniet niahnn mnnduni. (|noniani est contenjptnr Dei. et Idaspheniia
eins et onmiuni. (piae vere Dei sunt.
Quis<|uis ]>rivatns. privata cuiet Sicnt Medicns nnn curat hnuii-
neni. sed Soerateni. et nia -istratu«') curat corpus pulilicnni. Ideu
in niaxiniu discrinnne versatur.
1) non curat V
'21.
[1()| Juristae in(piiunt. Deliiiire pericuh»suni esse \t l^cclesiasti-
eoruni ])er]>etuuni ') esse dehet. Ipsoruni cnini est dnccrc «-erta Aliotpii
(piid faciet duhia conscientia cnnsohitioneni roi^ans. si npininniluis re-
sponderis nun lirnia ae certa doctrina/-)
I) rcn»ctuimi — hcstiindi^r: A«l\. tiir in innMliimii. 2) Statt .lirsiT :u» Worte
haben die späteren deiitsrlien Tisrlireden (Krl. A. r.j, JIT) «U-reu favt '.hm!). »»Ime
auch nur irj^end einen neu«'n (ledaiiUen liinzu/ufüiienl
llieroninius') ne(pje Thenh^^us est neipie Kt'thnr. seil hnnm
sirnilis illi. (pieni nostn» tempore Altensteiss noniinant. A Uiiustinus - 1
propter contentionen» cum l*ela^ianis ma^^nus elVectus est. et lidelis
adsertur ^ratiae. (Ire^n»rius=M ('aerenn>niarius est. et adeo iustii-iarius
ut peceatum esse mortale änderet statuere. si vel lioml»um <*asu emiseris.
Amhrosius») vcro Simplex tidei. contra tiduciam operum adsertor-');
si eontradictores passus t'uisset. taeih' omnes antecelleret.
I) S<»i)]jr(»niiis i;iiNe>>iii> Ili(iui.Miiii> -rW. liU »xUr :M I /u Stridun an «ler
Grenze von Dahnatien und raniionien'. :iT^ l'resltytt-r in Antin.liien. von :\^i\ l»is zu
seinem 'Voi\v 12!) Vorstelier eines Klosters in r.etldelu'ni. 1) Aurelius Au-iistinus,
^Qh. :\h\ zu Tapiste in Numidien. 'VX^ V.isrliot" von lli).)»«. IJe-iiis iu Nuniidi.-n, -est.
430. H) (Irejror von Nazianz. j;eh. zu Arianzus ums .lalir :rjs, jr^st. :«•.»(». Kr wird
in den deutscluMi 'i'isclir. ."»fters in Verlnndiini:- mit llieronx nuis. .\uirustinus un»l
Ambrosius umi aiuhTcn eruiilint. Vj;!. Krl. A. t.J. |(»o. in.",. 117. I2L i) Ambrosius,
geb. um :\Xy oder ;U(> zu Treviri, seit :{T4 liiseliof von Mailand, j^est. .m. 5) se. est.
'2\K
Eeclesiam esse, articnlns lidei est. «piod lide ctnnprehendatur.
non oenlis. Adhee') Dens cam ahscondit miris niodis. nunc |lll pec-
eatis, nunc dissensionihus. Krroribus. Nunc inlirmitatc. olVcndiculis. mor-
tihns pim-uni et mnltitudine Impiorum etc. Adeo([ue abscomlit. ut ei
etiani Ap(»stolorum in hoc opus Init-) dissensione. (piomodo est viderc
in contentione Pauli adversus Tetrum-'M. Item in «lisscnsione Marci,
Barnabae et Pauli. ^) Et tota Asia. lleirio multis nonnnibus cla-
rissima, nun uh aliani canssam crcdenda est dc^eivisse a ])anlo. nisi
ut abscondita esset Kcclesia (piae eerte erat in Asia. sed in paucissi-
nns. et (lui Deo crant coputi.'i
n \d bor' M- ut iHb- roiMiuvl.endatur. 2) Kies fueril. ;;) M'X'mudo est
viUet-e L\;ie um. au.b sehen l.mnV Krl. A. r>. 1 r> ^s\. man s.ehct, da sich
s!rauhisu.s.Nv..(;alat. KM. l) Art. KV:;'.). .) \ j,^l. ..um. ..
:in.
Fin ket/er iiiverso termino. heisst recht ein liotzer') von den
(Int/eii die sicatdK'tcn ein i.i:licher eim sondern, vnd den er ybm cr-
,l;M-ht hath. Toi heiüni: ist apertissimus et aptus terminus. quo nomi-
netiir haercticus.
I) (;otzerV In Ke/u- aiif d.-n (ir.htnkrn v-1. Krl. A. :.T. :J<i4 Absatz 2.
:;i.
Krfordi invenit Lntherns hunc versnm inscri]>tum ctu.perto ')
antinuissimi lil>ri: , .• ^
\-.-rto in) -A.no,- .•! -Kon.,-,- .'nt. -üostiam' nutoi.i du-cns t.,tain
\]M caliii-^i itiit Mtlvcisiis l'apaiii.')
1) I.,, ..l,....s...|,rn.lr V,.,> liml.t si.l. ^ui.li Ik., l.;.iifi-lmH, p. lü. Ul. .\- •", -H-
jnloili in umli'Vi'in /,iis;iiiiiiiiiili;ui.üv.
■■VI
IlM V.'i-l.MMi D.n.iiui mai.ot in ctornnini». si.- e.nm vcrfit
1 „ilMM-n^ <>no.l a.l i.nn.as litnas attinot^l. Vn.vovsa .lisnplina mo-
„a.ti.-a inani< rst Itnn vnlnnn Dial.oli nn.nct in Kinsn.j.is.
I, I,.. i„ V 1 l'.ui l,i:.. |i,r \Val.l>|.nirli .l.'sKiirmrsini .l"li. il.s l,cst:nt-
,i:.,^!:;;v^-.^:;!:;:i;!:;;;n;;;:'M,,:i^ü;!r!:,:;iK^^ v,.., ..,.„„, m... .,.
l'|dsi'oi>is.
• 1. 1
Moa MMi<l.n, sont.'nlia ost. nu.ltc.s rofros I sraol. <ini i.ossnu,
,T..niv,-nint salvatos .ss.' Moiiontos onin, ,nv<..-avorunt non.ou .le.
Nr r ..■.•'•ata la.-il. snnt oi^ ron.lonata. Vi. otur ant..m ...•.•ort., .
.«. .1. IX .!.• ....il.us s..rii,tu.n est. .'t .l.n-n.ivit .■...,, ,.at.-,ln.. sn.s M,
.r..- ....'.n^Mi.!.-. .,na ,.a..vs snnt .n.ntni. IH' ini.|n., A.-l.al. ...ap.jnm
!si....ni,;.n salntis ll-,it.!,- IH- a.l ,n-,,.l,...a,n '^^^^-^' ; ^"^^^t
i.niniliiinin V.^l.al..- Sal..m..n sat tosti.n.mi...-..m salnt.s l.ahet in
S..I" r..s,M,n.l.-l.atM .•-ntra n.c m. .,<"=• ogo .•ontcn-
ilclia.n Sal.i.n.i.ioin .lain..atn.n csso.)")
,, I K;„,i.' II ■•" H ^ U-. -1) Kn.l.'u, in. :i) I K.mi- -il. 2',l. 1) l.utluT
Krl. .V. •"»S:i'-"'. ''1, ■-"-• "'''' '^■'"' '"" A.-Ii:i'' "it.'i-. \ üI. i.ri. .\. i>i, i...
:U.
!,„.. .nnt I..-X ot Kna nj:oli« .n. Ko^c a viti.js vnlt-) rop.-osso«
i.ni.ios. et l,vi...o.-ita. ..pornn. ^j a.vot ,.or oa.n, nt s, aim.l n..ln.it \U\
quam operilms (Mms('(|iii salutein ex Ia\i;(' illa «liscaiit. «|iiar alMiiide
(lescrilnt-*) opeia. Kiiaiitivlio antciii iMmsolatnr ') iiM'stos. iiilinii(»s,
afflictos et oinnes. (iiios iiropheta miiiuTat Ksa: •*). i Ulis eiiim dn-itiir.
consolainini Consolatione. (|niji vixo iviiiitto vobis pecrata.'') (^)iii(l aiii-
])liiis (lel)uit taeore Dens ([iiaiii Loi;e liuiiiiliaiv superijos et saiiare per
Eiuin^-elium V
1) sc. (k'us. 1) Krl. A. .')*^, 2^5 „die luinilrti^rcii liiiu-liUT und \V» rklu-ilipir'.
'.\) Anordiu'n , bcstiiuuK'ii. im Simif \oii pracscribcrc. 1) sc*, dcus. ."») Lies
Esaias Hl (v. 1 :<). <i) Mattli. ü, 2.
35.
Ividens sa]nentiaiu (pia esse vulehat sua Catliariiia M. Creator
lorniavit iiiaseiilmii lato peetoiv et iion latis t'einoribns. iit eapax sedes
sa])icntiae esset in viro, Latrijiain vero (pia stereora eiieimitiir ei par-
vain feeit Porro liee in taennna sunt in\ersa, ideo ninituni lial»ent stcr-
coruni ninliercs, sapientiac auteni parum.-)
1) sc. (liiM'bat Lutlicrus. 'D Vcr^d. Krl. A. «il, Ji:.; :.T, '111.
F^riderieus ') dixit Se aniniadvertisse. ipiod. (piantocuiMiue sid)-
tili invento ratioins aliipmd inveniri p«>sse-) et aldrndi ') siihtilins. snhnn
auteni verlnini Dei esse*), (pnul invietuni staivt. et Kuan,:;-eliuni {ll|
esse super oinneni eaptuni rationis. qund aniniadvertisset ex responsio-
nibus (Miristi. velut illa est uiia de eensu-M, Item de Johanne, an
Baj)tismus eins e eaclo esset aut non.''j
I) Fricilrich der Weise von Sachsen, ji-el». I UJ.5 /n lurj^aii, ^'»-st. I.')J.», Knrtiirst
von i486 - 1.^2'». 1) \Äva ]MKsset. :{) Tür abstrndi. I) Vielli'ielif: s«d»ini
tarnen v. D. esset. :.) .Mattl». 22, 17-21. 0) Mattli. 21, 2:.. \'j;\. Krl. A. .7.
42;«1,S0.
M.
Quomodo nemo jxdest exprimere. (piam impia saerorum proplia-
natio sit Missa, ita nemo dieere potest, «piantam illa peenniam per-
derit et-) perierit per ipsam.
I) sc. (ptanta pecunia. Verj;!. Krl. A. (io, KM.
l\ursum ridens suam Catliarinam multilocpiium ' ) dicebat. an
pracdieatura t«»t verba orancb» ])raemittere vellet .•' Aut midieres num-
quam ])raedieaturas. (pna non orarent ante juaedieatinnem. Aut Deiim
longa earnm oratione t'essum eas a ]>raedieatiMne proliibituriim."^)
I) ,,Kiu viel (Jescliwiitz", wenn niclit niii 1 r ii o(| na ni /.n lesen ist, Krl. ,\.
t)l, 21.'> ..lachte er seintT Kiithen wejji'U viel Waschens und (lesehwät/es. 2) l>er
(iedanke soll doch sein: Wii! die Weiher vor ilireni Predigen ni«'ht heten. so \verd«'n
sie entweder niemals das Prediiren sein lassen, od«r wenn si«* vorher hrten. so wird
sie (iott, durch ilir lauires (Jehet ermüdet, l»ald erhören und somit am l*redi<j;)'n
liindern. Ks scheint daher in i>ra«'dicat iiras «•in Kchlcr /n sftrken un<l wird wul
zu lesen sein praedicare desituras.
9
:a
Miilieres natura liabeiit inietoricam . quam mapn» studio viros
niKutet ae(piirere. At lioe verum est in Oeeonomieis. In pnliticis enim
nihil valet liaee Hhetoriea. et viri ad eam ereati sunt, non niulieres.')
I) V-1. Krl. A. (il,2i:>.
10.
|1.')1 DaniePj dixit. Anti Christum non euraturum Deum necpio
mulierem. id ost Pai»am nee habiturum Deum nee leptimam eim.jui^em,
Spreturiim reli-ionem. IN.litiam i»ariter et Oeeonomiam. Quem ad nu»-
duni enim mulier ju-aeest Oeeonomiae. Ita (unnis Tohtia est pr(M)ter
mulierem. et edueandam ex muliere subolem. Kt hoc vult dieere. Anti-
diristum eontempturum le-es. ordinationes. statuta -i). iura omnia. nua-es
bonos, Contempturiim re-es. prineipes re-na et idane onmia. »piae sunt
eoeli et mundi et ma-nilicaturum tantum sua inventa.-^)
I) 12, 1. 2. 2) Corri^icrt aus: instituta. :5) Viil. Krl. A. r,<>. 177, aucli 2s7, 2')1.
41.
Valde exili ineoimiKMb» abseondit Deus sua dona. ut ipsa feteant«)
hnniinibiis velut T heolo-iam abseimdit adoleseentibus. ]ier hoe. qiiod
non habeant-) piiK:;uia sti]HMidia Theoh.p. quemadmodum a eoniupo
areentur ipsi. non tam propter ma-na mala.')
1) Koeteant = \\\n'\ riechen. 2) üabentV :?) Vj;l. Krl. A. n. Iju.
lliil Petrus«) i>raedieat (Miristum in hoe iiatum esse, ut resti-
tiieret omnia. id est ut nos redueeret ad eo-nitionem nostri. et m h«»e
uniim obtriiditur nobis iiniversa ereatura, ut in ea eimtemplemur erea-
torem. quod tamen Iit toelieiter. (|uum vel parum ^) lidei apprehendimus
ex iirinio Artieulo lidoi.
I) Krl. A. :>s, II Kaulus, v^d. Kphes. 1, 1, Col. 1. 22. 2) In al.gcschwächter
IJedciitun«; nicht viel.
(Jermanis nihil deest rerum «minia enim habent. At (piia i;-er-
nianis deest seientia rerum et dilii^entia. idoo nihil habent, (piia rerum
usuin non habent.')
1) Krl. A.ti2, IM.
II.
Quemadmodum patertamilias dielt suae familiae. Ksset , trineket,
Last mich vmb euch sor-en. tanlummodo studi<.si sitis meae voluntatis
Ita Deus mm curat, quid edas aut bibas vel ([mmiodo vestiaris. hed
hoe re(|uiriL ut voluntati suac tc eimformes.')
1) Virl. Krl. A. r.u, :i«Mi.
t:..
Papa plane ex »minibus. (piae sunt in mundo, peeunias eudit.
sohnnfantiiim \\'^]^i\^uu^ excejito. qiiod iUi nudi et sine peeunia naseantur.
alioipii neqiie illis parsurusM ete.
I) In un-emcin weits<-hweiti-er Korn, tinden si<-h <\ieseihcn Cedanken Lrl.
A. (.«•, 22N
10
u
17| Misericovs Dens propitius iiiilii sit |UMv:itnri et dot iiiilü
gintijini vi sc'imUuniiii. iinnuliis iMiiin me Icnv noii putcsl ihmiuo cp»
luiniduni.
.\<k'(» lionondmii est vitIm»'), nt. si NiiUMcni nimn's mii-cIos et
iiudiroin divcrsmn') ndlu<|iUMitos. nun iimkIo doii iiinvcri (lohon'in :hI iioii
ncdcMidum Jilicui loco SiTijdmac. M'
aiUTs. nor|H(^ ciiiiM asucctu diiiiiaiidi ') osscnt \wi\\\v :iiiditu
rmii ctiani n(Mil<»s cladoro-M et
liti
•^)
.sr
i vitIk», \v:is UM
t (Juttcs Wort im Wi«U'rspriu-lK' stellt. :{) I/u-b fhuidL-rt'.
n Sulclu- liiirlit (Klii-rmciit) niiis> ni.-iii \(tr «Irin Wnilr (H»tl(
\) SC. iiiigL'li. •->) Vi;l. Krl. A. r.2. IM.
IS.
Sicnt ip^r (liristiis sie ims >inims in niiiM<lM sei
licet iiivisiliiliter
(Inistn rrediniiis immdiis nnii :i,i:in>scat . siciit M et
l(» srciindmn id l'.eec e.i:n
et i\\hm uns, (|M1
(Miristmii iiou Mi;n(>scil (|ui eerte est in imiiid<» src
vohiscnin. -)
I)
Sic
) Miittli. 2^,2»». Kil. A. .."^, •»(•.
|)ii«i sunt in nnmdn (|nn
»rnni snllicihidine tenelnr (Miristianu
verlMini et npu
Dei.
"»o.
|1S| Tapa |Mist(|uain Dortnr esse desijt . laetus est serviis nien-
|)eeretalis ') eins teslilicantnr. In «iiiilnis nihil
Ina
>tndi;
sarnni. (jikmI Minni's
pcnitns a::it Tlieolo-icarnnj fenini . laetns serMis nieiisat
amplexns tst . rriinuni nt nninia a-al pn» sta^ilicnda sna donnna-
tione. Seenndnni. nt Ke-e- «r Trincipes per snninia odia e«»lli-et-)
ijnotiescninpie alietn ex snninns \nlt nnren*. In Imc aperte ntalus est.
In tertio anteni sno stndi<> (»iMMdtatissimnni aj^'it Satanani *i. cnni «piasi
henelieus solvit odia . (piae inter eos panl<> ante conllaverat. Neijne
in') ante taeit. nisi «pinin id ol)tinnit »piod \nlnit. Tom». i\\uH\ vi-ri-
tateni verln Dei penertit. In-e ni»n aiiit nt Papa, sed nt AntiCliristns.
ei veriis Dei adversaiins."»)
l ) l.ics l)c«r«'t.iKs
saunn i'ii
lict
Zt'll.
;>) Vi;I. Erl. A.()<s 2i:{, :;t^».
•*) VcrltiiKUt, ;nu'iii;nHlri- hiiulrl , im Siinir v.m
) Siiiclt er auf's lioiuiru-listr «Im TcutVl. 1) l.ic^
i<l.
IMnlipi>tis Alel:'' Krasnins-) Kntentdanins di\it. rnsl(|nani pa-
treni Tlienlo-i invenernnt et lilinni addidernnt et spiritnni sanelnin
nt bellnni haberent mnnernni.
n riiilipi» Mclanclitliou (Srliuar/A-nl <»<lcr Scliwar/crtV. vim Wrurliliu 'iraf-
«isicrt uml seit lö:',! stets Mclautiiuu u'rsrlu-ielu'iiK p'I». M'.>7 /.u T.ivtteii jii «ler
l\hoiTn»talz, irest. l.)r.o. 1) l»esi«l«'riu> l'rasmus vmu ijottinlaui, irrt». I »«»7. ;rrst
>•>
läniT <ler Haupt Vertreter des Iluuiau
i>mus, «ler iceistreieliste mul ,i;etei«'rste
(belehrte seiner Zeit. Luthers (ie^ruer sc
it I.Vil. V-l. Krl. A.r.l, II
11
>_.
[T.»| Cnm (|ni<
M.'), riiilippe wa-
iam't dixisset in Cnndeiis A niinsta nis -) ad V
< Nvolt vlir anlalien.^ respnndit eontinn«» \ ineerc
I) Matthias Lau^'. Kr/l»iseholV vou Salzhufi?
')
2) i:.:;u. ;{) Pliiüititiim Mc-
laiithon.
1) Tel »er Matthias Lau
\-rl. Krl. A. (in. 121, :{;)<•..
>•>.
Salt/Iniruensis K]ns(M.inis eontendens endcni tenip<»reM enni
Ni^rinber-'^M. Kt nt vineeret. allepnd V)
Stnimer-). vin» Considari a
niatiiiani illam ])eenniani. (piani re\
peraton pm sna rei
lempti
(me •').
Callornm eaptns ('ar«»l<> deilit Im-
Dcind«' sninntniit. wie wolt vlir (Mieli
nn
lialten / Pespondit. (Jottdeni llenin wollen ^vll
(l
die sac
\d liaee Kaniiins'-) Das hette ntir ein
io(pud)atnr taiitns Kidseojjus de nei:-otio verlii Dei. de <|Uo tune e»
trovertebatnr inxta") serio
li betlielen.
(laus wol i;esai;t. Seilieet sie
m-
^ maiiiio et niai:iio ])erienlo (i ennaiiiae. et
nin "iunnines andinnt s]>ein snam in Denin jionentes. ita lo(|nnntnr
Kpisco])i
II |:):u». 2| Dr. Heinrich Auerliadi. ;:"el». /ii
Auerhaeli iu der nlM-ri.fal/. 1 1^2,
pst. i:»l2.
Kr hi
ess (
iueiitlieh Strouier. wun
le l'rufessor und IJatslurr in Leip/i
>-i
>var aussenleui em
des KurtVusti II .l»»a<'him von
le IJeilie von Jahren in am
leren Diensten thätiii\ />.!». als Leihar/.t
jler/oti's (ieor;:" \on
a.l
r»randenhuri:-. des Kr/hiseh.ds Albneht von ^lain/.. des
n ..Auerhaehs Hof in
isrii n. s. w
Kr ist der Krhauer vo
Lei|»/.i
•tl
- d
rss«
n 1
\e
( lOi
etnes
l'aust ein wt
:\) l»ass Stromer am
ist sons
7.U VI
hr diireh i»r. Kausts ..Fassritf und dureh die Kelh-rseene in
ItlM'kannter inid no<-li heute hesuehter Ort -reworden ist.
'rir ^'Standen halt«-,
dieu'ant sind s»-h\ver
h als {{atshcir in Diensten der Stadt Niiniberir -<
t nieht lu'kannt. i) Dir Worte von Salt/.ltur-ensis
rsteheii. Vielleiiht winl s<» zu lesen
icin : Salt/.luuui nsis l-,i>iscoiuis co
n
t «' ndens
eotlem tempore eiini >tronier vu
«>
Consuiari a Norinheri:-. iit vincent. allei:-anl
in ti IM t . niaünam ulam peeuni
im ete. Das wiirdi' heisscn
Der Krzhist-hof von Salz-
hur^' stritt SM
Katsherrn Stromer von
h zu di'rselbeii Zeit (I .»;«•) auf <leni IJeii-hstap- zu
Auu'shiiri:' mit dt-m
NiirnlM-ri:-. und um mit seiner
\nsicht IJeeht zu hehaltcn
Mai
1 S(
hi<-kt (niimlieh iia<-h Aiiiishur-) .leiie -rossi
sairte er
."») Kranz
/ahlti' im Daim-niriedeii von Camhray i:)2M jem
(;eldsumme ele
I. von rrankreich (löi:» I.MT). -etan-eii in <ler ^«1'»:^;]'' ^ '';\ -«.T''*- !"'"
(Jehlsumme (2 Mill.) ni<-ht für srnu
r.el'n'iuniT. sondmi tür die seiner Söliiu
die VI' l.")2<i im Lrieden \ on
Madrid als
(;eis»>ln j^estellt hatt.'. <i) Der ohenerwühnte Krzhiseh«»f,
von cum.
I
Mnndns non vn
) Wohl im Sinne
hol
o'K
id
en CM
It Denni lialiere luo Deo. nee Diaholnin i>ro Dia
dtnr liaiuM-e viearios ipsornni Dapain et Ma^iiistratnm
1) Virl. Krl. A. :»T. 2su
»•).
|l!"| Ad pastureni in
/wieeaw. virnm optimniu II anssniann ')
lixit. :Mi vir. si inistnlaveritis e\ «nnni snbstantia niea. (iuaeenn(|ne vohis
ninmnni heiieplaeitnni mihi taeitis. Mn
mnnoda snnt ant neeessana.
niinns. sninine nie o
tVenditis. Cum enim res meae sint panpernm
4|no
motl«. vestra mm laeiam omiiia qnae ]»ossi(ie(»
I.
(Jnod atitem
n
\or mea liortnm em
it. sibi. mm mihi et contra me. mm pro me.-)
\t (|Uod cum ei;-o ') oinecissc
'm. Tnr lioc ei peninsistis mvitiV respo
n
lel»at. K^-o nee praeces eins terre i»ossmn ne<ine
n Nicolaus H:iussiii:imi.
der Marienkirche in Zwickau.
a«
la eliri mas. ' i
hsfii . l.'«21 rredip-r an
■tW. 1 IT'.i zu Frcilutr^- in
'|:.:;l vertriehen. i:>>2 Hofprcdip'r in Dessau
;),>•(
12
Sii|Mriiit('inlriit in l'niluTu-, '^rs\. «lusrllist |..;;^. KiinT «Irr vrnr.iiilcsii'ii I rtiiiMlr
LiitluTs. 2) sc. cmit. 'S) ('«»nljitiis. 1) I^mss rrau Kiitlir \\i«Ur «Im Willrii ilin-s
(ii'inalils cincii (iartni «erkauft linhc
lass LiitluT liolin hcstni \Vill«ii iii<'lit im
Stande ist sciiK'ii ln'i<lfu im SomnuT l.");il ans Zwickau vcrtricltciicii l'rciiiulrii Ilauss-
maiiii uml ("ordariis so mit liarcm (leide aus/ulieltrii. wie eres wolil uewiiiisclit liiitte.
ist sonst nicht hekannr. Das kleine <iiir Ziilsdorf hei i.eip/.i«;- kann hier nicht iccnn'int
sein. Dieses iilu-rnahm Luther erst IÖ40 von einem llnider seiner Tran, .\iich der
Ankauf eines Nachl»arli:iiischens nntdärtclien fallt in eine s|iiitere Zeit (I. MI), wiihrend
die vorstehende Interrediin-r im .lahre I.Mil stattfindet. Vt»n seinem (larten siirldit
Luther seit i:)2l idter. \>1. /. li. Kr.stlin 11, Hls. Mau vcrstiht darunter <,'e\\idiidicli
den /.u seiner Wohnunj:: ^•ehJ»ri^en KlostiT}::arten. Dieser aher Itrauchfe nicht erst
jrekauft zu werden, da tlas fn-i ^^ewonlcue Kloster nehst (larti'U Lutln-r vt»m Kur-
fürsten Johann als IW'sit/. iiherlassen war. Ks sclu-int hier also ein anilerer von
Luther käuflich erworbener darten i^viueint /u sein.
.(>.
Ad ine') eiiiii W item l>eri;a(' a^vrciii i»n»id('r Verlunn'), ((Uotios
(lixit: Cordate. Si vos pecmiiMiu iion lialx'tis. c*,'n ali(|iint adliiic lia-
beo cy]dios'') ar*;*eiiti'<>s.
I) Cordatun». 2) Vom \). Mai I-.21 bis Au;,'ust ln2.*.. :«) xv^fo^ ist nach «Icm
KtvuHjl. Mauiium ö !•.»,
eni
hohles (iefäss, Kufe*'. Wahrscheinlicher «Tscheint cy
uhus corrunii>iert aus der Torrn cyathos
Wi'lches wicdirnm auf das «griechische
xi'fdh*^ ..r.echer- zurilck/uflihren ist. Teher silhcrn«- in Luthers Ih'sitz lulindliche
liecher vd. Ki>stlin 11. IT<», 1!»^. ohin-,. Worte sind aUo i:,2l oder ir.2:» i,^v
s ]) r o c
heu.
H
Cim\ c^oH ]u-aodicat(>rciu llaussniaiin pasiurcin /wiccaviac
socinntiis fuissom. poindimi ot iiii;nituni et s(Mli<di(>snTii ambn dcseroiitos.
dieohat-) nnhis ei assistefitüuis. Ntm taiii eliari essent inilii sexeenti
douati llorein. (|iiaiii eliarmu inilii est iitrmn«nie vestniiu aMJsse. vns
salv()S='). et iitniiiwuie lueeiiiii sedere. Taiita erat in viro ('liai'itas
]U'o\ini(>ruin.^)
1) Cordatus. 2) Luther. :<) llaussmaun inid ('«»rdatus waren in Zwickau
»Ui'hrere Male ihres Lehens nicht sicher i^ewesen
I) r<her die lanirwieri^i'en
Streiti^^keiten , die l.'»:5l zur Kntlassunjr von IlaJissmann uml dtnlatus aus ihren
euitcTu in Zwickau flUirten vd. (mUzi': XI V. .lahresher. der .Vltmärk. Verf. f. G.
A
p. r.21f., K."»stlin 11 ]). 2Ts IV. Dl)i<,^es (iespriieh fallt also ins Jahr lö:n
f-Jll Quod ninltae privatae dissensi«ines et alia mnlta inenninnula
snnt in iinjierlo Koni
de re^'iio partim inlinnu.
UM», lioe nun siluit Daniel'), enin loentns ost
1) Dan.
28.
)0.
Sententia illonnn . <|ni ])utant Caelibatnni in Ihm- invenisse
Papani. ut ditinres n^dderet Saeerdotes, sine n\«nilms vivenles et li-
heris. falsa est. Ter spetiem enim relii;innis. «piani prae se feit Caeli-
Itatus. Papa sc et onnies suns ad sninmas opes snl»\('\it et tantain
autlioritateni. nt reji'es lial^eat sni» pedÜnis suis.»)
1) Einige ähnliche (ledanken Erl. A. Ol, 29.J.
(•»n.
riiiii in
Imra mortis n<»strae exituros nos ])ortain exituri sint an
ü'eli Dei ' ). ut in smi
im Alnaliae nos det'erant. (piid eri;«» nie -j no-
eiiei
it. Oh niieli ein •ieit/i.i;er paiir jilaiit mit thewrun^
lia 11 s-^j mieli mit fussen
tritt. <Mler ein /orniüvr fürst mir den koi
Kill sc bar r-
k.ndV
alnvvsset .'
I) Dies»'
auf Lu<-. M». 22 ansi)i«'lendeM Worte sin(
1 in dieser Form wohl nicht
verständlich. Ich \t'rmi
ite. dass Conlatus schrieh: cum in liora mortis nostrae e\i-
tiiros nos jMtrtam e\c»
ptur
1 sm
t aiiu-eli Dei. d.h. <la in unsi-rer Todesstunde
(Jottes Kn^i'l uiiN. wen
11 wir in <las Himnuls Thor ein«;-chen wollen, in Kmi)lan;
nehuH-n wer«
len. um uns in .\hrahams Sclioss zu traji:en u. s. w
21 Liir mihi. N«>-
eiTe
k.numt lMM('«»nlatus lifters mit «h'ui .\«m-. v.>r. Vielh'icht im Sinne v«»n scliä
ili«:*enV ;U rrspriin;ili«-h «in ..*^<
linar«hen«ler «1. li. ein «lerh anfahreu«ler. «iT«»ssthu«'n<ler
Hans (Mens«l0
«lerselhen l'>e«leulunii" s«
h)". «lauu ..Hehl <lur«-h Maul und (M'herde". viii. W«'ii;an«l 11 ]i. r>.M . In
it «h'i
n \«»niX«'U
lahrhiMulert «las Wort Hramarhas ((Jnjssprahler
mi
T IL'hhnthatenl. Viil. auch Lvsrnfresser n. 12.
I--I Auii'eres eireiim
C.l.
AViteiibcr^-am faetos'i. n(m prot'^tllro^
tioiie dei essent ineepti. eiim ne<|iie plantam transfern
quod sine inv<»ea.. .. . . .
beeret (Miristiano Deo suo ante iion inv.K'ato. Quod autem murus adco
ma-nus. l«»ni;us et altus destrueretur. (jui in um» aut alter«) anm»ne(|Ue
aedllieatus esset. ne(|Ue ])(>sset reaedilieare. Inu- sii;num liabere traditionis.
Deindc addel>at. In den -eferlielien Zeiten Hab ieli iiiebts für diese
luekeii /n stellen, den e\nenn ]>ater noster.'^j
I) s.-. dic«'ltat Liitluriis. 2) Im .lahn- L"»«» le^^c Hans v«»n M«'tzs«-h. Kur-
Inrstliclu'r Sta«lthauptmann zu Wittenherj;- neue Ih-festi-Minji-en «lort an. Im toluvn-
den .lahr«' ir»:n wollt.« Mi'tzsch so-ar <'in«'n Teil «ler Sta.ltmaiu'r «■inreissen lass«'n.
Da v«'rwan«lte si«-h Luther iM'im Kurliirst«'n fVir «lie um ihre Si«-herlu'it hes.»rj;-te
Sta«lt Kiistlin II. I.'»2. Nach ('.»rdatus wan-n also bereits X«»t«lämm«' auf.u,«'
w«»rt«'n. «
li.' 1
»IS zur
Wie.l.'rherstellunii" der Mauer als Ersatz dien.'n s.tllt.'U. In
Ue.sem Zusamnu'nhan.u«' wiir.le als.» .puMl autem .listru.'retur mit ...lass ah.'r
eni^JTcnsM
u«'spro.-h.'n
n w.'rd.'U s.illl«'" zu iilM-rsetzen s.'in.
(H.enst.'hemle ^Vort^• hat Luther ir»:n
CrJ.
Oiiidam <lieel>at .loliannis e]nstolam simplieilms verbis s.Miptam
esse, et laeile ]M»sse in
telliiii. Iliiie resp.mdebat Ja sie ist leielif . aber
niiMiiand nvÜ \iir naelidemd^en ')
1) ^;;•l. N'.'it Di.'tri«'li: «'»»lle.'ta .'\ c«»llo«|.
()
•o
Cum pullos reeei
der exeubat«ts Lutliero attiilisset uxor. diee-
bMut:") Si rustiei statum et e.mditioiiem suam intelli-ereiit. statim in
nt. Ksse"^) autem in raradvs«.. esse Dei e..pnti«»nem
1'
il
»aradis.» esse
iibs.pie peeeatis. Hustiei autem a-iint in medio ereatiirarum
«piibus Dens eonspieitur eti-.')
Dei
ex
II Lies «li.-el»:i t
)
S.'
pu
I.IS.
:{) Ahw.'h-h.'U.l KrI. A. r.T. I.V.i. 2"»2.
I.iith.'r .lenkt wohl an «hu V.tn .les V.r-il <J«'..r--. 11. ir.s: n fortun;.tos nnnmm.
sua si
Ihtna n«»rinl. N'i::!. au»-h Erl. A. ci. ;^"»2. :;:>:
(VI,
\-i:\\ Praetereuntes. ter repetitiim. faeit bexametrum versum
eeiindmn nnmerum svllabarum pariter et sententiam. (piae eerte re
14
(juirit Sin)])(witmii. Apiiositmn v\ Mli(|iuMii post so <*asuiii.') Sic autem
t'ditiir:
l*r:u'tor«Mint('s ])rMot(M*ount e^* (sicut tliosjiurmii int'«Ksmii)
practe reu litt'S.
1(1 (Nt i.ü'nan. (jund istic sit ininssuiii es. l)icel>at-) autem talia
esse ineidentia M. noii iiiiieiiiuin. «|Uo(l lUMjuit iii;:'eiiiuin. easus taeit.^)
(Miristiaui (MHiur.tur lenv tre> i>erse(Mitores. .Malos. peicuvs.
cssiiiius, l'riiiii sunt rvrainii. (|ui ])erse(|uuiitur iios jjoteiitia. et
L'eeaiit contra patreiii. euius est (»lunis jioteiitia scmi i^testas. Seeuinli
X X . . ' ! ..! . .......4^ 1. ....... .>.• .«.i 1 .iittiii.i Ki.iifi'^i ili\ iifiiii ^M I klollf 1*1 ll(
^)es^
])e
sunt
til
»eeeaiiT eoMna p;mtMii. rmii> v^-i <Mmii> |i«>iiiiii<i .^\ u |f«>h .-•m.- . . v» «•..'. i
<unt st'etarij. «jui jK'eeaiit liuniaiia sapientia e<»nti*a diviiiaiii sapieiitiaii
lilij Dei. 'rertij sunt t'alsi trat res. (|Uoruni |>eeeatuin est e\ niern
inalitia contra iHmitateni Spiritus sancti. Ideo peecaiit peccatuin irre
niissihile. et sunt pessiini. Judas siinpliciter sunt. De «piilms Christus,
ipii edebat etc.. in j>salinis et in Kuani;elio ultimo'» de eis-) (piestus est.
Supplantant et ediint ]Kniein nostriim. id est audiiint ]>raedicationem
n(»strani \ nd treten \ ns /u Tlnni mit t'ussen.-^'
\) l*s. II. I<». .It»ii. l;<. I*». -> \Vic«l«'rli(>limu' :in^ «Icni \'(>ri<rcn. :5) Ariiii
lic'lics Krl. C.i». I Ir».
(•)<).
|24| IJespiciens coelum imcte dicebat. Kr muss ein i^uter meister
sein, der «>n pfevler ein solclis i;-e\vell» i::epawet liat.h
1) \ix\. <l«n lii-i«!' LutluTs :m «U-i» Kanzler liii'uU vom .'». Aii^'. l."».'a». K.'.st-
liii II.. p. -i"!.
llalient Mosenet proplietas, Si in-opter liaec verba .Vnabapti-
stae dicereiit reccurrendum esse ad Moseii. IJespniidetur eis. Ihc i lin-
stianis non loculum esse Cliristum Ne^jue liec statuit iil dncjrinam.
sed recitat iiistnriam '). Ktiamsi putem soliim (Mirislum inierluisse. «piando
Ihm* cnnti.i;it.
I) LiK-. Hi. p.i IV.
r>s.
si non esset remissio peccalorum apiid Deum. «» wolt iidi
(seeunduin on»ne id. ijuod siim natura) (Jott -ern durclis leiister
aus/wertVen.' )
1) \ -1. Kr!. ••:. i^o.
i\\).
Kapatus est re'inum deliitum omnilms Impijs et contemptoribus
Dei, i\n\ dii^ni sunt iali rectore. ut vel iiiNili obediant liominj neque.
qui H]»onte Deo nnluerunt obedire.')
1) Hinter iic(|iic scheint deo zu feiilen. \'gl. Erl. A. 00, 3SU.
i:
o
70.
|2."»| Ante suam i;lorilicationem m»biit .i;lorilicari (Miristus. Ideo
more .ludaico orati«mem Dominicam praeposuit Apost(>lis. tanluni ]>a1rem
adorans. Nunc autem m»n audimur nisi per Clirisiiim nj-'unles.')
1) V-l. Krl. A. v». 2»;.
7K
bdi haljc Christum vnd den Kapst annander uehaiiiien. drumb
bekommer ich weiter umb ni«dits'i. wiewnhl ifh mil /wischen thur
vnd an::«'! kome vnd i4'edreiii:t muss werden.
\) \\\'\.\.->^. l-'»' ..Uiiimih'r ich inirli weiter vinb iii«lits." I >ie iirs|»riiiii:-liclic
\\>V\\\ i.ei ('..rtl:ini>. von «lern .Miltrlii. ItekimilMrii (in Not Itfili-il») :ihi;«'leilet . li:ii
hin- iiiiraii^iiivc rMMleiitmii:- imd lieisst ..in Kimimrr sein.- Nui. l»irt/.. p. •.^:>o.
1±
Ue^num Dei non est in scrmone. ist ni(dit allein wascherey'),
Sed in virtute. qiiod addit c«.ntra livpocrisim. (piae dicit et i«Mpii1ur
iiiiilla de bniiis npcribus et non lacil.
1 j Leeres ( iesfliwiitz.
Seilern duccre iuveiuMn'i uxorem est senem civiliter et natura-
liter oceidere.-)
1) .liiireiMlIieii. --) \<linli<-lH-< Krl. A. ü I. l'.Mi.
71.
\-2[\\ Du<» veniebant ad cum') Ma-isTri cum eiusmodi <piestione.
.Vn Ke\ sine sjM'tiali motu Spiritus sancti rcvelaret ]K'ccatum hominibus.
Ibic alter .-Mlserebat ne-abat alter verum esse. I'rinr innitei»atur verbis
Kauli ad KnmaiiMX-M Ke::-cm esse re\elatinncm peccati. «pK'd alter
dicebat .'ssc utticium ^piritiK sancti cum Ke-'c alio«iMi multos audire
le-eni. «pii tameii non haln'rcnt revt'latiiUii'm jteccati. Ad (piae Doctor
sie respondebat. Kos in ae«piiv(»catione termini le;L;'is ') laborare. alio.|ui
utros(pie iusttts esse*), si univoce ') hxpierentur. Ke--em iptiir du]»liciter
intelli-endam esse, rriim» ut tantiimmoib» scriptam. auditam. lectam.
Sic h-'i-em non esse, «piae revelaret vim. id est stinndum peccati. «pieam|')
abusum nmnes propliel a e ' ) corrii>erent. dicerentN. et non aiidislis
mc'i etc.. Secundo Ke^-em esse verba Ke-'is una cüai motu spnitus
sancti. «pii vim adderet" \erbis si\e scripturae Ke-is. Das einer sprecli
e\ corde. .\<*h. das -ehet mich an. Do liab ich vnrecht -etliaii wider
(;ntt. Deinde cum e-o>") urpMis dicerem. Ke-'cm aliud esse et " ) lep'in
Dei (piam necesse esset vim suam habere, (pialeiii \ erb.-! humana nmi
haberent. .\«ldebat Tria distin-ueuda esse. Ke-em scriptam. vncalem
et spiritiialem. Scriptam in .piantum scriptam'-'). |'J7| esse trunco simdem.
<pn nisi nrntus non nn^veretur. Ita Ke\. nisi h-eretur '•'). \ ocalem autem
ivwlare peccatuin etiam impijs Adidteri enim aiidiunt sese peti. «piiim sex
liim praeceptum audiunt sed vel Cimtemniint aiit etiam p<»st coiitemptiim
perse«piuntur") ilbhl eis i.ppnn.'nrem Ke\ vero spiritiialis non est sine
Mnectiniie spiritiiali ipsius spiritiis. mo\et enim cnrda non tantuiii. wi
imn contemnaiit aut pnst coiitemptum )»erse.pi:mtur. sed ma-is ad
contereiidum peccatum et resipis«'endum.
ir.
1) T.utlicnmi. i) Köm. :{. i'". -U Doiipclsiimi^iki-it drs .\iis<lrin-Us ..(Jcsct/".
l) Tcbrij^tMis hiittfu su' lM'i<U' Ki'<-ht. •"») Kin«UMiTi«i-. oliiu- l>M)»itflsiiin. H) Li»'s
tHUMii l:iiu. 7) Krl. A. .')^. "is*». wn sicli dieses (lespriicli in vititaeli :il»\veifli«Muler
Form rindet, liat: lud den Missliraiieli straften aueli die Paplsti-n (!). ^) Viel-
leieht dieentes. \)) /.. 15. .lesaias 12. 20, .ler. 7, 2(). 17, 2:t ete. 10) Cordatus.
Darnaeli ist also i'iner der beiden Ma^nster Ciirdatiis ^rewesen. KrI.
A. ')^, 290 ..Darnach da einer auf diese Wort dranj;-.*- 11) Vi»'llei»lit ae lejrem Dei.
i>«»eh konunt in den» Latein der «lanialij^en Zeit naeli den Ausdr. der (Ueieldieit
und Versehiedenlieit aiieh .d"t et vor. 12) 1 Mis jceseliriebene (u'.s.'tz, so weit es
o;cselirieben sei. i:V) Krl. A. „Das uv.M'hriebeiie, .so lern t-s p-seliriebeii aid drni
Papier nn<l im i'.uclu' stellet, ist wie rin Klotz, was das IJewefreu belau-ct. bleibt
da liejren, tlmt niehts. man b'se es (U'nn (!). 11) s<-. b-irem voeab-m opponeuti-m
eis illiid (sc. sextum i»raeeeptiim).
Cinn aiitem (ohijcioiidi stiulioi uKMitioiKMii focisseiii ' ) verinn-inii
Pauli ad TliesM. 2-): Vorhum a.irero in auditorilms. respoiidc'l>at='). IImc
de KiianiioliiMiitellipMidinn esse, iumiuo illud (|nidtMii^) tantinu scriptmii
ant vncalo verbmu ettieciv siiu» si)intn saiicto. I'orn» cum dixisseni'»)
talia esse vera. ac maxinie arridciv Sni'rnu'ris. (|ui vorlunii Di'i sub-
sanuarent'')- di**<^'^>J»t'). iiane esse aliaiii (luacstiononi. scilicct an si*^)
verb«) vocali aut s(M'i])tn co^rniti«» pcrcati auf i;Tatiao in Clirist«» )km'-
veniret ad honiincs. vel an ununi ") seni)tnni aut vocalc. ut est scriptum
vcl vocale. iustiticaivt aut rovchiret pcccatuni. Sivc pcrduccivt auditnres
ad «^ratiani.
1) ('(.rdatiis. Krl. A. ."»s. 2!»o ..Da aber i'in«'r, allriii Interrielits lialluMi.
(b'n Spnieh St. Taidi /um Tliessaloniebern anz«.,u- (!). '!) Tliess. 2, IH. :{) sc Liiflimis.
I) se. verbmn ajcere in anditoribiis. :>) Cordatns. »;) .Mit spi'ittisflirn IJeberden
verlir.hnen. 7) se. I.ntherus. S) I.ies sine. •>) Lies verbiim.
70.
[28| Si diccreni') nie ante decenniuni intclb'xissc .Missnruni
iuiinetateni. Itcni cultus sanct«>runi. puri;at(»riuni (|U<m|Iic. et talia.
vchit indul<;cntias. nicntircr. (|uanM|uani ad ninlta scicns et
])rudcns connivero voluerim-) quam c(Mitra<liccrc. I'utabam
cnim \)vv rationcm hoc novum de verb«» Dci nei;'otium. <|uan-
tum (|uantuni licerct-»), tependum esse <|uam revelandum. At
((uemadmudum /wiccaviani nunc«) \i malunt a.nere ciMitra
ministr(>s Verbi. Ita nunc mecum ei^^erunt l'apistae. Kt etücernnt •).
i[\un{ nunc sentiunt et dolent.
1) se. Lutlier. 2) Vi*'lleicbt malnerim. ."{) Hinter liei-ret selieinl ma^'is
aus«;-efalli'n zu sein. \) Also ir.:M. Mit den Dienern «U's <;-öttlirlien Wt»rtes siu«l
Ilanssniann und Cordatus und Soranus iiemeint. Vj;l. Ki'.stlin 11. 27s H.
b) Lies efteeeriint.
77.
Nudis verbis Deus nou ]K»tuisset no])is aden commendarc miseri-
cordiam suam. Kennssionem ]>eccatnrum et alia (|Uae sunt suac l»ene-
dictionis. ut crederentur. nisi tam per ma^na et furtia cxemphi iUa
nubis per \ erb um suum celel)raret. (phuiim primum est Adae et
deinde reliipnuum . ut Davidis adulteri. Jnb mab-dicentis pariter et
Hieremiae et alinrum multnnim.')
I) V--1. Ev\. A. :.s. 211.
17
7S.
,)■
IJ'.M Maledii-erc sonat in (iermanic«» duriiis (juam in Uebreo
si-niticat autem tantnm ac si dicas. Das dich ein vni:luck bestlieli'j
woK ich wünsch, das dir nicht wol n'ehe.'-j
i) /um Kample stellt. aiinTeilt, iilu-rlallr. V-;-!. Dietz L 2s2, ferner: ein ketzer,
ein abtrinni^-er vn«l alles vnj;liit'k bcstrlic ylm. ludl.i (M-nae domini l.'»22 Ciijb.
2) V-1. Krl. A. r»^. 211.
r.
M
n
'rotns t.nb» Dapistarnm in acti«>ne consistil. Ana baptistarum •
Miitcm in passionc. mhI ist eins als liut das ander.')
I) \«;1. Krl. A. »;o. :<s(..
Verus et ipsissimns scopns'). in«|uit Salonm (piem Kcclesiastem
nniinant. est. .Mitte \ ädere, >^icut vadit. (pn.niam vult vadere sicut
\adiL-)
I) l.uinisiert aus i.yo.uh. das uirklirlic und ciii-eutlielie Ziel. 2) \v;\. l'red.
S.dom. :;. als (b-ssen llauptiidialt dii- obi-vn Worte: mitte vadere vadit anuvselien
wrrdru können. ,• i- i
hl einer vom Ar«-hi\i:it liodemann 1^77 lu ILniiioxri autp-liindincn
IKindsclirift Lutln-rs aus dem .lahre ir)l.i fimb-t sirli Koljicndi's :
l'sus ps.ilit'rii »t scopus
Cri'drns t.'uiatui «M tribulatiir. tribulatus ..rat it iiivocat. invoeans »'xauditur »t eon-
solatur. roMsolatus -ralias a^-it rt laudat. lau.lans alios iustruit et doert. d(M-eus lior
{•nur el promittit. promiittiis udnaiur «'t uruvt. <|ui m-dit mmanti »t i.rouiittruti.
d.nuo .Mind.'m rireuliim .-urrit. V-l. auch Krl. A. r.2. J«i2. wo sich «bes.lb.n Ce-
dankcu, wenn a.icli mit einer IJeilic v.ui Abw.-iciuin-vn tnnlen. Kbendaselbst »In-
d«'Utselie li-bi-rsetzuni;- <les Thomas X'enatorius aus ^ürnber^^
Sl.
Ki^ni (piidem putu. plures in rure nnbiles et rectales in ciyitatibus
Ducis (leuri;ii'i. (pii ex aninm beiie volnnt veritati Kuan-elij esse.
<pi:ini sub nnstn. (dectove -) Idem senti»» de c(mtem]»t<n-ibus et perse-
cutoiibus.'j
1) (M'ori;- von S.ulis.'U. -eb. i 171. -est. i:.:i"i. llerzoi:' in den altalb.'rtinischen
1 :i„deru von I I •.►'.« IV'.".». 2) Johann der Ih-sfändi^;*' . i;eb. Iltis, Kurlurst von
|..2ri L-.;;2. ■'>) se. plures esse in ««ivitatibus Diu-is (Jeoririi (piam sub n(>stro Kleetore.
S-2.
|:!(»| l)nct«»r Lazarus SjuMi-ler') Norinberi;ensis nnus est, cpii
Kuanpdinni invexit in Norinber-am, et hactenus. ut in ea maueret,
unns elVecit.
1| Im- Lazarus .Spenuier. t^eb. 1I7',I. >ludierte in Leipzig- humanistis<-lu' und
luii^tiscli.- \Viss.'n.-«-liaft. uest. I-VM. „Dem Nauu-u nach zwar l{at^schreilMM• zu Nuru-
ber-- in Wahrlhit aber der Leid;»'r des -anzen (m .ueinwesens." An den \\ hliti-sten
Akt^^'U »U'r L'ttormation. d«'r er zuiiethan ist. nimmt er hervorraiii'ncb'U Anted.
Ktiamsi ins nnnnihii stet a parte tua.
nmnibns nrndis sitare debet Christiauu s.
tamen n>alum exemplum
•Wi
18
19
S4.
In pnn^lietia Li clitenstciii ') iiMlulm'-) Mtmarlius. ^\m lu« K't in
hnineris staiitem Sntanniii et mamis iMitteiinMiMn rapnt eins. Lutherus
est, l»orr(» cMim (iimlaui papista liunc iutvrp.vtatns osset ninucni dortn-
nam eins et vitain ex Diabnln tuturain esse. resiMmdit l ImImmmis Me ..
-crmanus frater '). h«»e mininie sie intelli-i «leluMV. sed iiia-is uitel-
H-emlas esse adversitates. (juas Lntherns pateretur a Pap'^tis. a-eiite
eos Sathana. et lM»e si-iiilieari i>er pedes incuiidKMitis Sataiiae. i\m\nx^
(MMienlearet l.utlieruiM et per maiius. .pnhns tmideret raput eins aut
pilis trälleret.»)
Absatz isr\v«)lil als Krziililiniii- des Conlatiis :ml/iit:is«;cii
IUI liesti(»res') sunt astntinres (piain Inunines. liine est. (pianti»
ounnes sunt inairis Uarbari. tanto sunt astutieres. Ilaee eernuntnr in
liist(»rijs liarhar«»ruin reirn«»ruin.
1) I/u's bcstiac.
SC».
Intcr apertam dei nhodientiam et Satanae nilnl est') pnlelirius
superstiti(Mie. et utraiiniue-^) eodem studin excreent l.on.ines. (HMMlimtia
Dei est (d)edientia lidei et huiiorum oi»eruin. OlM-dimtia anteni Satanae
est ex intidelitate ad mala (»i>era et superstitiniiein.)
I) Im Shmo von int<T.'st. 1) ><•. i>lu'.Hci.ti:ini. :;) V-1. KH- A. .io. r.i. r,l.
\:^\\. r»7, \\n.
S7.
Nullus est erro«), ipii nun appareat esse speti »sissiinus-). si per
ratinnein irrueris in Verl)Uin Dei. Sie Manielie«. suus erm tuit sp,-
tiosissinius de dunbus dijs sive principijs. Altern honn. n.alu altjMo,
Cireunispieiens enim universain ereaturam Nidit m n„nMl|ns «pnddan.
huni et (piiddam inali. velut in arhorilnis .piosdam Iruetus Imm.us. .,ums-
dnm malus. In alijs vermes patres ramus ete. Purru .p.nd ii.rnli m
tam erassumOerro'rem. eaussa tuit. i\xvA autprimun.articulnn.MmlH.il
aut ncm traetavit. aut fri-ide traetavit. \-Vl\ .Vliu,,ui altrrun. Denn, nun
admisisset. Simile tit in umnihus. «pn.s ratn. deeipit Decipit autem
ijlus. qui toti vel in parte suis eo-itatiunilnis ml.aeivnl i't mm snii
veriM) Dei.^)
1) HliT und iMTuaHi tiir .'rm,-. 2) Srl.r hlomlcnd, iK-strcl.tnd. S) (irob.
\) \Vl. Krl. A. <;i. 114.
S8.
Ori'-ini«) ln>e summum ne-otium UmmI \n deus esset antl.ur
mali. Nos autem ne-amus Deum esse autl.uivm n.alurum. (Mvaturarum
,niin antl.ur est. at (^reaturae Dei utupie lumae sunt. Q"^»»^\^; '^" f^^^^^^^
.ie lunuin.ur eunsideramlus est Terminus autlnn- vel eaussa. KtleetUL
,.„iH, Dens nun est eaussa mali. licet (let ii..in(.l»us in repndmin sensum.
sed seenndum id. Kt dimisi eos seeundum desideria e(»rdis eurum.-j
1, ononu's. -cb. .im isr. vm .Mc.xa.idricn, Presbyter 22s, o;est.2r>l /u Tyrus.
•J) Psalm mTi-- !•<•
8*^
ilm dili-enter lej;eret librus lle-um. der s<d ein -ewalti-er pre-
di":er werden.
90.
Medieina inlirn.um Matliematiea tristem T liet.lu-ia pecea-
t(»rem laeit.')
1) V--1. Krl. A. r,2. Mvl.
|:;:;l Dens (»rdinasit. ut „mnes l.umines veseantur in sudure vultus
,nne .m atnne id ita urdinavit. ut. «p'i Inme sud<n-em mm vult- sudu-
i;;.; ...Utur rem. malac. eunseientiae. Kt eun. Deus Lue urdmavit m
noenam*. Idem nrdinat Satan, sed ]n-(.].ter Avaritiam.
<y\
Animae inanes artieulum .1 ustilieati<niis mm pussuiit ma-ni
laeere. quia mm e.i;-ent illu.
\yx
m
\ntin„i .listiux.Ti.nt trii.lir.M,> TlH-oloj;):..... lu inoi-nniu. (luin.
.lix...Hnl lustori.-;..,,. voli.t ' ) l.istovi:. ,mssio,ns (' ,v,st,. et .,m,U;n, s,-n,. = )
;;:::„ K,unp.list.,-,un. I., SiM,l,.,li;-.un. ut si Chnst,..., .Uxcns y:^^^.^
In wnvMu Mxsli.-Mi.i, .|'i="' •'"'•'■t 1»'"'" 'l"-i<''-<'''" 'H'-'t"'- -^"M
;,|,. ,,i,, ,,n.,li^-.-sot/t.ntrs V.M..I.- v,.vl.nm. mu, vi.lt. ,„e sciuatn,.
• \., ,,„ vnit. 1).T l:.ss. l'-st .utou> illn.l UM.n.n.Misnm sn,,rM m.s.
N„ nh MOS nt ,„ulti S,-hw..vn,ori ,..vill:u,tu,- IN.r.; .pn .It.ovn
Ä illis sMiM. ll ^M>n. l.l..o,,lu.tM .li.-it. \.a, s.„nn.un,. \ ul.
sninnium.')
I) sr. est. 2) l »U' Srl.riftrii. :i| Lu's rimautur d.h. zu ertbrsc-l.en sucbon.
1) .bul. 2,2V Vi;l. Krl. A. "»T. 11.
*)t.
\uimalia ereata sunt, ut diseamus ah cds aninialia 0 ^•<>^~f^
,.1 tin.ere liine dieit (Miristiis^V Kstule prndentes sieut serpen es ete.
\n n alinuid n.a.num in l.u. m.lns sip.ilieaMt qmKl eueulus pa-
':.::;. snui!. vun.. die passmucLen. quud --y' |-;J-- ^
„K'am respieiens vidi.^ Sip.ilieat autem. i\\xoi\ ImIm D«Mtuus mius
up]n'imunt.
1, Krl. \ :.:. r... «-»'t erUl'unn. inul trnvbt..u. 2) Matlh. 1«. Hl.
20
21
m
or,
t:i)is(M»i»i lualunt secmnlimi i".\])\i'A simM sii;»\itt'r \)vru'v in iio-
imno Satanac, (|iiain sa
Ivi liiMi ot manne in ntnninc Dnnmi) Si
VW
im ad universalem et privatam pacem ade«» cunsnlenMit nt nos.
aiis mansnri essent et sahi lorent m annna.
CoqMnv m (»piluis s
I) Nacli ihrt'in K(»i»t"«'. <l- li- ;i"f ilin'ui Sinn«- lu'st«'lu'iul
«Ml
Won i(*li noch eins trovon mnss. wn
weili aus eini stein llawen s(»ns
vui:;eli(H*sam.'^
1 ) Krl. A. i'i. 2[\>: <i r lior>;iiii
It ieli nnr eni i^cliursam
•4 llal» ieli \ ei/.weilVelt an aller tVawen
<»,
>••>
M
ha ti
Isti versus staut in l'it: De für«. Cnuipet: ') et sunt al»s«|ne
mni (luhio eontra Papistas:
(!oni]M)sito late jetenti «juaeso ei
(Jui putas exelusuni. erinien per tempnris usuni.-j
Id est, (|ui putat malum praeseriptinne honum lieri aut peeeatum vetn
State lieri virtutem. Der s(>l ein Dreek essen.
I ) In I i r II l<i <l r tu It» ( Olli |M' t «■ II t i
2) \h'V /.wt'itt' \ iM's ivt rrlilcrlult.
il:i tlii' /wcitf Sill.v' in piitas lan.u- is
t. \ValirsrlM-iiili«-lM'r sind dir \'«'rsr mImt als
Ij'ouinisrlM
h'st'ii:
IHK
l ilaraiif (i«'ut«'t du- liitcr|»uiiktinii iiinl <lcr L'ciiii liiu
so /ll
('(»ujposito latf, rctciiti «iiiacso ciha t«'. ipii piitas rxcliisimi. <rimrii |Mr
tmiporis iisnm. N'.u'l- )•• '-*' ''
M
wo SI«
ll •ilinrnlic \rrs«' liinliMi. IM«- KrUliininu-
ItT N'crsc «It'iitcn Liitlicrs loli;«'!!«!«' Worte ai
I. _Mil «'iiH'iii \\v\\ liiii rirflirinlriH Jr
ri(
hei
■litc, l»itTi'. tVittorc «licli, wi'ini (
hl iih'inst". ist wolil zu iilM-rstM/ni. I >a
S Sol
sscii:
,l)ii sollst l)nM-k rsscu, w«
im «In iiH'iiisl . (lass »liirrli \'ci;j:lliniiii:' (prar-
scriptio) etwas \\l\scs zu etwas («iiteiii <m
Tni;-en(l werde". Die obi^^eii Verse sind weder im («»rpiis iuris ei\ ilis iiocli eanoni«
zu tiiiden.
ler ein X'erhreelien mit der Zeit zu einer
ll
<»S
Pura naturalia'). Sive terra naseenlia. enuNenit euere a<l eon
t edi
ll
servationem huninris naturalis. N'elut sunt pisa reecntia -)
rnma
pira ete.-')
1) N'i;l. Veit Dietrieli. Colh'eta «'\ Colloquiis. ilaiidselnüt dei NiirnI». Stadl-
ItildiotheU p. T:i': l'ura naturalia sunt e terra naseentia. Ka eon\enil edeie ad eoii-
servandiim liiimorem naturalem. Medi«-i ea tam<|iiam «-riida pn»liil>ent. id (piod mihi
displieet. 2) Kriselte Krliseii. lliilsiulViicIite :;i X'ii'l )>. *>'■> d. M.
91
Mir hatt i;ntts weiss
') (dVt vhel ü-elallen aher it/ red«' ich \ hm
nu
ht
ein.
-)
I) (Jottes Weise 1) V^'l. Hrl. A. :>T. l-'.«".
HH>.
si inipii etiani letissimos dies diu*an1. nihil in\iden. aliud enim
nihil illis e«)ntin^it ([uam pon-n. das man auU den k«»hl'j wirtlt snd
iKild darnaeh wird sehlaehten. Ilue jurtiitet cpiod Ksaias-j dieit. Sai;i-
nate. Sai;ina1e vietimam ete
1 1 her KoImI ist ein ,,i;eriii<:i
Wolinn-el'iiiide, Woiiulieliiilter für Tiere. Tier
liiitte
IUI
.lalirl
I. so viel NM«
tall (virl. W(^i-aud 1. '.tT'.. Sehmeller. IJaieriselies
Wr.rterhiieli ll. 2T:>). am
ll .relierzu--. Haube. he«'ki-. Kasten eines Wap'.n
.MülU-r l. ^.'..■».
l)as Wort ist al»i;'eleitet \(»n
Kol
s naili
Mast- oder Seli wein es tall.
1) Piises Citat ist im Jesaias nn
dii' Stelle .lerem.
\1 I. :; \«»r. Pit's ist um so
lit aiifzuliiiden. Walirselieinlieli seliwebte Lutlier
walirsclieinlielier. als es an einer
andern Stt-lle. wo u
Iti-r denst'llten (!e,u"ens
lirisst: ..hie Propl'«''*'^' haben sich am
taiid u'esiu-uelu'ii wird, nach Krl. A.r>T, H»7
h daran >;-estossen (dass es niimlieh den
lii.si'ii liut , den Frommen s«
hieeht in ili-r Welt ireht). schreiben viel davon, und
zciiit'ii danebtu an. wie <
lie l'runimen solch .Vei\:r«'riiis
iilM'rwinden und sich da-
w
id«r lri»sten solh
n. .\l^ .leremias s
doch den (lottloseii so W(t
hl. und <lie Veriic
lu-icht am 12. Kapitel [\. \): Woruinb p-hets
hter haben alle die FiUh
Aber
nimmt ein i>os
Kiid«
mi
t il
neben wie Schab', dass sie -::es(
r weiter sju-icht (V. .i): l>u lassest sie I
iilaclitet weiMbii, und sparest sie, dass sie -ewiir-i
inen, wie (
es
rei
W(
rdeii. havon re«
b'ii auch viel Psalmen (Ts. ^
V.l. t:'.)-. V-1. ('.»rd. p. ir.:{.
|;)r)| Kun (piidem sum (
et mahl omni
Ine
nuM
iiisorum liitela. Si enini ilh nie <>e(
1 .. • ^ . I ' i • ' ' ' ' I
IUI.
len Lant/kneehten'l inimieissimus.
lis a-ere sah Turea. aut Tartaris (^uam suh
•iderent, seireni. a «pn» sim ueeisus
nempe a Tureis. Christi inim
ieis. Uli aiiteni. (pii sunt.-'-)
II Pas W.ut Laiidskiietht (s»-it den ^lu
r.Iahren des |.'.. .laluli.) bezeichnet
iirs)M*iinLiTn'h einen
in U.iiserlichen Landen" iiiwo
rbeiien SJddner, aber in r>ezii'liiin,ir
Uli' die laniiin Spiesse «
ler SJddner wurde jem-r Name /
ll Kantzkneehl iim.ue-
bildet. woliir Wei,i:ani
1 1. |o:.:i einijjc«' llele<:stellen an
t'iihrt. 2) Vi:l. Krl. A. "»T, l.M».
loj.
Mieh wundert, das (iott so i;ute vm
l hohe ertznev in die drt'eke
i;esteekt hat Stereiis t
iiim poreinum. iiiaxime si sit a jHireo (
ilid
um
;ni-uinem restrini;it reeeptum in mannm. v.i\
Kiiiiinum valet eontra pleii-
resini 'l Humanuni s;
I) Si'itenst«'<-heu
mat <mini;i vulnera.-j
Kine alte Hand hat hinter pleiiresim beschrieben .vnd
iiu
hr". 1) Am Kamle st«'lit von eim r amb
i»-h noch mehr«'re am
Vul. Krl. .\
... wo S
reu alten Hand herrührend „Krt/.ney .
lere iihnrKhe Kecepte als Zusatz linden.
lo:
Uaptismus (
lieitur si)iritiis lavaerum ju-opter siiiritum sanetum
(pii datiir vi promissninis. «piae es
t in verhis r>aptismi. Salvus ent.
li>l
P'
O (
Dii;n itas est. (
li-nitate halu-tur lihertas (pun
las tiir das best -ehalten wird Vl.i vul.^us imperat
i:;7| est vul^-i. \ hi reiinan
nohilitas \ In ver«> op
dii;nitate.
I ) l'amen
tum ') in ipsa re ma;Liis lieentia
t pauei' Ihi pro di-nitate hahentur opes et
itima est IJespuhliea ihi virtus reputatur pro
lo:
>i nu
llam -ratiam hahemus a vieinis
nostris perseeutorihus Duec
<ieorr.io, eei
te haue hahemus ipiod tvrani
dile '^ua id tdtieinnt. ne
Se.
tariis impleatur hee Uegio,
22
KMl.
Noii intres in iiuliriuni (MUm ><en(» tun.') IImih* rt'inissio ]»: *\:^'-)
hie orat, neoessiiriii ost, \wi\ taiitmii in ci-rlrsiMstii-ji ivli-inni', srd ot
in Politia et OtTononiia. Inio in oninilnis statilms et jirtilici.js. riii rnini
iiiiee non est quid jjotest eonstaivV lline est. (HUmI i'tiani Ktlinicus
ille-') ])rünnntiat. Sumnuini ins. summa malitia est.
l) Psalm U;{, 2. 2) Aiil/iilJ>st'ii mit n-iiiissio |u'cc:itorum <|uam liif
orat sc nsalmista. ■'>) Tcmiz: llcautimtlmorinmiios act. IV. sr. '». An nm-r
an.U'mi Stelle sa^'t I.ntlur (Krl. A. 22, j:. I): Wir «Irr lU-i.lr 'IVrrntii.s sa-t .. as
stmi-Tst lU'clit ist (las allrri^rössi'st Tiirerlit-. KrI. A. 2 », 2'»:, tiiliri rr ic.I.m-ji .Im
Vers'^auf Sciuio /airiick. V^l". aiissmU-m Cic iW oiV. I, H», ,lcr snmmiim ms. smiima
iniiiria hat. In sclir al.wi'iclM'iulcr r..rm Im-tct KrI. A. .•.^. 1^ I. I v". almlirlu- (.(-
diuikcn. IHt Vers fimlet sieh aiieh Krl. A. t.2, 2M iiml lin. |!h..
lo7.
Tanta portenta rerum et (luetriiiarnm iion «juamlilK't. sed mnito
maximam mutationem mundo i»nmuntiaiir. Canssac mala«', syd parvar.
maxime nie movent. Sed maximae (ut est ( "a iii pani ' ) «•onvicium cnntra
spiritum sam*tum) minime. Sie enini in talilnis eo,i;iti» Lass i;vln'n
ipua luK* snpni te est.-)
1) leher den Niederländer Campaiiiis. einen der itr(»te.stanti>eheM Aiiti-
trinitarier der Uetormationszeit v.ixi. das Nähere n. l II '•. 2) Mit den h-l/ten Leiden
Sätzen v-l. Krl. A. 57, ir,«i.
los.
[oS] V.^i) si liceret. jM^enam ab ininneis mris multo atiMeissimam.
ot vimlietam sumerem al) inimieis Christi Silendn Kt ipse Drus n<>n
lial»et majorem iram «|uam euni sih't.')
1) \<^\. Erl. A. •"):. lä»i. aiieh ".T. I K». 111, I 11 iV.
Trotz') Tetro, trotz Paulo Joanni-) et omnilms sam-tis «piod
unum veriuim ex verho Dci totum iiittdlii^ant. «piia s^pinitiae eins
non est numerus^')- nostra M autem velut ratio int«dleetus et oninia ')
an non sunt eerto numero eompraehensaV
I) Trotz (Widerstand) sei i;-el)oten «lern l'etriis u. >. w.. dass sie IV. I>ie.s
^v-iirde etwa in dem Sinne stehen von Jeh uill es nielit zniielMii. dass Petrns W.
aueh nur ein AVort aus dem Worte <;ottes -anz verstehen" IV. 2) l'.rl. A. .»T. I I
Mose. 0 Psalm 117,'). h "se. sapientia. •'») \i"II'itht omnia alia. welelu-s
naeh (unnia leicht ati-^tallrii IcMiuite.
in».
Saneti intelliiiunt verhum Dei k(»nnen aueii davon reden. al»er
sie lernens nieht aus. Seliolastiei de liae rc .Icdenmt exemplum
Speram'). quac me se-") imjjosita. tota «luidcm \isii eoniprelienditur
sed tamen mensa eontin.uit eam tantiim uno puncto.-')
1) Lies Si)haeram. eine Kn;;-el. 2) l.i«s mensae. .{) Der (i.danUe
seheint folgender zu sein: In IVzu^* hlerant tiihren di«- Sehultheolo-i-n als P.eis|iiel
eine KnuHTan, die man, wenn sie auf einem Tisehe lie-t. ihrem -anzen l mlaii^'»-
naeh (darauf Ih'j^end) sieht, während der Tisch sie doch nur mit eniem Punkte be-
rührt. Also ists aueh ndt dem Worte (Jottes. l- H..,.t •-.xm, vor uns. Aher nur
etwas lernen wir davon. V^*l. auch Krl. A. "m. I I.
23
111.
|M,i stndui et ouidem dilii;enter. nee tamen unum v^^-'^^Y'' /^f
, ... ':;;'i,? "totun\.onMUvhendi. Uine est. (,uod inlantdem doetr -
.? o m exeeXin» In o. (,u<didir quae s.io revolvo in ammo. et
iKMii nomlum cxtisNiinu. n.. i niiidem n "vt me nonnilid.
l,.„„i„il,„s '"t'll'J^'^''''^ 7''"'". ' ,, , i,, ,.oelis' (im cuiiu I.;ut
•'■■ >■;* "t:i::ii;;;;'.''';',u 1 ou"''; '" im., U ;.:.„, ^.....t m suis
^'■'■'•1 '"''' "'^ ^ -.'tis u . .-uns.M.MtiaM statin, sul.inl.Tt.. <im. illc
I,,„„i„„s ci,n,i SU,,, .•ofl, it iuuxi \" ; („nuau.i. ot ali.i
\,n-\n -ntci | l'M N ■"" /•" "' . iiiiiiic,"i ut s.-i icet su- e\-
„„, ,„|„ ,,„st t,-u...-nn .-aiut.. a .t j;\' '.''-;, „^i,,, ,i>„u... l.o.-
.,,i^'„„„, „„„ v.MT .l..l..-o.'n.. US ''•' ' ;^;, ,,„ „ ,t ,„stn. iuliv-
' 1, X .. i».,ii» f.it omni tuh's eordium noMioiuio. ».t n
'"!;"" ' '• 'itN V., v-v s .,l,s wa,- isty et u„u„, vo.-l.un. snu
.,„.„1 ou,„i.,.„ .litli.-illi...ui., est ,u .u„in snipt,..,., mwy, I
|'racc('i>t<i.
, 1.»* i'";r-',i: »'s- ,::: '^i::;,::^ i:::^^:^^:^
Ut anteMuam ineiperent eon.Monan mulieies. oiaunr i. i
solt yhr ztivor sprechen.
„,,,,.. o,..n, sn„u.us ^■".-.;^--;;: i,i~ ;:;:;;;5;;,na;:")
ut < •'^l»'*.'*"^ '•...,,. ,,. Sed de har (juestUMie ecmvert - > sit
;!i5;'i;i;:5,,,lv;.s';: v;r^ <vt-'^ - -- """'■^-•^' '^'•^'^'••"^''^
nostrae seu tidci etc. •>>! vi.l-
n suche nach den. Verständnis der .n ^chon^^
'^•'^•»•^ >>'• '' '*•'' l^T^^^'^^'f' ". Wo t 's -i dai^u den. Zusannuenhanp-
|i..lu., auch unleserlich ^•^•^^•''»''^'^•^•"*V , mmu 1 i 1 c will sa-en: leh -ehe iu du-
„ach das Wort alumnantur /n /Hchen sem Lutu i ''' ; ,,.^.,aen. Ks ist
"!|le Schule, in >Nvh'lu'r sie seihst /o^. u.eMil^ . .^^ ^^.^^^^^^ j,^,,^
„.,..,, ,n hen.erkcu. dass der '"7.;-;;,^^; uJt^^udl ist das Jr in der ersten
aie Silbe na vertreten ^y'«'''*^'- ^ '* ^''\::, . iJ ,^^^^^^ i) Hinter manilms tehlen
Sill.e jenes Wortes sehr ''''''»^'^''^'l' ^ .. / T' ^ ^.,,,a •) er-ieht als Kriränzun-:
.•in paar Worte. Per /;-':;-;:!; ^ ;;/;':, ^Uew/Is^lseh^ sotorr hinzu. M 1 iu-
pater mens e>i. •' i>\.<"5^ si Vmo. »u •> W) Luther. KM \ -l. n -'.v
Inihi. V-l.n.r.o. ■^><■^^•^ '''"■''••\...,,; -^7;;,i,,;i;,[t' leherzeu-uu.- u, der Lehre.
IllCordatus. 12) .i/.'/t""/"t"^^' ^"'''-^ (..NNismu.
Liirti
«•Ii u"r
24
l.'i) I)»!' Nit-iU rliiinU'r .lull. (';i iMiKiM ii.s ans M.u-.si'Irk in <Ur hün-or
hiirtii;- kam |.">"J^ aus ( .ilii vcrtrirlM-n iiadi Wittrnln-r::'. w.iv l.'.i'.» in Marlmr;: mit
anwcst-ml nnd trat nacii riiu-ni rciicn Vcrkt'lir mir «Icni schon damals <lrs AMalis
vcnliiclitip'n (ii'uri«' Wit/il in Nirmv.uk im März l.'>;;u in cinrr Srhritt : ('«mrra Lnrln-
ranos et onnu-ni [tost Ajm»sIo1os niiindnm. dio vy zurrst (Küsilin 11. liid} liamlsriirit't-
licli vcrljrt'itct zu iialK'ii sclicinr. Itcsontlcrs .i;:i*jr*'i« die TrinitÜrslrlirc auf und riilinitf
sich völli<:;cr (icwisshcit in dir Lehn', da er seit d»'n Ajuistcln der erste sei.
(h'F <lie Walirheit \\i«'(h'r entdeckt lial»e. Canipaniis endete tiaurii;*. Nach zwaii/.ii;"-
jiihrii^er harter (ielaiiu-ensciiatt starl» er. u:ehen,uM von Kummer unddram. im Kerker
zu rleve l'iTI. II) .i?,tinn<f nnc'/v. I ."> ) l^iest' drei iidiahlicii zusaninun.u'eht»ri.tren
Abschnitte lassi'U sich eheiilalls zeitlich hcstimnu'ii: Ks werden \oii Lutlu'rs Kimlern
Hans und Ma^-daleiic erwähnt. Krsterer ist lö'ii». letztere am I. Mai ir>2'.l irelMU'en.
Seines am 7. Nov. l-^iM <xv\i. Sohnes Martin wird noch nicht i;'eda<-ht. I>arnacli
würde di»'ses (iespriieh itn Allgemeinen in die Zeit vom I. Mai l.")-.M» i»is zum 7. No\.
l.'t.'Jj zu setzen sein. 1 >a alier ( onlatus, der an tUniseUieii Teil uemMumen hat,
sich nach seiner Knthissunu' in Zwickau vom .luli od<'r An:
I ((Jötzi", .lahreslier
p. «»7) his zum rriihjahr !.').{•_» in Wittenher«; authielt, so muss ohenstehende l'ntcr-
redun«;- in der Zeit noui duli oder Auicnst ir»:<| l»is zum 7. Nov. d
esst'liien
Il>
.lahn-
also |.');;|, statt iret'unden lial
»en.
\'er;;'leicht man schli»'sslich mit (Ur Lanzen l>ar-
stellun^*, wie sie Cordatiis ilherlielert hat, die s|»;ifiren deutscln-n 'lischreden, die
Krl.-A. .">7, II meistens nur di'ui (iedauken nach Aelndiches in weitscliweili;:erer
Form hrinii'en . aher von i'rau Käthes rnterhn'chun;»". der Teilnalnue dts Cor-
datus U.S.W, nichts wissen, so winl man nicht zweit'elhat't sein, wo hier «lie ur-
spriini;liche und riehtiire i'orni des Lutherschen Textes zu suchen si-i.
II J.
[n| Ciiiupa uns '4cnl>it ailMTsiis oniiu's (is riiiin titiilus est iilni
sui')) als wider sirli scIUs iiiclit <|iu'iiia«lnMM|iiin ipso i»ntat. l'liira eiiiin
scrihit iMuitra sc «jiiaiii (MMitra nimH's.-i
I) her richtige Titel di"s IJuche.s ist in der \ori;;'en Note ansii-j^el
»en.
■.') ( am-
jianus Ihu'h wird <»tters hei Luther erwähnt, vi;l /.. W l'.rl. A .»7. I.t!»: «in. ;{2l
t)l,<ltV. nhensteheude Worte Luthers stt'hen ehcnlalls im innern Zu.sammenhauiC«
mir n. II L a. h und sind deshalb auch wohl l.'».{| jii'S| »rochen.
n
.Vus den Worte
is enim titidns est lihri sni krninte man >«-hliessen. dass ('am|»anus lluch bereit:
I"»;{| dur<-h den I)nM*k verbreitet ucwesen sei. wälu'end ^onst erst \on dem iMuck«
desselben im .lahre I5:<2 etwas bekannt isr.
II:;.
^lartinus Cellariiis'j onniil»us inodis iikhmiui rnutiMKlehat. iiicaiii
vocatiimcm-) niajoivni osse quam Anost(»lonnii llniniiics eiiisimuli
vaiii sunt et superbi (,|ui tanieu eis liam* innataiii sn)K'rlMaiii et iiiali-
tiani tortioreni Taetani in aniinis suani prarstiiiiidiniicin. pleroplioriaiii
voeant"*) et spiritus sancti certitiidineni.
I) Martin ("ellarins, ins Stutt.i;"art j;-el»iirti;;", schloss sidi l.»-'l di-n Zwickau« r
Lropheten an. Vi;-!, über ihn K.istlin L "•-'-'. •» 1'^, 7r>»i, ^Hi. Kr ist nicht zu v«'r-
vvechseln udt .lohann Celiarius, Prot". d«'r hebr. Sprache zu Leipzig;, uml Michael
Cellarius, Lredii::i'r in Auusbur:,^ (Seckendort", hist. L. index 1). J) Ihrnliin^-
:{) Dieses (J<'S]>räch «^ehru-r zu n. Li."». Wd. p. :«^m d. M.
II i.
Fiselie ;;'eli<.reii ins \\a>ser. Kill Diel» au .ual.m'Uii Der TeutVel
in die Helle. Drunib liellV man vlir keinem, sie irelmremi doidi dabin.')
I) In abweichernler F<»rni KrI. .V. «il, :U I
11
Cum iiissu prim-ipis') venisset-!) in eivitatulam (Mial;L ut mcmeret
I 121 ("arnium ') et alins (.xpu-natores imapnuni passini posuerant
nianus. pedcs eai»ut. euiusdam ma-nae imaiiinis. erueitixi. eireiim am-
boncm. «pn. aseendeiidum erat eoneioiiatun» Lutlieri». de (pia audaeia
( tiamsi vidiementissime \)vy eam
Nerbo eins mei
fuisset eonimotus. tamen ne um» ■)
itinnem leeit. sed pacilicis verbis de t<»leranda eruee
i>rai'(
lieavit et de (.hedientia debita ]nineiinluis.''j
\) Fri«drichs des Weist-n \oji
ac
hsen. 2) sc. Lutherus. im Au^'ust i:vJT
) Kahia in 'Thüringen.
l) Kim
dte Hand iiat in ('arol(»st adiuni verbessert.
l»r. Andreas l'iodenstein. .^enann
t Karlstadt \ ou «ler Stadt Karlstadt in FranUiui. seit
|..u:» Maji'ister der IMillosophie in Wittenberir
L")|(i Ur. der 'Theol(»^ie- dann Froi.
laselbst. I.')J1 ITarrer in Orlamiin»
und Frediuer «
stiiruur und SakranuiitU'rer seines
nach einem vielbewiiMeu
scheiiU (|uide»n aus^'elallen zu s«
in abweichender Form. Matthesius
b'. in demselben .lahre als F.ilder
_ \mts entsetzt und Landes verwiesen, stirbt er
Leben IT. II als Frof. zu F>asel. "») Am Knde (Ur Zeile
■in. <•) l)ensell»en Vorfall erzählt, wi-nn auch
Frediut V. ^<» mit dem F»euu'rken. dass er die
llrzähluni:- selbst aus Luthers Munde vernouuuen hab»'
lli'
Deinde eum eiio'i eertus. (pu»d nun tiimu'e illerum ln»minuni
lissct intern»i;asseni quo atleetu nmtus silcre \oluisset. res)»«»ndel)at-).
pcrbiam fuisse contra superbiam. et superbissiim» s])iritui ipsorum.
j (li.ib.dieus erat, ita par pari rcterendum fuisse.")
I I ( oTilatUs
1 LutluMMe
Hält.
man ><»
•„clten müssen (nändiidi dem unerträ^Ticlu
Hiernach hat also aur
h ('(M-datus die Schihb-runii- Jenes
(deiches mit (Ueichem ver
>tolze der IMhlerstürnuT ücucnüber).
Un
ins .lahr l."»'il irehörem
Vortälles aus Luthers Mund«' ,u«h<"»rt.
ha nun Mathesius erst von l."»"J'.» an m
Witteuberi:: ir»'Wesen
isi. Cordatus sich aber am
h während de^ «-rsten «Quartals de
llien .lahres ( V-l. < J'dz«-. .lahn'slu'ridit p.ti'i) dort aulhi« It
s«» s
iud Lullurs Wort«
wohl nu-ht \«»r
•_".)
:espr
o«
h«'l
I. es si'i «
leim
iSS «
r nM'hr«'re Male sich ülu-r «
hn-
««'
l»en (;e^«'nstaml aus^t-spn»«
heil hat, s«» «lass ('«»rdatiis bereirs lö2l - In'iri währeml
s«uu's ers
reu Aufenthalts in Witt«'nberji- «hivoii hörte.
Kt
II
Das edelst kleinot einer Stallt ist seire. (pn.d ]u-ineeps ei taveat
s«'in' q
m»d non liabeat i;ratiosum dominum, summum eins malum
esi
11^.
1 1:»| Ins sedentium. de <pio
ut ipsi b»quantur. ci ei:o taeeam
nune novi mei amiei seribunt est
(>uod autem dieunt. nie ins illml
niiniquam pati \oluisse. II«»e seeus sensi a (
leeennio in tanta turba
«•Oll
tradifentiiim Deinde. dieat Caesar, respondeat Fapa. si n«.n si
m
passus ins sedentium,')
II Luther s«-li.-ini «Tic V«»r-än.i:v in W..rms I-Vil vor .\u-en zu liabt-n. FebeT
«lie I
kein
M'ZH
e si«
hunj
welch«' die W«»rte: ins s««leiitiuni
cribunt haben, vermag- ich
lu-r«' Auskunft zu -•«•ben. Vi«'llei«lit ist aut «be in «
d«'r Not«' zu n. 1
» )
aniretllhrt«' Zusammen
kunft «l«'s Kurlürsten .lohanu und d«'S llerz«».us (M'<»ri;- zu (.rimma
(.lull i:»;M) an.LT« spielt, w«»
Luther in Sa«
hell (Morus Scliw«'iii:en .u«'b«)t«'n war. Line
l)Osond«T«' juristis«-h«' F)ezi' hiüi-; hat, wie i«
h hör«', das ins s«Mlentium nicht
26
11!».
auf
P(K'iia ]KUMiinarin milla est. (juod \v\ divitvs siiit liniinnos
a(*(|uisitaiii uhMni(|iU' luruiiiaiii non nia-iii iKMulaiit. Toriia autiMii i.irn*»-
iniao. Ict^ii corporis auf capitis, propriac sunt pnonac.
n\
1 -J« K
MulieruiH ]>ra(Mlic*ationos taiitmmiiodo tristes tacimit, «piia sunt
exartritvs, et ciini voritatviii l(M|Uiuitiir. s/o (Mitteilet sie n
Im V
(M'a
l»at
luteiii Ihm* iioiiiiiie hm
]>etuo o])tiina \ er
erat virtute.*)
(IS {(»i^iis») \ \»>ri><. «jinlMis ipsa per-
ha eins iiiteVturl»al»at -i. Kt 1). loiias eacleiii
I) /
oyor-,
) \'ul. II. ii*^ mi(
l 1 1 1 .«. :t) l)ii' Worte VMu: voi-ulmt virtiit»
SIIK
l als liciiHTkiiiij;- «Ics Conlatus aiit/.ntasst
II.
l>r. .Iiistiis Julias. ciu-iMitricli .I«m1ucus
IM
U-r Jost Kocli N(Wtlinsaiius, p-li. I ri.i in NonlliaiiMi
.liirist iiinl riu'oluj.;»-. ciiHT
der tivucstni
sitiif /u WiltfiilKT
Liitlirr In Marhur^
FivinnU' mi.l \-itVi-stin (MJiiiltVn l.iitlirrs. IM'» UiUtor .l.r liiivrr
IW-h'itir auf «l* r IN'isr nadi Wurms, lii'.i mit
i:.2l Lutlurs
\h'M) in Aii;;:sl»iiri;* anwcsm
(l. I*)!! SiiiMiintiinlrnt In llalir
|.*)1(; in Kislfhcn hei laitluTs Tutlc /iijifcp
n, i:..')! liulitrciliu^rr in Kulmri:-, .u«'st. l.'»')»
als (MM-rptarrcr in
im Fiirstmtunu' Kulmr^'.
der Tliat uft <l:i / wisclien.
lOher-lnsiieUtur der iViinkiselien Kir»lien
in dCii deiits«'lien l iseli ■-.•«l r n si»rirlit Jonas in
Kisteid an der Werra um
IJl
[ll| Queeiiiuiiie de trinitate. aut pers«.naruui «»ri.^iue iii diMiiis
loeiiti sunt ])atres, liue diliiieiiter speetavernnt. ut trinitateni allirnia-
rent aeternani esse, et in ea nnllnni teni)nis aliu<l esse «piani praesens,
non praeterituin nee futurum, lline est. .piod dieiint patreni seniper
euerare, seniper nasei liliuni. Spiritum sanetuni seniper pioredere a
patrc et tilio
Xisi sua niairna niisi
1 •)•)
rie(n(lia uoIms servasset ' ) Iii Mi am. ipsa sine
dulii
o au
tliore Satana diu interijsset tantus est inimieus eius. et li«
i»e
non sme eaus
liui
le versum.
i, (piaiidn etiam a Papistis audi\it in templis hoare-)
l)i\it Dominus d«»niino nie(» •) (piem certu seivit ei ojim
illaturum danina. «piae iiiiiic sentit.')
I) sc,
l)en>
Tste Satz iilinlieli KrI. .\. •'»■
) r.uare (.Vorlr). l:uit selireien. 1) l's.ilm I !<•. I. 1) Der
IJ:
Iv-(» saeiie s(deo eoiitendere eum l)e(» uieo de Christo et dieeri
'I'u deus mens, virum. <pie
nulii proposuisti eredendum
m Cliristum esse et vnlnisti voeari lesiini.
In liuiie ern(» eredam et eonsistam in illn
wie ein armer sunder usipie m lineni.
IJt.
[toi Fere ridieulum est Deuni ii(»s (|ui sumus eam et sanpuis.
mutuo hello et pui;nae eommisisse eum taiii fnrti et maiiiio spiritu.
oualis est Satan, Kt nuo<l alia arnia nohis in man
US non
tradidit ad-
versus tantam potentiam. nisi i
hi unum. istie alterum verhiim Seripturae
(piod lide ai)i»rehendamus, e
t sua*) tanta malefaeta NCrh«. vineamur
ihiH uuiss -rcw
isslieh den irrossmeehti.ü-en -eist von hert/eii verdrewssen
ri**.
27
\t in hae puiiiia inprimis ditlieile est. Dialndum ju-o Diaholo airnoseere.
Nenn» enini verhis asse(|ui potest. ciuam varie sc illa maledieta maiestas
transmiitet. C(»^'nito autem Satana. (piod Satanas sit. t'aeili verho super-
hiam eius (Muifundimus dieentes, Lcek mich in arss vel Selieiss in die
hrueh-) vnd hen^s an den hals/..^)
Das muss ii. s. w
vnnainus
wir u. s. \v. Der Nachsatz, beirinnt init^
Vielleicht ist alter zu lesen ut sua (ejus) tanta malefaeta Verhu
1) sc. et «iiiud sua (für ejus), dass
2) hruueli. llüftenltedeekun
iM'inkleid; si sneit im liemde iinde
Um och. Pare. 127, im lianj^eT diu l»ru«»ch um diu bein, Liedersaal v. Lassberjr
1 1, -jr.s ililirt dieselbe Furin nur aus Alberus (Uarfuser MCniche
.{. ll<». Weiiium
Nr. ."t.'io) an. Die späteren deiitsclu-n 'risehredeii (Krl. A. <)<>, li) haben Hemde tür
U Manche ähnliche Ausdrücke Luthers, die für unser (ic-
I» rnc II
fühl
ei»ens(( <
lerb wie abstussend sind, kommen
iiich bei Cordatus
V o
r freilich in weit Itesc h rä n k te r em Masse
als in den deutschen
Tisc II reden, w«» s
ie besonders inStücki'n. die d iese mit Cordat n s
msani überliefern, sich sehr oft als späterer, n
;reni (
ii errührend er Zusatz aiiswi
icht von
Lutl
isen. .lene Derbheiten
— das ist 1
icr
iier /AX
b cd e n k en
fanden in der damali^^en Zeit, wo Luther die S]»rache
i n e s V o 1 k e s r < • d e t . eine e n t ixv u- e n ^' c s e
s 1
sie soirar
tzte lU'iirteilunii'. Man hielt
\N
ie Seekendurf an der in <
1er Vurrede erwähnten Stelle
berichtet, für iruti' Witze. Andi'rst-its ist es w(>
hl zu beachten, dass
lie stärksti'n' derartitren .Vusdrücke in <ler IJe^^el nur dann bei
Luther vorziikummen pflej^en. wenn c
r mit dem 'i'eufcl selbst oder
mit d»-n Werkzeugen und Werken desselben z u thun zn halien --laubte
Dann iM'herrscht ihn das Cefülil. dass das Prineip der lUtsheit und
(;emeinheit nicht anders «renannt zu werden verdiene jils in der
Sprache des (ie meinen s(
II
zu
nd
sei 11 e m
Abscheu ueii«'!! den büseii
Ibst, uimI es drän.ut ihn seiner Verachtun<i-
Feind »len stä r k s tcn A usdriick
„.. leihen. Dass ("ordatus endlich Jenen Ausspruch Luthers (.'ben
falls nur im F>ewusstsein des schwersten Ernstes n ied erj^cschricben
hat. dafür bür^t uns (
Motto.
las Seite l die!?em Tairi'buche vorircsetzte
12:
Omnes «pios eolhuiuentes jiassus suni Sehwermeros ]>er summam
et praesumptissimam audaeiam adorsi sunt'}. A(hle etiam summam eerti-
|hi|tudinem «|uae tamen tandem faeile eonfusa est. Sie a(h>rsus est
me (minium prinius ^lareus-). (pie eum u
Itimo '). ut a suo eejito') de-
;istereL respondehat. dot seihs s(d mir mein lere nielit nemen. A (pto
eum deni(pie siitnum postulassem dieehat me satt siüiiorum visuriim.
N(Mpie hine suspieahar maluni seditinnis. (piia sinii»lieiter et eandide
lo(|Uehar eum eo. et ideo dieeham ad eum. Mein (Jott wirds (U^nem
(Jott wo] verhieten. das du kein /eichen thusL Kt cum inti'r alia por-
tenta verhorum dixisset. Se statini ad prinium (Muispeetum ita homines
eopioseere, ut eis etiam animorum eoptationes posset revelare.
Ideo ro-aham. ut animj mei eo-itatiimes reseraret. ad ([uod a
u-
ilaeter statim resp(»ndehat. Ale niine id volvere m annno. i\\u
Kl sua
vera esset Doetrina. Cum autem eun id n(\i;-assem esse verum. 110
»lui
tum ei. lieet r(»-anti. hoe dieere. i|U(id eii-itarem. nisi eras r(MliJsset
Kedeunti dieeham. <|U(»d res erat. Ilahueram enim tum in aninn
(» naee
vei
ha /aehariaeM. Inerepet in te D^nninus. Satan eti
Paulo p(,ist ad
eeavianus Uli
/ui
eum I 17 1 loipii oportere (pu
ri
nie \(Miit ille Nienlaus Storek'M. illius Ma-ister
i eum haee de Maren dieeham. resp(mdehat. Mar
madniodmii ipse vellet. ]s Storek valde
deha't nianum alpia iilenam salvare ]M»sse homines. Ne(iue (iuie(iuam
28
cflicii'ham (li(HMi>. talcm ;H|uaiii satis ctticacciu cssi' ad niHTaiKlam
sahik'iii lu-optcr adiiniftuiii VCrlnim Dci. <|U«mI lim« iiiaudaivt rt tact'ivt.
lN»st illos vciiit anihonim discinuliis M unt/crns • ). <^)iiaui ill»»
tucM'it siijutIhis vi clatissiuiai' (Inctriiiac. ihmiu» ol«M|ni |M»t('><t.
lN>st limic veiiit ad iiir <|iiidani tnrnat«n-N. prolcs Marci. <|iii
dixit l'atn- iiKMis iinsit uw ad tc Cni cii«»'» <v>ins est paU-r rniisV
l)('Uf< r('S|Muid(d)at. vi cp»"'. Kt iiumis patiT est. cri:-«» sinims tVatn'S
<^iiod iptur mmcimn fers a cnimiinni patro nostmV DtMiiii iiiimdo valdc
iratiini ('>iso. So oiiiiii Nidissc. dic(d»aiii '"). dnimniMiuandaiii iiiairiiaiii. in
(|iia imdti coinpotatoivs se(
lissciit (,)iiil>us Ih'iis adstitlssct diiolms eis
(lii;itis conmiiiians. Kx (|iio \i<n imnciinii smnii ci tinssc rov«
latiii
II
Ciii OiTo"). ante im
tal
la sc
Ire. Sin aiiteiii lialuM-et ad nie nnviini et
privatmn. Ii<»e dieeret. Kx inn\ersa seriptura notuni esse Peiini niund»»
iraseiV Ad iiaee ahi.jt iratns. <(Und nninitioneni (-(»nteninereni.
l'iito aiiteni. nie istiiisiniMli Imniines ]»essiini"i plns niiims Sexa-
inta. VA vidi, onineni superhani doctrinani ipsonini alneetani esse et
peri/)sse. ut judvereni terrae. N'eliit et Ca rol«>sradi.|. <|U
i lis|
um ni-
i)us niodis seniper voluit ut uns u
sul)i,jeerenius
0
nines suae tloetrinae nos
<^)ii(mI »«erte taeere non jiotuinius. Keli<iiiani
l)edientiani eurporis niei vel rerinn. <|Mani jiari studio atfeeta
l)at'-), eriro eerte nun
neirassem Caeteruni Doetnnae suae
o
hedire nuliii. (|uia iH»n delnii. et pmpter tlnrtrinani meani
dieo euni (Miristn. Doetriua niea non est niea. >e(l eius. (|Ui
niisit UH''-*) Non nnssuni iu'itur eani |»rostituere. ut inundus
])it. Ita exereitatus iinproliitate niinistroruni Satanae mliil nioveai
perlia 1)las]dieniia (^nnpani (piae et ipsa i»auln pust ruet. et al)il)it
en
Sil
in loeuin suiiiii."
I) Für adorti simi
Die rcrr»'«-tfonii :ul.»rlii> simi i>t Imi Ci«-. mihI Caesar
II U'
lit -Thniiirlilidi. In iU'U llaiHlsi-liriftfii «lallir liiiiitii;- a«l<»rsiis smn An «li.'s.T
Strlk' kann tolloqiii supplitTt \v»'r«U'ii im Simir yuii ,sn
riMliinsj:*. O'ltT «s Ni .uu'" zu tT^iin/cii, iia« '
iM'^ianmu ilire liiti-r-
)i .\iial»t;;ir dri* IoI-tikUm Worii-: >ir
ulorsiTs r<t UM', im Siini«' von .^it- ,<;TitVrii mi<-li air. rcl»ri--t'ns liat Cunlatiis p.:i^T, w«»
»licscIbt'iHii'spriicIic in ainlmr Form vurkommru, .anm» l-'.iT | i:>2J) a<l ort u s r s t inr
Marens ilh'-. 2) Marens l'lM.mas StiUmer ans Klsterlu-r-- l>ei /wiekan. stmherte
2) M a rens rinmia
in AVitNMiber;;-, mir Melanrlioii lietrenn«
let, eim-r der s<);r«'iiaimten /wiekaner l'ro-
l)hcti
XI von
1521 nnd |.".22. Vul. Kr.stlin I. :)2ii. M^. ^<M, ^«Mi.
) I
s wird \vi*
>lil
/n eorriirieren sein »ini, enni nltinn» roji'art-m, iit a stio (-nri
res
l)ond('!t:it. I) ("oi'ptnm. rnti-rneiimen. •"•) Zaeli. A, 1
• to desisterel.
•1) \h'V Tnelimaelier
Nie'olans Storeii war das Hani»t der Zwiekaner i'roplieten. 7| rii«.maN Miin/er,
rriMlii;-er in Zwiikan, 1521 \ve«ren l'i'ilnalime an dt-n l mtriehen «ler Z\\i«kan»;r
l'roi»Wten entlassen, 152.5 i'farrer in .Mistädt in Saeiisen-Weimar, 1525 Anliiiirer im
r»anernkrie«'-e anf dem 'IMnirin^-iselun Srlianplatz»'. liin-erielitet naeli der Nn-derla-:»'
s) U'elM-nstoek II, 2M': eivis (|nidam 'I ornator
der lianern Itei Frankenliansen.
Erl. A. «11, 2 »nnser l»resler-
1);
IS i|ni(
lam Wei Cortlatns weist wold daran!" hin.
(la.ss Tornator zn lesen nnd als nonnn |.rupriiini antziilassen ist. IMeser
I
(iann ein Solin des Marens i^enannf. Oder soll |n-oles lilnss «
Marens hrzeielnien
w
ird
inen .\ n liii n lii- r <le
'•>) se. respondel»am
|o) Lic«^ dieel»at. 1 1) Cordatns
seliriel» walirs('lieiidi<-li posse lern
12) Kr.stlin I, TT.»: ..Karlstadt war von Jeher
datiir liekannt, dass er
aneli Kt>stlin I, 754 , wo
(iro.sehen lind l'haler sehr hoeh zu sehiifzeii wisst
V«d.
hrriehtet wird, wie Karlstadt naeh dem lianernkrie^^«' in
.seiner Not j.ntiiers Miilt'e nnd Filrspraelu' trotz der vorher--e-an.:,^»'iien litterariselun
fr Sielie schliesslieli nnt»n n. I2'>. li'.) .loli. T. Ui. II) Alle ol.i-en
ins Jahr I5i2. V'H. K.istlin
Fehden anrn
rntern'tlnn:r»'ii mit den Zwiekaner l'ropheten lallen
den unter 2 an^iitÜhrten Stelh'ii, sowii
an
stc
die obigen (iesprilehe erhehlieh ahweiehen.
Frl. .\. «.l, I, 2; til. 7:5. Mit der iMr
llnn"" der deiitselmn Tischreden stimmt Cordatns i>. 15^7 zh'mlieh ültereiii. während
29
\)('\\y^ n<»ster Dens est (pii non curat, hin» aliijeit iirnia et operatur
in inlirniis. Ideo (phM|iie taeilius (ita iit milii li(*eaf Impii de Deo) e<in-
vertif liMiiiineni inlantili aetate. (piaiii uns senes. (pii penitus iniinersi
smiiiis reiiiin Satanae.')
1) Vj^H. Frl. A. 57. 12»i. 12s. 15;
wo sich ähnliche (le(lank(;n linden.
1J7.
1 1*»| Dens nun nu\ it re«;ere niunduni «piia niundus nun vnit Deuui
lialiere. nei* pati reetureni. sed ^^atanani. «pii et novit niunduni reuvre.
AI den lurlli') liat dutt. das er niiindiini \iid Satanae re«iniini in
iiiiindo zu drunien-) mhI piiher stusset. wens sies zu ,i;r»d) iiia(dien.
1) ohne Zweifel liii loiihel .»der t'ortel {\^\. p. 17'.». wo Jortel'. p. I'.K'.,
wo urtel steht) oder auch lortheil. IMe letzte Silin- scheint aus N'ersehen ans-
-•elasseii ZU sein. Frl. A. <;■'. 2 \'ortheil. 2) l>ati\ IMiir. von: das «Irnm. Ende
tück. lirin-hstii<'U. m-neie Form dasTrumm. IMiir. <lie Trü^mmer. KrI. A.
«in. 2 T r li m m e rn.
US.
Sieiit IiHJaei pust tri<iuuni «dditi erant ealaniitatuin. «pias jiassi
«M'ant in .\e.i;i]itu «t nialeliat') si'«Min«lnni alVeetiis et desyderia sua in
«•a esse, «luani se«Mindmii v«duiitateni Dei ai;vre in des«Mt<i. Sie nun«
l'u-iunt au«lit<>r«'s imsln Satiiri. «d «pn o
Iditi
iint unera. «piinus suh
p:ipa pressi sunt. Inveniuntur «ppMpie «pii niall«Mit suli pai»atii \ivere
ipiani in liliertat«' Cliristi.-)
I) Li
es
m
alehant. 2) lymit:»' ähnliche (Jedankeii in ahweichemh-r Form
Frl. A. 57. :{2I
\'2\K
iiiel
Munt/.er. Karlstad. Canipanus et siniilis lariuae') liuniines
sunt inearnati IHalMdi. nun «Miini aliu vertunt siias e«ii;itati«»ues
(pnini a«i iiu«'en(
ilinii et s«' vin«lieandiini. et «Mini istiusin<»di Inunines in
[«Miipure et lue«» pa«'is plus audent et praesuinunt «piaiii <li«*i jiussit Ita-)
iiiaiiis tiiiii«li sunt «piani Inuin» «-rediM-e p«dest. |r»«)| ll«»e n«»ii ') expertus.
Ciiius tiiiKuis liurreiuliini exeni]dinn vi«li in ('ar«ilustadiu. «pii euin
in aedihiis nieis tenipure r«'Iei;ati«tn is sua«' jilures «[Uain «»««t
septi nia iias
«»
') ins«'ijs uinnilius liuminilius. liaintaret. et veniente
imIiius Kleet«»re n«>str«»'') ]ier inuiteni Alhis. i])se tenestrani a«lil>at et nie
piaeseiit«' sjuM-taliat versus p«inteni ]ier traetinn Trianiiiduni''). «pii erat
intra \ itra iuiinia intt'p-a') seil «diiterN ahiliat. Cni eiiin dixissem. eiir
aliin't. respuiuhdiat pallens «'t tremens"), ne a «piu«|uani videretur. S«Mli«-et
«MHiitaliam tuliiim «'a«lens. de «piu M«>ses'") lucpiitur. e«unmuiiere uteun-
ipi«» tiiiiurem. at Siiermerus ]»l:me timere. ulii niilla esset u«*easiutim«>ris,
)
n .\ehnlicher Art. 2) liier s«-luiiit einCedanke zn fehlen wie in tt-mpon
peri«-nli. .{) Fies Hoc enim (ans n: r-^ «
nim. wie Cordatns dic^ses Wort ab-
zukürzen plh'iit. w«'h-hes mit n
n
on verwe<'hsilt winl) expertus sc. sinn.
I) Woclu'll
) Kurfürst .bdiann der F.estäiidi;;«' von 1525 |5:i2. r.) Ihirch «'in
lr«'ie«dviu«'s Loch. l>i»' Form triani;iilus. i, m Itei Frontin. 7) WcIcIh-s sich iint«'r
den Classcheiben befainl , «li«- sonst all«- heil wann. s) Sofort. !l) s«'. se abir«'.
;onitns folii \<»lantis, et it.i fiident (piasi
10) I
,e\ illciis
!(i: tern
■bit
cos
la«linm, cadent niillo persetpieiit«'. \ i;l. ;in«li IValm '.»«i, 5. C: lo:5. 15. Kl. s«»wie
30
das hv'kamitr Kiivlicnlicd \uii (;r:iiii:uni (i;vl». 1 |sT. j^cst. I'ill): ..Nmi loh. luciii Sccl,
den Homi, wo es V. :{ licisst: „Kr kiiinr das arm (JcscliUclitr. lud \v»'iss. wir sind
nur Staub, (Jlcicliwic das (Iras vom llnlitr, Klii lllum und t'allrud Lau lt. Krl. A.
«»2, 4 kommt zweimal der Ausdr. vor «ein rauschend blatt". N'ii'l. auch Krl. A. r.-i. ITi.
11) Dass Karlsta<lt uarli deui r>auerukri<'«::e eine Zeit lau;;- uiltlcidiu- \ on Kutlu'r srlltst
in seiuem Hause verhor^-en j;elialt»'U si'i. wird nur uoeli \ ou Matliesius. I'r«'d. \ 1, '.»s
herielitet. Naeli Kiistliu 1, 7.") I verwejidrt sii-li Lutlu'r für Karlstadt heiui Kurllirsteu.
der dann dem eluMuali«j:eu Pfarrer /u Orlaiuiinde «gestattet .i^^'^'en das N'erspn'cheu
sirh rulii^- verlialien zu wollen in Keujher*«- seinen Wolnisifz aufzuselilap'U, eine Krlauli
nis, von der er liis ir)2'.M;elirauc]i macht. Daut'^H'u wird tlir den Jiouio miser", den
Luther eine Zeit lan^ hei sich verhornen gehalten liahe. der ehenfalls durch Teil-
nahme am iiauerukrieo-e couiiirouiitticrte Theologie .Martiu Cellariiis ^-ehalten. V^l.
Köstün 1. slll.
KiAritud«) aniini. (iiiam tristiciaiii vorant. et iiinrs sind p'-
scliwistcr viid kindcr iiiiteiiiandcr. Imo Salonion') iin|uit. Tristiria
inultos i^erire. et iion esse tristieiam in ea. Adversns (|nani in (1er-
nianieo prnven)inni hahent satis ])ulcliruni. (Jnter nintli ist llallnT leib.
l) Kcclesiasticus (.les. Sirach) MK 2.'> heisst es: .luultos ciiiui occidit tristicia,
et uon est utilitas in illa. Hierauf dürften sich Luthers Worte hezieheu. \';:1. auch
Eccles. :is. l'.Mi. Krl. C.i». 1 1^, wo ein iihulicher (Jedaiikc lu ahw cicheudcr Forui
sicli findet. l>as Sprichwort auch Krl. A. »in. ITiO,
l:U.
|r)l| .Vuiiustini sententia est. Le^rni inipletani viribus rationis non
instilieare, sieut neiiue nioralia ojjera iustilieant i;entes. At si aeeessisset
si»iritns sanetus. tarnen opera lei;is instilieare. Campa nns pn» iiae sen-
tentia simins') eins est, et hoc addit. bnie nun esse tiniendani i;eben-
nani-), (|uae sequebi tantnni est mortis, non iti'ni ]MK'na peeeati illins.
([ui hie lei^^eni inijdevit. At (|uestin ([uae eontravertitur nun est vlex-*)
iustitieet vel o]>era rationis aut opera (piae vocant nioralia. Sed de
hoe eontrovertitnr. an lex hieta in sidritu saneto instilieet. Kt respon-
sio est. nou. Dieimns enini honiineni. (pii virtute sjdritus saneti totani
le^-eni ini])leret. tanien oportere ilhnn ') invoeare niiserieordiam Dei sai-
vantem. (pii non e(tnstitnit salvare ])er le«:eni. sed per (Miristuni. et
opera nunnjuani (|iiietuin reddunt nee seeurnni aninnini Imniinis. ne<|ne
reddunt eonseientiani liilareni aut ]>aeatuni eorani l)e(K <|Uod inaxinie
lieet videre in (Miristo tristante. ((ui ]>rofeeto nunuiuani potuisset tristari
nisi le^e pressus fuisset, eiii scse propter nos subdidit. et phine pii
tasse-'), se deuni habere iratuni et adversariuni. alioqni quoniodo tristis
tieri potuisset V*')
1) Nehenfonu zu siniia. 2) Hölle. .;) Lies utrum lex. l) Wahrscheinlich
illam. 5) Lies putasset. f.) Vj^;!. Krl. .\. "^»s, IHi.
l;i2.
• |.')2| liKinnes in epistola et Kuani:elio suo tani siniplieia Ncrb:
lonuitur, ut nunnpunn in niunduni n'aiiis sinijdieia sint Ventura. Kt taniei
rba
b)quitur, ut nunMpnnn in niunduni n'aiiis sinijdieia sint Ventura, ht Tanien
sub liae sua siniplicitate omnia loquitur. (piae alias suninia diiritia auf
austeritate'). FAeiniilo sint liaee diio. (^ui liliiini inm habet, nee i>atreiu
habet«^), .Vlia duo. Lex per Mosen. Veritas per lesuiii (Miristuni.')
1) sc. «Ucturus fuerit. 2) L.loh. 2,2:5. :i) .loh. I. IT. V-1. KH. A. «IJ. Lis,
wo sich uurichti^^ (v--l. die fol«,'. Citatcl St .lolcinnes der Kvan^^'list • findet.
81
lipp
Seripserain") in tabulas ineas haee verba. Luther ad IMii-
um. Tu Khetor es seribendo non dieendo"-). Piaeebat eniin
niiiii eando tum hupientis cum etiani audientis-*). <pii videbat ]jersuadere
Lutherum^). ne rursus responderet liludh» edito per ])astorem in Colu').
<|uem Luther voeat Meiudder von Trasen'j. Sed (piae serii>seram
IMiilii)po non plaeebant. Ideo petitis et re])etitis sae])e a nie
tabellis. ijuibus solebam audita inseribere. tandem dabam ei
illas. (piÜMis i])se parum leetis hoe distieon inseribebat:
Omnia non jirctdest (>ordate inseribere ehartis.
Sed (inaedam taeitum dissimulare deeet
:>:i| Lüo quidem simulier intelli.i;ebam audax faeinus
esse.'(|Uoties vel stabam ante mensam. vel sederem eonviva.
et') seriberem omnia (juae audiebam. at i)udorem vineebat
utilitas. Doetor autem numiuam ne verbo (juidem sii;nii'ieavit.
ei lH»e faetuni nieiim disi>lieere. Imo viam alijs fcei. ({Uod
idem audereiit. .Maxime M. Vitus The(.dorieus^) et loannes
rurl)icida-'). qiiorum mieas (ut spero) illis lueis eoniunxero.
nmnis multitudo pioriim -ratis mihi erit llaee ideo volui ad-
seribere. <|uia valde eonfundebar ])oetiea lMiilii)pi. Nune
Mutem neiiH. nos imitatur. IN.rro (|ui me invito hee deseri-
bit. tantum tali aniiin» deseribat. quäle e^-o sinii)liei ae ean-
did«»«"). et laiulet nieeum verba Lutheri maiiis (luain Aiiollinis
miraeula"). Verba in(|uam non tantum illa seria et theo-
loi:iea. verum etiam in spetiem ludriea et levia.^-)
I) Cordatus. J) Vul. Kol-vudes: l'riuio (sc. die) .\u-usti Martiuus Luther
^olu« in .siK-culationihus seileus creta iu uu-n.saui .M-ripsit: rt's et verha l'lii lipp us,
vcrha sine rehus Krasu.iis. res sine vcrhis Martinus Luther nee rem nee
vcrha Cari.b.stadius. l'hilipi.us .Melauthon casu intervenit cum Mapstro l.asilM|,
•ifliruiaus. rccte iudicatum esse ile Krasuio et Carolostadio. sed sihi umnmu tnhui,
iu,o Luthero etiaui verh.-i a.l.scrihcuda. Krl. A.«1L'»1 u. «12, ;ur, :{) iMe Worte
von ciudo audii'utis .Miid uuvcrstäudlidi. Ich vermute candor Lein-
hcit .Icr (Jesinuunu-. Aufrichtigkeit) tiiui hupuntis (.sc. Lutheri) t um etiau. audientis
(.sc. Mclauthouis). I) Kür Luthero. :.) Colin ist ein m der Nahe von >L'isscu
.-cle.-eues Dorf. l>er Nauic des (ieistliclieu ist 1 rauciscus Aruoldi. <>) l.>*'|'
"^M,u<-hh'r von Traseu- (iMvsdcn) ist der llerzo- deor- vi.n Sach.sen . (h'r IrU
luthers S.-hrift Jdoss.- auf «las vermeint kaiserliche Kdikt' mit einer unter dein
Nauu-n jenes Pfarrers Aruoldi h.raus-e-ehenen Schrift (Dresden L»;il, 14 LI. ml)
heantwoVtete. Luthers Antwort fol-te hahl. Ks ist eine seiner lei.hnschattich.steii
S<-hriften AVid.^r den Meuchler /.u Dres.leir. Nun tollte eine zweiti- Ai'twort
\ruohlis- \uf das Schamhüchleiu. welches Martiu Luther Widder den >le'i»;>'l^;i-
/u Dress.leu iu kurt/.vor-.schiuer Zeit hat aiiss-vlun las.sen" Dre.sdeu \f\^-\\ LI- n> L
( \ll..eiueiiie Deutsche P.h.-raphie L .V.M). .Vuf di*se /weite Antwort Arnoldis, hiiiter
der "sich wiederuui <ler Her/o-- seihst verhir-t. der auch audere 1 ersoneii ni (U-r-
sclhen aniie-ritVen hatte, soll nun Lulh(>r, wie Melauthon wüusclit. uiclit wieder ant-
worti'ii. Luther tii-t.- si,h «leii Wiiuscheu sciiu-s Kivuiules. i.st .|ed«»ch wohl mehr
i„ Koh-e der Zus:ouui.'ukuuft des ller/.o-s (Jeor- mit st'inem kiirturstlicheii \ etter
.luhauiT iu (Jriuiuia (.lidi l-VH) veranlasst worden, den Streit aut/u-ehen, nach
uclcher er auf (;eor-s Peschwerdeu «lii' ernstliche Malmiiii- erhielt sich des
s.-hirf.'U Schreiheus -e^vii jenen Kiirst«'ii zu enthalten und vi-rsprechen mu.sste
.Icn llerzoir in L'ul.e zu lassen (Köstlin IL 2:.s). Leher diesen in seinen
Kin/elheiteii NNcniu- hekannten Streit mö--en noch tol^-ende Mit-
32
tciliin<;Tn riarz liinUn. «lir irli zinii Teil «Irr (J ii tr «Ics II c rrii l'r»»f.
K:iw»'r7in vr i-<l:iii k «•: Wider «U-n Mfiichlrr /n l)r»'S(lrii l.'.:il . lu'isst rs KrI. A.
2."), ".10 .Dii's liiirliltMii («ivjrcn \vt'l«*lM's «T siMHrii Mriiclilcr riclitft) luit kt'inrn Namni.
und isT d:i'/.ii i;«'driu'kt zu Dn'ssni und miiss riii iJ.irfidarrrr zu
Citllcii lu'i Mcissni solches iirciseii und IoImm» »li»' «'rste (p.ipisiisrlu' 'l'iiireiidi
ist. d:iss der UieliTer dieses liiielileius. der iieln- Laie, seiiu'ii Namen \ erseiiwi-ij^t
und do(di den IMarrlierrn zu Cidlen hrinjit. der ihn :uu'li ni«iif nennet. Fi'rner
de Wette IV, J^:». I.iitiier au Auisd»ni". 1 l. ^. i.'>:tl: IJn.u-at nie M. Al«'\ius Col«! i t ins
(Alexius (1ir»tsM«i-. ^el». I r.Hi in Cidditz. Krzielier «les Kuri»rinzen doli. Kriedrieli
von Saeliseu. ein«' Zeit lau«;- S(dd«>ssi»r«'«lii;-er in |)r«s«U'n. l."»2T «iitlass«!). I«l»te n<u-li
I.'.:u in Alti'uluir;^'). ut iiives, ai»ud vos e\eM«li lihnini sunni etnitra Tastoreni Coloni-
cuu» l)u«-is (ie«>rpi, t|ni M«'n«hler voeatnr zu l>r«'sd«'u. Ki:«. ui»n vi«li iüudiuni. nee
vitier«' volui pro^tcr i»a«ta paeis facta proxinu' (Jriininis. ili«raus ^^elit als«» iH'ry«»r.
d.iss ('«»Iditz. \\«'ieli«'n Ii«rz«)jj: (ie«>rji- in «l«'r z\veit«n Antwort Aru«d«lis d«'s hi«'li-
stalds lM's«-lnd«iii:t liatt«-. «len Streit torts«'tz«'n uiul das lietn-Oende 15iicliieiu in
MauMli'iuir-x druek«'U lassi'U wollt«', was in Witteulier^' uielit «'rlaid>t -«'w«'s«'n wäre.
Knillieh heisst «'s eorp. \U(. 11. •">'>«■.: Lutherus et e^-o «leln.rtati sinnus liouiiiu'iii ah
e«liti«»ue et hi«- <'\eu«li nolui. se«l ille iiou potest pla«-ari. IMt Druek ist ni«-ht
unt«'r)»ru'h«'n. Naeli «ler Allir*'ui. D«' ut sc li«'U T.io irraph i«- ist ('«»l«litius
Bueh ji:e^en Arnoltli im Septeniln-r |->:n iu M a j;«l«'hu ri:" wirk 1 i«-h er-
sehi«'n''«'u. ') Es ist w«dd zu h's«'n ut s«-riher«'ni oninia. vi«'ll«ielit aueli v«'l
stari'ui. ^) \'«'it IMetrieh. ^«'h. I-Mm; ziuNiirnhi'r<i-. laitlu'rs 'ris«-h;xeuoss««. ir»:{o
mit «liesem in (^dmr^^ seit l.^iö Treili.irer an Skt. S«'hal«l zu Niirnlu'rji:, j>:est. L". !••.
[)) .loh. SrhlaixiuhautVen, späK-r Pastor in KfUh« n. von M«'lanthon (<!«' W«'tt«' l'rii't«-
r», :»7) ()«hlopleet«s ^^enannt. Kr unt«'rsehri«h nnt l>ietri«-li di«- .^'^ehniah-ahh'ner .\rtik«d.
10) se. haee d«'s«-rii»si. Lies j«'«lo«li (|uali. 11) (»raeulaV I') l>ie W«.rt«' <les
ohi«;i'n Ahsatzes vt»n: eti'o i|ui«lem sa«'p«' an. die für «li«' <; 1 a u h w ü r«l i^ke i t .
das Alter, «lie W iclitijikeit un«l den Krnst de r A u fz«'i«-li n u nu'e n «les
C'orilatus von «h-r <:;r«'»ss t ««n W i«ht i;;k «'it sin«l. miiss«*n wohl als «du im
.lalir«' l'i.tT hei d«'r ZusamnuMistellunu- s«'ines 'l'a^t'hiudies ir«'ma«liter Zusatz au
gesehen w«'r«len. Vielhielit aher stammt au«-h «las (ianz«-. weni^^^t«•ns in der
ohii;«'n F«>rm. «'rst aus «U'ni «•rw;ihnt«'n .lahr«-. da si«d» in «lemsi'llu'U eine «rewisse
Anhn«)sitiit <rei?«'U M«'lanth«»n, nnt «lem er löWi |:»;{T d«'n in «l««r V«>rred«' erwiihnten
iiet'tii^^t'U th«'«do.i;iseh«'n Streit tVdirt«'. h«'nierkli«-h nnudit. D.-r Vorfall s«'lhst i^elidrt
in das dahr l.".:il, uu<I zwar w<»ld in den Monat Au^-nst.
\M.
Oratin mm aiifcrt natiiraiii. sod imitat. ;ie iititur ca ad i;-l«>riaiu'
i)ei, Vc'lut cleiiuMitia iiiitis ot ]»laci(li a natura liominis vcliit est llaiiss-
luami utitur in pracdirando. ut nmllcs illi et nilnl pati ludontcs lio-
nnnos liahoant prat'dirat«»reni suavitiT oninia propunrntcni. Kursus
|:»4| (|uuni L('i::at(> Dons indii^^ot. <|ui res suas sorio pr«.]M.nat
et ausit (M>rri|)(MO in niori.ircrtjs. utitur iracundia irati ali-
(Mijus. Volut (^.rdati liominis. (|ui durus est vorlns et niori-
bus. ut (jui (/leniontia altvrius noii sunt (Muiversi. liiiius duritia cnii-
vertantur. aut ])ereant sino oxcusationo. Ita Ikmu' utitur') natura doh.sis.
versutis. rationo indlcntihus. iM<*tat<>nl>ii< ot sinnlihus. ut .uiinia ecdaiit
in salutoni eloctis.-)
1) se. deus. 2) Vi;l. KrI. .\. •")^. NT. u«. siili <li«'s«'s (M'spriit-h in f.d^«'n-
«h-r Form timl<-t: JMe- (Jnaiie iin«l«'rt «li«' Natur nieht i^anz und iiar. somh'ru
hrau«dn't ihr, wie sie si«« Hmh-t. .\ls w«'nn «'in«'r von Natur •riitij;- uiul sanlt-
mütii;- ist, «1er zum (daulM'U h«'k«'hrt ist. wii- .M. Nik«daus Hausmann, «lens«lh«>n
matdu't sie zu «'iiu'ni feinen, saidh-n l'r«'«liii«'r : timlet si«- alur «'iiH'ii. «U-r von Art
zornig' ist, «leu ma<-h«'t si«- «'rnst. als Iv.uira«! ('«u-«latus. Da si«' ah.'r einen v«'r-
sehmrtzten%res«diei«lten antritft. un«l «h'r eiiuMi «rnjssen V«'rstand hat iiiul sinnri'ieh
i.st di'ss hrauehet sie tV." Kin ^'U-iehes iTteil fällt ( ordatus («-.up. iJet. III. n. i:.uh
selbst über sieh: Si «piis est, saijt «'r, ipii piitet. nu" natura «luruui lia«'e dun- air.T«- ••!
scrihere, huie respond«'«», vtMiim «'ss«'. se«l spiritum Christi uatur.im nuam uuitasse. n«ui
ilbstnlisse. Uehrii,^ensist w«>hlzuh'sen: imnnU'i<;'ros dj.« rntr.liorsanu'n, \^l.l>.l l*^«l..M.
33
135.
IVrcarc in l)eealo<>i »i ]iraocopta ist leidlich, peceare auteni in
niiscrit-ordiani Dei int«dleral)ile est. Sie antem peeeant illi qui
diristiaiios liae raussa-) persetpiuntur. <|U(»d se nun defenduut ant viu-
dietani iion exiüunt.
I) Krl. A. öS. iTf.: ,«lie .Sünde, so Nvi«ler den Nä«'hsteu gellet^ 2) Erl. A.
.unter d«Mu Seheine^ an «h'rs. St.
1:^().
loliannes Dux Saxoniae») euni a triUus ]iartibus ditionis suae
literas siniul aeeepisset a Seditiosis^l dixit. Si Dens ultra^) me nou
vult' jn-ineijuMii esse, (pieniadnioiluin liaetenus ]KM-nusit. liat voluut:is
«MUs. Kp» alias lionn»!) etiam esse ]k>ssuiii.
\) Kurfürst .hdiann «h'r lieständi-«'. 2) Den aufrühn-risidien Bauern von 1525.
A) Ferm-rhin. ll D. h. «'in Brivatmann. Vjrl. Krl. A. til,;^^!, auch l>l, .iVi.
l:i7
illi pi
|.V)1 IN.litiae aut pauei praesunt aut niulti. et tanien Deus nisi
■aesit, nee a iiaueis bene adniinistratur nee a niultis.
l:i8.
Tra-edia vitani Keuiaiu adunibrat et (^>niedia eivileni sive
privatani.'^llla inripit eunI <uninia niaiestate, et desinit iu e.xtremis
ealaniitatibus. Ilaee autciii initiuni lialu't triste, et anxiuni medium,
ti
(
in v«)tis lijilu't.
nem veru traiKpiillum et laetum. N.m alia est vita et mors re-uni,
'ivium et rustieorum. Der reieli wil nieht sterben Vnd der arm mortem
\^\).
Ins sedentium uon'i. ut hostiliter iuvadas l)«>ctorem aut prae-
dieatom-) past«.rem. ut sileam ins essr «m.s e«.nteninandi -M, Sed est
(liaritativa «-t amiea e«.llati«» dv selb«. Dei. de «pio imtas ecmtraver-
ten«lum esse.^i
I) se. est. Ut et«-. 2i Ki«s pra«'.U«ant«'m. :i) Kies ««.ntemm'U.li. 4) V-1. n. 11s.
Uo.
l:,()| Scriptural' detdarati«.. seu trartati«». similitudinem habet
cum iUo. (pn de ar-ento terram primo. deiiide et seoriam») pur-at
inn.d eerte non lit proj.ter ipsum ar-entum. quod natura pulchrum est
et eaiididum. sed pn.jdcr ii«»s. quibus terra obstat et seoria. ut ar-en-
tum non «•ernaniiis. Si«- scntieiidum est de \erbo Dei.
II Si-oria {oyi'foifd Ah^an-- n.mi .M«'talleu. S«-hla«-k«Mi.
IM
Qui nolunt nie vivo nueleum. iestani reverebuntur me
niortuo. id est nomen.')
II Martin Kutlu'r, d. h. der krie-eriseh«', ruhmv«dle lleer-«'walti^y. V}il. da-
mit Krl. A 5t! 2-C wo es heisst: I)«d.tor Martinus Kuther saj^te einmal, «lass die-
34
jenigen, so bei seinem I.eben von seiner Lehre nielit wollten den Kern haben, (Ue
würden froli werden, wenn er nun Todt wäre, d:iss sie »Ue Srh:den davon niilchteii
bekommen, und die Fingrr d:irn;i<h leeken . wenn sie dies('lbi«;e nur haben
könnten (!!). Kinen neuen (HMhiiiken sueht man in dii-srn Ui Worten vergebens.
Dabei fehlt noeh der hiibselie Znsatz: id est nomeu.
Ethieorum^j Aristotclis et libri. »iiu'in Kcclesiasteiii voca-
inus, haee est doctrina, quod Aristoteles iiietitus est-) bmiestatein vitae
a ratione optima dietante. Eeelesiastes auteni ab observantia lu-ae-
ceptonim Dei. Porro. si (luis dixisset Arist(»teli: tu') vides oiiiuia
que seribis de vitae bonestate. non M ])roeedere, einn ad opus per-
venitur vitae ^), quemadinoduin nee illa, quae de Oeeonoiiiia doees et
nditia^jV Kesi)oiHleret Aristoteles, sese Imc videre et imo peiie
r)7J des])erare de bouiiuibus. ])ariter et de doetrina et autboritate «ru-
)ernandi. quod poenas pariter et doetrinaui eouteumerent bomines, At
Eeelesiastes responderet, t'ae, «piod t'aeis. sedub» sive doeeiidu sive
<,nibernando. Quod si tibi noii iiioreiii <;erunt boniines. tauieu iie eesses
faeere (piod tuuui est, et Mittere vadere ete.*'j
I) Von den :i Schriften des Aristoteh's ül.er die M..ra! ist hier wohl «remeint:
tUhxa yntoiin/Hn, libri X. 2) Neb,'nform tVir mensiis suni. ^ .t) Für 'i«»»«!'«' \"
1) In der Praxis, im Leben. '>) UohTixh oder llohTi/n f(yoof(r,i^ . lihri \lll,
Oiyovoutxiu libri IL C») Vgl. n. ^0, j). iU <l. M.
1 Li.
In oninibus ereaturis cennniiis quaiidaui ima.icineni iiu>rtis uostrae
et resurreetionis. In l»ienu euiiu <muiia videntur niortiia esse. In aestate
auteni vivere, f^uin etiani in sin^-idis rebus uteun(|ue') eons]»ieitur.
Oninia enini aliiiuatenus deiieiunt et ali(|Uatenus vivunt. Sie luvei»tus
i])sa aetas-j, ]»raenotat 'j resurrectioneni. Senium auteni deliniat») mortem.
1) Vielleicht utrum(|ue. 2) se. est. M has an dieser Stell«' in der llan<l
sehrift stehende (Nunpcndiioii kann aueh mit praenuntiat aufgelöst werden. 1) »leli
niare (Nebenform zu tlelinearo: ski/zicrc-n. Iiezeichnen. Kinigc ahnlirhe (.ietlanken
tiuden sieh Krl. A. 5s, 42.
LLL
Tautae promissiones. <pias videmus in seri]»turis. eftieaeissime
])robaut lon<,a' maxima esse, quae Satan et mundus ipsi bominj lideli
taeiant alioqui enim neme sieb dieser Hoebster Herr vnser s/o iletUi.--
niebt an promissiunibus.
lir».
[581 Dens perpetuo faeit ex invisibilibus visibilia, volens. ut et nos
illa faeiamus, sed eonverso (»rdineM, quod «unnia reeusat natura-). Ki;ens
euim debeo videre abundantiam rerum in fide^M. At nos^) vellemus
a])undantiam babere et deinde ]>aupertatem seeundum nostram volun-
tatem vel tin^ere vel admittere.
1) se. taeimus. 2) Weil di«' Natur (h's Menschen in allem «las (;«'g«'nt«'il
thut von dem. was (i«»tt will. :i) Das egentt-ni esse ist «las vislbii««, abun«lantia
rerum das invisibile. 4) Alu-r wir möchten lieber d:is invisibile b«sit/«'n , «las
visibile uns aber «lenken. Wir machen als«» aus «l«'m Sichtbaren das l'nsichtbare,
35
wns Gott nicht will. Aehnliehe (^«Mlanken kommen in den dentsehen Tischreden
öfters vor. So heisst es Krl. A. .^7. 2«)J: Kr (Ü«)tt) kann etwas Hidieres machen,
«b'un ich beiiTcifen kann; «t kann aus unsi«-htrn-heu Dingen sichtliche machen. Denn
ilh's was jetzt aus Kraft «les Kvauirelii <i«'sehi«'ht. «las sind sichtliche Ding aus
iiusic'htlichen. Aehnlich Krl. A. lil, 0. Krl. A. r»T. 2ns (Vgl. auch 57, 21(1) hat:
(;«.it ma.ht für un«l für aus unsichtbaren si«-htli«he Dmg und wollte gerne, dass
wir's auch thäten: aber wir kchn-n's stracks umb und w«dlen zuvor ein Dingsehen
iin«\ greifen, ein- wirs grauben\
146.
Pa])a sine omni dubio est optimus reetor mundi, novit enim
re-ulam. in (pia mund«» inqntnitur »j, adeo, ut sit Dominus agrorum,
pratorum. ]K'euniMrum. domuum nostrarum et idaue omnium rerum
pariter et eorp«»rum ((ponl videre est in Saerilieis -j eins, ([ui unam ])Ost
aliam pnudantur virginem. et matronas) et (piandi» omnia sie feeit
]>ro sua libidine. ilat in praemium mundo maledietionem aeternam,
(Um'i wil die weit alsz«» Ilaben.
1) Nach welclur «Iie Welt betr«»gen wir<L Erl. A. <io, 227: so der
Welt aufgeL'gt wird, Krl. A. r,(», .{so : s«. tiir die W«'lt «lienet. 2) Krl. A. «jO 227:
PfalVen Krl \ r.o :;SU: M«'SsidatVen. :M Krl. A. an b«ü«len Stellen, «las will t^.
147.
l'riiMMpes et reetores mundi liuius dieuntur et sunt dij terrae.
Sataiii |.V.>1 iirilur esL Vul-us igitur est SatanVj. iier quem-j et
Dens ihuinuimpiam larit. «piae alioqui per Satanam faeeret in puenam
mab.nim. ut (pium vi ablat«. a e«.rdil»us p<.pularinm »; timore ae reve-
rentia p«»testatis lit \ ulgus sediti«>sum. Ita abusus est v.ulgo Dens pro
servando in longioiv vita Cbristo. Sieut <a«'pe dieunt Kuangelistae.
et tinmeruiit tmbam."')
1) Krl \ '->' 1"»7: _riirvt«'n und i;«-g«'nten dieser Will wenlen genannt un«l
Mn«l ••.•wissV;.itt«T* «lanimh. «lass >ie (J..tT zu Statthalt. 'rii gesatzt vml v.'rordnet
hat. Der S.irau aber isi «ler l'öluj- (\. 2i Vulgu< l»isw«>ilen gen masc. 'S) \\ w
wenn. Il rnt«'rriian«ii. •») Matth. 21. !•».
14S.
Impietas est. <piam bis versibus Sojibistae et nonnulli ex i^a-
tribus ]M-«» pietate aflirmaverunt:
Litera «resta <loeet. «juid eredas Allegoria').
M«»ralis «|uid agas: «|Uo tendas Anagogia'^).
et eum talia asseivrent et laudarent^i. inepti tameii fuerunt (iu«.ties ea
viduerunt praestare. Multa enim reetius diei potuissent seu aptius ab
bimiim' s«da rati«uie. nonnibil indlenteM. ut sileam. tide. l't si velleni
de Medieina sie bM[ui ut b«»e distie«. tradiderunt. dieerem de prmio
sensu M. nuMÜeinam esse, tebrem «Mirari ])er Ken barbarum''), De se-
einub». febreni esse peeeatum. IJebarbarum lesmn |00| diristum. De
tertiiK febreni esse a itia et Ilebarbarum virtutes. De quarto sensu febrem
esse damnaticmem. Kesurreetionem auteni Kebarliarum. An bee non
magis ap]»osite'i dieta essent. quam (piaeN ipsi dixeruntV')
I) Krl \ (■»•> :{1: All«'i:«triae. 2) Der tief«'re Sinn. \S) liul damit gespielt
Inb.-n KrlV iTv«»!! eniem M«'ns«-h.«n. der nur einigermassen gesunden Ver-
staml hat. 5) In Dezug auf «len ersten (4e«lanken «l. h. litera gesta d«)eet (Der
3*
36
Buclistabe zeigt das Thatsäclilulie an). Daraus erjj:iebt sii-h auch »ias Verstämhüs
für die tuli^endoii Ausdruck«': de sccuiid»., de tertiu. de «luarto seusu. r.) Nach
Annnianus Marcellinus XXII. S: die au iWu Tteru des KMiA (Wolga) waclisende
ausländisclie VVur/el. Ti l'as>ruder. ^) Niiudich die lu-itleu «»lienstelieiiden \ erse.
«)) Erl. A. ti'i, :il tÜgt aucli folgende Tehersetzung der beiden Verse hinzu: J'er
Huchstab lehrt, was geschehen ist, Allegorie, was zu gliiubn ist, M«»ralis h'hrt. was
mau Süll thuu, Anagogie, wo es naus soll nun".
Fides luutanda est. nun verlmiii mit «»piis Dei. (iikmI manet in
aetenunn, Ideo t'alluntnr ij. <|ui dirunt ]niernni esse rehaptizanduni,
(luod tideni non habnerit ((nni ba])tizatur. Siniilitj'r errant. (|ui relKipti-
/anduni esse doenenint. bapti/atuni a nialu niinistn» \el liaeretiei».
Intidelitateni de])(»ne. et (.]>us Dei nian(d)it Baptismus tuus. (piod seniper
tuit, qui in nomine trinitatis e(meessns est. Vt autem deprebendas
eiT«»rem, (luo deeepti sunt'). Kxemplum aeei]ie. Est arnpiis. «pii nun
eredit Deealo^um a deo ]>er Mosen datum esse mund<». Aut Kuanj;e-
lium non ]»raedieatum esse a Cbristo. An ideo deeal(»<;us est nullus.
aut Euani;elium nullum.^ Aut ]>utas proi.ter illum op«»rtere dari alnim
deeab»gum. aut aliud praedieari Kuani;-elium. ut baee eredas a IKm»
esseV ^l'rot'eeto non. Sed tibi ab intidclitate tua reeedendum esf^j ete.
1) sc. Anahaptistae. 2) Vgl. n. b^, 10, IT, Krl. A. 02. .ii. ."m, r.O, «17, Absatz
1—3^ wo ähnliche (ledanken vorkonuiien. Vgl. auch p. HM d. M.
De(
i:>().
|()1| Dupb» ])eiores tiunt proselitae aeeiti in n«»\um ordinem a
_.) non instifutum. (piia ante n«>n putabant se iiistos esse, sed peeea-
t(H'es, ])ost autem ini^ressum novae relii^ionis iustos se putant. et non
tantum mm abijeiunt. ut ante'), sua o]»era. verum etiam -loriantur.
iusta esse et nieritoria (luoipie, (^lo lit, ut boe duplo intelligi np«»iteat.
multo deteriores fieri.
1) sc. ingrf>Miiii iios.k- rcligionis abjen-ruut.
\:a.
Mendaeem oportet esse memorem»). «(uia «pns<|Uf ex verbis suis
iustifieatur aut eondemnatur. -
1) Quintiliau IV. 2. 91.
1 52.
A sinistris et a dextris nune ]>atimur inimieos KuaniiH'lij. 'Pvran-
nos et falsos fratres. At is. ((ui maior est mundo, unam m.lns d(Mlit
pronnssionem omnibus inimieis t'ortiorem. Nempe ei:-o sum Dominus.
Dens tu US.')
1) 2. Mos. 2u, 2. Das Citat ist in den dcutsch«'ii Tisrlirrdru ^ehr häutig, vgl.
Erl. \. Tit' M; r.s, 2 je, 217. 204. 2«;«; ttc
1 :>:'..
\&1\ Libellum ex omnibus. <pi.»s ad nie inimiei \eritatis seripserunt,
nulluni perlep, (piam Krasmi DiatriluMi ' ). Kt baue (pioipic sie lep,
37
ut saepe co'iitarem eam seamno-i siibiicere. (Mimes enim. ([Uotcjuot
ivdversus nie seripserunt. sat arirumentmiim sul)ministraverunt mibi in
niio at«|ue alten» leeto tolio. reliqiia:^) ter^enda^) anum tuerunt aeeom-
moda. Keei (pKMiue boe. ne sui)ra modum me j^Tavarent inendaeia, quae
relicpia tuerunt in talibus libellis.^)
1) De üben» arbitrio rWr/ro/,?/;. i:.2J. 2) liank. :i) sc. tblia. 4) Lies
tergendo. :.) Vgl. Krl. A. «i(>, 314. Ol. 112.
154.
^'emo est. <|ui maiore daimio mnnduni «;ravare i)ossit quam rustiei.
A^rum enim ii)si soll possident. et inde omnia babent. (piae immediatc
sunt benedietionis Dei.')
1) Vgl. n. 24. in Hezug aut den letzten Satz Erl. A. 01,353.
1 55.
.Ibr mein man inedi-t n lie toller wird die weit. u\\o vellem. ut
ali(iua occasione eoii*ere') desisterc a ju-aedieatione. seilieet nt Satan
dia-nam mundo et jiberiorem baberet ad praedieandum sua baberef^j
tipportunitatem.'*)
1) Lies «-ogerer. 2) Lies sua (»piiorT un i tateui. Vgl. p.«»!"^ d.M.
Eni ähnlicluT (Jedauke Erl. A. 57. 2M7, iUu.
15C>.
|(»:»| Keelesia Ost in i»er]ietua ruina. (piemadniodum de ea seri-
bitur. Impulsus et eversus. ut eaderem.'j
I) r.sabii 11^. 13.
1 57.
Quidam') in Comiliis Au-nstanis dixit. Mieb kumert nielit viel
umb d^en "lauben. Aber '/wen berrn weis ieli die bos/en sold j;eben,
(Miristus'et Caesar. Hoc eiviliter. vafre^) et Tlie(doi;iee dietum eraL
1) Vgl. II. 52. 53. Erl. A. 00, 221, 350. Darnach würde vielleicht der L:rzbischof
.Matthias Lang von Salzburg gemeint sein. 2) Ptit'tig.
158.
(^uam jiotens sit spiritus mundi liuius'). non animadvertitur in
lapsibus earnalium vel etiam ])rudentium bominum neijue illorum. (jUi
in ])uris naturali b us-i sunt ]>ers])ieacissimi. sed in bis (pii s])iritu
saneto donati sunt, qualis l'uit Adam. David. Salomon. ludas,
Tetrus: Quam enim maiiiia jieeeata isti eommiseruntl Sed ita tieri
oportet, ne g.lorietur in eonspeetu Dei omnis earo, Ne David de suo
re-intine. Salomon de sua superbia et o]iibus ete. In eonspeetu Dei
oportet omnes Sanetos non ita sanetos esse, ut numipiam babeant ne-
eessitatem dieendi. Miserere mei. Deus^M ete.
I, Erl \ 0<i. 35 .der Teufel der Welt Fürst.- 2) Das gefiiigelte Wort in
puri- naturalibus. welches liiichniaiin Jietl. Worte'' XL Aufl. p. :U7 dem
.b'sniten liellarmin zuschreibt, kommt n. lOO auch in der Form ex puris naturahhus
vor VH p 3.-. d. M. Die deutschen Tischredeii übersetzen: iii ]). n. sunt pers]».
mit <lii'^da schh'<lit leben wie sonst vernünftige Heiden nach der Natur", weichen
überhaupt vieltach ab. Vgl. auch Erl. A. 57. I2(». 121. wo dem (;edanken nach Aelm-
liches steht. 3) Matth. 15,22.
38
39
1 :>t >.
[(U] Diei nun potest (|Ujnn ini]>ius sit nimHlus. (|U<kI in ]»rinns
in hoc Jininiadvei-ti ])otest. (juod Dens nun tantuni jjuenas adeo niulti-
plieat. sed et qiiod tut p'o^es ])unientinni cunstitiiit. l])se enini ]>rinius
l)unit, Deinde unines ])aivntc'K vi duniestiri dominj. (hnnos Ma^istratus.
LudiniaLnstri, Li(*t(n-es unincs et alij niulti. ut vi\ nunicruni certinn
eüllij^ere possis ]>nniontiinn. Sin antt'ni Satana ni adiunxcMis cum suu
exemtu, statini intinitns est numerus punientium. \ is autem ]>aueis
eulli^-ere. (juam nun euret mundus piK'ims Dei etiam p-avissimas, tamen*)
hoc copta. cjuud umnes eins puenas humines in (|Uutidianas criniina-
tiones vertant, (juas alter impr(M'atur-) alti'ri nun tantum irascentes,
sed etiam i(K'antes, cum dicunt. Das dich der Dunner erscidahe. Das
dicli die Frant/osen bestehen •') etc.
1) ViclU'lclit tjiiitinii. 2) Amviiiisrlit. aiiliiin<jrt. A) V-rl. Not«- /ii ii. Ts.
„IJoinuT"' und „Fraii/osrn- (luorltiis Callii-iis. (laiiials citith-iniscli. \>\ \voliI <:('in('int)
sind cbcT) solclic si-liwcrr ;:-öttliclu' Strafen, aus dcnni si<li die \V<lt nielits niaciit.
Dem Gt'daukiu nach Aflinliclu-s IiüIkii iVw. tkaitscliL'U Tisclir. Kri. A. 57, 11'».
Suphistae hanc re^idam hahent Theuloiiicam. K\ puris natu-
ralibusi) liotnincni ]H)Sse mereri i;ratiam. K\]»resserunt iUam huc
versiculo:
Ultra pusse viri: nun \ult Dens ulla re(|uiri.
At ipsi inversures et vani hie depraelicnduntur. ut in alijs umnihus.
Qnod enini de ])uliticis et DtH'ununiicis dictum est et hene (|uidem. hoc
traxerunt ad s])iritualia. F^rrru (pind dicitur. Mitte vadcre. sicut vadit*) «'tc.
ad Eeclesiastem pertinet. vi dictum'*), «piud ciunmude difit. (|ui cum
sit in officio aut (»ecunomia studiusus rerum suarunj nee tamen ])otest
efficere quod vult. llle dicat. Mitte vadcre etc.
1) Vgl. n. lös. |). 35 d. M. Aus drui Wort«- >«>i» hista»' diirl'te luTvor-
^oheii. dass das Alter Jimk's ixetliijrelteu Wortes i'iu uneli liölieres sei. Die (.,»u«'Ile
ist vielk'ieiit schon bei Augustin zu suehen. \'gl. jedoeli: Nemo jiotest ad impos-
sibilc obligari. Corp. iur. ean. Sexti Decret. V, Tit. Xll. I^<",, liiielim. p. :?r.>.
2) Vgl. n. 80. ;i) sc. est.
D>1.
[05] Cum interro^-assem *_K quid esset cuncupisccntia oculurum.
respondenat. opus non esse, ut acpiam (|uis purtaret in Alhim. nisi
penitus exiccatam-), Addebat tamen, Scrijitum esse. Oeulum nou sa-
eiari visu^Y
\) Cordatus. 2) Albis als Fem. gebr. Luther meint, Conlatus Frage sei
überflüssig. a) Pr<d. Sal. 1, s „das Auge sieht sieh nimmer satt".
162.
Item iuterro^abam '\ unde potuiss«Mit Papistae festum Assum-
ptionis-) fing'ere. respondebat. per catacresin-*).
n Cordatus. _M Mariii llimmellahri. den 11. August. ."5) xuxäyx'H'^iv d. h.
uneigent lieher, verkehrter «iel^raiu-h, .Missbrau<h.
D>3.
Zwingt ins») mm vult patiani^). sed vult Aristocratiam. Verum
re^^ere n(»n est sita^'j in si)eculatiune. sed i^ractica. (juum etiam uptime
instituta Inq.eria videmus subverti et cadere etc.
n lluidreieh (Flrieh) Zv ingli aus Wihlhaus in Tc.ggenbiirg pb <^^'i\J ••!;;;;•
14S4, gef. i:.:n in <ler Sehlaeht bei Cappel. seit löF.l Fred.ger ni /nrieh. 2) ^^ ohl
fehlerhaft tÜr: potiam = iM»tentiam se. singularem. \ gl. p. 1 U> d. M. .i) Mts
sit um.
104.
Trima tabula') ducet. qualiter cum Deu agamus. si tamen in
ea Kuanp'lium qmM,ue nm.prehendas. Secunda talnila turmat eum-
nmnem vitam ratiimis. quan. uptime illustraverunt phdusuphi de ufticijs
scrihentes. Tuta Academici. Derii)atetici et Stuici qm omnes^
dixerunt summum bunum |(>F,| esse virtuten.. Licet ncmmlnl dissenserint
invucabulis. cunvenerunt tan.en in re. Isti diserte hiqm po uerunt de
hac vita. (|uam secunda tabtda ducet. quia s(di tenent dchnitioucs
virtutum-).
I) sc. Deealogi. 1) Vgl. Erl. A. 5s, 204.
1 05.
Decalouus tuns est (mmium Lci^um. Otiicium est virtutis actiu
Wie siidi ein iglieher sul Halten. Vbi Schula et disputatiu, istic et
seetac ' ).
1) Vgl. Frl. A. 58.215, aueh 2(;L
1 (')(•».
Pcrinatetici a drambulandu dicti sunt, quud Arist(»teles de-
ambulandu d(»ceret sieiit nus sedendu. Stuici a Stua. que e^t testudu')
vel Durticus. sub (,ua dniMUM'unt. Isti fuerunt civdiures et secundum
ratiuiiem ducuerunt (q>tima. lli autem duriures et (;rassiores 2). quem-
admudum apud nus sunt Franciscani et (^arthusiani. Ktmmsi utri-
que summum bunum pusuerunt in virtute. Purru db media quedan.
esse asseruerunt^M huna. velut est vita. buna valetudu. quud ^tuic
ne-averunt. Tertii fuerunt Academici. i|ui nun multum distaverunt^)
Mirarburibus^), |('>7| Dicti a invdiu iuxta Athenas. in (piu ducuerunt.
Ki.icurei autem Vnbii.tatem dixerunt summum bcmum esse. Das einem
iJichen -efallen vnd wul hatt gethann. Dinstinxerunt tamen vulnpta-
tem esse'(,uandani animj. (,uandam cunmris. llanc ^^^^^ ^ '' '^''^'^
deriserunt et vubq^tatem cur]»uris ita amplexi sunt, ut nihil bunum esse
dicerent (piam schlemmen vnd temmenn
n (;ewrdbe 2) Derber. \S) behaupteten. 4) Lngewrdmliehe Form tÜr
listule unt Lies an.bobus. \i) DiesV Verbindung bei Luther hauhg. \ gl.
Ustuur nt. >, . c ^ ,. ^^^ j^^.^ ^ ^^ Dihnmen (denm.en temmen) -
n's^Vn sVht vh^e. V-l Diet/.. y.-^\^l d.'r ausser jenen noeh dr<'i lielege tur die-
X "vH-hnb.;;;! anlüi;;. Ileinsi^s. V<dksthiindiehes W.rterb. d. ih-t^-hen S^.n.ehe
di.st
V
l
s<
i'Tn "sehmelhT, Uaierisehes Wörterbueh. unter .demn.en- und die Verbindung
.sausen" und ,brausen% „deigen- und .sehwelgen".
'iM^sMfMäSiiä&iäMiSmäSh'^
40
41
ir>
>/
Mors oninium iiiaUn'uiii est luiiiiinimi. VA ijisn rntio est (jiuxl
(licitur Tiisii) liis. (|ui tiineiit oam. veliit l.cx iion est I.ex iiisi liis (|ui sunt
Hill) Lege. Ita Coinotes qui iiiinc luoet Anno 15:31 m. Aufr.^) est
tantiun liis Oometa. ((ui oani vident'*).
1) Auch ist vr die so^-t-naimtc nutiirliclic Onluunji:. ausser für <lie tV. 2) Mense
Augusto. 3) Darnaeli tlillt dieses (n-spriieh also in den August des .I;dires löiil.
Einige ähnliche Gedanken Erl. A. Ul, |:n.
1 r>«.
Liipns ti<;'urani liabot l)ial>olicani in niultis. tanu-n in lioe ei
siniilis est, quod non voret oveni inelusani. nisi ante onines oeeiderit.
Ita qnod in Satana est. non vnlt perdere unuin sed nnines*).
1) Vgl. Krl. A. üu, :U, auch 5s, |4 (Al.satz 2).
1 «•)<».
In stein s non L^at virtus. sed si^niilieatiu. Instant iptnr rjuaeri-
[08|nioniani liaheniiis') ecnitra oinnes Astroh^^os. (jui virtnteni eins-)
allig'ant^), (jnam non indidit eis Dens, et qnod illani ]dernnn|ne in
pessiniani parteni interpretantni. Iloe potius jjoetis'» tuisset adseri-
benduni. (jui mala tantnni pcntendnnt, e\ee]>ta stella. (piae niaii'is^)
}ip]>arnit, Haee enini si<;nitieavit revelationeni Knanjj:;eliJ iani iain adesse.
1) Krl. A. »>2. :Ut) ^haln'u sie (die Strrne) - — zu klagcu. 1) \avs eis.
H) An sie binden, mit ihnen verknüpfen. \) Lies eonietis. .M iN-n Wrisni ;ius
dem Morgen laude.
Ratio ealnniniatnr verlia pnblieani et dieit') ea injusta esse.
in(|uit enini peei-atoreni sna ])oena di;;*nnni esse, non jniserieordia. \ Crba
auteni j)harisei anii)leetitnr nt saneta. niaxinie euni ita vixerit. nt
loqnitur. et t'eeerit liee o]»era Deo per Le^eni praeeipiente.
1) Lucas js. i:{. Krl. A. :.s. iTi. itöv
171.
So man Muneli vnd Nonnen Ilaben aus^eselioren') ])rae-
dieatione verbi. ])ertnrbant (»ninia talsi tatres. nticjnei.^) nt etiani
in nostris auditoribns verum tiat ((Uod dieitnr. In pro])ria venit, et sni
euni non reeeperuut-).
1) Absondern, botreien, trennen. Krl. A. (>!, LM ausgesehrieen. Vgl. mun«h
vnd pfaft'en ausgesehoren . Ausleg. der Epist. vnd Euang. vom ehristtag ir)22,
ppp.iiij ': Dietz p. is:i tiihrt noch zwei Brlegstellen an, wo sieh dieselbr V«'rbin-
dung Munch und Pfaffen findet, die auch dir deutschen Tischreden haben.
2) Joh. 1, 11.
1 7J.
Praelep;!. seripsi et ])raedieaNi annis vip:inti, et nune
loDge majoribn« «um virilnis (juam eram ante anuos vi^inti').
1) I>a anzuneluneii ist, dass diese Aeusscrung Ltithcrs ht hat n. HiT von dem
Kometen des J.dircs löM gesprochen) in «las Jahr löM füllt, so würde er hiermit
se
1'
l.i<
II • 1 ,. i;fti.r'iri«si'h»'n un«l kirchlichen
^Ibst als den Antnngspunkt scncr ^'J^^«"'';;^;;^:^';;^. ^^\X " ^^ derspreeheude
hiitigkcit des .lahr 1..11 bezeichnen _ '\"^^ ,. ^1 V;. ,. M.
iogriiphische Notizen über LutluT p. 12-, l-«». 2(M.. .t.JO, -W-
\T^.
in viris.
(ppMl a<pia in ealente
|69l Iva id saei>e operari sulet
fern., a quo») aeei]»it refri^erinm.
I) Lies «jua.
171.
riementen. Tapam septimum'. Itali voeant Sapientiam
Satiiuii fiiuii i'st 1 iil'.i- i>"' •'. iii"i"''^'^ , • ^ ij uiiMiiaiu
,..„,,, .,„,n.tmn vi .,""'-^ >" 1""'"^ '" "'^ . , J s hmot l'ovro
|).,i„iM..s oins Si.tni. l.oc taiKt.'... (.utnit. l ot nt ..uhin \^u,yxi\
II,., ,.orto ..vaino ov.u'vnMt. oxcoi.t«. I.ollo. ii. M"-' 1'^ ^^Y"
otia.n l.ii- Dens ,Mit adn.t.u- im-^tei. .\m<i.. Aiiu _
„ ,.,M.,n.s vii. aus ,.,■„, !■-- « -" v^-f;.,!;;,!;, s j,'r:i:'''i'M;s.7s
l.ist. :i) Mit lliiU,' cin-s s.-lir (.-rossen »• i.i • >• ) ' •^7'. ,„. ,;„. ^^■,\ sMI v,.n,
,.!:„s... .Inlius III. .l.-,o:.-ir.l » >;•"''•;!;-• ,,,''^^:,;iII rlm. C^^^^^^^ 'H-i il,n..n
l.iirK >m- Str-«'"- '*""""" ■>'"■: ''" "," ' ut ■ . lii.k.' Kino ultc Hand liiit an
.l.n, Kan.\ jrrs.l.ri. Ucn: reluina vi.l.' ntra '•:"•.„„'' •„,;,.!, „, ,,,ui. M-n|.ta sunt
..l.,c Hund !:--:''t''-'''|^;-'r ■Än\ i - ""-' ''^^T '• T'"'
p.CM. 7 Don li. Miii p-!;,"" '■"•'.'" '\'-\7, („rdatus lieliauptot als,, den
r,-.7- irv>!.. M l'ai-st l'aul 1. v,m l;>/ ;>';■ V ' s 'n (H-nuMnt ist d.T ((ritt.-
N;unrn d.'s daiua h^^ru > ^ll^«'''- ''.,''.',.," p,,s «, Das au di.-srr Stelle
Kri,.,' /.vvis.l,en Call \ . und ' F;"'^ :;',' '„f ;,,,'; : ,;, Jrden. W fnlaliisre
stehende (■<nu,.en.\uMu kann ;7;' " l ;;' V" v^^^^ dass die Worte des letzten
k'h;:::.^es'':;%"Hrer:.i:rto online' oe'-nerun, an als ein in, Jahre 15H7 be. der
42
Zusiiimiunstcllim^^ iWs 'ra^^cUiicIics jrnnarhtcr Ziis.ity. «It-s ('«»nlatiis aiitztifassi'U
siml. Die lotztr scliartr ^'t'jr»'ii Melaiirliuii },aTiclitt'tf liriiirrkim^ Iteziclir sicli aufdi'ii
aiK'l» in der Vorrede erwiilmteii erbitttTteii tlieolojriselieu Streit, den Cordatns im
Au^-nst Löati mit Melantlion über die Lehre von tier lveelitterti«;unjr bo^ann. Mit
<len eanssariis sind besonders ("rneij^er und Jonas «gemeint. \'^l. die ein-
.ü:eliende Darstelbin«,' (b'eses Streites in) I I. Jahres!», d. Altni. V. f. (lescb. j». «;il-77.
Der StH'it tobte weiter bis Juli lö.JT. verstummte alu'r erst «räuzlieb jiVjrtMi Knde
desselben Jalires. V«rl. Köstlin II. löö tV. I.iitlier braelite <len Cordatns selbst zur
Kiilie. Wie, ist nicht bekannt. Mehrere diesen Streit betrelVi'iide Aktenstücke bei
Kohle, Analecta Luth. i>. 2r.4 tV. Einige den ersten Absatz betretVende ähnliche
(ledanken Krl. \. »in, 22^.
|7o| 'raiitujii liuc respicMJiimis praedicatores. jiaiMMitos sivc
Khctores. Das (Jott sein werck fort lost «cclien, viid vlmi j:ar nielits
dran li^t, es hrauclic iikm* wie er wil. Siciit sol lucet luuiis (>t malis,
iVuineutmn creseit ])aritor omiiilms. Merctrix adoo') snuriiiin sumn
onititiir, ut honesta matrona lilinni snun». Dens tanien bnnc ahusuni
tolerans. interea non eessat esse instus index. VA tenijjns hoc de (\\m
seri])tnin est, alij ilmnt in vitani . alij in i^nien» eternum-i. eorani cu
seniper [U'nesens est.
1) Sogar (so), wie. 2) Matth. 25. U\.
I7r>.
Dieere nun possnni. (|nantu ') suni pertnsus. enni in pa]>atn vernni
visuni') invenisseni Saeranientoruni. velnt id (|no(|ne verhis asserpii non
possuni. ((uantnni lal)(>ravorini. nt instns essem. Nnne auteni liaee niea
eura penitus eessavit. ])(»stea(|nain intellexi et eredidi. has t'nr (iutt-*)
ein ander fnr inieh^) wil tVnnil) sein"").
I) JJes «juanto jj:audio sum i»ertusiis. 2) IJes usum. .'<) (Jott j^egen-
iiber. vor (Jottes An.iresichte. I) Für mach. .'>) Vgl. ('«»rdatus p. r»ll. wo es
in kürzerer und abweichender Form heisst: 1 Meere non jtossum, (|uaiito gaudio
sim atVectus, ((uum verum usum inveni Sacnuuentorum . et «um intt-ilexi alium
velle pro nie iustuni esse in eonspeetu Dei. Luther meint Christus als uns. Mittler.
1
t i
Drev stnek batt vlini (iott fnr])elia]t('n. rieliten. rechen vnd
vlnunen'). Ad ])rinHnn euini ])ertinet eonsnnnnata insticia. «piae sola
in l)e(> |71| est. Drnnd» Oberkeit Halten-) ist allein sein, .\d seenn-
dum neeessaria est eonsnnnnata ])otentia kratVt zn straften \ nd
helft'en. Tertium decet illnni tantnni. (pii consuinniate bonus est
l^onus auteni tantum Dens. Sed cum liaee tria ordinatione Dei Map-
stratibus eoncessji sunt et ])arentibus, deeet ut eis cum omni reverentia
obediamus. (pii haee non faeit. Ordinationen! Dei resistit M etc.
1) Mittelh. ruomeu ;= rühmen, preisen. 2) Inne haben. :<) liier transitiv
gebraucht wie das verb. sini}»!. sistere = zurückstellen, hemmen, stJiren.
178.
Non tantum pro iustitieandis im])ijs et quientandis ') ipsorum
animis neeessaria est fides, sed plane in omniUns rebus id verum
est, quod Paulus inquit. lustificati tide paeem babemus^J, »Si enim
48
tilium babens mm credideris tuum propriun. et leptimum iilium esse.
perpetua bella'M senties in <'(n-de tuo.
1) Lies .piietandis von .iiiietare = beruhigen. 2) K'J'.ni. :.. S :<) Erl. A.
5*^. H*»l,:i*^2: was unrugiger (uMlanken. Vgl. Cordatns p. (>4..
1 79.
Nenn» nM.vtalinm un(|uam bac arte bM,uetur, et sua Nerba tam
di<erte cmnpimet, (,uemadmodnm Apostoli. Ideo nequam est Cam-
panus, (pd pntat se darins posse b>qni de Knan^elio loannis
quam i]»semet lobannes'»-
1) Vgl. Krl. A. r,L r>.
1S().
|7->| \niversa ratio i.raedicandi ncI etian. Itetbin-icandi est
bene diu(U>re. delinire. adligere sive concludere. l t si es de fide prae-
.lieaturus. distinguendun. est tibi de tide. cpiae inter b^umnes est et
luao a l>-> cst,^)einde oportet ut tidem illam Histat.eantem de inias.
Tertio necesse est eolligere, (|Uod sola tides m ( bristo lustitieet^).
l) Vgl. p. HMi, 107, IIT d. M.. Krl. A. 50, 2:.s, wo einige ähnliche (U'danken
vt»rkommen.
ist.
Ouemadmodun. om,K>- qui l)ene praesunt instituendae iuven-
tuti HMnittunt in-imo discipulos sm»s ad ddigentissin.an. leetionem
V ir\;ilii rt Ciceronis. Deinde ad alios ipioque. at mm tantum ut
leLan ib- «t diseant. sed et iudicent. Sic nni vult toehciter 1 beo-
Xari. lobannem legat et Paulun,. patres autem et omnes.cpii
p<:st Kuangelistas et Apostolos scripscrunt legant et ludieent').
1) Legat iudicelV In anderer Fassung Cordatns p. 0:v.».
1S2.
Vis scire (MKUMoib) Dens nianeat reetor et magister bomiuum.
Die alten lendd ' ) er, vnd die Jungen plent*^) er. Alszo bleibt er
Meister*). ,, , ^ ._ , ,
1) Liihnit. 2) lUendct. ^^^ Vgl. ]). <il<» d. M.. Krl. A. o., 1 1^.
18;*..
\TM Tust ipsum verum Diabolum. Papa vere est Diabolus,
^,„,a facib^ probatur in boc (demente, quia est n.alus. <,uandocpiidem
Italus est, peiorest. quia Florentinus. pessnnus. quia spuruus'),
Adde si ]iotes ultra aliquid inalü-t
n lie^ -nuriu- \nf die uneheliche (ieburt <les Tupstes Clemens VlI. (er
• \ n^ r ssolnV lidi-n.s von Medici) spielt Lut ut Otter au. \ gl. P- 1 ''•«
war ein unehelicher S<»lin .lulians \on ^^»S*'"^" », .,. y , y i v o(> 214
d. M., Krl. A. (il,:<2s: (iO, 18% Lauterb. 1. p. IL \M^. l) \ gl. t.ri. A. »)u, zu.
184.
Mnndus autem vult deeipere ant deeipi'). ideo mundo
nuUum est cum \eritate negotium-).
1) Vgl. Hiichmann. (;oflügelte Worte p. :^or.. ^^'^' >'7'"»^'"/;*'J;^",.J^,V;^^
mundus vuli decipi, ergo deeipiatur. Die beiden letzten A> orte soll Papst lauin.
44
(1555 59) ans «lein Hause ( ararta lii!r/.U{z:t'ni^M lialuMi. 2) \'jrl. Erl. A. 5«>. P.Js:
AUt^r iVw Wrlt will lu'troj^ni st-iii, will Walirlit'it nicht IihImh noch Ici^lcn, Krl. A.
5'». 225: Es will die Welt hctrojj^cii sein. (l:r/.n ninss niiin (M'ln'rdcn brauchen.
1 85.
K^-o licet <»]>tiin;i (locciido-i. iiiliil tniiicii \i(U'or tccissc (|UJi!n
rroiiJi Inxassc feris hostijs. seiliert licc. Iiec est ;;ratitiul(» iiiuiHli.
]>ru]>ter <jii:iiii etiaiii ep) diceiv jn^ssuni. Dcecpisti iiio dcuniiie et dc-
eeptiis sinn-).
I) sc. feccrini. 2) .les. I!». I) hcisst »'s (N'iilpita): «l«'rcli<iuit mc iH^ninns,
et l)(»nnnu> ohlitns est niei, M. I«>: non te «lecipiat T>ens tuns. \ielleicht hat Luther
diese Stelh'u im Auy:e. Vjrl. auch Krl. A. 57, 2^1V
IS»).
Siinilitudo raiili ad Iximiaiios 7') non est adco faeilis. \\i i\y\\-
dani ]>ntant. sunt autctn (juattuor tennin/j in ea . Maritas e<»r|K»ralis
ot uxor, Maritas spiritMalis et uxor. In prinio (ut ita dieani) |71|e(»n-
iu^io nioritnr uiaritus. vi vivcns n\<n' sit lilu'ra. In seciindo vivit
Maritas et nioritnr uxor. (|uae tanien sua inorte libera sit et nuliet
altori vU'.. \'«duit auteiii isti siniijitndiui sulmniiicre dissiniilitudineni.
(juod Lex nianeat in Carne.
I) Rom. 7, 2 ti. In ainlerer Fi^suii;: Cordatus p. (»lo.
IST.
Scientia eonstat ex ditVerentiJs et s]>eeielnis. At A strononiia est
tantuni de ^enerihus. Si juier ille modo natus in lioe sijrno t'aetus
t'uerit rustieus. exeellet. sin ]>iseator aut alias (|uis|>ian) t'aetus t'uerit.
exeellet').
I) Luther scheint sa^en zu wollen: Sonst hat es die Wissenschaft mit dem
Besonderen und dem Kinzelnen zu tlmn. die Astronomie aher nur mit dem All-
^remeinen. Wotern nur Jener Knah«' unter «liesem (Jestirni' irehoren und ein Land-
mann j::e\v(>rden ist, so wird «r berühmt werdtn, wi*nn er alter ein Fischer oder
irp'ud etwas anderes geworden ist, so wird er (auch) berühmt werden. Aehnliches
findet sich Erl. A. «i2, :{21, Ab.^. 2. Der erste Satz Erl. A. »i2, :iIS.
ISR.
Eex est. (|nod nos t'aeen» delienius. Ena n;;eliujn vero est de
eo, (|Uod Dens vult dare. Priniuni t'aeere non ]»ossunins. Kt seeundnni
aeeipere ])ossunius. neni])e fide. At vide, <|uales sint lioniines. Prinunn
enini (juod non ]M>ssunt. vidnnt t'aeere. et seeundnni ((Uod deherent
aeei])ere. nolunt eredere ') ete.
\) In anderer Fassung Cordatus }>. r.io. \';rl. auch Erl. .\. 5*^,277.
189.
Eriniuni in l)eealo,i::o ])raeeeptuni est niera proniissio. Ht ne(|Ue
i])si |7.'>| ludei praeeeptuni voeant. Dieat auteni cpiis. rriniuni ])rae-
ee])tuni exi^^it tideni. I^ntur Lex iustilieat. tides enini iustitieat. Iliiie
respoudetur, praeeeptuni non iustitieare. sed pronnssi(»neni ereditani.
Alij distinguunt lideni in Lege praeeeptani, et dieunt eam uostrum
45
opus esse, lllam auteni fideiii. (piae Christum ampleetitur. donum Dei
esse, et ipsius »pioque o]>us 'j.
1, Dieser .uid die beiden tol-enden Absätze finden ;^j*-/' l'-.;;^';;^- ^L '"
anderer Fassun- in einen zusammengezogen. \ gl. ausserdem Erl. A. ..s, ibo, 1...
1 IUI.
1 ex inipleta iustitiearet, at ij^sa nou invenit implenteni. Et Spi-
ritus ^anetus qnidem impleret Le-eni. et per iinpletani Le^;eiii
Mi.niem iustitiearet, sed nee i])se invenit talem. qiii eiusi.iodi operis
suae') et gr.itiae eapax esset.
1) Lies .sui. Erl. A. :.s, 2»i5.
D.»l
l»er doiimn lid est s]urituni sanetuiii) ee]nt') in Christianis
i.mderi Lex. at per -ratiam est im]deta. seilieef^) remissnme peeea-
'1
t«»rumM.
n Für cueoit 2) Die Handschrift bat das ComiM-ndium tnr sed. Der Zu-
samn.e hang erblnlert Jedoch scilicet. Die Compendien beider U orter sind nicht
leicht ZU luderscheiden. -i) Vgl. Erl. 5s. :n 1. Cordatus ,.. U >.
D.»2.
|7(;| Nemo indest exiuMidere (»pes. tpias Deus pndniidit im. alen-
,lis tantuni avilnis. et Ulis vere inutilihus. Dato auteni pluris eonstare
lb"um passeres alere per annum quam Kex (ialhae de aimms suis
reditihus aeeipiL <iuid tit de alijs. quae majores sunt et rapaeiores. •)
1) V-l Erl. A. 57, liv In weitliiuftiger l'assung Erl. A 57. 184 w.. die
.esart .der da vermöchte zu bezahlen die Fnkosten" zu beachten ist. \ gl. auch
1
(»12 iL M
VX\.
Calor naturalis non eiuisumit eseas in liominilms, sed is. qiii
dixit. Non in solo paneM.
ll Matth. L 4.
104.
Non iH.ssumus durioiv p«»ena t'ratres aftieere. qui a iiolns reee-
....... nnam <,uod sinamus eos agere. quod aguiiL Iloe tamen exeepto^
Ne dieamus eos esse ex n<.stro etuisoreio. Als/o sehieken wir sie mit
\hrem eigen sehmuek gen helle M.
1) In weitläuftig«*r Fassung Erl. A. 01.55.5(1.
lor.
Eides quam voeamus iustitieantem. formaliter est lustieia ( hri-
stiani Nelut alhed<»h informat i»arietem et ealiditas aquam terventem.
Ilaee tides tantummodo in eruee intelligitur. extra erueem miiiime. N.m
autem hie intelligo peeeata earnalia . (luae et ipsa more «"- i;|;^^;'
aftliguiiL Sed erueem voeo. (piam imponiiiit m.bis ]ieeeata spiiitualia.
quai" illi intelliguiiL qui ea senserunt •^).
I) liinch.'. 21 \gl. Cordatus p. (142. Erl. A. 5s, :i7l, :'m2, ;i7:'..
"Äifti^ttaife,.
46
100.
|77| Priina ]uir«;ati(Mii iVi::no (Miristi est foiiscitMitianmi. ScMMinda
Civilis et ivriim (*iviliinii. ('(»nscicntijs iiactcmis (Mmsiiluinms. Nunc fa-
veiite nolns Deo de rebus eivililjus. (|uarniii ejret Keelesia. auenduiu
erit, ut vietuin habcaut pastores. Miiiistri'i etc. \ isitatio liiuc orta est-).
1) Kirc-hemliciKT. 2) lii al»>N eichender \\)r\\\ iiinl ^^ekür/t Conlatiis p. 012.
197.
An non S im hol um est adversus oratinncm Do minie am.' Di-
citur enim in illo, Keelesia m esse sanetam. In iiac autem oiamus
remissionem peccatorum. Sed liunc nodum sidvit. ipiod unns liom«»
(piasi duo sunt liomines. Interior. «pii est tide Sanctus. Kxtcrior. (pii
])n»pter Carnem ])eceatur est, Adde etiam (luod in Simbolo contitemur.
])eccata esse remissa. «piae depivcamur in orationc Dominica').
1) Vgl. Conlatiis p. (»4:5, wo sieli «lassclhe gekürzt mul in anderer
Fassung rindet.
198.
Pro statu HuitrimoniJ eonfirmando, Woc Jipu/l »i^* <•<>»»-
eluseram. anteijuam maritus essem. (|Uod si mihi insperato
morien<lum esset, ali(|Uo morho nie occupante. nie veliniM
leeto mortis meai* ali((uam puellulam mihi desponsurum.
Facturus qun(|uc hoc tuissem ad cont'undendam-) Pajiam. qui
plus ((uam dici potest liunc statum deiecit et deln»nestat.
Impius S(Kl(nnitarum cum nmnilius suis disciplinis-').
I) Lies velim in. Constr. (|Uod - velini. nie in leeto mortis nieae aliiinani
imellnhuii mihi desp. - - mir auf meinem r«»tenhette ein Miiirdlein /u verloben.
2) Lies eonfiindendum. A) Vgl. Krl. A. »il, MiT (his: desponsurum). Da es KrI. A.
r.u, 2Ts und 2M heisst: _die rai)isten aher sind gar gottlos, ( Jottesliister«'r und
Sodomiten. so könnte man erwarten: cum omnihu> suis diseipulis. Allein
discipliuis gieht auch guten Sinn. Vgl. ferner ii. lo. Krl. .\. »in. ITT, 2s7, 2«M.
199.
[78J Kemissio ])eeeat«M-um a l)eo est ettective, a Tide forma-
liter, Porro a Saeramentis. quae media sunt ad rennssiuuem pecca-
torum. est instrumentaliter ' ).
1) Vgl. p. tu;; d. M.
2( H I.
Si intinitos mundus') haherem. omnes darem. ut pertecte scireni.
quid doeeo -).
I) Lies numdos. 2) l>er ludieativ in indirekten rragesätzen rindet si«li in
dem Latein dir damaligen Zeit ziemlich hiiurig.
201.
[791 llbi Moses mininie^) videtur. ibidem est maximus, velut est.
«luanih» de rebus-) lo((uitur, Tbi autem videtur maximus esse, ibidem
est minus -^j velut <[uuni Leircs cuimcrihit. Kuit autem Moses fons
47
(»mnis Seripturae. quod (luoipie ii»se bene intellexit. Dieit enim. dm-
crescat in pl. (h>ctriua mea. Huat^j.
I) Lies minimus. 2) sc. gcstis. :i) Lies minimus. 1) Lies eoncn'scat in
pluviam <loetrina mea. riuat etc. d. h. Meine Lehre mr.ge su-h in ^^f^\;^^V^l^;^:
sir mö-e Hiessen iV. Luther hat ö. Mos. :{2, 2 v*»r Augen, wo jedoeh (he ^ ulgata.
rlnirn-ot ut pluvia .loetri.ia mea. Huat ete. hat. Der (;e<lanke .st: Als Hi..tord.er
erscheint Moses gering, aher darin hegt grade seim« eigentliche l.edeutung. als
\l^X\n>vvrs.Wmtlv hedeutend, ist es aher nicht, wenigstens iur uns hristen
nie t.^^ie Christus von dem besetze befreit hat H'. \ gl Lrl. A ».2, :n.>: Damaeh
wollte ich Mosel, lesen drumh. dass derselbe gar eigentlich von Dmgen redet.
202.
[Sol Simidicissime M(»ses loquitur. Interim tarnen Dens mirabili
sua saiiieiitia ostendiL se non esse ludaeorum Deum tantuni. et hoe
unico ostendit totius Legis ahrogationem ').
1) \ gl. in liezug aid' de., ersten Satz Krl. A. (12, ;il(i: M.».ses und David haben
.srldeeht und eintiiltig gespi'oehen. Krl. A. 5s, 300, :U)«lV
29:^.
Iracundia re-natrix est mundi. (^ü enim irasei n«m m.vit giiber-
nator. is ineiitus est. ut Keii.ulilicae praeticiatur. inei.tissimus , si sit
praefectu^. Mine scrii.tum est. Suscitavit Ueus sinntum Medorum'),
et Terrihilis, .pii autVert spiritum hnminum -).
I) Luther seheint .les. üT, T vor Augen zu h:iben. uo es (Vulg.) heisst: ego
,bbo ri spiritum. «ie.neint ist .br König Sanherib. 2) l'srdm .... \X wo aber d.e
\.ilg. prim-ipu.u h:it.
20 l.
Subtiles <|iiaestiones pariter et responsiones incarnau-
dae') sunt can.alibus. qui-S crassis-i crasse hnpiendum est et respon-
deiidiim.
1, Imarnare: zu Kleiseh maehen. hier uohl im Sin.u3 von -verständlich
aehen'. 2) Lies »inia. :i) Kngebibleten. groben Leuten. \ gl. auch: Aul en.u.
maenen-. 2) l.ies (i
jrroben Klotz gehört ein gruber Keil.
20o.
I ex est lex sive sit eaeremonialis sive iudieialis, sive (ut vocat'))
moralis. Sie et Baptismus, cum sit (^a.Mvm.mialis. neeessaniis tameu
est nmnibus Christianis -).
1, Lies voeant. 2) Vgl. K.-l. A. ^^, 27s. Der erste Satz aurl, p. ss ,|. M.
20«;.
ISII Oiium n(»s et Suermeri eimn.iuniter utimur ') Verln. IK'i. et
utraipie i.ars ghnietur de germana interpretatione. dubium videri potest
maximum. unde eertos esse iq.orteaf-).
n lies utamur. .*2I S.. kann es im hJU-hsten Crad.- zweifelhaft erseheinen,
woher ...In (UwissM^ |in der Kehre, nrlnueu soll. Die .\ntwort g.ebt Luther im
lolgendeu Absätze.
48
207.
Testiiiiuiiiuiu s])iiitus iiitrn. e\tr;i coiisfiisus 1 rat nun. <li' (loctriiia
certos iios nvldit qiiod ynirti Liit licrainu' jhIIuhtciuIuiii sit iioii
Zwiii^li jni:u'
208.
Ariiuiiieiitinn Au^nstini in illn 1«mm>. ((im «li.-it. Kunn^^clio iwui
crcMlereni ') etc.. tale est ('atludicao ecclosiae (M\mIi>. uoii Arriaiiis.
Veruiii Ikk» invalidmii rssct. Kadoiu iMiiiii ratimif diccriMit l'apistae.
se nihil iuNenirt' dr Lutlicro iu Scriptum •^).
I) August, ruuna «1». t'uiHlam. 5: Kj>-«) \ »to «'vunjrrlio non cnMlrrfiu. iiisi iiu«
»'c-dt'siac catholii-ao coinim.vori't aiictoritas. 1) Vo^l. Kr). A. «i2, KH. aiuli :V». I .")•».
wo Aclniliclu's vorkommt. KrI. A. »iJ, lo:i .M auirliaciT statt Ariain-r.
209.
Visituieiii liabcrt' iioh». iion adinitto jiii racnluni. n«M|U<' civdain
An*;"t'lo divtMsinu \\w docciiti a mmIh». «Mii et oiMTÜms I )ci idc«» (-nMl«»,
qiiod liacc diio sil)i et in ninnilni>; suis nartilni^ «•nnscntiiint indc a
principin niundi. Cnnstat cnini vcrlnini a principio. et ciro in sensu et
niente niea expen«»!-. |S2| Dass es alszo ^vliet. (|ueniadnn»duni \rrlMini
dieit et in omnihns liisturijs \idennis opera Dei eonsentire. Sieut eniin
ante nnlle ann(>s. sie hodie operatur Dens, NCriMini vulo. miraeiiluin
nolo, Miraeula \ niebat Krasnius. (|uia lial»ens Ncrlnnn nnii
habebat verbuni M.
wo j«'«lorli «lir Wort«' von sinit »• ii i m an
tifan/. feliU'ii.
1) V-:l. Kr!. A. -.7. 1
210.
Nulluni est p<»tentius ar-unientiini et.ntra ludeos «|Uanj sedes
Davidis. I]>si enini ab annis ir»:U M n'<iinien nulluni liabueriint. Ne(|ue
quiiMiuani aliud est. (iimd aiMpie eos ju'eniat atipie scdes David. VA
argumenta Pauli contra ludeos siml nicht <'in schert/. Liceat miHa
religio adeo stulta sit rationi ut (Miristiana. tarnen e.u'o eredo in verlumi-)
liideuni. (jui vocatur lesus Christus, alijs n(»n «-redo. (piia al>iecti
sunt ludei et traditi in reinolnini sensiinr*).
1) ()l)i^e Worte siinl also I.MU |::osi>ro<'luMi. KrI. A. ii2, :<«i«» liat in.t').
2) Lies im um. Wegen sohr iihnlieher Comin'ndifn wenlen vrrlMiin inul innim
oft verweelisflt. Z. li. n. T... A) Di«' W(»rte von Kt arj-nnnMita sensiini
fehlen Erl. r.2, :<r.«>, tin«len sieh aber .">s, li:; von lii-rat an.
211.
Omnibus niodis o]H»rtet illuni. (pii stant'i in loco sancto. in su«c-
o-esü)-) publicac ]>raedicationis. docere, et niulto satius est carere
Hhetorica ((uani Dialectica. quae docet. lietlinrica auteni tantuniinodo
eloijuentiae viril)us [8;») exornat doctrinani, quam quis docet. Die färb
ist Kethorica. Das austreichen Dialectica, kuiinen wir wider den Hapst
nicht farlie haben, szo k(mnen wir di>ch entwertVen ^).
1) Lies stat. 1) Nebenform tlir snj^p'stu. :<! V^^l. Krl. A. ."»s, <i;{. Da in
den späteren «leutsehen Tisehretlen «Ur erst»' Teil dieses Absatzes bis «loeere
mit dem zweiten Teile des voris^en v..n lieeat nulla reli-.Mo an in »inen Ab-
49
satz verschmolzen ist, so ist es interessant zu beobaehten, wie in Fol^e dessen ge-
iiu«l«'rt ist. um dit- N'erbindinifr mit den Worten: credo in imum Judaeum, qui
voeatur .b-sus Christus, herzusttlhn. Aueh die anderen Sätze des obigen Absatzes
von et niulto satius an erstheinen bei ( ordatus in Folge dessen in einem ab-
wi-iehrnden Sinn»'.
'> 1 '>
SM 1. M^ •
Stiilticia est aut ad minus stultiim. quod bis (luos instituere volunt
iu Dialecticis prop«.nunt: quae, (jualis, (luanta. Ego tantum tracta-
rem medium scriidurus Dialectica'). Kt ex ])raedicabilibus apprehen-
dereni individiium. ut si mihi (Vmcimiandum esset de Castitate. Priino
detinirem illam. deinde dicerem de conim«»dis eins. Tertio de in-
commodis.
I) 1 uther seheint zu meinen: Wenn irii naeh den Regeln der Dialektik
schreiben Nxollte, dann würde ieh nur den zweiten Punkt (qualis) behandeln und
aus ,len Traedikateii d. h. den logisehen Kate-orien, das Individuelle herausnehmen,
so «lass, wenn ich eine Predigt über die Keuseliheit zu halten hatte flf. \ gl. Lor-
datus \i 107: .|Uantitas. qualitas. aut Muae sit eins sulistantia.
2l;i
Non est verisimile ludeorum maiin'es adeo insaniiisse '), ut fabulas,
quas tinxerunt. serio intellexerint. quod posteri eorum faeiuut, Quid
enim stultius quam verum putare. (piod de suo Schoplior'^) commeuti
sunt. l5o>eni esse, et adeo maiinum. ut sin^ulis noctibus lierbas de-
]>asceret totius mundi pascu«n'uni. ipias Dens nocturno rore faeiat re-
crescere-^j, l'uto auteni sa])ientes illos vir(»s juieris suis maxinie mortem
ita (lelinivisse. (|ui') utrius(|ue sexus et <»mnium aetatum homiues quo-
tidie |S4| absumit. Deo alios homines substituente in locum illorum,
(,hiemadnH»dum nie absumpto a ma-no illo bove, suffieitur mihi tilius
ineus et tilia, quibus absunqdis. alij e(»s quoipie seiiuentur, Quod auteni
addunt. ln»veni illuni in extremo die esse mactandum, et quemlibet
liominum suam assaturam'j esuruni ex eo. si^niiticat. nun'tem iios oeci-
dentem (»ceidendum et unicui<iue nostrum moriturum. ut nemiui amplius
noceat. Subijcietur enim pedibus n(»stris. Ita intellig(> fabulam de
maximo pisce niaris. cui nomen Leviathan"). cum ([Uo siugulis diebus
liidat Dens tribus horis. esse Satanam. cui permittit Dens per-
turbare homines, quem tanien freuet Dens, quum vult, Motum autem
caudae eins, terrae motum facere, si«;niiicat aliquam maximam ])er
turbationem. quam eflicit in mundo').
II lies iusaniisse oder insanivisse. 2) Sehor-habbar -= Stier des
Feldes ' :\) se. die. d. h. in Folge des Thaus in der Naeht (am Tage) wieder-
waehsen lässt. 1) Mors in Ih-ziehung auf bos und als IVrsoniheierung des ab-
strakten r>egritVs als ni:iseul. gebraucht. r>) Sein Stiiek Uraten (1) Ihob lo
7) Der in diesem Absatz»- »• rwähnt e Seh».r-hab bar ist naeh dem lalrnu»!
(tra»tatus Uaba-batra 7 l. (i) ein dem Sagenkreise .1»t .luden angehoriger
fabelhafter ge wal t Ige r ( lehse. der des Naehls Idou Ke r ge ab w eule t,
die am Ta«'-.' wie.l»r waehs.n. Wenn nun «ler von »len .luden er-
wirtete Mi^ssias in >»in»'m Keieh»' »l.'U A us»-r u ähl t e n ein gn.sses
C.a-tmahi iii»bt. »lanu wir»! di»s»'r (»ehs»- zugleich m i r »lern Le v la-
than dlh.l» l\) versp.ist un.l »lazu d.r Wein getrunken »ler einst im
j'-iiacli.'-»' wuchs. F.'brigens s»dl Sc h.n-- habbar mit dem Lehem»»tli
(lllobMi i»l,.ntis»h s»in. Vgl. ('».nlatus p. 272: r.»'hem».t ist »ler gr.»s »»ehsz »t
nMU-t»'m siü-niHeat. ^\\vm' continn». nas.entüuis pu»'ns senior.^ d.'pas.Mtur (au«-ii
50
Deponens), iit ille bos j^raniinu luiUKli iina noete, «|u:U' »atleiit»' rore iteniiii
nascuntiir etc. V^i. aiuh Kri. A. «,0.»;:., wo iW-lieuiot li. Leviathan uml
Seorphiir (dieser als II (ille nh und, Coraatiis [k'1:1 SrliirKur) in an«l.M»'iii Zii-
sanuiieuluinj^e erwähnt uenlen.
214.
Qiiamlo oriinil)iis modis iumik» putcst dtiecre (\\wd vult, ii(M|IK'
faeere, (iiuul (luidciii laceiv dolKMcinus. l'aeiat in otlieio siu» <|iiis«|ne i\\un[
potest et dicat: ]»ater i.oster. «jni os in (\u'lis, Sanetilicctur etc.. queni-
adniodmn cum |8:)J Caesar vult emniM.nere eontroversias Cennaniae
et noliint (iernianj, Nos velJenius (^iroluni credtTe Kuan;;eliuni M. at
non vult Carolu's. Da haben wir niriit mehr den das wir ein
seliji:en vnd lieben vater vnser lit'tten. et nnttamus vadere sieut
vadit ete.'-)
1) EuanKelio oder in Kuan--.V 2) Vgl. n. If.o, n. so.
2i:>.
Queniadnioduni [)(^na ex nihil«» ereat oninia. Ita in inhihnnrediirit
oninia. <,Mnd enini fuit Alexander nia-nusV nihil. ant(M|uani essyt.
Quid nunc estV totus nihil. Ideni faeit Dens reiienerand«». .Vnte enini
quam te novum lunninem faeit, id est liberat ab im|»uritate tua. in
(juani vitio naturae venisti. neeesse est. nt ante nihil Has. faeit enim
te Dens nihil per puenitentiam et deinde ali(|uid per lidem.
'1 1 ( •>.
Nemo ne«rat ])rivatorum esse privata') Ideo sclndas. virtuni
ministrorum et'^ijastorum ae similia «juae sunt juiblica. nemo ]»ri\atus
eonservabit sed mai;istratus. Hin i)fenni.i;- /.ur beirlit. Kin stuek brod
maj:: ein paur «;eb 'u. das er aber mit der -ant/en naelit]»a rseha fft-)
[86^ den ]>farner=*) ernehrt vnd sein haus vni baw erhalt, das wird
er assen, Haee enim o]>era sunt majestatis non rustieorum.
1) Vgl. n. 21. 2) d.h. Nfichparsrlialt = Cesaiiitluif der NachlKirii. Wiigand
II, 177. .{) i'farner. l'tarntr, Plerner ^ l'tarrer, W»i.üaud ll.:i:;:i.
217.
8i virtutesO seholae expensis prineipum mm ah-rentur. statim
visuri essent Inunines. (piani nt»n sit j)ri\ ätoruni publica stiidia pro-
uu>vere.
1) Das ('«»mpendiuui kann aueh mit iit iles aiilgeliist NVi'rdtn. Virtiis -= Kraft.
21^.
Qni in theolo«,Ma studere vult et ju-olicere. stultus esto. et 'l'heo-
lo^us erit, Sunnna ars futuri Thcidn-i est. ut «lili-cntissimc diseernat
inter prudentiam rationis et verbi sive scientiae Dei. <^ii enim hae >j
eonfundunt, Coelum terrae miseent.
1) i.ies haee sc. prudentiam ratioiiis rt prudentiam vrrbi Dei od» r aiieh
hane se. prudentiam. Krl. A. ."»^, ;{«»^V
51
210.
Omnium o]>timus Pa])a juaeterito tempore Julius i) fuit, Nostro
aiitem serido. «pii et omnium seeiüiu'um optimos (juoque vincet, optimus^)
papa est Clemens ille tertius^j, ])essimus enim est inter omues, qui
un(piam fuerunt et l(m<;e ])essimus •), Ad hoe etiam s])urius est^j. Neque
papatus ali«>s viros deeet (|uam omnium pessimos, Papatus enim
super se divinum re«;num ferre non potest «piod est verbum Dei, neque
p(diti«'um quoque neque Oeeononneum. |S7| Sed medium quoddam iuter
illa. id est mere Satanium. Ideo in eo non ])ossunt i)residere nisi
Sathanae ipsissimi tilij, Kt si bonus forte ei ])raefieitur. tit tarneu natura
re<;ni illius malus. Cuius rei luuTendum exenqdum erat Leo X^), ante
vir nptimus ete.
I) .luliiis II. von I5u:i--1.M:{. 2) Die Ausdriieke: optimus, optimos, optinms,
sind wohl ironisch auf/ntassen. :i) Lies septimus. Es kann nnr Clemens Vll.
o-cmcint M'iii der lu-reits n. 17 1. ISJ erwähnt ist. \) Aehnliche ungnnstige Lrteile
rihcr Chiiiens VII. Krl. A. «iu, |ss \W, 214, Cord. ii. 171, is:i. 5) Vgl. Cord. n. 18;i,
l'rl V »10.211 IV. «•) Leo X. von I5K<— 1.")21, Sohn Loreuzo's von Mediei.
220.
Mund US non rei^itur relipone. sed sui>erstitiouibus et tyrannide
et non aetpiitate. «piia mundus est sub Satana, et eum tidem pre-
dieemus liberos faeere, audiens hoe mundus vult omuibus modis über
esse. f^vi\ carnaliter. Ita Neram reli^^ionem vertit in superstitiouem vel
])otius in mendaeiuiii Satanae'j.
1) Krl. A. .">^. :J«>sv
221.
In si»iritualibus repereritur 'j tantum eaussa ettieiens et ünalis, velut
verbum Dei habet eflieientem (/aussam Deum. linalen» autem iusti-
heationem. ]K'eeat«>r autem. qui materia-) t^r^\. est eaussa eirea <piam,
Sin niaterialem et Inrmalem eaussam pro])rie aeeei)tam in spiritualibus
p»>sueris'M. lloe per Alle»;'oriam liet. n(ui autem pr(q)rie. formalis eaussa
in verbo est. Sai»ientia. veritas. virtus. quae formae sunt, invasibiles^j,
in effeetibus tantum eoii-noseuntur^).
I) Lies repcritur. 2) Das an dieser Stelle stehende (^mipendinm kann aneh
mit natnra, neeessaria oder misericordia aufgelöst werden (!). .i) ^Venn
niiii -iher in Sachen des (Jeistes eine materielle und formelle Ur.sache mi eigentlichen
Sinn.' des Worti-s annimmt tV. l) l n v i s i h i h- s V :>) Hierzu hat Cordatus am Hamle
bemerkt: (^li.l hie Philii)|MisV (,hiid hie Aristoteles dieeretV Diese
Worte beziehen sich, wie es scheint, ebenfalls (vgl. n. 174) aiit Cordatus Mreit
mit Melanthon iil»er die Lehre von der Ifechtfertigung. \ gl. (.otze, \l\ .
.lahroh. d. Altmiirk. V. f. (iesch. ist.l. r.l) tV. In einer Vorlesung Creueigers
über das .lohannisevangelium aiu 24. .luli \:m, der ('«»rdatus beiwohnte, nahm
dieser schweren \nst«»ss an folgi-nden \V<.rten: Tantum Christus est causa
pr.M.ter ouem: interim tamen verum est. hoinines agere alitiuid oportere. nos
habere euntritiouem. et debere verbo erig»'i«' eonscientiam. ut tidem concipiamus.
Ita m»stra contritio et noster c«>natus sunt «ausae iustirieationis. sine (luibus
non Im Verlaufe des nun beginnenden Streites stellte es sich heraus, dass diese
Worte Non Melanthon herrührten, dessen Dictate Creiiziger benutzt hatte. Nun
entbrannte di-r Sfri-it mit Melanthon selb.st. Nach neueren rntersuchungen ledoeh
(v-1 K.'.stlin II I").". I'»7l war es eine Vorlesung über den ersten Briet an l imo-
tlPe'us (siehe den folgenden Absatz), welche die Veranlassung zu dem erwähnten
Streite galt. Vgl. die Litteratur bei Ki»stlin IL (i7.'». Note zu p. 407.
52
909
[88 Emstolae priiuae ad 'rituni») scc^pus'^) est MetlMKliis ( lin-
Htianae (Wtrinae, l'rium eiiini ik- Le^^e, (li'indi' lo(imtur de huan-e-
liü, (luinii suipiiis^^j ineiitii^nein facit I'aulus. 'IVtH.» aiiteiii ad praetiram
peneuit tulei, qualis est uratio pru Keplms \).
DLiesTimotluMiiM. "i) Vjrl. n.so. :^) Lies siii Ips ins. l) I. rimotli. 2, 21V.
22:5.
Est Lex positiva, et iiia-ua quid»MM iiiiiudi», sed iiiaior est Lex
iiatiirae, imixhna vero Lex divinae et aeteniac sapientiae, At
super ouiuia Lex est -ratiae, nia-is ') «M>pninat iiuaiii salvet I urn^
eiro oiitaveiu videre aliqiiein, (pn pnn^rie i)Osset distin-uere inter Le-eni
iiaturae et Le-eiu divinaiii. Ht caereinoniae sunt (pioipu- de Le-e uaturae,
Caeremoniae euiin vel ]>n>pter Cultuni Dei instituuntur ete.
1) Lies 4u:u- uui-is. V^l. Krl. A. >, M'A : Ks ist aus acr Massen sclrvvcr,
dass ein Mensch -lütilM'n soll, das.s (Jott iliin gnüdij.' sei. ^ j<l. Krl. A. ..^, .n 1 .
Tei-tiuui praeee])tuni est de eultu. eaereunuii.js et Le«;e Dei').
1) Vgl. Erl. A. .■.^. 245 AUs. :<.
Lex est Lex, Et Lex Dei sive uuualis sitM. iudieialis. sive eae-
reuicnialis, ouines taiuen ]»anter lijiant conseuMitiani. i^m anteui tit.
nuod tautnui Caereuiouialen» suldataui esse dixerint.-' (^ns uns ah alijs
liberalutV Lnplere uus illa-) oportet. iu«piiuiit dli suaves lioninies •).
1) Lies Sit, sive l.Mlirlalis. 2) Lies ilhis. Il) Vf.H. p. m>. .1. M. n. 2«»:,.
22r».
De natura l'avonis.
m\ Pavo o])il>us') pluniaruin nnnini in nH.dnni sose ostentat et
superbit Sed uhi pedes aspexerit. ilieo exrlanians et territus dennttit
pliinias. Quin etian. valde /('loti]nis-^j esse dieitur et invidae M. teste
Aristotele. l*raeterea raueani lial»et voeeni et insua\eni.
Pavo inia«;*() haeretieoruni ae t*anatie«»runi s]»irituuni^), Nani
et illi ni(U-e paTonis superl»iunt et (»stentant sese d«»nis suis, <piae ncni-
nnnu.uani liabent insi-nia. sed •) i)edes suos. id est Inndanientuni d<M-tn-
uae suae piissent intueri. exterriti eristus") dendtterent et iiunidiarentur.
(hiin etiain et ipsi la)>orant /elotvpia. «pna nullos svneeros ae veros
dVtores terre possunt. Sie \v«dlen alles allein sein. Mid ineniand nehen
sieh lei<len. et supra n.odun. invidi sunt ut pavones. I'ostrenn; raueani
et insuaveni v«»eeni hahent. h(»e est. diK'trina eonini est atliu'tis ae pi)s
mentihus aeerha et tristis. Ma-is enini atHi-it eonseientias cpiain eriiiit
et continnat.
1) Eine aUe Hand iiat pieturis iiher^'esd.riel.en. .hdmli ist oi.ihus vor-
zuziehen. Diese alte Hand ers.-heint nur an dieser Stelle. Sie hat nnt der li:n;d
ifiSlniliriitli'rliiWiMiiiiiiJiiiitiAiiir i liä'
53
Melantlions -msse Aehniirhkelt. DW^Mnno, =-. eitersiiehtig, vgl. unten
/elotvi'ia li) Lies invi<lus, vgl. unten invidi sunt ut pavone.. 4) sc. est.
5) Lies sed si. (•) Lies eristas.
•)97
Alia (!'//// 700/«.
Sieut pavo pulehritudine luM.narun. ])raetereuntiuin oeulos in
M- ronvertit. It:. haeretie(»runi do-n.ata mapiani apud vul^nis
h-ihent spetien. l'.Mil atipie iniperitorun. et sin.plieiun. eorda de-
cipinnt et tallu.it, dun. aut nova aut eonsenta..ea ratione ') humanae
doeeant
l) Lies r;iti«nii.
228.
De natura Cornieuin.
Torniees dieu.itiir valde .ojocr/o/ M esse. Na... 1 »'»H; ;>;./"< »^ f^"
elusos-^) ilieo .•eli..MUunt et av(»lant. (pios deus j.ostea inirahiliter nutrit
^'''"'in 'eornieihus depieti sunt lalsi et infideles doetores et
past(M-es Eeelesiae. (,ni pulh.s suos. id est Thnstianos tidei suae
I.nn.n.issos a.it ventris aut ]uM'ieuli p'atia deserunt. (pios postea C hristus
ipse n.irahiliter n..tiit et sei'vat i.. ...edio luporum. Su-ut suh 1 apatu
fl.etun. est. uhi Dens suos n.i.ahiliter supra o.n.ien. eaptiun ratioms
hun.anae servavit. ne ah h.nnaj.is traditio.Jihus sedueti stnt*).
n Lie.s ,.,rnnyo. d. h. lieldos. vgl. liehe nstoek IL KKi:^ eorvi sunt «'^'^C;'';'
W ventrieuh>si l'api^tae (!). Lauterhaeh p. 57 nehtig: ^'oryi sunt «;;^;>^y;'J^
ventrieulosi Papistae. 2) Vgl. n. »i:; exeuhatos. .<) Psahn 14-. 1». 4) Die ersten
Sätze iihulieh Krl. A. «rj, ;i:i.
De ..atura Vrdeae >iive {(^no^ior ^).
Miiahilis ..atu.a est ardeae. Nani eun. den.iserit se in tiuiuen
nedihus in.n.<dus^i eonsistere dieitui". Tu... piseuliM peduni odire^) aiit
suavitate m\ iUeeti aeeuiru..t ei(|Ue adhaerent. (pie ipse postea^ eapti-
vus5)devorat. et que...a.l...odun. ardea atVert seeum testen, pietaten.,
Ita neeeatum atlVrt seeuni ...alan. eonseientian..
\atu.-a peeeati in hae ave depieta est que i..eredduli suavitate
et seiMiritate h(m.i..es ad sese alleetat et alleetos postea perdit^).
n Lies nu.d,or, .les Keihers. 21 Masyul. in He/ug ai^f ^(u.r^.oc_ ^.^^
,; .;....; n 1 i.'-s odore M Lies .1 110 s pse p(»stea eapt ivos. b) Welche
iucl e i ut .; n r ^ ^-' vi'; u.'d die helden folgenden Ahsiit^ze^u
un e. /u e deeken. Seihst in Srhneiders Ausgahe der hhr. \ .Vristotehs
.^^ ( e iniirlihus Lipsiae IMl. Ton.. IV. p. i:. IT (aduotationes). wo eine ganze
U emur me deu L^.ö. gesaunuelt ist, tindet sid, niehts was nnt '1^'- >'P;;j
Xhs^Xehnliehkeit Quitte. Nur p. l^heisst es: Aelun. 11^. ^^}};-}-^ («
fciyiiiot yni fhro} ynt ■yvyvo, y.<u .Suny.orx^^ niU.iiuu,. Dies konnte aut Ab
satz 2:n de Aquila Bezug haben.
54
De natura Stnitliioiiis ').
Struthioneui ierunt. cuni caimt modo tVonde aiit tolio tcxorit,
existimare, toinm se teetuin et oecultatuni esse ita, ut a iieiiiine pussit
videri.
Ita hy])oeritae arre])to iiiu» ali<nio opere Ijouu pntaiit se oniiM'iii
seutinam-) peceatoriiiu suoniin oeeultare et tep're et se luilelieniine
ornatos et iustos esse eorain Deo.
1) ozQOvff^ivn-, der Vop'l Stnuiss. jrcwölmlitli oinniUo^. attisrli >/ njnnffhtj:.
2) Bodensatz, Unflat, Mistptütze. Erl. A. (»1. 111: Hin Scorj.inn meint (!!).
'SM.
De A(|uila.
Aiunt a<juilain iu;n*eni ]>ullos suos iii\oliirres tern- iu aereiii et
radijs solis op])(Uiere, (|iios iil>i videt aeieiii ueiiUu-mn ') teuere iimnotmii^j
coutra solis radios, agnoseit ut suos. (piasi sole teste. «jU(mI ipse sit
venis illonim pater. liieitur autem iion soluni euin niinuriljus (piadru-
pedibus. sed etiam eum eervis ]ui«;iiare. Miiltuiii puhereiii volatu e(d-
leetuni insideiis eoniil>us-*) exeutit in \\>2\ oeulos^). pennis (»ra \ erberat.
Cum draeone etiam init ]>relium. ova liie acpiilae eonseetatur aviditate
maletiea. lila ob hoe ubieunque nisum •') oppu^nat. ille mnltiplici nexa'*j
alas li^at ita. ut simul ali({uaiido eoneidere >ideantur.
1) Die l*iii>illeH oder die Aiiiren. 2) Lies inniiotain. ii) se. eer\i.
4) sc, ejus. f)) Lies visiini. Er (der Adler) p-eift jedi-snial (ülterall) das Gesicht
dos Drachen an. r») Lies nexii.
_. »
Qui taeit (piod in se est. dixerunt SelH>Iastiei, \i\it liene mora-
liter. is meretur de (.'on.i:,ruo' i. ^ratijnn nun tamen nirdi«» matbema-
tie(>, sed ]>liysieo. id est divisibili. Si boe dixissent <b' iu<tieia eoram
mundo, pulcbrum t'uisset. rormDeus sini]»h"eiter ('xi,i;it iustieiam seeun-
dura medium Ma tliematieum. Ipse enim siniplieiter et totus est
iustus. Ideo non dueit ali(|Uom ])ro iusto nisi sit totus iustus. et qui
(ut Dens) ])eeeatum nuUa parte-'» terre jxdest'').
0 Der erwirlit das »neritmii («niuriii d. li. <iotf erkennt .srin P>estrehen an
und schenkt ilini dit- irratia i;ratnni ta(i«'ns. Hat rv dii-«-. s»» kann er auch das nieri-
tuni l'onili^ni (i;leieh\viinli:;-lie]0 rrwirlirn. Liininu-r. Vortridentinisehe kath. Theul.
S. 130. ■*) (ianz und j^ar nicht. ;) Vj;l. Erl. A r.o, nvi, t"< rner Erl. A. .'»*», 1>:», iso,
wo Luther über den Unterschied des innntuni niatheniat ieuni und physieum
spricht. V^l. auch p. I^^T.
•>'Vl
Physiea traetat de') motu nnum. Matbematiea vero de (piid-
ditate-) et formis earum. Imo non est kniuendum de Cbristo mate-
mathiee nee pbysiee. Sed mai::is «piis sit usus eins, quid nobis attu-
lerit ete.
J) Die Physik handelt von. hat es zu thun mit. 2) Di»' U'aslieit.
■SM.
[93] Quod non serviamus proximis naeb vnserm vermu^^en.
Caussa est, quod divites velint opes augere. Deinde (juod pro sua
55
voluptate multa insunwnd pm ventro. Kdilieijs. Ludis. Keiebtum^ vnd
boili'-keit nueli mer. maeben die menseben t(d und s/.o torieb . ut non
servi-tnt pruximis. In.o. ut n<m intelli,ant. quis s,t proxnnus. U n mi m^
invenitur l-:piseopns. (pii studiosus esset Klemosynarum •)•'' licsbitui
0 Munaebi quamb» tee< rnnt. qund est re^ubie suae, ex qua sc sanetos
eU lixerun .^ Haee sanetitas non sinit eos viderc Lazarum ad
esse
t'ores iaeentem
l) Lies: Eleomosynarun),
San.-tit!.s. 01K-S. sai.icntia. i.otcutia llindoni die moi.si-lien
., .liloc ionc \>r\ .■ CLaritat.. ,,r.,xi.ni. Kt illi ta,non sunt u.ten.n
.ilot «ielii. I..US ...ans lassen. «,Miia Mi'^nto n,a-.s ,sta cornins. anto
, ,ni,„vs linnt a<l la-icn.hnn. .|Uoa ...vriins, Vns vM trotz, lassen« las
i, • n In stralVon. At si voilMin, D.'i i-niediro. Du trot/.t nn-ht «nch ,),
V ,1 .•l'wii un.'..tr<.t.t sein, .las weis iel. w..l. Müssen .loel. solel.s
i,.i,len. et a n.ultitudine et .vs,m-ere sni>er i.nsillmn ^-regcni. obedientem
i'uaii'-elio Inijiios siii» teniimie inveniet Dominus.
wiitcr (.'cliistiTf iiiiil u'i-lrut/ct.
l-M.
...11 Christianoimn est ut II.Um.. suani exereeant abstinentia a
„eeeatis.'et oneratio est l-norun.. ut voeatio nostra (ut 1 "t' *.'•.» >'').l\"'^^'^*
, torti,..- et eerta ex operil.us'^). Kx ,.eeeatis auten. ' .^ ".l-",.^'* >• ^^
tin.leni nulla, Kx l.ene taetis ae.|uinnius testmioiimm i.lei Kx ni. le-
,e „ en, eertun. testin,onian,. .,"'^1 -"tra li.lon, ,leln,uernn,^ Abe
ler toi i'otel'i kon.ert^) siel, it/t niebt (,uon,odo l,ex abvogetu.^ nee
, nI,n,„do i,n,.leatu.-. Id.- eni...'M eis .„...ie...!..... .>t ,.og.tab..„t de
iinidetione. et ....... te..ii>us .leesse vide.i.it. des)ieial.uut.
,, •. i.,.„-i 1 III '1 s,- iM.nis. .1) l>s lit. 1) .Mitu-lli. l.ovcl, povel,
„:i,./ ml IVI p.UVI us.w.^^ Volk. I,.M>.... WVm. Weiffnul I,;»>0 sag,
. i mi li .1 ^ ^ .■•! ' tvl '..li.».! IM-.l.el. so ist .iKs. «ie ,li.. ol„.so I.es.rt /oi, .
Kunnm'r .','yMr». si,!, mit S,.r,',.u ,niil..n. K.kommcni latrun.it.v n. ,1. •>) Mts
id«'o «um.
De Le^ilius. (,uibuseun<iue tandem. nemo potest indiearc'). nisi
ille. (pii Kuan^elium babet et intelli^it.
I) Lli's iudicare.
Dens est. qui umnes et omnia eertis Lej;i)His subdidit. at se
ipsutn nulli Le,i Ubieeit. Ideo nen.o praeseribit ^^^ »^;;^^. Ji; ^
ipsuni a Le-ilnis lil)erun, esse volutt, sed potius mpt») memmeut se
Ee^ilms esse sulneetum.
1) Lies Magistrat US.
56
■J.UK
[95] Taiita est supcrhiji hiinuina. ut ad caiii liumiliandaui Dens
iitatur (miiiibus. (juae in rreatiiris (a«lo<M|M(' in i]>s(nnot liomiiMM sunt
honiini adversa, (iiionini tantus est numorns. iit tibi ipsi inolcstns sis
ca eofj^ere in eertnni nnniernm. Vel lunnora (si imHcsi ciilices vi ]mi-
lieesV Miires et venenatos verniesV Kt in lianc (»perani utitur
onini nialitia Satauae, et i])se (juoijne. (jnoties se i])snni alinni ostcndit
quam patreni, omnia liaee taeit aut sinit lieri. ut nostrani su])erl»iani
fran^at et faeiat iiuiniles ').
1) Vgl. Erl. A. 57, 157. In andtTiT verkiir/tor Form Conlatus p. ();^5.
2i(>.
Cum Dens seiret honiinen» non niansnruni in Imnitate sua . in
qua eam ') ereaverat (*ur liuminem ereavit.^ Itespondet l'aulus-). Kin
icrosser Herr nms aueh seheis kac he n^l hin seinem iians/ Ilal)en. Si
in meliores usus ex eis utitur n(»nnullis. Hoc item deeorat potentiam
domus illius et bonitatem eins eommendat^).
1) Lies i'iun. 2) Krl. A. 57. i:.s: Antwort. 57. Jl«»-. Antwortet l>r. Martin.
3) Erl. A. 57, 158: Schnieis uinl i'iiikkacheln, 2U>: rinkcitoiilcii. Käclii'K'. Kaclu'!
= irdener To\)(, irdenes Geschirr, im 15. .lalirii. auch im Sinne von Naehttopt.
Die gewöhnliche Form Kachel (Thir.) findet si<'h ("onlitiis |>. r.i«i, wo sich der
obenstehende und der toljj^endc AUsat/ /iisamiiH'iigt'7.oj::cii in abwcichcndrr Form
finden. 4) Luther liat jedenfalls (und darin findet die Lesart l'aulus iiire Er-
klärung) Rom. !», 21 vor Augen, wo es heisst: Hat uielit der Töpfer iiher seineu
Thon Gewalt, ein (ietliss zu edlem und ein auderes zu unedlem (Gebrauche {nxtvo^
fic (hifiiav) zu fertigen V
24L
f^
f96| Sunt (Uli auditn verho Dei mallent. se non tantum didieisse.
(juantum didi<'erunt, qnud servus seiens v(diintateni Dei ') et non taeiens
plurihus vapulaldt. Isti iuiiorant id rauli: n Imuin, incxeusaldlis es.
puta. etiauj si iunnres-).
I) Lies Domiui, vgl. Lnka> 12. IT. 2) Köui. 2, I. \'gl. die .Vbweiihuugen
der spätereu Tisclireden Erl. A. 57. 2 17,
•JLJ.
Sieiit Satan per umnia xcrba et facta siia ctintrarius est Deo.
Sie omnes Impij. qui rortissimr oLsessi sunt a Satliana. spiritualiter.
si non eorporaliter. De«» sunt Contrarij ' i.
I) Vgl. Erl. A. 57. I5S.
21:V
Hilarius h inter mnnes patres luetarius i fuit maximus ad\ersus
haeretieus^). neque Au^Mistinus ]n)test oi «'onqjarari. (\vrillus*') quo-
que magnus fuit et ep*e^nus disputator. Ilierunimus. quia pacem
habuit, nihil Imni seripsit. Ambrnsius autem obrntus practieis impe-
ditus est valde, et cum lueta earuerit cum haeretieis. mairnis donis suis
non admodum usus est. et lere omniluis patrilms id niiicum noeuiL
quod sint usi eontemidativa •). non practica-') seu administratinne ])astf»-
ralis offieij, (jualis est eura pauperum, lutirmorum ete."j
1) llilarius st'it ;i5o Hisehof vuu l'oitiers. gt-st. :<«is. Selirii-b: de irinitate
iibros MI, bes<mders geiren die Ariau«r. 2) Für luctator. Das W (.rt ist, wu-
es scheint . gebildet, um die rli<toriselu' Figur <ler Tiaitovonaoia liervorzul.ringeu.
Cordatus hat p.c.:;«;. wo sich dieser Absatz, kürzer und in abweu'hender lorm
findet luetator. M Lies hacreticos. I) ("yrillus seit 112 Kischot von
\le\andria, gest. Hl. 5) sc. i»hiloso].lüa. «(mteuiplativa plulos. (/K<ey(*//r/;^//).
(Jegensatz activa i.liilosophia {.lonxnyi'i). Si<- huhli-ten «ler Tlicoric, nicht (üT
Praxis. fi) Augustiuu>. llicronyunis. Anilirosius vgl. n. 2^.
244.
|«I7| Inconsulte \id<'tnr c<:isse Dens. (|Uum Jussit mundnm reg:i
Ncrbn \eritatis. maxime cum \estiverit ipsam veritatem intirmo crueis
verbo, Kt mundus nun vnlt veritatem sed eontrarium eins, niendaeia,
et id videtur ma<,-is inconsidte factum, quod uficrt baue veritatem illis
boininibus. (jui ultra eam velint') suscii»erc. Mundus enim sj^onte iion
obcdit. sed vix tandem summa potentia ('(»actus et ]dane ij.sa tyrannide
areetur a criminibus et reeti' rei;itur. (^-ueem autem pcnitus borret et
mavnlt Satauae v(dui>tates quam Christi crueem habere. IdeocpU' (pu
bcne redt mundum. Satan est et (juiiU-m s(dus pro sua di-nitate ad-
nnnistrat mundum. adiuncto tamen sibi vicario suo. (pii est Pai)a.
(^lius reg,-n4» nihil nn(piam specincius aut mai;is mundo di<;num est
inventum -).
1) Lies nitro eam m.lint. 2i Vgl. Erl. A. 57, I5s.
2 i5.
Dens iam tandem <.mnes suos titulos ])er(lidit. \ idetur enim
impotens factus esse advcrsus lMq)i(»s potentes huius mundi. et etnisilij
inops adversus sapientes. Kt qMotiescun«|Ue in mist'ros easns ruunt
niristiani. statim adest tcntatio. quae vcxat. ut crcdamus. Deum oblitiim
esse suat' nnserieurdiae. quasi socius (pioquc mnlornm bomiimm factus
esset natura |1>S| bonns. Impijs enim videtur bene lacere et velle. Adeo
putamu< cum inversum esse.' llaec autem omnia inde vcniunt. (piod
«unnia. (jUae Dei sunt in Inu- seculoM. \alde sint absc(.ndita. «|Uod de
eo dicitnr Mattb. h-i. Fntentia enim eins videtur esse inlirmitas. Sa-
l»ientia stultieia bonitas eins putatur esse malitia M.
1) In diesem Leben, in dieser Welt. 2i Matth. ti. 4. 0. IS. :q 1. Coriutli.
l. |s iL \'g|. die abweichende Fassung Erl. A. 57. 125. Vgl. auch Cordatus p. b-i..
Krasmus IJoterodamus putat Keli.uionem Christianam esse To-
mediam aut Tra-edijim. quae res contiiiet inuKpiam faetas. fietas
tnmen pnq)ter liominum mores tirmambjs ').
n Vgl. Erl. .\. til. I<'7. w.t diesclltcu Gedanken mit mehr als 5(i Worten
gegeben sind.
217.
Satan s«'it n«»s mori (qMMtere. niliilouiinie^ adco furit adversus
nos. ut omni momeiito ((|uan1um in eo est) pnuMirct n«diis mortem, et
boe statim ab initio vitae nostrae ').
1) Vgl. Erl. A. 5'.», 325.
r,9
'2ix.
\)vv man. i\\ü soih't ad dcxtrani patris. wil kmt/.miih ro^nn'ii,
VA niiindns wil ylni knrt/iiml) iiiclit Icvdcn. sod pcructiio dicit, Nolunms
huuc iT^iiarc su|hm- iios, Nicli iiius er n'^^ircii ju-uptor') limic <|ui dicit.
Sode a dextris iik'Is-). Viid dicszcr km'v^ stellet sich als/i». ((iiasi subsit
et repitur al> oimiilms. (|uasi totns imunteiis. Noeli hesthet. das ^^e-
sehrichen steht. Unmia |*>*»| <iua«'eini(|ue viduit teeit in Cuelo et in terrii '),
Quis est sapiensV llle i\\\\ hoe re^inien inteUigit|).
I) Nrhi'n. 2) Psalm ll<i. I: Mattli. 22. 11. 'A) rsaliii |:{5, i\. l) V^'l.
(.'nnhitus p. iVM.
21'.».
Irli Ullis paeientiaiii liabeii mit dem tenfleli), Ich mns paeieii-
tiam haben mit den schwermern. leh niiis ]»aeientianj haben mit den
Scharhansen-), Icii mns pacitMiciam haben cum familia. Ich miis
P'dnlt haben mit der kata von IJoren, vnd der ^ediilt ist noch szi»
viel, das al mein leben nichts anders sein wil den i>atiencia.
1) Mit aciii l'apst Krl. A.:»S i;U. r^hniso Conlatus p. r»:t7. 2) Vjrl. n. »i«i.
•J.M».
Sub Leone decimoM hierunt dm» M(Miachi in nionasterio
S. Auirustini-). *\\\\ indii;nitate rernm |>a])isticarnm moti nnnnihil in
Tonciimihns suis adversns I»apam sunt lociiti. et eeee «|iiadam n(»cte
inp-essi Sicearij capite ambos obtrnncavernnt. et ipsornm exeisas lin-uas
ii^auos eorum iiitrusernnt. K<iidinmVl Komaniim viriim valde
doctum hnmanius traetavit luliush. licet aeerrime adversns
ipsnm loeutns sit. (inemadniodum semel teeit in Toncione ad
Komanos Cives. ({nam incipiebat, Ite in Castellum. «luod con-
tra lliMijvos est Voeant enim castrum S. An.i;eli, papae t'idem
et fiduciam. Castellnm. lliinc (inor'ine An<;iistiniannm Mnna-
chum^j lulins Cardinalein faeiebat, llnie praedieationi inter-
tnit Cordatus«).
1) VpI u M'» M In liuni. :5) Dieser. uIkt mir •U>iii Namen naeli aiieli
Erl. A. ♦i2. 4:i(i erwähnt. 1) .hiliiis II. v. 15o:{ ir.i:; i Soll .loch wohl nur
heissen- DieseTK «1er ehenlalls ein Anj>nstiner-Mr.ii(li war t^. <l) \N ann ( ordatiis
in K(.m, w<» er .liese Predi^'t des K^ndlns jreliiirt hal.en will, --ewesen ist. lasst
sieh nielit iicnaii hestimnu'n. vielleicht in der Zeit von i:.os - |.=)0\l. Im .lalire l;)|o
ist er bereits Pfarrer in (U'en. Der obij,^e Absatz timh't sieh (bis: iutrnserunt),
jedoch in abwcidiendcr Fassnnj:-. Erl. A. 00, 29«», 02, 4:{0.
Naturale est ut is. qui ab alijs benelieia postulat, ipse qu»K[Uc
sit beneticus alijs.
.1" • >
JUustratio adventus Doniinj erit in virtute et spiritu. Virtntis
spetiem habet impetus bombardarum. Spiritus vero est ars ini-
Dressoria, (lua inipietas reLnii papistiei vastatur').
I(>hannes lluss'i snstulit ex vinca Dei vepres. Ki;-o autem
pu.Uiians contra l'ai»am kam in ein ewens blachteld. Tum ei;-o-)
dixlssem. i])sum hm<ic jdura elliccre contra Pa]>am (piam lluss. valde
nepibat verum esse, et dicebat. per loh. lluss elVectum. ut in dies
post eum nta-is laj^sus esset Papa. «|"i ■"'> »'^i"^ tempore tuisset in
summ«» hoiiore et ]i(denlia. Practerea p(».^t l (.ha nniMii semi)er iuisse «pios-
dam bonos viros. qui Papae contradixissent. Ante lohannem autem
nullunrM.
D.loliann Uns. u«'b. Pii.!» /u llnsinee. einer Stadi im >iidlielu'n liidunen,
•in^ niederen» Stande, bölimiseli-e/icliischen Stammes. \M\ Pre(li.uer an <ler
lU-tlilehems-Kapelle in Prair. Pi'is Leliivr an der Prap-r Tniversität, I 1(>2 Pektor
der^ellMii. IJeielitvatrr der JM-mahlin Wen/.i-ls von pMdimen. seit I In.; Anlian^^r
der WielitVe^rlMMt Lehren, als Kei/cr in Cosinit/ srrbraimt am 0. .Inh I ll...
2) (.'ordatns. ü) Vj:l. ('«»rd. i». 0.<s. wo liir cwciis ItlaehteM der Ansdr. )ttln,u'-
feld stellt. Der erste Satz ainli Krl. A. »'2- 12).
|1(H| Anabaplistae in errorem suum tracti sunt lum alia Caussa
quam (piod non n^verentur d«*bitn Inmore verbum et <»j»us Dei. Kt
putarunt ]>er iiimnantiam et impietatem Daidismum iumlari ipsoruin
lide. seilicet hoc piitant. «piod opus Dei tirmum esse non possit. nisi
l)onatur su]>er t'uiidamentum Immanum. Item iiutant. Dei o])iis ideo
nihil esse, quod e.n'o illud i>ro tali non habeo. et Deum cedere oportere
et repetere opus suum propter iiitidelitatem meam. Das lest er. Si
sine tide ant in inlidelitate bajdizatus sum. inlidelitas mea mutanda
est. et me oportet Deo cedere et «»peri eins eredere Dei enim opus in
sc pertectum est et non potest mutari. <^Mind exemjdo \(.h» deciarare.
Ante de ce Ulli um aiidivi praedicari Decalounm. cui ei;«» non credebam.
at hodie ei credo. et Lei:i Dei. In hac mutati«Mn' e.üo mutatus sum.
Udii Decaloii'us. (pii idem s(Mni»er niansit. Item si ante triennium')
aliquid mandasset prince]>s. cui ep» nnn obedivissem. Inde non seque-
retur mandatum eins irritmn esse lacrmn pro]d«'r meam inobedientiam
Ne«|ue ipse pro]>ter eam mutaturiis est mandatum. sed hoc vult. ut
meam inobedientiam mutem. Sic halnd se res de liaptisiiie juie-
roriim. Casu ])osit(.. <|Und |lo2| Pjaidismus eorum validus non tuisset
propter earentiam lidei. N(M|Ue nitenm sentm pu<'ros esse sine
cum bai)ti/.antur. Dblati enim ab Kcclesia Christo, et. Kcc1esi;i
eis ropuite. acci])iunt tidem-j.
I) Krl. .V. .')T, Or.: vor /elK-n .hdiren.
sowie n. I IM.
2) Vi;i. Krl. A. :.:. or,; 02. :i2, Abs. 2. :^
_•>•>.
pressona, qua impietas re^nii pap
1) Vgl. p. 0:i8 d. M. Erl. A. 02, 40SV
Multi etiam ministrorum dicunt se corpora sua et animas suas
Deo eredere. et credituros imre. qiium eis ex hoe mundo est eunduni
aut moriendum ])ro verbo. Kt ' i «le Conjuuibus suis et liberis suis anxij
sunt. An hne non id est: Deo. (piod maius est eredere. non autem. quod
minus estV Aut certe: An Ihk«-) potius est deo nihil eredere V=^j
1) Lies sed. 2) An hoe noiiV .{) Vgl. Krl. A. •>. .i^"».
■.^■.^j>.^^auat.>^...».->.*.'.^^:«-».»J ..■>-».aag»'^«"g'-
m
61
qiic ipsiV-j
1) Passivisch gebr. 2) Vgl. Erl. A. :.7, Uö, «Hi (bis: cxtcnniiuitiir). In Jin-
derer Form ("onlatiis p. r.i:{.
257.
|lo:i| Fiet nirsus qiKMl nlini t'actmii est. iit «unncs. «|ui iinne iMun(l<>
sua(l(Mit ad salut<'in. s('>40 ]>r()ri]»iant in dcscrta. juoptor sminiiani illain
inp-atitudiiKMn. qnac prrpctiM» ex optiiiiis facit prssiina').
1) Vjrl. Krl. A. -»T. m. (V«ni: »luruiii wird.s ebm :)N.» l»-»'!»'-!! ;ml.
25S.
Manila M'xatio est aniinnrum. das (l«»tt s/o wandclwt'itij;' ) int.
Adat' cniin ipsi dedit proiuissi(m('s et CacnMiKmias. (jiias inutavit Arca'^)
et Areha Noae, Ahraliae <ledit ('iremiicisiiniein, Mosi iniracula. To-
pulo Lebern, (pia»' oiimia sustulit per Kuan^eliuni. (piod Cliristn dedit.
llae mutabilitate Dei Tiireae otlensi dit-mit siiain Lep'iii ali^piaindiii
dnraturani. iniitaiidam tanien-'Y
n Kin st'ltcnrs Wort. \V aii.l «1 w •• rte«- (wandclwarrtif:) s<» viel wie
wandelbaere d. li. in Hezicliiin«,- auf den \Van<lel stehend, nicht s.», wie es sein
sollte Vj;l. Müller II. lüio, «ÜHK Pann w(dd, wie oben, im Sinne von mutabilis.
Für w an de 1 wert er hat Müller nur die eine IJelegstelle: g«.t ist nicht lu^jcnhatti^'
noch wandelwiirtig, gest. Korn. :tr>, Erl. A. r.T. 20S: wankebnütig. 'i\\-}<'^ arcus.
der Regenbogen, (.'ordatus p. r.l.'t, wo sich dieselben (itdankcn verkürzt und m
abweichender Fonn finden, hat: irim sc. dedit. ;) Vd. Krl. A. .T. io^ und 5'.«, U.
250.
Tertius P^sdre') nihil est. nnniina enini reeenset, et quae supe-
rioribus libris seripserat, repetit. Quartus non tani levis est. utquidani
euni nntant i)aruin prodesse, Videtnr auteni seriptus esse post Christum
pntant panuu ])r<>desse, Mdetnr auteni seriptus esse [i
natuni et passini-). (iueniadni(»duin .\pnealiosis. Iluius cum alio
tempore reeordaretur, ro<,-al)at me')|I(M valde seric». uteumM
perle^^erem et dieebat nie in e«» inventurum nnstri illius ') tem-
poris faeta et npera**).
I) sc. Über. Feber das dritte und vierte Hu«h Ksrae vgl. Förstemann und
Hindseil, Tischr. IV, inj, Note 4 r., wo auch die Litt, angegeben ist, ferner Kr.stlm
ll,:{ou, r,«i;i. 2) Flanh.s. ohne Ordnung. :<) Cordatum. 4) Es ist doch wohl
das vierte Huch Esrae gemeint, welches eine Art Frophetie ist. >) \ lelleicht
nostri ij)sius temporis f. et op. r») Abweichend Erl. A. «ij. FJo. Vgl. auch Cord.
]). 4TÖ, wo sich Aehnliches, uml zwar mehr im Auschlussc an die deutsehen
Tischr. findet.
200.
ludei seiverunt et «»ptaverunt praesentiaiii Messiae. at putit-
Imiit omnia sua integra mansura. (|uud eum Christus nullet, cruei-
tixiis est'j.
1) Vgl. ('«»rd. p. r.l:{. Erl. A. r>2, :i74, auch :{T1.
20 1.
Kuan^^elium (Miristi et A]K>stoloruiii tempore doetrinale (ut
ita <lieaiin t^iit. jiostea leji'ihih' sul> toto ]>ai)atu, Nunc aiitem pugiiax
factum est, vnd wil seine feind nicht lenger leyden, Sed e medio
tollere ').
I) In andrnT Form Cord. p.r.l4. vgl. ferner Erl. A. 57,77.
202.
Fide seiunt. «luodeumiue seiunt hoiiiines. ])uta (jU^ul vivo. edo.
OS a]>eri(» ete. f^iid horum a<;nus novit aut bosV Ita se res habet
in toto mundo.
20:^.
Constantiam nostram et Studium in verbu voeaiit etiam ipsi nostri
auditores libidinem dominandj. (|uia nihil vident nee audiunt a nobis.
nisi (|Uod odiunt').
1) odio ist Nebenform /.u odi, im archaistischen Latein nii-ht ungewr>hnli(h.
2F)4.
|1(>5| Negotium nostrum. ipiod agimus adversus Fapam et omneni
ordinem Fapistieum. nihil aliud est (piani exeommunieare. Kxeom-
mnnieare autem in re et veritate mm est aliud (luam verbo Christi
eonvineere et deelarare, Faiiam. eonfessores suos'). vel (pioseumpie
alios Imiiios. ilh»s esse, (|ui (Miristi verbo mm obediunt. \ elut eum
praedieamus. (|ui erediderit et baiiti/atus erit. salvus erit-), Si non
exemjdi eaussa. tanien neeessitate presentis textus eoaeti dieimus l*apam
et suum ordinem hoe non eredere. at<pie imo salvos lieri non ])osse.
id est danmatos esseM-
]) \i«lleirlit: Fap:iin et «oufcssores suos (ejus), vel s«|. 21 .Marcus M'.. IT..
:\) Vgl. Erl. .\. v.». I.V.».
2F)5.
(,Miid autem hoe aliud est quam exeommunieare. id est exequi.
(|U«mI w-rbum indieat. Kxeniii m iinieatio enim est exeeuti(. verbi Dei
et eins Christi h.
h Vgl. Erl. A. V». FV.i.
2F)F..
Cum Christianis maxima omniiim pugna sit cum falsis 1'ra-
trihus. illa tameii hmge maxima est. «|Uod. eum non sint. velint esse
et voeari Christiani. (,Mn»d si Filatos se ipsos vellent dieere'). ludas
62
et ll(M-«Mli'<. i«l Ost, si iioii-i alMlicarc vrllnit CliristiMiiiiui. jKisMiiri
csst'iniis iiU eis oimiia. (|U;u' |10(')| inirnv iiKMUiniKMlM aiidt'iviit. et
])elluin cessasset. et pax Ui^)U esset reUdita. luteriui aiitrui riiiii volniit
eeiiseri (Miristiano Moniinc hellaiidimi est. inline iill«. iiio(l(. paeieiidmii.
iit seeure lo<|nantur aiit faeiant, qunvl ikui dcret Ciiristianns. Ilepiuni
eiiiin eoiiseieiitiaruiii \eiHliraimis \i moIms per n^m-Imuii muI Widleii >) viis
iiit'lit lassen neineii^).
1) N'u'lU'iclit «'t .lüda.s. 2) l/u's nuin.u. Dn- VvUU'V riilirt vou drr Vrr-
wcohslmi-- der ^;::m/. iiliiiliclii-u (NuniM'iulu'ü li.T. :5) l>s vi!i«li<-:miiis -^ N»'lmii'U
wir liir uns in Aiisprudi. I) Vi.'lk-k-l.t : Nvolh-n's. ö) \ -l. Krl. A. (11, I.J-l. in».
•yü
Doctor HniekM liaee ultima \cv\k\ liixit in ('(»mitijs Au.i;iista-
nis. euni aUitunis esset ]>nnee]>s Saxon nni-) et ainlivissrt oninia <liira
niinari liis. <|ui Clinstuui erant (^»nt■essi. Wnlan. kans nielit anders sein,
s/(> wissen wir d(M'h das alle ptorti'n der lielle wider diesze vnser
lere nidits vernion-en. ('aesar liaee nun intelli-ens. (|uid esset i)t'orten
der helle, interroii'avit. Seilieet ita sapiunt i;eliKi<»nis iudiees et pn»-
toetores tidei-').
h Dr (a-i-or liriicU (i'wüUun.M. uvl.. U^.'. /u iJriu-k hri WittcnluTj;- ri«i:rTit-
licli (Irr-'or lli'vus (mUt lU'iut/.»- -viiMiint. iM'iiiliiiitcr .liirist, rliiirs;u-lisisc irr
Kau/l.T und hcrvorrap-nd Ik'i den wirlitl-st.M. AUt.Mi d.T IJctonn.'itions-lu'scliiclitc
lu-trili-r '»-est. i:.:.T zu .Ima. rclx-r s«'inrn Antril au drr KN-teruiatiou su-lii'
St'(koud.\rf. hisr. Lutli. index 1 sul. noniino Ponfa.iu>. 2) An. 2;<. Srpt. I..:«>
l.rarh Kurtiirst .loliauu von Sacl.son von Au^-sluirii- aut. li) iMi« ol.i^-yu Worte iiar
Brück irdi'ufalls -i'si»n>clun, als rr am 22. Srpt. i:.:i(» auf i\\v vorluT^^c-an-onc
Vcrlcsim«- d»-s Kou-listau-sahsclik'.lsiMitwnvtV in Iktn IV d*'s (llaulKiis im Nanu-n dor
evanu-eli>Tlu-n Stiin.le antwortete, liei SeekeJ.dorf, II. seet. .Hr., 5; :\.} hnden sie
.sieh "indessen nielit. Ael.nlicl. klin-t nur Tol-viules in d.T Kede. die l.ruek da
mals ««-halten hat: n'sjM.nsiim aliiiuod inter multas oeeupationes i)aras.se. e.\ t\\\o
sntrareiit, Caesarem et)-niturnin rssr . ,,uam firma adversiis eon t u ta t U) ue m
iilam stet eont'essio sua.
*J<>S.
Me(^ t(Mnp«u-e nulliis oniiiino usus erat Dialeetiees in seholis.
Sed tantnni tradebant. et lioe per s<»rdida verba nniversalia et prae-
dieanienta'). et de liis lieet Imrrendnni pupiarent, tanien nullinn usnni
intelliiiehant. At ei'<i ('«.neionaturus. n<M|Ue Inxlie (|iiiipi:jni eopto (le
])raed[(-anientis, ||07| \ elut euni mihi diiH'nduni est «le tide. non eoirito
<(uid Sit eins quantitas. ([Ualitas. aut i|Uae sit eins suhstantia ete. Sed
eoirito ])rimum. unde sit, seu ipiae sit eins Caussa eftieiens, ipiae est
Spiritus sanetus. qued sit donum Dei. «pnul per \erl)i ministeriuni upiae
est ('aussa instrumentalisi eontin-it. Deinde tormaleni considero et
aterialem. ([Uod diristum appreheiidat. Deinde etiani linalem. <|unl
jins tides eont'erat. nem]>e iustieiani item quid Den trihuat, seilieet
j^loriam ete. lline e(.-itu etiam de IruetilMis lidei. hona opera, (iratia-
rmn aetic» ino tantis ' henetieijs per Christum nohis e.xhihitis, Deinde
satis eomm(»de se])aro haue tidem ah illa. ipiani dieunt histurieam et
alijs. ne relimpiatur andM«;uitas. Talis eo-itati«» aperit mihi totam na-
turani tidei. id »pind numipiam ]»osseni i>er praedieamenta. et faednis
hoe nn»d(» a ])ueris et aliJs simidieius intelli-itur et diseitur. l/otes
tarnen etiani per praedieamenta tidem deelarare et alia. quae sunt
m
nu
«1*
63
praedieanda. si tamen ea ita nota haheas. ut simplieiter ex eis loqui
ijussis, (juod vis aut te (qMutet praedieare, Ijjsa tamen eopiitic» eaussa-
rum jiotiur est. (|uia Sie livhet lein straeks /u. wen man reden wil
von ein Din^-. was es (h»eh -j.
ll nie Lehren der Diah-ktik fanden in d<n Sehuleii keine i>raktisehe Au-
windunj;-, man trufr sie nur vor und luMÜente sieh <lahei jranz armseli}<er allgvniemer
IW/eiehnun^en und Kate«,'orien. 2) Vielleieht <lorh ist. V«l. Erl. A. o^, lo.i,
wo sieh iiH'hrere Sätze diest's Ahsatzes linden.
IVr sui)ereftiuentem et immensam miserieordiam Domin j faeile
intellii;imus immensam malieiam Innninum, quae i)er summani ingrati-
tudiniMn eontemnit omnia. «piae illa dat sine eessatione 'j.
1) Vi^l. ("ordatus p. r.ll.
•J70.
|108| Falsos fratres nullo mudo feremus. dum haee mihi vita
nianet. Sin vero se eontiteri v(dunt impies. et sine Ohrist«» esse, fere-
mus ah eis omnia. etiamsi nos neeidunt'j.
1) Aelmliehes Krl. A. r,l. l l'.t. Vi;!, n. 2ti(;.
•J71.
Tnp-essus ad ae.ü'n)tantes familiarissime eidlocpiitur 'j et i>r«»xime
aeeundn't lere upiantum lieet) tt)to e«n]»ore. et primo interro-at. quo
morln» laluM-aret. «luamdiu ep-c^tarit. «[uo medieo usus sit vel mediema.
Deinde an etiam sit iwieiens er«;-a Deum. Audiens honam v«duntatem.
qu<Ml eis ])laeeat haee intirndtas tancpiam a Deo imnnssa. aut (piod
parati sint nnu-i. si Dens ita velit. valde eimimendat et maiiiii dueit
haue Noluntatem, (|uae eerto sit a spiritu sanet(» ]n-aesente et «q»erante
haue voluntatem.' Ktiam ma-num esse, si quis ].erveniat ad eopntionem
verhi et Christi, at si eui etiam datum sit tali Viduntate esse ae tide.
(|uam verhum ju-aedieat. haee plane omnia. (piae ]>reeiosa esse ])ntan-
tur, exeellere-J. Talem enim hominem Deum hahere ]n-aesentem ae
propieium ete. Ahiens e«mnnendat eis tidem suam, ut in ea per-
severent et juomittit orationem'j.
•27 D'.
|l(M.il (,Miand(» autem isti dieunt se re])rehendere ') m»H p<>^^>^0 hene-
lieium suae visitationis. Uesjumdet. Ks sei sein ampt vnd plin-ht. nleo
non esse «»pus. ut -ratias a.-ant. Addit etiam haue eons«»latnMiem, uon
esse ut qinequam timeant. «puKl eertum sit Deum. qui eis literas et
Sv-illum (id est verhum et saeramentum i dederit. eerto se ipsum etiam
daturum-').
n se I uthiTiis 2) \;:1. (ordatus p. Cll: preei.^sam esse taüum huminum
inorti'Ui ' -q'Versprieht liir sii- zu heteii. \) Nicht wied.'r -ut n.aehen köniit,;n.
't\ V'd Tri \ <il ni>. ^v«» sieh jedorh luaneh«' .Xhweiehun.üvn tmden. Andi-rseits
'hat Tu'rd'p r.n noeh einmal dh^si' Schihlerun-. wie Luther bei Krankrnl.esuchen
verfahren ist IUese sehli.sst sirh im -anzeu mehr den späti-ren deutsehen 1 is.-li-
redeii an. enthält ah.-r .'hentalls Ahweiehuniivn. du« uamnitli.h dann iM-stehen. ilass
Luther \on sieh in der ersten Person erzählt.
64
65
Si lialmoro') «unneiii tidciii. tontatiou.^s et multitiul«. afllictiommi
(M)oit me tamkMii illmii tcxtuiii rtM-tc intrllipMc de tide nou |K'rse\e-
raiito-). \ideimis eiiim minc iiiultos falsos fratres (velut Zuieca-
viani), ((ui t'urto t'idiMii anii>l('\i oliiii. muuc oinuia mala faciuiit
ininistris Di'i sub iKnnine Cliristiano '). lm<> il»si voluiit optimi
esse Cliristiaiii, Tales sunt verlMiin sciiiinaiitis^j eadeiis super
la]>ideni et arens. Kx])endi auteui haue iiitelli.iieiitiain dili-
^'•eiiter, dum esse'"') Knlnir^n et eontuli eam <'uui seriptura'').
1) sr. (lieelKit LntlKTiis. 2) Mattli. i:?, :i. is. 3) Ihr Stn-it mit dvu
ZwickuuLi-n 15:50— lö.n. Mit den Dieiierii des Wortes (i..ttes suul II;inssiii:iuii,
Cordatus, Soriiuus gemeint. V-1. n. T(i. 4) Lies semimintes. n) Lies
esseni. Ji) Lutliers Anfcntli.ilt in Kulmrg dauert.- vom i:>. Ai»nl lus /um
■). (u-toiM-r ir>:5u.
li •».
Fures et alij. (|uibus (d) malefaeta sua vita eriidtur. sunt liae
])arte toelieiores uobis. quod sua peeeata. ad mortem traeti. saltem
eiviliter airiioseant. Nos autem iiee eiviliter nee si>intualiter.
274.
rilO] Satan est. qui se in varias animalium t'onnas transmutat.
Dens enim istis larvis non ludit. sed sinit Creaturam esse, (piod
creavit • ).
1) Erl. A. t.n. iiv
Puleherrimum est. «luod Saneta Seriptura Dei autVert ab ipso
Deo mortem et taeit Satanam Dnnniium eins. Khr. 2'). Dens enim
Dens est vitae^).
1) Kl»r. 2. II. 2) doli. :,, 2»i; Mattl. 22. Wl', I.iieas 20. .J^ ete. V{<l.
Erl. A. »io, :»^.
27C..
Maledietus est omnis. qui praedieat Zuieeavianis illis inv itis'),
quibus non debef^), K^-o moriar inimicus liuius Civitatis, et
nnn-tuus disee])tabo eum eis et omnibus inimieis meis. qui
pro])ter N'erbum Dei me iniuste persequuntur. Iiuc eert<» sei(»=\).
1) Wohl im Sinne v.»n w id.Twi 11 i-i". str.rriseli. 2) se. praedieare.
•{) Diesf und dir fol-endcn tiinf Ahsätze We/.ielien sieh auf Luthers liandcd mit
den Zwiekaiiern im dahr.- 1030 I;.:{1. V-1. das Nähen; dariiher hei (iot/e:
l-l .Tahre.sh. d Altni. V. f. (J. p. r.2 t1.. KJ»stlin U, 27s IV. ini<l «i«il , xckemlorl, 111
seet :{ i; r» l IMe hier von ("or«latus. drr mit Soranus und llaussmaiin
die Veranlassung- zu dem Stivitr i;ah. mitp'teiltm Ahsätze heweisen aids n«Mie,
mit ueleh j^rosser Leidensehaft Luther densellu'n ;,-i-tVdirt hahen iiiusn hs ist
sehwer ein ohjeetives l'rteil zu talh-n. Auch die Zwi.kaurr, mit Miihli.lH.rd iin.l
Uoth an der" Spitze, brachten hittere Kla.i;«Mi iil»er die Streitsucht luid »In- In
he.scheidenheit ihrer (leistlichen und ülM-r Luther> Ilerrsdisuclit \ or. Nachdem der
Streit einmal entbrannt war. wird mau von beiden Seiten das Mass des Lrlaubteii
vielfach übersehritten liaben. Luther scheint seine Leidensi-hatthchkeit spater selbst
eini?esehen zu haben. Weni-:stens In'isst es bei Seekendi»rt au der cit. stelle:
Tales tune turbae (d» nondiim eonstitutam i.acem et politiam in causis Kcclesiasticis
satls freijuentes erant. nee nej>-ari potest, plus justo in illo negotio
excanduisse Lntherum, iilque ipse post ali<iuot aunt)s fassus est.
\^\. am-li n. 7(». 272, 55, 57.
277
d
Zuieeaviam ]mo mea perscma e^o exeommunieavi et ei male-
ixi in nonnne Domini et maxime re^-entibus '). ((nia inq»oenitens
manebit. Neipie lioc snium. Sed etiani id exi^^unt a nobis. ut api)ro-
bemus impietatem taeti. quod contra verbuni faeiunt et ministro-
rum") eins.
1) Damit simi iMsonders der liürfiermeister Hermann .Miihlphord und der
Siadt.syndikus St«'i)han Koth gemeint. lieide waren bis dahin i)ersünliche Freunde
Luthi-rs. Krsterem ist Luthers Schrift: Von der Kreiheit eines riiristenmensehen
gewidmet, letzti-rer üluT^'t/te l.'>27 die l'rophetie Lichtenbergers, zu der Luther die
Nnrnde s<-hri(d>. \'gl. ii. S4. 2} Ministr«>s'r
278.
11 1| Die von Hessen') weren mir einst sehir zu Zwiek-
kawern worden. Aber ieb war bald naeli yhn her, Selialte
sie. aber sie verl(Mi^^t(Mi-) mir. Die von Zwiekaw sind <;rossze
Hern, vnd llabrn viel «:uter ii'unm'r /.u Hoff. Darumb lassen
sie si<*li nieht selu'lten. Haben auch Jii»-lit not zu fol<;en.
li Wahrscheinlieh ist /.u leseu (.es>eji -.- .lessen. ein Ori bei Witienl>e.rg,
der in llrieten Luthers \\\\\\ auch >t»nst eruiihiit wird. \'gl. /. II. Krl. A. 5^. 421.
2) Mittelh. verlougen = \ »'rliniir u «■ n. in «liesem Zu<:imm<'nhange wohl: stellten
m i r («lie S;|rhe) i II V b re i| f.
27'».
leb liabo mieli ^-ewenet. das ich ein «iutto Zeit uieiit i;e-
zurnet liabe. .\ber die Zwiekawer Haben mieli aus di«»ser
Uejr«*l :rel»raeht.
2S0.
Klie ieb mit den von Zwiekaw eommunionem fidei \\<tlt
Haben, wolt ieb mir meinei Hals mit einer Dilen abstossen
lassen, vnd niebt allein ein mal. sondern zelien mal.
2S 1 .
Toruac dieebat ' 1. Kp» n«do eommunieare etim Ziiieea v i a nis.
ut seiant me damnatum esse aut st- damnatos esse.
I) Im .luli \:>.\\. wo initi'r dem N'tusiizr dis kurfiirsteu .lohann \onSachst;ii
im lieiseiii des l'.ürgermeisters Miihlphord inul andt'rer Zwickau«'r. sowi«' Luthers,
Melanthoiis und .lon:is iV. über die /wickaihr Aiigeh-genheit eine Kntscheidiing
getrolVeu wurde, deren Iniiaii Seck«udi.rf 111. >? t». :; mit kurzen Worti-n d:diin-
zusaiumenfasst: Kxitus is fuit . ut . re ad Klectorein delata. acciiis meiise .Iidio
Torgaviam Conside /uiccaviensi aliisque. tum Luther»», .loua et Melandiilione, di-
missio past»»nim ILiussmann et Conradi Cordati tamb'm, m^ä aegre eon-
sentiente Luthero. toi«'raretur. caveretur tarnen, ne (piae civitas aut patronus ex
n<d»ilitate, inciiuuita a Lrincipe causa, in posterum id änderet. \'gl. auch Kltstlin
II. 2s(i. KuimiH'r Tisch.-, p. iil--'' bei Lauterba«-h p. Ml. l>er Kurfiir.-t itMegte in
Torgau Hof zu h:dt.'ij. Zu dem obigen Al»sat/e vgl. auch p. 1 l't d. M.
66
O«^.)
«-"—.
112| l)inlectir;i d«»cet. Ivctlunica iiiovet. Hin :mI iiitt'lU'ctimi
l)crtin'et, liaet- ad volmitatfiii. <|iias iitras<|iu' Paulus (Muiiplcxus est
Ivoiii. 12'), quuni dixit. (^li docct in dtM-triua. <|ui i'xliortatur in cxlior-
taiid(». Kt liaec du«» cunticiunt moduiu prai'dicandi. de «|U<» oliiii iiiulta
sed indoftissinia-), Acccdit auteiii vi tcrtimn illustraiis prat*di<-ati«uuMn.
qu(»d et ipsuni est lietli<.ruiii. tit autt'in Imc l«M-is scripturae. exeiuplis.
siniilihus, et id «::euus alijs tlnrihus niatinuis. (|uilMis tralii pnssunt audi-
tores ad eredenduiii et (►iK-dienduiii \erl»n tun <|U<mI piaedicas. Kst
iiutein exliortati«». «juuni dicis. Adi icli W'lt i;vni das ylir mir Inj^t
vnd «Flenid. Ca]). 4 ad \Unn. est t«»tuin Ketliorieuni. min tantuin exeeptn
l(>e(K^il)i detiint (piid sit üdes et iiistilieatio M.
1) \iih\\. 12, 7, s. 21 sc. «ücta sunt. 'M IUmii. I. I 1 H". \'>il. KrL A. i\l. i'.n:',.
hl iindrnT Fassuu"- mul )>»'kiir/t Cord. p. «i !•;.
Praeteiita una teiitatione eertissiiue adest alia, eui uns n])p(»-
nanius. At illa alia veuiente pcriude \u>^ p'rauius') at<|Ue priuia esset
aut nuUaui ante seusisseuius. Ita auteni turbaiuur aiit unnuuiH|Uani
etiain sueeuud»iiuus iinvis su]uM'veuieutiluis. euui deeuerit \\n:i dnetinres
esse tiietüs experieutia juinrun». (juod taxatur-i per Kuaiip'listani diceus.
Et non iiitelliirebant |11:*»| de pauiluis-i. Kt Paulus enlimtaiis dieit.
Et ne det'ati<;vunni^). scili<'et dum una teutati<> succedit alteri. (»nines
eniin simul caiueni unstram exereeut in Imnuni nnstruni-'i.
1) (leriinus\^ 2) Hur im Siiiiu- v«>n strafen. t.Hhlii. In «licscr I'hmIcii-
tini'^- -^rlion hei Sruccu. llrrciiU's fun-ns 7 Ul: scrirra tasantiir nio«lo iiiajor«' (näuilicli
in iUt Intorwi-It). i) Mattli. Hl, :. tV. I) (iai. «i. •.». Kplics. .{, 1.;. f.) V-l. KrI. .\.
Jio, U4. Curdatns p. (iic, wo sicli (lirsrlltm (M-dankm in nrspriin-lirlu-nT lunl al«-
weiehemU'r Fassung- WmUn iin«l «lii'Sfr nn«l ilrr tolM-tu,!,- Alis.itz in .inrn /ii-
saiunn-n}i:t"/o}.^L'n sinil.
•J84.
Xos ex seriptura pariter et oxperioiitia nuue \ idcuius Keolesiain
in ]>erpetua desperatinue aiivri'. (^\\(h\ eiiini ante .\u;:ustana Cnniitia
vidinius «pianiM rem Kcelesiae desperatam.' In Cnmitijs desperata
eraut nnnna. Pnrm cum uns al) Ime nialn simiis lilnTati mia-) Dei
inuit nune mainr desperatin pmpter Seetarins. niaxime \nal»apli-
stas ete. A«.^it i«::itur in desperatinue Keelesia. Semper cuim in ea
liaee vera est «»ratio. Nisi qund Lex tua medieaei«» 'i nu'a est. paul«»
minus |j liabitasset in intern«» (id est «lesperati«»ne) anima mea.
1) \avs vi«linins aiin«! i\\v,iu\. 2) M iscr i«- o r«li a. ü) Vnl-ata (l/salni
110,02): nisi »pio«! 1«*\ Ina nK«litatio nna «st. tnn«- fort«- |M'riiss«Mn in linnHÜlatr
mea. 1) lieinahe.
Optimus praedieat«»r est. «le «pi«» au«lit«» dieere p«>ssis, l)as Hat
er gesa^, Contra pessimus ille est. de «pi«» \er«' di«-ilur leli \v<*is was
er gesagt liatt'j.
1) Ai»\veirh«Mnl l'.rl \ ;/.), U»'.>.
67
Si seriptura n«»n est vera. est tamen maxime verisiniilis. ihnnia
enim tiuut seeundiim «a. «piae dieit. Si aj»t«'ni m«Mjda\ <'st sunimuni
men«la«Mum «»pnrtct «'sse s«Tii»tura m. S«'<1 Serm«» tuus est \ eritas ' ;.
1) .loli. IT. IT. i'AUY. al.\\.'i«lwMMl Kr!. A. :.'•. I'.f.t, wo n. 2^'. ii. 2•^(; in .'imn
Absatz znsamnu*nir«'/.'»ii'«'n siml.
•JS7.
Kraut dun in ««arne n«»stra^i. Iiaee eorp«»raliter intelli<;-untur et
eiviliter. ' 1 U] l)i<-it enim vxnr de vir«» et nmiahii^. «pia«' sunt viri, sua
ess«'. Kt inulier est «'x vir«» et e«)ntra-J, P(»rr«j uuum iinn sunt in liheris
nisi per Catlieeresim^M.
1)1. .Mt»s. 2. 24. Mattli. I".«. '). ü iV. 21 im (u'}z:enteileV LiitluT .scheint sageu
y.n wollen- Nach «fer Sch;»i»liin^'.sy:e.s«-hicht.' ist allcnliiiiis «las Weih aus «1er Kippe
«h's Mann«'s ir«-n«»mmen. in \Virkli«'liU«'ir ist «li.-s aher im ein/.'lnen Falle (m einer
Kh.M ni«-ht soT :{) Für x(iT<'/onotr. Vüi. n. 1»'2 unM p. tUT <l. M.
•jss.
\Vi«* man der weit tliut. sz«» kan maus d«»eli nielit re^iren. Si
enim pra«'tieiuntur (^rassi et indoeti. ut di-nus esset mundus, res-
puhliea male habet et .pi«»tidi«' red«litur ]>eior. Sin pretieiuntur inge-
ni«»sissinn: illi plura d-stmunt «piam aeditieant. l'trorunKpie exemplum
liabes in Coeleo'i et Krasnm-).
1) .loliann ('».chlacns (eiuvntlicli l)..bnecUi, jijeb. 1470 zu Wendelstein hei
Niirnbcr<-, katliolisclu-r riii-oIoj2:e, «'iner «h'r eitViost«'n <;ej<iier (Ut UeiormatKin, von
irr>s \y\\\ Sckrctair «b-s lb'rz«>^s (b-oru- von Sa«hsen, ^«'St. i:>.'»2 als Kanonikus zm
Ihvslan. 2) \';;l. Conl. p. r.47. wo di«'<cr nn«l d«-r tolji:«'n«b* Absatz ii:anz kurz in
cin«'n /.nsanimcniit'zo^i'en sin«1.
Ar^-umeidum Krasmi est. n«»n esse iJeum. ideo seeure ludit in
maxinds^serijs. Kt utn «piam maxime ennveniret attirmare. amphibolis*)
ridet et ludit. «pmd suae tarinae-) valde plaeet. ideo nenn» audet e.)ntra
«lieere-*).
I) sc. v«'rbis. 2) V-1. n. 120. :i) \hv erste Satz Krl. A. «;i. 111.
"3 Mb
('.»niu;;ium esse ('«»niuj;ium. manus esse manus, opusi) esse
npes. «»mnes"li«»mines appreluMidunt et eredunt. At eredere eoniuj^nuni
esse Ib'i «.rdinati«mes-), .Manus ereati«»ne Uei esse manus, Cibum, quo
iVunr. a De«» nnlii d«»natum esse, et alia «»mnia in meum usuni esse
Cn'ata. In»e eredere n«»n «q>us est li«»minum. Sed «qms Dei in honnuibus-*).
I) Lies opes. 2) Li.s or«linati«»n«'ni. :'.) \%\. Krk A. 57,200; (-.1,107;
«H, 270. (onlatns p. ». IT.
2'.H.
|li:)| M«»ses ist aller lleneker meister, Nemo enim esse potest,
(lui eum vineat. im«» «pu ei sinnlis esse i»«»test in horrore. ternu'e. Ty-
raunide. minus et id p'uus alijs'), ('«»nseientiam ipse invadit terret et
erueiat. et li«»e auet«»ritate et viee Dei-).
I) Minus ci cl i«l i:«nns aliis shnilis esse potestV 2) Vf^l. Frl. A. r.s, 2*.,
v-l. amli Frl. A. .»s. :U0 (Fii«l«' «b-s zweiten Abs.), s«>wie l'unb p. f.lT.
68
'2\\±
Triplices sunt actioiies, SathauMe. natufai' et Uci').
1) Vgl. Erl. A. 57, lii'): Es sind zweiirlri Wirknuf; iiiul l{('}<im«'iitt' :iut' Knien ;
eins ist imsers Herrn (Jottes, das jinden' «les Teiilels.
Dens solus est, i\\ü ridetur al) (nniiil)iis. et ridet mnm's. Iluiiis
rei exempluiii lialK'imis Lotli jxt Acliaiu') \uleiittMii iiiiiihIiiiii stTvaiv-).
Et ])r<)verbioruin 1 -M. \ os mo ridetis, et ei:«» ridelu» vos in interitii vestm*).
1) AbriiniV 2) Lies servare servutiini. .i) Vu>\. I, 2ö. 2r». \) Conl. p.r.4^
sind n. 292 u. 2'.».t in verstiiniUieluTer Form in ein«'n zus:innnen«;ez«»}ien, wiilirentl sie
Erl. A. 57, l.iü ebentulls zus;iuinienire/o^«'n sind, alter des ri«litij::eii Sinnes rnt-
behren. da die AnstVdininti; /u den Worttii: (Ias ander«' dr>s Triifels telilt.
LMM.
lobannes cum omni dilipMitia stuiluissct. ila suum Kuan^clium
scribere. ut Ncrissime et ]uo|»rissime ' i naturam Kuan^dij r\prinuM*et.
hoe est. Ibesum esse Christum, coactus est tandem adbuc vivens-i
(juasi lin«;uam suani invcrtcre <'t ]>ro salutc (|uae in Übristi» est. ]U'o
openl)Us in Kpistola sua'j seribere. .\dtM> turit Satan iM>ntra Kuan-
ji^elium. ut bomine>* sjnritualissima audientes. iMasM e;iriialissime ab-
utantur^).
1) Lies propriissinie. 2) Xoeli bei seinen Ltdr/eiten. '.<>) Krl. A. (»2. M'i:{: in
seinen Epistehi, doeii selieint Lntlier wold nur (be erste im Aiijie zn haben. h Lies
illis. 5) Abweiehend Erl. A. t.2. Itüt.
205.
[!!♦>] Omnia opeva Uei sunt ineH'aidlia. Ks ma^s keiinM* ausz-
sinnen. Credi possunt. e\])endi non ])(>ssunt. <^Miod tum ]»artim intil-
li";es. si semel dili«renter expcndis. Zu un das stm ;;ut ist').
1) Vgl. Erl. A. "m. K»^. IsI.
2iMi.
X'enter siijridticat ^i'enerationem. ut lob. 7'). l>e ventre eins
Hueut ete.
1) Job. 7, :{s. \gl. Erl. A. :.*^, ^7. Cord. p. «ii;{.
207.
Quantaeunque est ]>otentia. tamen iMa non n';4-nabit. sed sa-
pientia.
29S.
Cum semel in Conspeetu Leonis Derimi'i duo Adolfsecnles-)
reeitassent Conn»ediam (aut (|ui(ldam sinnbvi de immortalitate animae,
Altera eontendente") mortalem esse, Ues[>ondit Sanetus l'ater. lllum
quidem veete dixisse, At verba buius laetum vidtum laeere, llaee illius
terrae^) in Dei sententia luit. Neritatem veri Dei nomim'm laetum et
uuiues tristes taeere.
69
U \rn X v'd MM 2:)0. 21 Erl. A. On. 27(l: zween Narren. :<) Vielleiehf:
•dten» eontendent.'"immortaleni, altere» mortalem esse. ;0 •» ^l^'» }^,^r[£n =
illius terrae sel.ei.it .'in KebUr zu steeken. Denselben Vorfall erwähnt Luther
in der Vorre.le zu riiii. Mi-lantluMis: Kesjxmsio ad Clerum Colonienseni, sowie un
rommentar zur Cenesis. eap. XIX. vjrl. Erl. A. «lo. 27u. Note.
•>00
Si rustieo divitiae afiiuant. .»neratur maps illis quam ornatur.
:U)0.
Verba Dei ad (^nm verlia sunt patris. (|ui sine dubio babuit
.piritum sanetum. qui per parentes dueet tilios bona et eorripit propter
vitia l*assus est autem .\dam statim ]»ost i)rineipium m tilijs tarn
tristen) easum. ut sua jieeeatrix Caro'i. llae enim eaussa omnia ad-
versa obveniunt bominibus.
M se. passa erat, pe.eatrix hier adjiet. int Sinne von sündhaft.
:5(»1.
|117| l'raedieatiMt'm oportet esse Dialeetieum et Ketborenh id
o^t doeere cMim iq.ortrt et exbortari, Doeturus de ali(iu(» tbemate
distin-uat illud primo. Deinde cbdiniat. Terti<» adtenit de lioe locus
<erinturae. (,>uarfo illustret illud exem]dis Seripturae vel aliunde. Quinto
e,Munet illa sua verba similibus. Sexto ecuripiat malos et mimongeros»),
pij::ros ete.-)
I) l»ie En-ehorsamen. vjrl. n. LM. 2) V^l. Erl. A. :>'.», 25^.
:;<>2.
Maxiina Dei miraeula etiam in mininns rebus eernuntur. velut in
ni.n inaturo. qu.Ml ante medium annum') maturitatis suae in extremis
;,pieilms sedit rndieum. qui :i ramis. in .luibus^), (,uantum distant!
Ein halbes .lahr vor iliivr K'i'ife. 2) s.-. (mme) sedct. Vgl. Erl. A. 57, ILL
1)
:U):3.
(Jiioil bntitudint'm suam pilis suis inesse dixit Samson'j. vulmt
PCM- boe imiMutunitatem mulieris Müdere, Allusit tarnen per Ime (pioque
\,\ Ecdi'-ionVm Na/areonnn. si-nilieans. se baue tor itudinem a Deo
bibere ^Kt ouod contra bune ]>eeeaturus ineisione i>doruin amissurus
(...et robur suum propter peeeatum. ^Miod et faetum e^t, l orro. id de
vulpilMis^i videtur fabulac simillimum. Sieut et bist(»ria lonae in
viMitre (N'ti'K At ipiod verbiim Dei dieit, tabula esse non potest, sed
talia eredenda sunt esse miraeula Dei.
l) IJiehter hi. 17. 2) Uiehter 15, l r>. :{) .Ion. 2, 1 tV. Von Jonas: Erl. A.
«i2, lls, LM.
IllSl rromissiones ludaeorum ]»ervaserunt i^er totum inumlum,
lde(» non unus tantum lol) tidelis tuit ex gentibus iieque unus Naa-
70
man. sed alij <|iio(|uo imilti. vi AluMliani iiiurtiius r('li«init post se
omnes repones plenas scientia Dci')-
1) Erl. A. r.s •j«i'«v
ludic'iurii saocularc h niilii nun arrop». ludicimii autoni spiri-
tuale adco armp» niilii. <ju«mI (*x diinlm^ auf tvihus vcriüs «'orte pnssini
iudicare, (pia quisciuc sit iUU\ Auf an in doctrina sit sanus nee nc.
1) Ein Urteil in wt-ltlichtn Diii^^'ii.
Licet nilnl niagni sit intelli^orc Sa]»i('ntiani niiiiidi illos (|ui
sapientiani liabent \)v\. tanicn hoc inipMssihilc putaut esse, ipmd
Thcologus lianc seiat.
:'.n7.
Dens nuvit «»ninia artilicia'). et illa «luideni artitirinsissinir. Sar-
toria'-) enini sua tunican» facit cervo. «piae utilissinic iitinir ad m»nin-
^entos annos. et ea Icearins '\ dat i'nini ei un.unlas ips«»h ctiani diu-
tnrniores, Sie e<)(iuus est «»ptitnus. (|ui «'alnr»' snlis nimiia (.•nnc«M|nit'M.
1) Kri. A. .")7, 14*»: il.indwcrkc. 2) Als >«iin- xiiiuidt-nirlirit in;i»-lit er «hin
Hirsche ein Kleid. Sjirtoriinu vu\ ndii snrtiiiii ^ebiUliites Siiltst. im simir son
Schni'idera rlM'ir. reUriireiis hat Ihi ("an};-«': <lloss. ad script. ined. et intim,
latin. sjirsoriuiii. Ks lu-isst da ll.';*^!: Sarsoriiim. «»pus r\ \ariis (|ii4Mlamm<Mln
matcriis coiitcxtum et conlectiim, euiiis modi sunt }tlurimum Sa r forum o|M'r.r
:\) sc. est. Cah-iarius. auch Calcearius -^ .Sutor. N'etus Jnterpns ad luvenalis
Sat. 4: Calciarii, cum festinaiit et ausas caligarum practereuut ummnllMv-. \)\\ c.'MiLir.
I, p. 75S. 1) sc. ctTvo. 5) Vj^l. Krl. A. 57, I 1^.
:;«is.
[ll*J| Dens liune nniiulum dedit ImniinilMis cum omiiilms »'ins
opilms, (pi(»s tamen seiebat pee«'atmos esse. (^>uid piita< opinii datinn^
est tide iustiticatis. quos seit in actcrnuni iiistos pmiiansiirosV ')
n Vgl. Krl. A. ."m, 1 1".».
Auditores \ erhi Dei maiiis ol>li^antur ad nutricndum miuistr<»s
verln quam Jie seortentur. turcntur etc.. quia ndnistcrium \crlM non
tantum est de ])rima tabula, sed et maxime ])nmi'i praece]>ti •).
1) Erl. A. '»T, lil des dritten iivh. 2) Jn weitläuftijrer Fassung Erl. A.
57, 64, Vgl. aucli P». A. 51», 2<;i (Abs. 2). 2«4 (Abs. 21
Mi).
Cum minima Stella tpiae visitur maior sit tot«» orbe non est. ut
dubitemus de mansionibus in C'oebj, Tantus enim popnhis. (piantus
nunc Tureae obedit. unam stelbim ])otent iubaintare ').
t) Vgl. Erl. A. r>2, 31S: und ich glaube, dass ein Stern grJisser ist denn die
ganze Welt.
71
\]\.
Dons siimu babi-t he,'aln-nn» et Satan item suum. sed Deo ])er
onniia contrarium M.
1, V-l Krl A. :.:. i:{«.: Tuser Herr Cott und der Teufel haben /weierlei
Kau/.h'ien, die nicht übrr.instimmrn. sondern -ar wi«ler einander smd.
;i2.
daeiiini. ^i
Hi.o est nieiiilax aetiNc et passiNo. id est facit et patitur men-
(Mii enini eunlidit in lili.js lw»niinuni. decipitur.
:\\'X
\\-2i\\ Si Satbanan. a^n(»scinnis. cpinmudu i-noraremus cunsilia
l»apac.""Mui nuMubrornnt citis speciosissitnum est in mundoV).
I) Krl. \. <ii». \\)\^
:;i 1.
ruto sanctis patria.cbis boc enntipssc. cpiod nunc nobis. cum
,.„i,„ fan.ilias babrrcnt. (p.ac ei.^(M.t ' . tut(M-ibus. Tutoren! autem nullum
l,.jh„crunt ot Ma-istratns. cuius est. ut omnc^ dctendat. n>^^^*'"t
otVcn<us rniod tan.cn s.Miptura paueissimis vcrbis nulicat i)er nu'fjium.
,,„od de fontibus oncliatur-i. Carc.nus autent et nos detensord)US>»).
1) Vielleieht egebant. 21 1 . Mos. 2t;. 15 iV. :;) Erl. A. 57, .W,V
M
Uuod rnstiei adco insolcseunt. mirun. non est. nemo emm est,
ui cos serio rc^at aut diseiplinam prcseribat. Kt sola misena con-
iti<mi< ipsorum est. nc omnino insaniant aut supra modum teroeiant.
diti<»nis ips
adco nci:bM'ti a Ma^istratu.
:;i(».
Cvatio non tantum est. .p'^d Prus omnia fecit ex nibib». sed
ctiam <las er alb' diu- aUcin erhalt, ali^upii Satan uno momento per-
dcrct onniia ipn'. vcntis ete.h
1 1 Krl. \. "m. 2or,v
Ml.
|1>1| Charitas rclata a.l diuturnitatem et latitudinem. id est
,ppMl ipsa non cessabit unquam et pro hoc tempore plurdnis servit
<piam l'idcs. maior cstM.
I) l.Cor. l:?. \\. Maior .uitem liornm est eharitas i\ ulg.).
(Svcs et rustici tantum vident i)ecuniam et stipendiit ministro-
nun in ratione acce])ti, sed non dati»i. wieviel sie haben emzunemen.
aber sehen nieht autV yhr aus/-el)en.
M Die Krklärun- fii-t l.uth.'r selbst hinzu. In ratione = Nach Massgabe der
Einnainne If.
72
510.
liiipössihile est, iit (loctriiui fidoi, \\U\ vore est, satnritateiii pariat
aiit eoiiteinptuni sui, sed parit esmieiii et adiiiiratinueni in lidelilms.
Sopliistac. qui periti sunt j)liil(»s(»pliiae suae, (|U(>ties inveuiebant
verbuni. quo') iinperat bona (»iiera, aut verluiiu snluimctivi inudi-».
interpretahaiitiir eodeiii iikkIh Imperativinn. subiuiictivmn et indieati-
vnm^), et addebant, opus boiiiuii tale esse n])ortere. qiKul veniret ex
reeta ratioiie et voluiitate b(uia, ali(M|ui eiiim opus nmraliter bommi
esse non ]K)sse. Haee (b)eeiit et Nolunt (umiii)Ms nuMlis, nt eis eredanius.
Torro. quaiido nos ikmi ex A vistoteliea. sed Christi pliilosojjjiia
doeennis. rationeiii et vobnitatem nee boiias esse |1-2| nee reetas. nisi
tide per s]nntuni sanetuni. et ipsas sie lidr pnriticatas f'aeere biuia
opera, ipsi nobis non erednnt. Pono opcra non esse bona nisi ti(h\
liabes in priino praeee]>to lliereniiae, Tu res]»icis licb'in '). et 7''). Non
praeeepi eis ete. et ])sahii. 40'*). Non in saerifieijs tiiis").
I) Lies «hkhI. 2) Kri. A. öS, 127: riii Wort. «I.iuiil mau t't\Na> wüiibrlirt.
Nach subiuTK'tivi sclioiiit aiit iTidic.'itivi zu fcliUii. :.) IHc «Iciitscluii 1 isclir. .so
deuten sie t's also das/, dassclbige jriitt' Wrrk iniiss«« also s««in''. \) JcnMn. r>, :<.
5) Jerem. 7, 22. »;) l'salm. 5n, s. 7) Ahwcicln-iid Krl. A. .■>><. 127.
Vani sophistae «lixernnt. tres esse thcoloi,^icas \irtutes»\
quas tanien niininie intellexernnt. Si eniin Tlieoloj^icac sunt, ini'rae
sunt divinae et per dianietrnm-) rationi Contra riae. Tides ciiini credit^*)
Denni. (pieni non videt. S])erat in enni. qui suos videtur cb-serere et
dilig-it ilbini, ([iii \idetur tot niabi t'aeere. vel ad niinu<*) eonnivere,
ut tiant eredentibns. in careeribns. aldatii»ne rrrnni ete.'M
1) Vgl. im Ftdfj^fiRU'ii: crrdit. si>iTat. dili;;ii. 2| Sclinursira<ks :u \U'\.
leicht credit in. 1) Doch lum wcuigsfeu. 5) V;>1. Kri. A. ös, |2s.
>'J'J.
Miruni et tere dohMiduni. onniia, quae ante di In vi um faetji sunt,
tani breviter esse descripta.
Qui tortun am Deam (■e<'erunt. t'uerunt sapientes \iri. \1<b^runt
euim haee (juae tiunt in mundn, Inimana, ratione non ^ubernari. neque
consistere humanis viribus, sed divinis ete.
:V2\.
\\'2''\\ In jjaradsso eocperunt hominc^ ai
deuit') usque Imdio liis qui sunt in Ma«iistra
ndnre di\ initatem. (piam
et de<lit') usque Imdio liis qui sunt in Ma^istratu. ut re^ant, dispiuiant
et ])rovideant omnilms suis subditis. \ (mmiui cum plerunnpie. imo nun-
([uani tiat. (pioil \ult eomninilus-i ma;:istratus. eo inqudiit liomims l)eus,
ut sponte and)itam divinitatcn» s|)nnte reijeiant liomjnes^^). et, qui in
Afa^istratu eommodissimi sunt (b^sprrantes pnq)tpr improbitatom rriiciaut
•3
1)00 ante pedes suos repmen suum dieentes: Tu rej>:e. euius est repmen.
Kfro nitro ^j nee seio nee possum reg:nare.
n sc deiis ■') Menschlich, freundlich jresinnt, cntj^ej-enkommend. :V) Ho-
mines wohl vit'Mlcrholunj,^ aus dem Vorijj^en. 4) Freiwillig, aut ^PJ^»^^'/^"^"^'^-
ISdÄ würde ultra = weiter hin, ferner wohl besseren Smn geben.
;;2r>.
N(m est tantum fastidium mei in lioe mundo«), (luantum est fasti-
dium Tueum buius mundi.
1) I)le Welt ist meiner nicht ^o überdrüssig wi<' tV. \'gl. n. 25.
Distinetio i.aee taeta ost ])er Christum, ut pij habeant unam
narteca.nn (.(u-poralium rerum huius mundi. et i>lenam totanuiue bene-
Ilictionem onniiun. spiritualium rerum Dei in altero seculo-). InqHj
auten^ ut habeant onniem eiquam rerum mundi liuius, sed in vita
aeterna nihil, VA sie tit qu<ul dieitur:
])ivisum imperium cum I«>ve Caesar habet.
Kt Isaae benedieit laeob. Ksaw autem aeeiint huius mundi p<»s-
sessiones-*).
1) FUr particulnm. Vgl. Kastlin l.;U: Kr (Luther) sei aueh ^^^^y^^
l>artck;;h.ngJ gewesen, habe auch so nm liroeken JJ^^-'ll^p-V,. 1^" '^''
andern Wilt. in jenem Leben. M Kinige ahniiehe (.edanken Krl. A. -. . •
:VJ7
omn
|l'>n StopitzM dixit summam seientiam esse, quani (q^orteat
('S diseore, das'^) in dieszer weit nieht reeht /uf?ehet.
n l)r Ich V Staunit/. aus einem altiii (ieschh-chte im Miissnischen.
folgte r>o dJ Vmir «as Froles in dem Amte eines (leneralvikars der deutschen
Wustner^^ bewirkt, l^ns Kuthers F.erufung nach W ittenberg, ge-
.tXn^iVai: .aIm des H^nediktiner KU>sters St. IVter in Sakburg. 2) Das cf.-
:VJ8.
\,»s ne(,ue vitia ferre p(»ssumus necpie remedia. tortunam neque
iut^u'tuniun»')' Sanitatem neque morbus. Divitias »^^ue l>aupe|i^^^^^
vitam neque mortem, hm» neque Deum necpie Diabolum. \ nuin exen -
plum addebat ex experientia. lloe anno ir>:;i humum nim
lete provenire. neminem enim iusto luero uti P'>^^^^; ^^ ;;;"''
abundantia. praeteritis autem annis omnes querebant-j de
tanta penuria humuli-^).
n Unglück. 2) Wohl .,uerebantur ym lesen, doch konimt «^«^^ ^);<;';|J^";,|;
aktivisch Vor '^) In humttl steckt, wie es -^'' "V, (,'" -:^^^;,,^ '^^^^
tanta i.enuria humi, auch kJmnte man an h<.mulli (Menschen) omr
menti ete. denken.
• Im.« '.
Mav.M.Inliius'» vcr«. <lelini:.f. in nn:.M,na(iuc auh. esse oijortot
(,ua.M-ntei.., vcl.it in nostrn ■•uria c^t üitcsol-l Ktum Mpnimar.
74
saplentiani iiiiiiMÜ iiou cssr tnntain. «(iiao Iihü vrl riilcri iioii |M>ssit \«'l
liallucinari 'K Kst aiitcni jMMMiia riiis wyv 'r»'ut<Mium. «jiiia (mt-
inani ])ootantosM |K'r]>otin» halx'iit st(Mcora in ort» et arnnn.
I) SaluiiMMi ii)i<l M.'irkolf lirissrn rlnc IJ«'ilM' üUrrt-r <lrntsrlirr I>i«*li-
tiinjr«'». Die rrstr (IrrscHnn, «l«'r liittisflicii Kpik Nur;ius;;elK'!i«l. von riiirui talinn
<l«'n Siin<;vr strupliiscli ^criliclitct. t'ntliiilt ein < Jeu cht' von Knttlilinin^s^j^rscliirlitni.
«lir zwisclu'ii S;i!(nuon, «Irin Könip^ von .liTusalrni. nnd «Im luidnischrn Kr»nijr«'n
l'lianio und IVinrian nni Salonios Wril» Salonic lu-standm wrnlcn. Salomo.v lIiMnIrr
Marolt" «Tsi-luMiit «labci als listi^or himrr, di'V jrncni dir /wrinial «liin-li List ^•c-
rauhtr (Irniahün «lurrii f^rüssne List wirdcr ^'rwijiut. Kin jiin;;t'i\'s. d« ni II. .lalir
Iniinlcrt an*;«']iJ>ri,ij:<'s (M'diclit. Salonion nnd Markolf. wclclirs im 15. .lahrlmmlrrt
iilu'rarlK'itot Avnrdc, strllt dem weisen Könige «h'n liässliclicn nnd töl]Mliiatt«'ii
l>!in«'rn Markolf ;;«'^\'niilM'r. dt-r zur Vrrsjiottinii;' drr Wrislu'it allerlei Narrcnstn-icln'
verübt. Dersellte StotV. weU-lier aneli in lateiniscln-r llearbeitim;:- vorli«';i:t. wird
seliliesslieli zn einem wt-it \ erltreiteteii i»rosaiseln'n \ olkslMielie verarbeitet. da>
MST '/m>rst zn Nüridn'r«i- erseliien und <len 'l'itel iVdirte: .Trau«' nn<l Antwort
Salomos nnd M;'rkolrt". \ irl. ( Jötzinjx^'»". IJeallexikon der dt-ntsj-lien .VltiTtiinnr
y. HO'.). Friedrieli X'o^t, dii' ilent.selien Dielitnn^en von .>alom«»n und .Markolf.
r». 1. Halle I^^n. Anf diese Dielitimu" von Salonu>n nnd Markolf wird in
den «lentsebi'H Tiselireden mehrere Male r»ezn{; «xenoninien. So erzälilt Lntlier
die Kabel selbst Krl. .\. tH, :{02. 2) .I»>liannes IJidesel, den Lntlier so mit
Markolf anf «'ine Linie stellt, war naeli Seekemlorf, bist. Intli. imle\ I <-nbi<'nlarins.
also Kammerdiener des Knrfiirste'n .loliann \on Sa<-lisen. und iialim als
soleluT eine sein* eintlnssreielie Stellnnir ein. In N«-inem Hanse fan«l die ]». III
(Note) nml I l!» d. M. erwähnte Confennz in SaelH-n der Zwi«'kaner statt. V^d.
Kummer, 'ri.sehn'den |>. .'{1 öl» l»ei Lanterbaeli p. :»(>. :») Ins lUane hinein bespret-ben.
\) Wenn sie als hiehter auftreten.
:i:;o.
l.ex natiirac itmascitnr iioLis iit eab»r i^ni, et inest indds iit
ipiis silici. I'sus aiiteni oius talis est «lualis sjkmmiIo'». Nun pntest
auteiM separari a Lciio divina.
n !>ieser Satz iihnlieb Krl. .\. äs, 2:»T, «ler erst«' :il2.
I LJ.*)| Sopliistao ili\«MMiiit. noii esse nocessariuni. \\\ oimies intol-
li^ant tidoni oxplicittv sod iiindi«Mt('. id est. tum «ums ost intrllipMitia M
Serijdurac iMiililict. «jua imj;*natiir advorsiis lia(M«'ti«'«»s. scd sulficiM-o'^).
ut teueaiit rationom saliitis ox nno et alten» 1«kmi S«Ti|»turae.
1) Vielb'ieht ist lotins am l'.mb' «bT '/«'ib- ans<:efallen. 21 Von di\«'rnnt
wie«ler abhiinj<ijr ir«'<la«ht.
Es ist viiib s«>iist ([IUkI Dens siiiit imiiid«» Knaiiiicliuiii prae-
dieare*), Homines eiiim illo almtmitur, et taiuen (»])(>rtet. ut praedicetiir.
alioqui enini non potest insinnari imnido als mit dieszer scdialeklieit.
(piod sinit ])raedieari iuund<> Le^-em. et praedieata Leire, seldeielit er-)
fleindieU in etlieli nienselien per Kuanpdiuni post Lei;'is jiraedieationeni.
0 Lies prae<U<'ari. vjrl. das F«)l^en«le. 2) N;imli«-h (Jott.
Spiritiun sanetuni «»p«»rtet rep^re Kcelcsiani. aiincpii omiii
caim est impossibile, ut reg'at Keelesiani. \'eruni euni ln>e regnuin sihi
75
Pai.i^tae arroo-avevunt. In i^nrm aluisu.ii pervenit." llue pervenit sei-
licet nu'»d e(»nsi>irationein. «piae taeta estM- paneos Kpiseoj)os m ( «m-
».ili,; ulads perversa n.^itantihus ali(,uis vir ferre possit. v<K'averunt
Spiritus saneti inspiraticmeni. ex cpia tandeni repnien Keelesiae delluxit.
,) Hinter taeta «st. w«'l«-bes am Kn«le d«r /«'ib' steht, ^t «'twas ^h;^;'*^'!;;;-
Am-h wenn nt «'inKe.sehuben winl. was am eintaehsten crs.duMnt, bleibt der Zu-
•-ammeiibani:- «lnnk«'l.
• »• »1.
|1->()| Hans Metseil 'i est inimieus mens, et ep» ininiieus eins. n«.n
(,u«>d mala mihi taeiat ant teeerit. sed (|U(k1 male eontra me et ahjs^)
a.-ens (Mn-istianus vult esse et voeari. Valedieat lune nemnu;;). et m>n
tmitum suin.onemus manus m^stras pvssibns suis^j. verum etiam totum
,..»rpus trademus illi «-uleandun.. Maxime eum sit in mai;istratu ]mldie...
n Vd II (H Note, f«'rner y. ICC. ;.Cm «l. M. Hans M«'tzseli. knrfnrstlielier Land-
vo<"t un«l Sta«ltlianptmann in Witt.nber-. eine allmii.-btiue ,md emrinssreieb«' 1 «-r-
Jinliek «it st nu'brer«- Male mit Lnthev in ('«mriikt .tr«;raten. Lri l beo-UMt^^te
le «l ; 1 u-h des .ln..tns M«.nins .von ebristli.-ber IJanshaltunr n.i «'iner ^ «.r-
ele t/i' >nn einc^ Znsebrift an M«'tz.seb. «br nnverbeiratet war nnd «Iure 1. lu-.b'r-
«•hen I elK swan<lel Anst«.ss «'rn'.n-t«' . «rmahnte ihn „nd «'mptahl ihm «l.«' Llu-.
V «^ iM^'t«- er si«-h iM'i «li«.s«'r (;el«.,«nh«'it beim Knrtiirst«'n nber ihn. ha/n
L m n .V ..ml i:.:n mu-h an«lere U.-ibenb'i., «lie sieli ans den n. Ol «'rwahnten
n , . . Metzsdis hevleit«'t«n. Lntlu-r trat «liesen ent.u^ejicu nml setzte «'S beim
K irU'e dnreb. dass we«l«'r «'ine Keih«' v«m llänsern m )\ ittenlu-rir m.eh ein
Ten dc^ St nnaner «laselbst nie«l«.r<.«rissen wnrde. Alles ,lies«'s -»nl .wiseben
leib-n ein etwas -«..spannt«s Verbiiltniss h.'rv«.i-«'rnlen haben s.j dass die «.be -
t«di' den Aus«lriieke inimiens m«'ns i,n«l inimiens ems erklarlndj siml. \ gl.
K-.sl I \%, i:>2. Spiit«r(i:.:«Njreriet«'n bei«l«' mu-h einmal ane.namb'r. nnd dies-
m-d s- .: fer. Das Nii n-r«. «lariiber Köstlin IL l Iv 'h l. 2) Lms alios. M \ lel-
ddu Vab«l. bni.- nenn» -- Möp- ihm niemand «b'n Uiiek«n k«'hren. l) l- ur «'.pis.
Sieut Turea redt in viriia ferrea . ita Tapae repium «M.nstat
mendati«.. Kt sieut utninnpie est dipium tnundo repium. ita utrum(|ue
a nialn»!«» est eertissime.
Per p«M'nitentiam Cliristus ita r«riiiit «»mne --enus vitae. «piantum-
eumiue splendidum mundo et sanetum. utmMfidei praedieatione e(un-
mdustret (luid vtdit omnes Innnines facere. nempe eredere. Quae du«,
individui sunt «Munites in pio \unu\uv. alioipu separantur al) iiivieem.
ludas enim iM.enitens erat, n.m tamen lidelis-^). ot «unnes alms«>res
Kuan<'vlii nune eertissime statuuut. se esse tideles. eum tamen non
poenitentes.
n Mnnd«». 2) l>n;ser Satz Krl. A. r.«>. lo|.
Sieut p«»enitcntia in mnnine Cl.risti omnem vitam ut malan.
detestatur. ita fides liberrimo eorde arnj^leetitur optimam. quae est
ex verbo.
II '»7 Vnno 148:i') uatus sum, Ego M artin us Lutlierus. Patre
luhauue^jLutl.or. Matre Hanna ^ jiatria luit Islehia^-j, lareuH
76
77
niortmis rst triiM^sinio. I'arens uw.x Ainio triiM'simo NnniiiM' nniiii;».
Anno l.Mi» Contni Pnnani cciu^i s^TÜuM-e. Aimu IS Ahsolvit irio I)<>ct(n-
Stiipit/. i\\) (»rdiiiis olKMliciitia et n'li(|iiit nio sohim \ iiu^iistMO. v<H*n-
tiiin ad ('aosareiii M aximi lia niiin"*) et Lciratiiin l'apao^'i, (jui tmii
istic erat Anno l'J FA('«>nnnunica\it nie l'apa Lch nh Kcclosiii\), et
sie seenndo suni alisolutns. Amin -Jl Kxcnmnjunieavit nie Carolus
lni])erator extra lni|KMiunj siiinn^). et sie tertio suni aljsohitiis. Dn-
niiniis auteni suscejut me.
I) Von t-rstcr llainl lu-isst rs Itll | vir I Ic ic li t :nis ll^l •• n t s t ;iiHU*n),
eine ebcnfnlls alte llainl luit «•(►rri'.^H'rT. Vtrl. iilicr l.utlirrs iit-biirtsjalir Kr»8tliii
I, 2^. 2) D'w Worti' .lolianiu' wir Islciiia sind von tltTsrlhcn ll.nnl liinzii-
f^otlifi-t. Die erste Hund Hess ei in« I,ii«'i<e oft"»)!. .i) /ut'inial wird liit-r
auffallender Weise Luthers Mutter Hanna statt .M ar^^a reta ^-enan nt.
V^l. Köstlin I, 2:{. Diesr lienu-rkunj::. die vorhin erw:ihnt«'n Zusätze von zweiter
Hand, sowie auch dir foljrt'uden Mitteilmi-'eii schrinrn aufs neue zu heweisen. wie
unsij'her s.-hon in daniaM^'er Zeit die Narliriehtm iiher laitln-rs (lehurt. Kindheit und
.hijjend. Ja üImt die j:-anze Zeit bis zu seinem Anftretm als IJefoniiator waren. Küstlin
I, 2'). 2ti. 1) Cordatus |>. 2iM> heisst es: Anno 17 in die ojnniinii sanetoruni
ineepi ]>rinniui seribere contra l'apaui et ind nl;ren tias. \';::1. aiudi
:t:u» u. :M2. 5) Maxitnilian I. von )VX\ l.M'.». »i) Mit dtn Worten: Jeh absolviere
dich von uieiiuT Obcdicn/ und beffhle dich (Jott dem Herrn"* entband StaupUz
Luth«'r vom nrdens^eln>rsam. damit dies«'r. falls ihm von Seiten des Papstes Still
schweij::en auferlegt würde, sirh «gleichwohl \erteidi^'rn könnr, KJ>stlin I, 22**.
Hierauf liess er ihn am ir». Aiiji:ust l">l*^ in Aujj^sbnrp,-, woliin Maximilian irleieh-
zeiti^ einen lJei»hsta>:- berufen hatfr. nnt dem Le^-aten ('aj»tan allein und bepib
sieh nach Salzburjr. zu drm ihm befreundeten Krzbischote M. I.all^^ Luther verliess
Autrsburjr erst den 2o. Ort. d. .1. 7) l>ie eigentliche IJannludle ;rej::en Luther ist
allerding:s erst von» lu. Juni lö2u datiert, allein «»s ka?in anch die v<un '.». Nov.
LM^ datierte Hülle jiemeint sein, die von ('ajetan am i:^ i>ec. I.M^ imbliciert und
anfan<:s L")h> in Sachsen bekannt wurde. In dieser wurde jedem . der in Sachen
<les Ablasses anders als die Kirche lehre, die KNcommiinikation an;rekiindi}Xt.
Luthers NanH,^ wird Jedoch nicht «lariii erwiihut. in der That heisst es :iiich p. 2»Mi
d. M.: „anno 1^ excommunicabar-. ^) (iemeint ist das kaiserliche K«Ukt jr<^jren
Luther und seine .Xuhänger vom **. Mai ir»2l.
• »•»(I
Sex numerantur ]>eeeata in s])iritnni sanetnu!. »|ua«' etsi in re
fere sint idem. Tarnen oflieijs'i sen potins mab'tieijs suis ditVerunt.
I^rinium est ]iraesumi>tio. 2. Impii^natiu veritatis a;;'nitae.
;>. Obstinatio, 4. Desperatio. Ö. Invi.lentia fraternae ^ratiae-)
et sextuui tinaiis impoenitentia. VA illa sie S(^ ennseqnuntnr >iv\\
exereentnr oftieijs. Tenipore enini seenritatis et jkmms re«;'nat prae-
sumptin. I mpuiiiiatio et obstinatio. Tempore autcm an;;ustiat' et
tribulationis, tria (piae restant. des])eratio. invidt'ntia et impoe-
nitentia.
|12S| In ten>i)ore enim seenritatis. Impins eoididit. ]>raesnmit et eertns
sibi videtnr sua opcra Deo ]da(*ere et vnit sintpli»'iter instns esse. (|uem-
adniodnm Pbarisei perpctno voliint, «[nae est praesnm])tio. (^)n(ul
si ar^i^nnntnr ab alicpio, tiiint sn])erbi et resistnnt vcritati (piao eis ob-
ijeitnr, et eiim seiant veritatem esse, tarnen nolunt eedere juarsnmidioni,
Ideo eonsec^nitnr praesuniptioneni illani Impn^natiu veritatis a^ni-
tae. Quam si non de^tonant. finnt adeo in praesnm]>tinne obstinati
et in im])U^-natione, nt indurati. inp'avati et inenrrilnb's-*) faeti in
peecatis suis moriantnr. Velnt Kmser^) et sui similes. cpii Seriptis
meis usi Seripta niea donee niorcrentur inipng-naverunt.
Contra se res balu't cum «lijs tribus. et tem]>ore (pio inee]nt (piis
sentire iram Dei. sieut (^ain. ludas. Uli immum des])erant neque
euntidunt sil»i remitti ]»eeeata sua. ]mtant ea maiora esse (piam ndam-'j
Di'i remittentem. Deinde eum vi<b'nt se re]u-«»bari, invident omnibus
bominibus salutem veUen^jUe nullum salvari. et omnes seeum ])eeeare.
perseverant obstinati in iUa inxidentia et des]»erati<Mie nee ad-
mittunt ])oenitentiam. Et sieut <»bstinati(» est ini])oenitentia
(juaedam tinaiis tem]»on' seenritatis. id est in praesum]>tione et
impui: natione. Sie i m]>oenitentia finalis est obstinatio (juae-
dam tempore an<iustiar. id est in des]>eratione et in videntia'M.
1) Hier wie hernaeh wolil im Sinn, von IhattM». Wirkun^-en. 2) Krl. A.
.'.s, ir.l: Sciiuni l'.nider «H.ttes Cnade viT-i-öinien. :V) Li<'s i nc orri j>:ibi les.
II Hieron\nnis Lniser. «reb. I 177 zu lim, jrest. ir>27 zu iM'estlen, katholischer
rhe..lo;re*nnd .biri.st. einer «hr Haii|.t-e;;iier Luthers, Sekretair des llerzo-is (Jeor}^
\tiM Sa'(hs«ii. |.)27 vendVentlichte er eine r.i.crsetzun^- des Neuen Testaments,
die der Lutherschen entüc^ntreten sollte. Sic erwies sich Jed«u-h als ein IMagiat
derselben. Ilieraid' lMzi«'ht sich «lie obij;e Aeussermij^* Luthers. :.) M iserieordiam.
r.) Die ersten Sätze bis liiialis impotentia linden sich aucli Krl. A. :»>>, Uli und
in wtwas weilläufli^erer Lassun«:' in der Stangwaldsciun L'cdaktion der Tischreden
n. i:^'. ( \VJ\. Das Lebriti*- fehlt.
|1-J*H Dnia'i Lejiis et Kuan-eli.i. Lex est (birsum Ib'i. ira.
pee<-atum. intirmitas. Kuan^-elium faeies eins, dratia Domini. ]>ert'eetio.
Iline est «juod ad Moseii dieit. Dosteri<ira mea videbis. non faeiem-j.
Ii Diese not dem übliciu-n Striche versehcm- Torrn ist mit differentia
aufzuhisen. 2) 2. Mos. :'.:i. 2.'.. Vu"!. Krl. A. .^^. ;'.uT. auch rr. lu;{ (Absatz 1 in der
Mitte).
341.
Ture;i. eum in (Jermaniam venerit. wird er vns ein <;ute ' j
irelu-n. Aber Deutseblatid wird er nvmermebr besitzen. l)endas\olek
ist /u bos/e.
I) Hier ist ein Wort aus«refalh'n. Die deutschen Tischredi-n ( Krl. A. »i2. :u>:i,
rr.rsti'uiann un«l T.indsi'il IV. «iT".) haben: wird er uns eine g-iite Haarhusche
.••eben uas mit schnell bei«:ebrai-liter. aber :m«h bahl wu-der ab-ewehrter Nn-der-
hi.'-e- "erklärt wird. Walir>cheinlich hat sich Luther aber einer älteren Komi be-
dient un«l .••esa^T- winl «r uns eine «rtUe husche ji-eben. ein Wort, welches bei
Tischarl im Sinn*- n on llaarzausen. im IC...lahrh. aber au«-h sclnm im Snine von
(>hrfei};-e vorkommt. V-k Wei^-and 1. vKi und Krl. A. r,2. :<7'.i: denn der I urk
muss Deuts«-hl;md eine Scldappe i^ebcn.
Anno Ül» Ia Comitijs Spirensibus Dux Saxoniae'i dabat
litteras ad me. in (juiluis etiam lioe eontinebatur: Cautum esse i>ubliee,
ne (piis priiieipum audiret ]>raedieatores. tpii se -loriarentur. Kuani;elie(»s
esse. Deinde babitam esse Missam de Sjtirltu saneto. Ad quae e;::o
respi»ndebam Lutberus. Das sind feine -esellen die vlir
llaetid auffbeben \ iid seblaben (Miristiim lua maul das es
sebnapt. vnd bitten vbn darnaeb \ mU den bevli<ien iieisL D
ue. Ja er wird bald kommen, leb mein der teuffel. Ibr wer-
det Si'ben das sii' mit der weis auff dem l{eielist;i«;" nielits
\v<'rden a us/riebten.
nau^i'iMiaääeäK.'Aarifiä
78
79
1) In dem Briefw eehsel (k's :iut" dem Reichstage zu Spi'ier heHndlielien Kiir-
tlirsteu .lohaiin von Saclisen mit seinem /,ii Hause zuriiekf^^elassenen Soline
.loh. FritHlrirh kouimt iiael» Seekemlorf, liist. Luih. II se«-t. 14, >; 41 tbl};einle Stelh-
vor, «lic mit «h-m «nü^j'n verj^lidien wenlrn kann; l'nidicatnm • sse edirtnm. ue
quis eonrioiies in iiospitio sut» adiret, id vt-ro non ohsrrvari, i't Ihm- ipso d'w. scrihit
(erat l)ominiea Pahnnrnm), in utraijue conriom.' ante et post nM'ri<li«*m a<l oeto milia
liominum comparuernnt.
:U:'..
|1:)()| Stt>])it/ iniui- iiicus suh pvro
(lio euriae iiicac'), n>":italnm(lns
quae etiain iKMlic stat
ali(|iiau(l<» sedcns. taiidcin
irraduiii hoctoratus szo
111 lue
(lixit ad ine. !).-• Ma^^isttM*. vos suseii>ietis
kri^rt vlir etwas zu seliartVii. (^uod soeuud«» auiur*) post Doctoratuiu
iiieuiu t'actuui est. (|U<> iuvuliravi <|uesti«uies de |M>euitentia et iudul-
♦i^enti js ^ ).
I) laitlier wohnt«' s«'it sriutT Vrriuiratim^- in dt-n iliiumen des Wittrnhergtfr
Kh)ster'i-ehiiudcs. \veh-h<'s frei j;-e\vordfn und iiim vom Kurtlirsten .loliann als H«*sit/
iilxrlassen war. 2) Domine. A) In diesem Ziisammeuhan;.i:e ist set- n nd o jedenfalls
nieht rirlitijr. Vielleieht ist «|Uod srxto ann(» post Doetoratum nuMtm zu sehreiluMi.
Lutliers L)oktorpn»motion fand am l^. Oetohrr i:»l2 statt. Am 31. Uetoher 1')1T
sehlu^ er sein«' riu's<'n j;'e.u«'n den .VMass an. Seit «lfm !*>. Oetoher |.'>IT war «'s
also Mixtum annum jxist «hx-toratiim. \'^\. u. :; ts, und «l«'n fid^eutlt-n .Vbsatz.
u«) Lutlu'rs Auftrct«'n ins Jahr löir» un«l [>. im» d. .M., w«» «-s ins Jahr l.')!? u,-es«'t/t
wird. Di«' D.»ktorpromoti«>n winl aueh von ('«)nlHtus ins Jahr IM 2 «gesetzt. Kr
saji^t p. :{:{o d. .M.: 12 (s«-. «lu«Ml«'cimo ann«») prtnnotus sum in Doetorem.
Kreili«li lieissT «'s p. ;;42 wi«'«k'r: Anno a«'t:itis mea«' 21 promotus sum iu
.M a-^-ist ru m. 27 in Doet«»rem. 4> Der olM'nst«'h«n«l«' Ahsat/ tiu«lt't si«-h in
fol<^en«l«r F<>rm Im! K u m m«'r ris«'hr«'«l«n p. 2'.»s>': Cum Doct«»r Staiijiitius aliipiando
c«»ji?itahu!i«lus suh piro in liorto «leand»ular«'t et Martinum vi«l«'r«t si«- iiupiit:
Domine Magister, w«'r«let D«)rt«»r 'rh«'«d«>iriae. s«» khri«'«:t ihr «twas zw stliatlen.
.Seeund«> ann«) ha«'«- proplx-tia imph'ta «st. .Mo\it eniiu Do«'tor Martinus «piestio-
n«'m «l«' i)oenitentia, iudul^-«'ntia «'t ««'teris tra«litionihus l'apa«-. In diesem /u-
samm«'nhaii,m' wiir«!«' sicli s«'«un«l«> ann«> «'rkliir«'n lassj'u. Dies ulird«- si«'li auf
«lie \V«»rte ^werdet Do«-t«»r Th««»!.- he//M'lu'n. s«> dass man anm-Iimcn könute.
.^taupit/ AidT«u"«lerunj;- .sei IMo an Luth«.'.r «•ri<an^«'U. Di«' folj;«'nilen \V.»r(.' ..m«>viT
enim' i^in«! «lann nur als Krklärun^- zu s«. khri«'ii;t ihr «-twas zw seh:UV. ir auf/u-
tassen. V^l. au«-h Lautt'rhach i». 102 Not«' ju-hsl «ler «l«»rt an}i-«'.i;'«'henen Litt.
:i41.
Cuiu nie rursus sul) ]>> r»> eadeiu de re eoii veiüsset. et e^^o
reuiterer. uiultas Caussas allei;aus. luaxiiue quod etiaiii luilii ') eoji-
suiuptis esseui virilius. adeo ut vita luilii l«»n«ra utui pnsset superesse,
A<1 (|uae-) Stopieius. Wist \ lir iiielit das vnser ller^ntt viel
•i'rosser saelien liatt auszzuiieiiteu. Da Iieda lif <'r viel klu^^M'
viid weyser leute zu. Die vliiii He Uten raten, wen ylir den
ynier sterbet, szo inust ylir sein rad^^eben sein. Verum ej;i>
tainen non intellexi haue proplu'tiani, in boe niotb» iniplendani esse,
post (piatuor enini annos eepi bellii;erari *) adversus l'apaiii atque
Minnia sua^).
1) Di«'s Wort«' könnte iV-hleu. 2) Vielleieht ad etl St. .se. in«piit. A) Auch
Deponens. 4) Aehnli<hes tin«let sieli Matliesius, Pr. I, 12. Kinij^es hieraus
aueh Erl. A. 5'», IMi, s«»wie ('«»nlatus p. .^.tl. Vjil. aueh Kr.stlin I. Ins, TS2 s«»wi«' «lie
N«>ten '.i u. I lies vorigen Absatzes.
Faber ille (Nnistantiensis * '. Spirae in Coinirijs ]>raedicans,
dixit se Turcae |1-»1| lideni ant«' assumptmum «piani Lutberi. At
n'spondi \ Cn'or. iie eiini ('ai]>lia pro]»betavens-j.
1) .l«diann«'s .\ujiustanus Palur. Douiinikan«'r. geh. zwisehcn I4(»(> l4Tn zu
Irtihur-:- iu «I«'r Sfhw«'iz. Vikarius «les P.iseh«ds von Constanz. spät«'r u>'istlieher
i:;ii und l>eifht\at«'r K.'.nig l\'rtliuan«ls . s«>wi«' i:r/his«-hof \ on Wien, «-iner «ler
liaupt'it-'inir l.ntln'rs. jj;est. wahrsc-ln-inli«h l'.M. IM Joh. ij. 4'.Mf. \'j;i. Ell.
A. u*K :ns.
Tani niaiuin \iruni fuisse Kinseruni. nuiinpiani luitassein, «pieni-
adinnduni iain vide«> in iiov«» eins testaiiient«». Kr batts besser «;ewust,
(b'ii er i:'es(dirieben liatt. \ titiir eiiiiii nostra tralatione. aber D. e. S. (J-)
in «i'iinst bebilt. bat vv Zu Zeiten «-in w«»rt wider sein .i;ewissen ^e-
cndert \ nd sein vniiutz «ivsebwctz dazu iceseblabe. Aber dem er ^a-
diiMiet bat. der wird ybm aueb itz Ionen').
II \'ul. n. :?:{'.«. 2) \V«»lil autzul<">s«'n mit: Das «■ r S .• in «- u U e«>ru:. ."5) N'gl.
KrI. A. i.M. .^i:{.
:U7.
I<di wil ('«»clei» aulV kein biicli wider inieb antworten, vnd wird
damit \iel Zorni;;-er werden, vnd wils allein dorumi» tbun. Das er die
ebr ni«'bt erlanp''). die er in seinem sebreibcn suidiet-i.
I) Na«li «Tlauu«' ist noch «-iuuiai w ie«hrlioli : Das «r «li«' «'In«' ni«-ht crlanj?.
21 V-l. KrI. A. :.'.». 272: «io. :\\:',.
:MS.
Ad liluiim de Septem ea]»itibus. »juem seripsit') e«uitra nie.
di\i. Ks li-elanen mir alle Dini^ w«d mit den sieben koptVen. Alu'r «las
ist \lire sunde \ nd sebande. das si(d>en k<t|dV«' iii(dit einen bals k«»nnen
zu weü'en briiiji*eii oder ||:5Ll|niebt ein Hals werd sein. Kilium autem
Ma reiiionis-i teriint dixisse < Hio. nune invietus manebit Liitberus
7 eapita babens. euius ne uimnt antea p«duerunt \ineere-').
I) Aid' «h'ui lit«!ltlatt«- «im-r «U-r Streit.srhrilh'U «l«'s C.K-hlaeus wiihr Luther
war «ii«'s«r mit si«'h«u Ki.piVu altu«'ltild«'t. Si«- führt aucii wohl «l«'n rit«'l
.S«'pti«-«'p> Lutlu-rus-. 2) D«'r spiln-r«' Kurfürst Joa«hiui IL \ou l>ramh*nlnir.n-
("*|-,;{.S_i:,7|, war iM'H'its l»«i L«'hz«it«'U sciu«'s str«'n«>- kailiolis«lirn Xattrs. «les
Kurfürst«'U .loa.-him I.. ( I 1"«M I'»:'. ), d«'r n«'U«'n L«-hrr /.n-vth:ui. ü) \'j:l. KrI.
A. «i'». :{i:;.
:;P.i.
Ferdiuando') luelieiL'r e«'ssura siia e«.nsilia v\ et.natiis. mm
p«.ssum e«»mprelu'nder«'. Niiiiis «-nini se -raNavit sani;uine innoeentum-).
,,ni «damat ad Ih'um. Kt baee vox <piam edit S]»irae'), eaussa erit
interitus eins. Als bald d<'r Zu- wider den Tureken entriebt were.
w«dt er die Luteriseben bald vmbrin;;-en.
I) K.r.rmau«! \«ui n(.strei«-h. i;rn«hr Carls V.. s.'it |.'.21 U«'«ieut in .l«ii «leuLsch-
liahslmrj-iseh.'u Läiuleru, Kais«'r v«m l.-):.«i LViL 2) V«m s«-li\veren \ .'rjolfiun^-en
d.r Kvauo-eliM-h.'U in OeNir«i«h. Wiirt.uilMr- uu«l Pelpi-n. «lie K.'nlman«! uh«r su;
vt'rhiiu-t." li«-ri.hi.'t S.'«k«'U.I«.rf. Iiist. Luth. I. ;; i;i'.». 2. :;) Ks ist frM-li«;h. wel«-h«'r
P.i.lista-- zu SiM'i«r j;«'un'inl isi. \[[i heidc-n praesMli«'rt«' K«'r«liu:ind im Namen
80
81
des abweseudoii Kaisers, auf beulen verlau^tt- uiuu von den I{rithsstäu<lt*u Hülle
treffen die Türken unter Scdiujan. Luther liat wohl iWu z«'itlieh /uiiärhst liegenden
[{eirhsta^ von ir.29 im Aiijre. Auf diesem wurd«« «lif Prottstation der r\anj?e-
liseluMi Staude am lU. April üluTj^ehen. während die erste Hela^t'ruuji' Wiens dureh
Solimau in die Zeit vom 21. Si-pt. bis i«i. Oct. »lesselbcn .1. tallt. VirlliMclit ist
edid it v.n h'scn.
FerdiujindusM intinitain |KMMmiam a suis cxept. at Dens ei
dedit beiiedictioiuMii siiniltMii illi-). «|ui maimiii ])lMniis liaheiit |dennin.
Alszo stouljet sein ^vlt von einander. Item ipsc e\ h prinins lie\
liolieiniae^j et ultinnir< IJonianonini'i.
1) KrI. A. r.I,:ni: Es wurde 1>. M. 1.. j^esaj^t, dass eine (»berkeit an einem
Ort sieli ir:erühmt hätte ihrer auf^ch-^teu Sehat/uii^^eu , »lass kein .Mass so klein
wän'. er hätt«' »«ine Hand voll l'fenuijre herausst-r <!:emesst'U. I>arauf s|)ra<'h
1>. M. L.: (iott hat ihm aueli diesen Seu«*n dariilu-r j-'es) »rochen und ihn»'n in die
Hand jiiebla.sen, «lass ihm die Tfenulj'-e wie Federn alle sind von einander j^e.stoben
und ^etlogen. Meinte, dass kein tiedi'ihen noeh (Jlüek bei dieser Sehatzuuj< «ge-
wesen wäl-e. 2) .se. «|uam eis dat. i|ui ere. <) Vielleicht est. l>er Kehler ist
erklärlich we^en «les tVdj^enden re\. l) Nach <ler Schlacht bei .M«.häcz 1*»'»;.
.')) Luther seheint zu meinen, dass das riimische Kaisertum deutscher Nation unter-
gehen werde, wenn es sieh tler neuen Lehre feindlieh «;ei;»*nüber stellen werd«'.
hl t^an^4ferendis iibris nieis nenn» iiin|nani fnit dili^ivntior et
(|ni pr«n»ne nu'ani sententiani transtidit et anininm. M. Ünt/em«). Sed
npiniones suas (|nas imniisenit nnn proho-i.
l) .Martin Uutzer. p'b. I l'.M zu Schlettstadr. \on |.'.2:t- l-M^ zu Strassbnrf^
in reformatorischem Sinne thätii;-, b»-i wichtijien Akten der Heformation beteilijift,
gest. I.")öl als l'rotes.«<or zu Caud>ridjAe. 2) Kr übersetzte ir>2t. Luthers Kirchen-
postille ins Lateini.sehe. änderte aber die das Abendmahl betretenden Stellen nach
Zwinj^liseher Autfassung ab. Hierauf beziehen sich die letzten Worte des oiiigen
AVjsatzes, zu dem man vgl. Erl. A. «12. .tH». Kuunner. Tisdir p. 2!M.
:r>2.
[
l:»o| Nenn» est inter oniin's nostvi tenipoiis Theolo^^os. (pii ita
traetet et deelaret seri]>tnrani atijne est lirentius'). Siniplieiter enini
et adeo elare traetat eani. nt sae]>issinn' adniirans enni de viribus nu'is
desperaverin). VA quod ipse praestitit in Kuanpdio su])er Iolianneni"-j,
nenn» ])raestiturus est e\ nostris. (^uainl«» auteni interdinn indul«,^et suis
eogitati<»nibns. bee ei indul^enduni est. ul»i a siniplieitate verbi non
exeidit •^).
1) Dr. .loh. Brenz, geb. 149^ zu Weil, einer der bedeutendsten Reforma-
toren, im vorgerückteren Alter noeh der Heformamtor Würtenjbergs, beriihmt als
l'onnnentator der nu'isten biblischen Hüeher, gest. ir)To als Propst der Stiftskirche
in Stuttgart. 2) Sein Connuentar zum .loh. Kvangelium erschien ztuTst 1527 in
Hagenau. :;) Obens tehe n(h*r Absatz ist einer der wen ig«'n, \\o(N»r-
<latus un»l die späteren deutschen l'iseh reden (Krl. .\. 02, ;{4it) bis auf
geringe Abweichungen inhaltlicli un<l formell übereinstimmen.
Oinnes Sehvvernieri. (piuin adsuniunt ad eeelesias niiidstros, in)n
adsuniunt eos. ijui ])lel)eni p(»ssit') doeere, sed tales, <|ui invare velint
snos ])astores in ylire Selnvernierey-).
1) Li«'s possint. 2) Erl. .\. «;i, 20V
354.
De Erasnio riiili])])us (piedani •) ait, ipsum dixisse. Er wolt,
das .loliannis Kuangeliuni ine geseliriel>en were. Ad quod euni ej^o-),
Kv das ist nielit war. riiilip]>us iurahat, verum esse=^).
I) (.MiomlamV 2) sc. Lutherus (V) dict-rem. :;) Hierauf bezieht sieli viel-
leicht Erl.\\. t;i.!H;. '.»;.
\V(»lan, nenn» eredit, tantani esse vini et ettieaeiani orationis^)
n<»strae. nisi expertus. Vorro valde nia-nuni est orationeni posse eom-
in-ebendere, «luuni tristes easus veniunt. So oft't mir meins ^ebets
reeliter ernst |1:U| ü'ewest ist. hin ieli reiehlich erhört wor-
den-) «|uam roj;avi'. (Jot verzeucht wol bey weylen vnd er-
höret doeh j.
1) Cebets. 2) Lies jdus (|uam. :i) Vgl. Erl. A. .5i>, 1. liinds. coli. 1, 0:L
X(»n est eogitandum de i>raedestinatione, sed de Christo,
(juod nohis sit iH'aejjositus. (|U(»d unieam üdeni eftieit ad salutem. illud
auteni') des])erationeni in daninatiiniem -j.
l) sc. eflieit. 2) Aehnliche (uMhmken finch'n sich in den deutschen 1Mseh-
reden öfters. Vgl. z. H. Erl. A. tu», 1'>L H»«»: .-)S. | l..: .-)7. H)4 iL
:557.
(navissimae tentationes sunL eiini in tentationes nostras inimittit
Satlian. ut eaussas luMioruin et nialoruin iminiranius. Cur mihi heue
aut tibi male sueeedat. Cur h(»e auf aliud tiaL (iravissimae tales sunt
temptationes et ]»roelives ad la]>sum. Kaee in ijaradyso eepit») eum
lleva et deee])it Adam et omnem pnsteritatem eius-^).
I) CoeiMt sc. Satan. 2| Vgl. Erl. A. nu. i:t7, w<» in abweichender Form
dieser und der folgende .\bsatz in einen zusammengezogen sind.
^558.
Ks ist kein stolzer Diu- auff erden als ein hoffertiger
lleiling teni]>ore pros])eritatis. Neipie (piisquam fnit inter sanetos, qui
nun vexatus sit mit dem (^uare, (v)uare ').
n
.\iige. l
Erl. .V. :.•;. 2s
\\.| Krl \ »iu, |;;T. Mit dem (,hjare hat Lutlier Psalm 2. 1 im
»asVitat ist nicht si-lteti in den deutschen Pisclireden. Vgl. besonders
'X>\K
|l:r)| De phrenetieisM et plianatieis sie sentit. Omnes. qui
indeeore moventur ae jn-ivantur ratione. a Sathana vexari. alios
«-ravius. levius alios. alios hrevius. longius alios, Xe(iue nego
ali(|uand(» talia miti-ari a naturalil»us remedijs medieorum aut etiam
tnlli. i,>ui auteni natilralihus eaussis talia trihuunL isti nesetunt Satha-
nae potentiam. et Deiiui deni«»niluis potentinrem esse. quand(» tale>s
liheiantiir per .Me<lieimim. Ilaee ]n-<»hantur ah anu-^ in Kuaiigelu».
vineta a deimmio. et per verha Tetri .VeL jo -). (piihus et hrevissime
«>
82
multa dioit Petrus, Oimies seilieet morl.os et tempostates operasse
demouiuin, Et (luid miriiin, ai Aii^M-li inali quaeijue mala operantur/
Fiita (luautum pruniittit^j Dens, (piod elare videtur in Inh tnita-
tiouibus^).
\) <f^,r,iu^6^ verrückt. 2) ' Liu-. is :i) Act. |(i, :js. 4) P^'n"ittitV
5) Abvveidiend und in weitliiufti-er Fassuii- Erl. A. »W», :il, M. biiulscil cell. 11. IIX
Satan nun ()l)sidet corpovaliter illi»s. (|U(.rnni Mntc vovi\^ possidet
caedc, toivinatii.ne, ehrietate. rapina. vi ali.js nialis voluptatilMis. ^ed
innoeentes et boncs honiines. qui. si (inilnisdani naturalilnis ivnKHh)s
eurautur Deo ipsos nnserante. enrantur. Sanctissmns scnJiKT pmxnnor )
est Vam ereditur. Ita Paulus'^) enlapln/at:^ et Chnstinn vclnt
quo viilt^j.
n lies i>r..|>ri..r. 2) Urs l'aulii.ii. :i) xi>>.wil;H,;i>ht(r\g>:»- \ f,'l.
■,) Ih tth. '.. Al,wei.li.u,l Krl. A >^.. :;2 Abs. 2. :. . Du. H..m.l,m,.' : ut 1 . . us
findet sich haufif! iu <len .kMits.lu'ii 1 ischriMlcii. \ i,'l. Krl. A. ..., .i.l, o\ ll^,
6», ll'J, 1211, 12:!; i>2, lii ff. IüiiiI.simI II, 2:tii.
361.
Tentatns fiipiit j»(ilitiidiiRMii et societ se lioiiiinil.uw. (ini de verl...
liLeuter louuuntur, |l:if.| l'ost verlnuu Miulitmn praesentissmiuiu reiue-
dium est sfire, tales eofritatione.. des,K.ratioiiis et unpietatis ""i' "■";
esse, sed Diaboli, Hoc aiitein versuadere dilhedlinium est. j""' ;''
eis eogitare aut in.-.iare eoiitra eas est eas irritare. i. eo alio leetendus
est animu.s, Fallen sie dir ein, s/.o lasse sie w.d...- austallen, I oe au te m
diftieiUimnm est faetu, Neque statim tit. emn lUiid vis lieri, sed Inetand..
aliquamdiu adversus eas. (,'inu eniia Satauae (•optatiou.l.us a,!,^atur
de Deo et salute aetenia, vehementer reensant ten ati edes'j leliiKjueie
aut eonteinnere, puta si sis de salvandis. \n til.i Dens sit i.roineius-i.
n Die HaTulsilirift unvorstaiidli.li des. Vicllri.l.t a.it eas o.ler illas. l.-l.
versuele lo -en.ie Erklarun- der s.-liwieri-en Stelle: .S<i wei-en. siel, dl.. Au^^elm-1 -
Lnen ent ved." sülehe t;eda„k..i. autV.ujjehei. ..d-T /.u vera.-l.len, «eui. «.an m,.,. .■
7« denen -el.ört, die (von .le... (u-.lanke..) l.elreit wenl.'., ..„.sm.;. ol. (.oft .1.
^n^idirsei"' Die .le.i tsel.e., Tisel.re.len bieten Krl. A. .1", ir.l, l'..lf,'en.l.-s : ,l>ei...
wenn^ian mit Wichen Gedanken umgebet ,n..l .lis|,ntier.>t v..n Cott ,.n.l e«„'er
SeÜekeT soTinn mans s.l.«erli.-l. lassen fabre« ,.nd v.raebt.-n. ,s s.;, .I....n, la.ss
1> so nve"felu /..iv.,r gewiss «.nb^n, dass s„l.-b.. .M'»issl...,. ..„...„-beb s,.,, wel...
mai\ diraur lestehe , siel, mit il.i.en seblep,,t u...l ,lisp„ti...vt:. Kine.. klar.;» >mi
"ielit Sc weittäuftiV' Auseinan,lerset/.,i,.f? nUbt. 2) Abw..,el,e,„l uu.l « eitlantl,^'
Erl. A. 611, 15K, vgl. aueh «), Uli (Abs. I), sowie (.2, I.l.
36-2.
quem
Super vires snas teinvtatus aeeedat ad ali.|iu;iii viruni l.onuni,
quem audiat ut lioinine.n Dei. iiuaeeiinque tamleni ei dielt Os .■mm
lusti meditatur sapieiitiam. et id verum sit, .,iiod David') ;'•*■''':-
uuium tuum vivitieavit me, Sic llaiina concipit) post ver.a Hell.
Vade in pace et Dens -) etc.. et H.») 1 cap.^) et ( eues. -Jo-) He lecca
consulens Dominum auditiir. Kt Christus verh.. Dei vine.t ^atllam n
in desertü. Qui verho Dei ii.m inedetur t.Miii.tationil.us suis, vere teiitat
raiaäiirnteiiaiCff
83
Denin oninihus suis tentationibus. [137] Quin et oranduni est talibus
et eredere ()]K)i*tet onines ])i()s in Keelesia, (Tantum seiatis"), qui vide-
tur mui exauditus esse), et Deum aeuere. et i)ios, quos primo impetu
vineere nun potest Satan, assiduitate et ])rolixitate velle vineere, de
quo dieitur. Sae])e exi)Upia^) me. in iuventute mea. Qui diu tentatus
tandem vineit, Deo et an^elis eius etiieit iueuudum speetaculura^).
1) l'salui 1 n». .")(), •.»2. 2) Wird srliwaii^-cr. '.i) l.Saiii. I, 17. 4)ctllegum.
r>) l. KTnii^^' 1, •');{. «i) (Icncs. 25. 22. 7) Lic.^ sciat =^ das iiiöo-c sich der merken,
der tV. s) Lies e .vpii ^nia ver unt. \^^\. Tsalni 121», I: saepe expu^uaveruut me
a iiiv«'ntiite mea s«-. iiiiniici t'cdesiae (Vulg.). '.») Vielfach abweiclieud und in sehr
\Neitl:iiit"tii>-er rassiinii' Krl. A. »•<». l.")7. lö^.
Sieut ad t'idem et Kuan^elium nemo eo^^endus est, ita sub
eodcm mapstratu ])ennittendum non est. ut elam verbum Dei blasphe-
ment Sed V(u-ati audiant et audiantur, nv alantur seditionis seminaria.
Sil)ili s('r])entum tu«;iunt Lueem, Imo trabendi sunt in publieum,
ut vineant, vineantur auf; taeeant.
1) Hinter aiit steht noch „v". Vielleicht vel.
Tum Deealo^nis etiam ]M>litiea doeeat et Oeeonomiea, ideo ad
Cateehismi ])raedieationem. (piae ere])eiTima esse debet, eo^^eudi sunt
bomines ]km- Mai;-istratum. Credant aut mm eredant Euan^elio. tarnen
omnibus necessaria est obedientia. ipiam (b'beiitO in politia et
OtMMuiomia. Kt qui in ali(iua plebe volunt vivere, buius vitam et
mores 1138
diseant, Imo et Cliateebismum-). si non propter se,
tarnen ])ropter liberos suos et t'amiliam suam.
I) Schuldig sind. 2) .sc. diseant.
Saeramentari.j primo ecmvineendi sunt (ait Pbilip])us), se certos
non esse opinioins suae. etiamsi ])robabiles balieant (luasdam rationes.
I(U'o tamiliariter sunt interroi;andi. (piid (qqH)nant nobis. Deinde ob-
ijeienda est eis tides ^mticiuorum ])atiuni. Au^^nistini, Cyi)riani.
flilarij. (|Uorum a]»ertae sunt Senteutiae de Euka"')- ^^^ Au^-ustini
de hajdismo luirvuloium. Si ineertos se esse eonfiteutur, moneudi
sunt serio. ne doeeant incerta, sed apud sc suam opinionem eontineant,
]>eeeatum esse. (|uie(|uid non est ex tide ete.
1) Kucharistia itr/aimnia). Abweichend liebenstock II, 39 b. Bindseil II, 4U.
30(>.
Primum ])raeee]»tum doeet t'idem in pronnssiones et timorem
l>ropter minas. et eum Dens ex t'aetis suis eoi;noseatur, addit eduetio-
nem ex Kiripto. velut si alio») dieas. Deum ex mortuis resuseitasse
(liristum. Per talia verum Deum aiqnvliendimus, Ihie speetat, quod
dicit. (^li videt me (i>enetieia et opera mea) vidit et ])atrem nieum^).
Dens tu US. id est (pii te iuvat. eui es eurae, Non sie dij i;entium, qui
oeulos babcnt [l31>J et mn vident. Pronnssiones babent benetieia. Miuae
84
poenas. velut est sul.versio Aegipt.,nnn. *■* ./'"f*!^;^ =«^i":;?,';!!'''' .f
herib (lui suis viril)us volel.at oxpiipiarc lenisaloni. ^^H•ul lo /a1»
tri) US est erga suos. quos amat, iuvat. oons.ilatur .•usto.lit. j Ij'^-^h'fes
comminati,.. merit« i.K.ul..an.la est") ann.ns »os ns ^ ;"^' '* , u -
menter eoutra ea.n Ratio. Verum cu.n in parcntil)us Lex est ..l.i..j,ata
E/ecb 18'") iion peren.it posteri ete., Kt iir.mussuxiuae se(|intnr. »nineiii
captum exeellitn hominuin. Non ta.-ies'-^). l.oe est. n-l.. t.m ni.n-e
eoli Ita Plnlippus noster exponit, l'utat idem esse et l.ene
quidem.'-')
n ,,• in.xlo ■>) .l"li. II, !i. :t) s>'- l»t'iis est. 4) l'-itVi^-. •?) >«■• ''st.
ö) sc. XTe..".- '» -• '^-"- M.Ii..in,s„..h..,„l. l^Mit «j-al. .,n,..nM,iv.ss..„,
drangen. lo) t/ei". 'N -: • '.".'", ,.,, v-l Kil \ :>\ii>S (lis: niruni).
sollst (dir) niclit niaclion. 2. Mc s io, . II) \^. ,'■"•■■ .'.^ "
.iS, 247— 251. Ucbenstockll, 4", 411". l'.nicls.il (m,I1(m|. 11. 244. 2J.x
367.
Ratio est tbelieiter studeudi in Tl.oologia. ut .nationis loeo
nvme et vesperi ias ali.,ua eapita in l'.il.ii.js. Deinde Metln.dns (M.n-
Zu're fiddXeendus') est ex 1-anli-^) ad R.nnan.-s et e,..st„la ad
falatos. e\ si epistola/n ad Colossenses tibi '--''-■;:" j';;':'--,;!;;;:;
omnes faeile intelÜKes. ( ncniHdniodnni snlniide doeeat 1 aiilus. Hund;
Wendn.rEu 'eli^nn 1401 Mattl.ei et !..,<...■. et expendend. l.-ei.
mos tZ-tat W^^ dl poenitontia sive tide, Terti,. „eo lejren.los
eC») Sermone 'hristi in i:uaii,rliu lol.annis. Tnn, nMlennduin esse
ad vetis tesainentnin. et n.axinie ad «i.'nes.. DenhM-: et psalterinni.
;lr\rrdoSna iuiigenda est doetrinae Cl.risti. .»nae oinnia tn... reem.s
intelli-uiitur. enni aiiiinis vitae usus aeeesserit et t.'niptatio. ,uae oiaie
doeeät 'o«tea le-en los piophetas et verlia eorun. reterenda esse ad
ir eonununes Oi.ristianl lidei. A.l «den,, ''l-f ■'t^-',, 7',T;;.;,: r^
In Le.-aiil.us l.istorijs') dili-ent.T diseerneii.la est lA-einM .'t •.n.injr. -
hnn 74 «des al. o.eril.us. lides l.avi.lis ete. '•";t--- ;;'*,, 'l
iudieio lefrendos esse, ut ,nol.entnr •). m .|i.n valeant. .'1 nl.i .1,
tieiant.
1) MotlMMlus lii.T al.- Mas.ul. -..l.rau.'lil. 21 s<-. n/i«''''''- »Y, iTi
z^^^ ^ieil-sÄ^;: .;:r\^;H^;:.. .;: -.:-;:r;,:: J:^f :!;:.i .;^; ,;, '■:;
«lass anzniu'lniK'ii w:irc. «lass Lntli ri sk li ii i « /n. i". i r;..<Hiirlit('n im
<retlmn wenW, wf.rin sio stark und wurii. sie scliwacli mimI.
;t(i8.
Tn tota doetrina Keelesiastiea .lilij^enter "'•^••'V'" ", ' ' *,
„„•,e pars ad vitani spiritnale.n i.ropri.' pertin.'at qne ad ( i ilnn .t
e a 'oltieani. iirL du., proeiii al, i:ua.,...lio -■.■nr=>''; ■' ^''''«^
od est virtus Dei ad salntem. lila .mt...,. iM.nae tantum De, Mint
quod est
C'reaturae.\)
1) Schöpt'imgcii
85
369.
141] UteniKine iudieare ixjsse ex i])sis fontihus bibliae verba
nuiltis iiiiibus aiireunun') ]naet'ereiKlnm est, leh bin zum letzten
,(',' komen. Aber es wird wider ein ^a" daraus werden.^)
1) Aureus = Goldniiinzi' sclion bei Suetou Cali^ula 42. Luther meint
die damals iui ruilaufe iK-t^iidliclieu fJ oldgülden. 2) V^l. Buch des Lebens
von l.'.'.n auf der Stadthibliothek in Giirlitz. In diesem heisst es: ,Wer ^a" und
" BUchmann
.(0
reeht füjren kann, ist ein gelehrt und weiser Mann''
(Jefl. W. 1). 4L
870.
Si conseientia eerta est Constitutiunem Cbristi esse de utraque
sjH'tic. non est in boniinuni arbitrio uti altera aut ambabus. Et si
utrai|ue non ])ernnttitnr. Tutius est et melius in totum abstinere, Fit
enini lioe sine peeeato. cum non stet per nos'), sed altera speties uobis
rnpiatur. et interim sutticiat mandueatio spiritualis, de qua Augusti-
nus: ('rede et maudueasti-). Torro seereto eapere non lieet, quod
(Miristus i)ubliee instituit sunuMidum. Est enim boe saeramentum publica
Cbristi eontessio. ii)so dieentv. Faeite in meam eomme.'^) Sin vero in
aÜM (piam tua i)aroeliia vis aeeii)ere et de boe aeeusatus fueris, vide
ne diristum neges eoram iudiee, quac^) in saeramento confessus es et
])re(lieasti, ut Paulus^) exponit.'«)
I) Da es uieht unsere Seludd ist. 2) August, tractat. in Joannem 27?
:0 Commemorationem. Lue. 22, 11). 4) quem? 5) L Cor. 11,26. 6) Ab-
weichend Krl. A. 5<>, ^>9.
371.
1). (}.i) Ibnno est miserrimus. <iui misere vivit et miserius mo-
rietur. Er kan seines sebonen land nielit ein stund recbt
br:niel»en.2) In tantn est miseria. [142J in quantam ieb ybm niebt
fhieben wolt, lieet mapius mens sit inimieus, Totus eradieabitur cum
lilijs suis, et H^) frater est^) dux est Saxoniae. Uli enim Saxonia
eoiitipt seeundum seri]durMm.5) :\[,|ita promisit»') magnis Prineipibus,
quae adversus nos priiestare non i)otest. Das krenekt ybm. (Haee
propbetia verilieata est anno 1^)37. quuni inortuus est filius eius,
rei;-ni s^jes.'))
1) llerzoj; (Jeorii: von Sadiseu. 2) Mittelh. brueheu c. genet. gemessen, sich
eintT Sarhe erfreuen.' .{) Herzog Heinrich von Sachsen, (ieorgs Bruder, Herzog
von 1 5:i«»_ 1 :, n . \) Es ist wohl eius zu lesen. ö) Wenn man annimmt, dass
Luther hier die (ieschichte der KJinige Saul oder Aliah vor Augen hat (1. Sam.
2S IT. I. König 21, :M. 22. 2. König '.». 7. s). so würde mit „scriptura" das alte
Testaineiit "-(Mm-int sein. Doch könnte Luther auch ohne eine sidche Beziehung
sprechen hi diesem Falle kann .scrii.tura" in dem siȊteren .luristenlatem be-
deuten • Nach dem l.estehentlen besetze, <lem (besetze der Erhtolge. H) Diese
Worte sclu'inen sich auf das bekannte Packsche Bündnis zu beziehen, welches
Herzog <ieorg von Sachsen i:>27 zu Breslau mit Ferdinand von Oestreich, den
baierisvhen Herzögen und nu'hreren anderen geistlichen Fürsten zur Vertreibung
des Kurfürsten von Sachsen und des Landgrafen Philipp v(m Hessen und zur Aus-
rottung des Evangeliums geschlossen haben sollte. Vgl. über dieses Bündnis, an
dessen Richtigkeit man damals in Wittenberg nicht zwt'ifelte: Bänke, Deutsche
(Je^ch im Zeitalter <ler Reform. 111, :r2-;i:{. Kö.stlin IL 11^ tf.. .lanssen, (lesch. des
deutschen \'olk«'s Hl. los. 7) \)w „reirni sp(>s^ ist (MM)rgs Solin .lohann, gest.
am II. .Jan. ir);i7. Allerdings war noch ein Sohn Georgs vorhanden, Namens
Friertricl) Du'ser war itMloch blödsiiinij.^ Der Wt'/Av Sjit/ wird als ein im .lalirc
1537 bt'i der ZiLsauiiut'iiNtt'lluiij;- «les Taf^ebiu-ho» geiuacliter Zusatz des Conlatus
aufzufassen sein. Bindseil colloci. iat. I, :ilS.
372.
Digni et indi^ai mandueaiit ex altiiri, setl tantuiu dignc inau-
ducantes vivunt.
37a
Dens per se ipsiim nee si^iritus saiietus ((uicMiuaiii i)rodei^t
nisi per verhuni. Den was liiltVts dem teuttel. das (W^t sein herr ist,
szo er nielit ^-laubt noeh wil <ilauben. das er sein <,ni(Mli<rer (u>t wil
sein, Hoe dixi motus eontradietione Schwernioruni, «luia dicunt. Caro non
prociest quiequam, wen (4ot ein wort redet, so sol nians -leuben.')
1) Vgl. Erl. A. 5^, :\s:\,
374.
Teil wil \nil) sonst selireil>en vnd ju-edii^cn in di'sortuni liuins
innndi. Das die weit sehen nins, das einer etwas «ruts thnn kan on
Ijotfart. ]K)test anteni lioc facere (Miristianns.
375.
[1431 Credere onmilnis niodis niaxinia res est, qnod almnde
rsalteriuni indirat. leli wevs das mein p:laul)e stellt wie ein peltz vtV
seinen ernieln. Est tarnen tides et Errlesia niecnni, in (jua oniiies ]n]
pro me orant et Cliristianis «>nniil»us. Mein Leniken vnd Ilensielien
beten aueli für mieli.i)
1) Vgl. Erl. A, 5S, 372.
376.
TentatoO dieendum. Kr müsse nicht allein sein. Den er sey dein
tenffel. der stereker ist als lOoO weit, -ar zu schwaeli, et tarnen soll
esse volunt^), Neque Christus libenter soliis fuit, qnod hine seinius.
quod mestus dieit. Et me solum relimiuctis Joan. ll)^j, Necpie sie tarnen
vult solus esse, quia dieit, patrem seeum esse, quo se ii)sum eouso-
latur solum.
1) Nach Erl. A. BO, lO«'. war der Angefochtene ein Dr. von Sehafhausen.
2) sc. tentati. 3) Joh. l(i, 32.
377.
Quaerenti euidam Taroeho. respondit Dhilippus noster. pauper-
tatem, obedientiam et castitatem Novistis in Monasterio. nune autem
illa servatis. Ego autem uxori meae nune eogor obedire, Imo»)
quibuscunque pessimis uebulonibus.
1) Vielleicht imo et oder etiani.
378.
Ali] temptato') dixi, Hono esto animo. Melius enim sueeedet,
temptatio [144] tua eedit in gloriam tuam et multorum utihtatem, Hoc
yalifaiMife
87
credere deluM-ent mihi. Den ich bin auch in diesem spital kranck ge-
wesen et neminem hah( bam consolantem, Neque Stopieium quidem,
dui semel mihi res]»ondebat (luaerenti-^), Magister Martine, Ich ver-
stehe nicht. Ideo non est. ut vel Philippum vel Cordatum aece-
damu< ut multa n(»bis dicant temptatis. Zu Christo versehet euch guts,
Vnd "uts sol euch widerfaren. Quia inilies melior est quam ego aut
Philippus autCordatus. Christum halt dem teuffei für, vnd er solle
gewiszlich anlauffen.'^
n Nach Erl. A. (iu. lor. war es Magister Sehlaginhauffen. 2) Quercnti?
Vgl. auch' Erl. A. (io, 12S. 3) Die deutsehen Tischreden: Ihüt ihm nur aus heisst
den Teufel murren, so lang er will; er soll gewisslich anlaufen. Kebenst.ll, 221^
379.
Kursus illeO questo. Tentationes suas esse a dextris et sinistris,
Kesi)ondi Das kan der teiiffel meisterlich, «luia si hoe neseiret, Diabolus
nun esset. Sed hoe cogitandum. etiam ipsos Apostolos fuisse gros
schelck. (luod de se Paulus testatur'^). Et Petrus negando nonne eom-
misit ein boseNvichtstuckV lllos tarnen Christus in exemplum nobis
p(isuit remissione ])eccatorum. [14:>) ut in eis misericordiam Dei con-
tenndeniur. (^red(» etiam l'r(»i)hetas saepe tales fuisse homines. et
Patres dixerunt. In inima intentione manendum esse. Prima autem
intentio diristianorum est. Hemissionem i^eecatorum habere a Deo, Die
andern gedancken sollen wir yiner lassen hinrauschen.=^)
niiesilli sc Magister Sehlaginhauffen. 2) 1. Timoth. 1, 13. •^) Ab-
weichend,' namen'tlich in IJe/ug auf den Schluss, Erl. A. 60, ^f ' l^^; „Y"'
,ed hoc - - homines Erl. A. (i2, 1(J5 und Erl. A. Ol, 312 (Abs. 2). Rebenst. II, 222.
38(1.
Scrii^tis c(»ntra tentationem i)redestinationis parum prodest
cimsulere et consolari ita temptatos. Dicam tarnen artem qua me
exscdvi ex hoc malo. et hodie (puxiue me ab eo praeseryo^, Primum
hoc certissime statuo in aiiinn» meo. has cogitationes ignita tela esse
Sathanae. ([uibus me vult o]q>rimere scrutatorem maiestatis et me
altiora quaerentem, (^uae sine Cessatione cogitanda sunt. Haee sunt
l»raecepta Dei. ut ibidem ait 12 cap. Ecclesiastici-^j, id quentur David
Unlmo VM)-') Er sev vbel anu'elauffen. (pioties altiora se Sit serutatus,
Et hec iinniittit Sathan. ut \andem Deuin odiamus ae desperemus,
Secundi» inquiro dili-enter. in ([uo praecepto Dei istae meae cogita-
tiones contineantur. et cum nulluni invenio. dico. Hebe dich du leidiger
teutVel Du wilt mich leren, das ich für [14r.| (fich selbs sorge, cum
aliud i)eus statuat in ]>yu\u> ]U-aec(q»to. et alibi. Jaeta cogitatuni tuum
in Dominum«). Tertio, szo der teutVel nicht ])ald ablest, mus ich auch
nicht ablassen, (\n' meum c(.ntinuo alio ilectere, et ad Sathauam dicere,
llorstu nicht, das ich die gedancken für den gedanken achte, \ nd das
sie Got hat verbottenV Vis autem disputare de bis, Coelum ascende,
et Dens satis multa resi)ondebit tibi, (^uarto cum Ulis igmtis serpen-
tibus imu'deor. non in serpentenr^) nee ignem ipsorum Video, feed
eneum ser])entem^') specto, qui est Christus. Is tide apprehensus,
s(dus medetur haue temi>tationem'). Que si redit rursum.irursus eam
reijce, ita ut rediens reijcitur ex ore saliva^). Ita adiutus sum.
88
89
1 ) Im Sinne von „%vt'iss icl» mich davor zu scliüt/i-n''. 2) Wenn du' }j:an#r Lesart
riclitiff ist, so ist vielleicht Kcclesiastcs cap. \1 j;en)eint, \vo es v. üUieisst: Deuni
time et mandata eins observa. Ibidem sc. in scrii.tura. IMe v(.rherp'henden ^^ orte
sind Anspielungen auf Kph. r.. 10, Vsalm i:U, I. Zu ait könnte Dens er-anzt
werden. :{) Psalm, btl. l. 4) I. Petr. :., 7. :>) Lies serj.entes. <») Line
eherne Sehlanjj^e wurde auf Gottes Befehl aufirerichtet, als Israel in <ler NMiste
von den feurigen Schlangen gebissen wurde. Hiese wurde bis aut die Zeiten
Iliskias erhalten, welcher sie. da sie zur AbgiUtcrei gebraucht wurde zerstören
Hess Sie ist zugleich ein Vorbild auf Christus. Wer den am Kreuze hangenden
Christus mit den Augen (h's (;iaid)ens ansieht, dem wird geholten. Vgl 4. Mos
21,9, Joh. a, 14, 15. T) Mederi schon bei Terentius. Snetonius und \ elle)us mit
demAcc. 8) Auswurf; Speichel.
:^81.
Prineipes Gerniaiiicos esse imldiens personas dicuiit, ideo
ipsos adversus Caesarein defeiidcro ]M)sse suos. si post Coiiciliimi
exeeutio fiiisset Caesari a pp.>) niaiidata. Kp) aiiteni dieo. Xccjua-
quam. Principes eiiim eri^-a raesareiii diiMi esse iirivatas i)ers()iias.
Sed Juristis atlVraiiius illa diseuticnda.')
1) Lies a Papa. 2) Vgl. Krl. A. r»2, m auch IM».
[147] Tri]dex est re^-iunn. l)esp(>tieniii, Civile et Tyranno-
rum, Despotieuiii haheat plenuin dcnniniiiiu '). veliit liahet ]>ater-
famiiias super (ialliiias suas. vaeeas ete.. (pias (uridit. (|uaiid»» vult,
Caeterum faiuilia Iure Tivili subieeta est dominis, Ita ipsi (|iio(iue
Caesari eertis legibus siimus subieeti, et eoiitra ipse (HKKpie eertis
legibus nobis est obstrietus. quos si transgre(b'retur ^Pyranuus fieret
HOS eoiitra ius et fas o]>])riineus. Praeterea Caesar iioii tantuui ins
babet in (ienuainaiii, (luaiituiu alius re\ in regno siio. Ne(|ue eiiiiij
moiietaiii babet nee niineralia -) nee veeti-ab'a. Kt si nos Tbe(dogi aliud
diceremus, ]>uta nou resisteudum esse inab). So wur(b» man spreeben,
wie der Landgraff^) sa-te. Kbr'j Doetor. Ibr radtet wol fein, wie
aber, wen wir eueb niebt folg-etenV^)
1) Erl A 02, HU: Das herrische ist ein ius. (ierechtigkeit. 2) Du Cang«'
11 01s- Minera, fodina, (Jall. Miniere; .loann. de .lanua: Mineralia id est,
Corpora in venis terrae generata, ut pbimbum vel aliud mctallum. Darnach wunle
mit Erzadern zu erkliiren sein. Luther hat .-s aber wohl im Sinne von Lerg-
werken gebraucht. :5) Philipp von Hessen, einer der \ (n-kampter (b-r Le tor-
niation unter den Fürsten un<l eins der Häupter des Sclimalkaldischen ;.'m<lcs,
Laniigraf des vereinigten Hessens von i:>u')-i:>OT. Nach seinem lode zertallt die
I •nnWafschaft in die Linien: .llesscnkassel, Ib-sseiimarburg und Hessendarmstadf.
P:ine ganz ähnliche Aeus^erung hat ri.iUpp LVil» Melanthon gegeimber :iut dem
collo.iuio zu Marburg gethan. Vgl. Krl. A. «'L ^^J^-^ l^'r^t;''''- \!r^-)"*- .^.^..'V"
4) Herr Doetor. :>) Vgl. mit dem ohigen Absätze Erl. A. 02. IML Linige ähnliche
(iedanken niieh Erl. A. 0,2, !!»>. |«»:;. Die deutschen Tis.hredeii tilgen ihrer weit-
<chweiti--en und im enizelnen abweichemlen Darstellung hinzu: „Dies geschah den
h'tzten "Vu--usti Anno löüt.-. Es ist nicht ersichtlich, ob si<li (Ursv Heuierkung
auf' den galizen Absatz (»der nur auf die letzten dem Landgraten zugtschrie n-nen
Worte beziehen scdl. Die meisten der hier von Cordatus aufgezeichneten coUo.iuia
fallen ins Jahr löU. Vgl. gleich unten n. H'.Mi.
leb bin iiielit gern ein Muneb wordt'U. nu sibet mieb alier die
weit alszo an. Das ieb sebir gern ein Muneb wideruni wolt werden,
Das ist nu leelit in die wüsten laulVen. vnd der sebendlieben weitaus
den äugen koinen.
(»)ni tantuni uniiiii verbuin babet ex verbo Dei. et non potest
ex eo |14S| unani integrain ])raedieatiunein faeere. iste dignus non est,
ut uiH|iiain predieet. Ego saeiie aimd nie eonstitui Deealogum dili-
genter incditari. et euni inei])erein in istis verbis. Ego suni Dominus
T)eus tuus. i)leniiiH|ue eonstitit') in dietione Ego. vnd kans noeb niebt
gnug verstellen. Quando igitur meditando pereurram totum Deea-
logum?-)
I) Lies eonstiti. 2) Vgl. Krl. A. ÖT. 14. der erste Teil auch .59,270, der
/.weite auch ^*^, 20 4.
:^85.
A pra(M-eptore ineo »j didiei Erfordiae. Pauea et bona buiuen-
dum est'^) eum mulieribus. si (juando eum eis loquendum est. alio(iui
faeilem la])sum esse aut tiln aut illi.^
I) Weh'hen seiner Erfurter Lehrer Luther meint, ist nicht ersichtlich.
Vielleicht LsingenV Vgl. Krl. A. 57, :u;. 2) Vielleicht esse. :i) Vgl Kummer,
Tischr p. :;2ti: A Praecei>tore me(» Krphordiae audivi. .niando cum mulieribus loqiien;
.liim Sit, ut pauca et brevia lociuatur. Lauterbach ]). sL Der Schlusssatz lehlt bei
Kumm.r. Luther will sagen: Wer viel und Alltägliches mit den A\ eibern spricht,
wird ihnen im He<len bald unterliegen.
38(>.
Dieitur de nova seeta, (piae New TlierusalemO voeatur. sed
ex ea omnes oeeisos. quod interrogatur alter. num<|ue-) eonsentisset=*)
<Miin altero. Sieut "Ne])otiani.^)
I) Trotz aller früheren Verfolgungen zeigten sich die Wiedertäufer 15:U
wie<ler an verschiedenen Orten des kurfiirsthchen (iebietes und suchten durch send-
linge Proi.aganda zu machen. Daher richtete Luther im Anfange des .lahres lo:r2
sein P.uch .von den Schleichern und Winkelpre«ligern " gegen su' (K«.stlm 11, .rio).
Allein die wiedertiiuferische Hewegimg wuchs immer mehr empor, bis sie sich schliess-
lich i:.:{:> in der Miinsterschen Katastrophe zusaininenz(»g. \ lelleicht beziehen sicli
Luthers Worte auf die Anfänge dieser P.ewegung in Kursachsen. !• reilich schreibt
Luther schon lö27 von der schnell wie«ler wachsenden .nova secta Anabaim-
starum. maü-na aiidacia i)er a(|uam et igiu>m un.rientiunr. Leber ^/^^^'I^^^^.''^'^" ""*^
Vertblgung der Wiedertäufer vgl. .lanssen, (U'sch. (L deutsch. \. Hl, IL lt.. 29 Mt.
Im .lahre \yM> wird Strassburg. später Münster das neue .1 erusalem genannt.
Vgl. .lanssen HI, 294, 29<». 2) Ks ist wohl nuuKiuid zu lesen. :{) J,>i*'^j'*.'"-
sensisset 1) Der Uisdiof Xei»os von Arsinoe steht um 2n(» an der Spitze
der aeiryptischen Chiliasten. \ou einer lUutigen Verfolgung .1er Nepotianer
ist jedoch nichts bekannt.
So gesebiekt sind, die sieb wider gotts wort legen mit reden
vnd sebreibeu. das sie sieb niebt ebe ergreitHen lassen, bis das sie das
maul autVtbun.
888.
fl40| In via iustieiae, id est in regno Coelorum. Cbristianus
nibil '\idet nisi fidem et i:ratiain, In mundo autein omnino sollt-
90
.itiis est iKHiorum (»pmun. (l.s or siel, «eis ^;'-''>^*-'' ^:^;";!, ^•;:;J|;'^' ^^
leben, vml alszo ^^esel.iekts. d.s der ^^"'r- ^■'^ ( . f. Wen'k
werek auft' die erden -eln^ren, Der -laube Innautt. (uit( WeuK
herunter.
1) Mittelh. sich vlizen = sich befleisscn. MülUr III, :i51.
389.
Terra saneta») non fiiit natura adeo fertilis ut seribitur sed
l)enedietione Dei. Alioqui in plerisque loeis petrosa. ^abulosa-),
salsigü.3)
1) Palaestiua. 2) Samlijr. :0 SalsugoV salzige 15esdmrtVnh.it. Kehen-
stock II, 147.
:590.
Cum in Tor^-aw abiret (^ordatus') ad rVuisiliatmTS i;m
qui iudieaturi crant de Caussa Zuieeaviana, Dixit l lnh]Mni8,
D.2) Cordate. e^^o opto vubis paeientian» non solitan«.
n Till luli ir,:U •->) Domiiie. Conlatus ist erst s])iiter. zwischen I5:i7-I5:t^j,
.nni DoV t r iT e an-d^^ Thcolooio pronu^viert w,»nlen. Freilich kann auch
an eh fH^ re Vro.^:>n desselben ^Jilacfit wchUmi. als c-r "-^ ' '"r a ten Kirdie
nLc Irte Ausdrücklich sa-t Melauthon in der \ orrede von l-.nl /.u den h ntcr-
illSenen^'rÄ a- ('o^^^tus (siehe Vorrede .u ^|);-;. Aus,^>e d.s , a^
hnchesV Ernach ist er in Italien -T/oj'-en, vnd hat ein zeit '-^"n <V.Vi» tV.r
S&e zi^F^^^^^^^^^^^^ ^-ehört, ist auch in derselbigen uniuersitat Doctor
g e w o r d e n. Vgl. p. 1 <i'.>— 1 H d. M .
391.
rem
iuiccaviani in TorftaW) indii-ati i.ii.hilnt. sunt pasto-
rt,.., assunierc. i.isi ni.t-toritnte vrincipis et einn tino tere
intefiro-^) anno trodoeim elefterunt et nuHns ex p'»" «^-ö^f, "
sissetn obire liane i.rovinciam. nacti sunt tandem |l;.ü| U( -
«ardun. MafristrunH). olim Monaelun... vnd «^"^ ♦'•«^'•''••;, '*^';
komen^) ein storek, Porro i.ti. «in. adversus") pasto.e n e
Cordatun, pu^-naverant. omnes ,n tnen nio eontu*<i et i um t
sunt mortui. MulpUort eaput liuius rei priinus eum toto suo
Renere, Rott ineensor totius iUius flammae durat us(iue l.odic
fingenfi iienitentiam. quam nonduni pracstitit.')
i\ VprH 1) 1U<I-1 1 1 (1 M »ml n. :tiHi. 2) (Jan/.. -O Wol.l im Simic von .suli
bereit erkHrt 1 ato <la, ,i Wnversta.ulen sowesen uar.' \ ulleielit eleKissent.
,len er |:>I> ua.li lleideHierj.'. I.iül nael. Au-shur- l.egleMct. ■>> ,,^' '" "" . ;
•h iiberkn«. = l<..mnie über, konniie über etwas «es. 'M'mgc v.» etvas Mulle
T «=. Reil tliernoeh in der Bedeiitim« von erliallen, bekonunen. vgl. >aniel
4 T iVee 1, >s 5 \V1 a, ej. ,k :i'..ll. D?r ob!«.- Ausdn.ek ist wolil e „.■ Ans,,lelun^;
;, Vhaedrus-i.^-, ^vo^■.s allerdings beisst: Tun, "'-''»!;<-.";;-;;;,;[;.';,;•;,'.:':
.lonte aspero ete. Lnther wir.l sagen, «ollen, <la''^:l■-•,:^^"• h''"'' \ l^ '.'''' '.b^^
IVonlictiMi «len Tuchniac her >torcii. niciii ;lu^J^c^cluu.-.^^ •. -^ .». '»^■- "■ -- , ,
onto I^ e • sich bei den Zwickauern in Kespekt zu setzen J.'^"V"^^\^'^^\""; ,f ^^T
mit der Zeit auch das frühere freundliche Verhältnis mit Luther wieder hergestellt ist,
91
ist bekannt. V-1. Köstlin II. i». i^o. i\) N:wh .adversus" ist vielleicht Mau ss-
111 an n um am Knde der Zeile ausgefallen. 7) Leber M ü ij) ho rd und Kot h vgl. p.lKi
d.M. Später scheinen sich auch Koth und Luther wieder versöhnt zu haben. Leber
die Heschliissc der Torirauer Conferenz vgl. ]». HI Note, Seckendorf, hist. L. III,
^ (i. :{. Da die Entscheidung in Sachen der Zwickauer in das Jahr \b:U lällt, so
würde sich aus den AVt>rten ^omnes in triennio confusi etc.% schlie.ssen lassen,
dass das Obige nicht vor 15.^4 gesprochen ist.
392.
Velleni. nie tantuni triduo iiosse esse ein En^ellein, et fura-
tnrus') rnsticis unines tliesauros suos, die ieb wolt in die weit werften,
ob dii wurden alle striek zu weni«;- werden, Alszo wurden sie sieh
ben<;en. dortt einer, bie einer. •^)
I) si'. esscm. 2) Vgl. Kummer, Tischr. )>. 3151': Jch wolt mir wündschen,
das ich nur drei tag ein Engelchen were, da wolt ich allen Bawren Ihre schetzc
Stelen vnd in die Ell» werrteii. Oho. da würden alle stricke zw wenig werden,
.Mso würden sie sich heiigen, hie ainer. dort ainer". Vgl. Lauterbach p. 5«;. Note.
.\uch bei Kummer findet sich dieses (^esijräch im Auschluss an eine die Zwickauer
Angelegenheit betreuende Erzählung. Vgl. auch Lindseil colloc]. L 42ü.
Daniel et Esaias exeellentissinii fuerunt iiropbetae, Eg,-o suni
Ksnias. rbilipi>us lliereniias. Der selb pru])bet bat ymer dar ge-
furebtet vnd sorg gebabt er sebelt zu viel. Sie t'aeit Pbilippus.')
n Cianz ähnlich Kummer. Tischr. p. HJC.i'. Vgl. Lauterbach p. ^l Note,
Erl. A. «,2, i:<2. IJebenstock IL 2s'', lül ". IJindseil IL 22u, III, 3(i2.
394.
[1511 Ein leeberlieb Ding wirds Erasmo sein, das gott von einem
armen weibs bilde geboren sol sein, Lueianus risit onines, maior
tanien nebub» Erasnius, Sed in extremo die aliter aft'eetus dieet.
lloruni vitani estiniabani insaninni esse.')
1) Weisheit Sal. r», 4. :>. Vgl. Erl. A. (U, Kh, auch (iL \n\. Iloruni sc. eorum,
«pios ut Lueianus risi. Luther scheint sagen zu wollen: Am Jüngsten Tage
wird Erasmus sich wundern, dass diejenigen, die er auf Erden verlacht hat, in
«len Himnu'l eingehen.
39.*).
Hoe mibi ]>laeeL (luod iura seniper niagis i)ropieia sunt reo quam
aetori»). Nani si reus non babet advoeatuni. i)otest dift'erri indieta
dies, (juod non perniittitur aetori. Sic melius est Tyrannum in timore
esse quam eos. (jui ])er eum affliguntur.-)
I) Kläger. 2) L.is: ]»ermittitur aetori ganz ähnlich bei Kummer, Tischr.
]). :n«; bei Lauterbach ]). Hi'.>. Vgl. auch Erl. A. r»2. 2ti2. 2r.;i.
39<>.
Quintiliani Leetio adeo iueunda est. et ita trabit leetorem, ut
eontinuo eogatur ])ergere Legendo, Den er Dringt einem ins Hertz
hinein.')
I) Vgl. Erl. A. 5'.». 22«"., wo jedoch Aehnliches v(m Cicero gesagt wird. Da
(^uintilian XIl. 1, s.') Cicero' den summum tractandorum animoriim
artificem nennt, so hat Luther ursprünglich vielleicht gesagt: Quiiitilianus ait,
Ciceronis Leetio etc.
^^^^jO^^U^^M^^ä^l^S^^^M^-
92
Pliilippiis su])erat
Dialectiesi.
oniiies
;H97.
(iraec'os
398.
et Latiiios in tradenda
FabiaiiiisO Principis KkTtoris ronsiliarius natnralia lialmit prin-
cipia Iuris sine arte, ita et Petrus Lui)inus.-i)
Fabian von Feilitzsch, kurtiirstlichcr Kat. -est. löio, zu untcrs(OM'i(len
von l>Lni " und Plnlipp von Feilitzs.h^ ^n dem. 'I^-JI^^^^^ICV;^;" ^^
in Au^'sbuvij bei CVu'tan war. Nach Socki^ndort I. ^ l., 1» nainu h.iüi.uiN.r.
n ^onr ->1<» in Mt 'nbur- die für Friedric-b den Weisen vom Fapsti« -esandte
^öldtm^/ose in Em >t•an,^ ^ 2) Petrus Lupinus, Kanonikus in ^^ menberfr, schloss
sieh bereits vor der Veröt^eiitlieluui-: der \)b 'l besen an Lutlier an.
:i99.
flV^l Die kindlein lla))en szo fein «redaneken de Deo. (piod
Sit in eoel(K cpiod sit ipsoruni Dens, et eum Martiniini;) intantem
pueruhnn inter hraelna teneret, addidit. lei. wolt das ,e , m dieses
kindlin alter j^^estorben were, vnd iel. wolt drund> -ehen alle elire vnd
gut, das ieli bähe, vnd in <ler weit niaj: vberkonien.^)
l) Luthers Sohn Martin, ^eb. den 1^- N^v. mi, "ry»riin^li<;l. TWc.lc^^
gest lör.5 als Privatmann in Wittenberg. 2) Abweiehend Lrl. x\. .... J.<>. \ j,l.
auch EH. A. 57, 259 (Abs. 2).
400.
Qnod Apostoli hahuerunt tentationes ut nos, apparet in ipso-
runi epistolis, et liae eaussa tani tVeciuenter liortantur nos et invitant
ad orationeni. ad viphunUnn. ad iiroi^redienduni et ereseenduni in tide.
iit eertam faeianius voeatioueni.»)
1) 2. Petri 1, 1«. Vgl. n. 2:m, li:i.
401 .
(4 Ott batts teuttelisebO vngern, das n.an vbn niebt tur (jott wil
halten, Jupter'^) enin. dieit in i»ropbetis, liin ieb den niebt .ott.^ Ist
den ein ander reehter Gott den iebV Habe ud. kein gewalt, das leii
Helffen kanV
1) Eri. A. 57, 14^»: trefflieh ungern. 2) Fortwährend, beständig. :^) Vpb
Jerem. 2:?, 2:t. Jes. 40, \)\ 45, 5; 44, s tY.
402.
fl5m Qui eontendit fidelis minister esse in relioi,Mie vel Oeeo-
nomia vel politia. habet Sathanam infensissiininn. et a ^atbana ce
tissime sunt oinnes eogitationes malae.
r-
40^.
Bistu
\d infanteni puerum. ijuem ex sinu niatris reeii>iebat, dieebat,
des Bapst fein'), ^^o bistu ia werlieh eins -ros/AMi vnd ge-
93
waltigen herren leind. Veruntaineu nos orainus, Deus auxiliator noster
est in aeternuni.-j
I) Lies feind. 2) Auf diesen Absatz seheint sieh Er). A. 5S, :u;:i zu
bi'zichen.
404.
Monaehus ^u])er latrinaiii
Non debet orare ])rinianr.'")
Deo (piod SU] na.
Tibi quod eadit intVa.
Tta jjuidani res])ondit Diabolo, Itein alius, euin voluit imponere
in s])etie suis-j. dixit. Sihe du sehoner Engel bistu Zu einer saw
worden.'^)
I) se. horaui. 2) Als der Teuf.d ihn in (lestalt einer Sau betrügen wollte.
:;) l>er erste Teil abweieliend Erl. A. 5'.". 7. Aueh ist der spätere Zusatz: J*urgo
nu'um ventrem et e(do l>eum omnipotentem" zu beaeliten. Mit dem zweiten Teile
vgl. Erl. A. 5i», :i2;i (Abs. 2).
405.
Si Krasnius credit se 'j esse Deuni. szo W(dt ieh inieh nieins
(Miristi verzevben-). den ieh doeh nieht vinb Zehen hundert tausend
gülden wolt geben.-^j
1) Se ist wohl zu tilgen. Eine alt«' Hand hat «las Wort bereits eingeklam-
m.'rt. Vgl. Erl. A.r.l, 111: Denn Erasnms ist so gewiss, dass kein (4ott ist, so
irewiss ieh bin, dass ieh (iott lobe i\\ Luther seheint zu meinen: Ieh will mieli
eluT von Christus. <ler mir so theuer ist. h)ssagen . als dass ieh glaube, dass
Erasmus au (Jott glaubt. 2) Sich verzihen mit (^eu. = Sieh lossagen von.
:\) Eri. A. r.i. |((s>
40(».
|ir>4| haldenses') inirabiles opiniones habent de Saeraniento,
(juas non ])Ossuin intelligere. Dieunt eniin. <|Uod in ]>ane et vino sit
corpus (Miristi. vere. realiter, natura, sed saeranientaliter. Sakranient-
li»di. seilieet aliciuibus in llassia-i a])]>aruisse ut puerum. aliquisS)
ut digituiii JMnninis. \ iid das neinen^j sie Sakrainentlieli.
I) Dir Waldenscr sind die bölmiisclu'n linider. aiirli spottweise naeh einem
sitti'ulosen SrhwänmT «l»'< I I. .lalirii.. Nainrns P i« a rd. Pi«- k ard m genannt. Luther
liatt.' I'>21 drn NCrkrlir mir ilimii abgi'bnM-licn . spä"ter aber wieder aufgenommen.
l.".;;i war er .uuli in drr Lrhrc v»»n! Abcndmalil nat-h neuen Erklärungen, welche
sie abgrut'lM'u hatten, mit ilinm rinverstauib-n. \'gl. Kö>tlin IL ;i<i<i. 2) Lies in
hostia.' die di'Utscln'n n^clin'dcn Erl. A. '.L •'.••: in der II «. s tic n. :;) Ali(pns
— ali«|Mibiis. II Eri. \. r,|. :,<»: d-i^ ncuncii sie.
4(17.
Maxiniilianiis') ad regem Angloruin-). Me (piidem saei)e
victus sum. Vocant invictissimum. regem (JallorumM imjdum Ohristi-
anissimum. Tc ditissimum. Hoc verum est. (jiiia terram habes bonam
et bonum .-lunim.
1) .Maximilian \. < >e>tr«M(li, deiitsclM-r KaiNcr von 14'):{ - I51<». 2) Heinrich VIII.
\on England \. I5(>!>- 1517. Nacli »piidem scheint (|ui zu fehlen. :?) Franzi, von
Frankreich von 1515-1517.
94
408.
Ich selireib nicht -cni briiMV, wem ich aber ein bnetl nr nvibe
d(M- i.ia- mich ^yo\ Wxv eimMi -ut(M» r'ivinid Haben. Iloc ' i iv-ina >lana^)
t|ii(Miue'''(lixit. Meas literas ei afferente (lUiMlam a(l.>leseente-*),
leb sehe das mieh D. M. L.M Hb hatt.->)
n Viclh'iclit ad hoc (l. li. in IW'/n- auf di»^ vorhcr^'t'hL'iuU' AcussiTunj?
•>) I utl .r s. ch !:>2.; tür di. Köni^ii. M :i r ia von rnpirn. ,1.. Srhwcsh;r ar!s \ ^ und
IV nN von o.snvi.h. die narl, .Umu Todr il.n-s (uMual.ls. '^^'^ »^ ?^^ ; -ll'
r d r Scd-u-ht iK'i Mul.nc/. su-1. diMu Kvai.ovliiun ziiwaiidtr. .pi sclhs als ^^ristUrhi'
'.n m. von virr tr.W licluMi Psalninr. Klu-nsi» sandte rr ihr nn .sonnnor loil,
Is sU: in \nf a.V arls V. als Statthalt.nn nach den Niederlanden j?m- ein Mahn-
;L > rX'fci^V^^ Küstlin II, 2:^0. ;i) C(»rdatus kann med ^^enuMn sem.
DU^er w^ Is er 1527 zun, zweiten Male naeh Tn^^arn /nruekb'krte here.ts
50 Jahre alJ. 4) Dr. Martin Lnther. :» Ahweiehend K.uM.ner I .sehr. p. -i^i.".
40*.».
Xon est mai(>r pbi-a in terra (luam uxor ni(>r(»sa, Ideu Sa lomon'j
fl55l \lieit SnI. tribus movetur terra, et ((nartum nun potest fern
Servus eiim re^-navit, Stultus satnratus pane. Odiosa enm tuent
nupta-^. Wen die laus im ^^rind sitzt, da kan niemand mit auskomeu.
Servus reg:Dans sunt nobiles. stultus rustiei.-*)
UVwvM) 21-2:;. Vnl-. per tria. 2) Hinter n n^ta .seheint das .vierte
Din-^ inVoÄlen zu sein: aneilla. e u m fuerit haeres dominae snae
7\ ?v..f.\ \hweiehend Krl \. (iL 121, in kiirz(>rer Fassung' hrl. A. ». , Ü.O,
lilit !lem ohi,el Ue^llrllt In^r ühereinstinnnend Krl. A. Ol, 1.2. Hindseil II, :U:.
410.
IHblia ist ein liueb. mit welehem (lott di(^ Welt irre maelit. At
mirum est, Deum hune librum eustodivisse. sie etiam Leelesiam
suam, sed sieut Sathan multos Sanet()S oeeidit, quos ij:-n(M-amus.
Sie proeul dulm. multos bom)S libros i^x Biloba perdidit Dens, quus
ignoramus.*)
1) Vgl. Krl. A. .">T, 2 (gegen Knde des Absatzes).
411.
Omnibus bumanis pariter ae divinis donis mundus abutitur.
412.
Kespondente (luodam tentato») leb weis nicht, wie es mir^^diet,
respondi eiro, Seid vhr auch -etautVtV O ma-num donum bapti/Jitum
Je nmufi.emini 'contin,it Turcarun, neque aliorum in idelium
lusuper amor verbi Dei ma.num donum 1 1 oh ^'^V"^'^!f'^»V^ri mn t
PA -ratias apt de Arrabone«'j. Demde ut idem imiuit ad litum^j,
Nos non iKM-seipii ut adulteri etc., .^ed c(»ns]HM-emus m Dei» vivente,
certe hoe deberet nos consolari.-^)
95
ainnii persuasioneni effi<it et alit. Nov. Lexieon Graeeo-T.at. in nov. te.stani. von
Sehlensner, vol. l, :n:5, Ptaiid, Malsehatz. Vgl. Kphes. I, 14, 2. Cor. 1, 22; .■), 5.
l) IMiiiotheiimV .'>) liis ^ArralMtne* Krl. A. :>•♦, 15.
4 1 :i.
Locuntur de futiira ])ersecutione, Sciiiius autem ex ])salnio 2,
Christum den niussens lassen bduMi. vnd <d) wir eben sterben, szo sein
wir docdi un,ii('st«»rbeii. Stirbt aber Christus. sz(» sterb ich auch mit.
Ich trost micb aber eins, (bis \'. I ). M. I. K.') sie dieit: Kji<» vivo et
vos vivetis-) .VutV den biiin ich izetautVt. drumb weis ieli keinen den
den Christum."')
I) \'erl»iini l)»'i Manet in Kteniinii («las ewige götrliehe Wort). Luther
will sieh eines andern Ausdrucks Itedieinsn statt zu sagen „dass (jrottes Wort".
Krl. A. 5s. «;»•,: (Jottes Wort hleiht ewig. Vgl. n. ILJ. 2). loh. 14, MI. :i) In weit-
läuftigerer Fassung Krl. 5s, tWl. Aehnlieh IJindseil eoll. II. :<U5, .'i(Ml.
4 1 4.
Ins])iciens (juendam tentatum') illi di.xit. Ksto bono animo. Tu
non solus tentaris. Ich bin auch einer, et iiabeo inaiora ])eccata quam
tu et ])atres tui. Mallem nie fiiissse Leonem-) et praed(uiem ([uam
(luod Christum 1:) annis sie in Missa immolavi.^^)
W
U Nach den dentsehen Tisehreden (Krl. A. 5<i, 4r.) war es Dr. Ilieronyinns
.Her. 2) Paulus. li) -l^ou^iör: (»nme, quod est in.star pignoris, (|Uod eertan,
1) Naeh Krl. A. (in, KKl war es Dr. llieronvnius Weller. 2) Kuiipler, Ilurenwirt.
:\) Vgl aueh Krl. A. 5s, Joo (Knde des 2. .\hs.). Kehenstoek II, 222. An beiden Stellen
halten die deutsehen Tisehreden fünfzehn .lahre. Dies ist wohl riehtiger, wenn man
heriieksii-htigt, dass Luthers l'riesterweihe den i5. Mai 15(»T stattfand, und seine
Sehrift de ahrogaiula Missa 1522 erschien. Aehnlieh heisst es p. :i44 d. M.
„Wo sind noeh mein sehoue tugent. da ich 15 .1 ar habe Me sse gehalten
vnd itz ehe zehen mal sterben wolt, den ein Messe halten pro
defunetis"'? Vgl. aueh Hindseil II. 2".I2.
415.
Semel territus, cum Staupicius ferret pro more ') Sacramen-
tum, |lo7| hoe ei ctmtitens-) mihi res])ondit, Non est Christus quod
te teriuit, ((uia Christus non terret sed cons^datur.-')
1) Krl. A. 5s, 14(1: da Uoetor Stanpitz zu Kisleben im l*ai)stthum. 2) Als
ieh ihm dies (dass ieh näudieh darüber er.selireekt .sei) beichtete. iJ) Vgl. auch
Krl. A. C.ii, I2!l. .\elmlich Kindseil IL 292.
410.
Maxima dona ac bona Dei cor humanuni non ])otcst ca])ere, Ideo
turbantur ])astores Lucae2>). Ita et nos saepe terremur, wen sieh (iott
vtVs fruutliehts ^^^^e^^eii vns stell-)
1) Luc. 2, \). 2) Vgl. Krl. A. 57, :{(i4.
417.
Mea i)raedicatio inanis est et similis cantanti in sylva, canit
enim arboribus, Itesonat tantum echo. Ita nos praedicamus ad ,j;'h)riam
Dei, etiamsi non secpiatur fructus. Kt cum multi blasphement, tamen
bonum est ]iro])ter ]>auc(>s Christum praedicare.')
1) Die ersten Sätze ähnlich Krl. A. 5s. »,7.
^...—^--.a-..^— .-■..r»-.
^s
96
418.
Cum primo lepsseiii haec verbii, E^^i» suni Douiiinis Di'us
tiuis») vulebantur iiiilii (»lim ridiciihi vorha esse et j.laiu; iiiaiiiM, VA
cM)o.itabain, Ev wer wil dis nielitV At nuiie sideo quid l.ee verba
veliut et hoe niiruni est onuies h«uniues haee ]uaedu-are, tarlstad.
Zwiuffel Papa, et iu eorde lioe uon sentire. Die rntteu |1.)S| beweysen
das, §i nomine Dei non abuteremur, onniia in terns inospere n()l>is
sueeederent, Abusoribus enim eedunt uninia male."-)
1) Vgl. i,.40, VAS <l. M. n. :<S4, 120. 1) Vgl. Erl. A. ..7, löi»; :.N 24(i.
Nos simplieiter idolatraeO esse vohimus. »lund item eonti-it
tempore Ezeehielis-^), propter cpiod Dens etj-ebatur .lieere, W dstu ja
ab-otter anbeten, szo bete sie in aUer teuftel nam an Aber es stellt
imeh dem e^n> sum Dominus Dens tuus dabey ^•esebnel)en. qui nemen
Dei in vanum sumserit punietur."*)
1) Lies idololatrae. 2) Ezedi. 20, :<•». :<) 2. Mos. 2(.. 7. Vgl. Krl. A. :>7, i:.o.
97
1) Aut (ItMU l{('i<listag(5 zu Augsburg l.MJd. Vgl. Seckendorf, bist. L. II,
Sfft. :n, I». 17s, Kiistliu II, 2P.», 220, 2;i(» tV., 211. 2) Lies mau. :\) Das man erneu
jede« glauluii lasse. 1) Mitteilt, diu gewi/z/ene. 5) Die Selilaelit bei Cappel, in
wrlrlitT Zwiiigli füllt, wurde am 1 1. Octoher 15:{1 geseldagen. Der Friede zwisehen
iWu k.'itliolisclu'U uud retunnirrtru Kantuueu k(uuuit ^ej^en Ende desselben .labres
zu Stau«le. Das obig«' (Jespriicb fällt daher vielleicht sehon in den Anfang des
Jahres ir»:{2. r») In abweichendrr und sehr weitsehwcifiger Form finden sieh die-
selben (iedauken Krl. A. ti(>, 2ls, 21*». Abweichend ebeufalls IVmdseil colloq. III, 2öO.
423.
Deinde dixit ad Selilaeb imliauffen '), Habt ybr ^edaneken zu
NcrkaiitVen. Kespondit ille, Itz ist mir wol, Iidi Habe mieli doeb guter
ta«^e ver\ve<c<'n -) | D'>(>| aulV enUMi, Ad (pnut Doettu', Da tbut yr aueh recht
dran, Ks sol vnd muss als/o vnser leben an (iott beugen, kompt ein
guts stmidlin, szo nemen wirs alszo mit an, komen bosze, szo nemen
wirs au(di an.*')
I) \'gl- u. i:{.{ uebst Not(? *J. 2) Mittelh. ich verwige mich e. Gen. = begebe
uiich eines Diuges, \erzichtr darauf. \'gl. Iwcin r»h)0: si liet sich des libes ver-
wegen, Müller III, Ü.tr». .{) Der erste Satz Erl. A. 00,00.
420.
Nos sumus maximi i^eeeatores, (luia. in sumnia, ncm eredimus.
Das müssen wir (;ott klagen. Et ipse quiiU'm m»vit ni^s sigmen um
eins») (luales simus. (^n>d autem simus lun-eatores. et illi qmdem
maximi Hine seimus, qm»d eun. mendaeem faeimus. sepe per intideli-
tatem ei non tidentes. (pii tamen verissime dielt. Eg<» sum dominus
de US tuus.-)
I) Bild, Ebenbihl. 2) Abweichend Erl. A. n. i:)0 ^Abs. :<).
421.
Solleu die Papisten mit gewalt ybr saeb müssen binausfuren.
szo sehen sie autt»), den sie haben eben szo W(d bar autl dem koptt
als wir.
1) In die lli>he sehen, aufachten, aufi)a>seii. Dietz p. IM.
422.
[1591 Tria uiduerunt Augustae«) admitteiv. Coniugium liberum.
Missam liberam et saerameiitum sab utra(iue spetie. Nune autem
i)ermitterent si nos veüemiis. Es mus ihk-Ii dahin kcmen. da< mag-)
einen i--liehen glauben bisz'). wie ers in scMuer gewissen|) weis zu
verantworten e(iram Dock (^u(»d si hoe „obis permittunt. nnissen wir
sie aueh autt' vhre gewissen lassen, si uolmM-unt nos setpii. Wie ha heii
die rhristen müssen thuii temp(»re Arriaiiorum .^ <^io modo l*aulus
iu perseeiitione sua a .ludeisV Et Helvetij imdie non eon-
veni<<ent->) betten sie sieh nieht droU miteinander gerautU. leb
hatte (>) sorge, es wurde den Fai)isten auch alszi) gehen Mn vero
passim oeeiderint praedieatores. szo Werdens sie sein (bu-h miub^
werdeu.''j
424.
Cardinalis Augustae'j dixit de nie, Iste f rater habet
► fiindijs oeulos, ideo et mirabiles jihantasias in eapite
pr«
habet.
I) Der (avdinal-Legat Thomas Vio von (laeta (Cajetan) in Augsburg
ir»ls. Vgl. u. :^;{^, Note O, 7. Nach Myconius, Ilist. Ref. ed. Cyprian 'M\ lautet
die .\eusseruug C'ajetans in deutscher Form: Ich mag nicht weiter mit dieser
liestii^ redeu, denu er hat tiefe Augen und wundersame S|»eculationen in seinem
Kopte. \gl. Köstlin 1,227. h'ebenst. II, 12 lässt Dr. Martin Polieh aus Meiler-
stadt Aehnliches von Luther sagen.
425.
I'otus m und US reist sieh ])ro iustieia pro]n*itt et uou vult salvari
juM* alienam, Das ist der teulVel, Dens enim aliud ordinavit, Vnseru
Adam kutzelt allein jU(>pria iustieia.
420.
lloe delict nobis esse solatio, (piod adversarij nostri loquun-
tur, scribiint et elamant adversus manit'estam veritatem, Ita saepe
e<nisolatus est nie D. Eek'), (juein vere ob hoe deberem houo-
rare magno muncre.-)
1) Dr. .lohauu Eek, eigentlich ,b)h. Maier, von seinem Geburtsorte Eck,
eiueiu Durte im Allgiiu, Eckius oder Eccius genannt, geb. M'Mi, gest. 154:i als
l'rofi'sst)r iu Ingolstadt, katludischer Theohtge, einer der heftigsten und bedeutend-
sten (Jegner der Ii«'foruiation, gewandter und meist siegreicher Disputator in allen
wichtigeren Streitfragen der Zeit auf theologisch- ethischem (4ebiete, am be-
kannlestt'u durch seine lA'ijtziger Disputation mit Luther im Jahre 1519, durch
die LanulMille ,.E\surge Domiue" gegen Luther vonj IT». .luni 1520, sowie durch
sein Auftreten aid" dem Iveiehstage zu Augsburg 15;{o. 2) Vgl. Erl. A. b*;», 412,
auch 02, bl (Abs. li), n. 40:{, liindseil coUoti. II, IK», 1,321.
98
09
427.
Papistae iiolunt resi])iseeve viid scliciiuMi sich niclit, (Iniml)
iiiaelit sie aiicli i!;ot i^iw mit -cwnlt zu soliaiidcii.')
I) Vgl. Krl. A.r.o, 2S5: Die Painstcii Jüchen it/t, «l:iss sie zu Scliaiiam vvrnlrii
und tÜrchteu ilir eigen (;ewissen.
42S.
\\CA\ Icli wil iortliin alliMii vnscrn liorni ic«>tt jMvdi-cu. eiiui
videaiii totuiu inundinu nildl nliud vidlc <|U:nn luMiiv.
420.
Dens luMiiule n-it einn papatn, (juoinndniodmn soh-t in :uidM
uestate, in M"'t sinit tontcs oxaivsceiv, als/(^ verstehen ') nllc ;:vlt'rt(Mi
im Ba])stuinl>.-)
n Wenn du- i..'s:irt riclitig ist, so stellt verserlieii nvoI.I liir versiiMl.en
- verler KM liilm, sri.Nvi.Hleu (durrl. KranUl.rit ). Vgl. MiiH. r , J. X.v \^-'\^ ^^--[
;ier Zus;u;n.ein^^^^
-- versinke selmimle siuken.l, verseige, versiege. W eigau.l II, .1-, Ml. .\.
(7> '.ir veVse '('n. Ks ist :il.er nvuIiI verseilieii o. vers.l.e vrrsiegrn v.-r-
slÄ ^nts^^^. MiilKr ll,:>,2s.;. Conl. p. ITI: versevln-n. 2) \ gl. M. A.
(1
siekern) /
00, 2(ir.. K. lil,2;;r,.
4:io.
Coiisiliinn cpiscM.iMinnu Imt, wen wir des uhmh-Iis mir l.»s/
wereii, Wi.ltiMi wir di<' plnlltM. wol hr/.wiugvn sie innsteii unl iineli
vuser id'eirtcn taut/cn.
431.
Dens servalnt suaiii linguain in torris in der selireiMVdern.')
1) Vgl. Kummer. Tiselir. p.:nr., Krl. A. .m,s|. Törst. I.r.i. P.imls. eollo.,. III. i:'.l
4:i2.
Tlieolo-i sind der kiel an den ledern, .Inristae <ler struniplV),
Wen sie aber^len ktel an der feddern-) wollen liel.alten, luMilnnt tl.eo-
logos et se i])S()H.-»)
^cil 'riiet.lo-'os lunittimt rt .liiristiis-. Ihmls. rollu.|. III, l.il g.i /. .iimiu n. '''.'•*
'VsllMe'liiM lugen sind der Kopf odrr der Ki.l von d.r I rdrr, dir .Iiiris r
HH^r der Strumpf. VVe"» i"» *''»' ^V*'' •'*'" '^•»»•*' '''['' ^'^ ^'" '''"'' '''*'•' T l
h id n d-s ist die Theologen und l'ndigrr uirl.t l.i.ren, so miiss sie .lor . ih-n
Stnuuprdt isM nnd di.se .enhu sie r<.eht Mores lehren.
433.
Anteciuani duo anni fuerint elai^si, experienniv deleetuni vir.jrnn.
Doetoruni, das man sie aus hrettern gern wnnle sehneiden, vnd aus
der erden |1G2| graben, si tantummodo possent. Man versündigt sieh
itz zu seer au (lott.»)
1) Vgl. Erl. A. «i2,:nu; r>T,2 •; :.«>, I^r,; ö!),2n ; lUnds. I,:o.;. III. i;»2: \U'U l. iss...
4:U.
Si Dens un<» anno non daret terrae lienedietioueni, quanta fieret
inter hoiiiines (|uaerela. Niine') autem eum omnia dat at'tluenter, sunt
ingratissinii.
1) Die grosse FriielitlK-irkeit des .lalires l'):?! ist bereits u. :r2S erwähnt.
435.
(Miristus gratis lu'aedieavit, vnd liat yhm d«K*li die IVumen weither
gehen lassen'), vnd hatt (h)eh einmalh geniunt/t-), Matth. 17=*) für not
oder aus armuth.^j
1) hin-, s, .{. 2) (Jemiiiit/t, (irld ges«'lil:igen. .'{) M:itth. 17,27. 4) Vgl.
Krl. A. .)S, 7»i. liiiidsi'il eolloip III, '{7.
430.
i^hioties Christus ]»ost resurreetionem sedit, edit, eonversatus est
eum apost(»lis, ita ut animadvertere potuerint, divinam maiestatem
seeum sedere, et in eo hahitare eorporaliter. lieri non ]>otuit, (|uin sae])e
(•(»gitarint. Wie haben wir vns gclialten an dem Christo wie die sehelek
vn<l bosewieht. i|uod de Petro'j dieitur fuisse e«mtristatum, ()p<u-tet
igitur id lieri i|in»d dieit, Iteruni videbo vos-) ete. Si hoc non feeisset,
Kr lu'tte die Apostel nvmermehr zu sieh gebraeiit.)
) .loh. 21. 17. 2) .loh. K;. 22. :{) Vgl. Krl. A. r>b, r.s. Förstem. u. P>. I,:i55.
137.
I'rael'eeti, Duees et alij qui sunt in of'lieijs eins'), hoe ins
habeiit. | H"»-»| <|Uod non sint privatae ]>ers«mae. Ali<K(ui wüst mau ottt
wol, wie man sieh sol gegen vhn halten.
i ) Li<'s eoriim.
4:W.
li
Si non essem') ba]>tizati, non erederemus in (Miristum, szo
es vns der teulVel wol zufrieden. Wir wollen vns aber an den Chri-
stum halten, vml s<dt der teutVel noeli szo seer auH' vns zürnen, Ubi
Christus manebit, ibi i't nos manebimiis. fert er in die helle, szo wollen
wir mit vhm taren.'^)
I) Kies csseuiiis. «t ii«»u die spät. l.it. 'rischr. 2) Vgl. Krl. A. 5S, «W.
F. I, .{:.:,. F.iiids. III,. -.2. I{. II, IIP'.
4:V.K
Hier«'mias') dixit, Ist das reeht, das der l'rum alszo ga^plagt
wird. \ nd der gottlpsz im sausse lebet.'' Kst hoe esse Deum JudieijV-j
II .h'r. 12, I. 2) .les. .{u, |s. Vgl. Krl. A. .".7, ir»l, Fr.rst. I, 117, fernem. lUU.
44(1.
Plun^s oeeasiones habeiinis gaudij (piam moeroris, Credimus
enini in Deum viventem. et Christus vivit, et nos vivemus^), Verum
innata est nobis tristieia. et Sathan i'M Spiritus tristieiae, Dens autem
Spiritus gaudij. ((iii nos servat.-)
I) .loh. n, I«». 2) Vgl. Krl. A. :.s, i;«.». Fr.rsteni. I, :i5(;.
7*
:Äa2iSäslfe*ÄiÄl:-
100
101
441.
Effo dum vivo, suiii eoliunua Pai)Jie et (let'oiisor eius, IVst
meam iiuteiu |l()4l mortem wird er ein stos/ leiilen, dc^s wird er sudi
iiieh erweren. Tum* dieeut, lletten wir it/ den Lutlier der rat len
konde, Itz ist das stundlin darinnen zu radten were, \ ml sie wollen
uieht, wen das stundlin aus ist, szo wird (lott nielit wollen.')
1) Vgl. Erl. A. OU, 211, 2ir.. Försteiu. 111, 221, llimls. lil, l'u, \U'h. II, Hi'».
442.
Pestis Oermaniae fuit is. der das erst hir -:t4»rawen liutt, Knn')
aveuam ahsumunt, et rustiei (»rdeum^j, s/o mus der roeke) wol
thewr sein.^)
1) Lies e<iui. 2) Für horclrum - (Jersto ^) Mittril. 'l<'r r-rkc
4) Ahwcicliend Kiiimiier, p. HKi Ix-i L. p. 1^;>. \ ^^1. l'-rl. A. i.o, X>,
Küggeu. 4)
44:3.
Es wird noch szo bosze werden aiitV erden, das man in allen
wiuekelu wird sclireyen, O her kom mit dem Jun-sten ta-e.')
1) Vgl. Erl. A. 57, Sl ; r.2, 21 ; r»7, 2(M, F. 1, (DJ, IV, 20s, i;. |, s:,, K. 1. IM.
444.
Me vivo fratres et eonsanp^uinei mci ini<iue a^-untmeeum
in dividenda hereditate mea, quid faeient liheris meis me
mortuoV Ich wolt das sie die m) tloren yn aller teuttel nam
behalten hetteu, Dens dat mihi ([uotannis tantum, (|Uod in-
sumo.O Me suum ministerium^ Deus nutriet, Das liatt er bis-
her an mir bewysen, Liberos meos ali.j patri eommendo, Deo,
flG5| Das sol yhr ^M'oszer schätz sein, Filius mens dives ent
cum consanguiuei mei meudicabunt, Ego ingratorum tilios-^)
eorum nutrio, ut pareutes mortuos in eis honorem, W er troin
wil sein, perdet beneficia, et deus omnem ingratitudmem et
iniuriam puniet secundum id, Et retributionem peccatorum
videbis.*)
1) Luther sagt aber p. 387 d. M.: Mca Occ..nomia uiirabilis est,
quia plus consunro .luam recipio, leh mus aller .Jar .ng.ilcleu in de
lluchen haben, alia taeeo, leh kan nu.h n ^^^1.1'^''-^'^'^^"",^,;
rlehten 2) Kummer p. :V27: ministrum suum. Lheiiso limds. 1, los Kd). ll,-i.
3 Kummer und die lat.' Tisehr. liberos ingratormn. l.ither -^'^'«»^ .|- ;-!'";; /.J
seine Neffen Andreas Polner, Fabian und Andreas K au t mann Solm. .^^^^^^
Schwestern, die er 1530 resp. 1533 in sein Haus autgeimmmen h it e, '» ;Y J;^ ;-
haben Wollte man liberos lesen, so wurden aueli Llse uiul l'^'»*;./> ^; '»*"'•!," "
gemeint se?n, die sieh ebenfalls von 1530 an in lutlu-rs Hause ^^"'l'- !-• ^^.fj ;
k'.utlin IT 4«i{ 4«U 498 4) Psalm Dl, 8. Mit obigem Absat/e vgl. die \orun
dlierten spät. Tisehr'., die jedoeh manehe Abweiehiingen, besonders in liezug aut .len
Sehluss zeigen.
445.
Praesens pecunia praeseutem De um facit contemnerc.
446.
Homo dormiens siinillimus est mortuo, Ideo eleganter finxerunt
somnum esse fratrem mortis'), Et in ipsa die ac nocte picta est iraago
vitae et moi*tis.2)
1) Vgl- llias XVI, 071 ^ninTih M ,uir Tioitnolaiv d/m xQainvoiat ifbQfo^m,
"V7nM X(U Hfcrano rWf^r//mm/r ff., Odyss. Xlll, 79: xca ro> ryjfiiywc v^tvo^ f^ni
^Xtifaooiotr fVr/nrM-, v,]roi-To^ ','ii\uuiK, ihtr/cKo ayxiora huxok. \ lelleicht „elegan-
ter antiipii finx^ 2) Vgl. Frl. A. Ol, 428, auch 57, 250. Förstern, u. B. IV, 265.
147.
(^im audissem liodie in (|Uodam monasterio moniales exutis
cueullis et abieetis boris etc. libere uti rebus et privilegijs suis, dixi
lioc mihi dicente'). \tinam omnes moniales essent tales, et seholae
iierent i]»sarum Monasteria, ipsis liberis, Nam durum est nobilibus et
])rincipibus-^) filias suas lungere imparibus maritis, Ideoque eas intru-
serunt in Monasteria.-)
I) Lies dieenti. Naeh Kummer, Tisehr. p. 293'^ war es P^- Jonas.
2) Kummer: regibus. 3) Vgl. mit dem Obigen Kummer an der cit. btelle bei
Lauterb, p. r»7.
448.
|U*)(>1 Mosi autem ordinatio optima fuit, qui solis primogenitis
regiam tunctionem concessit, reli(iuis subditis^, quod hodie serva-
tur in Oriente optima ordiiiatione.-)
1) Als abl. abs. zu fassen. 2) Vgl. Kummer p. 293i> bei Lanterb. p. 67.
449.
Qui uxori sc iungit, absque dubio bonus vir est, sed H. M.^ hoc
divin«» dono non est dignus, (Vuiiuges oportet esse bonas personas et
pacem habere in Coniugio. (Uuium est proximum Euangeho. Qui
astorgi-) sunt nee liberos curantes neque coniuges, isti homines non
sunt, sed ad minus leris simillimi.^^)
1) Haus Metzseh. Vgl. u. Ol Note, n. 334, p. 5(i7 d. M. 2) Latinisiert aus
unronyoi, liel»l<»s. Vgl. n. 22v 3) Erl. A. Ol, Hi8, 109 hat den letzten Satz also:
l)(.iiu man findet viel stiirrige, wunderliehe Eheleute, die einander feind sind
riiuteu un<l sehlagen, /ankeu und beissen sieh (!) und tragen iiiehts naeh A\ eib und
Kindern. Das siml uieht Mensehen. F. IV, 37. Aelinheher Binds. 11, 3r)4.
450.
Summa gratia est habere coniugem, cui res tuas possis
fiderc, quac mV») est filiorum etc. Kete du hast einen frumen
man, qui te diligit, lasse ein ander Keyserin sein, at tu age
gratias Deo.')
1) Mater. 2) In weitliiuftiger Form findet sich das Obige Erl. A. «1, 169,
wo es am Sehlusse heisst: .Käthe, du hast einen frommen Mann, der
(lieh lieb hat, du bist eine Kaiserin, leh danke Gott. Aber zu einem
solehem Stand gehöret eine fromme un.l gottestVirehtige Person\ Etwas weniger
weitsehweitig finden sich dieselben (Jedauken Erl. A. Ol, 214. Hier lauten die
Sehlussworte: Käthe, Du hast einen frommen Mann der D^^h heb
hat danke Gott! Dass der Gedanke, welcher der Autzeichnung des Cordatus
102
zu f4ruiKlo Yiv^t: , Seihst oinr Kaiserin k :uni sieli mit tlir niclit ver-
i^ieichen" im Verjrleirli zu dem bisher relterliet'erten der sehtJm'H' ist, kaim wohl
uic'lit zweUVlhiift sein. Fürst. IV, :;s. lÜntlseil toll, il, :<:. I, womit Conl. \).l.io stimmt.
451.
Vi viiu'Jis, iMiiu iiulicaris.') Icli wolt pTii mit nnscnii Hör (U)it
recliten, quando mihi videor ])rohi<>r esse quam ipse est, e\]uMHleiis
meam ])rolntatem et ])assi(»nem, |l(w| Kt ol) eis I>ey diesem Keiiister lis
Ideihen, ejro vineerem. So er al)er sein Ke<cistcr lierfur l)riui;t von sei-
nem leiden vnd meinen snnden, vineor.-)
1) Tsalm '>!,»'.. 2) V«?!. Kummer, l'isehr. p. :i27 hei Lauterh. p. Ih."», welcher
(Uis Ohige in ähnliehcr Form bietet.
452.
Qui aeqnitatem dilij;nnt, non dehent fn^ere ad summiim ins
Den es mns remissio ^»eeeatonnn sein, Klie man liad<lert, so! man
snmmo inri den hals hall) absteehen, et tnm posset loenm habere
aequitas.')
1) Vgl. Erl. A. Ii2, 2sl, aiieh (i2, 277, sowie ii. K«;. Fr.rstem. IV. MI.
453.
Die uovi anni enm snbita syneoin') vexarer, dixi, In-
erepet te dominns, Sathan, tn tantnm an-elns deberes esse
vitae et veritatis, t'aetus es spiritns mendaeij et mortis, et
melius habui.
1) Lies syneope, ovyxo:ii}, Ohnmaeht. (iejxi-n Knde des Jahres \W.\\ war
Luther JU'ters nieht wohl. Von einem liet'tipn Krauklu-itsanfalle am 22. .hin. I.'»:<2
crzähltVeitDietrieh(vgl.KöstlinlI,27o,r.r>0). Von«ler(»ben erwähnten plr.t/lielien Ohn-
macht am Neujahrstage des Jahres i:);i2 - denn dieses Jahr kann <h)ch wolil nur
gemeint sein — wissen wir nichts Näheres.
454.
Nee timere nee (ulire debemus tentatimies, sed dili^^ere, qnod
David teeit, ]>ostquam utilitatem tentationnm snarnm t'xpei-tns est,
Last sieh impios tnrehten, Coeleum'), Kabriim'), Marehionem-).
Hoc est, Tentatio s])iritus ad nos non pertinet, Ministri enim dei snnnis,
1) Vgl. n. 2S8, :iJ7. 2) Kurtlirst .Joachim 1. von Urandenbnrg von 1 l'J'.» 15:;5,
der bis zu seinem Tode der Ketormation feindlich gesinnt war.
455.
(pi
Vobis
)lutiim
[168] Turbieida') dixit, O mea peeeata. ('ni ejro. pro]>ono
,,..atuor Satanae et ])eeeatis obijeienda: l»a])ti/atnm et Al»s«
esse, eommunieasse^) et quotidie eateehisari verbir') Wil vns aber ten-
tatio Hin weniic wehe thun, nihil noeet, Kt tentato, <pn Denm ynlt
invoeare, Dem'wirds sawr, Qui autem Anuam») invoeat, Dem wirds
der teuftel bahl siisz machen. Es mangelt vns aUein am -lanben. «piae
una vietrix est omnium ])eeeatornm. et eum Sathana non est dispntan-
dum de lege, sed de ^ratia, alioiiui kan der bosewiehts einem aus
einer lausz ein Camel machen.*)
103
1) V"l n 4>:i \:V.\^ p. 144, 145 d. M. 2) Communicarc sc. altari, Teil nehmen
■m d Vltare = connnunizieren. Vgl. xoivonttv nri. W) xaTJiyfitn^ai (yerbo) =
iin .-(Utli.hen Worte unterrichtet werden. 4) Die heilige Anna, die Mutter der Maria.
In den letzten Jahrzehnten des Mittelalters war der St. Annen Kultus sehr ver-
breitet Die ganze Nati.ni geriet in lh>geisterung tÜr die heilige Anna, deren Ver-
rhrun.-' Mo<\esache wurde. Austiihrlich handelt darüber Kawerau m der Zeit-
sehritf des Har/.verelns f. (Jesch. u. A. p. 1^ tl'., der die Nv.chtigsten Annen-
Kir.-hen Kai)ellcn, Altäre IL in Mitteldeutschland autzählt. \ gl. auch "her den-
selben kidtus Janssen, Oesch. d. deutsch. Volkes I, (i«r2. Luther war ruher
•ils lier.-mannssohn ein grosser Verehrer der heiligen Anna, der hchutzpatronm
ler lier^Heute gi'wesen. -St. Anna, sagt er Erl. A. 1, !<'►('. war mem Ab-
.'ott Mh den Worten Jlilf. liebe St. Anna, ich will ein >lönch werden" vollzog
sich' im Sommer ir.o:. sein lebergang ins Erfurter Kloster. ^ ^:V\'' x '.f, ' li'^
Spätere wegwerfende Erteile über <lie heilige Anna hnden sich Er . A 24, JIS;
14 Ml- 4«> ;C.1> Wu- alt ist wohl, heisst es da, St. Annen Abgott." Waren sie
nicht n'eu V«»r H», 2(1, 4(» Jahren? 5) Diese drei Absätze, n. 4:)0, 451, 452 sind m
aen deutschen Tisrhreden (Erl. A. r,o, 5(i, EC.rstem. III, sl) in einen zusammengezogen
nr.t <lerl\-ber.chritUl>auiMgUeit des (;cMstes^ Dieser Absatz beg^^^^^^^^
L inen ulajrte die Ohnmacht in (Jegenwartigkeit D. M. L. also, (lass
:»r umfiel" Da sprach er 1V. Es ist nun sehr interessant zu beobach-
ten, was' dann weiter aus den Aufzeichnungen des Cordatus ge-
word<'n ist.
45().
Satan pi<»s vexat fri-idissimis arpimentis, non de contemptu
et blasphemia nominis Dei, "non de tide et Charitatc, sed inHrnui uobis
facit fintissima. mit schnepallen wirfft er vns, et tarnen üla sua
parva, pauca et licta, adeo ma-niiicat, si tide non cavemus, ut pute-
mus Kr werfte i,-antze heuscr auff vns, Summa, et ipse est et
manet calnmniator.' (,)uo<l sit') Dens ei i)ermitteret, g:ravissimis peccatis
contra primam tabtüam nos tentaret, (piae nos ferre non possemus.
Uoszes erleubt ym dot. Maioribus vexare, hunc Inmorem ei demit.^)
1) Lu's si. 2) Vgl. Erl. A. C.o, 5:5. Eürstem. Hl, 79.
457.
Si putat vexatus, minimum Satanam tortiorem esse toto [lOO]
mundo, is etiam hoe expcndat. minimum ex ant;-elis, qui non»)
custiKliunL fortiorem esse omnibus DialM^is.
1 ) Lies nos.
458.
Satan est nobis infensissimus et Pai»a. Si autem aut Satanam
aut Tapam adoraremus. essemus lilij eins dilectissimi et tieremus Car-
dinales Hoc nobis solatio esse debet, nos mm s(dos tentari ht
Petrus et Daulus tcntatl sunt, tota F.celesia i»atitur secundum diyer-
sitatt'm UKMubrorum, Inlirmi enim inlirmia, fortes tortia imtiuntur, lan-
tum furcht wir den boszewicht nicht. Ich habe sein schon ge-
wonci»)
I) Mittelh.: Wonen (uewonen). ursprünglich ,an derseJI^en Stelle sein
wohnen-. Mit dem (Jen. .bin, wenle gewohnt". Auch mit l^'^Y'^.^.^'^^^F' \f-
Daz er sich badete, als er gewiniet habete Müller 111, soo. Abweich. Bmds. III, 221.
450.
Temptatus non iun-at se summa speculantibus, sed Eccle-
siae, (luae lidem meditatur et gratiam, et quando orantes duo ex ea')
ktaM
104
105
conveniunt, audinntiir^). Hoc credant et salvi erunt, Pinro caotora qnae
ministri aiit alij ])ij teiitatis loquimtur in iioiuino Dci, liaoc nt cre-
denda sunt eit«. qiiia iiiandatuin liahcnt a Deo (•(nis(»landi et docoiuli,
Hine venit Das ein fein Diiij; ist vmb die Heielit vnd vinl) die
absolutio.^)
1) Sc. duo, qui Ecclosiae sunt, zwei die zur KirclK' j^^'liörrn. 2) Miittli. 1^,20.
3) Vgl. Erl. A. 57, 73, Försteni. I, 5U. Abwcielu'ud IJiuds. 1, 37, Ucb. 1, 21 ''.
4t)0.
[l70| Laiidate Deum in (Velis, Hbispbeniate Diaboluni in terris.
At Dens non bindatnr nisi anietnr, n«>n aniatnr, nisi benefaiMt. non
benefaeit, nisi sit ])r()i)ieins. Non est nee potest esse innpieins nisi
remittat peeeata, Nee reniittit nisi ])ropter Cbristnni.»)
1) Erl. A. 60, 161? Beuefaciat?
4G1.
Es ist ein p*os din^ Credere Deo. llaee tanien est eonsohitio
qiiod dixit, Ne timeas ]>nsille ^nex, cpiia«) ete. Ists niebt (Um- tentl'el,
das wir vns fnr ybni tnrebteu, euni i])se dieat, ne tinieaninsV'-)
l) Luc. 12, 32. 2) Abweiclicud Erl. A. 5S, 110. Fürst. II, 201.
462.
Omnes j^entes serviunt dijs snis, incpiit lliereniias'), et dili^nnt
eos, tantnm popnlus Dei veri'uon servit neque diligit Denni snnni et
verum Deum.-)
1) Jer. 2, 11. 2) Vgl. Erl. A. 61, 162. Förstern. IV, 32.
463.
Comitia An^-ustana non») sueeesserunt i)rospere, orenius ad
Deum, et similia quae seciuentur, similiter ])roeedent.
1) Jedenfalls fehlerhaft. Aueh Nviirden die fol;,'enden Worte keinen Sinn
geben Hierzu kcuuuit, dass Luther oft von den Erfolgen des Augshurger Leielis-
tages sprieht. So sagt er Erl. A. 62, s(. ,Der Iteiehstag zu Augshurg, Anno l.>:m,
ist alles Lobes werth" i^'., (i2, 81 ,l)er Keiehstag zu Augsl.urg ist mit keinrin (.elde
zu bezahlen% 62, S2 ,,Sehet an den Keiehstag zu Augshiirg, welches wahrlialtig Mie
letzte Posaun und Drommete ist vor <lem jüngsten Tage: unsere Contessioii und
Apologia ist mit grossen Ehren ans Lieht gekommen" tV. ( 'ordatus p. 1«^. 1 Meses 1 .ol),
welches Luther »lem Augsburger Keiehstage zollt, ist wohl verstilndlieh, wenn mau
besonders die Thatsaehe des feierlieheu Hekenutnisses der neuen Lehre v(»r Kaiser uml
Reich berücksichtigt. (Vgl. Luthers F.rief an (ordatus, Köstliu H, 22o.) Auch war
ia der Reichstag in so fern ein Erfolg tiir di»' Sache der Evang«'lischen, jds hmle
"1530 der Abschluss des Schmalcaldener Bundes crfi^lgte, dessen Machtstellung <len
durch die Türken bedrängten Kaiser 1531 zu neuen friedli.hen \ erhaudlungen
mit den Verbündeten nötigte, die im Sommer I5:i2 durch den Nlirnberg*'r IJeligions-
frieden einen günstigen Abschluss erhielten. Aus allen diesen Crundeu wird das
obige non zu ändern sein, und zwar in nobis. Der Fehler ist erkjärlich wegen
der Verwechslung der ähnlichcu Compendieu beider Wörter. \ gl. n. .>3o.
464.
H G.O liJitt ein grosz Deeretal g:esebribenn, vnd wils mit sieb
auflf den Reicbstag^) neraeu, [171] Ego vellem, ut Caesar eum eligeret
Papam, leb meine, er wurde den l^iseliot^en vnd Tbumpfaften^) /u-
sijreeben, M ai;untinns^) et)geretur relinquere duos einsei^patus. Er
wunU' vbn basM /.uspreeben den Lntlierus, (piia faeilius me bituri
essent Kelormatorem Dainstae ((uam illnm, et (b'cretaU^s b)niie jdus
argunnt Episeo])os quam Lntberus.'')
n Herzog (Je«>rg von Sachsen. 2) Auf dem L'eiehstage zu Worms 1521
übergab IL-rzog (Jeorg eine Leschwenlcsehrift über d'iv kirehlicheu Missbraiiche,
,li,. sieh besiMiders gegen die Aunaten und gegen den Ablass wandte. \gl.
Förstemann, Neues rrkuudenbueh 1,62 »;i; .Lmssen, (.esch. d.d. N olkes
II 1-.7 DieMT IJeichstag kann ie«bu-h schwerlieh gemeint sein, da aus den ersten
Worten hatt -eschribenu, vnd wils mit sich nehmen'' geschlossen werden
„lüsste d:iss dieselben vor 1521 von Luther gcsin'oehcn seien, also nielit v(m i or-
datus gehört sein kr.nutcn. Dagegen meint Luther w«»hl d.>n Reichstag zu Augs-
luiP«- 1530 wo (;*M>rg v'm Mit^Hi.'d der gemisehteu Commissuui war die eiiie
FincMiu"- (icr beiden LN-Iigionsparteien erzielen sollte. Vgl. Scckend<»ri, bist LH,
s'07 aifd 2 ir,. Auch die deutschen Tisehrcdeu (Erl. A. 61, 337) haben: J)oktor
M L ^a<'M«', dass II. (J. zu Sachsen für dem Keichstage zu Augsburg 1»:\0 cm
o-ross dieke Dckretal geschriebi.n^ 1f. :<) DompfatVen d. h Domgeistbclieu.
4) \lbrccht von F.raudenburg, geb. IHM», gest. IM:., /weiter Sohn des Kurtursen
loliann Ciecro von llrandenlmr-, Erzbisehof von Mainz un<l Magdeburg und Ad-
ministrator von llalberstadt. 5) IJesser, bas (basz) der jetzt veraltete tomiKirativ
zu dem Adv. wohl. i\) Vgl. die abweichende Darstellung der deutscheu 1 ischr.
Erl. A. (»1, 337. Förstern. IV, Isd. Binds. 1, 3is ähnlich.
405.
Moneb vnd Nonnen verselimeltzen vnd verseyben^), quemad-
modum nix ante solem.
I) Vgl. n. 12i).
4ti().
In sib-ntio et si>e erit fortitudo vestra'), Hiil't gedult, leidet vnd
iiotVet vnd verzweitVelt niebt in der ^ewissen."^)
1) .Tes. 30, 15. 2) Mittclh. diu gewizzene. Försteni. 11, 2is. Erl. A. 5S 132.
4()7.
Hodie mane ineipiel)at Satan meeum disi>utare de Zuinglio,
et evperiebar, eajmt repletum mm aptnm esse ad disputandum cum
Satana, sed ieiunium.M Exemi»lum: Sororem babebat Episeopus, 11 /L|
nnae tentabatur. tVatrein suum, qui adbue erat m vivis damnatnm
esse, Krater eam non potens a eogitati(»nibus suis avellere, trihus
diebns biutissime eam refeeit^, Et deinde interrogavit, (juomodo illi
sneeedereL KesjMmdit bene. Vbi jiriores eogitationes eins essent in(ini-
renti resiiondit, leb Habe ybr vergessen. Ita vos tentati, lutb eueli
gutlieb. Sem-tatores autem debent ieiunare.=*)
1) Das Fasten. 2) Liess sie sich aufs prächtigste gütlich thun. :V) Abweichende
Darstellung Erl. A. 60, 121. Förstem. III, IH2. Aehnlich IJiuds. c.Uo.i. 11, 30...
468.
Canere (qitima ars est et exereitium, Canens batt niebts zu tbun
in der weit, Non enim in foro eontentioso^ neque euriosi-^) sunt neiiue
tristes Tantores, sed omnes sollieitudines exeutiunt animis.^)
1) Lies contentiosi = streitsüchtig. 2) Dem Zusammeuhange nach wohl
eher mit wissbegierig als mit sorgfältig zu erklären. ^) \ gl. Erl. A. 62, -iOJ.
106
107
WM
Filius liominiK venit, iit snlvos tacorot iKM'cntoics, et |)m*atoivs
malmit siMiui Sathanam, proniitÜMitiMn ot vix danUMii unuin ubiilum,
et t'upiint Christiiin certo ]>r(miittciitoui et ilaiitoiu zehciinial hun-
dert tau seilt tloreii.')
1) V«--! Krl. A. 5s, 70, ss, Förstoin. I, .{ör., :an. Ein clianiktcristisclus \W\s\hv\
tür (las Vorliiiltnis, in woU-hcin die «UMitsclicn 'risclirclni si-hr ott zu »Un
ursprünj^lichcn Autzi'iclniiingcii stehen. (!)
470.
Corporalia vitia et externa ]>eeeata Dens faeile reniittit,
sed (17:^1 resisterc spiritiii et Deuni niendaeeni taecre. Da wird sieli
(Jott s])erren.')
1) Förstern I, 117, Krl. A. r,7, 152: Das kann er nicht leideu. Die deutseiien
Tisehr. aueh sonst vieliaeh ahweiehend.
471.
Ich kan niieli niehts repren viid wolt die weit rei;irenV leh
Habe aueh wol (W^tte Artikel fur-eschrieheii vnd repren wnllen.
Aber der fruin ^-ott hatt mieh in sein arsz lassen taren, vnd mein mey-
stern ist niehts worden.')
l) Vgl. Krl. A. 57, 151, 15J. K()rsteni. 1, 1 17.
472.
Si iniraris, Deum onini]u»tenteni nun etlieere. ut ninnes honiines
boniessent, Uespondetur tibi, das du hinauft's tarest, et ij.suin inte»--
ro^-es, Attainen etiain in terra videmus in (»ninilnis. «juae Dens taeit,
Deuin esse sainentein, (minipotentein et bonum.
Hoe mihi mirum esse videtur, eum homo (ut Miehel StifeP))
laborat nnhi dieere unum verbum ex Kuan-eli«». (jucmI ante Dens m
Coelo mihi dixit, Ideo bene dixerunt antiqui, Non esse respuendum
])raedieantein necpie Bapti/anteni.-)
l) Miehael Stiefel, Ani^ustinerniiMich in Ksslinj;-en, (lann evan-eliselier
l'tarrer in Koehaii hei Wittenher- si)iiter in llul/ih.rf, ehenfalls hei \\ ittenh. Nehen
M'iniT Theido-ie trieh er eifrij; inatheniatisehe Stndien. Seme IVreclinuni;- <le.s
iiin"sten Ta.^es, ih'n er auf den 10. (U'toher l.5:n, s Ihr Moririns testsetzte und
niit'seiner (UMneinde sieher erwartete, bei Köstlin 11, .IHl, :t;ii. \ ^l tordatns p. Im».
■1) Vgl. Erl. A. 57,51. F(>rstem. I, :5M.
171.
[1741 Praetiean« Theolo^-iae mus man erl'aren, vel in e\-
trema hora. Sed beati qui in vita experiuntur n. ut Turbieid.i -).
Welle r^, ej,-o.')
l) sc. i.raetieam Th. 2) Vgl. n. m, Fn«, p. 1 1 1, 1 15 d. M. :$) l>r. Hiiro-
nvnnis Weiler, Luthers i.ersönlicher Freund, früher .lunst , ilann Mudmsus der
fheoh)."ie zu Wittenherg, 15:{(i Hauslehrer hei Luther, später zu thei)h»giselien V or-
lesnntjtMi naeh Freihurg herufen, zu nnterseheidi'U von seinem IJruder, <lem nirisjen
Peter Weiler. 1) Vgl. Erl. A. 5S, S8 (letzter Abs.), Förstern. l,;JTu. Kummer p. .iJK
47r>.
Sieut fortia oportet esse ossa, (piae debent susteiitare magnam
nndem eori)oris, ita inag'uas tem])tationes Dens non imi)()nit in-
tirmis nee multas, (piia wen eytel Üeiseli da wer, noii ossa et nervi,
tiels autl ein hauHen, Ita est iii Keelesia, Ideo (|UO(iue (U'amus invieem,
VA eum im]>ossibile sit eor humanum habere et servare posse timorein
Dei Optimum thesaurum sine ('ruee'), o])tima res est tentatio, et (pii
tentationes habet, eertissime Deum habet proineium, Quid i^itur
gemimusV'^)
1) Und da es unmöglieh ist, dass das Menschenherz die Furcht vor (iott
als seinen hesten Schatz ohne Anfechtung hesitzen und hewahren kanu. 2) Vgl.
krl. A. (iu, 'Ml, luo (bis: invieem), dann Erl. A. 00, lo(>, 107. Abweichend liinds. 11,:J0L
47G.
Parens mens') rogatus a Mansfeld a (luodam yieino in
agone m(»rtis eertante, ut ad se veniret, veniens, (juid vellet,
interr(>gavit. Tum ille vertens se in leeto anum ei ostendit et
dixit. Sehet lieber Luther, wie haben sie mieh g-ehawen. Ad
(|uae adeo obstupuit i)ater et istis eogitationibus vcxatus est.
ut pene etiam ipsc moreretur.
1) Hans Luther, gest. den 2'.». Mai 1530 zu Mansfeld. Vgl. n. IIIJS.
477.
[17r)| Nota'), si tentaris, fornieatorem, (pii respondit Sat.-). non
t'eei et si feei, tamen Christus tulit jjeeeata mea et melius sentiebat
tentatus.
1) Merke dir. 2) Satanac.
47«.
Saepc ad me dixit Satan, Quid si dogma tuum eontra Papam,
Missam, Monaehos ete. falsum essetV Vnd hat mieh oft't alszt)
vbereylt'l das mir der sehweis hatt ausgedrungen.-) Cui tan-
dem res]MMidi, Vade et locpiere eum Deo, (pii iussit hune audire
(Miristum. Der Christus mus alles thun. Ideo (pii vult (Miristianus
esse, der mus (Mnistum alles lassen verantworten.')
I) Feberellen mit d. ac«'us. - jemanden im Eilen iibertrelVen, durch grössere
Eile einluden, (h'fters bei Luther. * Vgl. Fsalm 55. l(i, Prov. «;. 11. Esaias :{0, Hi,
(Jal «; 1 •' Sam. 15, iL 2) Ausdringen = herausdringen. Vgl. So di bluouien uz
dem gnlse driuiXeut, Walther 1.5. :?7. Jlatt ausgedru ngen" ältere F(.rm tur
Jst ausged^ungen^ Vgl. leh hän gedrungen \\ alther 20, /. Muller 1, •>'.».{.
:\) VgL Erl. A.5V, 70. Forst. 1, ;{5(i, liinds. 111, 151, Keb. II, 12:'.
470.
Cui Satan immittit, Christum ei non esse i)ropieium, Is men-
daeem faeitDeum, (|ui nos omnes ad (liristum remittit pro remissione
peeeat(U-um, Kt hoe respcmdeamus ei, Ktiamsi sum peeeator, tamen
Christus est iustus.')
1) VgL Erl A. 5s, 71. Förstern. I, 350.
108
109
480.
\V;il(leiises') sunt MctlMMlici, I<Um» dicinit <;r;itiaui ni)l>is cun-
tiiip:ere a De«» patre autlioritative , a filio iiKMliativc, a spiritii
saiict(» etroctivt', a iiiinistris luiuisterialiter, a Sai-rainentis
sacramentaliter, ex operibuH uieritorie.
1) Vjj:I. n. UMl.
181.
|17()| .I«)l> niaximas teiitationes balmit ab amicis suis. Die baljeii
yiiis bart p'le«;'t'), Meo dicitur-) in textu, «|Uo(l statiin patelit in 1 eapite,
Krterbuerunt autein tum maxiuie in euni, (piantb» <lixit sc seire, qund
non esset adulter, boniieida ete., sed tandem, «pianib) dixit, bn^kt nneb
im niarsze, vieit eos taeendo.
1) Fr.rsti'iu. IV, 4i:., Krl. A. (i2, 141: Dir 1i:i1ku ihm luirt /.nj^csetzt. Auch
sonst Wi'k-hen die deutschen Tischr, ab. *2) se. i<l.
iS2.
Arropvntissinia sn])erbia bypoeritaruni est, «piando sc Innniliant.
In pbariseo boe vidennis, et tanien nierda ') oblivit onmeni suani liu-
nnlitateni, euni dieit, Non sum sieuf^) ete.
1) Mit Dreck. 2) I.uc. |s, lu tY. Vj;l. Krl. A. 5«), 24S u. (il, 1 19. Hinds. T, l'.)2.
483.
Summa mendaeia summam tidem babere'), in l'aiiatu ex])erti
sumus, in (luo deus adeo uos taseinavit-), ut pali>abilibus:») mendaeijs
crederemus.
I) Diiss die grösstcn Liip;en den grössten (dauben linden. 2) Verhlendet hat.
:j) Ilandj;reitliclien.
484.
Oeeasi(» faeit ])raedieat(»rem. K'^o meas praedieationes ex
meis i])sius ])ostillis non possem eoUij^cre, leb kan inieb niebt
nnt Worten lassen binden, sententiam tamen eandeni i)raedie().') Oeeasio
alieuius personae aut ])nvatac eaussae otVerunt nnbi sententiam prae-
dieandi-'), et famuli mei olim ebari babebantur tantum, ut intem»«,^ati,
(pialis fuerim, res])ondeant et seient res]H)ndere interrnirati.
1) (lleichwohl hat meine Tredi^'t aenselhen Inhalt. 2) Fürst. 11,71, Krl. A.
5S, 244: Denn oft giebt mir meine Person oder eine sonderliclie Privatsache
Urs"aeli zu einer Predigt. Abweichen«! auch lJin<iseil colhM]. III, 10^.
485.
[177| Juniores non ita exeipiunt Kuan^-clium, ut sencs, ()ui in
])apatu sunt vexati.
Duleia (enim) non meminit, «lui non i^Mistavit amara.'j
1) Aehnlich Kummer, Tischr. 20:i'' bei Kauterb. p. (»T. In liezng auf den Vers
virl. Wander, Sprichwürter-Lexicou sub voce lUtter.
>Dintzerum et Zuin^lium, (pios andios voeant mai-tyres, et noster
Cateebismus d«nninabitur.=<)
1) sc Christ»'. 2) Psalm 110,4. Kbr. :», C; 7, 17. .'0 Vgl. Krl. A. ;>% 2:»h
«,2, 2M», «U-r ht/tc S:it/ auch Krl. A. r)S, 241. In IW'ZUg aid «lie Zi'it, in welche
ol.'ig«' Worte Luthers zu setzen sin«l, vgl. n. 422 N«»te :>. FJJrsti'm. II, UU.
•187.
Tralatio ]>r«)pbetarum erit inaestantissima post bebreani, \ nd
ist vns aueb werlieb ') sawr w«)rden, komen wir einst davon, w«dlens
w«d bleiben lassen.-)
1) Mitt«'lli warrlichc, Mittchleiitsch wrrliche ^^-- in Widirheit. Vgl. n. 4«»:;.
•») F.irst IV 4'l Krl \ «.2, i:.2: Die Propheten wohl zn verdolmetsehen iiiul zu vcv-
deutsel.en ist 'ein sehr köstlich, gross nn«l herrlieh \V«'rU, na«-h der lu'braeiseheu
Spniehe. Nieman«! hat sie erhmget. Ks ist nns aueh wahrlieh sauer worden;
kimime ich «mi Mal «hivim, ieh will sie wohl lassen bleiben ( <»rdatus Autzeieh-
nuie- kann auf verscliie«h«ne Weise «Tklärt werden. Ks kann heissen sollen:
Niiehst «1er L«'ktiire der Pr(»i»lieten im liebr. Original wird «las lebersetzen «ler-
si'lben «bis Ih'rrliehste s^•in^ Ferner: .Kine Uebersetzung «1er Propheten, «li«' sieh
en"- an «las hebra«'ische Original ansehliesst (post im Sinne von se«-undunO, wir«t
die beste sein\ Amli-rseits und di«'s seheint Luther sag«Mi zu w«)lU;n können
die obiir«'!! Wort«' be«leuten: ,M«'ine Febersetzung der Propluteu wird eine sein-
-Ute s.'in mich (|)«.st v«)n «ler Keilu'idblge gesagt) «lem hebr. Originale". Das wiinle
etwa lu'issen sollen: , Meine Uebersetzung der Propheten wird dem h«'br.
Original»' fast gleieh kommen\ D:iss Luther die Lebersi'tzung «Ut Iro-
oheten sauer gewonlen ist, hat er s«'lbst :iu«'h amb-rswo ausgesi.nK-lien. \ gl.
Kr.silin II, hin, <ils. P.indseil «-«dhMi. IL 122 1V. Alle Piophett'n ers«-hienen L) 2 m
einen. i;an«le. Im Febr. «bss. .1. arbeitete er n«H'h an «b;r V«>rre.le zu di'nse ben.
Criiciger, Aurogallus und Förster halfen «labei. Vgl. kbstlin 11, 2.)2, «.>.».
488.
In vertendo semper baue regulam serv«», ne pugiu'mus e«»idra
.-rammatieam. Kt (lui boe rcete n«)vit, a-m.seit literam dare n«)n
spiritum.')
1) Abweichend Krl. A. r>2, :]17. FJirstem. IV, 'ü'-i.
. 1
48(3.
Tu') es saeerdos in aetcrnum-). Er wil pfalV bleiben, ob die
isten sebon niebt wollen, Er bat bereit zwo scbiaebt getban, eoutrti
papisten
480.
N«m est idem opus Le^-es informare et Saeras literas. Tbei^lot^'i
ugnant e«mtra t«itam substantiam Pai^ae, Juristae |I7S1 tantum
e«mtra abusum. Christus est imnetus Matbematieus') Saerae serip-
turae, Caesar imnetus pbysieus') Le--um. Nos n«m pu-namus cum
autluiribus, sed v«dumus mutare papatum.
1) Vgl. Krk A. :»s, ls4- Ist, n. 2:i2.
4UU.
A sairitta vol: in die.') Summa buius versus est. Es sev
naebt «iderlair. Es <;ebe dir sebwart/ «>der weis. Es s«d kein not mit
dir haben. Unuuh es ii:ebe eim (Miristen w«d «»der vbel. s«d es ybm
alles eins sein, (,)uia nihil ei m.eebit. Es sebein die s«mne ludit «uler
dunekel, Vniversalis haee est e<ms«dati«i in Ime unie«) versu, Ne timeas
ab oeeulte eonsultantibus necpie e«mtra te erum]ientibus, Seeuros iios
laeit eontra tallatias bominum et vim Tyraunorum.
SjiiaMaMiiltea!— "«*'-^-^'~'-"itMt- --^-«^'^-a'?-"^^
tu
110
1) A sagitta volanto in die, Psalm 01,r). Der Kürze wej?en sind nur
die letzten Worte des Verses eitiert. Vollstiindi^^ lautet derselhe: Seuto cireuni-
dablt t»* veritas eins; noii tiinelus a tinjore ntM-tiinn», a saj,'itta volante in die etc.
Lutlier hat aher aiieli wulil die \()rlu'r<::e]ieiMlen Verse mit im Aii^^e. deren erster
.((ui iiabitat in adiiitoriu Altissimi, in proteetione Dei eoeli e«>mnM»rai>itnr" j,'ieieli
den liaiiutiredanUen des j^anzen Psalms ausdrückt. \',i,^l. aiicli Kri. A. 't\K 'i*^--
111
401.
rsiilnii et loci sori])tiirac non sunt traliondi :ul ])riv:itaiu
vitaiu, veliit l»onilin rdus ') sairittain v«>lant(Mn-) torsit ad yanaiii
^loria'iu mtHMli et moimeliali iiitcrprctatioiK', Pcrtinct cuim ad
Kcciesiaiii et rciiiissioiioiu ]>ec(*atorinn. Da lii;t (lott iiiaclit an.-')
1) liernlianl von (.'lairveaux, *^vh. \()\)\ zu Fontaines l»ei Dijon, ^'est. Iir>;5.
seit 111') Al»t des Cistercienser Klosters ('lairveaux in i'.iiricnnd. 1) l>en i'salm '.M.
;•») Darauf beruht (;(»ttes Maciit. V^i. dar an doch lit sin iiöhste Uralt
l'arzival IC.<I, :iO; 7i:t, 2; dA hu- diu gtdes kunst an im Parz. I2;{, i:^; an dem ir
trost hic hvein 211. Müller 1, '.»sr., ysT.
492.
[179| (hini (ddectuni t'uissct (Menicnti l^apac'). Kr wero ein
ImnMikind, res|M>ndit, was dran lo^^s ciini (Miristiis otiani cssrt
s])unns. Hoc cum dixissct lt:ilus (luidani »luninri M arcliitnii -),
Hat er mir sein {;nad zu entpidten et ro^avit, ut constans manerem.»)
1) \vi. n. 2P>, is:;, 174. 2) Vi^H. n. :\\s. :\) V-l Krl. A. r.l, :vi7, .Tis. Fr.rst.
IV, 17«.. Die \v<'itl:iiirrij.r«' Passuii«; der «U'Utsciien Tisciiredcn weist toi^-emleii
Zusatz auf: .,Aher D. Martinus tliat nichts iMeiisclu'n zu (;etalh'n, vertrauete
auch seinem ei-^^enen Fürsten zu Sachsen nicht, \iel weiii^^er Andern, sondern
alleine (Jott, wie das sj-höne Contitemini zeiij^ef. Khenso l'.imls. «-olhMi. 1. :{<Mi,
Keb. 1, I M>''.
40:?.
0])timum et divinum donum est Musica, <pm mult:ie tenhitiones
pelluntur, Ideo eam sunnne odit Satan vnd erliart'j ylir niclit.-)
1) Mittelh. Krharre, erlanj;«' dunh Warten, si»ilter «;ewr.hnlicli mit d. <u'n. in
.er llctleutnni;- er \\ arten. Vi::l. Luthers llricf an seinen S«»lin Ihins vom {'...limi
1. '):{<!: aber es war noch tViie, d:is die kinder nurli ui<ht ;;essi'n hatten, darumb
kündte ich des tantzes nicht «rharren. .lenens. A. *., 2»is='. 2) V^l. Erl. A.
tiu, tio, «12, M)l, auch r,2, MW), :M l. Forst. IV, M\:\. P.in«ls. II, I ir». Keb. II, 1 1;.»'.
401.
l*a])ista(* medioeres diaholos liahent, nos autem Doctores').
Uli Juristas, nos 4Mie(»lo«;os liahemus, Vnd liatt i;uten fnrtel wider
vns, (|uia ])n»i)era-) Can^ nostra ei-*) assentitur, Sed«|uidhV cum dicat.
virtus mea in inlirmitate.') Kt nisi ita Deus uns liumilinret, super-
hissimi nehulones lieremus, Icli were len«;st ein M uut/er oder Zwini;!
«:;eworden.'')
1) se. diabolos habemus, wir haben (;elehrte als Teulcl. Die Worte: ,dia-
boU>s halM'nt" und ^diabt.los habemus^ er^ünze amh im Foliccu«len. 2) l/ies
d
proi)ria. ;i) sc. diabolo. I) s«-. nobis timendum est. :.) 2. rttrinther 12, ♦.♦.
d Anfan^r «les zweiten Absatzes bis:
n Stellen wei«'hen
|).iri>ri>ii I i<<*nr ;iii riirsi iii. ^^.i. i^ii». i>iiiii>. ii. -.;f.i. ii»i>. II, I-.'*.
()) Vi:l. Frl. A. IH», r.l (Fnd«' «les ersten und Anfang «les zweii
intirnutate), IJO, |o7 (mit Ansnahnn; des ersten Satzes). An bei«lei
die späteren Tisehr. üb. Fürst. III, s:., I2u. liinds. II, 2«.n. Iteb.
405.
Contriti cordis et sjuritus sunt contrilnilati ])salm. r»!).') In
tulilms eordilms nmxima lacit sa^nentia in inlirmis et stultis l.rin*. 1-),
Sed nun sine tentatiime. Imo Jeremias:') olVensus in dei inlirmitate,
(lueritur, Deuni l<m<;ius adesse^) a n(d)is, (juasi lios]»es esset in terris.-»)
n P^alm :»1, IM. 2) 1. Corinth. 1, 2r., 27. -O .lerem. 2:{, 2:5, 21. 1) Li»'s al>-
esse. :.) V^l. Frl. A. CO, 107, auch «1«»,(H. Forst. 111, 120. irn.ds. 1I,2".M. IJeb. Il,22;i '.
400.
|1S0| Quand(> adeo frii^eo in corde, ut orare non possim, <»]>pono
eontra nie hiipietatem et *ini;Tatitudinem ad versa riorum, l»a]»ae.
|M'rdin:indi. ut iiisto nd\o iidlnmmem cor meum, ut dicere ]M>ssini,
Sanetilicetur nomeii tiiiim. Adveniat etc., et calescit ratio') mea.-)
1) Lies oratio mea (Mein ( lebet). 2) Mit Zusätzen versehen Frl. A. <iO,
iu7, l(»s. CO, til. Forst. III, 120. liinds. II, 2<M, Peb. IL 22:; '.
107.
(^lesnr coneliisit, se ]>raeceidurum, ut in omnibus terris nun
nrelur. le-atur. missetur nisi hitiiie. Kr wil dem lieben (Miristo
reden .erlueten, Kt cum omnes lin;;uas enlleat, sol er doch nur Latei-
niseli reden, Kt in psalmis dieitur, N(Ui sunt lo«|uelae') etc. (^acsar
«lieit. 4^11 latiiie lo.jueris. (niristus. Lasz mieli reden wie icli wil,
It.i sunt eontrarij. Uter su]>eralut-)V
I) Psalm P.>, 1. 2) V}?1. KumuuM-, Tisi-hr. p. :{ir. bei Lauterb. p. Isf». Frl. A.
CO. :{<M. :iuch .".7, l'.i». F.lrsteuj. IIL:t:'.2. sowie n. :.o7.
los.
Lex l'acilius cupitur a iJutione «jUMm i;ratia. Du wil der
Adam niclit an, Ideo expelleiidue sunt dispuLitiones de Le^e, (pias
pijs p:ieiiitentilms nn»vet Satun.')
1) Ab\\»'ichend Frl. .\. :.s, 2^;. FJ.rstem. IL io2.
400.
Oecnhimpadiiis') nunc etiam mortuus est-), Kr leset sie"') lein
liiii wei;-e. terreor istis exemidis, (|uae mihi delierent esse s<datio. sed
duleo f|Sl| ]M-upter Idusphemium pupistiiriim, WoImii icli wil N(m des
Cliristus willen lierlmlten <|ii:imlo vult.
n.b.hann ()ekol:imp:idius. Lehrer am Hofe des Kurliirsteu vyii der l'lal/,
Teib.ehmer :im coMo.,. zu Marbur- IVÜ), J^vst. als Pn.f zu F.ascl Fude l..:M.
•>) Sleid:iuns, Comm.'Ut. <le st.Uu reli- H rci publ. \lll 1». ic;: ..Sub huem
Noveu.brisOecolampMdiuse vita d.'cssit. Fx iuteritu Zwiu-Iij maximum animo
„ercM.erat dolorem eaque res etiam morbum :iuxissse imtatur, craut enmi ci.uuinctis-
!;imi Natus liiit annos (pi.idra-inta novem.-- :;) Zwiu-li hei am IL Uct. l;..;l lu
iler *Sclil:uht bei l'api.el. Sh'idan Vlll. It.2. (>bi-:e Worte Luthers werden wohl im
Aulanire d. .1. I.".:'.2 j;esprocheu sein.
.".00.
Jnterroi;atus, utrum miiius dmium esset i)Ui!:nare cum a(lver-
sarijs aut "iM-i^-ere p usilla nimes. respondeo. litrum(|ue «>p^"""'''
112
113
esse et neeessiiriuiu, Consolari eiiiiii piisillniiimes eertuin est iiiaius
(|ui(l<l:un esse, etinuisi ipsi (|iio(|ue iiedilictMilur e\ ]ni^\\i\ eiini advcr-
sarijs, et ntnnin|ne esse (loimin Ih'i. ut l'aulus dieit'), <|ui doeet in
doetriiia etc.-)
1) UÖMwv 12, «i ^. 2) Vj:l. KrI. A. :►♦►, l'.M», Fr.rstmi.um ii. Uiiids. Tisclir. li,
:{7;), Abwcicheinl Uimls. colloq. III, I li.
r.oi.
Aristoteles doeet e\ piiris particMiarilms uiliil se(|iii, fMiristiis
autem si(* arj;iniu'ntatur') r\ partirnlarilms. Dens est Dens viv<niMii et
est Dens Ahraliae nHntiii, Kri;o Alnaliani vivit, N'cniiii Dens iiic nun
est particnlare nee indelinitnni, sed nniv(M'saIe, Vivns est rnini tantnni
Dens, et ideni esset ae si dieeret, nuniis Plienix-), Oninis Dens.
I) M.ittli. 22, ;;2. 2) IvUvr «iiii .ir-rN ptLschni \VmMU'rvo;;rl IMuMiiix, «Umi
i;rpr:u's«'iit:mt«Mi jUt Aiitcrstrliim^- iiimI «Ics rwi«:»'!! l.rlM'iis, v<rl- IlmMlot IL 7.?,
'hicitiis Ann. VI, 2s, Tlin. \, 2, (Kid Mrt. .\ V, ;'.^»2. Dir \ rrsrliir.lrn.'n Sivj^ru iil.rr
ihn ii:it Lactan tius in stiiicin riuumix /ns:iniinrnjj:«'strllt.
rm.
Satan eonseientijs T.e'iceni ])n)])onit, et (Miristnni nt indicem,
et sie dieit, Dens odit ])eceatnres, qnia est instns, et tn es peceator,
Va'i:{) ete. Ita |1S2| prusteniit conscientiain. Wer da wol dividirn knnd
vnil si)ie(dien«), Non onines, sed inipios ]>ee('atores odit, paenitnites
anteni et intirnios peeeatores salvat, Nani dnjjlex est ])eeeatnni, sie et
instieia."-)
1) liindst'il colhMi. hitinii Hl, 221: wer do divisionrni wol ki.ntt«« et p<»ssi'
dieere, Förstni. u. Binds. III, \b\) und Er!. A. «iu, l.-.s: wer da woid divi.liri-n und
unterscheiden kr.nnte und sa-^-eii, Krl. A. r.s, 2S5: wer alsdann woid Ixiinnte (li\ i-
diren oder uuterseliei<len und saj;en. 2) Dinds. eoll. ähnücli, «lie deid.sehen Tisehr.
nnt Zusätzen versehen.
CarioiiO, ^>li»» adversarins mens, seniel ansns est in sna ])rae-
tica-) diem et annnni ])raedieere, in (pu» Lntiierns esset ereniandns,
sed dieni, in qno tantnni se potn ohrnit, nt nioreretnr, nnni-
<inani ])raedi\it.')
I) Dr. .loii. Carion, j;ch. 14'M) zu Pdetij^heini in \Vürteud»er«r, jrest. ir.:{7, Ilof-
nioehanikus des Kurtiirstt'n Joachim I. von I5raudenl»ur<,% /ii^^leicii Lelirer «ler
Matiieujatik am Hofe zu Herlin, Historiker, Mediziner und Astrül«»j;. Von seinen
Scliritten sin<l die lustoriselien die wiehti«;steu. Sein «leutseh «^esehriehener Ahriss
der Weltgeschichte, (Chnniika ir):i2 Wittenberg) wunle l.^)r)S, ir>«l(> von Melantlion
aufs neue lateinisch herausgegeljen und von Peucer l."><i2, !.")«;(; fortgesetzt. Kr er-
freute sich der gn'.ssten Verbreitung. Vgl. Allgeni. Deutsche lliogr. III, 7s| und
die <lort angegeb. Quellen. 2) Der Titel eins seim^r astrologischen Werke. :\) Vgl.
Krl. A. (i2, :<4:). Die letzte Bemerkung, dass Carion eines schiinen Tages i»lr»tzlich
am Trünke gestorben sei, ist vielhicht als ein im .lahre ir>:t7 bei der /usammen-
.stellung seines TageluH-hes gemachter Zusatz des Conlatus aufzufassen, wenn man
nicht annehmen will, dass Lurlier Obiges iil»erliaupt erst ir.:{7 nach Carions Tode
gesprochen habe, wiewcdd alle diese (Jespriiche ins .Jahr i:>:{2 zu fallen scheinen.
Vgl. n. 49!», 54s, 541», 551. Die Worte von sed diem — praedi\it fehhn in
den deutschen 'J'ischreden.
504.
Aristoteles et onines physiei tradnnt res tantnm generali
(piadani eo«?nitione, nt si M. Vitns') in prataw^) a nie videretnr,
ainnt. me videre ens'*), Si anten» et nioveretnr, diennt me aniniaH)
videre, Sin ponteni^) aeeederet, lioniineni nie videre, Ad pcn-tani antem
(Mini venisset, videreni honiineni illnni virnni esse, non innlicrein, Sed
eiini ad me venirct, videreni M. \ itnni esse, Ita ]diysiei onines res
innltis ainljjilMbns'') satis inanibns deseribnnt.
1) Vgl. n. i:i:i". 2) Hin Ort bei Wittenberg. Erl. A. (12, 420: so l)rcit
(tliesst dtT Po durch Oberitalie.n) als von Wittenberg gen Hrate ist. Lauterb.
p. 112: IJratte. .Mathesius, Pr. Hl, :<(il: So hab»'n die alten Kinwohner dieses (»rtes
d:is niichste Dorf iilier der Klbe Prata (uler Kphratta genannt tf. 3) Ein Ding.
I) Ein lebendes Wesen. 5) Vgl. n. P2«J. (i) Lies ambagibus.
505.
Cbristns vnlt inanere Saeerdos, etianisi a nnllo E])iseo])0 sit
(»rdinatns. Ordinavit enini enni Dens dieens, T\ es saeerdos in aeter-
iinin»). Das T |1S;;| vnd V ist leng:er den der stein in Ai)oealipsi -)
:i(»(» niiliaiia et jdnra liabent*) in lon^itndine.»)
D Psalm 110, I. Vgl. n. 4s:^ 2) Apoc 21, Kl: et mensns est civitatem -
per stadia dnodecim milia, et longitucb» et altitudo et latitudo eins ae(pialia sunt.
12000 Stadien sind :w»o Meih-n. .<) habet? 4) LimgitudinemV Vgl. Erl. A.
.-.s, 22; :.s, 24. Eörstein. u. li. 1,31'.».
50G.
Pfn dieb inalli an vnib den tenffel vnd vnser fleiseli, qnod
syncere mm ])ossnnins deo lidere, tanta ]>romittenti et danti, Eg(>
.Vl liiitberns nxori nieae et vohis singnlis jdiis eontido (piani (liristo,
(Mim tanieii eerto seiam, neminem vestrnm admissnrnm, nt pro me
('rn(Mlig(Metnr ete.')
I) Vgl. Erl. A. 57, 151; 5s, HiC, Förstem. u. P. 1, I Hk C^ordatus p. 2os, Pind-
seil colhMi. lat. H, 21»s, Hl, 157-, Uebenstock 11,225'.
507.
Dmnis spiritns landet Dominnm'), Erj;-o (mini liiigna et sermone
Dens ]naedieandns est et landaiidns.'^)
1) Psalm 150, C. 2) Vgl. Erl. A. 57, 150; Co, MW, F.irstem. n. B. 1, 1 M», IH,:{22,
vgl. ferntr n. 4«»5, Kummer, Ti.selir. p. :n(i bei Lanterbach p. ls5.
508.
lnterr(>ganti, cpiomodo S. Jaeobns vcnerit in Com])ostellam '),
bnie res]Mmdit, Qni faetnni sit, (jnod IS. Ajiostoli in (Termania sint
sepnlti, (Mim (Miristns tantnm babnerit \± Nani Tolose et seinilti
sunt, Mattbias nnns est, (pii et 'Freveris seimltns iaeet, Iteni
Homae"''), Et (pKMl <,-lonaiitiir de laete virpiiis MariaeV De toeno
piaesejns ('liristiV (^nod enm (piidam ])arocbns t'nratns esset ex
eistnla enidam Stationari(r*) et ei earbones ])osnisset in loenin,
ost(Misnrns in amlume pro f(KMio CarlMHies invenit, sed l'estivo inendaeio
114
clusit Sationarins»), sc reetani eistulan. n.pii ai.i.rcl.eiulissc. |1S4| hat-
enim ...mtinere^) CarlM-nes. quilMis a«sus esset Laurentu.s-. I ai t.,
me" la U n«m .n4iaii,u,s ta.itm,., sed et ..n.ni suhstanüa nos ra honorata
snntn Nunc inxta voil.uu. et miuistn.s eins ade., eontenunnit ut
f" e pcre t niiseri. Kt Im- ....Hau. ad.nittunt a.ll.ortatu.nen.. Nihil
cffil-iiiiit Visitat„res. qi.ia De.nn exs,.ec-tant Visitatorem ta.itae m^xgm-
tudiiiis.*)
1) Der bekannte \Valllal,rts,.rt S..,la«., ,li C...n,.ostella in <1^'^ «1';'»'^.;;":/^. '^.^^'J;
Christus nur zwmt- hat o;.luil>tV l)ciiH zu:i;olos3ismd ^
115
»11.
'^'v^^"iÄr.;!ini;;v;;:'::;h..^.y'^:r'n!tn:{i:r:;;;.riÄ
ro,f st U"cwr"i::t',h;lts '!r, ,le"a„cl, U. rner i-K;;;;.- UoKt, ei»-, m ...n.
Sw ,11 miter vXriiu in. -'M auf tfliihen.Un, Koste gebraten. . :) W ir f?bu,l,e.
Ä l!ä.rf h^t:;- sonaern Mten sie a,..u ii;.;^'^;;?;:;::;;:!:,^:::« t^::!;',r;!
^:v/faUVÄtha'J;^r;;^f;Ä^
Tiselir. Erl. A. 6U, 2>J2, Förstern, u. li. 111, -iau-
5U0.
Miserrima est vita. (lua.ul.. ali.,.ns vexatur al. an.i.-issiinis
ut David all Ahs..lone, Joh a sua ux..re etc. Ita a.nat.ues illi
iscrrini sunt .»artvros. Die der teulTel'» am uarrei.sevl turet.
S ulna, Vita hu.nal.a est insania. Interin. eunu eum ,.uen ,—
„uerilibis vitijs vexaiimr. luveues insauim.is ain.inlms. U (lumU
slpei älia et ilia vitia inuunt. .hniee vi.i faeti. haiuus .Maiuiuoiustae.
servi nuininorum.-)
gehen sie ;^»«,J.'\;\^,^ '!:•.. '.„.Viili)^ la gelieu sie wie .He Orhsen. Kehen-
rkM.^- IY:ule ti;:;'V^;:^ü:;-/;t; au a;^asijs suIstauMniserede«^^
sKKki n- ii ineeamt D'w «leutseluMi sowohl wu; die lateiniM-litMi
Surl'^wef^hemt berUeüensl:'!.! l;in..seil e.,ll,.„. n,.eh weitere Zusiitze.
Odio niultihxinos, l>iennn.|ne enim. cum maximii sil.i dieeie
videiitiir, mendaeia lo.iunntnr Veritas a.item sieut |,ane„rnm est. ita
iiou imiltii vcrba faeit.
[18r»| Cum Beniel in Mattlieum ineditaivr ])rae(lieationeiii ') de
inerito, hi(* iion esse nierituiii. sed in altoro seeulo. dividebani et
(U'linielmni illud, et inter orandnni totuni coneei^tuni nieuni jjerdebain,
ut nie doeeret Dens, (juod solus vellet esse praedieator, nielit wir.
Kt neijue ej;t) necjue auditcnes dit;ni erant.'-)
1) Di.' deutseli. 'l\ „wollte eine Predigt thun". " 2) Vgl. Erl. A. r>S, 4 12, F. u.
15. 11,22(1.
512.
Voeabulum nieriti est arduuni et i)en(Mib>snni. Nani enni le'.ntur,
Si vis ])erteetus esse'), ni(>\ eoncliidit nilio, Kr^o est nierituni, Ideo
li(K' vueabuliini est e.xterniinandum-), Sonst ists verlorn. Dens est
eaussa eltieiens nieriti.-*)
1) Matth r.» 21. 2) Die deutseheu Tisehr. ^Dannub s(dl man diess Wort
allzeit extenuireii, verkleinern, geringe und zu Niehte niaehen." Hiehtiger erseheint
extenuandnn». :;) Ahweiehend Kri. A. "»s, .142, Försteni. u. 15. 11,22.».
513.
l)ieentn)ns de perseentione ])otentinni Tyrannoruni respondeo,
Last disCIiristnm anj^-ebn, der nicht mit betlern kri^^en wil. sed
(Mim repbns ete. Uej^es Ass yriornm, llnbiloiiiaeetc. Die <;inj;*en d(>liin,
den solche mnssens nicht enden. (luantumcuiKiue niapii, Dixerunt
onines ])roi)hetae cimtra eos, Kt illi contra clamaverunt nt lla-
l>liaelis(V)») verba ]H-obant, Sic Tnrca nolns l'acit, Ferdinandus etc.
(i(»tts teusehenn^) ist, Ein fürst mit dem andern seblaben vnd
mit mir den Ha})st.^)
1) Lies Danielis. 2) Mittelh. tiuselie = treihe tuseh d. h. he im lieh es
Wesen, in gutem und höseni Sinne, Müller 111, läC». .i) Abweichend in Form und
Inhalt Frl. A. .')8, (iS, Förstern, u. liiuds. 1, li^A.
514.
|18()] In^n-atitudinem banc secinetnr fames verbi Dei»),
post banc current rursus ab Oriente ad DccidiMitem. a K(nna ad Cinn-
p(»stellam, (|uaerentes verbum, et non invenient.
t) Kri. A. r,T, 21, Förstern, u. 1?. 1, IT, IS: .Anno ]b'M\ am 2. Tage Deeemhris
ete D. M. Luther von dem zukünftigen Hungt;r des Wortes (;ottes\
redete
515.
Co-itationcs sind Zollfrey^^ non ]mniuntiir sieut ue(iue
ainM'tns, i>uta Civiliter, Caeterum lieus ipsarum Judex est.
1) Cieero pro Milone 2i), 70; cogitationes sunt liherae. Dies ge-
flügelte Wort fehlt hei IJiiehmann.
510.
Omnin opera Dei mundo sunt abscondita, Quis enim e\i)endet
di'-ne Matrimonium, ex (|Uo omnis ix^steritas venit mumlo, binc
ctram Oeconomia, INilitia ete. Mundus tanien') licet utilissuna siut,
116
tameii iiullain eius^) utilitateiii videt, sed taiituin iiuMuniiuKla, Sod
valeaiit Papistae, ((ui adeo inatriinoniuiu conttMiinimt, et uscjut' ad iii-
saniam scorta deijercunt'), Kj,^<> autem iiMniar ainator C(min«,-ij.^)
1) T.ics aiitoni. 2) Konim? :$) Stcrhlicli vorlicbt slii«l. 1) AbwcK-liciHl
iiiul mit viclru Zusiitzon verst'lien Krl. A. (H, lü^», Fürstciii. und 15. IV, :i*>, Uinds.
culliui. II, :UJ, KeUonstofk II, \i>0, Vgl. :uuh Erl. A. b\),'lM).
517.
Dens iioster iioii vult esse dives. Kr kunds wol besser Ilaheii
si vellet. Seilieet si veniret ad Ferdinanduiu. 1). (leor^iuiii. l*a-
])ain, dieeret ])riiu(». Tu dahis Kmm«) lloreiios aiit luorieris liae hora ete.
Omnes dieturi esseiit Ja lieher lierr. ^^ern. tantuiu vivaiii. Nunc. (i|uia
talem') uon apt, nec^ue j;rati ei sunt ])yo benetieijs. Quod |1S7| si
])areius n(djis daret dona sua, niaps p-ati essenius, velut si honiines
])rivaret suis niemhris, illuni uno i)ede, alteruni altera manu ete., et
illi ])ost aliiiuot annos redderet, «lij nun. Tum al>s(|ue dul)i(» dieturi
essent ^n-atias Deo, et eum (»raturi, (juiluis ne^aret veddere. Sed in-
sanus est Dens omnia simul i)ruhindens. velut iam faeit, (juandi» verlmm
suum ut (luoddam pelai^us nobis inundat, Artes liberales douat, lin«;uas,
o])tinii libro-j vilissimo' pretio emuntur-0, Hed ve^) ipiaviae nostrae!
Deus euim rursus manum suam elaudet et eflieiet, ut rursus menda-
tiorum pracdieatores adorabimus'»), qui nune ne^li^inius suos'») veros
niinistros.')
1) Eine solche KoUe niclit spielt vj>:l.n.:)(>. 2) Lies lil)ri. :t) Hind. e<»lh)q.
lat. I, 5, «) hat ausser anderen hier fol-cenden (»tlVnbaren Zusatz, der sieli bei Kel).
findet: Opera oninia Ovidij septem «^rossis, Verj^MIiJ quinque j^russi.s,
Terentius, Livius. riinius, Ilouierus litera Fr(>l>eniana dinn«li() ven-
dun tu r pretio. Aueh die deutschen Tisehreden ]»ieten diesen Zusatz nicht,
datiir aber viele andere. A) Lies vae. 5) Felilerhaft für adorenius oder
a«loraturi sinius. (i) Für eins sc. dei. T) N'^^1. lUnds. coli. I, 5, ti, Reben-
stock 1, -i», :i^ Erl. A. 57, I2(i, Förstern, u. F.inds. 1, '.»7. Für die Art und
Weise, wie die ursprün-^Miche Forn» der Worte Luthers durch
spätere Zusätze und Aenderungen verscliiedener Art entstellt ist,
bietet obiges colhxj. ein recht charakteristisches ReispieL
518.
Ulis qui mihi praet'eruntur faeundi praedieatores, lihenter
hune honorem tribuo neque invideo. Sed haee est eaussa laudis ii)so-
rum, (piod vul^us miratur iUos, audiens historias et exemjda, ([uae
reeensent, et verbis ludentes atifue Allep)rijs, Dorinne ieh aueh
meister bin, Sed in ai-tieulo iustilieationis nemo iudieatur t'acundus
esse, Neque po])ulus lihenter audit, Imo etiam non laudat, Cuius rci
eertum exenq)lum liabetc, quod vul<!:us dormit, (piando artie. iusti.')
praedieamus vnd heustet^, ad historias |188J autem arrij^-ent aures,
lllarum Kethores apud nos idures esse ]nito, (jui me faeundia sua
vnter die banek predij^^ten, vnd widerumb heraus.^»)
1) Articuluni iustilieationis. 2) Mittclii. huu>tcn - husten. lUc llandsclir.
hat heustet. IMesi' ansclu-lnend diah-ktische Form kann icl» nicht beleuen.
117
vnlgo: (juando illos audiunt docere historias et exempla, tunc mirantur iHos. ipialis
fuit 1». Nikolaus, qui .losua (V) et Keguni (die tleutscheu Tisehr. „die iJiiclier .Josua
und <ler Könige) praedicavit".
519.
^leritum cqjus est prcqiter (piod Christus dedit jiraemium. Et
Christus dat nobis ex ]»romisso. Sieut si ])rineeps dielt. Veni ad me
in areem, ep» <lal>o tibi looaureosO. Nie <q)us l'aeio eund«» in areem.
propter (pKul certe lloreni isti mihi non dantur, non propter meritum.
si'd ])ropter promissi(»nem.-)
I) sc. nunimos. 2) Vgl. Erl. A. oS, \:\^- .^s, .\\\\. Förstern, u. 15. 1, 107, II, 208.
520.
Numquam mihi melius ])roeedit orare. ])raedieare, seribere quam
eum iraseor, Ira enim ert'riseht mir mein gantz ^eblut, aeuit
in^enium, ])rop(dlit tentationes.')
I) Vgl. Erl. A. r)S, 12S, Förstern, u. IL 11,215, P.inds. colloq. I, \\)\.
52 1 .
Satan taeilius non •> eontemnendo vincitur, (pnnn (piod e^rej;'ie
feeit (piaedam matrona ,M aiideburiii a manibus-) noete sae])C \exata.
hie lies ein ^^ossen t'urt/ vnd saitt. Sihe TeuHel. do hab dir ein stab
vnd i;:ehe i:en IJom zu deinem ab^-ott. Kt eessavit vexator.-*)
1) Non taciliusV Vgl. Er). A .5«>, .M2 Abs. 2. 2) sc. Satanae. Oder ist vielleicht zu
lesen a «Icmonibus, was bei Cordatus •"■.rters vorkonnntV Vgl. n.;{5!». .'0 ^'gl. l'>rl.
A. :.•.». :n l: C.o, 1 1 l (der letzte S.it/.); Förstiiii. u. 15. IIL :;'.•; III, 125 (der letzte Satz),
r.iiids. coli. L 225: lU-lude rc»'itavit historiam Magdclturgcnsis matronae, quae tandem
Sathanam crcpitu ventris fiigavit. Elienso KV-benstock I, 1 IlM'. Die Historia wird
in den deutschen 'l'ischr. wcitläutlig erzählt. l>*'r Schlusssatz auch Hinds. coli.
IL ;{(>'.», IJebenst. II, 22'.H'. Das (Huge findet sich Cordatus j). 112 noch einmal in
etwas abweichender Form.
522.
|1S0| Mirari non ]»ossum, eur nune hnnlent adeo Aristotelis
philosophiam et m>n mag:is Cieeronis, viri (pii in n(\ü'otijs maxime
eonversatus est, (piod ollieia ejus testantur, quae lon«;e praestant
libris Aethieorum ') Aristotelis, h<nninis (U'iosi et abundantis
peeuniae. ■'^) Cieen» res, Aristoteles Dialeetieam traetat, Ille
pnixime aeeessit ad eoi^'nitionem multarum lerum Christianarum, (piod
testantur disputata eins de anima, de natura Dein-um ete.. (piae
Aristoteles neseivit ideo(pie lUMpie attigit ut ille, et=^) in libro IMiysi-
eorum') dis})utavit de primo motore us(pie ad implieationem sui.-^)
1) Lies Ethicorum. Vgl. n. 1 12. 2) Dieses Urteil dürfte wohl nicht zutrelTend
sein. Die späteren Tischreden ln'handcln den aruu'u Arisloteh's n«>ch schlechter.
Dl(
a) Vgl. Erl. A. 5U, P.M, Förstern, u. liin<ls. IL .'{75, P.inds. collo(|. III, 1 l.i. M.in
beachte folgende Abweichung der späteren Tischreden ,.sed haee est causa iudicij
Mill. «'I\ .-'|F,l|\|\|| II.-'\|II...\I. ■F\ll..li.,\.i. ...-•. ......... ^. .........->■ »...»..
>ie lateinischen (P.inds. colloq.) l'iigcn hinzu: otiosum asinum. die deutschen bieten :
lern uliissigen Esel ((1er (Seid und (iut und gute l'aule Tage genug hatte). ü) Auch
n .•seiuem iL I) Fugewiss, ob das Hauptwerk «les Aristoteles über die Physik: (frr,ixi)
f'(xn/>((ou, libri VIII. gemeint ist, oder «lie kleine Si-hrift .it^ot aönuor. da Luther
innersten Falle, wie i>beu. wohl in libris gesagt hätte. 5) Die si>äteren Tisch-
redeu abweichend. besoniU-rs in P.ezug auf den Schluss. Vgl.Erl. A.(>2, :U1, Förstern.
u. IL IV, 507, Biuds. coli. 11,170, Kebeust. II, 120^.
118
523.
E^o laudo AMtronomijnn et MMtlHMnaticam, quac verHautur
iu (lemonstrationihus, Astrolo^nae nihil tnl)iio.')
1) Vgl. Erl. A. 02, :U^, Förstern, u. H. IV, 574.
521.
Summa iuris est, multa tieri non debere, quue tameu facta teuciit.
Qui rem tenent, faeile locpieutes sunt'), Herum enim
(M>-:nitiouem sequitur artilieium ltM|ueu(li. Meo talluutur. i|Ui nieuirnitis
rebus student artilieio exeellere. Kj;o nullam euueiunem pnssum taeere
ex Artitieio.-)
I) Diese AVorte siml oline Zweifel eine Anspielimg auf lioratins :irs poet. :M I
Verbaiiue nrovisam rem non iiivita seqneutur.^ \ ;; I. :meli - [- ^^ ^ •' i-' '
Verstand iiiul reehter Sinn mit wenig Kunst sieh selber vor , (,oethe.
■1) Vgl. Erl. A. 51», 2S1, Förstern, u. li. 11, 4 K».
52(5.
[190| Mieb bezalt (Jott wob quod Monaebatum dissi|uivi, Nonne
enim pariter et Monaebi ad nie eurrunt, ut eos nutriamV
527.
Vrduum et ])erieulosum otiieium est majristratus, (juod oeeidere
eoi;untur l^miines, (lui vitam dare n(»n ]H»ssuntO, Ideopus-) babent
verbo Dei ex l.ejribus, lloe etiam bene est i>ro eis, quod multas babent
demonstrationes. Dem man am meisten Zut'elt et der dem Ziel
am neirsten /usebeust, WW) babet demonstrationes, Kt prineipia
favent Ma^nstratui, ut omnis für est suspendendus, leb wil tur kein
mebr bitten. 1. Sapientia Maior est. Demonstratio b»eus eommunis,
^ Intelleetus Minori») subsum])tio, probatio, bune esse turem
quod saepe et multum furatus sit et non easu, necpie neeessitate, sed
malitia, :'». Seientia eonelusio. applieatio maioris, seilieet illum esse
puniendum, 4. Trudentia quaerit dipiam poenam ex tjnuxtu Qt
moderatione, 5. Tandem sequitur ars, ipsum exereitium et modus
poenae, Das kan meister llans^) auszriebten.
I) Ein iihnliel.er (UMlanke IJinds. coli, l.iwrj: .Ks ist leieht das leben ne.nen,
aber man kan es nielit wiaergeben\ Dasselbe Förstem. n. IJ. I\ , 1M|, Frl. A.
i\\-M)\K Rebenstoekl, 147-: vita est rapienda, sed n(»n restitiienda IMe 1 Inrale
,eoguntur% .possunt^ ete. erklärlicli naeli .magistratus" als t«»li;'l<tivbegnl1. 1 er-
naeh wiedeV der Singular. 2) Lies ideo opus. :0 IlleV 4) Mmons? o) Der
Henker.
528.
[191 1 Ep) olim adeo faeundus fui, das ieb die gantz weit
zu tod wol baben') «::ewaselien, (piod nune nullo niodo possum. den
itz von einer ^autzen wiseu-) non anio verbositatem.^)
n Mittelhoehd. ich habe (haben), althi)ehd. ieh haprm, habrn. 2) Von
einer gantzen wisen = von einer ganzen Weise? Mittelh. die wise. Der f^iun
119
M-heint /u soiii - oninino (omni modo) uon amo verbositatem. Da inbu-h
m UT . IMmI (bei Fauterb. p. 111) Folgendes bietet: - - .Fgo obn. tu. ta
••.US das i-h die gantz weit wolt zw todt haben gewasehen. Fgo mm
urv^.^.i^^r^\r\. bin itziiuder aüsz den ^^-^f-;»^:;» , ;^-^;[;;';
Irh khiiudt vi.r weilen mehr van ainer blumen waschen dann itzunt
••L ,; r ira t/en wisen. Fgo iam u<m anu. verbc^sitatem. 1^, ^'«t e Spiritu
aneto brnrnUal^U: ^lli hou.ini u.ild placet (V)^ so i.t es wohl u.ögliH. dass unter jU-u
Worten ..uod lume nullo uumIo ].ossum"^ etwa li^lgeudes ausgclallen i>t ,i 1. Uuu l
or wellei. n.cr von einer blumeu wasrheu% wenn gleich Aenderungen,
VC ch - wolt haben gewaschen^ aus .ich - wol haben gewasehen
die Vermutung nahe legen,%lass auch bereits die Form wisen misverstanden wurde.
(^.idam sunt impij di«): leb mus sunden^). Si ;M;iiH non
,Hveaivm szo wird (lott zum lu-ener. ut lustibeens, 1 Iu dieli
der sebendliebeii Freiheit, quao Deum adei» delnmorat.
n I ies direutes. 1) Mittelli. irh siiuile -- Irh siiu.lige Vrid lieseh T.», ö:
ieh sli.lVs'wie dicke eiu u.au sundeu tar iV. V a t eru n se r Ilemrichs von Kn.le-
witz (hrsg. V. Flseli, l^:;«.») 27(i:.. Müller 11. Abt. 2, <.W.
5: id.
Erasmus et vultu et stvb» suo prae se fert ealhditatem Irndet
rnim Deum et reli.^iouem. et cum maxima verba bu'it de ( bristo,
Seriptura ete. sunt tarnen iVi-idissima, In mordendo spiritum habet,
ut testatur sua Moria et Julius') suus. Sind ^-ewaebsene vnd
Hiebt o-emaebte Wort, Ein gemacht inedigt IrigetM^ sieiit quando
(M.ristus ') reverenter nominat propter praebendas. W il ( bristus nielit
ein konig sein, szo sei er ein betler. Irritavit et eontutavit l apa-
tum, Nu zeuebt ers beupt aus der seblingen.')
;:.;;,^;t'is;'s;u;n;;\i;\;uVVingeiiicktding.onndno^^
IMselir uanz iilinlich, nur bieten sie noeh uuverst.iudbclier: .hu Felir» u i.st r gai
^1 tau uirhts e kann wol waselu-n, aber die Worte suid gemaeht u.e .t ge-
wasHu^': -M Fies Fbristuu.. . I, Du^ spiiteren Tisehre<leu :d.weu-he^
liutti- zum Teil uieht verstiiudlich. Vgl. Frl. A. Gl, ••»:;, l orstem. u. F. Hl, 4(»N
liiudseil collo(|. 1,272,27:?, J[ebenstock 1, F>2a.
"Ol
Nos babemus maximos eonfutatcuvs nostrae Apologitie'). V aber-)
Hcribit contra 11921 articulum iustilicatiimis. Eck') de j.otestate 1 apae
et bumanis traditionibus. (Nukleus ») contra coniugium Sacerdotum et
pro invoeatione Sanct<u-um. Voeant nune Missam Sacrilicium mvste-
;-iale, last sie bergebn. leb. ieb wil in •) die steltzen bestreten ).
Isti nebuloues omnia revoeant, Missam enim voeaveruut lustiüeatonum.
120
Satisfactorinin et plMCMtormii Sacriiiciiini, et su]»rn luodmn veiMlibile,
Et si est iiivsteriale, id est sii::iiatmir), iioii est veniiii saerilieimii, et
vul^us retraliet niaiiiun.^)
1) !:>:{(►. -2) Vj;l. n. :{J5. :0 V^l. w. VH'k \) V.ul. n. i^^. :») llinon.
(i) IW'stri'ti'ii tVir Itestritcii = l»t'kiiinpt\'ii, wiinlc in dicstin ZiisannmMilian^^«' vuwu
lUiirnm'sst'iu'ii Sinn nicht irclK'n. Die ()hi};t' Form ist daher wohl ein Si-hrrilitV-hlcr
t'lir he st riehen — bestreiehe, hrriihre streieliend, Iteriilire. „.leuiandeii »Ue Stelzen
hestreielien'' ist eine s|»rieli\vr>rtliehe Iledcnsart und heileutet so viel wie j,.len»:in-
deii deniütij^eu", Vui. Jier niae varn mit uns näeh Vraneriehe: da wirt im sin
stelzt' hestriehen wol", Willehalm von Tlrieh von den» 'riirlin (Ausir. v. Casparson,
Cassel I7S1) s2a, Jiei, solt ieh ir einem sine stelzen wol hestriehen'' Nithart
«i-_', II. Vjrl. Müller. 11,2, (U!l, der noeh nudirere Ih'ispieh' aidVdirt. Die späteren
Tischr. hahen eheidalls: ieh will ihnen die Stelzen hestreiehen. 1) Das Com-
pendium kann aueh mit si^niifieat ivum aufj;elöst wenlen, was die lat. «-olloii.
hahen, während Cord. Lesart »'in „ve rsieice 1 1 es (»pU'r" hed. würde. V;:l. Küstlin
II, ilii J>eutopter\ s) Die lat. u deutschen Tiselir. nieht ohne Zusätze. \y;l
Dinds. eolloii. 1, 14(i, Kcbcust. 1, b(» ', Erl. A. tiO, 2si>, Förstern, u. B. 111,251.
llenrieus Diix Saxouiae') 1). CJeoriA'io iVatri ironiee dixit. Kr
liruder. Es wird wunderlieh in der weit, doeli wil ieli bei der
Eatiiiiselieii messe bleiben, da man eine vmb ein j;r«»sselien
mag keuffen, den die deutzsehe i,-esteiiet-) vif X dort'fern.')
I) Vgl. n. :J7I. 2) Mittelh. gestäu = sieh stellen, zu stehen kommen auf
_ kosten. .{) Die Ifandsehr. hat nach dorffern noeh einmal dorffer. Vgl.
Erl. A. Gl, :H5, :il(;, Förstern, u. 13. IV, i'Xi.
533.
Miindus sub Pai)atu omnes praedieatores ferre |n»tnit, n(»s
autem ferre non ]M»test. Inw) neeesse est rnere mundum et praediea-
tores, Nos panpertate, i»apistae ealamitate peribunt. Stare nun potest
mundus nisi adiutns tidis (V) praedieatoribus.')
1) Aehnlieh Krl A. .VJ, 'H\:>, 2(Wi, FiJrstem. u. F.. 11, 12'.». In weitläuftiger
Fa.ssung und mit Zusätzen Krl. A. 5'.», P.)2, För.stem. u. 15. 11, üTl, IJinds. eollo(|.
lll, 113.
534.
|1031 Convenientia sunt ]»raedieanda ])ro loeis et i)ersonis,
Sient (pii(bun, «pii praedieavit, imi)inm esse, si mater lilio stio eon-
veniat') nutrieem vnd bette eitel radtspinnerin in i)an»elua sna.
((uibus aures tota bora implebat boe unieo loeo. Talis fuit, (pii prae-
eonium Matrimunij praedieavit in buspitali senibns vnd alten
weibern."^)
1) Wenn eine Mutter eine Amme für ihren Sohn suche. Die spät. Tischr.
eine Amme hielte. 2) Vgl. Erl. A. b\),'lM\, Förstern, u. IJ. 11, 12«.», Hinds.
coli. 111, W>.
Ad propaii-andum Enanp:elium snum viduit Dens Comitia
Augustana») eungregari, Den sie iiaben sieb auff diesen Keiebs-
tag verstigeuj Probayerunt publiee doetrinam nostriun. Nun aiisi
121
fuerunt n(»s aiipellare baeretieos sed sebismatieos, euni nos eos nomi-
nemus AntiCbristos et al»ominati(mem Dei, Das vrtel'-) Haben wir
bekomen. Sed mundum nibil euramus, jjropter (jueni baee non in-
eepimus, ne(pie deseremus^*), Sed proi)ter Cbristum Habe ieb das ge-
wagt, den aueb er vmb meint willen biitt etwas gewagt^) am
guten fre} tag.^)
n Vgl n. 4t>:{. 2) Die späteren Tischr. .,das (und der) vorthe i 1% was
auch Sinn gieht. ,Das Vortheih z. 15. hei Alherus, Dict. lil. Cc. I', Weigand
II \(\1\ V«.rtheil als Maskul. gehraucht n. 127, p. 17'>, als Neutrum Conlatus
p. ;M:{. ;J) sc. haec. Sinn: Auch werden wir dies (sc. Evangehum docere etc.)
um der Welt willen nicht aufgehen. Die spät. Ti.schr. nee desistemus und aut-
hr.ren. 1) Späterer Zusatz: „das gewagt heisst". 5) Vgl. Erl. A. 02, bO;
Förstem. u. K. IV, ;ir)2, Biuds. colloii. 11, 171. Ferner u. 40:5.
536.
D. Zoeb') cum legisset li'-): meos eontra Sacramentarios^),
dixit. Nune |191| Credo Lutberum spiritu saneto illunnnatum esse,
quia boe nullus Pai)istarum ])restare i^otuisset, Idem et ego sentio,
omnes l*a])istas vineerc non potuisse illos^) omnibus Canonibus, Serip-
turis suis neipic auetoritate sua, et tamen ingrati sunt. Davon ieb mit
ybm-') reden wil, wenn ieb gestorben bin, leb Habe mieb gnug
'gegen ybn erbotten in der vermanung'-), es wil aber niebts
belffen, Ad <piod D. Jonas'), eos^) dixisse Augustae, Was solt
wir radseblaicon, Ist doeb alles bercyt beseblossen, Sed post
oetiduum eos ülius libri penitus oblitos esse, Donee veniret ])salm.
2 Quare"*), 0 wie lang war vns die weile, Sed rursus levabamur
luetu nostro vestris literis, maxime allegoria de Sole luecute
et uube.*^)
1) Nach Scckendorf Dr. Laurentius Zoch, KurtTirstlicher Kat, F:rl. A. ('»1, 17, is
Erzhischöflich-Magdehurgischer Kat genannt. 2) Lies lihros. 'A) (Jemeint ist
woid besonders: „Vom Abendmahl ("hristi" (das sogen, grosse Bekenntnis vom
Abendmahl), März i:)2s. 4) sc. Sacmmentarios. :>) Lies yhn. (i) Für sich
erbieten gegen jem. hat Dietz 1, :>:)»; kein Beis]»iel. Die ältere Sprache giei>t
die Erklärung an die Hand. Mittelhochd. ich erbiute = ich strecke mich (sei es
aufwärts oder niederwärts). Vgl. Fass. ;<•.», <>:i: Si erbuten sich mit bete gegen
dem kinde, <1. h. sie streckten sich niederwärts vor dem kinde (dem Kinde zu) =-
sie neigten sich vor dem Kinde. Müller I, 1^5. Luther wird also sagen
wollen: ich bin ihnen weit genug entgegengekommen. (i) Luthers
Schrift: Vermahnung an die (ieistlichen Augsburg geschrieben von
Koburg aus, Köstlin 11, 2(>1. 7) Jonas war auf dem Reichstage mit anwesend.
s) sc. Fapistas. t») F.ine an«lere Schrift Luthers ist gemeint, ebenfalls von K(d)urg
(<>. .Iiili If).;«») aus nach Aiigsburtr hin gerichtet, das Sendschreiben an den
Erzbischof Albrecht v(»n Mainz, vt-rbunden mit einer Auslegung des
2. Fsalms. Kr.stlin 11,22.». H>) .buias hat besonders <len bekannten Briet Luthers
vom ä. Aug. ir>;{0 an «len Kanzler F.rück im Auge. Vgl. Briefe (de Wette u. S.)
IV 127, Köstlin II, 2:U. In weitläuftiger Fassung bieten <len idugeu Absatz die
deutschen Tischr. Vgl. Erl. A. Ol, 17, Is. Förstem. u. B. III, :i5:i.
537.
Instabant Pa]nstae in Comitijs«). nt assentiremur, Missam esse
landaus Saerilieium -!), AutY das sie sieb ia bebelffen muebten
mit dem wort Saerilieio, vnd sind vbel drob zu sebanden wor-
den, Verum ego libenter boe eoneessero, si et i])si velint ])ermitterc,
ut (piilibet eommuuieans Saerilieet.*^)
122
1) 15:^0 zu Auj^sbur-. Vj;l. Köstllii II, 2:n, (15s nehst ik-r »lort :l^-»•^,^ Litt
auch p.-i.-JS, 24r,. 1) Die thMitsclK-n Tisd.r. „Opfer dos L» »<'•,- N «. '_Mf • » ;.;;y ;^•
„8ae^ifi(•hlul huulis-. :;) V-1. Erl. A. r,o, 102, Fürstcm. u. II. 111, -U-, .us, l.imlb.
collo«i. I, 122, Kebciistoek 1,07.
538.
Nemo miriUMihiDci, quac nuiu«') liiint ox]H'n(lit. (iiu)nnn nuilta
iinnt eontni Papistas, Einseopus cnim TrevirensisO post o;n>iiatiiURMu
Ferdinandi^^) ex iino liaiistu \W>\ inortiius est. (iratt Krnst von
Maiisfeld») elauiavit luaxinio zelaiis, liuperatorem csne halvatorem,
Mortuus est') sine lux et erux, 8ine eontessn)ne et Mieraniento.
(iviffe V Werdenwerek*^) suhitanea niorte olnjt Auj!:ustac, Dei
sehrie, Er wolt vhm-) kri^^ wider den Luther sterben, Duetor
Matthias, (pii Erfordiac primitias suas eelehravit, ante Ula
eoniitia^), Nam Erffordenses tria eins seorta et ipsuni in Eaeunar )
trahentes, ipso vidente eonspureaverunt, et niaerore eontabeseeus eodeni
anno mortuus est.»^)
n 15r> Vd Note 5. 2) Kichard von Greiteiielau, Kr/hisehof von Trier,
Luther von Wonnser Ueiehstaf.'e her sehr wolil hekaiint. Köstlin 1, In IL Leber
iehinls Tod herielitet Sleidunus VllL L'»»'. Lol-endes: Martio mense (U.n)
Ä e ita liehardus Arehiepiseopus Trevirensis. Map.a tuerat eius mter
Wee o es auetoritas, propter usnn» rerun, et studiun, lihertatjs. \«"^";;'»;«;{;* ;
fuit, et ex domesticis «luidam tormentis ideo s.ihieetus ^ »Jt t id n»
c c onstantia sua perleuluni evasit. Iliernaeh sehe.nl der ^rz •'«*•;- ;^ "
,rm-s eines idJU/lielien Todes j^^estorhen /u sein. .; In. . amiar l.>. />'^' .*» ^^/■
sr en Ti"ehr.^ talseh „naeh <h«r Krimun^^ Kaiser C'aroLs" ^''^ ,Y'' <^^""^Wl" U
10s eoronatiinie.n Ferdinandi^ \) (iraf Ernst v.M. Ma..stehl Sohn Alhreehts
d " AeUe^en vo,. der katholischen Linie der (; raten von M. »>- -'»l^ '^---;i;!^
soll er 15:{0 hein. Kin/i.-e Kaiser Carls in A..j,'shur- -etha.. halben. ..) I...i2. «•) In d» n
d . tse he, Tisehr. fehlt^ler Na...e, <lie lat. .,C-<....es de Wertte,.her,'k ... ^V•^*i^'". !"r|;^
O hierunter ein (iraf von Wiirte...herj? m verstehen ist, sehe.nt n,.r zwe telha t
/ i sc n Wilrt<M..l»er- ist hereits seit IIU5 nicht mehr (iratschatt so..dern lle /(»^-
u... \ucl lat der Herzog LlHc-h von Wiirte...her- jrar ..icht als IJe.chsstand a..t
r ." l^^eh^^^^^^^^^^^ zu A..^^.lM,r;^ anwesend sein kr.nneu, weil er se.t i:>r. wej?e.. Land-
•riedensh uches von Land V.nd Leuten vertrieben war, wiihre..d se... II.rzo^Mu.n
u'üer östreichischer Verwalt,.n- stand. Vielleicht ist - und dara.d scheinen d.e
esirten W und Werdeuwerek hinz.ideuten - '"M^^ (.rjUsc halt
\vt rdenherL^ in der n?,rdlichen Schweiz z,. de..ken. Ein (Jrat H..dolt von W crden-
hcrjr kä.npft r4(»ö an der Spitze der App.Mizeller sie-reich ^'ciren d.e ostre.ch.scl.en
ler/öX n.nlat..s erzählt p. M\ Aehnliches. llicT wird desselben (4rate.. w.ederun.
.".«dacht 'mit den Worten: praeteritis annis .unnes m.sere mort..os ^^^'s^S M«;>
^. t^ nan^s Wuti s,.nt de E,.ani..li.>, (iratV von Wertenwm-k, (iratl ^u >bu.stv d,
CHnt/ellarius Trevcrcnsis Caspar (lies Caesar) PHuj; etc. .) l ur ..... ^ s) sc . but.
inriat Tischr bi,tcn^ Doctor Matthias, tilh.s llennin^Mj. l)a....t .st w.d.l e.n
S.d.n des Dr. Ilennin- (Jode ^'eu.eint, eh.er .ler an^'esehensten .h.risten m hrturt,
.et IMO Lehrer der Rechtswissenschaft in Wittenherj,^ «.) L.es lupanar. I Me
deutsehen Tisehr. Muhmenhaus, die lat. richti- h.panar. KO Es ..st ^voUl.das all
IViO -emeint. V4?l. Note s, wo .ante illa co...itia^ mit „noch v.)r.i.>ne.n Keichsta-e
zu erklilrrsein wird. Der Keic-hsta," zu A..,'sb..r^" wir.l an. 2... .h.n. L>:m en>trne .
Die sDilteren Tisehr. weichen inhaltlich un.l tormell v.eltach v.m de... ..b.^'eu Ab-
s^itze ab Das Einzelne anzu-ehen, wUnle zu weit f.ihren. N..r e.ns .....j?e erwähnt
sen- Die lat. Ti.schr.Mle.. Hin.lseil eollo.i. I, K.s, Rebenst.u.k L vV. haben h.nter
salvatore... fol-enden Zusatz (bei lieb, j^anz lateinisch): importun.« . .cens cu...
a idiret canere psal...um „Ein fest., burck ist ..nser -otf etc. Ich w.el <he lu.rck
Ifen v.'rschiesse.. vnn.l wil wi<ler de.. Luther i.. .1.«.,. kr..-j;e ersterben ll.c u
trid..o n.ortims repertus est. Dieselben (;eda..ken hat <'<'nlat..s p. 2.2 .n ab-
weichender Form und ohne die W.^rte „vnnd wil whUt - ersterben'; als selb-
ständigen Vbs. Diese vindieicrt Cord, dem (irafcu von ^\ erdeuwerek, wahreud die
123
lat Tisehr über .Ih-sen nur F(»l-.'n.les berichten: C.Miies .le Werttcber^^k (Werden-
burjr), insipiis adversarius, Augustae in c.n..icijs subitanea morte per.jt. \ jj;1.
sehliesslieh Erl. A. (iu, :;27, .{28, Förstern, u. B. 111, 282.
539.
Impij rident nos, quod omnia seripturac eredimus, Papa Cle-
mens') (iieit, Christum manscrenr-) esse, (piia vir^-o i)ariens est
meretrix, Das ist der whalen-0 glauben») von der sehriltt, Et
dieunt, Sollen wir Gott allein vertrawen, weren wir die
ermsten leute vnd künden nymcrmehr frolieh werden, et hoe
dieunt, Couseientiam esse nuilam bestiam, quod faeiat liomincm starc
adversus sc iiisum."^)
1) Vi?l n WVA. 2) Interessant ist die Lesart der deutsehen Tisehr.
Christus wird bleiben iL" (!) aus mansere.n esse entstanden. D.e lat. 1 .sehr,
richti-: ...ansere... esse. Augenschei..lich verstan.l man das >\ ort n.el.t mehr.
M:inser .nler mauzer -- sp..ri..s, n.dh.is, e seorto nat.is. Du ( an^', ^-loss 11,4-.».
•t) Mitteil. Der W:dch, Fremdländischer, bes.m.lers ein Romane, h.er 1 tal.ener.
Wei'-and IL losr,. 4) Dieser Satz Erl. A. <ii), i'.H. Fr.rste.u. u. IL 111, 2;..). .») \ jTl.
Frl A r,2, 42".», Förstern, u. IL IV, (iTs, IJinds. cdl.».,. I,:{T1, Rebenst. 1, l'.L»'. Die
späteren Tisehr. verbimh'.. ...it .h«... .»bi-en Abs. die <5^'^^'1'»^*^'\^' ;^^^;...V'\^- r
n. 2;>s erzählt, welche ausser.len. noch Erl. A. (iO, 27b, lörstem. u. 1>. 111, IM), binds.
coli. 11,4, Kebeiistoek II, T2»> abweichend und gekürzt steht.
54E
Papistae et Anabaptistae doeent siditariam vitam, et si «piis
vult salvus tieri. so sey er i^-ern allein dieunt Werd ein Niklas-
bruder»), quod plane puirnat eontra ]»rimam et 2 tabulam, Dens enim
in 1 i)raeeei)to exigens lidem et timorem vult in 2"», ut et liee publiee
i.raedieentur et laudentur eoram liominibus, eertc non in an-ulis. Ita
seeunda tabula doeet omnibus ])r()ximis benefaeiendum esse, (piod
doeere eertc est ass(.eietatem doeere'^), non segregationem. Item pui^niat
etiam eontra Coniu-ium. Oeeonomiam. P(ditiam, (piae soeietatem reqm-
runt, non latebras! Et CMiristi vita omnino soeialis fuit et numquam
siditaria, nisi eum oraret, etiamsi simillima esset seditioni, Lontinuo
enim eurrebat vulpis vnd wolt vmb ybn sein, Valcant ergo di):
Bleib gern allein, szo blei])t dein Hertz rcin.^)
1) D. h. Volksvertr.hrer. Von einer Sekte .ler Nikolaiten ist Ai.ocal. 2 die
Rede. Hier sh.d die Wiedertäufer gemeint, die a.ich Nvohl ^artenl»rii.ler
-enannt wer.len. Viell.Mclit denkt Luther bei .le..i Nan.en ,N.klasbru.l.;r a.ich
an einen beriih.nten Einsi.'dler, den P.ruder NMc..laus v.m ,r.>ssenste.n, a .ch
Nicolaus v<m .ler Fl.ihe genannt, der 14.s in .ler ScI.nvc.z ^^^^^V ' '^^/^f^ilV,^ T ""^^^
dai..als weit verbreit.'t waren. LutluT gab sie selbst mit e.ner \ ,.rr.M le >• -^^.^1 ;^^^^^^^^
2) Ein.ual ist d.M-ere w.dd zu streichen. /M L.es d.centes 1) AbNNe. hn.d
Erl V. (i(S 105, Förstern, u. B. 111. 104, Bindsed eolloq. 1, 13b, llebeustoek 1, d^.
124
r,i2.
107| V^tIjji Christi sunt oftiiMcissiina. Iliiljcn iiciid vnd tusse,
et (»xcodiint oiimia iMinsilin. nstuciam v\ pnuliMitiam SaimMitiuni. et eon-
f'midit') illa-) verhis et senteutijs siinplieissiniis, iit niliil n(>s ])raestare
])(>ssemus seil evadere \), veliit ^reddite, (|uae sunt C'aesaris**, iioii ])n)-
iiiheiis neqiie praecipieiis (iiu(M|uain, Coiieliidit tarnen eos^) ipsoruiii
verhis (jimin dieit, lial>t yiir den keiser szu einreissen lassen,
das yhr sein nuintz haben inust, szo ^eht yhni (jund eins est/')
1) sc. Cliristus. 2) sc. oiunia consilia, astiic. et priul. ii) Die dcutsclicii
'ris«'lirtMlcii: ^so dass sie (die IMiarisaeer) aucli nirj^eiid aus wiissteii"', die lat. „Ciiristiis
sapientiam riiarisaeonmi coiifiitat, das sie iiierireiit aiiss wusclieii (V)" und , Christ,
sap. l'iiar. cont"., ut rationeni evadendi lu-sciaiit. I) Mattli. 22, 21. l)ie spät,
'l'ischr. conviiicit und bescli leusst. Conchulere im Sinne von „in «lie Kn^c
treihen"'. 5) Abweieliend Krl. A. 57, 72; oJS, 150, Förstern, u. 1>. I, 4ir>, 117, lÜnd-
seil collo«!. I, 11, Kebeustück I, t>'\
543.
Mundiis non eredit necpie annoseit thesaurnni I)ei ahseon<litnin,
Nee ]M»test persiiaderi, aneilhini ohcdienteni, Servnni lideliter hihoran-
iv\\\ et niuliereni |»arienteni ]naestare Monaehuni oranteni, ((iii tanimn
in hirvas suas speetat, illi autein in praeeeptuni et ordinationem l)ei.
544.
leh wolt der teuft'el fnrt den oljen /nin liansze hinaus,
der allein herr und \virtt im hausz ist, wen er ein weih hatt,
et repetunt (V) hune in eorona niultorum ('(»niu«;:atornni, deinde, leh
sihe aher noeii keinen der dis Creutz von sich sehluhe.
545.
[19S| Ahsolon, lili nii.*) lluius (\intiei Conipositio per oninia
representat atVeetus lu^entis et sin,:;ultus ostendit et niaxinias trihu-
lationes, ([uas hahiiit ille S. Kex-), (piae onines eins proinissiunes-*)
ehseurahant, VA tantuni duas trihus hahchat ]>er oeto annos. Kaetns^)
rex in Israel, Iit eonspiratio in cum, Ahsohni oeeidit Amnion-^) fra-
treni, filia'') ojjpriniitnr a tratre, seandala niere trapea, (piac cum
eoi^ere potuernnt ad penitudinein") vitae, inio et inaluin esse*),
leh hette vnserin Herr ^ott nieht ein solchen puff") ausge-
standen, Ita sc vita habet üinniuni ])atriareharuin, ((uoruni exenipla
i^-ratiani et ju'oniissioneni '") obscurant (piani ])roni(>vent, Es ^ilt hie
festhalten.")
1) 2. S;un. 1*n, :{;t. 2) Sanctus oder sanctissinius. :\) Im i)assiven Sinn zu
fassen: „alle dic^ ihm (David) <::en>acliten Verlieissunjren", Lies postciuam lactus
rex etc, 5) 2, Sam. Li, II, 2'.», «•) Tliamar, 7) I'enitudo =-- paenitentia. Du (arnje
lll, ;{(>*>. Uebriji^ens wird das Wort hei Nonius p. l.')2, .'<(> aus I'acuvius an}::etulirt.
>) sc. vitam maluni (ein Uehel) esse, !>) Tut' (luit) = Sclda«;, Stoss, eijjentlieli
ein ,,Sehlaj]^ aut {\vn aufici'blaseneu Hacken"', Weiland II, lul. In) \avs majris
oder plus obscurant. " 11) V<ri, Krl, A. (iu, lu2, auch (i2. Ml, i:ni; (»1,151, :n7,
Förstern, u, U, 111, 117, Uindseil collo.i. II, 2^^, Rel»enst«K-k II, 22ut'. Kummer p, 25s.
Die spät Tischreden haben n«'l>en mancben andern .\b\veicbuuj::en noch folj^enden
bcdcüklicheu Zusatz, den Cordatus nicht hat: Ut si mihi M. Luthero talis
125
casus c(>ntinj?eret, quod mens Ilans filius matrem vitiarot, fratrem occi-
deret, in nie conspiraret, desperarem et dicerem, nu' ouiuiuui hominum misor-
rinium' (das.selbe in deutscher Form Erl, A. u, Förstem. u, 15.). Keb. Jedoch
sororem v., Kunuuer filiam v,
540.
Loquentibus de discriniini ') i>raedieatoruni, isti illuin. alij
aliuin idacere, dieenduni est, Ditlerentiani esse in ])raedicat()ribus et
auditoribus, lino'-) diversa secpii iudicia, At Eisleben^O tlit*it, 1^^"
teuffei für den we^^), der» besser macht, den er kan.')
1) Lies discrimine. 2) I^-itur? :\) Johann A^rici.la, j^^eb. 1 l<r2 zu
Klsleben, ^^est. I5r.(i als ()berholprcdi}jrcr und (Jeneralsuperintendeut «ler kurmark
zu Ih'rlin, Fr ist der Trheber des antinomischen Streites im Jahre 15:17, 1) Die
späteren Tischr, „der Teufel iTdire den \vef,% der es besser macht denn er
kann'' oder .,d<'r TeulVcl tVire den \ve^% der besser macht denn er kann", 5) Vj;*!,
Erl, A, 5«», 1«»2, Förstern, u. !>, II, :{74, liindseil colhxp III, 11:5.
547.
[100] E«;() cum evi^nlans et amidius dormire non ]>otens, ])er
tinnitnm aurium mearum. saepe videor audire Cami)anas') zu
llal, Leipzick, Erflord. Wittember^, Et copto. Da mustu ein
papaxismum-j leiden, et hoc saei)e niutat Dens ])arvo seciuente
somno.
1) Campana = tintinnaludum aereum, (pio Occidentales Latiui utuntur ad
populum in Ecclesiam convocan«lum. Du Cauj^e I, 7ss. 2) FaroxismumV
548.
In die Vincentis') hora 9 vidi i<;neum j;l(d)um volutari de Coeh).
Dens det eventum bonuni.
1) Den 22. Febr. (\v<»hl 15:r2, siehe die lol^C. Absätze).
549.
Multorum semina ') est mundum staturum (3 tausent annos, et
restarent a 15;VJ: 400 anni"^), Sed Dens hebt an zu Kumoren, iino
s])erandum est, cum abbreviaturum tem])us. sicut Lex M(»si ante ela])-
sum tempus data erat, Hoc enim decennium videtur quasi novum
seculum. ln«;entes enim liunt mutationes, Dai)a mit (piotannis. et omnia
mutantur. Es kan nicht lan^' bestehen, nisi tiat novus ]>a]»atus.
Ideo s])iritualiter vi<,nlandum est tide et cor])oraliter Inma c(mversatione.
ut inveniatur^O l>J»i''»ti- l*<>^tea non erit oi)US viplia.^)
I) Lies sententia. 2) Als unabhän^-i-;er Satz «.n'tasst, „und scmiit würden
noch übri^^ bleiben'' IV. Vjrl, n, 55(K c<.uversatio hier vivendi ratio. Du ('anf;-e
1. i:52;<, :i) Lies Inveniamur, 4) Aliweichendllinil. colhKj, I, s5, Keb. I, isi».
550.
Deum vix decimam ]»artem hominum salvare. siirnificatum ') est
in Decimis Mosi |200|, Mundus enim jK'ssimus est et (piis credidisset
inter n(»stros. tantam mai;nitudinem'^) fore Euanij:elijy «)
1) Das ("ompeudium kann auch mit sijiuatum aurj;-ch">st werden, 2) Lies
inirratitndinem, vj?l. n. 5(is, Notes. ;i) \.rl. Erl. A, 57, 151, Förstem. u. li. 1, ll'.>.
126
551.
Philippi M.») Coni])utati(» de extremo iiidicio liaeo est, Oeto
iubileos") fuisse us(iue ad adveutuni Christi, qm taeiiint KMMr«), ab
eins iiativitate uuiie sunt 15:^2, Ita immdiiin durasse 5010 ») ainu^s.
Kestare adliiie 4(H) et aliiiuot auni.^)
1) rhilii)i)i MelaiitlKHiis. 2) Ein Jiibil:UMun ))c'i «Umi .IiuUmi — 50 .lahre.
:i) sc. aiinos. Ilicnuich würde also octo^inta iiil)ileos zu lesen sein. 4) hh'Xl'^
5) Lies annos. Wenn die Dauer der Welt (vj,^l. n. hAW) zu r.ouu .laliren anj^eniumnen
wird, so würden naeli Mel. liereelinnufi; von t5:ri an noeh IC.s .lalire bis zum l'nter-
»!;anj^'e der Welt übrij,^ bleiben, der dann im .lalire iooo n. (Mir. (;. eintreten würde.
Melantbons Vorliebe tVir Astronomie und Astndo'^^ie ist bekannt. Vj^l. Krl. A.
(•»2 ;{-21 t^'. Ki»stlin II, r)2r). Uebrijrens daelite Luther im Jalire L'»:r2 (»fters an »Ut
Welt Ende. Vj;l. Ki'»stlin II, 2UU (am E.). Vgl. mit dem t)l)igen Abs. Biuds.
colKxi. I, 5:^5.
Papistae uon taiitum iion serio servant sua, sed etiam i)er
risuin et eonteiiiptuin, (lueinadiiKKluni (inidaiu Saeerd(>s inaiie i>ro lioris
suis sem])er dixit Alphabetum, dieens, Domine Dens, ex bis
elementis oninia verba eomponuntur, tu i^^itur ex eis elige
oratiouem, quae tibi i)laeet.>)
1) Dieser Abs. tindet sieh bei liinds. eollo(]. I, 4:M (ebenso aueb Kelu'nstoek
1, 2:i2'') in folgender abweieh. Form: Ita (juidam saeerd(»s lüger eum luiras eano-
nieas orare vellet, in dies pronuneiavit alphabetum. einuliulens: Domine Drus,
aeeii)e has literas et eompone tibi horas eauonieas. Man kann uieht leu^nien, dass
Cordatus Aufzeichnung jedenfalls den (bedanken in frischerer und ursprünglieherer
Form giebt.
553.
Saeramentavij detrabentes auetoritatem Ministroruni dieunt,
Esto, ])er ilhi verba bat Saeranientuni, Deo ipsa') dieente, (pionuKb»
autem liet boniine iUa dieente V^)
1) sc. verba. 2) Vgl. Erl. A. 59, IbL Förstern, u. li. 2, 'MW). Abweichend liinds,
colloq. I, 23, 24, Kebenst. I, 13 b.
554.
[20l| Tbeoloj^i speeuUitive indieante') de Caussis divinis,
sinds teutfels, Tbeob>pa est ]>raetiea, non sj>ecubitiva, Zwiu'.^lius
batt sein lewenta^,^ niebt anders ^-e«::leubt, den Cbristus sey
in Coena spiritualiter, id est s])eeulative, Oninis ars, Oeeononiia et
politia speeubitiva est perdita. Der sein reebnun^^ in der band
niaebt^), ist speeubitivus, Sieut fuit Cbristan^) (ioltselnnit^) mit
seiner Druekerey, A qua si eum non possum avcrtere, non
serviam ei ultra.^)
1) Lies iudieantes. 2) Die deutsehen Tisehr. „wenn man im Handel
die Rechnung macht, wie viel er des Jahres tragen und Nützung bringen miige".
127
Müller! S*^:? 4) Christian Düring, genannt Goldschmidt errichtete mit dem
be nnt'en Maler l.ucas Kranach eine Dn.ckerey in NV ttenberg Vgl- l-»rs em.
5 lll,2sr. N<,te. Auch sonst wird (;oldschmidt erwidmt Vgl. 1>>"; ^ ;';»'V;i;
14 i; uxori Christiani (i olttschmidtt", de Wette u. Seidemann (l.r.) 1 »i
libellum,' .luem imprimemlum dedisti Aurifabro nostro auMstiano-. o) le
s ii eren Tis.l.r. weichen von der Darstellung des (\)rda us san.tlich ab De
deXhen sin.l sehr weitschweitig, <lie lat. erzählen die (^esch.clite nut (.oldschund
.!e auer. Alles Einzelne, nauientlich die vielen Zusätze anzuiuhreu, wurde zu we t
führen Vgl. Erl. A. 59, ISl, 182, Förstern, u. B. II, 3(K5, Bmdsed collo(i. l, 24, Ueben-
stock I, Li'i^.
555.
Quod Itali. Tureae, Tartari, llispani, Oalli noyerunt boe
item <»ptinie seiunt Fueker') vnd die franekfurdisebe Mest-)
nempe (lermanos, Holiemos et Polonos omnia eimsumere mit
l'ressen vnd mit sauften.
1) Die Fugger in Augsburg. 2) Die Frankfurtische Messe. 3) Ab-
weichend Erl. A. «2'^ 407, Förstern, u. 15. IV, (;5s.
556.
Oinn-tet me ire eubitum et servare dietam'), quam mibi ]n-ae-
serii)serunt die beiligen veter, die Mediei, ([ui et me aeeusant eis
immori;;erum esse.'-)
1) Lies diaetam = Lebensweise, Diät. 2) Rindseil eoHo.i. I, 9i;? Im-
morigerus, vgl. n. 134, 3nL
557.
I^O'^l Cum faseijs') eireumvolverent infantem suum, dixit,
Sebrcy fluebs vnd were dieb, Ipse Papa etiam me li^^averat, sed
sidutus'^ sum rursus a vineulis eius.
1) Mit Windeln.
558.
Qui sunt Tbeologi, perseverent et non desperent ])roi)ter inp'a-
titudinem, (piia futurum est in triennio, das sie ein Tbcob.-um ^1 Elen
aus der erden wurden «,Maben.')
n Vgl. Erl. A. 59, ISO, Förstem. u. R 11,3(19, auch Erl A :,9,241, l'^'Y'''!!'
u B. 11,411, Erl. A. 57,22, Förstem. u. 15. I, is, ierner n. 433 u. Lmdsed c.dL
111, 132, Erl. A. Ü2, 339, Förstem. u. II. IV, 595.
559.
Coniu-ium a (^immibus imdiibitum est Saeerd(»tibus, et
(^ivili le-e addita ])(»ena. ut ab (d'lieii» susi)end;nitur et baut aiei.
Valeant"ii;itur Tyrnimi separantes ») tales et oeeidentes. suspendentes
vel ad minus exturbantes reponibus.-)
1) Nän.lich von Weib und Kind. 2) Vgl. Erl A. .i1,29U,291, Förstem.
u. 15. IV, 144, liimlseil colhMi. II, 35s, Rebenst. 11,100'-.
liandumg, v> are u.) ist von iiauo nngcn-nci. »> cij^.vim 1, m»i. x »»nunur. ii..-..»ii
scheint die ursi»rüngliche zu sein. Luther wird sagen wollen: Wer bei einem (Jo-
scbäfte den voraussichtlichen (lewinn an den Fingern v<)rher berechiu;t, i\vr ist tV.
3) Christan = Christian. Vgl. der Kristaene oder der Kristeu = der Christ.
560.
Summa. CNu.iu-ium Saeerd(»ti permittitur iure Civili, sed
addita iMKMia suspensi(»nis, post (iuam sunt hberi eius baeredes. quia est
128
extvii officinni , Aber wir ninsaen herlialtcn, qiiia Lex dicit, ,Qui-
enii<|ne teiitaverit Moiiinlein, lit reus (•j\]>itis'*, Voyyo l'oinerainis') Iure
Civiii suspeiuleiulus \'2^):\\ esset ab oftieio, Sed (iiüa Ins illiid non est
exeeutuiii, liberi eins Iure sunt baeredes^) sed non facto, Tapatus non
potest Stare, staute coniu^io saeerdotuin.^)
1) Dr. .Toliaim PiUjj^cMlKiji'cn, •rcnaimt l^oincninus, jj;(^I». 1-1^1 (?) zu Wollin,
\i)T.\ St;ulti)tarn'r in Wittcnhrrjr, luMlcutcnd :ils ( )r^^:iins;itor .'iwf kirrliiiclicui (ichit'tc
in iH'iitschhiiul und im Ansl:ui(U', l.">:{<> (JcncralsiiiHTiiitcndcnt des Kiirkrciscs, j^cst.
15r)H. 2) Die späteren Tiselir. lialx'n Folj^endt's: „und weil er inxli im Amt ist,
so sind sie zn Keelit, aber nielit mit der 'IMiat, d«'s Krhes entsetzt und iiielit fliliij;''.
Ks wäre, dann, wohl weni<;er rielitif,', zu lesen: exliaeredes. :{) Al»\vei<liend
Krl. A. (il, 2*11, 2U2, Förstem. u. li. IV, 145, IJindseil eollotj. 11, Xi% lielienstock
11,107».
5(>1.
ra])a^) optinie eavit sibi, (piando lep:es Caesaris subieeit suis
Canonil)Us, ne (piid seilieet statuat ad versus euni, Iloe tarnen eavere
non ]>otest, ne Canones sui i])suni ]>rae oninibus in terra nia^is ini-
])U^nent. l{ip>reni enim (-anonuni nemo minus t'erre ]M>test (|uam rapa'-^),
Iloe autem eallidissime teeit, (juauib» ])ersuasit muncb», se esse su]>ra
seripturani, seilieet ut ne Dens (piidem ali(iuid änderet eontra eum.
vnd da hatt er ^ewunucn. Cum autem nos sentiamus, eum sub
seri])tura esse, Do li^t er doniden^), (ierson*) tribus libris seribit,
eum seripturae subieetum, Kr batts szo ^rob ^emaeiit'»), ut etiam
iudieio rationis ])ossit iudieari.'»)
1) Die deutselien Tisehr.: der Tapst ist der «grausamste Tyrann, die lat.
„Et Pj.pa erudelissinius Tyraimns". 2) Die deutselieu Tiselir.: 'der Pai)st und
seine (xeselnn i erten. * :{) Deutsehe Tisehr.: Da liej^t er daniedc-r im Dreek.
4) .lohann Charlier von (lerson (einem Ortt^ bei Uheims), D(»etor Chrisfianissimus,
iai»5 Kanzler der Universität Taris, pd). i:i(i;{, ^vsi. 142!» in Lyon. Kr war der
entsehiedenste Verfeehter der Idee, «lass ein alljrenu'ines Coneil über tlem Papste
stehe. T)) Deutsehe Tisehr.: Aber der tolle Ksel, der Papst, hats so ^n-ob «,'e-
niaeht. Die lat. „ille insensatus asinus ])apa ete. 0) (Janz abweichend Krl. A.
«1,2U1 Abs. 2. FJirstem. u. IJ. IV, 144, Hinds. eidhMj. II, :{5\ Kebenst. 11, PW;»'.
502.
Cbristus ex Antitbesi arf!:umentatur, (piando dieit'), Qui ex Deu
est, verbum audit Vos non ex ete.
1) Job. s, 47.
5(33.
[204] Melior est tristieia sinritus ((uam seeuritas mundi. Et
duj)lex est tentatio eonseientiam vexans, Satan enim ])nmo vexat
nos mendatio, (piando nos iustificat(>s lidc aeeusat peeeati, (Nn*pus autem
tentat luunieidio, Tristieia eori)US (»eeidit, Seeuritate eonseientiam pnta,
([uod in se est. Dorn» nemo ali«|nan) tentationem sibi eli^at, Si autem
venerit, ])aeiatur illam, et faeiat'j sibi ])lurimum proCuturam.-)
Die deutseli. Tisehr. „so leide er si«' und wiss<>, die l:it. 'i'isehr. ,.patiatur
illam et seiat. 2) Abweichend Krl. A. ('»(i, sc, Förstem. u. P>. III, H».), P.indseil
e()lhM[. II, 2«)1, Kebenstoek II,22:{''.
129
504.
Ex omnibus teutationibus oi)ortet nos experientia diseere, Sa-
tan am mendaeio et bomieidio (»eeidere. Spiritu tristieiae invidet
nobis «.^audiiim eiuiseientiae ex tide, Mendaeium eins ol)stat veritati
Ciiristi, Xoeb wird er C brist um vom bimel niebt b erunter
reissen"), Quod si t'eeerit, wil ieb mieli au den neusten bäum
beneken.-)
I) Die spät. Tisehr. „Aber sei «getrost und stark im Herrn; es wird besser
werden! Wird man uns Christum aus dem Himmel herunter stossen" oder „sed
fortis estt», Ks wirdt besser werden, wan er Christum winlt vom hiemel w issen OO»
so IV. (Uebenst. ,,sed tortis esto, meliora senties, si Christum de eoelo
rapuerit). 2) Krhebüch abweichend Krl. A. (io, sT. Förstem. u. P. 111, lOÖ,
P»indseil eollo(i. II, 2*>5, Kebenst. 11, 22:i''. V^l. auch Krl. A. 5b, 120, Purstem,
u. P>. 1, :{*>^. Krl. A. «io, 171, Förstem. u. P. Hl, Kis.
505.
Dieenti'). ^'^i' ^v<>lt lieber die <?rosten kranckbeit leiden
(piam baue suam tentationem eonseientiae, Kespondit, Darnaeb die
kranekbeit sein. Nam ad (luemeuncpie morbum aeeedit imi)aeientia.
|2H5| Da bebt sieb des teull'els freude, (piodJob eonti«i,it primum
Ijaeientissimum'-^), ('um autem dieeret in eorde suo, Deus iraseitur, Da
ward es ybni sawr. et blaspbemans dieebat, (lot ist nymerBarni-
bertziJ,^ ipiod est dieere, Deus naturam suam mutavit, Si autem non
mutat naturam, nee miserieors esse eessat.^)
1) Nach den lat. Tisehr. war es Dr. Ilieronymus Weller. V^l. p. 174 d. M.
2) Lies pacientissimo. :J) Abweichend Krl. A. 00, s7, Förstern, u. B. HI, 105,
älmlich Pin«ls. eollo«i. Il,2«i:>, Kcbeustoek 11,22;{>\ Krl. A. 00, 171, Förstem. n.P. HI, Kis.
500.
Deum fiuem faeere omnis tentationis, Ego testis sum, euius
eor])US tristieia adeo vexatum est ante deeeunium, ut vix spi-
ritum traberem, Katio buius') est, (^uod deus voeat ea, (juae non
sunt, Ita nie solum luetando et seribendo liberavit-j, Solum dieo, quia
(piaeeuufiue *) aeeessissem eonsolationem relaturus, omnes respon-
debant ieb weis sein niebt. Solus non est. (pii tentatur, quod psal-
terium indieat, Dixi in exeessu^j ete. Da findet man tentationes
])uta in psalmo, Ego singulis noetibus expertus sum liune versum''),
Eavalu) ])er singulas noetes. nee tamen praevalet Satan, quia er batt
sieb an Cbristo verbrent.*»)
1) Zu erwarten wäre: huius rei. 2) Die deutsch. Tisehr. „tröstet mich Gott
wiederum!) durch seine lieben Knj^^el mit Kämpfen und Schreiben^ die
lat. Tisehr. .,me e«>ntirmavit suis anj!;elis luetando et seribendo^ Zu der oV»ij;-eu
Lesart liberavit er^^änze omni tentatione. :i) QuoscmniueV 4) Psalm
110, II: Ich spracli in meinem Zaj^en tV. 5) Psalm 0,7. r.) Ganz abweichend Krl. A.
(►0 SS, Förstem. n.P. 111, loo, Pinds. colkxi. 11, 2«>0, Kebenst. II, 22:i''. \g\. lerner
Krl. A. 00, lOs, Förstem. u. B. 111, 121. Krl. A. 00, 171, Förstem. u. P. HI, lOS.
507.
Tristieia spiritus est ipsa eonseientia, quam i])sam paeieus^)
parturit extremum diem, Cum autem parturiamus illum |2H«)) i)nq)ter
130
Cliristmu. nmi perihiimis. Dcmi'^) Satluni liat Christum ii(k*1i nicht
vcr(liiin])t. Et talis tontatus nun sentit tcntationos rorporis. ]Hita
seortati(»nis. Solche kleine tent'fels i>arteken"*) hai>en do nicht zu
schatten, sed att'ectus iniiiediunt hona npera. Scortator enini non
studet.«)
I) sc. (Mmsck'iitiu. 2) Lies Der. ü) V^l. n. iriC. 1) Ciui/ :il»\vi'lc'lu'iul
^Lrl. A. üu, los, |(»!j, Förstern, ii. li. 111, 121, irnuls. c-ollo(|. II, 2Ur,, IJclM-nst. II, "221=».
Erl
568.
Ludens cum infantc dixit. Ach o])tinia Dei
rustici non sunt dii;ni. sie sollen sew hahen.i)
1) Vgl. Erl. A. 57,275, Förstem. u. B. 1,212.
Iienedictio. ([ua
Anno 17 in die oninium sanctoruni ince]>i ]>rimum scriliere
contra Papani et indul.üentias. Anno IS exciunniunicahar.
Anno 19 dis]>utal)ani Lii)siae contra Ecciuni.»)
1) liiiulscil colloii. 111, 2(il: uiiiio 1517 in t'csto oinninin saiictonmi priimuu
coopi contra papatuni scrihcrc contra in«liilji:<'ntias. 1^ cxconmiunicaUar. !«♦ ilispu-
tabani. V^l. auch n. 172. :v.i^. :U;{,:M4, i». :<:{o, :U2 «l. M.
r,7i).
Ilbi est Caput Melanc(>licumij. il)i Diaholus hahet suuni
balnenm. Tali non convenit ieiunus stoniachus aut vita s<ditaria.
iluc ])ertinet exeniplum de Sor<n-e K])iscopi s: — *•')
1) Lies Melancliolicnni. 2) K|.isc(.|.i Sa! /iMirjrcnsisV V-1. Iliiulscil
colloq. IL -im, KclK'nst. IL 224 '. ferner n. l»17, Frl. A. «i(i, 121, Förstern u. W. IIL i:v2,
Hinds. coUoq. II, '^15.
(iersus») optime vidit. das wir sein wie verlorne Schafte.
2f)7| cum soli sumus. Ideo dixit (Miristum suani Caenam institnisse in
Communiimem. Is (Jerson solus scripsit de tentatione sjuritus. ajij
onmes tantum de Corporalihus scri])serunt. Nemo ex omnihus alijs.
neciue Aui;-ustinus-), Hernha rdus:»), Scotus^). Tlioinas-') etc. scrij>sit
de i)usvllamitate') s]nritus iiisi ille. Wilhelmus Parisiensis -) etiani
ali(|uid scrii>sitN. Schcdastici autem Doctores ne«|ue ad Catechismi
co^nitionem pervenerunt.'*)
1) niese Form könnte aiicli aus (J ersoii iis entstanden sein. l>u(ii ImtCor-
(latn.s »«ewr.lnilicli (ierson. V;il. u. 5(iL «'Immisu uImu /eile :t ..ita (lerson solus".
\V]. aucli n. 572, sowie p. 25:i d. M. 2) Vf^l- n. i^. '■^) V^^'- '•• »•»•• >) .loliannes
Duns Scotus. Frauciskaner, <;-el». um 1275, Ductor sul»tilis, Lelirer der Scliolastik /ai
Oxford, Paris und Kidn, jjest. l-ios. h) lliomas von A«|uin<», hoctor anj^elieus,
Dominikaner, d.r j^rösste aller Sdiulastiker, jrel». 1221 /u A.juiiio in Calalnien.
o-est. 1271. ti) Lies piisillan im i ta t e. 7) NViliielm von Auver^:ne ((!uil. Alver-
nus), seit 122^ IJisciiof vmu Paris, desliall» Farisirnsis ^^-nanut. -rest. 121^. Sclirieb
„de 'tentntiouil»iis-\ worauf Lutlu'r hindeutet. ^) sc. d«- pusiilainmiiate spiritus.
i)ie lat. Tischr. ..Wilheluius Par. etiaui de Iimc tentatione sensit", hie deutscln'n
Tisclir. „Willi. I'ar. hat auch etwas \on diesen sreistiiclnn Anfeelituu<cen «^elÜhlt.
«.») Die spiU. Tischr. mit nn-hreren Zusiitzeu. Vjri. Frl. A. ♦i2, 121, Förstem. und 1].
IV, :UM, Hindseil colh^i. II, 2«»7, Kehenst. 11.221''.
131
572.
(ierson solus sub Pa])a constdatus est conscientias dicens. Ach
es inus nicht alles ein todsunde sein, (piod tit contra Pa])ain,
Den') ein sche]>lir-) nicht an haben, horas^^) nicht beten etc. Et
ali(|Uot liberavit a des])cratione. t'uit vir «»ptimus. Nee tanien eo i)er-
venit, ut considaretur Christianos per Christum et i)romissiones, Kon
tulit Le.irem. sed extenuavit dicens. Ach es nius nicht alles szo
hart sund sein.-*)
1) Den = als, nicht allein nach (Jomparativeu, sowie nach_ Witrtern
verneinenden Sinnes, sondi'rn auch tVir tum und tunc, praeter, nisi, endlich
tür nam und enim. Dietz I, :iH7. 2) .MittellL der scheplaer, 14^2
der schepi»ler (von „scapulare") ^- das Schulterkleid des Ordens^'cistliclu'n.
\Vei«<an«l IL 5:{:{, Schmeller III. .i75, Müller II, Abt. 2, S7. V}i:l. „dem waer vil bezzer
daz er waer in einem wähle ein klösenaer denn daz er treit einen seheplaer
Ivenuer <i^4l. ■^) Die sit'lH'u „horae canonicae" nach Psalm llll, KU: „Ich lobe
dich des Taj^ces siebenmal". 4) Abweichend Erl. A. (12, 121. 122; r,(>,ss,sO, Förstem.
u. P. I\'. :i!tl; III, lue. Pindseil colloij. II, 2!J7, Rebenstock II, 224i'.
57:1
Si cont'ero Mosern et Christum, So stost Christus dem vasz
seinen liodem aus et dicit. Nc sit tun tidueia in Mose, sed in
Christo. |2d8| IJistu nicht t'rom, so bin ich from. Et haec est ars
Christianorum a meo'j i)eccato transilire ad (^iristi iustieiam, qiiae
adeo certe mea est at(|ue hoc corpus nieuin. Lebe ich, szo lebe ich
in yhm, Sterb ich, szo t'are ich auftyhn dohin, In hunc sum
bap'tizatus, Hunc sumo in Sacramento. Tn i])sum Catechisor^), Er
nim]>t sich vnser an. non») illi contidanius. Miror autem, nie haue
scientiam non discere, Omnes autem discipulos meos eam ad
un^'uem'j teuere.^)
1) Für suo nut P.ezu<]: auf das Folj;-eiMle. 2) V«'!. n. 455. 3) Lies modo
— wenn wir ihm nur 1V. Der Fehler rührt vor der ^'erwechselunJ^ der j;-leichen
(\nnpendien .,n" und „m" her. 4) Ad oder in un^uem {ehon/a oder t:t' orv/oSi
— bis auf die Najjelprobe (von den P.ildhauern j:esa};t. die die Glätte ihrer Arbeit
zuletzt mit dem Najrel prüften) d.h. auf das (ienaueste. Nach anderen ist
„die Naj^elprobe" di*' Probe eines völll-i- ausj^etrunkeiuMi (Hases oder liechers,
worin so weniji' jreblieben sein nuiss, dass es als Tropfen auf den Finjicrnaj^el j;'e-
trnpft stehen bleiitt. w«>v«m in Franken die Kedensart ..auf ein Nii.uleiu trinken".
Il.insins. Wörterb. d. «leutsch. Spr. 111. 5^5. Vjil. auch Weiland II, 18S.
Schmeller, P.air. W. II.»l^5. Letzli-re Sitte wird bereits in der II oftrin k o rd nuni;-
des KurlVirsten Christian II. v. Sachsen von Hill erwiihnt. 5) Erheblich ab-
Wi'ichend Erl. A. (i2. 122; «in, s«». Förstem. u. F.. \\ . :<U1, :;U5, III, 107; Pindseil
ci.lhM|. IL2;»7, Kelu-nst. IL 224 >•, 225=», auch Erl. A. 5s, l(»2, Förstem. n. IL 11,195.
574.
Im]mdentissinunn vitiuni est et fallacia Sathanae niaxima. nos
ma<;is lidere hominibus (piam Deo. Ich versehe mich mehr «-uts
zu ^meiner kethaM vnd euch allen den zu Christo, cum tarnen
sciam neminem talia pn» me tecisse. (pialia ille. Et cum tanta mihi
tecerit. maiiis euin timeo (piam anutV Statim dum dico. Ja ich bin
ein armer sunder. Mox res]Mm(let Christtis. Imo i)ro te mortuus
sum. Ideo te baptizavi. ideo te «pKdidie doceo. <^biam ])acienter tiderit
9*
132
crassos mores Apostoloruiu et-) elementissinie vi\»M-it nun t-is, no))is
pervideiulum est. Christus. iMmiparatiis ad oinues natura eleinentissi-
mus, solus tarnen a^-nus est illi leones. Quod summa arte sua Demun
[•>()01 invertit, severum ludieem ex clementissniK» Christi» taeiens. lu
autem hoe seito, Christum non esse, qui terret, sed Satan est. \Uh'
mihi erede ut huiuenti Deo, Spiritus enim sanetus h(»mini huiuitur per
h(»minem sine revehitiime, INnueranus iuiprovisis verhis me saepe
eonsohitus est, ((uae et hodie nnhi sunt sidatic. Ita spiritus sanetus
nobis improvise lo(iuentil)us homines doeet et consuhitur.')
n V«--! 11. 50G: „E-o M. Luthcrns vxori uieae et vobis siii^iilis plus (•outiiU.
(luani Christ) etc." Mittel!., sieh versehen = habe Z.iversieht, {^Uuibi- eines Dm-es
iewiss /u sein, reehne auf etwas, tVirehtend oder horteiul Meh versehen /.u =
envii' von j'emand erwarten. Vgl. vm den er runtseha tt sieh vers.uO.
Ludw. Kreuzfahrt (v. der Hagen ls:.4) i:;u2, tröstes nneh zu dir ^ ^;['^^^^-\\^\V""?^^^
Müller II •> -isu. 1) Et (luam elein.V ii) Abweuhend l.mds. <«dhMi. 11 _>• \ Ki »uist.
11 •)•).-,« ' (ianz abweiehend und nur dem (;edanken;;au-e uaeli ähnlich m 1m-/u-
•luV'd •> Teil Erl. A.5S III, Fürsten., u. li. 1, 10!>, in Bezug' aut das (.anzf hrl. A.
r>s, mC Forsten., u. H. I. :is:t, :js4. Vgl. aueh n. 5o(i und die dort angegebenen
Parallelstellen.
575.
Summa leetio Theol(»iJ:iae >) est Christum ]Misse apmsrere.
Da sol der i)raeeept(U- vom discipuh. vnd disei])uhis vom i»raeeeptur
nieht sehemen^) zu lernen. Kt si i-^o \>o^M\m mdul-ens et suavis
esse amieo meo. ([uanti» ma^ns (jhristus mihiV»)
1) Die deutseh. Tisehr. „die fiirnehn.ste I-^'V^'^^ 'V' n '^^•'^'l''.!^ "Iu'^'''T\vr
o-'iA ist. 2) „Sehemen- im Mittel!.. aue!i ohne sie!.. \ gl. Fareival .U, W). .1) \ gl.
lo
Eri. A. :)b, 120-, 57, 5. Fürsten., u. IJ. I, :i'.»S, I, «•.
ü / 0.
Quaudo Satan me dueit ad Le^em, sum damnatus. (|uand(.
autem Christus retrahit me a Le-e ad Euan-elium et pr<unissu)nes
Dei, liber sum et iustus'), Ideo Petrus dieit nm-no verho. ( resnte
in aicnitione Christi -i), non in a-nitione Dialeetieae aut altenus alieuius
artis (luasi iustiHeantis, sed in ag:nitione Christi, Contra summa ars
Satanae est, ut nohis haue eoj^niitionem ohseuret. ([\w tit tandem. ut
amieo plus tidamus quam Christo.*^)
I) Die deutseh. Tisehr. abweiehend: „Wenn n.an n.ieh aber zum (»»'setze
ir.liret, so bin ieh verdan.u.t; da ieh al)er die Verheissung ergreite, so bin leh Irei
und los". 2) 2. l'etri 3, 1>. ^^) Vgl. Erl. A. r.S, 12r.; •>-, •>. horstem. ... 1..
1, :{9s, I, (i.
'>i i
plOl Tanta est ma^-nitudo g:ratiae in Christo, ut sme tentatm-
nihus et anicustijs hue non experiamur neiiue intellii^amus neque per-
eipiamus. Ego, 'si non tentarer a l\vrannis et falsis tVatrihus, hereni
superbissunus in donis meis, leh füre mit meiner -rossen kunst
zum teuffei, Meis viribus aseriberem, non Den. n^m gratiae, iSon
orarem ete. Tdeo eolaphysor.')
1) Lies eolaphizor {xo?M,fi;oura). Vgl. n. jiGO Erl. A- .[>N "'" (A\';^J'
u. 7), Fürstem. u. B. 1, üvl. Keljenst. II, 2-oi.. Ganz ahulieh Lmdseil eoUo.i. II, -s..
133
578.
Serij^tura Davidem appellat vermem li-ni (2. Reg. 23)') tenerri-
nium Das !loltzworn»lin ist ein klein weieh dinglin, Hat vorn
oin liart russelin. vnd iieist durch alles harts holtz. Ita
(Miristus hat ein harts sclinel>lielien. (juaudo eorripit Impios. reli-
((uum ost eorims tencrrimum et suavissimum.
I) 2 Heges (San..) 2:i, S: .,ipse est «niasi tenerrimus ligni vermieulus" (Vulgata).
'X
9.
Psalmus 100») est vertex est-) ea]»ut totius serijiturae. Keguum
et saeer(b)tium (Miristi exrellentissime deseribit dieens, Christum esse,
,,Mi'nnines regat et interj.ellrt jiro omnüms. vnd habs gar in seiner
band. Kgregia et s]nritualis exidanatio e.^t. Dignus est ille psalmus ^J,
si enr]n»r«' valerem-^i. Ich maelit mich an yhm.
,) i^i(.s inr. 2) Fies et. :i) Die spät. Tisehr. liindseil eolloji. 11.225,
Kebi'ustoek II. 20 1.. halun: ..llie psalmus dignus est (oder dignus est h. ps K.)
e<.n...hi rt spirituaü e\plieaii«me (exeeptloiie IM, si valerem, so maeht ieh mieh an
ün. üllun. ego expo..e.-e ronaier IM". Mau kCmnte «laher vermiiten dass oben zu
esrii sei egregia et spirit.iai explauatione est dignus ille ps.- Emtaeher ersehemt
edoeh. wrun hiut.T dign..s. welel.es am Ende der Zeile steht, expl.eat.one
• .in-vM-hobeu wi.Nl. Di,' meiste.. Auslassungvn einzelner Worter ertolgeu bei C or-
datuv am Eude drr /eilr. Dann wiinlen die Worte .egregia - explanatio est
sich auf das Vo,Mge beziehen, wozu .r.-gni et. saeerdoti. ("hr.sti" zu erganze.i wäre.
Freilirh .-elM'n b.-ide Vorsehläge guten Sinn. Kudlieh l^önnten aueh die V\ orte ,ieli
n.arht mich an vhu.- <leu (»bjel<tssatz zu dignus bihlen '''V'^"'"'VT n'tT!
traetem :.)"lm Anfange (U's .lahres l.->:{2 war F.ithers (.esund.eit.szustand
M lerht ' Vgl. ... \y.^ mit der dazu gvh. Note. .\urh i.u Febr.. als er den kranken
K.rtiirsten in lorgau bes.iehte. befau.l er sieh nieht gut. Das lebelbehnden
da.ierte bis in <len Mai hinein. Vgl. KüstUn II. 271, (nio nebst der dort angegeljenen
Litt. Im März i:.:{2 bes<-häftigte sieh Luther mit .ler Auslegung w.ehtiger l^salmen.
Küstlin 11.27 1.272.
580.
K«*to lion<. animo (|ui tentaris. Si te Dens haetenus inaeeravit,
ultra e(ms(dabitur, N:im \)Q\\r< exhausto «.lim corpore |211| meo
et (.mnibus viribus meish. aden me iuvit. das ich gantz ander
blut vnd fleiscli Habe. Acblidit et laeticias, dedit mihi uxorem et
liberos, Des ieh mich zu derselbigcn Zeit nicht hett dorften
vnter stehen.^)
n V«--! n :)(>('. 2) Mittelh. ieh understA.. mi<-h mit d. Gen. == ieh unterwindc
luieh ein.'r"sa<-!.e d. h. ne!....e etwas über mieh, auf ...ieli IV. Muller 11, 2, .)M,,
III, tiso. Vgl. ir undi'rsToml iueh grozer sael.en Zurieh. Jahrb. . 1, .{«).
581.
Cum mcntiimcm facio der Dialekte (iermaniae. i»raefero
hassicam liniiuam nnniibus. (,uod accentibus et canendo veri)a oinma
primunciant. Austriales nullas servant diphthongos, Ktiam I' ran-
concs lo(iuuntur unisona voce.')
1) Ae!...lieh K.immer Tisehr. p. 2«»5'' bei k=H.ttT!.aeh p LV! , a]nvei(-lK^.nl in
He/u- auf den Sehluss Erl. A. iVl, r24. F(»rstem. u. li. H . ( . {• Ihnds. eoll L-i.s
lat das(M,i!.-e in folgender Form : Jier...ania tot habet Dialeetos ut .n tngmta
uliliaribus hon.iues se mutuo n.»n inteüigant. Austri et Bauati (soll wohl Lavari
134
U'issen) nullas stTvaiit (liplitli(m«,'()s, ilicimt eiiiin e, iir, iv, iir, VukhU pr«. t/'i>^ r,
Kiicr, hrodt. Ita Francoiu's miisoiia vt crassa voce lo(|iimitur-' yj^l. Krl. A.
»2, l'il. UelKT die Vorziij^^c des siichs. und inärkisehen IHahkts spriclit F.iitlur
lu
E
t
Erl. A. n>, :ii:{, \i\.
582.
8a]ncntuiii et divitmn lioinimnu (MMisilimii t'iiit, iilijis iinMlos
praesente ]KHMuna dntaiv, tilios vero ajrris, pratis. dniin», et iiisi lioc
Heiot. (listraheretur lilijs liaeivilitan«), Ideo snl mau die ^niter den
siineii lassen.-)
1) 1) h so würde den Sidiiun die Krhseliaft /rrrissrn , vrrkiir/t wenlrn.
2) Mit Zusktzeu verselitu Krl. A. lil, l^i, FCirsteni. ii. H. IV, 1^, lünds. 11, :<:»i
(Ende d. Seite).
588.
Wen ieh ein Haus bawen wolt, szo wolt ielis werlieh in
diesen sewstal») nielit hawen, den der walli-) ist nielits werd,
[2121 den das er viel i;elt ^-cstelit-»), Wen der rasen weic i^<t,
szo fleust der sand dohin, s/o lauften die sew vnd liuude
herüber. Aj^^^-eres (juideui (M)Ui;erere a veteriluis desuniptuin est, sed
illis, (jui pro aji^iceriluis liabehant aptaui terraui, Priueeps noster
optiunis deeii)itur a suis nolnlilnis, a (luihus persuasuni est»)
muruni huius Civitatis denioliri lapideuni, et sutfieere ahuni,
qui ex Arena est.-')
I) Wittenber}?. 2) Mittelli. der wal -- der Wall. 3) Vj-l. n. :.:r2. N<.te 2.
4) y^. ei r.) Iliernarli selieinen die n. CI erwiilinten r.etestiirnnirsplaiie des
Kiirmrstl. Stadtliaiiptnianiis II. v. M.'t/.seli, welelie Luther IhM dureli Interven-
tion beim Kurfürsten .lol.ann zu ven-iteln -esuelit hatte, ir»n2 ;- donn n. dieses
.lahr faUen viele dieser rnterredun-en, vj;!. n. r»l\ 5 lU. Ö5I in I «djre des hm-
tlusses des Adels bei Hofe aufs neue, und /war in weiterem l mlanire, wieder aut-
.-•etaueht /u sein. Ob und wie weit si(^ zur Ausfiihruii-- irekommen sind, lasst sieh
"sehwer ermessen. Luther fühlt sich in Witteuber:;- (v-1. aueli Cord. i». Iln) nu-ht
sieher, da ihm ein Erdwail, der aus Sand besteht, k*'inen ■renüf^enden Ersatz liir
eine Steinmauer zu bieten seheint. Aiieh sonst ist v<m Arbeiten am ^^ alle in
Wittenberg, die in diese Zeit fallen, die IJede Vjrl. /. 15. Erl. A. (12, 2«|0 l.inds.
eollo(i. II, :{;n. Aus Cordatus, w.-hher p. 217 dasselbe erzählt (J.ebe leh noeli
ein Jar szo mus mein armes stublin hinwe^^ daraus leh doch das
Bapstuinb j^-esturmet habe tV.-) .ijeht hervor, dass alle diese Tliine und Arbeiten
wohl im Jahre I5;{2 wieder aufgenommen sind. Während nach Cordatiis n. (.1 die
aggeres" als rn)visorium angesehen werden kr.nnen , scheinen hu-r die Erdwa le
überhauut an Stelle der Stadtmauer treten zu sollen. Schliesslich bedurteii du'
Worte i)rinceps noster oi.timus-^ noch einer Erklärung. Mit ihnen ist vielleielit
schcm der Kurfürst Joh. Friedrieh v. Sachsen gemeint. Sein \ater, der Kurturst
Johann erkrankte im Febr. i:):i2 und starb im Aug. dess. .1. <"(.rdatiis ). 2-. ist
von seinem Tocb^ als einer bereits abgeschh»ssenen Thatsache du- bede. Wahrend
von Johann ausdrücklich betont wird, dass er ein .prlncii.em c(»nst;uitissiiuum in
religicme et perseverantem in politia l»ene c«.nstituta- gewesen sei (Hinds. colhM|.
I ;ui;) so hegte man beim IJegierunu-santritte des neuen Knrtürsteii ernstliche Be-
sorgnisse da.ss die Herrn vom Hofe an seiner Statt regieren würden (Kbstlin II, 2H»,
Kinds. I, .TlÜ, :MS Erl. A. (il, lis^), Ja Hinds. 1, :U1 heisst es, dass er per .inin<|nen-
nium a suis nobilibus et s(>.iuestratoribiis bene expilatum esse" und Lehrgeld halte
geben müssen. VgK auch Erl. A. ni, :i'jo, H'.il, :;«»:{, ;i<.>T. Für diese Aultassung
spricht auch, wenn es am Ende der folgenden Absätze n.h^A u. .»*^5 lu'isst: -et
prineeps noster post damna Iiicipit nunc exemph» siio (tür «;pis se. 1 riderici)
tieri p^udentio^^ und .modernus aiitem pnnceps noster\ \ <m deni 1)2.) zur
Kegierung gekommenen Kiirtlirsteii Johann will de Luther 15:^2 «loch nicht sagen
können: „Unser neuer Landesherr\
135
)8E
Friderieus Oux sa])ientissinius fuit. Is solus liabuit adniinistra-
tioneni re--ni sui. Ilats niebt alles den seliarliansen hefliolen,
Et ^aepe'^dixit weil') ieli lehe. will ieli selbs fürst im lande
sVin Kt sunniia dilii^entia eonstitnit tantuiii jiraeteetos bonos et pru-
dentes. VA prinee])s noster post damna ineipit nune exemplo
suo fieri prudentior.-)
n =- so lange als. 2) Vgl. n. :^<\ Note :.. Mit dem obigen Abs. vgl. Erl. A.
liLH.-n/ ..i:nser gnä<ligster Herr, Ib^rzog Friederich, Kurfürst zu ^=;''''7"-Vy ,;';;!
soi<-lier Mann, der alles nach seiner Vernuntt und naturbchem \ erstände, bat uml
Weisheit regierte; IL .lohanns Friederichen wards wohl turgeschrieben und yor-
tremalrr alPer seines Herrn Vettern Weisheit erlanget, noch erreichet er nicht .
Dasselbe Förstern, u. B. IV, 2o:^. Vgl. Kinds, coli. 11, Ib.. Kebenst. II, \U^>.
5S5.
rnus liomo nullns bomo. nisi sit ut Eriderieus') ille fuit
diviuns vere iH.minum. qm idopter negotium verbi in ominbus aulis
nrineipmii liabuit suos exidorat(MVs. ut investigaret <minia |2Ei| eon-
silla. M'««'^' taudem sua j.rudentia e<mvelleret. Modernus autem
prineeps noster-) sm»s ipsius praedicatores nutrit in aula sua.
l) Frie<lricli der Weise vim Sachsen. 2) Vgl. n. .jS;^ Note 5.
58(>.
Si ru^tiei seirent summa nei;otia et arduos easus. in (piibus ver-
^antur inincipes. patias aeturi essent Deo de statu suo bono et
tran.iuilb) Ipsi vero. ut oves et Imves tantum ]Kmii)am et palatia
(MM-um'i Nident. euras non vident. Idn» seeuri et stertentes in paee
deum debcMiorant et noeent liominilnis Magistratiim eontemnentes.^)
1) s.- principum. 2) IMe <b'Utsch. Tischv. „da ein Haiur hinterm Ofen liegt,
brit Hirn und i^t si»her-. Abweichend und mit vielen Zusätzen verselun Erl. A.
«1I,.H.>2, Förstem. u. W. IV. P.is. Leber .lie riistici vgl. n. 2 J, ti;K .»^., •»^^, -i^'J-
587.
1) Friderieus') praeeeptori Lielitenberg:ensi2) o;rndatim et
ordine reeensuit. HustiecM'um vitam in eivilibus eoiiditionibus (»mmum
esse toelieissimam. (^ives eum magna eura emere et laetura vendere,
N(»biles suas baliere molestias. Erineipes autem versari in summis
Curis K'ustieis autem ut omnia spoiite ereseerent ita omnia. (|uae-
eumiue jiossunt earissime vendunt Kt solis illis summam ]»ahnam rtedit
lortunarum. <,biod deeimas dant et aiinuos (Vnsus. ])roi»t.M- terram (laut
et tundos, qui sunt Erineiimm. Ita de eis verum esse-^J (piod dieitur,
.Ibe besser land. ylie erger leutlie.')
1) Fri»Ml,ich der Weise von Sachs,-n. 2) Magist. Wolfgang K eisse nbusch,
Pra,-bt und Lraeceptor .b's Antoniusordens zu Lichtenberg (Lichtenburg) m Michsen
Seckcndorf Index. 1. 'M Wieder von reeensuit (.- eingehend miseinaiHlerse zen)
;i,l, „vdacht nachdem mit den Worten Jta omni:. vendunf die nidiivkte Lede
veria^^eli war. I) Abweichemi und weitläuttig Erl. A. Ol, ;^r)2, liol^. t ors Unn. n. 1>.
IV, L.t^, ivn». Das Sprichwort auch Bindseil colloq. HI, lol. F.rl. A. 0^,114.
136
137
588.
[211] llu8tie*i (|iieriMites de iinprolMtate ') lahonim nioiitiuntur,
Oiiuics eniiii labores eoniiii sunt laetissiini, vel liüc unji caussa. (|U(>(1
pleiii siut (unnes ojjtima s]k\ plantare, a^-ricolari -), !i<;ijji sccura'j et
rcli(iua , Leiden n i e li t s h e r i ii d e r n a r u n j:; e w ut Cives , Inio
vcrus eonnueiitator vitae i])S(H'iini est Vir^ilius in Hneolieis^): Foc-
liees niniiuni Aji^ricolae'') cte.
I) Wohl im Sinne von niolestia. Vjjl. Du Canf^c 11, .{5 Jniprolms* =
niolcstus. 2) Aj^rioolari (schon bei den Späthit. viirkonniiend), aueli iiiittrlalt.
a^rieolare, aj^rieok're = aj^nnn colere. Du Canjre I, 12«». ,{) Ijes secare.
4) Lies in (leorj^ieis. Lutlier eitiert naeli dem (iediiclitnis. i>aher wird aueli der
Vers uieht rielitig anp'J^^'hen. :>) Die deutsehen Tiselir. „Felie<'s nimium Aj^rieolae,
bona si sua norint\ KiehtipT lautet der Vers Vir^^l (Jeor^'. 11, LÖS: „O tortunatos
nimium sua si bona norint. A^rieolas ete." Vffl. die abweieh. und Zusätze bietende
Darstellung? der spät. Tisehr. Erl. A. Ol, :{5:J, Förstern, u. li. IV, \W.
589.
Sorten! suam rustiei non aj^noseunt ideo ])ereutit Dens ens lioe
nialo, (inod servi et aneillae eoruni melius babent (piani ipsi Doniini,
quia euras doniestieas non eurant nee sentiunt, sed tantuni lalxues
ips(nuni, Mein Wolff) hatts hesser den ieli vnd mein kete.
(V)niui;ium enim seeum atferens molestias. illas in primis viro imponit.
Sumnia, yhe hoher standt, yhe ^M'osser ferliekeit'-). ()i)tat
cphippia hos: vult arare eahallus.-») Nemo sua Sorte eon-
t e n t u s es t.^)
1) Luthers Famulus Wolf Siebe r-rer. V^'l. Köstlin 11. Ui^», r.oL 2) D. h.
..je höher der Stand, desto ^r«)sser die <;etahr\ :i) Hiehtiirer und v(»llständi^'er
läutet der Vers, der wiederum naeh dem (ü'däehtnis eitiert ist: .Ojjtat ei»hippia
bos pijrer, optat arare iaballus\ 11 orat ius epist. 1,11,1:5. l{iehti<r bieten ihn
die deutsehen Tisehr. 4) Diese Worte, die zuirleieh den llauptjredanken des yor-
herp'henden Verses ausdrücken sollen, sind ohne Zweifel eine Ansjurlun^ auf «lie
bekannten Verse des lloratius Sat. 1, 1, 1 --•'<: ,Qui fit, .Maecenas: ut nemo,
«iuam sibi softem seu ratio dederit seu fors obieeerit, illa c<»ntentus
vivat, landet diversa sequentes^, wo unter den Heispielen, welche beweisen
sollen, dass die Mensclien mit ihrem Lose unzufrieden sind, auch der Hauernstand
erwähnt wird. Mit vielen Zusätzen Erl. A. Ül,;i5;{, Förstem. u. F.. IV, \W, 200.
590.
Etsi onines homines sint Aehei^), in se tarnen hahent eonseien-
tiam niali et praemia honi, ideo eavent sihi.
1) Luther scheint wied<'rum an einen Vers des lloratius zu denken. Kpist.
II, 2. 14 heisst es: .t^ui<biuid delirant rejres, i)lectuntur Achivi", was S«Mime .Mein
Leben* p. 20 der llemiudsch. Ausj^abe übersetzt: Wenn sich die Könitre rauten,
müssen die Bauern Haare lassen. Dies könnte erklärt wrrden mit .Wenn aurh
alle Menschen gerin j^en Standes oder Heiden wären, so trafen sie dennoch
das Bewusstsoin des Hr)sen und des (Juten in sich tV." Allein es ist fraj;li<'h, <»b
Luther, wenn er auch oben vorher lloratius <'itiert hat, sich einer so tV'inen An-
spielung]: hat bedienen wollen. Auch verlan^jjt der Zusammenhan«: ein Wort, wtdehes
einen schärferen (lej^ensatz ausdrückt. Es wird daher zu lesen sein: ..Etsi omnes
homines sint athei {ainm) = Atheisten. Das Wort atheos odt;r atheus
kommt in den s\mt. lat. Tisehr. «ifters vor. \^\. z. H. Hinds. collo«!. 1, 2s.
591.
[215] Pai)istae iin]uidentissime omnia aftirmat") sine Seriptura.
Petrus est sununus apostolorum, Ergo Papa ius hahet eoudendi leges
et statuendi traditiones, Ecee duo ^Madij, Ergo Caesar dehet
feuduni aeeipere a Papa. Ita insaniunt maxime ad pernieieni seeu-
laris Maicistratus, (pii tarnen salvatur Lei;ihus, Si enim Eeji:es non
fuissent ante Canones, Der keyser were langst-^j v nte rj;angen,
Erj;o p'ntih's per lef;em suam Caesarem defendunt eontra Papam
Clmstianorum, Seevola^*), F 1 pian u s^j ete., "qui ante (Jodieem-^j
fuerunt. Papa, si auetoritatem non hal)eret, Leges non eonderet, Stent
nune i^aroehi Leges eondere non ])ossunt. (piia sunt sine auetoritate.
1) Lies affirmant. lieber die beiden Schwerter v^\. [;7\">»>,
Einl z Freidank p. ö7. 2) Aeltere Form für ..länj^st" ums .lahr 1482. \> eipnd
l 1055. :s) Q. Mucius Scaevfda lN»ntif<tx, ^'est. S2 v. Chr., einer der aus^-ezeichnet-
sten römischen .luristen. 4) Domitius Fliüanus aiis Tyrus, <;cst. 22s p. Chr. unter
Mcxandcr S»'vcrus. der berühmt»' römische Kechts^^elehrte, des.sen Schritten die
(irundlai^e der Fan^lekten bilden. Man ernänze „defendunt Caesarem (sui.s legibus
oder scriptis).-' 5) V.)n dem c<.dex .1 us ti nianeus, welcher der Kechtsi)üej;e
als Basis dienen sollte, iTschien der erste 'i\Ml. «1er die institutnmes iuris enthielt,
im Jahre 52'», «ler zweite die Digesta oder Fandcctcn {irmSf'yifa) enthaltend ;).U.
592.
Papa eum suis Tammihus ist eittel hettelwerek ex Lejiihus
Caesaris.')
I) Vgl. Erl. A. 00. ;iT;;. Fr.rstem. u. B. 111, :nii. Binds. colloq. 111 2^1:
Papa cum siio iure ist eittel bettelwergk. cinendicavit e.\ iure civili. Fast ebenso
Kebenstock II, 8!M'.
rgk
59: i.
Auth(»r deeretorum asinus fuit. (|ui non detinivit (piid sit ins.
quid Lex, (piid Consuetudo. <h' (|uihus tamen statim loquitur. Per
Deeretales mundum rej;unt. Continent (Miim forensia et politiea. Nihil de
Eeelesia eontinent.')
I) Vgl. Erl. A. «(», :tT2 (Anfang <les Abs.), :r,:\ (Emb- d. Abs.). Förstem. u.
B. 111, :n5, ;n»i. Binds. colhMj. 111. 2s:i (Anf. d. Abs.), 2s4 (Emle d. erst. Ab.s.),
iiebenst. II, ^l»«', VM«.
591.
Hustiei hcidie plane sunt sues, et nohiles, (|ui olim eapri
fuerunt, |*Jli>l imitantur eos.
595.
• • • i •
Pro iusto praeeio seu luero eenseri posset, si viginti nunimi
unum luerarentur. (|Uod faeeret (|uin(|ue Ihirenos de (Vntum. Nune
autem simplieiter vohmt. ut unus iiunnnus ])ariat unum aut eis alte-
rum. et eeutum iloreni dueentos. et tales non diteseunt stahilihus opihus
salteni.')
1) Abweiclu'nd und mit Zusätzen versehen Erl. A. 57, :M'.», Förstem. u. B.
1,271, Binds. collo(i. 1,410,411, Keben.st. l, 222'.
59().
Verus Theolojrns seire dehet totum eorpus Bihliae, seilieet quis
Status sit et ordo Moses'), Davidis, Esaiae, llieremiae. Euan^e-
listarum, Pauli ete. Neque enim satis est unum aut alterum pro-
'S
138
139
phetarn intellii;crc. Kua n -e li sta in iimnii aiit unani oiMstnlam Pauli
intelli-ere. Verum nunc (luilÜK't IJaH.ans^) in TluM»l(»pa vult esse
Mapster. Juristae autvm eonlatioros sunt 'riie(>loi;is. Die hleiheii
i)ey vhre le-ilnis et ur-ent illas^O, l«l<'<> »(»s in.ii heue facnnus q uimI
scripturani tarn lueide trän sferi m us. (|uia multos desn es ta-
eiiiuis, |2171 niult(»s audaees. sieut elannn \\t ex K]ust(»lis laui. de
nuihus pauk) ante (unnes eontessi sunt, se neseire. (|ui<l Paulus cloeeat,
Nime autem seiunt plus <|uain oinnia. Sieut liutzerusM vir est, (|m
tarnen ad liane P.ihliae n.-nitiunem nunH|uani perNenit. Dieit enini in
:)99.
Manlin'K (|uid est lioeV Quasi dieas-'). Wie kunibt das brut
hie her, uhi nihil nnnus ex]»eetatur ([Uain i>anis. Quidam dieunt, lioe
est man, id est ((uod editur.'j
1) liinds. coli...,. ll,J17 .,M:nil.u'\ 2) Uas an dirscr Strllc stclirmU', Com-
|M-iMliuui kuiMJ ancii mit (|iiasi diraiit und .,nasi (Ueat aiit^^;l.".st wcnlrn. V ^1.
{\m\ V MI 1) \\hu\s. „Maiiliu .|Mi<l est liocV (,Uiasi (hcat: wie k.»ni]>t <las hr.Mlt
lilrluT. nl»i iiiliil nnii.is .|iiaiii i-aiiis cxi.crtalMtiir, scilicct m s..litii<hiK'. (.Miidam
.linnit: das ist n.aii, id rst, hur cditnr. :;) V^l. -'. M.^s. Hi, i:.: ,1 ml, da rs die
,.....v.. .-, ... , _ Kina.T Israels salii'ii. sprarli.'ii si,- uiiter (iuaiMhr: das ist >iaiK dcmi sie Nvus^^^^^^
nuodam liln-«> suo, Vniversas -entes. i|uae suaniivli^ionem servaverunt ■ „j,.,,^ ^,.^, ,., ,,,,,_ Mose alur sprael. /u ilmeii: Ks .st das ,rod, ^'«i; '''y ' ;';'
Sr.; Sllam iaetas esse^! Das l/eist ia ,enart^ ^ ^ »7 V -";;;.l 1 l^j- ^^/'X^Ä' Iv!:; i'^t ^(iese^ ""C ^:r^'"::oi;;i;^u;^ I^nH^lien
sunt, Nenne umiuam uuhiseuin seiiserunt, lusi (lua.ido uostiis ahuti ■ N>^ist^ .^ou.r m.r^n .^ ^^^ . ^^ ^^^^^^^^^^ ^.^^ ^^^^ ^.^^^^^^ ^^ .^ ^.^^^^^^ ,|,^^^^^^ lun-.mtj r,
vohierunt.')
n (;neeli. (Jeiu-tivV Cordatiis hat sonst Mosi. au-h Mosis. 1) Uuehan-
t.n l.iessei. die jÜM-t.-,. St.Meuten. so ia,.-e >!.• no.-l, kenn' '''^^•''''';<''!;:'' ;^^^^^^^^^^^^
luis.-hen r.iiruer Nvann. V-l. Krs.-li n. Crnl.er, All- Kiu-yelo|,. N-rt. I. l i l». -N
T •> n -nif Vennittelsi des Aktes .lef l>epoMti..M wiirdei. sie wirklielie . iw s
•e'idenii/i Vd- Krk A. r.J. -.m», -M. Förstern, u. II. IV.:. IT, -MV :>) 1>h' ^l'^'t.
iVs-h die ideihen <hM-l. hei il.ivi. L.-ihus. (;eM.t/...u n,.d Keel.teii d..' re.uneren
sirnd ■'sprechen .laraus .las U.M-ht- .>der ..die hleil.en Ihm ihren i«'^" •;^, v'nw
reirieivn die". 1) V-1. U- -.M. •>) l'i.' deuts.-h. T.s.-hr. ..d.'in. er sehreihet in
einem limhe dass alle Vidker cinerl.'i llrliiiion -ehalt.n nn.l .ladur.-h snid seh-
worden t^-; die lat.Tisehr. J>ieit cnim in .,uodam hhn.. ;^';'j,|''?'=^r.,^!;";^"^ '^^^^^^
reli-ioiM'.n servassc rt ,.er illam salvatas. C) A »weieheml l;,rl. A. ...», Joo, • "r^^: '"•
u 1? II :<M, liindseil eoll.M,. III, 117. aueh Krl. A. .V.». -Ji, lorstem. u. 1>. ü, it«.
i«> .Clin».; IM Uli »t .1.^1» ^»,'1-^1.-. - - .. I
welcher es bedeckt.', his die S.nine den I hau zcrs.-hmol/. \ jrl Ijiiclmer, In .1.
IJoal nml Verl.al lland-Cmcrdan/., «i. Anll. Halle isio p. <i»:;. \}.;i. . ^-»'- ^'"'l'^'
l.cs.m.hTs (ordatus ]». Mo, r,l 1, F.-.rslem. u. li. I. 1^«», Hmds. c^llo., II , Oi. Andeie
l.'itcn das \V.»rt Man (Manna) v.ni .hin aral.ischeii mann al» r. (,al>e, (.esclienK.
Wei^aml II, Ib.
(•.()( K
Tentationes eapitis et cordis su)nmae sunt |»n> »»mnihus alijs
dnlnrihus. Sieut <|ui«iam dixit. hie hme a u t f. oder ieh ^ehe sein
dnhinM. (Mirae vn.i hert/leid sunt mapia mala-K K|;n pestem
niah» et morhum (Jallieum ete.). Tinnitui aurium et simihhus malis
adest Satan*), vnd liiltt't Irey da zu ete.')
.V.>7.
(
Ml ri st um predieare res ardua est «'t perieujosissima . quod si
olim seissem. nunninam praedieassmi, s»'d eum Mose dixissem '),
Mitte iiuem missurus es, Ks solt mieli nirmand h i n a n h ri n -e n.
1» .... ,. .1 -.1.1.11 .-..o nsi s-^ vcre dixit ad me. I. r l)(M-tor,
t
n Mittelh. ich iranir«' mit Inf. ..Ime -/.c- öfters. Viil. Müller 1. Uüi. Lassi».
1 -.»s sterben <-:in" 'D hie -pül. l'isclir. ..wi.\\..hl /ühn.- und (Hirenw.di auch
srhhmn'h'r isf .'.der ..vt-rha imi»ati.ntia.'. hert/.lei.lt, t/anwi-h sunt .i;raMssini:r.
.0 M..rhus (;allicus Lustscuche. .lamals epidendsch. Dies.'lhe Krankheit heisst
au.h .lie Kran/.os.-n (v-k n. IV.»V Sie tin- na.-h einer Na.hricht .l.s unter
Maximilian I. lehen.hm Ar/.tes .los.-ph (Jrunpeck im .lahr ll!»:i OHl:>.^-'Vuni;- v.m
wohin sie
leh hahs eueh -esa-t. das y h r st 1 1 s te h e . Ih 'y y}' \ | u'lllslls ans Mirnher.- muh Sluhh-ut^hland und an den Khein. \d. luchs
eueh /u sehafftMi maehen, Ks tritt! dir h e 1 1 1 :;• ( hristlie i ■ j,,^^^,.,,,.,,^. p. ll.MV. ii Die spät. Tischr. ...la i.-h /u ( ohurii- l..;?<{ Nxar. pla-te
kireh an. ich mein ieh llah mir /u seiialfen -emaeht,
eontians mihi odium in toto mundo olim quietissimus.:»)
h Fxo.l I i:^ 2) llieronvmus Senitetus. M hie spät. Tis.hr. „.la ich
doch etwan sehr sieher war und pite Zeit hatte". ...Lt totius nnindi ..dio ine
o.H.ravi, .p.i Ohm eram tutissimus. V.,d. Frl. A. MK ^^--J^^^^'u t'\ -'^ '
Kvl \. CO, HTI, F.-.rstem. u. F.. III, :Uö. limds. .oIIom- h -J». Keheiist. 1, I..-'.
:)9S.
|-»181 Interro-antilms me de lievelatione proiilMMarum et -hnili-
eatione eonnn. «pia sempcr dieerent. ll.u- ilieir Dominus. An Dens perso-
naliter eum eis (uisset loeutus. Pesjumdi-o Sanetissimum et spiritua-
lissimum et eertissimum hahuisse'i verhum Dei. Idro de lUo eo-itantes-)
in eonseienti's iUorum eertissima loeutus est Dens. Kt illani eertitudinem
habuerunt jiro revelatione vere divina. qualis et luit (jikkI se<iuens etlee-
tus ]»ro'>avit.M
n sc e.>s hie spiit. Tischr. ..Fs siml sehr heili-v, -.•i>tli.-lu', tleissi-e F.'Ut.«
jr,.west" od.>r „sanctlssimi .'t spiritualissimi et int.ntis.simi liierunt h.jmim'.s-.
2) CoiritantihusV .sc. iis. :;» V-l. Krk A. (iJ, I Uk törstem. u. H. IN, »h.-
Biiids.'colkMp III, i:ei.
u.ich das Sausen uml Klinuvn in ohivn :ds.." .xler ..( ohur-ae tinniiu auruun ita
vexahar-. ;>) Ahw.i.-heml namentiich in r»e/.Ui: aut den Schluss Lrl. A. bl,4Ul,
Förstern, u. 15. IV. iU. lünds. collo.i. I, ^>o, Kehenst. I.M'.
(>0l.
12191 >I ai;(lelMirj:i luit (piidam Civis, «jui eleemosinam non
dedit pauiierilms. Idei» iliter se (Vmvenientes (Mwnales ') unum ex eis in
aedes eins miserunt. ut ei furan'utur ein seiteii speek. Dominus
audiens iussit. ut aneiila lumen aeeenderet, (|m) aeeenso die-) oris
llatu extinxit. (v>uae tandem elama\it ad Dmiiinum. (,)uoties lumen
aeeendo. toties tlando Satan illnd mihi extin-uit. Dominus apprehenso
(Mim-ali. (jui lar\atus erat, tenuit eum. et ai)preh(<nsus ter-um suiUum •)
fortiter tenens dixit. Der teuftel sehiekt dir die selten si)eek
hev mir. ut eleeim^sinam lihentius des pauperihus. ('ui Dimiinus,
(;che hin /um teuffel mit deinem speek. m»lo enim lardum'j
suum habere. Nune (piaeritur, an hoe furtum sit vel donatio. Kt
Petrus ^V eller') respc.ndet ((pii ad terram sanetam ^n-oteetus ibidem
obiit)^'), in (»miii eoiitraetu abesse opurtere dolum et iVaudem.
I
140
1) 1(1 ost, .jiii iuterest vel canit in clioro" lUnds. foll(M|. 1. liiii Note 72.
•2) sc. Choralis. H) Du- S]>e«kseitr. l) lanlmii -- laiMimii. S|M'ck. ö) Dtr.lunst
Peter Weiler i;ni<l«r des l>r. nirrunviuiis \V,n»r tv-l. n. Hl) winl oft in den
Tiselircden ««rwülint. \'^\. Krl. A. r,i, ii»;. -ir.l, 'JM. Kr.rstnii. ii. H. 1\ < »;^'>- 'y' 'V^'^'
liiiMls. ri.lliM.. 11, i:<, 1. IIS. Krl. A. V.», JJ. IV.rstim. ii. 15. II, iMT. \ jrl. aiirli ( or-
(Uitus 1» :>r,l tV. «.) Uin.ls. coilo.i. I. 11^: ..Ursiunidct llhnn'us ludulis l.oiicnms
((Uli (dim etian. Waldensis liurat. rt .|H:i«'neiinio Wittml.erjrae Kuaii^ndK.
addictus, taiideni ciun INtm Wellero ad t.-rran) saiirtaiii protiM-tiis, Mirrusu-
Ivmis ntrr.|ue sepulti sunt). K-o etc.- Vd. Cordatiis 1». -iV. 21m». der jcdorli an
dics«'r Stelle die l»ei Hindseil irwiilinte HcnnTkiiiij; iil»er INtcr Weller melit hat. lUc
ol.i^^e »r^ötzliche llist<»rie findet sich nnter den „casd.us inditicis r\
diibiis quibusdan» iuris consultorunr <ler iibri<rcn Tisclir. nicht.
Smiiimiin ins .1 urist a rn im illudimt cnsus fortuiti. ot hono. quin
Hiunnnim ins ]nactifari non dehet sed (M|nitas. Kxein|duui: .Vsiniis
tractus in navcm et li-atus ad eam. inovet alinqiii vaeuain iiaNein, taiidiu')
abseilte nauta, ut iiavis S(dnta et Asinus perdatur, <,Mientiir imne. uter
euj;i possit ad solutionemV Ita del»ent praedieaiv Tiienlo-ci sminiiani
|2-5>| servantes ae((iiitateiii. Das die leiite nielit all/.u lieilij;: (>d<'r
zu bosz werden.^)
I) = so lan^e Käst im Sinne von inteiim. 1) Kiiter den» 'i^itel
ein wiinderliel.er Kall" erzählen die dciitM-lien IMsehr. eine xveitläulti-e <m'-
schichte. die mit den Worten he-innt ..Dort. Mart. I-Mther erzählet.« Anno
lölti zu Kish'l.en diese Kahel i\\'\ wiihrend oben das „exemplum '• nur in
kurzen Ziii^^'n mit-eteilt wird. i:.4.i kann i ordatus, dessen I a-ebuch bereits
15:tT zusammengestellt ist, Luthers Worte nicht jrehi.rt haben. Ks ist aber ja luoj^-
lich da^s Luther auch schon früher einmal denselben lall erwähnt hat. \ irl. Krl. A.
(i'> 2S:{ 2s1, Kiirstem. u. U. IV. M«». Aueh die lat. I'isehr. weichen ab, Nveiin sie
denselben Kall auch ohne An^-abe einer .lahro/ahl weni^'er wvitlaultig erzählen.
Vgl. Kinds, eidlo.j. 111, 1.2, Kebenst. IL IT«.»'..
mx
Jurist
i:iii Juu^^er] Theolojrus [ vult habere summuin
Macristratiis
.Ins I quani baec
saiietitateni ])rosintexi-
Oliedientiaiiil tiis (b)eet.*)
I) Aehnlich Hinds. ecdhui. L 2s7, Kebenst. I. Li'.»', almeich. Krl A. r.l, :{20,
Körstem. u. 15. IV, UWK Die Worte von „«luam docet" telihn m den
spät. Tischr.
t^)()4.
Wer Inst batt zum ]»redi^en vnd zu re^ireu. dem beseber
sein Gott ^uufr. F.-:o pro una Toneione n(m veHent') aeeii)ere mille
rtorcnos (juam sponte facturus esscm et non eoaetus vneatione, Tropter
Deum enim i)raedieandum est, et soli illi serviendum praedieatione,
niebt von der weit willen.^)
1) I les vcILmu •>) Die deutsch. Tischr. abweichend .,lch w.dlt nicht hundert
(iiilden nehmen und wollte eine Prcli^n thun iimbs Oeldes wiUen: 'Jr"'!-"", .k ''
Leute willen etwas thun, ist alles verloren. In Summa, <lie heuti-e I re<li-t halu n
die Laien nicht verstanden. Es war eben das Evanj^elium am Sonntage Invocavit.
Vgl. Erl. A. 'M\, 2r.5, Körstem. u. B. IL L2^.
605.
EuaniA'elium quantumeuiuiuc est ebtrum et taeile, non est
tarnen pro vulj;o, eui uibil utilius praedieatur quam Catbcebismus,
141
ex iUo enim liunt nimis seenri. ex boe autem servantur in nunnuUo
timore.')
1) Erl. A. ."»'.», 2<i.'», KJirstem. u. IL 11, 42sV
000.
[•2*21 1 Itali omnes jiompa, eebritate seu aplitate et subtilitate
su])erant dermanos et hulis ae «;estu tieetere possunt bomines, suos
speetatores. quoennque vcdunt.')
1) Krl. A. ti(t, 2l^. Körstem. u. IL 111, 202V
0O7.
Vidi in Italia totum babitum Papae inciuodamMo-
nasteriü. sed infula tantum erat e])iseopalis, Ideo diee-
bam ad (i ue nda m >lon aeli u m. an baee esset eorona Papae,
Vt ille, O nun. et dieebat suam») Coronain esse triplieem.
(luaudo-) voeabat ,.rei;num mundi' (quod fatale numeu
est), et totam (iermaniam eam vix solvere posse. Er solt
den keysar^V zu liononia«) mit steinen vnd sebmuek weit
Haben vberst(K*ben.'')
1) Kür eiu< 2i Die llandsehr. hat das ("ompendiiim für «luaudu. Es
wird »iiiam zu lesen sein. Der Kehler rührt von der Verwechselung der ganz ähn-
lichen VomiHndien lür .,.|uan.lo- und ...luam • her. ii) Mittelh. der keiser, althochd.
der keisar U Leber Carls V. Kaiserkrönuug zu r»ouh>gna durch ( lemeus \ 11.
schreibt Sleidanus VIL i:i:L. „Vigesimo .juarto deinde Kebruurij die iiiaximo
cum apparatii atque splend«»re fuit iiiauguratus a Pontihce, cum verbis eoii-
ceotis iurasset, Kontiriciae «li-nitatis perpctuum se futurum esse detensorem".
f.) Im Sinuc von übertrumpfen (überbieten). Der Ausdruck ist entlehnt vom
Kartenspiele, welches nach eimT Notiz des Nierdaus von Cavelluzo Li.'l nach
\'iterbo aus dem Lande der Sarazenen eingeführt sein soll und von Italien aus über
Krankreich, wo .lie .rsten eigentlichen Si»ielkarten in Paris zur Erheiterung des
geisteskranken Königs Carl VI. (t 1422) angefertigt wurden , um die Mitte des
7.-. .lahrh. auch in Deutschland allgemeinen Eingang tand. \ gl. Kriegk, Deutsches
liür"-ertum 1. ITJ. (;ötzinger. lleaHexikon der deutseh. Altert \). (üVX In bezug
auf'^lie obige Kedensart vgl. ..einen ausstechen" =-- „diircli grössere \ orzuge .leiiian-
den zu übertii'tVi'n oder zu n erdrängen suchen-. Kür das (Huge bieten die spat,
deutsehen Tischr. nur Kcdgciulcs: ..Des Kapsts Knme heisst Kegnuni mumh, der
Welt lU'ich. Doctor .Martinus sagt: .Er hab es zu Rom von einem Munche gehört,
dass ein solch Krön soll sein, die ganz Deutsehland samnit allen 1- ursten uieht
k.-.nntc bezahlen.'- Erl. A. (io, 21^. Ki»rstem. u. IL 111,202.
0O8.
Clemens Papa oninium ditissimus et tamen intbelieissimus»),
Ein böser Pube-^j. (pn dixit. Kbe er W(»lt aufboren vns zu ver-
f()l«,-en. Er wnlt ebe den 'Pureken^) vber vns sebieken. Vnd
dcs'^l^edenekt. wen ieb todt liin. Orate.^j
1) sc. est. Clemens VIL vgl. n. ITL Is.L 2L.», VM iL 2) Die deutschen Tischr.
„er ist ein (irundbube-. Ii) Vgl. n. :MÖ. 1) Vgl. Erl. A. OU. IIMI, lörstem. u. L.
111, 1S2. liinds. ccdloq. 111, 22^ (wo die Worte .,uns zu vertidgen" lehleii).
|222| Papa^) strnit inqnjssinnis didos, sed non proeedent ei neipie
siu'eedent, sient ne«iue Ke-i Vn-ariae Ferdinand«». Nebubi-)
142
post Satanaiii iion est ])ei()r ra])a. Kt liahot divitias, potentias. aucto-
ritatem. Ein Vater vnser dienet wider yhn. Kr hatt erlebt,
das Rom erseiitft, i::eplundert vnd aiis^cestorben ist^).
Et tarnen ille Ixnius Clenienn illis exenijdis nil ni(>tns est. Das
niiisz mir ein ^^esell sein, (lui nullis terrorihus terretur et sine
eessatione niuUtiir mala. Et si aCaesare i)rostratns sit Kex (J allo-
runi'»), eum qno'O inierat, wird er uns nu den Tureken zu j,^ast
laden«'), Es wird ylini tevlen-j, Er ist t'lorentinus spurius et
inimieus Dei ete.^)
1) Ck'iiHMis VII. i) Lit's lU'bulo = Wiudheutel, 'raiif^cniclits. A) \)vn
() Mai l">2T. 4) Fnm/ I. \t»u löL") -ir»lT. h) Im /wi-itt-n Krir^^- /wiscluMi CarM .
und Frau/. I. von Frankroicli (i:)27 lö-üi) waren «lirsiT und Clcnu-ns \ II. \ vr-
bündctt' Auf CUmucmis ]Wtr\vh hihU'tr sk-li l.")2(i die Ia^wv von Coj^niac }i:«'j;vn du'
Uebtn-niaclit Carls V. Dioscr bleibt Sif^-cr im Kampfe und /win-it Franz /u (b'ui
demütii'-endeu Frieden von Cambray 152*1. Lies übrigens ..eum quo toe<lus
inierar^ r.) i:):r2. Im Sommer dieses .lalires zielit Sulimaii nnt eini'ni jjrossen
Heere wiederum p'^vn \Vestuni;-aru und Oestreieli heran. 7) Mittelli. velen, aueb
veilon niederdeutseh feilen == fehlen. Letzteres bei Luther. Weifi'and I, r>us.
8) Vbweichend nanuMitlieh in liezu-- auf den Sehluss Krl. A. «'.(», UK», Fi>rstem. u. F».
111, 1S2, IJindseil eoUo.i. lll, 22tt, l{el»enst. II, »U'' (teilweise).
(UO.
Tentationes in vita. (pias nia^ni saneti paeiuntur. ut Paulus,
lonp:e su])erant a<;oneni, cpieni sentiunt niorientes.
011.
Helvetioruni Mr<;unientuin est. qnieunque habet iustani Caussani,
Iure potest movere bellum, Nos liabemus iustam Caussnm, Ert!;!» nm-
vebimus [22:i| bellum, Vtracpie est falsa, maiiu* et mincM-, et dubia:
Nam maior n<m eoiu'edit bella, sed defensionem tantum, minor autem
est dubia v:»)- seilieet iustam eaussam liabeas nee ne, Imo dubia ((uo-
((ue se<iuitur Tonelusio. Summa, dieentes. Wir W(>llens reellen,
eontidunt bumniiis viribus, ])i) autem l)e(». eonlidentes, ubi duo vel
tres ete.-), Ita bene sueeedunt omnia, Ideo omnia retn>eedunt l'a])istis,
quia non tiduut in Deo vero, sed in Caesare, Last vns nur betten^»).
Sonst können wir den teuffei nielit vexiren, Nisi liae uniea
ratione orandi, Vnser Herr ^-ott ist ein fromer man, Imo sem]KM-
est liabenda memoria eius.^)
|)Lies vo\. 2) Matth.lS20. :0 Mittelh. bJ'ten ^ bitten, beten. F.ei Keis«'rs-
bero; zur Wahrmii;- d.'r ursimin-liehen Kürze des „e/- betten Aberjnie i bei
Luther. Vd. Toni. n. 211. l) V^d. Krl. A. r,2. 12:?, t örstein. u. IL W , Vn:\, Hmd-
seil e(dlo.|. L :isi, Kebenst. I, 20h'.
012.
Annus Jubileus') in veteri testnmento usitatissimus erat eultus.
seilieet r>0 anni. llune seeutus est V'.\\yd^) mit der -ulden i»forten,
([uae merito sie dieitur. qui:! innumenibile nurum iu'i»erit l'apae. Qui
maximus (juaestus eum semper erevisset. Papae semper maj;is arnsit,
Ideo et Jubileos a lOu annis transtulit nd ".n^), deimb» ad 25^) et l'»
143
quo(|ue. Imo etiam ad sei)timum annum^), das er ymcr friseh <::elt
\berkome«*), DrumI» ylim aueli die <::ar") zu lan«>- \varen. Hee
ille feeit, et omnes laudaverunt ete.^)
I) V<»1 n :^'i\. ..Annus iubileus" auf die ehristliehe Kirehe übertragen =
.Jubeljahr Mittelh. ..jüberpir-. Vgl. .,jubileus hiez das wunnejär" Miillenhotf und
Seherer Denkmiih-r n. IL T,'«>. Diemer 2«(i, 2!. Vgl. das Halljahr. ...Tubdeus' ist
gebildet naeh dem hebraeiseheii jöbel = Hörn zum F.lasen. ^^ eigand 1, ^/o.
•>) F.onifaeius VIII. Dieser erliess im .Tahre LWmi die liulle ..Antiiiuorum habet"
und erklärte, dass jedem, der unter wahrer Keue und F.usse nieht nur bei dem be-
vorstehen<len .lahre Vmhk sondern aueh in Jedem tolgenden hundertsten Jahre die
Kirehen der AiM)stel besuchen wiird..'. der vollkonnnenste Ablass zu Teil werden
würde Kin*' ungeheiuT 3lensehenmenge fand sieh darauf in \Um\ ein. :{) Der
reiehe (iewinn. wehhen die l'iii»ste von der Feier des .Jubeljahres hatten, ver-
anlasste sie dii- Zeit de.sselbeii herabzusetzen. Dureh die F.ulle .,1 nigenitus Dei
tilius" sotzte Clemens VI. LUU die Feier auf 50 Jahre fest, Frban VI. L^sO mit lie-
ziehun«»- auf Christi Anfenthalt aid' Knien auf IVA Jahry. I) Paul IL (UUl — 14<1).
Diese liestunmung ist ]»is jetzt in der katlK.lisehen Kir»-he geldieben. A gl. (lotzmger,
Keallex der deutsehen Altert, j». :t2i;. Kurtz. Kirehengescli.. (i. AuH.. Mitau 1M>S,
n ;{-.-) Neudeeker in Herzous K.'al-Kneveh>i.. ö) IHe weitere Herabsetzung des
.li\beljahres auf L". und 7 .lahre vennag ich nicht zu belegen. 0) \gL "-.•^•♦U/-»-'-
7) Lii's „die jar gar zu lang waren". Da das Wort gar am Lüde der Zede steht,
so habe ich diese Knu'ndation vorgezogen, wiewcdil ..die jar zu lang Avaren |
genügen würde. s) Vgl. Krl. A. do, 2U5, Förstem. u. IL III, 2:»% bmdsed
eolh)q. IL lo<i.
61 :i.
[224| ll(Miiines agrestes non valent ad ]>ubliea neg'otia
et s])eetaeulM. quod ])robatum est in lud(» ]iassionis Cbristi'),
(Mim (juidam sutor rithmos suos"^) dieturus ineepissei leb bin
leb bin. nee jirogredi ]M)sset locjuendo. Et eum dixisset ad
eum ijraefeetus ludi. Wer liistu denV Hespondit. leb bin ein
seliuster. V\u ille. Was tliustu den bie. (iebe zu baus vnd
maelie sebue.
1) Die •'•eistlichen Spiele, welche <U'm Inhalte nach in erster Linie Passions-
uml (»stersineTe sind. komm.'U seit dem IL Jahrb. in deutscher Sprache vor und
ovhen alsbahl von den Khrikern g.uiz auf die Laien über und du-nen zur Luter-
haltung und Belustigung des V.dkes. Die Aufführungen sind r.Üeutbeli unter Aut-
sicht der Pehr.rde und unter Leilung v..n Sphhnei^tern und nicht mel.r an die
Kirche gebunden. Der Dialo- nach dem (Jeschmack jener Zeit in Keinipaaren
nb..efasst. iibcrwi(>gt. d.)ch wird aiuh (Jesang. selbst Fanz zugelassen. )N (dtludie
StolVe tnt.-n in komischer und sntiri<cher Auffassung bereits nvben du- biblischen.
Kim-n frisclu'U Aufschwim- nehmen diese Spiele durch die kirchliche l.ewegung
(h's K. .lahrh. Dann erlahmen sie und treten mehr und mehr in den Dienst der
Sciude" .Mit dem .{(i jiihri-en Krii'ge hr.ren sie auf eine P.elustiguug des^ > o'^»'';,/-"
srin Sli'he d:is Niih'eiv i.ei Cötzinger. L'eallex. der «leiitsch. AlterL p. -<>. die Km-
K.ilung zu „Schausph'le aus dem 1»;. .lahrh.;- herausg. von I ittmann 2L und die
einschlägigen Litti-ratiirgesch. x.oi Cr.dcki'. W tickiTuagel. (-ervinus iL 2) ,.KIi}th-
mus'' hier - Ifelm.
011.
Mulier (|U;H'd:nii meretrix :uiua lienedieta scdam vulvam eon-
spersit in tempb» diceiis. Da tbuts not. <|uia ibi indig-eo Kemissione
]HM«e;itorum. (jum impudentia SaL-in imjuudens etiam qise irrisit ubda-
triam illius maU'diet:ie aquae.';
I) VH Kumnu'r 'l'is.hr. p. :Ms bei Lauterbacii p. 14: „Mulierciila .juaedam
impu.lica cum sola in aedicula a.pia Inst, ali consp«'rgeret vulvam. dicebat: ILe thuts
144
not, quia ibi iiuii-oo remissioue peeeatorum. „V.ilvii" (volv:i) = (U'l.ämnittt'r, (ie-
schieelitsteile des Weibes.
G15.
Quendain nui^Mstnim, cui iiiui lK'i)aoina(l:i inater. uxor et
liberi 12251 enuit mortui, ita cunsi^labai»), ut i^otm. diccus, Mi-
sericorcliaui Dri in iK.stris (.alamitatil.us l<m-o inai(.ie:n esse quaui
nostras ouiiies calainitatcs, Tu M'ndeiu eaussas liabcs tnstieiae, sec
nihil est, Ks ist ein ^Miter Zucker in diesem hssi-e, l>euiem
weibiehen etc. ist seer wol ^^esrhebn, lam enim vivit cum ( bristo,
Haben einen sprun- -ethan aus diesem elend in vitam ae er-
nam. 0 utinam hunc saltum c^o pertransihjssem, leb \V(»lt mi( n
uielit seer erwider-) sehueu.
615«.
Noli tantum in aeetum respieere las den Zucker auch etwas
' ^ ubi nulluni est
memoriam, Ista te considare, isto attectu ustende te niaritum liumanum
et piuiu, et illius nun obliviscere.
61 5 K
Tu es (»i)tiinus Dialecticus, l.anc artein pnditeris, haue iam exerce
et bene [226 detini, divide, colli^^e, disce spiritualia a corpora ibus
diseernere, Las den Zucker auch was sein, Conter caeteras
ealamitates tuae ealamitati, tunc videbis mortem uxoris tuae vere non
niiserabilem esse, sed tantum in affectu. ubi sunt öo(r/w^ (/voixai]),
Idee memorabilis est sententia Maximiliaui consolantis re-em l bi-
linpum, tilium suum^), Du must y:G^^■onclV') Dn^yw^t yhv noch
viel mehr verlieren, die dir lieb sein.^«) Ita delient (.enerosi et
Christiani aiiimi faeere, Es wird nicht anders draus, Nam hataii
non cessat, (pii est author mortis et erroris. Der vliet sein tuck")
an Christen.»^) Es -edeyet yhm aber nicht, drumb ist Christus
vnter seinen henden -ewesen, scilicet ut destrueret eius dominium
et authorem superaret mortis.':^ ^^un Satan est author mortis, Dens
il)se non occidit, 8i enim Christus»^) occideret, wer wolt zu yhm
vmb hulff lauffenV Non enim hoc officium Dei est, sed der sun-
der«^) Wen er die band weg:nim]>t, sz(» frist vns der teuttel
vff liifert mortem, euius Deus author non est, Mors nostra (luidem est
voliintas Dei, Er hatt alier kein Lust dran, Summa c(nitrari) sunt
Deus et Sathan, Omnia quae Deus tacit, facit ut smt, Satan autem
facit, ut non sint, Ideo Satan est author mortis, mendax et homicida,
Das' ist sein handwerek.»")
1) Nacli den späteren Tischr. war es Magister Ambrosius Berndt aus
Jüterboik der seit 15>(> in Wittenl>er- studierte u.mI ir,2s Ma-ister der Ph ioso-
üb^e wurde Im Sommer 15:^7 verwaltete er das Dekanat der p Inlos. Fakultät und
starb 54- Er ist es, der 153^ in zweiter Ehe Luthers Niehte Lene Kautmann
145
lieiratete. Vgl. KöstHn IT, 4'Xi, 404, (»77. F(»rstem. u. B. IIT. 147, Note 1. Da alle
diese Colbxiuia etwa in die Mitte des .bdires lö:;2 fallen, so ist anzunebnien. dass
;uu-li der Tod der ersten Trau des P>erndt in dassell)e .lalir zu setzen ist. 2) ..Kr-
widi-r' gekürzt aus ..ber\vi«ler^' = berwieder. Mittelb. „erwider" aus ..lii'r wider*.
Weigand 1,472. :<) Lies vide. 4) Eine deutsebe Form, der das mittelalteriicbe
/ueearuni zu (Jruude liegt. Vgl. Du Cangr 1. ^12 sub v. CanameUae und
("anamella. „('anauu-llae*' = Arun<Uues, und»* clieitur zacbarum seu zueca-
riim tV. ;>) Lies „onn^ya} »frniyui- ^ natiirliclM' Zuneigungen. C) Vgl. n. ."»U>.
7) Lirs .^oTonyra tf rnixtci''. ^) Fbilipp der Sehiine vt>u Spanien, Solin Maximilians L
von (»estreirli und der Maria \«mi liurgund, der Toebter Carls des Kübnen, gest.
\:m\. i») Vgl. n. 4."»^. l'O Die lat. 4'isclir. „Ideo menu)rabilis sententia est Maxi-
luiliani eonsolantis I'bilipi>um Kegem tilium suum de optimo viro in aeie
auiisso, l liel»er l'bilipp du uuists gewonen, du must ibrer noeli viel mer, die
dir liebrr sein, verlieren* (lleluMist. ganz lateiniseb): die deutseb. Tisebr. ,,Darum
ist das eine feine Kede Kaiser Maximiliaui, der man billig gedenken soll, damit er
seineu Sobn, Kimig Fbilii.pum tröstete, der sieb so boeb betriibete und beküunuerte
über dem Tiule eines trt-uen. ebrlieben. fruiumcn Mannes, der in der Seblaebt war
blieben. Denn also spraeli er zu ibm: „Lieber Lliilippe, du nmssts gewobnen! Du
wirst ibr n«>eb viel müssen verlieren, die dir lieb sind-. 11) Mittelb. der tue =
sebnelle beftige Lewegung, Seblag oder Stoss, in bildlieber Bedeutung = versteekte
i.osliafte Handlung, (iewöbnlieb im Plural „die tu<'ke oder die tiieke" (tuek oder
tüek ). 12)1 >ie spät. J'isebr. .,an ('brist o*-. 1 :{ ) 1 He spät. Tisebr. „daruml) ist Cbnstus
untter seinen benden gewest. seilieet ut destrueret dominum et autorem
nM»rtis" oder „darum!» ist (bristus unter seinen Händen gewest, auf dass er
zerstörte den Herrn und Stifter des Todes'". 14) Die spät. Tisebr. deus
oder (J<»tt. Vielleiebt si autem. l.")) Die Worte „sed der sunder'- leiden in den
spät. Tisebr. H») Vgl. (1 ötbes Faust. Erster Teil (p. 4:5 der Ausgabe von Carriere):
„leb bin derCeist, der stets verneint, lud «las mit Keebt: denn alles, was entstellt,
ist werth dass es zu (iruude gebt; 1 )rum besser wärs. dass niebts entstünde. So ist denn
alles, was ibr Sünde, Zerstörung, kurz das Böse nennt. Mein eigent-
liebes Element. Vielfaeb äbnlieb naeb Form und Inbalt. an einzelnen Stellen
wr.rtlieb bat das Obige Bindseil eolloii. IIL 2u'». 21(i. Doeb tinden sieb aueb viele
Abweiebungen und Zusätze, besonders in Bezug auf den Sebluss. \ gl. terner
Kebenst. II, 5». .S»'. Ell. A. <»o. 14:i -Nö, Förstem. u. B. III, 147, 148.
()D).
|227| Wir können die weit nicht from machen, Meister
Hans') mus sie /ihen-^), Idei^ recte facit Carolus ('aesar, ((ui hoini-
cidas ctiam ipsos occidit. nullis i>arcens.=*)
1) Vgl n. :>27. 2) Im Sinne von erziehen. :i) Dieser Absatz, den Cor-
datus als einen selbständigen bat, ist in den spät. I^isebr. mit n.Ol.J verbunden.
Der Febergang ist dureb folgeiule Worte (linids. eoll.Mi. 111, 2i(i) bergesteUt: „1 rm-
eeijs noster boe morb«» maxima passus est. ipialia nullus Ilereules et abieetus ser\ us
passus fuisset. Sed (»ratio eum adiuvit. Ide(» .»rate, ut duret politia". Dann beisst
es: „Nam totus mundus iam plenus est impietate et ingratitudine,
denn meisterHans mus tzieben. wir kr»nnen ibn nielit trom maeben(:').
Verständlieber Kebenstoek lL(i": „Nam totus mundus iam plenus est inipietate et
ingratitudine, Caniitieem enim impi..s imnire (»p(»rtet, ii«»s omnes -^^^^P/^'/'^l^'";
subigere non p(»ssumus-. Die deutseb. IMselir. (Erl. A. «i(i, 145, 1- örsteui. u. B. I, LN
mit Cord, fast ganz übereinstimmend: .,Denn die ganze Welt ist jtzt voll g«»tt-
loses Wesens un<l Fndankbarkeit. welebe Meister Hans ziehen muss; wir können
sie niebt fromm maebeir*.
()17.
Zuinglius c(HTi]nt nie (juasi ineptum Allei;-oristam, (luod prae-
sei>e et fascias') Scri])turam, et (;oeh)s^) dic(» in \)s:-^) A])ostol(»s,
Verum haec Allegoria luui est mea. et eg-o eam ante didici (juam
ij^se ad spiritum eius veniret.
10
1-2
146
1) Vgl. n. 557. 2) Die Form eoehis kouunt, wenn auch sclton, sclion \m
den Alten v(>r. 'A) Vgl. Psalm 10, •_> J'orli (du' llinmu'l) ciiarrant gloriaiii lU*i et
oiKM-a luanmuu eins aniiiuiat tinuauu'iitmn" (Nulgata): diesellK' Form Fs. 5»>, C»;
1(»2, 20; i;Ui, ötV. Lies iii psalmis.
618.
Gut macht miitli'). Hoc* im»l)avit Erftonlia, qunc nun dives
essef^) et eouteiiineret KnisiM)])Uiu M:ii;nntiuinii et Dikmmu Snxo-
iiiiie^O^ tuleo huiuilinbi est. iit eeniitur'j, Ks liat yhr an weyslieit
j^efeylt, nicht an ^^elt, et ])roverbii loco dicitur, Stoltzer iniit.
heinilic'her neid, vnd kindischer Vad. hahen Koni vnd Troia
zustort^), Hac [2281 caussa honiini et ])rudenteni viruni Heinrich
Keiner^) suspenderunt, et ideo omni henedictione carent, et (|ui di-
cuntur olim annuatiin hahiiisse 8(M)()0 Üorenos, nunc alienuni aes dehent
annuatim 60O(mh) fiorenos. Est auteni Civitas nuinitissinia et i»oi>ulo-
sissima hal)ens 180U()') tewr stete, Sie ist nicht zu ^^ewinneu nisi
Turca eani ohsideat.^)
1) Dasselbe Spriehwort in Luthers liriefeu (de W. u. Seidem.) 111,54«), opera
exeff V IM, 147 „(lut maeht Muth, Armiith wehe thut, ut vulgu du■ltur^ Vgl. he-
sonders Erl. A. 57, ;i54, Förstem. u. F.. 1,275: ,W.) gn.ss (;ut ist, da smd auch
allerlei Smideu; denn (Wit macht Muth, Muth maclit Krieg und Krieg
bringet Armuth, Aruiuth macht Uemutlr tV. 2) Frtiirt, schon triili Mit-
glied der Hansa, war während des ganzen Mittehdters eine der reichsten und macli-
tio-sten deutschen llandelsstiidte, namentlich durch den Handel mit Waid. .\us
eigenen Mitteln gründete die F.ürgerschaft FiTs (V) die berühmte l niversitat, die
tür die retbrmatorische F.ewegung des l»i. .lahrh. so ]»edeutuugsvoll werden s»>llte.
•{) Seit \uso-aug des Mittelalters machte Kiirmaiii/ fortwährend Ansprüche ant «lie
Landeshcdieit über Erfurt, deren sich die Stadt jed<K-h zu erwehren wusste. Auch
Kursachsen erhob ähnliche Ansprüche, iusbescmdere ant (Iruud eines I Mi ahge-
schlosseuen Schutz- und Trutzbündnisses, wobei sich Erfurt zur Zahlung eines jal.r-
iichen Schutz"-eldes von l5(KK;ulden verpHichtet hatte. 4) Hauhge Ueibercieii mit
Kurmainz und Kursachsen, die durch die reformatorische Hewegung herbeigetuhrteii
Unruhen Schicksale im Hauernkriege, die Concurrenz von Wittenberg, so^yle manclie
andere besonders wirtschaftliche (Jründe, welche die .neue Zeit" mit sich im (.etolge
hatte führten einen Verfall der Stadt herbei. Der Wohlstand, inul besonders die
Universität sank. Von einem solchen Verfalle, den Luther dem Erzbischote Albrecht
V Mainz zu.schreibt, ist auch Erl.A. «;2.2s7, Fr.rstem. und Hinds. I\ , 54:t, 544 die Kede.
V-l. auch J. C.Motschmann, Erfordia literata., Erfurt 1731 S. 4 -7 tt. !• erner
Janssen, Gesch. d. deutschen Volkes 11,204 iL. Kampschulte, die | mversitat
Erfurt in ihrem Verhältniss zu den Humanisten und der Hetormation 2 1 ., 1 rier
is.^s isco •> 175 17!i— is|, 201. Die Letzteren stellen den Vertall lediglich als eine
Fo'h^ der'Keforiuatioii dar. Trotz alles Verfalles gelingt es Kurmainz erst KKU
mit^Hülfe von Keichsexekutionstrupt)en sich dauernd in Hesitz der Stadt zu setzen
(bis is(r>) Damals verzichtete Kursachsen freiwillig auf seine Schntzgerechtigkeit.
5) = zerstört. (;) Feber die Hinrichtung des Heinrich Kellner, der bei
Hindseil III, 1<h>, KM .innocens consul- genannt wird, vermag ich nichts
Näheres mitzuteilen. Vgl. iedi)ch F.inds. III, lu^ und besiMiders Kummer p. :{o(,b
bei LautiTbach p. s l. 7) lUndseil JSuo\ Vgl. Erl. A »Ji, i:t7 .Ertiirt (hat) acl.t-
zehntaiisend Fenrmam'rn\ S Abweichend und mit mehreren Zusätzen hmlet sich
der obige Absatz bei llindseil colloq. Hl, H»(i, lo|.
619.
Ahoniinationeni Missae nulhi lingna exinimere, nnlhnn cor pc^test
digne conei])ere, et niiruni non fnissct si Dens ]»ro|>tcr eani totuni nimi-
dmii perdidisset, Sicut certc niai;iiani eins parteni pcrdidit per unndi-
147
nationem Missae. Sed cum venerit per ig:nem illum, reddct ei dignum
])r:ieminm.')
I) Abwi'ichend Erl.A. (»u. :{'»5, Förstem. u. F.. III, :{;{:i, Hiudseil collo»!. I, F22,
liN'benstock I, <»>.
620.
Va])atus dnidiciter finuhitur. ])er cnltnm l)ei, (piem ipsi vocant
et ])raedicant. 2"J) jier Missani. ((uae corracU't onines opes mundi et
d:it l*Ji])Jie. Missa est Dapistaruni ])etra in sinritn et carne, In spiritn
i:im cecidit. Destruet eam Dens etiam in carne. et ]>etrani carnis de-
strnet Las-) midi vnser hergott am Ahelnr*) sterhen, szo thut
er den l*ai)isten ein <;'rosse scluilckeit. das sie den nicht ver-
hrandt liahen, der sie alszo zu nicht gemacht hat^)
n Lies seciindo. 2) Hindseil co11<mi. I, 12?: „Lass mich^ :<) So die
Hamlsehr. Lies Atliem =-- eines natürlichen Todes sterben, was Hinds. an der
eitierti'ii Stelle auch bietet. 4) Der erste Teil bis , etiam in carne" in allen s])ät.
'I'ischr. abweichend. Vgl. Erl. A. r,o. :{«I5, Fi>rstem. u. F». III, a.i.'L Hinds. c(.llo(i.
1,122, Kebeust. I. ii^. D«'r zweite Teil bis „gemacht hat" nur bei Hmds. u.
Kebenstock.
621.
[229] Advenientes duos Doctores Juris sie excepi. O vos Ju-
ristae*), ego facik' terrem vos, si legibus inniteremini, et mm Cano-
nihns. Sed vos cum utrius(iue .Iuris sitis Doctores. magis Paimm
(U'fenditis et suas"^) ('anones ({uam Lcges et (^\esarem, Vnd ich
wolt mein band drumh gel)en. dass alle Tanonistae et Paiiistae
sollen vhre Canones müssen liahen. Ich wolt yhn kein ergern
teufferwuntschen. Kidscopus Maguntinus *) tres eiiiscopatus, (pios
vos defenditis, non ]>osset habere, Ihr Juristen, trettet vns nur
nicht mit fussen. wir muchten euch sonst in die versen
beissenl ')
1) Die spät Tischr. .<► ihr ("anonisteir oder ,0 vos Canonistae". 2) Lies
siH»s ;{) Vgl. n. Wi4. 1) Abweichend Erl. A. C.i. 217, Förstem. u. H. IV, 4SL
Hindseil e(dlo.i. 1, 2s7. Kebenstock I. FU^'. Mit dem Schlüsse vgl. Erl.A. (Vi, 2 F.»
(Abs. 2), Förstem. u. F.. IV, 4s:i.
622.
Doctor Juris est Chimaera, id est iilane nihil. i)uta Juris Cano-
nici, (piia coüiintiir dicere et sentire, «luod Fa])a dicit et sentit, Sed
omncs professores artis suae artis dehent iirot'essores esse,
\'os aiitem vestrae artis non estis ])rotess<nvs. Ergo etc. Cacternm
Legcs et ins Civile sunt oidinia inventa rationis. Si autem vultis esse
Jans (^ivilis Doctores. szo seid vhr hall) lahm. ,Der tropft' hat
mich (dicitis) auff ein Seiten geschlahen". [230] Papa post am-
hitioncm et avaritiam tantiim est Doctor Caeremoniarum, \ hi enim
.ludicialia tradit et Civilia. llie mere Legista •) est et Caesar, etmmsi
sihi (^ji^t'snrem snhiecit. ideo recte deiinitur Pai)a a Dauiele, (juod sit
b.nno secnndum nullas Eeges taciens, Sic volo sie etc."^) est sua^^) Lex.
Caesarem antem esse, est Conservatorem Juris esse.^)
1) Li-nsta -- -.11»» <l«^**^'^ '^'f-^^'^" ^^» ^''"'^'* ^^' -' *• "^^^"^^ '^^'^ ^^**^' "^^^ *^*'"- ^ '^ '*'
rechte besehäftigt^ 2) Vollständig lautet der Vers: ,Sic volo, sie lube.», sit pro
Kl*
148
ratione volulltas^ Juvciial VI, 22:i. Der Vers kommt öfters vor. V}?!. Cordatus
p :iOS Erl A. ♦>(), 2:)2 tV. ;{) Für eins. 4) Abweiclieiul nnd weitlautti^^ Lrl. A.
i;> •>I7 •>1S Förstern, u. 15. IV. 4s), .ih2. Woiii^cr aliwcicluMul iiml kürzer Hnulseil
I,'2S7 (Emil' der Seite), 2sb, lll, 22V) (Abs. 2), Kebeiist. I, ÜJ'.»".
623.
CumMiili)liortO, exempliim Zniccaviiini fastus*^), ad ine dixisset
Er Doetor, liir brin^^t viis nyiner viiteni Uapst, wir sein vil
zu gelert worden, Uespoudi, Ists nicht ein i)lajr, das ieh ander
leut szo gelert habe gemaeht, vud ich weis selhs nichts, Das
hei st alios doeere, se ipsiun non doeere/0
1) V«-! n. 277, IJUl. 2) = Eiu lieispiel Zwiekauselien lloelimutes. :0 Vj?l.
liindseil eoltoq. III, loo, wo sieh muli tolj;Tiider Zusat/ hinter .non doeereMindet:
^in Torgau deeretnm erat, ut i)rineeps elij?eret pastorem. iioe eoutemiiuut ('} j?nei
et ipsi eligere vohiiit.'' Vgl. aiieh ivöstliu II, 2S().
(324.
Der WitzeP) ein-) sehalek, der sieh von vnsern fursten
wie ein bosewieht aus dem lande hatt ^-elo^en. were ein
rechter pfarher gen ZwickawvO
1) Georg Witzel, protestantischer Theologe, mnsste in Folge von Teil-
nalime am Bauernaufstände als verheirateter Priester sein Amt in Thüringen aut-
o-eben erliielt aber auf J.uthers Empfehlung bald hernaeh die Pfarre /u Niemegk
bei Wittenberg. Hier wurde er bereits des Abfalles von der neuen Lelire ver-
dUehtig. Als er nun vollends den Antitrinitarier Clam panus 152U bei sieli aul
nahm, wurde er gefänglieli eingezogen und seines Amtes entsetzt. Seit dem bra«'h
er vollends nnt der Kefornuition und trat zur alten Kirehe zurüek, von i:):n an als
einer der heftigsten (Jegner Luthers auftretend, der ihn jedoeh keiner <lirekten
Antwort würdigte. 153:J wurde er von der katholiseh gebliebenen Linie der Graten
von Mansfeld neben dem Frediger (iüttel in Eisleben als Pfarrer angestellt.
Sein Nachfolger in Niemegk ist ('«mrad Cordatus:. der ihm auch l.j.i.
nach Eisleben folgt. Vgl. Köstlin I, 704, IL :;2()- :r22. Festsehritt des (iymnas.
zu Clausthal zum Luther-.lubil. 1^^;^ p. .j. Ueber Witzeis Abfall und (u'tangennahme
vgl. besonders Erl. A. (il, i:?, Förstem. u. IL III, :i4U. 2) Lies ,ist ein sehalek\
:0 Nur bei liindsi il III, PK» findet sieh das Obige, und zwar in folgender lorm:
Uer alte pfarherr von Niemegk Georg Wit/el ist eiu sehalek bösswieht, hat sieh
aus dem landt gelogen für vnnsern tursten, der were recht kegen Tzwickaw\
02
o.
[2:U1 Ego moriar ininiicus Cigneoruni '), Me mortui» sollen sie
ein schna])])en krigen, die ein schna])pen') heist, Dicat (|uis,
(^uid si resijnscantV Kespondeo, Wen das geschieht, wil ich
einem die band geben, das er mus abhawen, Non resipiscent,
nisi nacti fueriut aliuin Magistratum et alium po])uhim. Wir haben
yhn geholffen vom Storch vnd Muntzer-^j vnd yhn frome leut
zugeschickt^), aber sie woUens nicht haben.')
l) Cygnei = Zuiecaviani. Vgl. n. 27f.: Ego moriar in im icus hui us
Civitatis (sc. Zuiccaviae). 2) P.indseil 111, PMi: eine seh lapjK'n kriegen. Mittelli.
diu slappe = Haube, Maulschelle, Ohrfeige. MüUer II, 2, :t'.>2. Vgl. auch
Weigand II, 5S2. Gordatus Lesart ist Je«h)ch nicht unrichtig. Mittilh sna m'
(snai)pe) = sinke, stürze. Davon daz s nahen (snappen) ■--■ das Straucheln, der
Fall Müller II, 2, 4:i4, 4:{5. Weigaml II, (H2. Dann würde es freilich heissen
müssen: das ein ff. W) Vgl. n 125, Gordatus j). :{S7. 4) Haussmann, Gordatus,
So ran US, Beier ff. 5) Die Zwickauer Angelegenheit von ir>;p (vgl. n. 57 Nt)te 4)
.ailliiMiäftÄSäÄfeE. ^
119
betreffen eine Keihe der von l'ordatus aufgezeichneten (iespriiche. Vgl. daher n. :)*>,
57, 7ti, 272, 27(i, 277, 27S, 27«), 2M), 2S1, ;t90, :V.M, 62.'^ «24, t>25. Vgl. auch Gord.
p. 242, 2(»«), 27 L 441, 512, 5:U), 5S;i ff., wo ebenfalls von Zwickau die Kede ist , wenn
auch nicht immer mit direktem Bezug auf jene Angelegenheit. In den spät. Tischr.
fehlt das Obige mit Ausnahme v(m liinds. an der citierten Stelle.
026.
Daniel dicit de Turca, Ponet arcem suam infra duo maria in
monte Sancto'), Das ist. Er wnrd au ff Rom komen, das wolt ich
gern, ut vindicaret sanguinem multorum Martyrum, (pii Komae inter-
fecti et sepulti sunt, in quam irruit Papa, ut sederet in loco Sancto,
scilicet illa abominatio'-). Verum, cum Komam veuerit, prope adest dies
extremus, Turca non multo plus regnavit 200 annos, Barraceni autem
plus minus 800 annos regnaverunt.^^)
1) Daniel XL 45 (12, 10): Et figet tal>ernaculum suum Ai>adno inter maria
super montem incivtum et sanctum (Vulg.). 2) .lener fJreuel (nämlich d. Papst).
:n Vgl Erl. A. (;2,':^79, Förstem. u. B. IV, ^V-Vl, i\\V.\, Bindseil colloq. I, :i9o, :i9(J
Kebenst. I, 208 »J.
r)27.
1282] Christus ante redomit animas nostras, iam redimet corpora
n(>stra, V/ir harren nur auff den man, Caeteri timeant adventum
eins, (juem nos desyderamus.')
1) Abweichend Erl. A. 62, .{79, Förstem. u. B. IV, 633, Bindseil colloq. I, 396,
Kebenst. I, 20Si>.
028.
Ich denck offt an den.lamer deutscher land, (pii ei futurus
est, vnd las offt ein schweis drüber. Ich Hab werlich sorge,
der Turcke werde durch vnd durch zihen. Den Turcken
schlecht') niemand, vnd Deutschen lassen yhm nicht raten^),
llilfft der man nicht, der Christus heist, szo wird Caesar
neque ])rincipes etwas ausrichten, vnd das Vater vnser mus
etwas thun."^)
0 Er schlegt (schiebet) = er schlägt. 2) ^ Xm\ Deutsche lassen sich nicht
raten" 3) Die späteren Tischr. im einzelnen abweichend. Vgl. Erl. A. 62, 3 < 9,
Förstem. u. B. IV, 63M, Bindseil collo(i. 1,396, Kebenst. I, 20sb.
029.
Quidam dixit ad Papam'), Cur non corrumperet illum :\!o-
nachum pecunia. Kes])()ndit, llle'^) bestia non vult accipere pe-
cuniam. Ein post^«) ward nider geworften, apud quem literae
papales inventae sunt ad Fucker^), quae continebant, ut Luthero
daret :iO() florenos, ut sileret.'')
1) Die spät. Tischr. .Quidam Antwerpiae dixit ad Aleandrunr und
Ita (liiidam in Antwerpia dixit ad A lexandrum Gardinalenr. 2) Lies
i^'lla. 3) Bindseil colloci. III, 155: .Eine ix.st ist wider (?) gewort^en wordeir,
Rebenstock II, 171': /rabellarius (luo.iue apprehensus est\ P'^\ ^^^''»V-^^
Post = ein Poste, ein Posten (Weigand II, 37r,), eigentli(;li .aiitgestel te Wachej
Posten, steht hier wohl im Sinne von Postbote, worauf auch die Lesart hei
Kebenstock .tabellarius" hinzudeuten scheint. 4) Vgl. n. 555. 5) In den deutschen
Tischr. fehlt das Obige.
150
151
Fridevico iiniKiatori») niito filio Vcuoti Cimas aiiroas doiia-
veruiit, at ille Imperator ])ru(leiis Caneiu in illas ])osuit, i[\\\ et sta-
tiiu creimit.-)
1) Es ist wohl FricMlrich in. -vnu'int vim 111»» 1 iw;;. -M V-l. Kunmicr,
Tischr. p. -ÜMii' bei Lautorbjicli i». 121 : J>U' Vciicai-ccr Ii.iIm'H v'mv (Jultlcnc Wii'iicn
dvui Vater Maximiliaiü j;t'S('liaiHkt nato tilio. AhvY er Ic^'t oincn lliiiult »Irriii.
als \)Ht zerborst er van oiiiainler (!)\ Naih Cord. Lesart ist der Sinn: ,der
aiieli sogleich eine lUähiing von sieli Hess".
631.
[283] Anno 10 Vcnit qnidain ad mc, eni statini niaiiuni
(ledi, et enni eiini ad liabitationeni nieaiu dueereni, dixit ille,
:Mein lieher Her Doetor, Mich wundert, das yhr iedeni die
Hand szo palt reieht. Wie wen eueh einer mit einer huehsen
ersehosseV E^o iani sum solus vohiseum. i:esi)ondit Doetor,
szo mustet yhr aueh sterhen. Tum ille, Wen das gesehehe,
szo macht mich der Hai)st zum heilifi-en. vnd euch zu einem
kctzer, liis auditis accersivi Woltr^^-au^um') nieum. Et ille
mox abijt ex Civitate.-)
1) Vgl. n. 5S«>. 2) Vgl. liindseil colhMi. 111, 1^5, Kehensttyek 11, IT«, IT»»,
wo jedoch Liitlier iiielit alles in der ersten Person von sieh erzählt.
032.
Item literae vcniehant mihi ex Vratislavia, ([uendanj
futurum»), qui nie veneno esset interfecturus. cui Poloni
quatuor milia ])romisissent aureorum, et ita illum mihi
deseribebant. ut (»])time noscerem eum. Erat autem Doetor
Polonus, peritus multarum linij:uarum-j. o])timus Astronomus,
quem Philii)])us admirahatur, a (juo etiam i])so nie Dens
custodivit, 'is mecum lihenter lusisset im Schacht-^, sed ep:o
nolui, Tandem animadvertens se esse susi>ectum, clam ahijt
et venit ad.luniorem Marchionem »), hatt sich hey yhm lassen
ansag'en, sed resijondit^), Ev last yhn ymer hinwe.i^-e. Er ist«),
der 1). Martin [2:UJ hatt sollen ver^-ehen"), et ijudefactus"^)
etiam hie ahijt, Ita et Lvpsiae factum est, Deinde ich --leuh,
das mein l)redi^^stul'•) offt ver^-ifft wird'"), nocii") hatt mich
j^ott erhalten.'-)
1) Bindseil coUoii. III, löö: (luendaui venturuui. 2) Uinds. „callens multas
linguas, etiam 'rureicani. 'S) Mittelh. daz sehAeh (vom persisehen sehah — Kf.nig)
= Sehaelisplel. 1) \'gl. ii. :U^, l'»2. ö) se. Marehi<». ti) l'.inds. ..es ist der 'l'odt,
der tr. 7) Mittelh. Jeli vergibe einem = „gebe ihm etwas, was zu st'int'm
Verderben gereicht, vergifte ihn". Vgl. ,,do wart ime vergeben" = da
ward er vergiftet, Lanq)r. Alex. r,'J2l (7271), er vergab dem herren sin = er ver-
giftete seinen Herrn, Keinh. 2171. MüHer I, öi>5. Weigaml II, \m. Xarli .'iner
Note liind.seils hat <lie llnllisehe II an dscli rift also ganz richtig D. M ar-
tin o, was in Martiniim nicht geändert werden durfte. s) Ilcschämt, Ilmds.
,,contiisus". !>) IJinds. ..dass mein predigstid vnd die lehne'*. 1'») T/nids. „olll
vergietVt sey gewesen". H) liinds. doch hat mich IV. 12) Abweichend im lün-
zelnen liindseil c<dlo(i. III, löö, 150, Kebenstock 11,17-, letzterer ganz lateini.sch.
Vgl lerner Köstlin I.»i»i2, bl2, Luther üriefe (de Wette u. S.) II, (ilii, 1)25, Corpi
Ket'orm. \X. :>2r», Mathesius XIV, .{(Mi, :ju7. In <len Kebenst. Tischr.^ wird du
Obige ebenfalls in der dritten Person von Luther erzählt.
Corpus
IS
638.
Questa est uxor mea, adhuc tantum tria vasa cerevisiac
su]>eresse. cui resjiondi. Interim hoc nihil nocere. dum ])aterfamilias
Dens est. (jui ex trihus facile (luatuor ])otest facere.')
I) Die lat. Tisclir. „Vxor conipiesta est, se adhuc tautum triii vasa cere-
visiac habere. Uespondit: vnser hcrgott kann wol 1 daraus machen. Xisi ipse
fuerit paterfaunlias, actum erit." Vgl. IWndscil eoHo.p III. \W. Uebenst. II, is-«, Is'.
(dieser ganz lat.). In den deutsch. Tischr. fehlt der Absatz.
034.
Quaerentihus de malis successihus nunc respondeo, semper neeesse
esse, ut miindus pereat. \'ltra enini stare non posse. nihil ergo referre,
(luihiis ])ereat fortunis.
()35.
D.i) Jonas dixit: Ich mein. D.'), yhr insultirt Oott im
l»salnr-) .(luare fremuerunt gentes^ Den ich g'en Auspurck
schickte^*), Cui resiuuidi. Welcher i)rophet hatt nicht o-eschol-
ten^)V »loh a ]>rincii)io ])acientissimus tandem tiehat impacientissimus.-')
1) l)oct(.r. 2) Psalm II, 1: „(.^uare fremuerunt gentes, et populi meditati
sunt inaniaV (Vulg.). Vgl. n. WoS. :i) Vgl. n. 5:u». Seckendorf IL ij 7(», 2. Köstlin
II •>•>:{ Wie kann Monas, der in Augsburg ist. diese Sclirilt Luthers an den Erz-
bischof Albrecht V. Maiuz nach Augsburg scudenV Die Schrift wurde m Xurn-
ber--- gedrurkt. Ist .bmas vi>riibergeheiul von Augsburg abwesend gewesen:*
l) Vgl? n. 'VX^. r)) Aehnlich Kummer, Tisclir. p. 2«m;'» bei Lauterbach p. 67.
030.
Jhc elender es <i*estanden ist in veteri testamento. yhe j2:e-
waltiger ])ropheten |235| sind j^-ewest. Siciit temporilms llicre-
miae elc. (|ui niira cum Deo locuti sunt.')
1) Vgl. 11. M)\ Aehnlich Kummer Tischr. ]». 2U()i' bei Lauterbach p. i'ü.
KrI. A. «il,:<s2, Förstem. u. P». iV, 225, liindseil collocp I, :M4, Kebenst. 1, HUI''.
(•>37.
Ich halt, mein Herr von Sachsen') were in veteri testa-
mento ein Ezechias gewesen, wen es dazu komen were, Njuii
illo me consulente. an in 12 articulos rusticorum-) deheret assentiri.
et me res])ondente, ne in unum (|uidem consentirct. lihenter annuit.
Hoc tantum adijciens, (iot hat mich zum fursten gemacht vnd
hatt mir viel* pferd g:ehen. Wil er mich nicht alszo lassen
hleihen, szo wil ich gern mit acht oder vier iifertcn auch
reyten"*), Hoc ad me dicehat.')
1) KurtÜrst .lohanu v. Sachsen. 2) l.")2:) iui Pauernkncge. ü) Vgl. die
\eus.serung .l(»hanns v. S. n. i:Wi. 4) sc. Cordatum. Xach den lat. Tischr. be-
zieht sich obiges (Jespräch auf Friedrich deu Weisen v. Sachsen, die deiit-
i^tt^^^mü^tä&A
ir>2
schcMi Tischr. hirton : Ich lialtc, dass nn-iii iin;i(li<z:('r Herr IUt/o^' .1 »» liaini. Kiirturst
V. Sachsen Ü\ Start der h'tztcn UtMiuTkiui«:, ans wch-hcr hcrvorjjjoht, dass Luthers
obijrc Worte speeiell auC!»)rdatus jj^eriehtet jrewesen siinl, liabeii die spät. Tisehr.
entweder: „Das war eine ehristlielie , }2:ottseli.u:e Antwort vnd eine ^^rosse Demut"
«xier: „Ilaee erat pia saneta et Cliristiana resp«)nsio Joannis eleetoris*' (!).
Die letzten Worte tV-hh'n aber doeli hei Kebenstoek und Kummer. Vjj:1. Krl. A.
Hl, :<s2, FJ)rstem. u. ?.. IV, 22:), Kummer p. ilMP' bei Lauterbaeli p. 07, der am
meisten mit Cordatus übereinstimmt, IJindseil eollo«]. I, :i44, rU5, Kebenst. I, UiO^.
688.
Suiiima est ji:ratia luihere eoningem sodaleiii, cui oiniiia romiuittas
et eontidas res tuas. eiiin qua liberos gigiuis etc. Dens aiitein imiltos
in Coninginni intnulit sine consilio ipsoruni, Kethe, Du hast ein
tromen man. Du bist ein key serin, age gratias Deo. 8ed ad
hane eunditioneni requiruntur honae et i)iae personac.')
1) Vgl. n. 450 nebst Note 2. Erl. A. r.l, !(;•«, 214, Förstern, u. li. IV, ;{\ TT,
Bindseil eolloq. II, 354.
639.
[236] Johannes Lntlier, filius mens^), ]mer ad mensani sedens
serio semel dieebat, Suniniuni «iaudiuni in Coelis esse edendo. saltnndo
etc., Illic flunien esse, ((uod biete nianaret, et ibi siniibi^nnesp s])(uite
erescere, Hoe genus vitae^) oniniuni est Beatissinium, Non enini liabet
euras politieas necpie videt Eeelesiastieji nionstra ne(iue ]>{ititur terrures
mortis ant futurarum infirmitatum, tantum Imna speeulantur ])ncri.^j
1) Hans Lutlier, Dr. Martin Luthers S(>lin. Vgl. n. 111, ;n5. 2) Ein (iebiiek
aus feinem Weizenmehl, Semmeln. Vgl. Luthers r»rief an seinen Solin Hans von
K(>burg aus vom \\K Juni \yM). Lntlier L.r. I, II. Küstlin IL 214, 215. :{) .se.
l)uerorum. 4) Der Schluss des obigen Abt;atzes lautet in den si>ät. Tisehr. „ne^pie
terrorem mortis et interni patitur, tantum pura speeulatur" oder ,,leiden noeh
tVdden kein Sehreeken des Todes noeh der Hölle, haben nur reine (Jedanken und
fröhlielie Speculatiou". Vgl. Erl. A. 5T, 25!), Förstem. u. F». I, l!M>, F.indseil eolloq.
I, 251, Rebenst. I, Ki.i''.
640.
D. G.') donee moritur, nun eessal»it a des\ deriu essendi Eleetor,
Hae eaussa nune t'estinat ad Comitia Katispona-), Sieut ante
ad Isbruck'^j, cum tarnen a Caesare nuiuiuam sit suseejjtus, ((uia nulli
vüluit aures suas dare, ut inteicrum^) se servaret.
I) Dux Oeorgius. 2) 1532 im August. :.) 153U vor «leui Augsburger Keichs-
.^e. Vgl. Erl. A. ♦12, v.t, Förstem. u. H. IV, 355. Kaiser Carl kam Anfang Mai
I5"{U naeh Deutsehland, hielt aber erst J» Woehen Hof zu Insbrurk und kam Mitte
Juni naeh Augsburg zur EnUfnung des Reiehstages. 4) = L'ni)art ei ise h.
tag
641.
In antiquo Codiee leetum est, Tarolum Imi»eratorem t(dam
Euro])am sibi subieeturum, Keformatiirum Kecdesiam. et sub eo easu-
ros ordines mendicantium'), Kt l)estiain nceidentalem et Eeonem
Orientalen! totum orbem terrarum sibi subieeturos. (^U(kI intellip) de
Turea et Carolo, Deinde post haee repones Darbarorum eonverten-
das-). Item juito (Jermanos dietos esse, (piod sint (iermani 1 talurum.
qui haberent saeerdotium, (Iermani autem rej;num: Si eui hoe
placet, plaeeat.-^)
153
I) = ^Und dass unter seini-r Herrschaft die Fietteh»rden zu Grunde gehen
wiirden\ 2) = .bekehren-. 3) Vielfaeh abweieheml und mit Zusätzen versehen
(bis zu den Worten: , jene das Heieh. sind also eins" oder: JIM regnum et ita unum
sunt") Erl. A. Ol, 3(i«5,"3tiT, Förstem. u. H. IV, 211, Hindseil eolhxi. II, 322.
642.
f237| Ego hie in mensa sine eibo in pistrina») sedeo. Es wird mir
mein essen viel sewrer"^), den offt einem sein fasten.
1) Käekerei. 2) Mittelli. suwer = sauer. Ueber Luthers Massigkeit im
Essen und Trinken vgl. Köstliu II, 505.
643.
Pa])atus ist eitel ^^estolen gut. vnd mus widerumb ge-
stolen werden, Neque enim i)rodest ad ali(piem Eeelesiae vel Politiae
usum, Quod experti sunt illi sub Ferdinando.')
1) Mit Ausnahme des letzten Satzes vgl. Erl. A. (io, 2(i«), Förstem. u. B. III, lUO,
Hindseil eolloq. I, 135.
644.
Karolostadius dixit, Infoeliees esse adversarios Lutheri. quod
ante eos omnes deeem annis Uibliam legerit, et Luther um viginti
annos legisse. ((uando illi') tantum deeem eomi)leverint Haee eum ille
dixisset, dennoeh ward er kluger In eim Halben Jar den ieh.
1) se. adversarii Lutheri.
645.
[238] Wie mans in der weit maeht, so taugts nieht. Es
geht mir wie dem alten vnd seinem son mit dem Esel'), Wie
iehs maehe. szo taugts niehts. Vnus enim medieorum eonsnluit
mihi, ut ])edes lavarem, anteciuam eubitum eo, Alter ante Caenam, Ter-
tius mane, Quartus meridie. AVie iehs maehe. szo taugts beim an-
dern nieht, Itaque mihi iit in alijs. Sive lo(|Uor sive mntus sum,
seditiosus dieor, oder ieh kriehe zum Creutze, Es kumbt ymer
Meister klugling, ders pferd beim ars zeym])t.2)
1) Luther hat die bekannte Er/iihlung im Auge, die sieh in einer ganzen
Heihe deutseher Lesebiieher findet und öfters die Febersehrift trägt: ,Es ist nn-
mr)trlieh jedermann zu befriedigen\ (iewöhnlieli wird als (,>uelle Hebel
angegeben, bei <lem sit
sieh .Schatzkiistlein des rheinisehen Haus
freundes 1S59, Cottasehe Ausg. \i. ]\i\ unter dem Titel: ,.SeltsjMner Spazier-
ritt'' Hndet. Hei Lafontaine (Ausg. von Colineami). Paris IMis ]>. T2) ist sie
betitelt: „le me unier, son fils et räne''. Hier wird als Quelle angegeben:
Doeh setzt der
Sales sive faeetiae von Foggius ersehienen um 14T<i.
Herausgeber hinzu: ..Mais il n en etait i»as Tinventeur, ear. (»n sait ecr^-
tainement, (|ue ee eonte etait deja eonnu des le Xllle siecle.
2) = Zäumt. Mittelh. „zoumen", dialektiseh „zeumen, zeymen".
<)46.
Caesar Caesar
Koma diu titubans longis erroribus aueta')
Corruet et mundi desinet esse Cai)ut.
154
155
Piipa
Niteris in vanuni Petri Hubvolverc iiiivcin,
Fluctiuit hee: sed non desinet esse CapuU)
0 Lies acta. 2) Nur bei Biiirtseil eoll()(|. III, 3;n findet sieh das erste
Distielioii in t'oljrender abweielienden Form: ^Koma diu titubans varijs erro-
ribns aeta. Corruet, et in de desinet esse eapnt. Daran seldiessen sieli
dann tulj^Tfnde Verse: .,K<Mna din sedens capnt extulit niibes ad ns»|ue,
Nnne depressa «Jemens, oiiniibns liidibrio est'". Heide Disticlien trapjen
die Ueberselirit't: .Iiidieiuni Frideriei I nijx'ratoris de violento iinperio
papae. Mit dem imperator wird Friedrieli III. j^emeint sein. Das /.weite Distielion,
welehes Cordatus überliefert hat, felilt in allen s]>ät. Tiseh reden. Der (Jedanke,
(Vie römisehe Kirehe mit einem Schirte anf den Wellen des Meeres zu verj^^leichen,
in welehes sich die Fx'drängten retten sollen, ist ein alter. Auch in den späteren
'n.schr. findet er sieh r.fters. So wird Erl. A. Od, 274, 27"), Förstern, n. F.. III, 24:i,
Binds. colloq. II.".), Piebenst. II, 74^ der :,rümisehen Kirehe Sehifflein" be-
schrieben und Folji^endes im xVnschluss an eine Inschrift am Skt. Feter in IJom als
Sehluss hinzugetVij^t: „Ecciesiam pro uiari rego, mihi e lim ata mundi,
Sunt mare, scripturae retia, jnscis homo". Das ist: „Die Kirch ich tiir
das Meer regier. Die ganze Welt ist fürs Meer mir. Die heilige
Schrift ist das Netz mein. Da Menschen zu fahn, die Fische sein".
„Das ist des Fapsts IJuhm und 'J'riumph.'' Ferner heisst es in Bezug auf das
zweite der obigen Disticha Bindscil III, 27«) : „Fluctuat navicula Fetri, sed non
mergitur". Derselbe (ledanke in deutscher Form Erl. A. tio, 2<>l, Förstern, u. B.
III, 235, auch Erl. A. r,o, 2H.-), Förstern, u. B. III, 251. Vergleichen lässt sich endlicli
auch ein noch in diesen Tagen auf der l?ednertribilne des Abgeordiu'ten Hauses
wieder citierter Ausspruch des Fürsten Bismarck, dcu er, wenn ich nicht
irre, einmal in einer frülieren Farlamentssitzung gethan hat, dass nämlich „das
Narrenschiflf der Zeit am Felsen der Kirche zerschellen werde".
047.
Dnx Georgias in hoc foelix est, ((uod desvdonit Eleetor
esse Siixoniae 0' Duleitcr enim lioe vento'-) paseitur apud se i]»snni,
At in hoc niniis intoelix est, (juod nulluni haeredeni habet ad illuni.'O
1) Vgl. n. (;4(i. 2) Wold im Sinne von „windiger PIan^ 3) Vgl. n. :{71
nebst Note, auch Erl. A. Ül, :{44, Förstern, u. B. IV, 191.
648.
[2:^9] Totus nnindus ist nichts den handler»), Kdleute^),
Grat'fen, Fürsten etc., Qui liabet .">() florenos, der le«;ts in
handel. Wie kan die weit lan^ stehen?^)
1) Im IT), .lahrh. „der handeler, handler = Thuemler, Vollbringer, Unter-
händler, seit dem Ende des 14. .lahrh. bereits als Familienname II endler, s])iiter
unser neuhochd. Händler = „Geschäft zu Kaut und Verkauf Ilabcuder". Weigand
I, 71.1. 2) Diese zusamnu'ngezogene Form kann ich nicht belegen. 3) .vehnlich
Kummer Tisclir. \). 2U7 bei Lauterbach \). lud.
F,49.
Es wird den Juristen gehen wie den Theolo?:en, Den
darumb ist man vns feind, das wir der weit die warheit
sag-en. Werden die Juristen dem adel auch die warheit
sagen, szo werdet yhrs') szo gut haben als wir, Nos utros-
(^ue contemnunt, szo sie doch die warheit von vns müssen
wissen. In summa, Sie sagen, wir Thccdogi können nichts,
vnd die Juristen können auch nichts, (hicsar IM'flug^)
senieldixit, Es müssen losz^) leute sein, die mit der schritft
vmbgchen vnd sonst nichts zu schaffen haben, tandem
mortuus est sine lux et Crux-»). Das war sein gcschefft.^)
1) Die .luristeu sind gemeint. 2) Nach den lat. Tischr. praefectus
Fipsiensis, nach Seckeudort" herzoglicher Kat und Vater (h's Theologen und spa-
terl'u Naumburger F.ischofes Julius v.)n Ftiug. :i) Mittelh. los ==„lv,^*V^' T.
trieben, verschlagen, leichtfertig. 4) Vgl. n. b:\\ 5) Den ersten leil des obigen
\bsatzes bis zu den Worten: „kounen auch nichts'- haben nur die deutsch.
Tischr. in abweicliender und weitläiiftiger Fassung. Vgl. Erl. A. r,2, 2/2, Irrstem
u B IV 521) Der zweite Teil mit den Worten ..Caesar Fflug'" beginnend hndet
sich, aber ebenfalls abweichend, in allen spät. Tischr. Vgl. Erl. A. tJO, 32% L i)rsteni.
u F». III, 2S.5: „desgleichen der T. Canzler, C. F., der da sagte „Es müssen mussige
Leute sein, die sich des Euangelii annehmen. Die sind alle erbärmlich gestorlum
sine cru\ et lux, wie die unvernünftigen Säue. Also wirds den andern auch
fchen'- Vgl. auch Bindseil collo.|. I, 15!», Bebenst. I, sH=', wo Caesar Ftlug „Can-
cellariiis Trevirensis" genannt wird. Vgl. ferner Erl. A. «'.(), :n 4, K.rstem. u. b.
III •>72: Ein E<lelmann in Meissen, der sonst nicht ein unverständiger .Mann ist
hatte einen grossen Schatz gesammelt und gesagt, da das Euangi-liiiiii in der Erst
war tmgegaugen: ..Es müssen müssige Leute sein, die sich um solche NU'hen be-
kümmern IV. Bindseil c.llo.i. L 151: ..Caesar Fflug. homo noii msipiens, prae-
fectus Lipsiensis. magnum thesaiirum sibi collegit, süperbe dixisse tertur
Euangelio revelato: Es müssen müssige Leiitte sein, die sich vmb solche dachen
beküinmern''. Bel»eust. I, ^2i>.
O.'iO.
Theologia geht nicht gern ein^j, den man henckts,
treuckts^) etc., Vnd wir selbs wollen nicht gern hin an
mit der vernnnfft, welche mit sampt dem fleische vns
allezeit hindert.
I) „Eingehen" = „vergehen"? Vgl. ..das ist der berg Sinai, daraulf es
«bmnert blitzet, regnet, erdeiibebet, als wolt himel vnd erden eingehen. Aon
dcu letzten W<»rteu Davids 154:i. Viiij'^. Fassender jedoch = Eingang tmden.
2) Mitteln, trenken = ertränken, zu trinken geben. Weigand II, Dl'.).
051.
[240] 1). (1.0 semi)er teniFCstive ad Comitia venit. i)utans se
omnia possc intcrturbjire. 0 (luam d(»lebit. si illne Caussae fridlich
gestellt W(n-den. wie sie sich fridlich anlassen-). Ego. si
ei male vellcm. saciatus essem sola intirmitate animi sui. Nam su])ra
m«.dum vexatur. et hoc toniuet virum. (piod se vindicarc non ])otcst.
Imo uritur libidine noccndi. <iuam semel concejut, vnd kans nicht
hinaus füren. Er mus drob ster])en. si nocere non potent-^
I) Dnx (Jeorgius. 2) Mittelh. ane laz(*n = ..worauf hin sich bewegen
lassen-, dann reflexiv - ..Fähigkeit und riiätigkeit /."igen, se purere . sich ge-
stalten, den Anschi'in haben". Vgl. ..wenns geschieht, wie sich anlnszt", De U «'tte
F.riefe II 5117, „vielleicht winl Wittemberg, wie sichs anläszt mit seinem regimenf tt.
De Wette V, 75:L Dietz I, p. St). Weigand 1. 57. :i) Vgl. u. i;iO, (;47.
(m2.
Senex ((uidam. Effurdi cum studcns csscm. ad me dixit.
Liber IJacclarie, Es kompt ein endrung, vnd die ist gr(»s.
Es kan alszo nicht bestehen, leh mein, sie sey komen.
*-^^
156
157
t352^
Ihr konnetz vnd wüst nu alles so wol als ieli, leli
Habs alles aus^^ej::eben vnd eueh nichts verhalten, In
lonptiulineni et latitudinem habt yhrs alles, 8ed in protnnditateni
non habetis, neque e^o (inideni sie omnia habeo.»)
n Vj?l. \v\t Dietrich, Collect, ex colloci. llo: „(luidam senex ex Meiiiinjren"
ete. K()stliii l, 55, 778 nebst der dort angeg. Litteratur. Festselirift des Gyiunas.
zu Clausthal z. Luther-Jubil. p. 27.
()58.
[241] Last Daviden! ein ^-ros Exempel sein niiserieor-
diae divinae, der hat ein lawen zurisseu') vnd erwürget
ein teuffei am (ioliat, Vber das hatte er f-otts Zeuirnis
vnd feit darnaeh vber zwen Zopffen, Pfu dieh Molan-),
vnd wird dazu ein niorder vnd hoffertig, Ich mein, er
habe sich \vo\ gelost'«»), Er ist schir der grost gewesen
intcr omnes sanctos, Baptista excepto, post eum est llelias, Ich
meine mein^) Moses, Aaron vnd sein Schwester haben
sich auch ge loset, 8ed si, dicente Deo, „Quia me non sanctificasti
ad aquam cöri:^*'*^)^ non ap])reheudisset remissiouem peccatorum, statim
mortuus esset et damnatus.*^)
1) = ,Der hat einen Lihven zerrissen^ 2) Vgl. n. 5(MJ. Der in Nieder-
sachsen gebräuchliche Ausdruck „phutican" ist wohl eine Zusannuenzieliung des
Obi"-en .*{) Von „sich lösen". 4) Das W<»rt mein vor Moses ist vielleicht
Dit'tographie. Luther pflegt in den Tisclir. Moses nicht seinen Moses zu
nennen. 5) Lies „ad afpiam contradictionis" = „bei dem lladenvasser .
Deuter. 32,51, Num. 20, i:{. 0) Im einzelnen abweichend Krl. A. 58, ioü, Kirstem.
u. B. II, :t9.
G54.
Si (luis est in tem])tatione vel a])ud tentatos, szo seh Iahe
er nur Mosen todt vnd werff alle stein auff yhn, wenn
einer aber wider gesund wird, Tunc Lex illi praedicetur,
Afflicto autem non est praedicanda afflictio.»)
0 Vgl. Erl. A. ()0, loa, Förstern, u. 15. III, 117, Bindseil colloq. II, 288,
Rebenst. II, 220i>.
655.
Ego darem hunc annulum, et una etiam digitum, ut
tantum scirem, quautum [242] Cignei^ praesumant, se
scire in Theologia, Aber wen ein mal ein vngluck wurd
komen vber sie, wie es dan vorhanden'^) ist, szo werden
sie in die Hosen scheissen vnd einen solchen gestanck
anrichten, das niemand vmb sie wird bleiben können.
1) Vgl. n. (>25 mit Note. 2) Sonst bei Luther stets furhanden.
Dietz p. 750.
050.
Das wortlin , (lerne'*») neque latine necpie graece neque
hebraice reddi potest, Syntaxit») mutat significationem eins.
1) Mittelh. gerne = Mit Verlangen, dem Wunsche gemäss, mit Freuden
oder mit Vergnügen, aus freien Stücken, auch leicht mi) glich, etwa Ü\
2) Lies Syntaxis. Der Sinn scheint zu sein „Die Wort und Satzfiigung, also der
Zusamnu'uhang, gicbt dem Worte (d*t eine andere Bedeutung. Deshalb ist es
nicht möglich es in einer der oben erwähnten fremden Sprachen mit einem Worte
wiederzugeben."
057.
Diabolii) malitiam i)roprijssime defmit Christus Joh. 8 hie-),
vos ex i)atre Diaboli^) estis etc.. Ex (juo sequitur omncs dolos suos>)
ordiri a mendacio, et eos conceptis mendacio, mortem eis intulit, Sicut
]K)stea statim fiet inter duos fratres^) etc., Alszo gehet sein regi-
ment: Wo er hinkompt, da fecht**) er mit lugen an, ver-
furet die leute, ])ostea non quiescit, Er rieht auch mord an
vnd au ff rühr durch vngehorsam, Tertio quando huc coegit
honnnes. treibt er etlich, das sie verzweif feien, et ut sibi
consciscant mortem. Sicut decepit .Tu dam, (piem primo dece])it men-
dacio, Deinde fecit. ut traditor fieret, et occisor sui ipsius domin j.
Posthec trahit eum [24:i] in desperationem vnd das er sich selber
er hing, Ita tandem Ion et er seinen Dienern, Contrario uhkIo
se habet Christus salvator, summus doctor veritatis. Hoc euim testi-
monium habet a patre Math. 17.')
1) In den ersten Sätzen sind eine Keihe von Fehlern enthalten. Mit Hülfe
der späteren Tischr., welche ( )biges ebenfalls, wenn auch mit Zusätzen und in viel-
fach abweichender Form, bieten, lässt sieh der Text einigermassen herstellen.
2) Lies die: = dicens. li) Lies „vos ex patre Diabolo estis". Vgl. Joh. s, 44:
„vos ex i)atre diabolo estis" (Vulg.). 4) Für eins. 5) Die deutschen Tischr.
Erl. A. t;o, 7. Förstem. und 15. 111,44,45: ,.Hieraus folgt, dass der Teufel von An-
beginn allzeit mit Lügen umgehet und die Leute auticht. Wie er Adam und
Kvam mit Lügen verführete; nach der Lügen bracht er sie in den
Tod, und bald darnach macht er auch, dass Cain seineu Bruder er-
schlug! Die lat. 'l'ischr. : ..llinc secpiitur ab initio Sathanam nu'ndacem fuisse.
sicut Adam et Kvam mendacijs «leceperat, nach der lügen bracht er
sie in todt, halt liernach l>r'aclit er Cain in homicidium et jiarrici-
dium." Bindseil collotp 1,211», Kebenst. I, 11(1'>. Es ist «laher vielleicht zu lesen:
„Ex CO se(|uitur omnes dolos su«»s ordiri a mendacio, Sicut Adam et Evam
decei)it (vgl. hernach „sicut decejüt .ludam, (|uem primo decepit mendacio etc.)
et, eis conceptis mendacio, mortem eis intulit, Sicut postea statim fecit inter
duos fratres etc. (i) Ohne Zweifel von anfechten = versuchen, beunruhigen.
Die si)ät. Tischr.: „da fähet ers mit Lügen an". Bindseil „da fehet er — an",
Ivebenst. „(luorsuni venit, ibi mendacium si)argit". Diese Lesart, der das
Mittelh. „ane vähen" = „anfangen" zu (irunde liegt, ist ebenfalls nicht unpassend.
058.
Mundus non regitur nisi i>er Tyrannos. neque regi (luidem debet
])er alios, et qui tales sunt, magni dicuntur in mundo, Das ist auch
recht, das ein spitzbube zu der stäupen') gehawcn, den
hencker seinen vater nenne.-)
1) 14^2 ist die staupi» (auch stfii)e) =^ „Schau dpfahl" (»der _Pranger%
woran der gebumlen wurde, welcher verurteilt war. örtentlich gepeitscht zu werden.
\gl. \Veigau<l 11. s(i:{. 2) Vgl. n. 220. „Spitzlnilu"' hier schon in der späteren
Bedeutung.
158
150
G59.
Christus et Sjitan divisi >) sunt opere et ofHeio, llle enim est
autlior vitae, C\)iiservat()r iustieiac, Creator (N»eli et terra(\ Tste eontra
Doiiiiiius est iiiortis, auetor i»eeeati et ])lane «nimiuin destruetor. quae
aeditieat (liristus, Suiiiina, oiiniia mala et morlu sunt opera Satlianae,
(^nu anteni Dens in scri^turis sihi mala aseril)it. ln>e pro])ter Ma-
nieheos feeit. (|ui duos deos feeerint, Ixmum unum. alterum
malum.'-)
I) Die lat. Tisehr. „di vorsissiini", «Vie (UMitsclien: /'hristns und clor Satan
haboii iir wulcnvärticre und widersinniselu« Werk und Amt'' \ udl.Mcl.t d.vcrsi.
■>) VW Krl A. öS, 1 lö, Förstern, u. li. l,-n;{ mit abwciclu'ndcm Sclilnsse l.mdseil <'o11(M|.
1 n UelMUst. !,<;»' nur l.is .«.pera Satlianai-. has rcl.ri-e tel.lt l>en^^llluss
Init älmlieli die Stangualdsehe Kedaktion der Tisehr Dass mImt usweden die
Schrift aueh (Jidt <las lW.se zusehreibt, das dienet wider die > aniehaeer, die da
zween (Jötter erdiehten; einen, der das (;nte, den andern, der d.;is l.nsi' selialet.«.
Denn der TeutVel i.hne (i.dtes Verhän-niss nielits verma-'. 2) \ ^d. aiu-li ( ordatiis
n ^7, s^- Krl. A. (il, 114; 57, inT. Fr.rstem. u. U. 111,421; 1, lUO.
660.
Verum est, Satanam suos i)r(> veris luieris sui>i)(mere, Sieut
e(mtii;'it nostro |244l seeulo cuidam. (|ui viuaeissimum su])]K)sitium ')
nun Valens im]dere c'ilM), tulit eum zu vnser Irawen zu lloekstadf^),
das maus daselbst wei^-te^O- IVrtransiens Humen elamavit m eo
dialxdus, Wilkroi)])^). die-') iaeebat in eim korb et respondebat
() ho Wo wiltu hinV'O leh wil jren Hoekstadt vnd wil niieh
lassen weiglen'). Hoe audiens vir^) ]M-oijeit eum m flumen. m «luo
eum irridentes eoUuserunt simul.'')
n Lies suppositieium = untergeseh«d»cnes, uneehtes Kind, Weehselkind.
Yo-l Not<' 4. Erl. A. M,'M). Kürstem. u. U. Hl, «10: „oder miissni supposititu sein,
Weehselkinder, die denn die Sachsen nennen }^Y}\^:'V:'- /-) \l'S '1? '
Tisehr. Jloekelstadt'S „Hulekelsta<l" (IJinds.), JliK-kelstad", „noekelste.U . («e-
ineint ist die liin-st ab-ebroehene Kapelle '/;>l, '» r' • '' V ^'''\^ r- T''^^u Hl ^n
leben wo sieh ein wunderthiitiges Marienbihl betand. \ -1. lorstem u. 15. 111, -o
Note.' :i) Die spät. Tisehr. „und dasilbst wie-en lassen'" oder und lassen wip-n .
Uebenstoek: „ut e<.ram illa (se. Maria) in eunabuhi (V) n.overetur". Die lorm w ei j^ e
= wie-te. 4) Sonst Kielkropp -rossköph-es, diekhalsij;e.s. unterj^esehobi-nes
Kind: Weehsclbal-. Da im Mittehl. die ., uil = „i^U'lle;; ist, so sehe.nt der
(Uaube verbivitet j;ewesen zu sein, .lass solche miso:estalte;e Kinder aus dem W nsse
k-imen V-l Wei-and 1, U27. llildebran<k Deutsches Wörterbuch \, (.M. Lebei
deü l rspruuL^ solcher Weehselkinder sa,n Luther selbst (Krl. A. CO, 22 Ml Irrstem,
u K 111 :.<; 7i'.i): ,.Ks ist ^^uhrlich ein -rculich schrecklich Kxemi.el, dass di-r Mitan
so kann die Keule pla-en, dass er amh Kinder ze.ij^et Also ists auch m. dem
^'ixen im Wasser, der ilie Leute zu ihm hin.-m zeucht, als Jun-traucn und M:.^;de,
mit welchen er darnaeh zuhält uud Teufelskinder zeii-et" H. lerner: , K lehe
Mä-dc reissct er (der TeutVl) oftmals ins Wasser, schu^in^-rt sie und ";^'=! t sie
bei ihm, bis sie des Kindi's -eneseu; und le-t darnach dieselben Kinder in «In
Wlc'-en nimmt die rechten Kinder heraus uud tühret sie weg iL Lebrigeiis
scheint in der Form „Wilkropp", wie sie Cordatus überlietert hat, noch ein Hin-
weis auf die ursprüngliehe Form »iiiilkropp enthalten zu sein. >) sc. supposi-
tiehis, cpiem tulit ille Tpiidam etc. (i) se. dicebat ille diobolus .,"• ^^at »" Hum.ne.
7) Die Form weiglen tiir „wieglen'' = wie-cn kann ich nicht bele.in'n. h) sc ilU
.ouidam'-, .,ui suppositicu.m ad Virginem Mariam tulit etc „•;) .^'1^1='"^ >?:,"";
Kinzelnen vielfach abweicheml Erl. A. r.i), 41, Förstern, u. li. 111, *o, Bmdseil colhMi.
l,2;n, UebensLi, \2V>.
661.
Vnser herr«:ott knnde wol reieh werden*), wen er sieh
nur drein konnete sehieken, Fieret enim dives, si tantum Creaturas
nobis nej::aret, iani solem, iam aerem, iam acjuauj, Szo wurden wir
alle j;*elt eraus ^eben, Verum eum haee dona ]>utamus vulpiria
esse, nihil dueunt eas-) vnd wollens von i»ott für reeht halten,
Trotz ihm'*), das er vns die sonne nieht alle tag' gebe, Ita
ma^niludino^j Dei benefieiorum (d»seuratur.""')
1) Vgl. n. r)l7. 2) Lies ea. .'{) Vgl. n. iuilXotel. 4) Lies magnitudo.
5) Vgl. Krl. A. r)7, 124, Förstern, u. B. I, «»5, auch Krl. A. 57, 147, Först«'iu. u.
15. 1. 114.
()62.
Interrogans filiolum. was er mir ein Jar zu kost g-ebetV*)
Ues])ondit puer. Kv vater, Essen vnd trineken kau fit yhr nieht,
allein ept'fel vnd birnen gestehen-J viel gelt. Ita ((uotidiana-*)
Dei eontemnunt homines. quae auteni verc pusilla sunt, magni
dueunt etc.^)
1) Mittelh. diu und der koste, Mitteid. der kost = Kostenaufwand, (Jeld-
ausgabe. Weigand 1, IML'. Die Redensart „zu kost geben'* kann ich nicht belegen.
Di'r Sinn seheint zu sein: „Was er mir in einem Jahre für Kosten mache". 2) Vgl.
n. .">;{2 Note 2. u. 5s;{. :\) Vielleicht (piotidiana dona Dei. 4) Hierauf scheint
sich Krl. A. 57, 147. Förstem. u. IL 1. II t zu beziehen: „Die grossen und mancherlei
(laben (lotti's überschütten und blenden uns und machen, dass wir sie st» gering
achten, auch die :dlergr()ssten, darumb, dass sie so gemein sind. Ks geschieht
uiKserm Herrn Gott, gleich wie den Aeltern mit ihren kleinen Kindlin; die achten
«les täglichen Hrods nicht so viel, aber ein Apfel, Hirn und ander Obs, das wird
von ihnen gross geachtet."
\2A-')\ Quidam obesus*) Monaehus aeeessit ])astoreni ovium et
HJgavit eum. ut ei ])inguedinem suam auszweude-) (sie enim ^()eant,
eum turantur aus den hemel^*) das feyst^)), Hoe eum audivisset
Nobilis, intrusit Monaehum Careeri ])ane eum nutriens et aqua, vnd
ze])])et^) y\\\\\ das feist rein abe.
1) Obesus =r feist. 2) ^^ Ausweide. 'A) Mittelh. liaiuel ~- Hammel.
4) Mittelh. daz veizt, Luther das feist (feyst) = adei»s, Fett. Dietz 1, ('.51, Miilh;r
111, 2*.i.{. Vgl. ..gh'icli wie das fewr anszzeugt als (alles) fevst \m\ macht" iL
5)= Und zai»tt ihm das Fett rein ab. Niederdeutsch tajjpen. Die Form
zappi'ii (zeppen), anscheinend dialektisch, kann ich nicht belegen. \Veigand
11, 1157.
66 L
(Irammatica est. (|uid nominis'). Quid rei '). mus man erstlieb
lernen. Traedieaturus antea seia-) rem et deinde signilieationem-0.
seilieet quid res sit, de (jua est hK*uturus, (Irammatiea tantum verba
tradit, (|uae sunt signa rerum. ut .iustus e\ iide sua vivit". lln (iram-
matica (lieiL <|uid sit iides. (piid iustus. Sed illa verl)a (bdeudcre ad-
versus Cavillatores. boe est ])erteetae artis. et non tantum ]»ertinet ad
Tliecdo^-um tantum Crammatieam.^)
160
161
1) SC Sit. 2) Lies sciat. 3) sc. rei. V^l. u. .V25. 4) Da die spät. Tischr.
'\)lo-eii(U's bieten: „das iniiss man nelinien niclit aus der Gniinui.itica, scnidem aus
ler'^Theolo^ie'' oder: ,.non pertinet ad (Iranmniticani, sed ad 'l'lie«)l«>jriaui*\ so wird
jtatfder unverständlichen Worte der Handschrift vieUciclit so zu lesen .sein: „et
"♦..,>f„,» iw.rtiiii>t !iil (i r.i iiini:itic:ini (luantuni ad 'riieoloi^iani.
F
der
st
non'tantuni pertinet ad (i rainniaticani (piantuni ai
üeberhaupt ist die Handschrift auf diesen Seiten (von p. 240 an) luo},^-
lichst schlecht geschrieben, so dass sie nur mit der -:rosstcn M u he
zu entziffern ist. Mit der grössten Hast hat der Schreiber diehucli-
staben aufs Papier geworfen. Zahlreiche und manelimal ungew..hn-
liche Compendien erschweren das Lesen. Dass es dabei nicht ohiu'
Versehen abgegangen ist, zeigt z.B. der Schliiss des obigen Ab-
satzes und besonders n. CmT. Erst p. 25o werden die f>chnttzugc wie-
der besser und ruhiger. Vgl. mit dem obigen Abs. Krl. A. (i2, :iu4, lor.stem.
u. li. IV, r)ili>, Bindseil colhxi. H, 143, Kebeiist. 11, 114''.
66").
[2461 In illo, qui iieminem audit iloceuteiii, Dn iuui< eigene
klu*»-heit sein, et in talibus nulla s])es est velnt in M. K. (V)'). I>eus
noster apt o\m^ Hunni per eoo]»evat()res et media sna, id est (\nitu»ne8
et Leetiones, non non-) negligendas.
1) Magister (Uorg Karg, Scliüh-r des Dr. .Jacob Schenk, Pfarrers i" i;r<'i-
ber«''? 2) So die Handschrift. Nachdrückliche Wiederh.dungen einzebier \N .»rter
tinden sich bei Cordatus öfters. Vgl. n. 7Ü (|uantum, (j u an tum beeret n Ib»
i'im iam adesse. Vielleicht ist daher aucli das obige non absichtlich wiederholt.
66().
Wer das Messer am ersten znekt, mus ers aueh am
ersten einsteekeu, Ita Tnrea liaetemis ]Hovoeatns a Ferdinando
vineitur et snecnmbet'). et Pa])istae motnri bellnni adversns nos. supera-
bnntur. Snmma, Wer /nm letzen zuekt, steekt zum letzen ein.-)
1) Die spät, 'l'ischr.: „Also ist der Türck bisher vom F. gereizt un.l hat oh-
iresie-t- da er uiigereizt kommen wird, so wird er unterliegen und gesehlagen
wtTden- oder: „Ita Turca hactenus provoeatus a Ferdinando v.c.t sed neunne
uro vocmte succunibet etc." 2) Mittelh. diu letze = «lie ausserste \ erteidigungs-
i;;:^:ii^:nni;;:^,"Be;aubung Aisdned ^^^Y^r ^il:^w^^^^ 1.-'
letzen wurde später zum Letzten und znl^^tzt. Muler 1,«»42, \\ tig.iml 1 >. v
Vgl. mit dem Obigen Krl. A. 02, 4<n. Förstem. u. B. IV, bo.^ Bindseil colloq. 11, nu,
Uebenst. II, nHi'».
667.
Tot sunt doli et insidiae, inobedientia et elandestina odia inter
nobiles et ma^niatesi), "t nemo eos possit e(mi]Mmere-|) (luam der
beili-e vater der Turek=0. Vnd wir müssen tried machen^).
l>ai)istae enim nullam eonditionem i)a(Ms liaetenns unquam aeeejita-
verunt, Ideo sinamus eos sparj^a^re diseordias, Nos tantnm ad oratuinem
cont'ugiamus nnieum praesidium nostrum.
1) Magnates {ueyiarartg) = „die Grossc.i eines \^»^^:%,y;;.;:^^;,;^;;^';^;;i
Du Canse II 3S3: „vassalli maiores". Uebngens k<mimt das A\ ort m hon m(1
frUhÄ Vgl. z. B. Vulgata ec^les. Ilic^ronymi 33 ^, ^^y^- J {^^^^X
aliouem = vereinigen, Frieden stitten zwischen. 3) n. .>.,(. lennt Luth» r (Ut
n e ici dil heiligen veter". 4) Der Keligionsfriede zu Nürnberg wurde am
23!julilSl2 abgeschossen und bestätigt auf dem Reichstage zu Uegensburg am
2. AiiiT. dess. Jahres.
668.
Turea inter suos summam i)aeem iusto timore conservat'), adeo ut
qui sein j-leif^) Hatt literis aureis serij^tuin, VIET:=0. »eeure possit
omnes regiones suas ])ertransire. Ad liune Legatus missus vir E^-regius
mmiine \2-\l] Sebmaltz. Hagenensis^) Civis, Hüne interroi,-avit,
(luot annorum esset Lntberus, Pies])ondit 40 annorum^), Ad quod
Turea'ö- Vtinam Junior esset. Er sol ein gnedigeu herrn an mir
wissen, lioe audiens, levata manu et sig,no Crueis facto, dixi, Behüte
mieh gott für diesem gnedigen herrn.')
1) Vgl. den Anfanic des vorigen Abs. 2) (Jeleit. 3) Hac literae Firman
seu Fenn an (= l'ass) turcice ai)pellantur. Bindseil C(dlo(i. 1,397, Note 87. ^ gl.
Fr.rstem. u. B. lV.«i3t. Note 1. 4) Hagenau im Elsass Die lat.Constr schwer-
lich mJiirlich nir quum ad -^ missus esset etc. 5) Also 1532. Die spat, lis^chr.
haben die Zahl 4s. r.) S..liman der Prächtige von 152o-lo()(i. 0 \gl.
ICH. A. 02, 3^0, 3S1. Förstem. u. P.. IV, 034, Biuds. colloq. 1,39/, Rebenst. I, iOlH.
660.
Prineeps Fridericusi) dixit, In grossen heusern sind grosse
sorge, In kleinen kleine sorge, Ideo illos ignorare, hoc, qui habitare
euperef^) in magnis domil)us. magna eis mala parere.
1) Friedrich der Weise. 2) Lies cuperent.
670.
imo
ertio
Papistae passionem Christi triplieiter praedieaverunt, Prim
haben sieh die prediger selber gemartert, 2V) auditores, Terti
Christum, quia eum intinita dieerent, Vsum i)assionis Christi nunniuam
attigerunt, et affeetus movere ipsorum lal)or fuit et auditorum passio.2)
1) Lies secundo. 2) Abweichend in Bezug auf den Schluss Bindseil
eolhni. 111,200, Rebenst. II, S3''. Ebenfalls abweichend Binds. colloq. 1,434.
671.
Lebe ich noch ein Jar, szo mus mein armes stublin hin-
weg»), daraus [248] ich doch das Bai)stumb gesturmet habe,
pr(»pter cniam eaussam dignum esset perpetua memoria, Aber die
grossen heuptstul-^), heuptwal, heuptfursten^) werden mirs
wegfressen, Ita persuadebunt prineii)em^). Ex animo nobis male-
volunt adeo, ut odio nostri moliti sint avertere Juniorem Prin-
eipem^j a studio artium dieentes: G. IL"), Was darff er grosser
klugheit, Wolt vhr ein sehreiber ans yhm zihenV Er mus
ein^-egirender fürst werden, timentes seilieet, si doetus tieret,
eum ex leetione historiarum videre i)osse ipsorum fallatias, Istis
sesquipedalibus verbis'j Fridericus Dux moveri non potuisset,
Sie sind mit allenn sieben todtsunden zwifaeh besessen, Ma-
litiam super omnem malitiam in se habent, Sieut Er ist de 8.^),
Omnino mereaturam exereet, Ist das aueh adelischV Ita isü exer-
cent omnem malitiam, Ist aber das ChristliehV)
n Vgl über dieses Stüblein Köstlin IL 4«MK 2) Sind damit die Laffetten,
die Oestelle der schweren (U'schütze gemeint? Die spät. Tischr. bieten Haupt-
stiicke. 3) Die Adeligen am Hofe, die eine Hauptrolle .spielten, die Scharr-
11
162
„Persiiadere
Vgl. 11. i;{;{
Vater, dem Kurt
hansen sind gemeint. 4) Vgl. n. 5S3 nebst den dazu geliörigen ^oten 5 und (..
idere" findet sich in dem Latein jener Zeit niclit selten mit dem Aeeus.
ö) .Toluinn Friedrieh von Saehsen. H) = Indem sie (niimlieh seinem
,....., ,..». .airtiirsten .lohann) sagten: „(Inädiger Herr". 7) Vielleieht eine
Anspielung auf Iloratius ars poet. U7: „proiielt ampuUas et sescpiipedalia verba'.
Vgl. „t.T// r(>/.T/;///". „Ses(iuipedalia verba'* sind eigentlieh „aiulerthalb 1- uss lange
Worte". In bild'lichem Sinne wird hier zu verstehen sein: „besonders durch /u-
sammensetzung gebihlete Worte, wohl berechnete oder grossprahlerisehc
Worte ". h) = „Sowie Herr ist von S." Die spät. Tischr. „E. v. S." oder „Em st
a. S." Die lat. (Hinds.) haben den ganzen Satz tblgendermassen : „Ernst a. S.
omnem mercaturam exercet cum aliorum dt^trimento. Ist »las auch Adelisch, Herr
Ernst von SchliebenV Der Vorname Ernst scheint aus der obigen Lesart
Er ist" entstanden zu sein. Ob ferner ein Herr von Seh lieben gemeint ist,
kann fraglich sein. Ein Eustachius von Schlieben wird freilich in den .spat.
Tischr. (vgl. Hinds. collo.i. II, XM, Erl. A. (12, 212, Fi.rstem. u. H. 1 V, ^ ^ Lauterbach
p. 100) erwähnt. Er war aber kein sächsischer A<lelicher, sondern (gesandter des
KurtÜrsten von Brandenburg am Hofe zu Sachsen. Vgl. über ihn /^^'<ll<;rs
Universal-Lexikon XXXV, 1S.5 und Lauterbach p. loo, wo Seidemann die Litte-
ratur tür das Geschlecht derer von Schlieben angiebt. 10) Vicdtach abweichend in
Form und Inhalt Erl. A 02,201», Förstem. u. H. IV, 474, Bindseil colhxi. II, :{.n.
Vgl. auch Erl. A. 02, 21:?, Förstem. u. B. IV, 477, 47S.
672.
Iiiterrogiitiis, cum seinper ainpliiboliee') respoiisa dederint Dia-
boli, quomodo Saiili eerta responderint iier oiiinatum Sainiielcm^^
Cras mecum eris-^), respondeo, lu dictione Cras esse Ampbibolon *),
Es habe getroffen oder gefeylt, diesen oder den an-
dren n tag.^)
1) Für amphibole {duiftßokwQ) = zweideutig. 2) = „Durch den ver-
meintlichen Samuel." 3) L Sam. 2s, 19. 4) = ufiifißiO.ov. 5) Abweichend
Erl.A. 02,333, Förstem. u. B. IV, 5Si), Bindseil 1,200, llebenstoek I, 110^
673.
[2491 Cei-tum est, eventum certum non novisse Satanam, Inio
respondit amphibolopce 0, Es heist seh rauffen'^) ^-edrect, qiiaudo
non potest eerto ne^-are aut aftirniare, neciue vult taeere. Ita Christus
quoque respondit de Censu Caesaris 0. Ita Abraham suam uxoreiu
re^^i tradidit^), Ita David pu^-navit contra Amelech cum Impio Rege
et ad Achis dixit: Ego imgnabo cum Domino meo etc.^), cum textus
dicat, eum simuhisse vultum suum, Das heist au ff hof fisch,
schrawen^) gedreet, Germanice ausdreen.')
l) Siehe n. 072 Note 1. 2) Für die Form schrauffen = schrauben hat
Weigand 11,638 erst Belege aus späterer Zeit. 3) Matth. 22,20,21. \g.
n. 542. 4) 1. Mos. 2(», 2. 5) 1. Sam. 20, ^ 0) Weigand II, 03S: die sehrawb
(14S2) um 1400 im Hochd. die sehrawff, später scrawtt. 7) Abweichend
Erl. A. 02, 334, Förstem. u. B. IV, 5!H), Bindseil colhxi- I, 20'>, 210, Rebenst. I, noi>.
674.
Doleo sortem optimi viri M. A.»), qui uxorem habet impudicissi-
mam et tamen non vult ab ea segregari, 8i con(iuererctur, nos sepa-
raturi essemus eum, Etiamsi non sit publica adultera, tamen, cum sit
impudica, immorigera, nihil ad voluntatem eins faciens, deambulans
([uocunque vult signa de se dat adulterij '^), Miserrima res est, Socium
ruilliliimfWiflft mtiiilinlliiiiinfriliiiT
163
habere infidum et publicum rivalem ferre, Das thut wehe, Nam
ferunt, pavonem non posse sui similem ferre et rivalem videre, Ideo
erseufft er sich, cum tantum in aqua videt suam imaginem.=*)
1) Nach den lat. Tischr. Mag. Matthaeus Aurogallus, aus Böhmen ge-
bürtig, von 1521 an Prof. der hebraeischen Sprache zu Wittenberg. 2) Die spä-
teren Tischr. haben hier folgenden hässlicheu Zusatz: „Ijtsa habet maluni morlmm,
patitur morbum renum" oder: „Er (V) hat eine böse Krankheit, dazu die Nierensucht".
.<') Abweichend und weitläuftig die deutschen Tischr. Erl.A. Ol, 170, Förstem. u.
B. IV, 30, ähnlicher Biiidseil colloci. II, 170 (nur der Schluss), 344, Rebenst. II, 101.
675.
Praeclarissima sunt verba sjuritus sancti, Confidit in ea cor
viri»), quibus declarat [250] amissam-) conversationem inter Coniuges
et societatem, quae inter alios non invenitur, Malum igitur signum est,
quando coniunx gaudet de alterius Coniugis discessu et terretur eins
adventu, Ideo nobis^) quedam matrona tiliam suam ita instruxit, Liebe
tochter, halt dich alszo gegen deinen man, das er fro
werde, wen er den spitz^) sihet an dem hausze, szo er
w i d e r u m b zu Haus k o m p t , Magna est impostura 8 a t a n a e sol-
ventis hanc tantani coniunctionem et ordinationein Dei, Katurali et
divino iure sociantur Coniuges. Et Hatan tollit utrumque'O odijs et rixis,
Ey schlae tod.^)
1) Proverb. 31, 11. 2) Lies amicissimam. 3) Lies nobilis, was auch
Bindseil bietet. 4) Mittelh. der spitz (auch die sp.) = Spitze, Zinne, Pfahl,
keilförmige Spitze eines Heeres. Vgl. Müller II, 2, 514, 515, Weigand II, 700.
5) sc. ins. ()) Im Einzelnen und besonders in Bezug auf den Schluss abweichend
Bindseil colhxj. 11,344. Vgl. auch Binds. 11,341 (Abs. 3 in der Mitte). Die deut-
schen Tischr. bieten statt des Obigen nur folgende Sätze: „Darumb sind das theure,
tret^liche, herrliche Wort des Heiligen Geists: „des Mannes Herz verlässt sich auf
sie'\ Ists nicht eine grosse Bosheit und Betrug des Satans, dass er diese Gottes
Ordliung, so durch göttlich und natürlich Recht, mit Leib und Gut, Kinder zeugen
und gebären, zusammen verbunden ist, so schändlich betrüben, verwüsten und ein
solch Gewerre drum machen soll? Ei, schlag todt!" Vgl. Erl. A. 61, 171,
Förstem. u. B. IV, 39, 40, Rebenst. II, 101, der das Obige ebenfalls nur teil-
weise hat.
676.
Meum consilium est zu allen die freyen wollen, das sie
nicht schertzen ducturi uxores, et ne quaeratis illis iungi secun-
dum affectus carnis, vnd nach der prunst, Sed orate, orate, Nam
data uxore non licet retrocedere, si res male cesserit, et datae
uxores dotes sunt datae, Bettet nur, Es ist von noten, Sin
autem uxor subacerba fuerit, ferenda tamen est, den sie gehört
ins Hau 8.^)
1) Die spät. lat. Tischr. vielfach abweichend. Bindseil II, 345 bietet einen
grösseren Zusatz. Rebenst. 1, 101 unvollständig. Aelmlicher die deutschen Tischr.
Erl. A. Ol, 171 , Förstem. u. B. IV, 40.
677.
[251 J Nemo nunc ieiunat quam die armen lutherischen
Pfaffen, quia ablatus est ab eis sponsus^), et nobis ieiunandum
esset, non monastico ieinnio, quod est Crapula-) trium dierum.
11*
164
1) Die Verpfliclitunp (dazu), das Fasten frclübdc. 2) Crapula (xQatndhi)
= Weinrauseh mit seinen Folj>:('n, also Katzenjammer. Luther will sajj:en:
Wenn einmal in den Kl(*)stern •,^etastet wird, so hat das seine (Jriinde. Dann
k(»nneu die Mönehe weji-en Kat/A'ujammer nichts essen, und der dauert j^cewidmlieli
drei Tage. Und das nennt man hei ihnen Fasten.
078.
Alle;: iu li: de Ci: Dei ') quasi eonniKMitarium sii])or 11 oiatiuni,
Tibulliun, Propertiinu*^), tot cniiii vitia roeoiiset Jionianoruin
et gentium itein tot idola.-')
1) Auj2:ustinus in lihro de Civitate Dei. 2) Ks feldt ein Wort, viel-
leieht serii)sit. :i) Vj?l. liindseil eolhxi. 111, i:^): ,.Auj::Jistinus in lihro de Civitate
Dei est (juasi eommentarius snpra Iloratium, 'rihullnm, Fropertium, M. Var-
ronem. recenset enim varia i'entium et liomanorum idola".
670.
All gu still US exponeiis illum loeiiin, Quia meriiisti portarc
Salvatoreni, expoiiit, Mari am meniisse, id est, idoiieam et a])tam
fuisse, siciit arbor apta est ad ferendos ») fruetns, Optimus fuit inter-
pres seripturae prae alijs omnibiis. Et ego mirari iioii ])ossum alios
Doetores, Das sie vber die schönsten text alszo hin vber-
gelauffen sind, das sie sieh mit den fussen stossen vnd
darüber fallen betten sollen. Theo])hilactus2) etiam boniis
inter])res fuit, maxime sui)er Paul um, Deinde Cyrillus, Chriso-
st o m u s und () r i g e n e s h a b e n g r o s z g e s e h r e y iudieio hcnninum.
Veruntamen uno libro suo Lyra^) uteunciue superat [252], Porro cum
Garrulus sit Chrisostomus, placet Erasmo. Origenes negligit
iidem^) et tantum moralia tractat, velut in Ejnstola ad Hebraeos,
ubi de Sacerdotio hxiuitur, Ipse laudat pbrös^) et de ipsorum dignitate
multa congerit, Er liesz mich in Dreck stecken, cum ei tidens
hanc epistolam ince])issem inter])retari •'), qucmadmodum etiam II iero-
n i m u s mihi im])osuit '), II v \) o g n o s t i c o n et c o u t e n t i o c u m P e 1 a -
gianis optimi sunt libri in Augustino, Prior ille^) P2 libros scripsit
iu Genesin, cum medium caput eins libri'») non sit interpretatus, Porro
Augustinus damnatus est Parrhisij »")' ^"^^1 excessive locutiis
sit in odiuin haereticorum , Hoc est, eum traxisse sententiam suam in
diversum et aliter quam voluit''), Velut cum dixit, liberum arbitriuni
per se nihil valere quam ad ])eccandum, Idcm sentit M. Sent.'-), (pii
vir fuit optimus et voluit methodo sua pr(>hibere tantam multitudinem
librorum et scriptorum. et peperit maiorem.'-*)
1) Die spät. lat. Tisehr. faeiendos. 2) Futher seheint Theophylaet zu
meinen, Frzhisehof zu Aehri<la in der F>ulj,^arei, der als ein Zeit^a'uosse der ('(.mnenen
wertvolle Commentare schrieb. -i) Nieolaus von Fyra, ein jüdisrher Convertit
aus der Normandie, gest. l;i4(i als Lehrer der Tlieoh»gie in Faris, hochverdient um
die Auslegung der heiligen Schritt durch seine FostiUa in uni versa IJiblia.
Fin anderer jüdischer Froselit, Faulus liurgensis (gest. 14:{.) als Fischöl von
Fourges) schrieb tretl'liehe Anmerkungen und Zusätze zu Fyras Fostillc. 1' itr
Futher war Fvras Commentar bei der F.ibeliibersetzung eins seiner wichtigsten
llültsmittel. Fr erkennt dies auch dankbar an. Vgl.* Frl. A. 02, 112, :ilö, Förstem.
u. B. IV, :i^2, 571, Finds. coli. III, I F>, auch Cordatus p. 5^(;. Seine (Jegner brach-
ten dagegen das Wort auf: Si Fyra non lyrasset, Futherus non saltasset.
4) Die lat. IMschr. unverständlicir: „ideo placet Frasmo, (|ui negligit tidem et tan-
ir>r>
tum moralia tradit.'* Origenes wurde 2:il u. 'in wegen Irrlehren, Verachtung der
Kirchengesetze iW seines Amtes entsetzt und excommuniciert. 5) Aufzuli)sen mit
i)resbyteros. <',) IV-ild nach, seiner Doktorpromotion. Vgl. Findseil colloq. III, 175.
;) ^ S,^ ^vi(> mich auch llieronvujus betrogen hat/' ^ »c. Hieronymus.
M) = Wiewohl er noch nicht zur ilält'te ein Capitel dieses Buches interpretiert
iiat" "h») Fies Farisijs. 11) = „Das heisst, er habe über diesen Funkt, ohne
es zu wollen, eine abweichende Ansicht geäussert." 12) Fies Magister Sen-
tentiarum. Fetrus Fombnrdus. geb. zu Novara in der Fombardei, Felirer der
Theoh)gie zu Faris. Bischof daselbst 115'), gest. lir.4. Den Beinamen .,Magister
sententiarum" iTliielt er wegen seines dogmatischen Fehrbuches sententiarum
libri IV. 13) Das Obige findet sich in vielfach abweichender Darstellung, be-
sonders in Bezug auf den Schluss bei Bindseil collo(j. III, \'M, Fi7. Rebenst. II,
2:<(;% 2:^0'».
680.
M. Sent.') ist ein grosser man gewesen, perlegit enim
omnes scrii)entes, Deinde scivit omnia Concilia et üecreta, AVen er
mit diesem vleis in die Pibel were i^eraten, szo wers ge-
ü'angen. Es hatt nicht sollen sein. De eins origine feriint, eum
fuisse simrium ex moniali. et tres fuisse [253] fratres, Petrus
Longo w a r d u s Hieologus, ( 1 r a t i a n u s "-) ^ urisconsultus, C o m e s t o r •*)
historicus, qui scripsit Scholasticam^) historiam, Quisquc summus in
facultate sua.^)
1) Vgl. n. (i7n, Note 12. 2) Der ('amaldulenser Gratianus entwarf 1143
im Kloster S. Feiice zu Ihdogna eine neue Sannnlung des Kircheurechtes Sie
tVdirt gewöhnlich den IMtel ,.l)ecretum Gratiani" und macht den ersten leü des
Corpus iuris canonici aus. 3) Fetrus Comestor, Augustiner, Canzler der Fniver-
sität Faris, gest. um 117s, schrieb liist. eccles. libr. IV. Dass P. Fombardus, Gra-
tianu'^ und CJomestor Brüder und Söhne einer Nonne gewesen seien, berichten die
spät. Tisehr. nicht. Aber .löcher, Gelehrtenlexikon D, 1141, HI, l-^^^",. erwähnt,
dass einige jene drei Männer für Brüder und llurkinder hielten, welche die Mutter
auf einmal geboren habe, fügt jedoch hinzu, dass diese Ansicht grundlos sei. \ gl.
Förstem. u. B. IV, 3<Mi, Note *14. 1) Die spät. Tisehr ^''^^^^}j\^^}S^J^\ ""'^^
wohl richtiger ist. 5) Abweichend im Finzelnen Bind.seil colloq. IU, 13 .Kepenst.
II 237=». Vgl. auch mit den ersten Sätzen Frl. A. «2, 114, Förstem. und B. IN , 3Sb,
mit dem Schlüsse des Obigen Erl. A. (»2, 124, Förstem. u. B. IV, 396.
081.
Oceami)- Magister mens, summus fuit Dialecticus 2) , sed
irratiam m)n habuit loquendi '). llunc Parrhisij^) ita damnaverunt,
ut in Centuni annis nemo änderet illuni vel nominare, nunc autem totus
reguat ibidem.^)
1) Willielm V. Occam, Dr. singularis et invincibilis, Franziskaner aus Occam
in der englischen Grafschaft Surrey, Schüler des Dun Scotus, Fehrer der Iheologie
in Faris, 132S bei Kaiser Fudwii.^ von Baiern, gest. 1347. 2) Vgl. Ivostlin 1 Oj.
3) Bindseil: „Occam fuit summus Dialecticus, sed non potuit eloqui non habuit
rcur. 4) Vgl. n. «i79 Note 10. Wegen des am Schlüsse stehenden ibidem ist auch
hier wohl besser Farisijs zu lesen. 5) Den obigen Absatz bietet ähnlich nur
Bindseil collo(i. lll, 13s.
082.
Duplices sunt Tlicologi, scilicet \'iri conscicntiae Wilhelmus
Parrhisiensis») etCJerson. speculati vi sunt Thomas, Scotus,
Occam, Alexander'-^) etc. Uli disi)utando et mordendo se exer-
cuerunt, ut scilicet Dialectica est ars s])eculati\a secundum Sc o tum,
practica autem secundum Occani.^)
^JMi
>^sTMv "ai^S'.^iä&.-'-Vi^i**^' ,: -^
166
n Vffl n. 571. 2) Alexander ITaleshis, Dr. irretrajj:a])ilis, Franziskaner, er-
zoc-en in dem en-liselien Kloster Ilales, Lehrer der Theologie in Paris einer der
frühesten Seholastiker. Schrieb besonders einen Coinmeiitar zu i^<^?/ ^Vi' Tli^f.fe"
tentiarum des Petrus Lombardus. f 1245. 3) Nur bei Bmdseü colloq. 111, 1J8.
683.
Musiea est optima ars, qua notae 0 vivere faciant verba, Fiigat^)
omnem spirituiu tristiciae, sicut scriptum est de Säule, Nobiles i)utaiit,
[2541 Sie haben meinem gnedigsten Herrn jerlieh SOOO
hören gespart an der Musica, et interim vane absummit») ei
30000 floren, Fürsten vnd konig müssen Musicam erhalten
et alias quoque artes.^)
n = Die Noten. 2) Bindseil coli, „fugit oiunis spiritiis tristiciae".
3) Binds. „et Interim dilapidant". 4) Die spät Tischr, die am Schlüsse noch
einige Zusätze haben, verbinden mit dem obigen Absätze das, was Cordatus n. 4.U
bietet. Vgl. Erl. A. 62, 307, Förstern, u. B. l\ , 564, Bindsed colloq. II, 14d,
Kebenst. II, 115 ^
684.
Actum est in Germania de bona Politia»), Jam Duces non
noverunt nisi schon h e n g s t vnd sporn k e u f f e n , Et mterim,
dum haec curant, Nobiles imperant vnd füren die fursten in alle
note, exitia et mortem, Sicut contigit nostro DucT^) vor Mei-
ningens), Jo sie ihn vor die buchsen stelten cum toto
exercitu, et deinde iubebant cum fugere, Mathiasko^) fuit optimus
Imperator, Der druck nach mit koppe abhawen.^)
1) = „Es ist geschehen in Deutschland um eine gute Politik" Die Formel
„actum est de" schon bei Plautus. Die lat. Tischr. „actum est (es^'O ^"";; ;
•i) Kurfürst Johann v. Sachsen. 3) Im Bauernkriege 1d2o wütete bei Meinmgtni
der sogenannte Pillhäuser Haufe. Vgl. Küstlin I, 749, lV.>ttiger , Gesch v.
Sachsen I, 402. Bindseil falsch Memmingen, die <l*'"^^^*^'«^^n ^Jf ^'f; T;^^'''^'^\f 5^. ;
ningen. 4) Matthias Corvinus, König von Ungarn von 14oS-141M) d) Dit
spät. Tischr. sämtlich abweichend, die deutscheu weisen ausserdem eine Keihe von
Zusätzen auf Bei Rebenstock fehlt alles von den \\ orten sicu contigit an bis
„abhawen". Den letzten Satz haben nur Cordatus und l>»ndseil colloq Vgl. Lrl. A.
62,212, Förstern, u. B. IV, 476, Binds. colloq. II, 137, Kebenst. 11, 112«.
685.
Interrogatus, an cras essem praedicaturus, Respondeo, Ego
sum incertus, Ich bin ein bettris/J), edo, bibo, dormio, sed nihil
possum legere, scribere, praedicare, Ich lebe nur der weit zu
V e r d r i s z.'^)
1) Ein interessantes Wort, was bei Luther bisher noch nicht
nachgewiesen sein dürfte. Bei Dietz fehlt es. Betterise (beterise iK'trisc,
bettrisl ist nach Sumerlaten (Mittelhochdeutsche Glossen herausg von Ilortmann
von Fallersleben, Wien 1 s:U) = p a r a 1 y t i c u s u n d d lest eh e n d e B e z e i c h n u n_g
für den paralyticus Matth. 9,2. Das ^^ ort betterise (von „ich rise —
niedersinken, niederfallen) bezeichnet einen Menschen der auts Bette "lederge-
sunken ist, 'der bettlägerig, krank ist Vgl „der ^i^^^ '^^"^./^i!;.^^Vv[ ie
sprach" ff. Narrenschitf :iS ^^. Andere Beispieh. bei ^»'»»cr H 'rj. \f ^ ^^ ^
Worte risebette = Krankenbette, sowie betterisec = bettlägerig. Vgl. auch
englisch ,bed-rid" = bettlägerig. 2) Zu verdrisz = zum Verdruss.
167
686.
|255] Multa loquuutur de Turca et germanis princii)ibus, qui
cum habent Consilium, ])utant se etiam successum habere, At Dens
dicit, Vtrninque meum est. Hoc experietur muudus in Ferdinando
et Ouce Georgio, Ita Turca proficiscitur adversus nos praesumptuo-
sissimus ^) et securissimus, contemptis omnibus conditionibus pacis,
tantum tidens imiltitudine exercitus sui , Eswilkunnen, dasge-
wunnen heist-). Mit solchen gesellen zu kriegen, hatt
gott lust. Das er für Wien beweyset hatt'*), a qua cum igno-
minia discessit Turca et in Danubio ac peste multa milia hominum
])crdidit^), Er wird yhn mit hellischem fewr verderben, Wen
vns der turck vberraufft hatt'^), wird er ausffligen.^)
1) Nebenform für „praesumptiosissimus". Auch die Formen ,'praesumtissi-
mus" und „praesumentissimus" kommen bei Cordatus in der Bedcut. „sehr ver-
messen, kUhu" vor. Vgl. z.B. n. 125. 2) Die spät. Tischr. „Er will kommen, das
es kommen soll heissen, lässt er sich vernehmen". Abgesehen von dem Sinne
scheint Cordatus Lesart schon deshalb die richtige und ursprüngliche zu sein, weil
zugleich <'ine si)richwörtliche lledensart darin steckt. :i) 1529. 4) Die spät.
Tischr. „Er bewiese sich wider ihn für Wien, da er mit Schande musste abziehen,
umb der Pestilenz willen". 5) Die spät. Tischr. „Wenn uns nii der Türk wohl
geraurt't hat". Das Wort vberrauffen (so hat die lldschr.) ist nicht zu belegen.
Es scheint zu stehen im Sinne von ,.durchraufen", „zerrauften". 6) Die spät.
Tischr. „so wird er auffliegen". Abweichend und mit vielen Zusätzen versehen
Erl. A. ()2, aus, 31)9, Förstern, u. B. IV, 650, 651.
687.
Humano more Turcam vincere est vinci, Pirrhus^) nobilissi-
mus Imperator, dixit ])Ost adeptam victoriam, Vici, et victus sum [256],
quasi diceret, 8olt ich sie noch ein mal gewinnen, szo be-
hilt ich kein knecht, et viiicentes miiltos desyderant.^)
1) König Pyrrhus von p:pirus, geb. 31 S v.Chr., gefallen 272 im Strassen-
kampfe zu Argos. 2) Vgl. Plutarch Pyrrhus c. 21 : är hi fn'av ßa^nv Pcoftaioig
rixf]ijajf(tv, anflXovfieOa TiarziloJc. Anspruch des Königs Pyrrhus nach der Schlacht
bei Asculum Apulum, 279 v. Chr.
688.
a
50, a Greco, Wige-
" proposito semper signi-
Ostern, Vrstend^), Pfingsten
nachten*^), Gevater»), mit vater, Kam
ficat collectionem ^), Gewitter.^)
1) Mittelh. urstende = Auferstehung von dem Tode. Vgl. „manegiu
zeichen do begie krist nfich der urstende sin. Barlaam 76,9. Müller II, 2, 591.
Mthochd. urstand. Notker Boethius 63, K». Vgl. Weigand II, 795. Ebenso wird
das Wort „Ostern" Binds. colloci. III, 2(», Förstem. u. B. 111,326, Erl. A 60, 386
erklärt. 2) Hinter „wige nachten", welches am Ende der Zeile steht, fehlt die
Erklärung. „Wigenachten" = Weihnachten. Dieser Plural entstand ans der
Form „zen" (zu den) oder „zu den wilien nahten" (winnahten oder winachten) von
wich (auch mitteld. wig) = heilig und „Nacht". Fehlen würde also etwa ein
Ausdruck wie „heilige Nachten." Vgl. Weigand II, 1074. 3) Mittelh. gevätere
(geväter) = Mitvater als Taufpathe. Weigand I, 6S0. 4) Die Vorsilbe „ge"
bildet mit Substantiven gen. neutrius häufig Collektivwitrter sächlichen Geschlechtes,
wofür als Beispiel das Wort Gewitter angetÜhrt wird. 5) Luther will also
sagen: „Ostern heisst Auferstehung, Pfingsten kommt aus dem Griechischen
und heisst 50, Weihnachten bedeutet heilige Nachten, Gevatter ist Mit-
E.
168
vator Denn die Vorsilbe ..iro" bezeichnet stets einen C'ollektivbeprrit!' z. b. in dem
Worte Gewitter'. Seliliesslieli sei noeli bemerkt, dass der letzte Satz des obigen
Absatzes in der Ilandsolirift aus lauter Compendien besteht!
689.
Ad infantem»), 1^« bist vnsers Iler^otts iierlin, hub
i^mtia et remissione pceeatorum nihil times sub T.e^e, Wie dus
maehts, szo ists vii verderbt, Es tainen in g:ratia et remissionem
peecatorum habes, Gebe es wie es wolle.'-)
1) sc. dixit Lutherus. 2) Vgl. Erl. A. 57,274 (Ende d. Seite), Förstern, u.
B. 1,211.
690.
Erasmus, Oeeolampadius, Zwin^lins, Karolostadins
oninia metiri vohint sua sapientia. et ita eonfnnduntur. Ep:o auteni a^co
ffratias, qiiod seiam et eredani, Deuni idura scire (luani nie, Er kan
was bobers machen, den ich be^reiffen kan, Potest enim ex
invisibilibus visibilia faeere, Nam oninia, ([uae nnne faeit virtute hnan-
gelij, faeit visiinlia ex invisibilibus, Quis ante deeennium hunc eventum
sperasset? Sed caro est inipijssinia.O
1) Ganz ähnlieh Erl. A. 57, 291, «1, G. Förstern, und Bindseil I, 224, 225,
III, 344.
691.
[2571 Dens p'atis nobis reniittit peceata. addit quoqne nltioneni
et niinas, nisi credideritis, peribitis»), Elie wir das -lauben ynd
vmbsonst annemen, Martern wir vns ehe zu tode, deheu
lieber in eim ^-antzem kurusz'^) zu S. Jaeob»), Suniina ad
munduni non pertinet veritas et vita, sed mendaeiuin et honneidiuni,
quorum alterum est Papae, alterum ii»sius Tureae.^)
n Joh. 8,24. 2) = Chorus (xoqoj:), auch ehurus, ehur, kur geschrie-
ben. Also scharenweise. Vgl. Dietz l:ü\ W.i-:ind 1,:U1. Die spat. 1 ischr
unverständlich. 'A) Vgl. n. 50S 514. Gegen die Walltahrten nach M. .lago spricht
sich Luther auch Erl. A. 51», (15 aus. Auch Berthold sagt m emer semer 1 redigten:
„Jedoch mühtest du in einiger messe mehr genaden erwerben danne d;iz «In ze
Compostella louttest und wieder her". 4) (ianz ahnhch Erl. A. 5<,2.M, (»l,b,
vgl. auch 57, 17. Förstem. u. B. I, 224, 225, 111, :M4. Vgl. auch I, 15.
692.
Törichte rede bringt törichte w^erck, Quod contigit
BarbitonsoriDucisllassiae, qui dixit, Jtzt ist ein guediger»)
in meiner Hand, et non bonuni iiide retulit praeniium.
1) Am Ende der Zeile scheint im Manuser. Herr ausgefallen zu sein.
693.
Nihil intollerabilius est mundo ([uain res secundae, Sie kan
dolasse.^ Sie stellen sich itzund wie vor 2000 Jaren, In
169
similia enim tempora nunc cadit verbuni Dei, Idem argumentum habe-
mus hodie cum 7 ca])ite Joannis^), ubi dixerunt<^), Numquid ex prin-
cipibus etc."), Ita hodie gleul)en E])iscopi et Principes doctrinae
Lutheranae, Esaiae 2.^), Concordat consilijs nostri temporis.^)
1) Mittelh. bisem von bis am um (Bisam), welches auf das hebr. besem
zurückzutühreu ist = Salbe, Wohlgeruch. Vgl. Weigand I, 222. Die sämtlichen
spät. Tischr. haben jedoch Chrysam, Kresem oder oleum. Mittelh. der
krisem (chresem, cri'sem) ist das „am Gründonnerstage geweihte kirchliche Salböl".
Vgl. -/(HOfm. Weigand 1, :ni, Dietz I, .'Hli. Die Lesart der spät. Tischr. ist wohl
vorzuziehen. 2) Dieser einzelne Satz und Einiges von dem Folgenden auch Erl. A.
57, 1 7, Förstem. u. B. 1, 1 5. :{) Hosea (i, 5 : „Darum h ö fl e ich sie durch die Propheten",
„propter hoc d o 1 a v i in prophetis" (Vulg.). 4) = h o b e 1 n, im bildlichen Sinne glätten,
bearbeiten mit dem Worte Gottes. Die deutschen Tischreden abweichend, nur die
Stangwaldsche Redaktion stimmt mit Cord, ziemlich Uberein: ..Gott sagt im Pro-
pheten Hosea am 0. Cap. (V.5) von seinem Volk: Ich hofele sie <lurch die Propheten.
Aber alles umsonst. Es stellet sich die Welt gegen dem Wort (Jottes als die vor
20(»o Jahren. Cadit enim verbum Dei semi)er in similia tempora tf." 5) .Toh. 7, 48.
(i) sc. Pharisei. 7) Vulgata: „Numcpiid ex prlncii»ibus relicpiis credidit in cum aut
ex PharisaeisV" b) Die lat. Tischr. mit folgendem abweichenden Schlüsse: Ita
hodie sentiunt Episcopi et principes de doctrina Lutherana, eadem videmus con-
silia, quae psalnn» secundo describuntur. '.)) Die spät. Tischr. weitläuftig und
im Einzelnen abweichend. Vgl. Erl. A. 57, 2S3, Förstem. u. B. I, 218, Bindseil
coUoq. I, 172, Kebenst. 1,1)2*, 1)2 b.
694.
Catechismus perfectissima doctrina perpetuo praedicanda est,
Efj;o vellem cum in dies praedicare et le^^ere ex libro, aber nostri
praedicatores et auditores adeo ad unirnem ') cum sciunt, ut pi^eat illos
illum praedicare et alios audire, Schemen sich dieser iceringen
lere, et student videri, et cum audiuut rusticos et nobile« dicere:
parochus noster in eadem semper ober rat corda-^), quaerunt
meliora et altiora.'*)
1) Vgl. n. 57:<, Note 4. 2) Lies chorda. Die deutschon Tischr. „Unser
Ptarrherr geiget nur immerdar ein Liedlin". Vollständig lautet der bisher nicht er-
kannte Vers Iloratius ars poet. v. 350: „(ut citharoedus) Pidetur, chorda,
(|ui semper oberrat eadem". a) Vgl. Erl. A. 5S, 240, Förstem. u. B. II, 07,
Bindseil collocp 11,237, Kebenst. 11,207».
695.
Vellem Den m auruni et argentum in sua custodia servare, donec
alius veniret, qui bona tide ei illa vellet conservare.
ß9().
[259] Adversariorum verbi Dei natura non est humana, sed
plane I)ial)olica, Homo faeit, quantum jiotest faeere homo. Sed liomo
a Diabolo obsessus. ag:itatur iiiimicitijs vere diabolicis, et tiunt tales,
([uales factae sunt inter ser])entcm et mulierem Oen. 8. Summa, Prima
tabula habet contra se Diabolos, Hecunda auteni habet contra se
homines.^)
1) Die si)ät. Tischr. ähnlich. Vgl. Erl. A. 57, 2^3, Fiirstem. u. B. I, 218.
Dasselbe Erl. A. r,(>, jm;, Fr.rstem. u. B. 111, 251). Bindseil collo(i. I, 137, Keben-
stock 1, 75'».
■'^^m^SMSläJäSSimiMi
P^^l
170
171
697.
Optimi h y m n i sunt, Rex Christe factor omniuni*), et In-
ventor rutili.'^)
1) Dieser Hymnus wird Gregor dem Grossen zugeschrieben. Vgl. Daniel:
thesaurus hymnologicus I, ISO, ISl. Rambach: Anthologie christl. Gesänge I, 113.
Wäckernagel, Das deutsche Kirchenlied I, p. 74. Die erste Strophe lautet:
„Rex Christe, factor omnium
redemptor et credentium,
Placare votis supplicum
te laudibus colentium."
2) Der zweite, in den späteren Tischr. nicht genannte Hymnus, liat den christlichen
Dichter Aurelius Prudentius zum Verfasser, der ums Jahr 34s p. Chr. geboren
ist. Vgl. Wackernagel I, p. 30, 32, der zwei verschiedene Fassungen des Hymnus,
die eine aus 42, die andere aus 10 Strophen bestehend, mitteilt. Die erste
Strophe lautet:
„Inventor rutili, dux bone, luminis,
qui certis vicibus tempora dividis,
Merso sole chaos ingruit horridum:
lumen red de tuis, Christe, fidelibus."
Mit dem obigen Absätze kann verglichen werden Erl. A. G2, 111, Förstern, u. B.
IV, 381, Bindseil colloq. HI, 149, Rebenst. H, 239^.
698.
Philippus Melanthon ad Hausmannum '), qui iiiirabatur,
an magnus dolor esset iste, quem sentirent pueri, dum eis primi dentes
oriuntur, ut plerosque mori oporteat, dieebat, puuiendura esse bominem
eanum-), qui esset sine liberis, et talia hac caussa ignoraret, omnium
notissima.
1) Vgl. n. 55. 2) Haussmann war unverheiratet und stand damals wahr-
scheinlich bereits im 53. Jahre.
699.
Crucigero^) baptizatus est infans, et inditum sibi^) nomen
Tbeodoro, Ego autem dico, Vsitata nomina esse optima. Omnes
homiues expeetabaut insolitum nomen, cum Johannes,
filius mens primogenitus, mihi natus fuisset, et dicebant,
me novum nomen ei inditurum, qui multa [2G0j nova dog-
mata invexissem mundo.
1) Dr. Caspar Cruciger, geb. 1504 zu Leipzig, 1524 Rektor der Schule in
Magdeburg, seit 152^ in Wittenberg, bei wichtigen Akten der Reformationsgeschichte
beteiligt, gest. den lü. Nov. 154s zu Wittenberg. 2) Für ei.
700.
Cum») rusticos non esse dignos tanta essentia rerum et fruetu
orbis terrarum, Ich dancke vnserm hergott mehr vmb einen
bäum vnd Strauch, den sie vmb alle yhre ecker vnd
weide 2), Dixit Philippus, D.») Doctor, excipite aliquos agricolas,
Adam, Noah, Abraham, Isaack, Kespondeo, illos non tantum
rusticos fuisse et agricolas, sed et Theologos, Nam scrii)tura dicit^),
exivisse Isac in agrum, ut meditaretur dona dei et creaturas, quae in
agro visuutur.^)
1) Das Verbum ist ausgefallen. Es ist wohl zu lesen: Cum dicerem
rusticos etc. 2) Mittelh. daz vclt (Gen. veldes) = das Feld. Weigand I, 514.
Weide kann aber auch = Wälder sein. 3) Lies domine oder doctissime
Doctor 4) Gen. 24, H3 : „et egressus fuerat (sc. Isaac) ad meditandum m agro
(Vulg.). 5) Unvollständig Erl. A. 57, 290, Förstem. u. B. I, 224.
701.
Nobiles nostri, Misneü ») etc., non sunt milites, neque Castra
neque vexilla viderunt. Sind Heckenreiter, quod bene experti
sumus superioribus annis in seditione.^)
1) Lies Misnei. Luther will sagen: Unsere Edelleute, die Meiss-
nischen ff. Eine ähnliche Zusammenstellung Erl. A. fil, 347, Förstem. u. B.
IV 194: Der fränkische Adel ist gestraft worden; soll ich aber unseren und
den meissnischen Adel gestrafft sehen ff. 2) Im Bauernkriege. Vgl.
auch n. 684.
702.
Cum quidam Jurisperitus dixisset ad Philipp um, [261] Ihr
Theologi schreibt was yhr wolt, et nos Juristae postea consti-
tuimus was vns gefeit. Dem must yhr yns teuffels namen
gleuben, Ad hoc ego, Das hatt darnach ein bestand, szo
lange es kan, Sed verbum Dei manet, die weil die weit steht,
Wen das kompt vnd vnser hergott die regna wegwirfft,
szo wirfft er die Jura auch hinweg, Item constitutiones , po-
litias etc.i)
1) Aehnlich Erl. A. 62,218, Förstem. u. B. IV, 4S2. Abweichend Bindseil
colloq. 1,291 (Mitte des 2. Abs.), Rebenst. I, 141«, 141'^.
703.
Vxor mea dicit: Es warend») szo vol in der kirch, das
es gleich stanck, Kespondi, Es ist auch mancher guter
hauffen dreck drinnen gewesen, wiewol verborgen, vnd
ist das beste, das sie vhn widerumb aus haben getragen.
1) Für: Es war? Die obige Form kann ich lexikalisch nicht belegen. Oder
sollte zu lesen sein: Es waren szo vil in ff?
704.
Partus mulieris est difficillimus, quia foetus cogitur exire intra
ossa. Den die schoszbein') müssen sich mit gewalt von
e i n a n d e r d r i n g e n '■^), d u r c h w eiche [262] (quemadmodum videtur)
alioqui vix pomum egredi posset, Quod maguum est et immensum mi-
raculum Dei.^)
1) Die deutschen Tischr. „die Schlossbeine (!). 2) Mittelh. sich dringen
= sich drängen. Vgl. Parciv. ()47, 10: ob du dich dringest durchz volc unz an
den rehten wirt. Müller I, 394. 3) Vgl. Erl. A. 57, 241, Förstem. u. B. I, 1^0.
Bindseil colloq. III, 74 (Ende des 2. Abs.), Rebenst. II, 153i>.
705.
Wollen die Papisten yhr Bapstumb mit nicht fleisch
essen erhalten, szo werd*^en sie es mit eim schwachen
ding erhalten.
\\
172
70G.
Graff Ernst von Miiusfeld»)^ qiiaudo primo audivit
istam cantionem, Ein feste Bur^% dixit, Die Burck wil
ich helffen zusehissen'-), oder ich wil nicht leben, et post
triduum m ort uns est.^)
1) Vd n 53«i Note 4. 2) = zerselüessen. 3) (Jruf Ernst von Mansfeld
starb 1032. Nach der obigen Notiz hat also Graf Ernst v. Mansteld
erst 1532, drei Tage vor seinem Tode, das Lied „Ein teste Burg ist
unser Gott" singen gehört. Das würde nicht grade für eine trulie
audiret canere psalmum: Ein feste linrck ist vnser gott etc. Icli wiel die burck
lielffen verschiessen, vnnd wil wider den Luther in dem kriege ersterben. Hic m
triduo mortuus repertus est" (Kebenst. ganz lat.). Bindseil coHoci. I, InS, Kebenst.
I S5b Vgl über diese Abweiclmngen n. 53S nebst Note 10. Der obige Absatz
kommt in der in der Königl. Bibliothek zu Berlin handschriftlich
(Manuscr. lat. n. 1)7) vorhandenen Tischrcdensammhmg des Conradus
Cordatus, die von der Hand eines gewissen Sebastian Uedlich loM.
und 1567 geschrieben ist (vgl. Festschrift des Kgl. Gymnasiums zu Clausthal
zum Lutherjubil. p. 3), fol. 33 in folgender Form vor: „T>;rannus mortuus
Graft Ernst de Mansfelt. Is cum audiret canere: Ein teste Burg Ist
Vnser gott ff., dixit: Ich wil die Burgk heltfen zusehissen oder wil
nicht leben, et post triduum mortuus est." Das Nähere nber dieses
Manuscr., welches auf fol. 3-133 apophthegmata Lutheri bietet und Excerpte aus
der Zellerfelder Handschrift zu enthalten scheint, siehe in der Vorrede.
707.
Anuus 32 est mihi Climaty ricus »), ex nuniero septe-
nario. Eodem anno iutravit annum qninquai,-esinium.^)
n Lies climactericus(;^;.///«;^r;^()/;^^;s) = zum Stufen oder Wechsel-
iihr ^ehöriir So hiess jedesmal das siebente Jahr im Leben des Menschen, uml
besonders das 03 Lebensjihr als der gefährlichste Abschnitt. 2) Das Obige ist
also 153> ffesprocheu. Die letzten Worte sind Zusatz des Cordatus. Am 10 Nov
1532 wurde Luther 49 Jahre alt und trat somit in sein 50. Lebensjahr. Also ist
hier als sein Geburtsjahr 14^3 angenommen. Vgl. n. 3;is nebst Noten, n. 1 ' V 43,
344 e69 p 330, 342 d. M. Ueber „annus climactericus" spricht Luther austuhrlich
CordX; p. 543, auch Bindseil collmi. I, 217, Erl. A. 02, 32k, Förstem. u. B. I\ , oM.
708.
Der tenffel ist szo gros als die weit, szo weit als die-
weit reicht, vom himel bis in die helle.O
1) Vgl. n. 370.
709.
[2631 Wen Christus ein wort redt, szo thut er ein
xixaul auff, das ist wol szo weit als himel vnd erden, >yen
er auch nur von einem kreutichen redet, lloe dixit occasione
illorum verborum 0, Crescite et multii)lieannni et replete terram.^)
1) Gen. I,2S. Die deutschen Tischr. „Dies sagte D. M., da er redete vom
Ehestande, welchen der Papst verboten hat, davon doch (^(»tt saget: Wachset und 11.
2) Vgl. Erl. A. 5b, 125, Förstem. u. B. I, 3«»7,
m
173
710.
Ein yd er mensch mus ein Jar dem andern zu hilff
;^1 floren haben, Vnser hergott verzeit') ein tag mehr den
der keyser vermag.-)
1) So die Handschrift. Wohl fehlerhaft für v erzer t. Mittelh. ich verzer
= brauche auf, verbrauche, wende, zehre auf. Müller III, <)02. Die sjiät.
Tischr. verthut (Kebenst. consumit et exponit). In Cordatus Lesart steckt
aber vielleicht, wie so oft, eine andere alte Form. Mittelh. ich verzette (verzete)
= ich streue aus, zerstreue, unser neuhochd. ich verzettele. Dies würde
ebenfalls im Sinne stehen von „verbrauchen , aufwenden" (Geschenksweise).
Die dialekt. Form verzeit aus verzetet (vcrzett, verzet.). Müller III, ^73,
Weigand II, 117L 2) Vgl. Bindseil colio(i. III, 57 (Abs. 2, die beiden ersten
Keihen), Rebenst. II, 147b, Erl. A. 57,201, Förstem. I, 155 (Anfang des Abs.).
711.
Dens omnia mundo donavit, laub, gras, gelt, Golt, stein,
lierg, land, leute, alle guter, et nihil sibi servavit quam mortem
et vitam.^)
1) Die deutsch. Tischr. „der uns doch alles reichlich giebt und schenkt, Laub,
Gras, Gold, Silber, F)ergwerk, Stein, Land, Leute und Güter, dazu seinen Sohn zu
eigen giebt; allein behält er in demselben für Leben und Tod(?)". Dann
folgen noch mehrere Zusätze. Vgl. Erl. A. 57, 202, Förstem. I, 155.
712.
sol
Ich wolt nicht lOoOOO floren nemen, das der Fucker')
in äugen blic
1) Vgl. n. 555, 029.
ein äugen blick Gott sein.
713.
IUeronimus de Laschka*), qui fuit mecum in Torgaw,
vocavit Caesarem, respectu Turcae^), Caudam Imperij [264], quod
fuit milii valde odiosum, Ich höre es seer gern, wen man
seh endlich von vns redet, Signum est venturi ad uos Turcae
])ro])ter superbiam nostram.^)
1) Ilieronymus von Lasky, Palatin von Zicrads, war 1 527 Gesandter Johannes
Zapolya's, des GrosstÜrsten von Siebenbürgen, am Hofe in Gonstantinopel. 1532
finden wir Lasky in Deutschland (z. I». im Mai 1532 am Hofe Philipi)s in (iiessen),
um im Auftrage seines Herrn ein gegen
Ki>nig
Ferdinand gerichtetes Bündnis
zwischen Zai>olya, Frankreich, den baierischen Herzitgen, Hessen und Sachsen zu
Stande zu V)ringen. Ein solches wurde auch wirklich am 20. Mai 1532 geschlossen
in dem baierischen Kloster Sehe y er n. fand aber ein rasches Gegengewicht in dem
Nürnberger Keligionsfrieden, den* der Kaiser am 23. Juni 1532 mit den Protestanten
abschloss. Vgl. Janssen, (Jesch. d. deutsch. V. III, 23«) tf. Wann Lasky bei den
erwähnten Verhandlungen am Hofe in Torgan, wo er mit Luther zusammentraf,
gewesen ist, kann ich mit Sicherheit nicht angeben, doch war Luther Mitte Mai
und Ende Juli dess. J. beim Kurfürsten. 2) Mit Kücksicht, in Bezug auf. 3) Die
deutsch. Tischr. ,Jch lu>re es sehr ungern, wenn man so schmählich von uns
redet. Es ist ein Zeichen, dass der Türk bald untergehen um seiner
grossen Hoffart willen. Die Stangwaldsche Kedaktion der Tischreden:
Ich sehe und höre es gern, denn es ein gewiss Zeichen ist, dass
der Türke bald untergehen werde um seiner grossen Vermessenheit
und Hoffart willen. Die lat. Tischr. „Ich höre es sehr ungern, wan man
also schmelich vom Komischen reich und Christenheit redet, Et signum, Turcam
jiropter hanc sui)erbiam intcriturum. Ganz ähnlich Kebenstock. Vgl.
Binds. colloci. 1,397, Kebenst. 1,209-', Erl. A. 02, 3vi, Förstem. u. B. IV, 035.
^j
174
714.
Sol ich nu kvanck sein, szo wil ieli vnserm hergot
zu liebe vnd dem teuffei zu trotz kranck sein.
715.
Nemo aestimare potest, quantum indigeat Dens quod sin^^^^^^^^
diebus eibum det mundo/), Ich weis das /hm ^^^^ \', \^"
Tieren altae: ein konigreich steht, Wie m1 sina nu lag
gewesen seit der weit anfang? Vnd wir wollen yhm nicht
vertrawen."^)
1) Vgl. n. 710. 2) Vgl. Bindseil coli. III, 57, Rebenst. II, 147b, Lrl. A. 5-,2(M,
Förstern, u. B. I, 155.
716.
Si expenderemus magnitudinem rei et gloriam ^»^^^^i^^^ Y/*/^^;
quam expectamus resurreeturi a moituis, non ^.ff^^^l^^.^^^^^^
tollerandas vexationes mundi huius nequam, \ erum cum \ enturus est
ctXludicaturus vivos et mortuos et il^^ ^-"-"^^^ J^ /V/^ ^e r
wir vns Schemen in vnsern hertzen, vnd ein >dei seiuei
sagen pfu dich Molan.
717.
[2651 Si ego credidi verbo, wurde ich in extrem o die lata
senteitia nicht allein gern gelitten haben schlechte tenta-
Tn Ini^^^^ Carcerem,^sondern y-'^^^tiV^i^T^rfk^n ett
ich mich nicht habe vnter die fusse aller lurcken et im
üiorun geworffen propter hanc gloriam, quam mincrevelatam Video
Juae mihi contigit ex merito Christi, Ideo bene dicit Paulus, Non sunt
condignae *) etc.
1) Rom. 8,18: Existimo enim, quod non «^J^* «PJ»^^'g^/,\ PJ,^,^^^^^
temporVs ad futuram gloriam etc (Vulg. Vgl. mit beulen Abs. Lrl. A. 60, HU,
Fürst, u. B. III, HS, Binds. II, 289, Reb.ll,221a.
718.
Multitudinem febricitantium 0, dixit, puto esse parturitionem novi
mundi •-^), Die weit lest ein scheisz, sie wil davon.
1) Febricitare = am Fieber leiden. 2) Vgl. „parturitio novae vitae", August,
conf. VIII, 6.
719.
Accipiens infantem suum Martinum') dixit: Ach das gott
8Z0 feine schwartze Eugel'^ kan in ein stuck »ei^c
setzen aus einem stinckenden sack Ls g ^ m t^ f ™ ^^l»^
eben als neme einer ein plintzen^), setzt fein eugel
drein Vnd nasen, maul, henden«) vnd fusse aus cim
stucklin fleisch machen im mutter leibe, ist auch ein
kunst.^)
175
1) Vgl. n. 309. 2) Mittelh. oeglin = Äuglein. Vgl. ez gehet nicht so
schwinde zu, daz ein kind im mntterleibe bald zur weit geboren werde, sondern
wird langsam gebildet, engl in, obren vnd alle gliedmas nach einander. Jenens.
Ausg VI, :r2li>. Dietz I, 157. ;i) Die deutschen. Tischr. Lunzeu. In der
Jägersprache wird Lunge, Herz und Leber wohl mit dem gemeinsamen Namen
Lunze bezeichnet. Verständlicher ist jedoch Cordatus Lesart. „Die plinze"
auch „die plintze" (pliutzen oder plinszen vgl. placenta) ist eine Art
von zusammengerolltem Backwerk, welches aus einem Teig von Mehl, Milch und
Eiern besteht. Weigaiid II, MV.i. 4) = liende (Hände). 5) Die deutschen Tischr.
Erl. A. 57, :iU4, Förstern, und B. 1, 235 mit abweichendem Schlüsse.
720.
Ego sum ditior omnibus papisticis'Theologis in toto mundo,
den ich lasse mich gnugen, Vber das habe ich 3 e bliche
kinder*), die kein papisticus [266] Theologus hatt. Item dicior
sum omnibus nobilibus in terra, wie wol ich meinen G. H.'^) be-
raube, das ich andern dienen moge.'^)
1) Hans geb. d. 7. Juni 152G, Magdalene geb. d. 4. Mai 1529, Martin geb.
d. 7. Nov. 15 <1. Das Obige ist also in dem Zeiträume vom 7. Nov. 1531 bis zum
28. Jan. 1533, dem Geburtstage des vierten Kindes Paul, gesprochen. 2) = Gnä-
digen Herrn. 3) Mit geringen Abweichungen ebenso Bindseil coUoq. III, 158,
Rebenst. II, 18^.
721.
Conditiones boni praedicatoris.
Prima: debet esse didacticos •), 2, Sol ein fein kop'^) haben,
3, wol bered sein, 4, Sol ein stimme haben, 5, bonam memo-
riara, 6, Sol wissen auff zuhören, 7, Sol seins dings fleissig
sein, 8, Sol leib vnd leben dran setzen, 9, Sol sich von
ydem man lassen geheyen^), Vltimo, quod pacieuter ferat, In
praedicatoribus nihil facilius aut citius videri quam eorum vitia etc.^)
1) Für ÖK^axTtxög. 2) Niederdeutsche Form für köpf. 3) Mittelh. ich
geheie = schütze, pflege. Müller I, «49. Die deutschen Tischr. „Zum
Neunten, soll sich von jedermann lassen vexieren und geheien". Diese Lesart
weist auf eine andere Erklärung hin, die sicherlich ebenso gut in den Zusammen-
hang passt. Im Norddeutschen und Schwäbischen ist heien (geheien) = be-
unruhigen, plagen. Vgl. Heinsius, Volksthümliches Wörterbuch II, 70(i. 4) Statt
des obigen Schlusses haben die späteren Tischr. nur die Worte: „Vitia in praedi-
catoribus facile videntur" oder „Die Gebrechen an Predigern siehet man bald",
welche mit dem Anfange des folgenden Abs. verbunden werden. Vgl. Erl. A. 59, 194,
Förstern, u. B. 11,370, Bindseil colloq. III, 114.
722.
Praedicator 100 virtutes habens uno vitio obscurat omnes*),
Adeo malus est nunc miindus, D. Jonas habet omnes virtutes boni
])raedicatoris, allein das er sich szo offt ruspert"^), kan man
dem guten man nicht zu gut halten.^)
1) Die spät. Tischr. „Vitia in praedicatoril)Us facile videntur, si iam praedi-
cator haberet decem virtutes, et tantum unicum vitium, illud omnes virtutes
obscuraret" oder „Die Gebrechen an Predigern siehet man bald; wenn gleich ein
frommer Prediger zehenTügende hätte und nur einen Mangel, derselbe verfinsterte
alle Tügende und (iaben". 2) Mitteid. im 15. Jahrh. sich rüsperen = sich
räuspern. Weigand II, 444. 3) Vgl. Erl. A. 59, 195, Förstem. u. B. II, 37G, Binds.
coUoq. III, 114.
176
177
723.
[267] Qnitlam praedicator enin audisset a duobus Ly sen-
su) iis"') studentihiis, se iiif^-rcssuros ad Ooneioiicin, dixit koin])! Ir,
Ihr werdt sehen, was ieh thun werde, Ulis in-redientduis
temidum dixit, Ach liebe freunde, die sind ins Ha pst ban,
Ich darff nicht weiter predi^-en, Et deseendit de anibone.-')
1) Lies Lipsionsihus oder wie auch vorkommt: Lipseii sibns. 2) Oanz
ich Erl. A. 59, 1«)5, Förstern, ii. B. II, :iT«), liimlseil colloq. III, 111.
iilmlieh
724.
Strophen. Die erste lautet
Parochi sine dubio cum Euan<i:elio perseverassent, si illi seabiosi
monaehi non fuissent, (luia habuerunt Saeranienta Eeelesiae, .^epul-
turam, bonas eantilenas, velut una est, Veni sanete spiritus'),
pulchra prosa et multa alia, Sed Monaehi oninia abjecerunt, (piae non
attulerunt pecunias, velut l^a])tisniuni et Haeramentuni altans, Con-
fessionem et sepulturam divituni. Tandem ma-no praeeio emerunt
a Papa.
\) An einer andern Stelle sagt Luther über diesen Pfingstj^esang : „Den
Gesano- Komm, heiliger Geist ete. hat der Heilige Geist selber von sieh gemju-ht,
beTr'Wort und Mdodei". Vgl. Erl. A. (>() 3Sü, Fürstjnn. und li. II ^>. De
obige Hymnus wird dem Könige Robert von Frankreich OfJ'^-V;^!
zugesehrieben und ist nieht zu verwechseln mit <lein almhch anlautimclen ^ n i
Creator spiritus, der den Gregorius zum A ertasser hat. \ gl. )\ acker-
nage 1, Das deutsche Kirchenlied I, I0.j. Er hat
„Veni sanete spiritus,
et e mitte caelitus
lucis tuae radium.
Veni pater pauperum
veni, dator munerum,
veni, lumen cordium."
Nun giebt es aber noch einen zweiten Hymnus, der aus dem
mit denselben Worten beginnt. Vgl. W ack ernage 1, I, 1 m
aus einer Strophe und lautet:
„Veni sanete spiritus
reple tuorum cor da fidelium
et tui amoris in eis ignem accende.
Qui per diversitatem linguarum cunctarum
gentes in unitatem fidei cougregasti.
Halleluia, Ilalleluia."
Ohne Zweifel wird Luther den letzteren im j\''^^ ^'"^^l^^^^.^T^ fuJ
dichteten Ptingstliede „Komm, heiliger (ieist, Herre Gott liegt tur ic
e.te Strophe der zweite Hvmnus zu (Grunde, von dem es auch sclum vorlu r
me rere mit Luthers Uebersetzung last ganz übereinstimmende ^^^^^^^^;;^
gab. Vgl. Wackernagel II, 74s, Homnann v. lallerslebeu, Gesch. d. deutscli.
Kirchenl., 3. Ausg., ISlil, p. 200.
725.
[2681 Ex vite nihil penitus üeri potest, ut Ezechiel dieitO,
tantum vinuni profert, Sic Judei, Cum quasi •^) nihil valentes abiecti
sunt in ifirnem ut vites, dederunt nobis tarnen apostolos et ma^nos
prophetas, Imo et ipsum Christum, Aber itz ist der st am nichts
mehr werd.^)
14. Jahrh. stammend
Dieser besteht nur
1) Ezech. IT, li» (lo-14)V 2) Sinn: Indem sie nämlich, als wenn sie nichts
wert wären in «las Feuer geworten sind wie das Holz vom Wehistocke, so haben
sie uns— •h'iVhwi)hl — geschenkt IV. .i) Die deutschen Tischr. abweichend und
weni'' verständlich. Vgl. Erl. A. 02, 373, Förstem. u. H. IV, 027.
726.
d
W' er wol denckt, dem ist wol, ut Magdalena mea^,
uae intcrrogata. an et ii)sa velit in Coelum venire, Kespondit, Ja,
cn da wird ich gnu«- eppel haben, pirum, Zucker,
Zwetschken."^)
1) V"-l n 111, 375. 2) Hier also schon bei Luther die noch jetzt in
Sachsen gebräuchliche F«nui Zwetschke. Vgl. Weigand II, 1205.
727.
Intucns rtores vi<»larum dixit Was gibt man vnserm her-
gott vmb die ])lumblinV Schelten, lestern, sehenden,
Vnd das erst Sommerblumlin ist himelblaw, Der Turck
noch der keiser mochtens nicht alle') In der gantzen
weit beza len.
1) Atherbialisch — ganz, vollständig.
728.
W^uumb traj;en die menner krentz auff») vnd nicht
die weiber.-' (^redo, inquit. Die fraw sol witzen^. ^las den
mannen nicht schadet, wie sie es machen.
1) '-= Aufsetzen. 2) Für d:is Mittelh. wizzen = wissen.
729.
Ci^nei können nicht aulThoren mit verun j»limpffen,
szo lan^* das sie ^ar \2i\\^\ beschcissen. Et dixit ad M. L.'),
qui nunc "est ]>ast(U- eiuum. Wen michs mein J,^ 11.-) hiesse, ut
i])snrum ijraedicator essem, vclim dicere, Ich bin nieht ewr pre-
di^rer sondern des Ch u rt'u rstcn , Die elenden leut heulen
mi^i- den Churfursten an, vnd meinen, ich sey gegritfen,
vnd wisse nicht wo hin, vnd kome nicht weiter, Aber
es mus zu rede erst komen.*)
1) Magister Lecmhard 15eier, l'astor in Zwickau. Vgl. n. 301. 2) — Mein
M-nädi-er Herr. 3) Nur bei IJin.lseil coUo,,. III, loo, der das Obige mit einigen
unwcseiillichen Abweichmigen (11 et zen - au mich lür hengen - mir an)
bietet. Vgl. ferner n. 025 nebst Noten.
7^0.
Turck est ]>r«q)rie hebraicum nomen serpentis. Credo Judeos
hoc vocabulum invenisse.
731.
Mume Lena'), wolt yhr wider ins kloster vnd Nonne
werden? Kes^jondit. Non, Non, Dixit die llel Witzen^),
quare uollet redire,Ad hec Doctor, Et ego quaero, quare
12
Siri
178
mulieres nou optent fieri vir-ines? Et tacMierunt omiics,
et omnes siluerunt ridentes.»)
1^ Tpno von Bora aus einom Moissnischen Gosi-liltclitf, Tanto (Ut Catliarina
voubJA ^^ 1^^- ^ S SeohenuHMstorin dos Klostors Nion.t.cl., verl.css aasM-lW
bÄ^i lern Austritte ihrer Nichte und brachte .len Kest ihrer » ^^f^'MtJ -• ;H^^
ntlurs Hause zu Sie ist oft verwechselt mit einer juiip-n M "!'"»•;, /^;^\^^L•r,
Ä SmaS, Luthers Nichte V|.l. J'-^terlKU-h ,. Uj:; N.>U^ Kos m I ..
IT ITU 4«n ^\V) «TT Seidcuumn, Sachs. Kirchen- uikI SchuU.latt IS.i > s.» i. .\mn
TT 't\- ITT •)n; Fr»rsti»ui u i> 111, •> >• l>,''^ lieoensi. ii, i"- . --" •
lin:;;;:stI^'i;r';i/;;^o;^-, Venu Luther- in s.n.n.^^n Brieie - seinen .>hn
Hans vom 1".). Juni 1530 sagt: .aber er ^''^ V p • J V ^J ein sse Muhnie
mitbrinjcen" und wenn es am Schlüsse des lir.etes heisst. ''S.^^^^^^/ \\'; .
I ene und ijieb ihr einen Kuss von meinetu e-en . 1) ^'\^\.\'}l''
Xm Nach Förstemann u. B. Hl, H.'.» N<.te 1 ist ,aMuemt du- /" ';^";, «V' u d e
von Selmenitz Tochter des Ritters Hans Mönch und \\ itwe des U\\) /m HaII^
<< n Krevsi"- Beitr. z. Hist. d. saclis. Lan<ie ii, m ii. in o* u »i
'i^'^Jeln';'»" Sei;;r.ni.r -^l.) Ü'-r .;;.ig' Ai.su„, .via, m .U... s„U...rou Tischr.
732.
Ferdinand US est Ilox Vngaviae imvativo. Homa uns ima-
ginative t HoUennao ,,a.tini.ativ.. |-27o| \f> Lal..., qua n..r
pucros') fliaiiores et n.eliü.c Titulo ((uaui l'ord.uandus regua. -)
,) Darna.l, n.üsst.,, .Ikse Worte n:ul. .U.n ^"«- •'^";- '--i'^ «■•^''^.';;'';,:,;V,"i
aeu. .f .ns.... Paul U^^^^^^^
w"£ Ä- Arno 1 "'r .o';.?r Marthms suan, uxor.n, l.almit 7 anmjs n. sol-
S. amTom^^ l>ixit: l-h l.al.o .Ir.y Ul.omligo km.l.rd»' ,.l, l-.rlMl,.r
vor go,rkü,e äänu Kerainauaus üeheinen, Vd,'.™ uml Mas r.,.n.sch.. Uch.
7:«.
Paulus ist i)Ost Christum der t^lugest man gcwcscu.
qui dieit, heretieum i)Ost unani et alt: nio: vita.')
n Aufc'olöst- et alterani monitionem vita'. V(;l Titus .! 10: .llapre-
TM.
Maa-istratus periiule est velut hamus, Dens autem ist der
storkO derdiefiseh im harnen reicht^, Wen ein dieb reitt
ist szo reicht er yhn hin ein, Er nius o^etan^^en werden,
deo serLiun est, Dens est iudex in terra 3), Ideo neeesse est ut nnpi)
IS r^eint ad poenitentiam vel ad poenanH), ^ur n..,ms^^m anjn>s
n-itus sexaffinta Witteni l)er^^ae e()ni].rehensus»), a Consult intt
roSLin& wirs treiben, szo gehtsauch/.)
"^ n Die deutschen Tischr. .Gott aber ist der Stö^e^^ Bindseil: .Dens autem
•* nSn «Hrle A- R^^^^^^ Maj'istratus est quasi tra^^ida (Zudmet/) vel nassa
Ins "e^^^Diul^vi!?:^-^^ ius^rumentum^^ Dio l^lj^^l-^^'^lJ-; l^JJf ^T!
i[t nr h Sollte vielleicht zu lesen sein : s t o c k von «lern Mitte h. st o ^ ar - 1 uns
adler lialÄ der so heisst, weil er die gefangenen Fische aut Stocken
179
iniiumen) verzehrt? Oder ist stock == Stör stangeV 2) Die deutsch. Tischr.
.damit mau die Fische in Hamen jaget% Bindseil .damit mau die t«^;f;h^ "^ de»
Imueu iecht-, Rebenst. .«iiio pisces impeliuutur m tra-iilam Mittelh der
ine = An-el, dann Fangnetz. ■^) l'saliu •>, 12. l) Rebenst. und Bindsed:
Ideo vel poeniteas vel puniaris", dii' deutschen Tischr. .Darum magst du entweder
Busse thiin oder gestraft werden^. Denn ,sera pedibus venit tacitis poena tandem
(Tihull I lu :{)." 5) st-, est. (i) Die Frage des Wittenberger Burgermeisters,
Wie ireht's''" welche die si)iiteren Tischr. hinzufügen, liegt in der Antwort des
iUebes Die 'd('Mitschen Tischr. vi.-lfuh abweiclicnd und mit Zusätzen versehen,
die l'it' mit «lem Obigen mehr übereinstimmend. Vgl. Erl. A. Ol,3U0, Lorstem. u.
B. IV. ir»T, Bindseil eolhui. 1, aul, Rebenst. 1, 1 HP'.
7^35.
leh bin sein wo! /u frieden. Wer mieh teuscht, der
teusehe mich. Es ist das spiel in eines nanien angeiani^-en,
der heist Christus, leh wa^s nu dran|2711. frag- nieht darnach,
wo strump') oder schwjin/ ])leiben etc.
1) Vgl. n. Tri.
De Sacranientarijs dixit, N<)n cessabunt nie pcrsecpii, donec me
extin-uunt, Alszo thun die von Zwickaw auch, dicunt se recon-
eiliatos esse, et non est verum. Siknuii licet eg-(K N'idcbunt tamen was
-Ott') dazu thun wird. Sie Werdens j;-ewar werden. M. hot-)
scril)ebat M. Leonardo -O- C^ura. ut Doetor nolns reconcilietur, Et ei
res]M)ndit. Tu cura, ut humilicntur.^)
1) Biudseil: .was ich aber dartzu thuu werde^ 2) ?^f^i^^^!:.^|;;;i»J':"VJ^^^^^
Stadtsvmlikus vou Zwickau. Vgl. u. 2T... 2TT, :><M 1'^'^'^^V''1■^\>^ '"f fn d^r Zeit'
•n Vn-i n T>«) :i'.tl Ks ist anzunehmen, dass sich Leonhard Beier zu der Zeit,
als Ku'the'r Obiges und das n. T2'.i Mitgeteilte gesprocheu hat, zum Besuche m
Wittenberg autgehalteii hat. \) Vgl. Biudseil collo(i. lll, lou.
737.
Schwermeri. da sie mit den todten steinen vnd holtzeu
bilden vmb-ino-en. da -ewonnen sie. Aber da die lebendigen
vl)er sie körnen, nemlich die Schwitz'), wurden sie alle er-
schlahen, Sic et Muntzero contigit.^)
1) Mittelh. der Swizer = der aus Schwyz Gebürtige dann allgemein der
Schweizer. Luther hat die Schlacht bei Gappel im Auge den 1 1. Oct. lo.n. i) Mit
mehreren Abweichungen Erl. A. r,l, (W), lörstem. u. B. 111, JSJ.
7:38.
Wen man die Sacrament anders braucht densGot hat
eingesetzt, szo -ehts nicht wol hinaus. Sicut Gideon da er den
Ephaf) auffrichte, Es ging- ihm auch nicht wol drüber.)
I) .]„<lh.um S.2T: .FecitMue ex eo (UMleon Kpho.l, et P-^^jlt iUud in civitate
sua Kphra (Vulg.)^ 2) Vgl. Erl. A. r,l, (iO, lörstem. u. B. HI, ^b,).
180
poui homiuibiis, Aluuiui neiuo Deum timeret, 0 man mu8 hart mit
solchen gedaneken (puta se \\m\m oeeidendi) vmhj^ehen. das
man sie vberkome«), wie wol man auoh hart vmhgchen mus
mit solchen todten, sie verbrennen etc., ut mundus terreatnr.-)
1) Die Lesart ist tür richtig /u halten, wenn man den Ausdruck Jiurt nnt
solchen Gedanken umj^ehen'' aut^asst im Sinne von .sich vor solchen J'^^^Jf JM;/;"
hUten\ Doch kann auch vberkinne = iiberwal t i-e sein 2) Aut tU n
geschähen, so türchteten wir unsern iierni uon mc" l.i ...... »».....v. " "r '"
stehen und Gott bitten, es wollt uns tVir dem Teufel behüten ; auch muss mau hart
mit solchen Gehenkten(!) umb-ehen, nach Ordnun- der Hechte und (^ewohnhei ,
f dass sich die rohen und sicheren Leute türchten; nicht dass sie alle drumb
verdammet sind-. Da-egen Bindseil collo.i. II, IT'.): ,Qui se ipsos occidunt, occu-
mntiTr a Sathana, sicut'a latronibus qulspiam occiditur. 1 ales homnu's non sun
sui iuris. Ef?o non damno eos ne.iue possum. Hoc non diceudiim vuljro sed ad
eonfessionem pertinet, Wan solche Kxempla nicht ^eschen, seilicet 'it ».omines
se interficereut etc., non timeremus Deum, dorumb müssen wir in turcht stehen,
ffott bitten. Auch muss man harte mit solchen Kedancken vinbj(ehen sie
verbannen, ut mundus terreatur, non ut sint damnati etc-. Aehulicli
Kebenst II 127='. Es ist ersichtlich, wie inliezu^- aut den obijjen Absatz
das was die spät. Tischr. bieten, erst durch die A utzeichnun - des
Cordatus verständlich wird. Z. 4 erj^änze oportet z. proponi aus mus.
740.
Sennacherich ») ist ein strauch diel) o;ewesen. ein llceken-
reiter.-^)
I) König Sanherib. Vgl. n.m*, wo er ^Seiiaherib- genannt wird. 1) Vgl. n.Tul.
741.
Cerberus g:raece, Ebraice schirbor, heist der hcllisch liiind,
trimuix'), peccatum. Lex, mors, liehem(»t-) ist der j^m'os ochsz
et mortem sij^niticat, qnae continuo, nasccutibns ])ncns. seniores de-
pascitur ut ille bos (uiinia gramina mundi una nocte, quac eadente
rore iterum nascuntiir. Ita Leviathau est |27:i| ma-nns dh; l)raco^),
((uem iinnavit Dens ad illiidendum ei, (luem per suos pios irritat, VA
ipse nerret sich mit yhnn) sin«;ulis diebus trilms Ihiris.'»)
I) sc est = Kr hat drei Kachen, nändich Sünde tV. Vgl. Vergil. Aen. Vi. 117.
•2) n -21:* Schijphor genannt. :) n. ->!:{ .maximus piscis maris" genannt. •)) IJj«'
Redensart sich mit iemand nerren kann ich lexikalisch nicht belegen. Mittelli.
(spät) narren = zum Narren haben. Als«, würde „sich zum Narren haben mi
iemandem"' in dem Sinne stehen vi.n „mit jemandem spielen scherzen, sein Npiel
mit ihm treiben% was bereits vorher in den \V(»rten ad illu<lendiim «i liegt.
5) Vgl mit dem Obigen n. ^I.^ nebst Note 7. Von den spat. I ischr. ist nur der
Antang überliefert. „Cerberus griechisch, hei.sst e.s Krl A. [WMir. l'örsteni. ii.
B 111 SU hebräisch Scorphur, heisset der höllische Hund, »ler tlrei
Rachen' hat. Die drei .Mäuler sind: die Sünde, das Gesetz und der
Tod" In den lat. Tischr. fehlt das Obige ebenso wie n. ^I.i in allen spat. Aul-
zeichnungen.
742.
Og Keji^em') fabulati sunt Judei, acce]nsse ma^nium montem,
quem iaceret super niaguam multitudinem inimicorum suurum, Aber
181
szo er den berck auff denkopff bracht, lies yhm Gott an den
halsz fallen vnd darnach j.M-osze zacken aus dem "^«"\*»^*
zeen'^) wachsen, ne molem unquam posset deponere. hie«*} nahen
viel feiner weise leut gehabt.^)
l) Der von den Israeliten geschlagene König Og war Herrscher vonBasan
einer zwischen dem Libanon und dem Jordan gelegenen Landschaft \ gl. 4. Mos.
•>i n- ^ Mos 1,4; 5. Mos. 3, 1 ; Jos. 9, 10; 12, 4; Vi, 12, liO u. :U ; Psalm K^5. II;
mk^: He oben erwähnte Fabel findet sich im ™mud tractatus BYacho^
t l VI col •> Vgl. Förstem. u. K. IV. rr27 Note 1. 2) Die deu seh. 1 sehr, tur
zween Zähne 3) Nämlich die Juden. 4) Vgl. Erl. A. «2, 372, lorstem. u.
15. IV, r.27.
743.
\postoli post resurrectionem timuerunt, cum tamen Judei tum
nihil mali in eos molirentur. Verum cum vidissent wie es yhrem
hern icanL^en war, timel)ant. es mocht yhn auch alszo gehen
Et timuerunt ipso ingrediente per clausas iannas, qma vix credebant,
cum a mortuis resurrexisse, Sicut illi ») dicebant: Sperabamus. cum re-
dempturum Israel), gleich als were es nn gar aus.^)
1) Die beiden Jünger von Emmaus. 2) Lucas 24 21. :^) /»» |;^X{^^^^^
abweichend Erl. A. r,2, \m, Förstem. u. B. IV, 42S Bindsed colloq. II, W,), Rebcn-
stoek II, HH5'>.
744.
„Donec induamini virtutc ex alto":») q: d:^) Eilt nicht zum
predigen, [274] Ich wil euch ehe ein hämisch anlegen, Dei
sol alle Schüsse halten.^)
n lucas -M 4'». 2) = (piasi dicat. 3) Dieser Absatz, den Cordatus
als eiJen Ständigen ha!, tin.let sich in deii spä^ Tisehr mit n. .43 ve».
Mehrere Zusätze stellen die Verbindung her. Abweichend Erl. A. b2, H.o, torsttm.
u. B. 1V,42S Biudseil coUo.i. II, IP.>, Rebenst. II, 103 '^
745.
Dux noster Hans Fridreich natus est anno 2<^ 0 Ij^ndgra-
vius'O deinde anno 4«, Michael steht zwir in der schrifft, In
Daniele») et Apocalipsi.O
1) Nicht ganz richtig. Der Kurliirst Joli. Friedricli v. ^^^^\:^'^' ^"l^!^
den 30. Juni i:.03 geboren. 2) Ueber Plulipp v. Hessen vgl. n. 3S2. 3) Daniel
10, 13, 12, 1. 4) Apocal. 12, 7.
746.
Asini testamentum. Caput do papalibus, Aures Cardinalibus,
vocem Cantoribus, Mcrdam stercorantiluis '), os^a"^) lusoribus, Gutem
Scharhansibus, das sie ein paucken draus machen.»)
I ) ^ Meinen Mist .U'uen, die das Feld düngen. 2) Bindseil: pila. 3) Vgl.
Erl. A. (io, 3S2, Förstem. u. B. III, 323, Bindseil collocp 1, 424.
747.
Was ein mensch nicht wil lassen straffen, ^1^^ .^vil
(Jott nicht vn gestrafft lassen, Quod accidit ciiidam Tsobih de
Greffendorffis»), Cum honestam matronam spe promissi Comugij vio-
182
lasset, et tuiulom luillia aureoruni cxtorsisset nh ca, alMJt imiltis oou-
eoniitatus. ut sponsalia facoret cuiii iioluli (|iia(l:nu viriiiiu». et euiii
ma^na hosintmn multitudo in edüms couvenisset, voeato uno ex servis
suis, in eami)iini ecjues venit-), et euni |27r)| servo sae])e dieeret, sc
imiltos videre equites eoutra se venientcs, ini.sso(jiie a se servo, ist er
in ein ^^eniusz^O bin ein <;'e rennt, et eum vernieni einiseientiae
seniel eoepisset sentire, auctnni est maliini eins tantisi^T. dum se ecni-
foderet, Deinde ad verha liaee dieentis servi, euni :id alios redijsset,
quaesiverunt illuni et a sennmortuo reeeperunt detnietiini annuluni,
<iueni reniittebat violatae niatrunae, Sie perijt ille nustrae i)raedieatinnis
magnus eonteniptor.^)
1) Die lU'm'ii von (I rct'cndortf j;-ohürti'n /luii Siirlis. A«UI. Zwei (Irrsi'Huii
Johannas (Coiislliariiis caiurnu' KU'ctoralls) mul Wol t^aii^' (PrartV'ctiis ri:i\ensis)
werden bei Seekeiidort' im hule\ erwiilmt. Srliwerlicii wird einer von iliiieii «reineiiit
sein. 2) = Kitt aufs Feld liiiiaus. :;) Hin seltenes und interessantes
Wort. Mittelli. ^'eniose (von mos, .M«m)s, Sumpf) wird liier Moor, lirueli,
Sumpfland bedeuten, was aus Stellen wie: ,j,'emuse (ji;emose) ^reben unde
muor, haid vnd ^'eliag" Suelienwirt 7, 1^4, „ein weit j^emose'' (planities Innosa)
Schmeller 2, (Uta hervor^rt'ld. V^l- Müller 11,2-25. I) (Janz abweichend die
lat. Tischr., die ausserdem in IJe/.u.u- auf den ersten 'I'eil uu'lirere Zusiitze bieten,
ferner den zweiten Teil nur unvollstündii;- liabi-n (es fehlen die W«)rte von deinde
ad verba - eontemptor). Kin/.elheiten anzuführen, würde zu weit tlihren. X'^l
Bindscil eolloq. II, 79, su, Kebenst. II, !Mia.
74S.
Tnvitatns ad Ponieranuni andivi a lMiilij»]M» varias liistorias,
praeeipue de Mareliionibns lira ndenbur^^ensi Ims '). Senijyer ecjs
fuisse summi in^^enij et eUxpientiae l'rineii)es. Kos habere dual)us suis
Civitatibus ■-) ])lures'^) quam ambo nostri Prineii>es 0, l*omeraniam
brevi ei^^) aeeessnrum <') ete., Seilieet wen der Biscboff von Ha 11 ')
ein Christ wird etc.^)
1) Bindseil u. Rebenstoek: .Anno 3^ in die Pentecostes. Philippus M<'lanthon
in eonvivio apud 1>. Pomeranum varias historias reeitavit de Marrhionibus liranden-
bur^ensibus^ Da das Taj^ebueh <les Cordatus i:):i7 ab^eseldossen ist, so kann das
in den lat. Tisehr. an^ef?ebeni> Datum nieht richtijr sein. Dies lässt sieh aueh sonst
beweisen. Der bei Hindseil und Kebenstoek in dem auf das Obi^^e beziij;-liehen
Absätze nebst dem Erzbisehof Albrecht «.benannte .1 oaeh i m kann dem Zusammen-
hanj^e naeh (vjjl. aueh die ersten Worte des <larauf foljj:. Abs.) nur der damals noeh
am Leben betindliehe Kurfürst .loaehim I. vim P.randenburj,^ sein. Da <Ueser aber
bereits löHo starb, so kr.nnen Luthers Worte nieht naeh I.=>h:> j^espro eben sein.
2) Lies: in duabus suis. Mit den Worten eos habere scheint Luther - und
darauf deuten aueh die Sehlussworte des Abs. hin als damals lebende Kt'i»rii-
sentanten d*T P>randenbur«,nschen Markgrafen den Kurtlirsten .loaehim 1. und seinen
Bruder Albreeht, den Krzbisehof v(»n Mainz und Ma<,^debur<r, bezeiehm-n zu wollen.
Beide werden aueh in den lat. 'J'i.sehr. ji:enannt. Die duae Civitates würden
dann Kurbrandenburj,^ und M ainz-M ajrdeburj,^ sein. :0 Zu i|lures kf.nnt»;
eivitates im Sinne v(m Hemeinden erji*;iuzt werden. Vielleieht ist aber urbes
au.sorefallen, was naeh ures nieht aulVallend wäre. Bindseil: Das der mar^'-:ratVe
in seinem Lande nu'hr stette hatte tV. 1) Mit unsern beiden Fürsten kann
der Kurfürst Johann und sein Sohn Johann Friedrieh «.^enuMut sein. Letzterer
führte seit der Krkrankunj,^ seines Vaters (Febr. i:>;{2) bereits die L*ej::ierunp:sjj:e-
sehäfte. Li diesem Falle würde Obi-es iu die Zeit vom Febr. i:.:ii bis zum Kj. Au^^
d. J. fallen, dem Todestaj^e .lohaniis. FLs ist aber fra.i;li(h, ob Jem^ bei<len Fürsten
tremeint sind. Cordatus n. 7r);{ ist niimlieh bereits von Johanns Tode als einer be-
kannten Thatsache die Kede, und wenn aueh den einzelnen Absehnitten leider
kein Datum vorgesetzt ist, so lässt sieh doeh aus Vielem sehliessen, dass die
183
eoUoouia im Grossen und Ganzen in derselben Reihenfolj^e niedergeschrieben sind,
w . ie zeitlieh stattgefunden haben. Luther kann aueh den Kurtursten Johann
Friedrieh und seinen Bruder Johann Ernst, für den ersterer ^»« l;J^->. f/^«
L'egierung führte, und der iu der Torgauer Teilung von 1512 Koburg "^^^ ^le k r-
siehsisehen Besitzungen in Franken erhielt (-1553), im Auge haben. ^^^ \^^f^
der spH . hit. Tisehr.: die das Wort nostri nieht haben, weist a" 1^"^^,^^^^^"
nd S ehsen-M eissen hin. 5) se. ei ex Marehionibus, .,ui nune Eleetor Branden-
rV-nss est, Joaehimo L C) Joaehim L hatte statt der bisherigen I^tdins^'^heit
Irandenburg.s über Pommern durch den (Irimnitzer Vertrag lo2U das Antalls-
reeht für ersteres erworben, sobald das llerzogshaus in Pommern aussterbe Der
\n all Pommerns an Bran<lenburg hat bekanntlieh recht lange aut sich warten lassen
nn nüpft sieh an die Zahlen HMs, i72(i, lsi5. 7) Ueber Albrech von Branden-
r r 1 4 4 Note 5. Der Uebertritt Albreehts von Ikandenbiirg zum Protestantismus,
. f'den LutluT lange gehofft hat, wäre allerdings für die kirchliche und politische
twicklu g .les d^tsrhen Reiches ein schwer wiegendes Ereignis gewesen. Allein
i Sehlussworte des <»bigen Abs.. die in den lat. Tischr. fehlen, und als em Zusatz
Luthers zu den vorhergehemlen Worten Melanthons angesehen ^^c^den inusscn
ki-.nncn auch anders verstanden werden. Luther kann "^^^'"^^^^/?,^. '^^"^f.lV^.
\lbrecht von Brandenburg (an dem er damals wohl schon verzwei elte) ein Christ
w ebens<. wenig wird Pommern an Brandenburg fallen.; n Be7.ug auf diese
E ilru g hat die (Icschichte in der That für lange Zei^t Luther Recht gegeben
S )i ht. Tischr. vielfach abweichend in Form und Inhalt. Wenig verständlich
ist namentlich, wenn es bei Bindseil heisst: .Et quod Pomerania brev^i tempore ad
ipsum perventnm esset (vielleicht Druckfehler fiir perventura esset ) eine ^otlz,
die indessen bei Rebenstock fehlt. Vgl. Bindseil colloq. I,3(h, Rcbenst. I, loOa.
740.
hl Lubeek ingeutem esse multitudinem Seortorum inde eollege-
runt, das in der fastlnaebt«) auff ein abend niebr wein
verkanfft ist in dieselbige Saeben, den ymb 000 marck,
post autem aeeeptum Euangelium •-^) tantum vmb im floren.
n Mittelh. diu vasenaht (vasnaht, vasennaht), wohl zusammengesetzt mit
vasen = Albernheiten, Possen treiben, also: die Spiel, Possen, bchwarm-
nacht. Weil aber nach der vas nacht die Faste beginnt und das seltene vasen
unVrstän Ich wurde, so kam im 14. Jahrh. im Mitteid. die Form vas t nacht,
! eh V " elnacht auf. die schliesslich die gebräuchliche wurde. Die obige lonn
is e.ludl i^^^^^^^^^^^^^ weil Weigand 1, 5u:{ nur eine Belegstelle aus Jeroschin für
dieselb hat und hinzufügt (p.5(M), dass Luther und andere noch fassnach
»"eschrieben hätten. Dagegen behauptet Dietz L (i3(i, dass es bei Luther gewöhnlich
fistn™ und selten tfissnachtlieisse. Endlich ist noch zu erwähnen, dass
Müller 11,301, (;rimm, Wörterb. IIL 1354 die Ableitung von vasen venveT en und
erklären- Vorabend der Fasten. Für vastelnacht hat Muller I,3ü2 noch
eine BelegsteUe aus Levsers pred. 33, in. Vgl. über die Ableitung noch Schmeller,
1,509, Wackernagel, WV.rterb. 324", Litterat. (iesch. 314, 1. 2) lojy.
750.
[27()| M.Job. Forst er') qnerente. al sein gedencken 2) wur-
den ybni zu ens <) propter voeationem suam, se malle in protessione
sua nianerc^), respondit, Acb das der liebe Paulus et Petrus
da were. vbr solt sie wol sebelten. den ybr bereit^) gern
szo -eseb'iekt sein wolt wie sie, Vultis babere deeimas et non
ante primitiasV „Est aliquid prodire tenus, si non potest
ultra"'') Tbut das Kwr ete.. Et si non potestis totam boram, me-
dian! predieate vel quartale, et nolite vos omnino aborum mori (ut
voeant modoj aiqdicare, Ibr kund meine oder eins andern
nrediL^t niebt erlangen per singula verba, Sed statum simplicis-
184
sime concipite vnd befhelelits gott, Huius Dei p:loriani simplieitor
qiiaerite, et non applausiim liominiim. Et orate, nt det sapientiaiu in
OS vestriim et aiuiitoribus syneeruin audituin, Tantum lioc niilii C'reditc,
humanuni opus non esse ])raedieationem, et ne audax sitis, sed Deum
timens i)raedi(»ator. E^o enim antlijuns et exereitatus ]irae-
dicator nscpie liodie timec» ])raedi(*aturus.")
1) Mafcistro .Tohaiino Forster. Dieser war Professor der liebräiselien
Spraehe in Wittenberg" und ^in^' dann ziiiii l'redij?tanite über. Spiiter finden wir
ihn in Aug:sburg und Reg:ensburg. Seiner wird oi't in den spät. Tiselir. j^edaeht.
Z. B. Erl. A. Hl, CO; .-,9, HM. 192, 2i;{; Fi.rsteni. u. II. III, :isl; II, :n;{, MA, :UM>, T.ind-
seil eolloq. II, 224 ff. \^\. auch Cordatus p. 571,()17. 2) Mittelli. der gedane,
Gen. des gcdankes, Plur. die ^edanke und die gedenke. Im Ansehluss an
die letztere Form bildet Lutlier wieder (Mnen seliwaehbiefjenden Plural die ^e-
dencken, wofür ich ke ine lielej^stelle auffinden kann. Die gewühnliehc
Form im Mitteldeutschen ist die j»'e danken. M Die Lesart e n s pebt schwerlich
Sinn. Die deutsch. Tischr. richtigerer zu en»?e. Vielleicht: ^zu eins* = zu einem ff.
4) d. h. bei der l'rofessur der hebr. Sprache an 4ler Universität. 5) = bereits.
0) Die spät. Tii^chr. .Est ali(iuid prodire tenus, si non datur ultra*. Die Ilallische
Handschrift bei Kindseil: ,Est ali(iuid prodire tenuis, si non datur ultra."
Richtig lautet der Vers Iloratius ep. I, l,:i2 = .Kst (|uadam prodire
tenus, si non datur ultra". Luther hat, wie oft, nach dem Gedächtui.s.'<e citiert.
Der Fehler der Hallischen Handschr. «lurfte daher von Hin<lseil, der den Vers als
solchen nicht erkannte, nicht in „tenuiter^ geändert werden. 7) Die deut-
schen Tischr. im Einzelnen vielfach abweichend, den lat. (Bindseil) fehlt der Anfang.
Vgl. Erl. A.5«), 1S7, Förstern. u.R. II, :{71, Bindseil collo(|. III, Ilo,
[277] Qui eei-tissimum statum eonei])it, is non timeat, das er
nicht zu waschen werd haben, et tidens Deo praedieator,
etiamsi a eoneeptu suo deeidit. eertus sit eum locuturum, quae ])opulo
]daeebunt, etiamsi displieeant sihi, (piod plerunuiue continpt Tertio
contingit eoneeptum praedieatori ])Iaeere et auditoribus, llaec tria no-
tanda sunt, sed Deus semper orandus.")
1) Wenn die deutschen Tischr. Erl. A. 5!», 187, Fiirstem. u. B. 11,371 (ganz
ähnlich auch Bindseil collo(i. III, IK)) F<dgendes bieten: ,Und ihr werdet gewisslich
diese drei Stücke erfahren. Zum ersten, da Ihr gleich «Ue Predigt aufs aller Beste
gefasset und begriffen habt, worauf sie stehen soll, so soll es Euch wol zu-
rinnen und zu Wasser werden. Zum Andern, dagegen wenn Ihr am
Concept und Begriff gar verzaget, so gibt Gott (Inade, dass Ihr am Besten
l)rediget, das dem Haufen wolgefället, Euch al»er nicht gefiiUet. Zum Dritti'u,
wenn Ihrs nicht gefasst habt, dass es beide Euch und «len Zuhörern wird
getallen. Darum bittet Gott und lassets dem befohlen sein,* so ist damit wiederum
ein Beweis geliefert, wie sehr Luthers Worte in den späteren Aufzeich-
nungen nicht selten entstellt sind.
752.
Ich weis nicht, wie es kumpt, das wir nicht ehe prc-
dig:en wollen, den es gefall vns am ersten sell)s,Vnd szo
m a n v n s nicht mit de r v o c a t i o ») z w u n g e , szo t h e t e n w i r s
nicht. Philipp US numquam scripsisset Ai)olop:iam, nisi fuisset
coactus, YjY hetts^) ymer besser wollen machen.')
1) Mit dem Berufe. Die spät. Tischr. wenig verständli«;h mit dem Ver-
mahnen. Luther will sagen: Unser Beruf zwingt uns zu ])redig«'n, sonst wiinlen
wir es nicht thun. 2) Bindseil: er hat es. ;t) Die sjiät. Tischr. fassen die n. 7.'.o,
751, 752 in einen Abs. zusammen. Zwischen n. 7.M u. 7.^2 findet sich folgender
ttjMaaaaäaiiattaayiaiiiäifiiS^
185
Zusatz: J.asset uns nur studieren und fortüdiren, in dreien Jahren werden wir
sehen, da'ss es an rechtschaffenen Predigern mangeln wird; denn Zwickau, Alten-
i»urg'. Torgau, AVittenberg stehen auf zweien Augen; sterben die, so werden
wir ihrs (ileichen nicht Icichtlich bekommen; man wird wahrlich in unserm Fürsten-
thum Leute bedürfen." Es ist freilich schwer den Beweis zu führen, dass diese
Worte ein Zusatz späterer Zeit .seien. Allein der Ausdruck in dreien Jahren,
der durch die folgenden Worte .denn Zwickau ff. (die Pfarrer Leonhard Beicr,
Spalatin, Zwilling oder Didymus und Bugenhagen sind gemeint) semc
Begründung finden soll, kommt m"ir verdächtig vor.
Johannes Electov homo fuit omni feile carens et eonstans multis
temi)tationilnis •), obijt in pace anno 1532. D). Aug-. in arce Schwei-
nitz^), ut i)Uto. tactus Apoidexia, Hoc autem \idetur ])rodipum fuisse,
neminem filiorum suorum aut aliorum consanguineorum affuisse in hora
mortis [2781, Versatus est in ap)ne totum diem a decima scilicet diei
rursus ad decimam etc. Testamentum suum ante biennium fecerat. in
(|Uo maxime Vniversitatem Wittem l)er,irensem lilio suo commen-
davit.O
1) Die spät. Tischr. Erl. A. (il. :<^(; .J^^. Förstem. u. B. IV, 22^-2:i(i. Bindseil
colhuj. 1, ;Uf., ;Mr», Uebenst. I, 1(1U«>: .aber doch hart genug durch Verfolgung geubet
und geprüft- oder .satis tameu duriter multis persecutionibus fatigatum\ 2) Stadt
un<l Scliloss im Kurkreise. :<) Dies wäre also alles, was Cordatus über Kurfürst
Johanns Tod aus Luthers Munde selbst gehört hat! Und nun vergleiche
man damit, was die spät. Tischr. alles darüber mitteilen! Vieles macht auf den
ersten Blick den Eindruck späterer Zusätze, wie z. P». die Worte von .Da er nu
kaum zehen Tage liegen in den Zügen", ferner: „Am 1^ läge
aber eine lateinische Oration-, endlich der ganze zweite Absatz.
Verdächtig ist auch der Ausdr. .aber doch hart genug durch Verfolgung geübt
\\n(\ geprüft-, was eher auf seinen Sohn .loliann Friedrich passt. Auffallend ist
schlie'sslich, wenn es bei Bindseil heisst: .Naui cum Episcoi>us Moguntinus
mortuus esset, et cadaver illius"' etc. Albrecht von Mainz starb erst 1545! lud
Cordatus schliesst seine Aufz. 15:t7! Die deutschen Tischr. haben dafür: „Denn
da Bischof Ernst von Magdeburg, Iliro Kurfürstl. Gn. Bruder, gestorben war,
und der todte Leilr' ff. P»ischof Ernst von Magdeburg starb zu Halle \h\:\.
754.
Aiunt, audita confessione nostra Caesarem Aug'u stae dixisse,
Er mucht leiden, das man in der g-antzen weit alszo pre-
dig:t, l). aut. deo:'). se scire multos abusus esse in Ecclesia. quos si
Papa emendaret, se libenter laturum, quiccpiid statuisset, Aber von
dem verlauffen Mönch wolt er nichts annemen, Ideo dicunt,
Wolff von llohenwerck-^) dixisse. Wen Gott sein wort durch
fursten, ^M-affen vnd den adel Hesse predigen, wolten
sie es all annemen. Er^ >vird aber das lassen, vnd sein
wort durch sie es nicht lassen versie<;elen, Fischer nimpt
er dazu, Petrum vnd Andream vnd wol hirten. wie Amos
w a r d e r p r i) p h e t^)
1) Ducem autem Georgium sc. dixisse. 2) Die deutsch. Tischr. ,,Also s<>ll
11 Wolf von Schönburg, der des Bischoffs Albrecht zu Halle Statfhalter war",
die lat. ,.Ita Wolff a Sdiönfelt dixisse fertur (Kebenst. Schonberg). :V) Wieder
Luthers' Worte. 4) Die spät, rischr. verbiiMlen Obiges mit ihrer Pelatum (n. /.>:{)
üImt den 'I^mI Johanns von Sachsen, wiewohl ein innerer Zusammenhang
fehlt Dieser ist notdürftig nach den Worten befohlen, (Cord, commeiida-
vit) durch folgendes Einschiebsel hergestellt: „Der fromme Fürst ist entschUUen,
186
da beide, die Reli;,nou und Polizei wohl stunden und in der l>liite waren; denn
Kaiser und andere Fürsten, aiu-li die Tyrannen k»»nnteu niclits anders denn (Jutes
von ihm reden un<l an seiner Leutselij;-kei't, Freundlichkeit, (;iiti.u:keit und F.escheuh'n-
heit ein gross (Jetallen hahen. Man sagt, Kaiser Carol hal>«' sieh hören lassen" 11.
Aehnlieh aui-h liindseil u. IJebenst. 1) Man vgl. nnt diesem Schlüsse du^ matte und
abweiehende Darstellung in den spät. AutV.eichnungen: „.la, wenn Cott sein \> ort
mit ihnen wollt versiegeln! Kr darf aber die aruuMi Fischer Fetrum, Andreani «'tc.
Vmos den Hirten etc. da/u gebrauchen und will ihrs F»esiegeln nicht liahen'^ Aehn-
iich «lie lat. Tischr. Vgl. Frl.* A. Ol, :;ss, Förstem. u. 15. IV, 'i:w, liindseil eoHoq. 1, :U7,
Kebenst. I, IT»»''.
755.
Die i)faiTen v lul M«>nebe liiibe') li ortzof;' 0.-) fol^ ^-e-
lnJlebt. vnd sie werden \ li in zu Lhon \) in den pnsen s]>eien.^)
I) So die Handschrift ganz richtig. Der Sinn soll sein: „Man sagt, ller/«)g
(Jeorg habe die l'falfen un«l Mi'.nche voll genuicht, d.h. sie mit reichen Ftrumh'u
'••leiehsam gemästet. Dafür wird er aber, nu'int Luther, den allerschleehtesten Dank
Von ihnen ernten''. '2) Iler/og (Jeorg. :i) Vgl. n. ('.:>, wo es statt /u I hon
auch zu Fluni heissen muss. \ gl. Nachträge und Berichtigungen ]). I. D Die
deutsehen Tischr. verkehrt: „Die FfatVeii und MiWiche haben II. (1. voll gemacht,
er wird ihnen dargegen in IJusen speien''. Vgl. Erl. A. (;i, :<:{!>, Förstem u. li. l^ , 1^-.
756.
Qiiando prineeps et enput nostrum') ruct, [279] sine dubio
niultos (V)nsiliiirios seeuni rapiet, Maxinia enini niutatio erit linins ivn-i-
niinis, Iiuius ]>roviueiae, Kt (pii sunt nune sul)liniiores, ernnt inferiores
et eontra, VA niaior invidia erit in aula et niaior ])eriidia. etianisi nune
omnes nobiles sua ((uaerant in aulis. non (piae sunt Prineipuni.'-)
I) KurtÜrst .lohann. Obiges ist wahrscheinlich während der Krankheit des
Kurfürsten, also in der Zeit vom Febr. bis zum l(i. Aug. ir.:ri gesprochen. 2) \ gl.
n. :r29, -»sa, 5S1, (171 1!., aueh den folg. Abs. Abweichend im Einzelnen bmdseil
eolloq. II, IÖ5, Kebenst. II, IhM'.
t')t
Ego in aula seniper gratiani babui. ([ui mendieus suni. leb liabe
niehts davon den das brodt, Ideo nemo potuit niibi invidcre.
Et sie vere de nie est. quod Seneca dieit, „Miserrinius est, eui
nemo iuvidet^ Talis esse mm imtest noster II. M.»). n"i dieitur quo-
tannis ba})ere 800 f 1 o r e n vnd sitzt da z u o n all e b e r e e b n u n g •^),
quia est dux Witte mbergensis, Quemadmodum omnes ]n-inei])es »)
in aula sunt P r i n c e ]> s et P r i n e e ]) s servus, S i e b a b e n d e n n ii t z ,
sehlemmen vnd gebieten, Prineeps laborcs^). Hoe n(dens Fri-
derieus^) babuit pro magnis eapitaneis^) Sebosser"), Aliocpii, diee-
bat, betten ander den nutz, leb den namen, Eiubaui)tman
gestbet mieh zwen tausent, Einen sebosser balt ieb aus
mit zw ein bunderten.^)
1) Aehnlieh Seneea Ep. I, '.». Hans Metzsch. Vgl. n. «1, irM. 44'.», p. öi;:.
2) Luther selieint sagen zu wollen: „Metsch hat in seiner hohen Stellung ausser
seinem bestimmten jährliehen lunkommen noch Nebeneinnahmen, <lie sich der lie-
rechnuug entziehen"*. -O .le<lenfalls ein handschriftlicher Fehler. Der Zusammenhang
verlangten obiles, was liindseil auch bietet. 4) Aehnliches spricht Luther Erl. A.
r.l, :i.>l, Förstern, u. li. IV, lUT aus. ')) Friedrieh der Weise. «;) Ein der mittelalt.
Latinität angehöriges Wort. „Capitaneus" -^ Caput militum, pracfectus copiis
187
miiitariMus, im . ange: ., ^^^, .,.-... ...,« - ]) ^on FriedriH.s Schösse^^^
ist auch Erl. A. (11, ümi, Förstem. u. li. IV, 22:{ <lie Kede. s A leltach ^^ 7);;'^*\'7yl.
besonders in liezug auf den Schluss lihidseil II, K.r., 15(1, Kebenst. 11, 1 l'.M', I2<n'.
nilitaribus, Du Cange: I, s^S .1^'^^^^ Kapitain. 7)
st auch Erl. A. (ll,:iMi, Förstem. u. li. IV, 22:{ <lie Kede.
758.
|2S0| UiteseP), iidelissimus et proximus'^) eum seniore i)rineipe,
nune eo defuneto"») experitur omiiium odia, et (piid sit eoniidere
in prineipibus. et (piid Deo s<di eoniidere.^j
1) Vgl. n.;i2'.> nebst Note 2. 2) Die lat. Tischr. „(pii fuit fidelissinius et
svncerissimns". Das zweite Epitheton ist doch sehr anzuzweiteln, da Luther bei
('ord n :e>M den erwähnten Kammerdiener Kiedesel einen störrischen, dummen,
ei«''e"niiützigen Menschen nennt. Damit ist ja nicht ausgeschlossen, dass e-
soh-her Meusch seinem Herrn sehr ergeben gewesen sei und ant sehr vertraute
in
m
Fusse mit ihm geh-bt habe. A) Obiges ist bald n:ich dem l ode .lobanns
besprochen, also l.VTi. 0 Abweichend liimlseil cdhui. 11, 15(1, Kebenst. 11, üo-.
Nach der \ufzeichnung des Cordatus ist also anzunehmen, dass der vorher so em-
tbissreiche und von .1er dunst seines Kuiiiirstlichen Herrn getragene Kammerdiener
Kledesitl gh'ich nach .lohamis Tode dem nicht unverdienten Hasse anheim getallen sei.
759.
Niliil nie magis servat a vertigine quam mane parva offula
von 6 löffeln, Ein puter') ist ein gesund ding, und leb
balt, das die Saebsen starek leutc sind von putter quo
plerunKiue veseuntur, Lavendel wasser ist ein seer gut ding,
et nigruni Criminum-) duabus noetilms maeeratum in vino ^^ bonum ost
remedium eontra vertiginem.')
1) = liutter. 2) Cvminum {xridrov) = Kümmel. :0 Schwarzer Kiimmel
zwei Nächte lang im Wein eingeweicht. 4) \'gl. liindseil colhxi. 1, *.>), Kebenst.
1, r)4-', Köstlin II, 5o5, (17^.
760.
Justa mortuorum a gentibus mutuaverunt Cbristiani. sed longe
superaverunt gentes multitudine et inmqia Caeremoniarum apud mor-
tuos suos.')
I) Erb A. (11, 427, Förstem. u. B. IV, 2(14?
761.
Oiitimi') in mundo non favent Euangelio, (juod ])atet in Flan-
dria et illis re-ionibus inferioris (; erm a ni a e, ubi sunt munitissimae
Civitates, lllie tantum Idolis servitur a ^lereatoribus. |2S1J et avaritia
ae \ enus illie regnat.
I) W«»hl im Sinne v(m ..die Vornehmsten, die Begütertsten"
762.
Homo i.erditissimus est C Jimi)anus >), neipie illi eito est resi-
stendum, Nam si eontra eum seriptum fuerit. audaeior erit, tantum eon-
teniptu reprimeiidus est. et o])iiiiones suae non pnK'edent ultra.')
1) Die (b'utschen Tischr. „.lie.sen verfluchten FnHath und liuben ('anipanus".
2) Abwiichend Erl. A. (II, :>, Förstem. u. 15. 111, :m:{, liindseil coII.mi. II, 2(., Keben-
stoek II, :il''.
JiiäiMBaäMMJiKMÜlMftahi
tJSStkä
188
768.
Qiii muK' iion fjivent ') niinistris verln panem suuin. worden
vns szo l«aii^- treiben, das wir vns hescheissen, Darnach
werden sie vnsern dreck anbeten, Sie weren vnser gern
losz, szo wolten wir gern von ylin^). Wir sind wol zn
scheiden wie ein reiffer dreck viid ein weit arszloch/^)
1) = Nicht <?()nneii. 2) = Von ihiu'ii. :<) 1>U' «leiitsch. Tischr. ,,imd ein
weit Kimstloeh, aadurch er gehet". Abweielieml Erl. A. til, liUT, Fürsteiu. ii. 15.
IV, 238, Bindseil colloq. 1, :J(K), Rebeust. 1, \\\i^.
7G4.
Elector noster Joh. Fridreich 7(> consiliarios habet iam statini
a principio regiii sui. (luoruni nemo vult stultus esse, vnd können
alle yhre sache mit grossen worten fu rgeben, Uli rechimant,
etiamsi nos [282J ali(iuid i)Ossemus suadendo, Sed Deum nos orabimus,
ut cor eins fingat etc.')
1) Erheblich al)\veie]ien(l Krl. A. (»1, ;<«>:, Förstern, u. F.. IV, 2:^^, Hiudsi'il eoUo.i.
I, 3(K», Kebenst. I, 1 !!»>>. Am Rande der llandsehrift findet sieh den ^\ orten „vnd
können alle vhre sache - furgeben" gegenüber von der Hand <les Sclireibers liin-
zugetügt folgende Benierknng: „Turca habet tres vel niaximum 4uattuor"
sc. consiliarios.
Dicens ad Pomeranum. Gebt mir ein ]) redig, Uespondit
„Damnum qui tulerit, non derisione carebit"0^ ^^fe'^ ^"i"^
sum predicator et Lector supernumerarius.'^)
1) Den Vers kann ich nicht belegen. Scliwerlich wird es ein klassischer sein,
da er fehlerhaft ist (in rides ist das .,i" lang). Vielleiclit ist es ein selbstgeniacliter,
um das bekannte Sprichwort: „Wer den Scluulcn hat, braucht fiir (U'n Si)ott nicht
zu sorgen" in lateinischer Form anzuführen. 2) = Ueberzählig. Die deutschen
Tischr. „Denn ich bin ein Lückenbiisser, predige und lese, wenn man sonst
niemand haben kann". Aehnlich Erl. A. 59, HMl, Förstern, u. H. 11,377, Bindseil
colloq. III, 11").
766.
Mira varietas tuit inter ])raedicatores papisticos maximc
in gestibns et Thematibns. Fleck») incipiebat „mit Jauchzen vnd
schreven-, Muntzer mit singen, „Es für ein ])aur gen holtze",
MagistcT Ditrich^). „Gestern waren wir truncken vnd vol"=').
Es hatt sich alles gereimet, Wohin Tempus fuit iocaudi, Nunc
tempus est seriandi.^)
1) Es scheint gemeint zu sein Dr. Fleck, Frior des Klosters Steinlausig bei
Ritterfehl früher Frediger in Wittenberg. Vgl. Köstlin I, 176. 2) Mag. Dietericus,
praedicator UlmensisV 3) Nach diesen Worten liaben die lat. Tischr. (bei Rebcnst.
fehlt der Abs.) folgenden Zusatz: „et dixerunt de quodani parocho, (pii coactus
praedicare proposuit thema: „Inter na tos nndierum, (pu)d dicunt, non est verum".
(;anz ähnlich auch die deutsch. Fischr. Da Jedoch einesteils der Zusammenhang
einen stärkeren Ausdruck erwarten lässt, andernteils die überlieferten Worte „mter
natos mulierum, (luod dicunt, non est verum" an sieh sinnlos erscheinen, so wird
in dem Worte natos die Form nates zu suchen sein. Damit würde dann aber
der erwähnte Zusatz unter die Zahl der bedenklichen zu rechnen sein,
welche Cordatus aus Luthers Munde nicht gehört hat! 1) Ein \ erbuin
seriare = scherzen ist nicht nachzuweisen. Es wird ein neugebildetes Wort
sein, um auch hier wie n. 243 Zeile I die rhetorische Figur der nai^iorouaoia her-
189
vorzul)ringen. Die lat. Tischr. „nunc tempus est seria agendi". Die spät. Auf-
zeichnungen bieten viele Zusätze. Vgl. Erl A. 5«», 107, Förstem. u. R. I\, :i7S, Rind-
igen
seil collocp III, 1 1'>.
■67.
Magna est efticacia verbi Dei, imo merito vocat i])sum Epistola
ad llcbreos gladium anciiutem •) (piia habet utramque vim couso-
landi et terrcndi, Qui autem hunc fontem negligunt, rursum ex Lacunis-)
vanorum scriptorum sunt i)otaturi. (lui maximo hibore eruuntur et legun-
tur, sed i)aivo fructu. Chrisostomus fere nihil synceri scribit cpiam
de Baptismo imcrorum. llieronimus tractat [283) suas dev(di(mes,
Xeuter eorum mcminit Magistratus :*) neque Pcditiam laudant, sed
(ut vocant) devotarij^j tucrunt, ut nostri Monachi. Hs hatt alles
m u n c h s z ^) h e r e i n m u s s e n gehen. Verum illos, (pu doccrc debcnt
et regere in Ecdesia, oportet cognitum habere muudum. Den kloster
gedancken taugen nicht zum regiren.'')
1) llebr. I, 12. 2) „Facuna" ist im eigentlichen Sinne jede Art von Ver-
tiefung mit und (»hne Flüssigkeit, bes. Abzugsgraben. Hier hat Ruther das
\V(.rt wohl im Sinne von Ftulil, Lache, Pfütze gebr. fast gleichbedeutend mit
sentina. Vgl. Du Cange 11,217: „Lacuna = aipiae collcctio, rec('i»taculum iu\\u\-
rum, stagnum". Vgiitii» und .loh. de .lanua: „Lacuna, ipiae alio nomine dicitur
lacu's, et est fossa, ubi remanent aiiuae pobt ertiisionem imbrium, vel ad (juem con-
tluunt immiinditiae et est proprie etc. .'0 Sinn: „llieronimus hat es nur mit seinen
(Jelübden zu thun, und keiner von beiden sjjricht von der Obrigkeit iL 4) Das
Wort fehlt bei Du l'ange. Es wird stehen im Sinne von: „Retlu'üder" oder „Manner
.1er Cclübdc'- (vgl. das Vorhergeh.). :.) = Mönchisch. Die spät. Tischr wohl
richtiger einher gehen. (.) Erheblich abweichend in der Form Rindseil collo.i. I,
•yo,'M\, Rebenstock l, 20 '. Die deutsch. Tischr. Erl. A.r)7, 7L Förstem. u. R. 1,5.^
mit vielen Zusätz«Mi.
768.
Dicente Jtnia, se a multis D(K't(»ribus audivisse, (picul cuperent
relormatioucm Kcclcsiae. neminem tamcn ex eis ausum fuisse contra
Fapam alitjuid sciitirc. Ad hoe Lutherus. Kt ego scivi de eo dictum
esse, qui dicerct'), Noli me tangere.-) Kt Staupitius ad me
dixit. „Si aliiiuid contra Fajiam scri pseritis, totum mun-
dum habebits adversus vos. Licet Ecdesia sit sanguine
fundata, rigata et pr^pagata sanguine" ^M, Kt ((ui timida est
c»»nscicntia alicjuid nmliri adversus l^quim, Icgat Canones suos, meditctur
abominati<»ncm Missae et similia, et fortior criL^)
I) Sinn- Auch ich weiss, dass davon die Rede gewesen ist, weil er (»ler
Fap.st) gesagt hat: Kühre mich nicht an! 2) .l»»h. 2(i, 17. Auch der FÜanze „mimosa
sensitiva" hat m:in wegen des plittzlicliiii Znsammenziehens ihrer Rlätter bei einer
Rerührung denselben Namen gegeben. Vgl. 15üchmann, (U'ti. Worte p. Mu
:\) Relu'usttx'k:
Tertiillian.
„Sanguine fundata est Ecclesi:i. sanguine eepit,
Sanguine succrevit, sanguine finis erit".
\) Mit ganz abweichendem Schlüsse und Zusätzen Erl. A. «;<i, 2(17, Förstem. u. liinds.
lll,2:{7, Hindseil coHoii. 11,2, Robenst. 11,71'.
769.
ue
(Jucstit) facta est. in Ducatu des Pfa Itzgra v en |284| rusticos
"•are iiastoribus suis decimas, Quibus vocatis dixit'). Ihr thut recht,
190
(lenu wir wollen die pt'arlier nereii. vud von eueli zwir szo
viel nenien, AIhzo'-) nins man die ^^esellen lernen/*)
1) sc. (Ut I'talz^^nit'. LiitluT iiuMiit vicllcic-lit den rtalz^^nitcn Wolf-,':!!»-: vcm
i:,;{2— löC)".». -1) WuhUt ;ils Worte I.utliers zu hotraclitoii :0 l>it' «k'Utscli. 'I'isclir.
„Also imiss mau die i^^roUen (u'selK'ii Mores lehren", die iibri«;en Tiselir. ..also iiins
man die j^eselleii lehren^' oder „aliter eerte Ulis nebuloiiilius evenire nou deber.
Cordatus Lesart lernen ist ^anz riehtij:^ und wird die ursprünii-liche sein. Volks-
mässi};- wird lernen statt lehren mit dem aeeus. jj:ebrau<'ht. Ja es ist in die Sehritt-
spraehe einj^edrungen, wofür Weigand I, KMMi aueh Ik'ispiele der neueren Litt, an-
führt. Sehon im 14. .Jahrb. tauchte dieser (Gebrauch auf und war besonders im
Mittcld. üblich. Vgl. ghct, lernet alle diet toufende, lernende (lehrend) si halten
alle ding tr. Haupt, Zeitschrift f. deutsches .\ltert. IX, 'i^T. Mit manchen Zu-
sätzen Erl. A. .")<», 21.4, Förstem. n. 1'.. II, 42S, ähnlicher die lat. Tisclir. liindseil colloii«
I, IT."), 17r>, llebenst. I, '.U*.
770.
Mini fnit liberalitas Senioris Prineipis Joannis, qu(Ml vel
hine poHsit aniniadveii;i: Cum niilii desi^-nasset annatim ') 200 tloren,
dixit, se illos libere donare nullius laboris oeeasione aut respeetu. Deinde
((uod e^o faeio leg-endo. seribendo. ]n-aedieando, ^-ratis taeio, den ieli
bin niemand verbunden den dem fursten. Verum Caleoj;Ta])lir^)
me Omnibus modis redi^unt in servitutem ipsorum. Ilomines inp-atis-
simi^), leh habe mit dem Vertirn solche muhe j^ehabt^). Da/u
mich keiner mit «;unst noeh <,^elt solt vermu^-en ein bueh zu
vertiren, si non pro j»-h)ria Christi Diunini mei l'eeissem, Attamen in-
p-atae illae bestiae ne unum exem])lar dedissent adiutoribus meis, Pt'u
dich, Solt es vns nicht verdrissenV Ideo n(do. ut l). Creutzii;er
aliipiid faeiat sine Mereede.-'^)
1) Lies annuatim. 2) Lies Chalcographi. ,,\((?.i<oy()fofo^'\ davon
chalcographus'- ist ein am Ende des Mittelalters neu gebildetes Wort für IJuch-
(irucker oder Knpforstceher. Bindseil: Typographi. :{)sc. sunt. 4) \ gl.
n 775, n. 4S7 nebst Note 2. l) Das Obige hat nur IJimLseil IIL ir>U, dessen Dar-
stellung besonders im Ani^mge formell vielfach alnveicht. \ gl. auch Bindseil collo(i.
in, ISO, Köstlin II, 170, (M'.i.
771.
Hassia |285| ideo optima repo est, (|uod i>rae inopia et famc
expugnari non possit, Hostis enim fame moreretur in ea.")
1) Aehnlich Biudseil I, :iS2, Kebenst. I, 20|i>.
772.
D. G.i) non est san«:uinis Saxoniei'-), sed spurius, maiestate
carens Priueipum Haxonum, homo and)itiosissimus, qui t'ertur dixisse.
Was ist ein fürst von Sachsen besser den ein Basthard. si
non est Elector etc.V=*)
I) Dux Oeorgius. 2) Herzog Albert vcm Sachsen, der Stifter der soge-
nannten Albertinischen Linie, f i:.(»<», verheiratete sich lltil mit Sidonia, der
Tochter (leorgs von Podiebrad, des Königs von Böhmen. Aus dieser Ehe
stammte Herzog Georg von Sachsen, grb. den 27. Aug. 1471. Von dem böhmischen
Ursprünge Herzogs Georg ist öfter die Rede, So heisst es z. B. Bindseil colUxi.
I, ;{22: „cpiia erat Bohemici sanguinis a (iirsig", ferner I, .Ti."): „Multi dicunt ipsuni
netpie ingenio neqiie facie et forma ali(piid sanguinis Sa.xonici habuis.se, sed
fuit plane suppositicius Bohemus, ein schischka IV." Vgl. auch Erl. A.
öl, :V6S, Förstern, u. B. IV, ISO. 3) Vgl n. Ö4ü, 047.
191
773.
Ma^na est Klcctorum priueipum auctoritas. Creant enim impera-
tores. Imo omnes scribunt re^ibus. Kwr üb. Nicht ewren gnaden,
(|uia i>ares sunt Kepbus.')
I) Die <leutsi-hcn Tischr. „Die Kurtlirsten srhrcilien Kr»iiigeii Euer Liebe, vnd
nicht Euer Gnaden: denn sie sind Königen gleich geachtet^'. Die Worte bis „im-
pcratores- fehlen. Vgl. Erl. A. Ol, :v.l2. Förstem. u. F». IV, 2:M.
774.
Lex iram operatur"). Hoc intelli.:;itur occasionaliter, id est,
i.stondit. (juod vivamus c(»ntra Deum. (|Uod se(|uitur ira Dei.^)
l) IJom. 4, i:>. 2) Sinn: „Das heisst, es zeigt, dass, weil wir gegen Gottes
(Jebote handein, (Jottes Zorn darauf ftdgt'*.
775.
Sicut translata Diblia summum mihi lal)orem praestitit. ita
summae utilitatis erit iste labor iindicere volentibus '). Vetus enim
translatio tenebrae fuerunt. Sed mundus, omnes et omnia, et in-
-ratus est. Doch mein hau])t ist des danckes vnicewonet. Et si
unus est. cpii p'atias a-it. Das ist ein grosz wunderlich dino-.2)
1 ) Sinn • So wir<l diese mühev(»lle Arbeit vom grössten Nutzen für die sein,
die Nutzen davon haben wollen''. Vgl. n. 77(», n. Is7. Köstlin I, r.ns, 009, H, lOoU.
•>) Hier ist vcm der vidh-ndetcn Bibelübersetzung die Bede, was aus n. -lO nicht
sicher .••i'sddos.sen werden konnte. Im Anfange iles .lahres l.-):M hatte Luther die
einzelnen bibliscluMi F.ücher siimtlieh übersetzt und herausgegeben. In demselben
.lahre noch erschien bei Hans Lufft die erste (lesamtausgabe unter dem litel:
Biblia, das ist. xlie gantze heilige SchritVt, Deudsrh. Mart. Luth. \\ ittemberg.
MDXXXIV^ Obiges scheint daher im .1. löiM gesprochen zu sein.
776.
12801 Dialectica ist. wen man ein Ding vnterschidlich vnd
deutlich sagt mit kurtzen Worten. Kethorica autem versatur m
suadeiido et dissuadendo. (piae habet suos locos '), bonum. honestum.
utile t'acile. Quae Paulus brevissime com]dexus est dicens, ,.Qui docet
in d(»ctrina. (pii exhortatur in exh<»rtand(r •^). Vt si Kusticum docere
vellem, delinirem Dialectice vitam eins, labores. domum. fructus. et quic-
(Hiid est de substantia vitae suae =0^ Deinde ])er Bethoricam hebt^)
ich sein leben alszo an zu loben, (piod sit (piietissima. opulentis-
sima, securissima Nita. et adhortarer ad eam suadendo. et dissuadendo
dehortarer eum a reliipiis vitae generibus. Si vitui)erare volo, danmo
vitia eorum et ruditatem exaggero.'O
n = Ihre Gemeinitlätze. 2) Iföm. 12. 7. s. Derselbe Satz n. 2^2. Erl. A.
0-) {(1? Förstem u. F.. IV. r...:». Bindseil coUo.i. II. 141, Bebenst. II, 112'', ( ordatns
'^\.^^• ' ;{^ ,_ l^^^{ jiiu.s ^vas den Inhalt seines Lebens ausmacht, was zu seinem
Leben gehi'.rf : n. 55 stand substantia im Sinne von Vermögen. 4) Mittelh.
heben? Fraet. auch in schwache Biegung ül)ergehend ..ich hebele-. Die obige
Form hebt ist also Conj. Fract. r= ich würde anheben lt\\eigand I •< j.
5) Die spät. Aufzeichnungen Erl. A. 02, 2'.»S 2«i'.). Förstem. u. B. l\ ,.....>, ^>.>(,, Bind-
seil collo.i IL i;;^. Bebenst. II. n2i>, li:;", beginnen den (»Ingen Abs. mit io!g.
Worten- Fltiim. August! vespere (15;;2V) a D. Domino Henningo mterrogatus de
Dialectica. ([uid esset, (piid eins esset usus, et an Dialecticus de omuibus rebus
192
193
nosset luite l(Miiii vt muU' diseeretiir, Kospoinlit D. Martliius I.utlimis etc. (j(;mz
iilmlich die deutscli. Tisclir.). Auch s«mst tiiidoii sirli Abweiclnuij-^tMi, besonders in
üezuj;- iuit' den Sehhiss. Von Dialektik und lihet*>rik liandeln bei Cordiitus z. i;.
n. 2S2, 2«is, 212, 211, l^o, :w\, 'r,l, 77^, 77«», 7no tV.
HL
Veteres Dialectiei trihucrunt cjiin ') Intelleetui, |287J Uhetori-
oam autcm vidiiiitati, et liabiierunt Dialocticam (H)in])le\ain <>i)tiiuis
])raeee|)tis, seil rem et niateriain mm lialmenint. Ky;o olim ]mtal)aiii.
eam taiitnm versari in Libris et (lisi)utati(mil)us, et non pertin^^ere'-)
ad omiies faeiiltates et iie«'-()tia. Et e^o hodie (pioque vi«cesies eitiiis
et faeilius t'eeissem (luam uiiam C(meionem redi^erem •\) in Dialeetiea
l)raeee])ta, Ktiamsi IMiilippus iioster testetur, me dialeetiee delimre
et dividere, Sed liaee est naturalis mea Dialeetiea, «iiiae se
s])(Mite offert sine arte, arte tamen maxime iuvatur natura.^)
I) sc. Dialeetieani. Der erste Satz älinlieli n. 2s2, Hindseil 11,111, Krl. A.
(i2, ;m>;5, Förstern, w. U. IV, .').-)!>, Cordatus i>. «HC. 2) Hin sclion bei den Alten,
w'enn aneh selti'U, vorkonunendes Wort, im Sinne von jK-rtinere ad. Vjil. Tron-
tinns 1». 2.'»5: „ad sapientiani Xenonis pertinj;-ere-. ;{) Constnilere: p r insq u am
(so ist wohl statt «piam zn lesen) unam Coneioneni redi«?erem in lH.ilcctiea prae-
eepta, vi^vsii's eitins et l'U-ilius teeissem se. eam". 1) Vi^l. n. 212, 2«is, 2sj. Aelin-
lieli liindseil eoll(M|. II. liil», Kebenst. II, li:5'.
778.
Me Conilieturo«) eum Sae ramentario oportet me servare Dia-
leetieani i)rimum det'iniens eum illo, (piod -) sit saeramentum, Deinde
divido, ut») quando ille dieit, liaptismum esse aqiiam, K«;(» dieo, a(|uam
esse verbo euniunetam. Ibi ineipit dispntatio ex divisione.^j Deinde
a eaussa [288)5), Deum esse eaussam Saeranienti, qiii id sie ordinavit.
Proprium esse lavare, non eor]>us, sed animam, Kft'eetum dieo esse
remissionem peeeatorum, Aeeidentia sunt eredere, non eredere.*')
1) Die Lesart rielitijj;. Als abl. abs. aufzufassen. 2) Lies «juid. Aneli ist
statt cum illo, welches in Anlehnun-: an die W.^rte „cum Saeramentario" entstanden
zu sein scheint, zu erwarten (detiniens) illi. :?) zum Beispiel wenn. l) Diese
Worte sind erläuternder Zusatz zum Vorhcrj^^ehendiMi. :►) se. dispntatio ineipit.
r.) V^l. Bimlseil (-..IhMi. II, 1:5'.», Kebeiist. 11, Mit«.
779.
Dialeetiea non dat laeultatem loquendi de (piaeumpie re, sed
est instrumentum dieendi de re quam nos seimus. Das ieli s(>lt Dia-
leetiee vom Ber«;werek reden, das kann ieh nielit, den ieli weis
nieht, wie man sineken») sol oder seh urft'en -), oder wie die
j,-enj;e streiehen, wie die liewer *) wissen. Wen ieli aber das
versueht liettc, wolt ieh besser davon reden, den yr«,-end ein
stei^^er^), Non tradit'-) materiam, sed ordinem loquendi.»')
1) Die deutsch. Tischr. „wie mau senken sol", Binds. colloq. sogar „wie
man schencken sol". Hebenst. abweichend. Cordatus Lesart ist jedoch ganz
richtig. Mittelh. ich sinke = sinke, senke mich, bezeichnet in der Berg-
mannssprache: „treibe einen Schacht «»der eine (;rube senkrecht in die
Tiefe" V"-l. ist aber, daz ein man sinken wil eine grilbe. Freiberger K. HIL
Sinken den rillten schabt, I'feitV. Cerm. I, :{:><►, Müller II, 2, :uir.. 2) Mittelh. ich
schürfe = ritze, entblösse von der OberHUche, schneide, haue, grabe nach Erz
Müller II, 2, Hil, Weigand 11,652. 3) Mittelh. der houwer, hauwer, (Mittcld.
ho wer, ha wer) = Erzhauer, Bergmann. Freiberger Stadtr. 37, Weigand
I, 772, Müller I, 722. 4) Mittelh. der st ige r = der Steigende. Im Bergbau seit
der ersten Hälfte des \(\. .lahrh. der Steiger oder Aufseher einer Zeche.
Vgl. Glossen zu Georgii Agricolae de re metallica libri Xll, 70«''. 5) sc. Dialeetiea.
r») Wenn Luther auch, wie er meint, niclit dialeetiee vom Bergwerke reden kann,
so sieht man doch an den der Bergmannssprache entlehnten technischen Aus-
«Irücken, dass ihm die Verhältnisse des Bergbaues nicht unbekannt w aren, unil dass
er eines Bergmanns Sohn gewesen ist. Vgl. auch n. 14(>. Die deutschen Tischr.
beginnen den Abs. folgendermassen: Weiter fragte D. II. „Ob ein Dialekticus, der
es ausm Buch gelernet hat, könne von allen Händeln richtig und ordentlich lehren,
oder, ob ers nicht müsste aus der Erfahrung gelernt liabenV" Antwort: , Dialektica
lehret noch gibt das Vermögen nieht, der sie schon gelernt hat und wohl kann,
von allen Sachen zu lehren ; sondern ist nur ein Instrument und \Verkzeug, dadurch
wir fein richtig und ordentlich lehren, was wir wissen und verstehen(!)". Ferner
statt des letzten Satzes: „non tradit — loquendi^ findet sich Folgendes: „Dialektica
gibt nicht die Materie, davon man reden und lehren will; sondern lehret nur, wie
....... <*^:,> ...^ir^^fi:..i. <^:.r.>nfli',.1i htwI rw.lifitr L-iir7 iiiwl iMTifiJltitr (liivoTi Icliren und
780.
Naturalis Dialeetiea est ex bis, quae vidimus et experti sumns ^),
Artifieialis auteni diseitur ex ])raeceptis, et ratione melius reg-itur quam
Le^nbus artis. Ratio enim anima est Legis, et domina omuium Legum,
Vbi auteni sunt, qui talem rationem babentV In uno seculo vix unus fuit.^)
1) Sinn: Die natürliche Dialektik schöpfen wir aus der Erfahrung. 2) Der
Eingang des obigen Abs. lautet in den deutsch. Tischr. „Da sagte Henning: „Ich
müsste lange in Büchern studiren, wenn ich von allen Dingen reden kJinnte. Darauf
sprach D. M. L. tf." Die lat. ähnlich, setzen aber noch hinzu: „wan ichs nicht vor
wüsste, wo von ich reden sollte" oder „si non haberem notitiam aliquam istius
materiae, de qua describere deberem". 2) Abweichend im Einzelnen Biudseil
coUoq. II, 140, Kebenst. II, li:{«% weitläuftig die deutsch. Ti.schr. Erl. A. 01,357,
Förstern, u. B. IV, 2(^:i, vgl. auch Erl. A. 02, 300 (Abs. 2 n. 4), Förstern, u. B. IV, 557
(Abs. 2 u. 4).
781.
Noster Priueeps Fridcricus omuia regebat [280] ratione et eou-
silio, et eum talia Johauni fratri praeseriberentur, tamen non i)otuiti)
assequi suam sapientiam.-) Fabian beilit/steiu^) dieitur ex sola
ratione eeitiora respondisse, quam uullum Juris])eritum ^), Phili])i)us
Melanehthou tradit illas illustres artes, sed artes eum non erudierunt,
Vnd ieh bring mein kuust in die bueher vnd nems nieht aus
denn buehern. A doetis et ])rudentibus mus man lernen, At eos
assequi, Das wird man lassen, vnd yhr sind nieht vil. Si noster
Priueeps vellet esse tali prudeutia, (lua fuit Friderieus, Das
wird er lassen.^)
1) sc. Johannes frater. 2) In den deutschen Tischr. von „Job. Friedrich"
gesagt. Die lat. haben nurJoanni, so dass es zw eifelhaft bleibt, welcher Kurfürst
gemeint ist. Vgl. n. 584 Note 2. 3) Lies Fabian Feilitzseh. Vgl. n. 3!)s. 4) sc.
respondisse dieunt. Oder man lese ullum. 5) Also ist Kurfürst .loh. Friedrich
gemeint; n. 584 hiess es dagegen: „VA princeps noster jiost damna ineipit nunc
e.xemplo suo (sc. Friderici) tieri prudeutior". Auch an dieser Stelle ist Johann
Friedr., wie es scheint, gemeint. Vgl. auch n. 5b3 Note 5 am Ende. Erheblich
194
abweichend Erl. A. «1, 357, Forsten., n. T.. IV, 20:i, Rh.ds .olloq. 11 im, 14l_,
KeW II n:«.., MU. vkl.auVl, Krl. A. 02, :.n(. (Al.s.:.u 4. -ff ;:!;;;.;',; ''• ''''"
(Alis. 3 II. !)• Alle Abweichungen anzuheben, wurde viel zu weit luliun.
782.
Le<'eH i.ertinciit ad vulfcuH, ratio ad sin<tulares. Idco illi rofrun-
tnr et ij refjuiit Lcfrilms. Kt quia desm.t vore saiiientos i.er .ati.incui,
Idco (»liortct iiti Let;il)ns. ((uas statneriint ratioiie sai.ioutes.')
1) Abweichend Erl.A. IM, »57, Forsten, n. ü. IV, 2o:t, Itinilseil colH. 11. III,
Rebenst. 11, 114", gan/, weitl-inftig Erl. A. lli, :ii"', -M, Irrstem, u. I.. 1\, (AI..-.1).
783.
Waiden') iKiinines tristes sunt et austeri, tantuiii l-e^'e se^) [290]
et permissiones'') non traetant syneere. ^'^llalll t.al.ent ,n CmiscieMtia
laetieiam, Opera l.al.e.it i.ai-istiea^), ex .i.nlms uiii.otvant lutrainininas
conscientias, uuas iiiirmu in niodniii ••onsolatur hyiiiliolinn, cums (-om-
Vositionem veheinenter iniror. Ad smiimam .;nini eonsolatmnem coii-
seientiarmn editum est afflietarum, mit dem die waldeii "";''* \";;:
ftehen, Imo manent in perpetiia tnsticia. Hespondit llenniek-'), qui
eratWaldeusis«), Ich lial.c offt s/.o ein lietrul.ts liert/ f;el.al.t
das iehdot sefhicht habe, das er mieh zu eim mensehen vnd
nicht zu eim tlrier liat hescli äffen.')
,^ _ AValdcnser. 2) In der llandschr. lehlt am Knde der Zeile ein Wort
Vielleic/it^exant oder macerant. Die deutsch. Tischr. „marterten si.h nur mit
dem Gesetz und Werken", lünds. (l.ci liehcnst. lelilt <""*;-> ,;:'^";;;'",,, 'X '" ,",
eerari" :i) Lies promiss ones = V erheissmigen. 4) '•»■ sl>"; " i" "r- -""
sie "hi di IM.istischen Werke vcr.ichteten, doch wären es Werkheihgen und
1,'ttenkei ruhig noch IViedsa.n Gewissen" o.ler „etsi papistica opera cont,.|,|uant.
Cm esse iüstitiarios irre„uie._a conschmtia". . 5) li ndse, ,v ';>'"'■ i;.^,'!,;;;'.;,^
(lariiber n. liol Noto 0. 7) Mittelli. beschatten = ersehat ei >N<%^ "' »' ' »^•
Abweichend Kindseil eolhui. I, 4is, Erl. A. (U, 51), biTsteiii. u. 1,. lU, .is.^ .<^l.
784.
Tentatin de pnuulestinationo sinüliH est suiinno i-iii et voiit(»
inflanti in eiiin, Qui» cni.n qiiis lua-is de on disi)utat tant(» iiia-is di;-
SDcrat Dens adeo (»dit liaiic disputationcin, (iikkI ndvorsiis oaui insti-
tuit verlmin et saerainonta, ut illud audiroiuus ot ad liaoe resineeroimis,
Baptizatus sinn et eredo in ,Iesuni ('liristuni, Was lij.^t nur dran, o »
ich versehen bin oder nicht, Er hatt vns ein -rund ple^^t,
darauff wir sollen fassen, Jesuni Christum, vnd zur leiter j,-e-
macht, an der wir gen liiniel steigen.')
1) Im EinzebuMi abweichend Erl.A. (i<», 154, Försteiu. n li. Ul, 151, liindseil
III, 21S, 219, Kebeust. 11, S", S'», Kummer p. 2s7 bei Lauterbach p. <•<.
785.
Vnica [2911 via et porta ad patreni v(duntate Dei est (Miristus'),
Szo wohl wir ins teuffels namen vl)erin tach'^) an liehen zu
haweu coutenipto t'undamento, ideo et ruere nos oportet. Si tantuiu-
■^"■^-^«"-^■^■-^
195
modo promissionilnis civdere i)ossimus. quod Dens iHas sit locutus, at-
(lue ipsum resi)iceremus-»), Sed cum mundus ferc minus diicit lüas quam
verha lumiinis, sind sie vns gleich wie ein khue^) geplegt=>)
hette.'O
IV 1 Cor •< •') = l>ach. :<) Wenn die Worte von ,si tantummodo" an —
resplcerennis'' als Wunschsat/ auf-etasst werden, so würde die handschrittl. Lesart zu
halte sein. Allein da die spät. Tischr. Folft-endes haben: „^^ enn wir nur konnten
1 \Vrheissunj.^en ^•lituben,\lass sie (Jott ^^eredt hiitte. und sehen auf i m jiHeme
er da selber Tedet: so würden wir das Wort hoch a(-hten, aber weil 1 ." ode
Wenn wir nun den i)roinissi«niibus n-lauben konnten, dass sie g-ott geredt hatte,
et lo u'u eu, ipsum respiceremus, tuuc verbum illud maj^nntaceremus", so ist zu
ver en . ass' im Manuscr. etwas ausgetallen ist, und dass dem Zusammenhangen.
eul etwa zu lesen sein dürfte: „at<,ue ipsum respiceremus lo(|uentem tune
las (sc promissiones) maj^nii laceVemu s.^- 4) liei Luther die kue, mitteld.
die L'i (PI diekuwe) = dieKuh. Weioaml 1. 1025. ö) Ueck en oder b eken
- bh- ken i ietz 1. 'A (>) Mit abweichenden. Schlüsse Erl. A. (>(», d4 Förstern
iTli. 111, L55, liindseil ci>lhM,. 111,210, Kebenstock II, s^ Kummer Tischr. p. 2S.
bei Lauterbach p. Tli.
780.
Sicut Dens est Thesis Decah^gi, sie Diaholus est Antithesis eins,
Qui er<-o viilt videre Sathanam. ille vidcat Dccalogum inversuin, Caput
eins cmitra prima m tahulamM, ne lidamus, nc diligamus iie timeamus
Deuin, (luod a nolns exigit in primo in-aecepto, In 2V^) allieit ad blas-
Dhemiani. 12921 murmura:») (.ontra Deuni et ahusum nominis eins, ore
et lin-ua Contra tertium sollicitat, ne audiamus verluiin Dei, sed caviUe-
mus^) et contemnamus iUud et ministros eins, male utamur verho. Das
sind aures et collum Sathanae, Secunda tabula coiitinet corpus'»),
In (luarto praecepto docct contemnerc pareiites, iHis non obedire,
iuvare»') sich vhrer Schemen vnd vnehren, Lsse seditiosum contra
Madstratum. qiiod est pcctus Diaboli: :> praeceptunyj ^^f''^^'\l^^^^^
odirc male velle. omni invidere et nocere, Das ist Cor.^) b^) est
Scortatorem, Adulterum, incestuin, mollem. Impudentem '"j ore et gestu,
D'is ist venter'O 7'") Neminem iuvare, onines vi aiit astu praeaari,
furarii^), tbenus exigere, falsas inerces vendcre vel carius quam valeni
Das sind manus. sein grosser finger, 8 '^j est contendere i^), cayil-
lari et ])(mam hominum vitam conspucare '*•), Das ist voluntas eins,
Ein solch freuntlich bilde ist der tcuttel.'')
\) sc est 2) Lies secundo. H) = Murren wider (^ott. 4) Für ut ea-
villemur • 5 sc. Diaboli. (>) sc. non eos. 7) sc. Diaboli est L> ' ^^^o 1 1 ergänze«
?;!:;i:r^ ^ Ä x^^::^^' i:o^t^sKÄeste';:ie^- '1^ sJ ^:
Deinde (lui vult agnoscere Sathanam, is proponat sibi aliquem
dcsperatissimum hominem, pessimae vitae et eonscientiae ^;^ ^^^ »;;^^^
den leibhafftigen teuffei, (lualem nebulonem Christus |2<U| i,aucis-
simis vcrbis pingif), dicens'^) mcndaceni esse ^^ !'^^»'»^!;j;^^;^^^^^^^
dacem contra primam tabulam, quoniam sine cessatione soUicitat homi-
1:5-^
196
197
lies ad falsas doctrinas et opiniones, Jhe lieili^^er leute, yhc p:roaser
anfechtuiig, Et eiiltiis Moloch»), qui oinniuin erat spetiosissimus,
sed summum mendacium adversiis iieeein ])ro])rioruin et dileetissimo-
rum lilionnii, quorum saiiguiiiem fundebat lioinicida ille, (iiios taineii
proiuiudahat saiietissiinos, ])eriiide ac isti saiietiores fuerniit reputatione
hominuiii, qui plures lil)eroa sub pa])atu intruserunt inonasterijs. Deiiide
quid teiltet in mundo, per hee duo^) saepe expcriniur. Quilibet, quan-
tum potest, vitet illum.ä)
1) Die Handschrift hatte ursprünglich de p in g it. Die erste Silbe ist, wie es
scheint, vom Schreiber selbst wieder getilgt. 2) Joh. 8, 44. H) sc. erat talis
doctrina et opinio, ad quam Sathan homines sollicitat. Einfacher wäre zu lesen est
summum mend. 4) sc. mendacium et homicidium. 5) Du* spat. 1 ischr. samthch
abweichend, besonders in Bezug auf die zweite Hälfte. Vgl. Erl. A. 5*», 2^).),
Förstern. u.B. HI, S, Bindseil colloq. I, 2:i4, Kebeust. I, 12ii'.
788.
Papa, quantunieunque magnus et 8uperl)us ])aulo ante erat adeo
nunc deiectus est, ut humi serint, ut ab ipsis inininiis quoque auxilia
petat et protectionein, Kam ipse iani invoeat Keg:ein Schotiae'), illi-
queCoronam niisit, der yhni vor Zeiten zu rin^-^) were gewesen,
hatt yhm offt brieffe zu geschickt, quoniani videt Caesarem et
Anglum») non satis fidos esse suos patronos, Et iustus est iUe suc-
cessus contra superbiani [294] eins, ex qua Cardinalis ^) oliin Augustae
dicebat, Quid putas Papain curare GermaniamVä) Jtzunder
mus er mich armen monch mit einer Nonnen leiden in matri-
monio sub nullius fere praesidio agentem et viventem, Den was ist
Elector noster adversus totum ImperiumV Hatt mich müssen
hören vnd sehen, Es ist viel.
1) Jacob V. von Schottland von 151:^—1542. Erst von 152s an, wo er sich
dem Einflüsse des allmächtigen Grafen Angus zu entziehen wusste, selbständiger
König herrschte er als ein tüchtiger Monarch, widersetzte sich aber der l^'tormatu)u
aufs heftigste, und hatte daher von Clemens VH. zu wiederholten Malen sich be-
sonderer Auszeichnung zu erfreuen. Sein trauriges (ieschick ist bekannt. Er starb
gebrochenen Herzeus noch in der Blüte seiner Jahre am i:i. Dec 1542. Seine IVmt
Tage vor seinem Tode geborene Tochter ist die unglückliche Maria Stuart.
2) Die Lesart ist ganz richtig. Mittelh. und Mitteid. ringe = leicht, unschwer, an
Gewicht und Wort, unbedeutend, gering. Weigand 1, (Wil. :t) Carl V. und
Heinrich VHI. 4) Cajetan. 5) Dieser einzelne Satz hndet suh mehrtach m
den spät. Tischr. Vgl. Erl. A. 6(>, 204, 25s, Förstem. u. B. Hl, 102, 2;{|, Bindseil
cülloq H, 174, 17G, HI, 241, 275. Vgl. auch Cordatus p. 317.
789.
Wen ich mehr ein frunien Juden wird ') finden zu tauffen,
wil ich yhn zu band auff die brück füren, Ein stein an den
Hals hencken vnd in die Elbe werffen, Nam isti ncbulones onines
nos subsanniant ^) et religionem^), Justus Menius ») consulcns-») Docto-
rem, quomodo talem cathechisaret, respondit, ue sineret, se decipi fucatis
suis«) verbis, Kitum aiitem hactenus fuisse, ut in doleo") a(|ua re]det<>
baptizantur^) et deinde alba veste induantur, a cpio ritu diuninica ])ost
Paschae in albis-') vocaretur et mortui albis"") induantur«'), Haptis-
mus autem mortem signiticat. et credo, ctiam Christum in Jordano
sie baptizatum esse.'^)
790.
Cum meae primae propositiones Papae^ fuissent oblatae,
fcrunt dixissc [2951, Ebrius haec Germanus scripsit, qui aliter sen-
tirct de indulgentijs, cum sobrius factus fuerit. Ita alij omnes me
a principio alto supercilio^) conteninebani»)
Juven
n Leo X. 2) = Mit hochmütigem Stolze. Vgl. grande supercilium
>al vi ins. 3) Vgl. Erl. A. 00, 21 1, Förstem. u. B. Hl, 197, Bmdseil H, .ril.
m.
Cum nobilis (|uidam dixisset cuidam Stationario f^raeiae»\ si
suos maiores posset rcdimcre-^), eum^') 2 H. ei daturum, Dixit ille Quis
tuus fuit iiarens.'' (,)ui respondit. Ein frumer erbar man. Cm staüo-
narius. Igitur non est in inferno, Sed num facit miracula cum suo se-
nulchroV nie resi^ondit, Non. Cui ille, Igitur non est in Coehs, sed in
purgat(»rio. Et milesM redemit cum mit eim patzen, Deinde simili
forma intorrogans''), et interrogatus redemit 14 animas ])er 14 patzen,
Tandem (,uaesivit. Her, binn ich sein aber J^ewisz das sie selig
^ind'^ lUe hoc iure iurando nfiinnavit, At nobihs dixit, Herr, yhr
habt gern golt, gebt mir die patzen wider, szo wil ich euch
ein liiriden geben, Hlos cum numerasset Stationarius, retraxit ad se
i:ross">s et dixit. Die seel sind nu ym Himel, komen [290] nicht
mehr heraus. Ich bedarffs gelt basz den yhr.^')
1) = Keli.,uien oder Ablasskriimer. Vgl. n. 508 Note 3. 2) Die spät. Tischr
n.it folgendem abwaschenden Eingange: „Ein Statiomrer, ^h;r turgab er konnte c
Seelen 'ausm Eegfeuer uut seinem lleiligtlnuu un<l Ablass den j^,^''' ji;;']'^ f ^.^^^^ ^^
der Tiost dazu •••egebeu hätte, erretten, kam an einen Ort. Da ging uu Lands
knech''/u im und "sprach: „Herr, wenn ich gewiss wiisste, <lass die Seelen meiner
V 1 ern n E Minde erlöset würden, so habe ich uoch zweene (dulden, die uH^llt
i^ie"hzatei geben" IV. Biiulseil weniger weitläuftig: „Stationarius r,uidam
gath,^ animas redimens ex purgatorio.venit. Hunc m.les =^-;;->^; '"^llf^^^^,;' ^j
mine si certo scireiu. redimi posse animas meorum, habeo duo »rei os,^ lUo^ tim
. nn' (. 'anz i In ich K<>benstoek). .^ Für s e. l) Also e n nob.lis, der in kriegs-
; hMi"e,/^leht Doch wenlen -i»- -. nobilis wc^en ahnl^^^^^^^^^
wechselt. :.) Lies interrogabat sc stationarius. (.) Die ^^/'.//i^^^'y- ""^^4'\Y ,^^^^^
Vgl. Erl. A. 00, 22'.», Förstem. u. B. Hl, 210, Bindseil collo.i. HI, 24-, Kebuist. 11, o.> .
792.
Ipsum Tetzlen») interrogavit pater mens in Stolpen^), exi-
-entenl unum -rossnm i>ro redempti(»ne unius animac. (lualem grossum
exi-eret 7 Merkerlcin vel argenteum?^') Respondit ille post longam
cogatationem, kompt morgen herwider, et dicam vobis.r)
n Johann Tetzel, Dominikaner, der bekannte Ablasskrämer gest. 'h'"^-;!"})
1510 zu iSim Dominikaner Kloster an demselben Tage, als Luther liegen Ee^
iu dis utie en^)egaim. 2) Die deutsch. Tischr. „Also that letzel auch. Als er
198
zu Stolpen, da der Bischof von Meissen haushält, gepredigt hatte, dass eine Seele
erlöset würde, wenn man ein (Jrosehen einlegte, fragte ihn einer, des IMarrherrs
Vater daselbst, was er fiir Münz wollt haben". Bindseil: „Ita Tetzel cuni in
Stolpen praedieasset, aniniam rediniendani grosso, pater Magistri Anthonu
Lauterbaeh interrogavit, (lualeni vellet". IJelienstoek Jedoeh: „Tctzehus, emu
aniniam grosso rednnendani praedieasset, interrogatns al> hospite in S toi penn,
«[ualem grossiini petcret". Wegen der Lesart pater mens in Stolpen, die sieh
nur bei Cor«latus findet, kann dieses (-(»IhKiuiuni Luther, dessen \ ater, s(» weit
i»ekannt ist, niemals in Stolpen war, nicht zugesehrieben werden. \ lelmehr
wird Antonius Lauterbaeh der Urheber desselben sein und die (leschiclite mit
Tetzel und seinem Vater an Luthers Tische erzählt haluMi, wo sie Tordatiis
hörte und mit in seine Sammlung aufnahm. Denn Mag. Antiuims Laut*'r-
bach, der ir)02 in Stolpen bei Meissen als Sohn des dortigen Bürgermeisters (V)
Matthaeus Lauterb. geboren war, kam i:>iM nach Wittenberg und verkehrte
bereits von \o^\ — \h'^'^ in Luthers Hause. Daraiit bekleidete er das Amt
eines Diakonus inLeisnig und kehrte 1537 als zweiter Dlak(»nus narh \\ ittcnbcrg
zurUck, wo er zwei Jahre blieb. Diesem zweiten Aufenthalte Laut erb. in
Wittenberg verdanken wir sein wichtiges Tageburh aut das .Iah r
15:{s. Er ging dann als Sui»eriiitendent na«h Pirna, wo er \M\\) starb. \ gl. über
ihn Seidemaun, Vorrede zu Lauterb. Tagebuch p. VI VllI nebst der dort ange-
zeigten Litt. AVas die Lesart der spät. 'I'isihr. anbelangt, so ist zu vermuten, dass
sie so abgeändert wurde, dass Luther als der Krziihler erscheint. .{) Ilindseil:
„7 möckerlein an argenteum'-, Kebenst.: „septemne nmmnos ex Marchia an 12
niimmos Misniensium". Merkerlein = Märkische (J roschen. 4) I etzel
war I5US in Bautzen und \:M) in (;örlitz. In diese .lahre wird das Lreignis
selbst fallen, während Lauterbachs Uelati(»n (h'r Zeit von l.^.n ir.:i:; angehört. \ gl.
Seidemann, Vorrede i». VI. Vgl. Krl. A. du, IM*, Törstem. ii. B. HI, 211, Bimlseil
colloq. HI, •1\\ Kebenst. H, 70'".
793.
AntonianusO semel evrans in f^vIv«, et oiiiu aniisissot Domimnii.
qni seeiim lial)el)at sacras reli«iuias, iHTsuasit nisticis, Dio /wou j;loek-
lein habereut tantam sauetiiiioniain (luantaui ivliquiar, (iiuul scMiipor
cum rcliqmjs iaeuissent-^l Soleiis liatt mau alles kouuou i;-louben.')
I) Die deutsch. Tischr. „Einer d. S. Antonius Botschaft tVihrte, ein Statio-
nierer', Bindseil „Melchior Kittel Anthonianiis stationarlns-, IJebenst. ..M. K. .Vn-
tonianus, Stationarij fanuilus-. Vgl. über die Antonierherru oder Antoumsbrudcr,
welche Bonifacius Vlll zu regulierten Kanonikern maehte uml ihnen die Uegel des
heiligen Augustin gab, Herzog und Tlitt, Kealcncycloi>aedie f. \n-oX. Theol. 2. Aut .
B. 1 S. 47.5. Schelhorn, Ergötzlichkeiten II, (iUli, Augsburger Allg. Zeit. I^.'.K Beil.
N. 43 S. (i27. Antonius war römiseher Märtyrer, ein Fleiseher. \ ast jede
Stadt hatte ein „Antonius Schwein", welches trei herumliel. Beim
Vlmosensammeln trugen die Antonierherrn ein (Jlöckchen am Halse, womit sie ihre
Ankunft ankündigten. In der lJeformati(mszeit war dieser Orden vieltaehen Spotte
we«-en seines sittlichen Verfalls ausgesetzt. Auch standen sie, wozu auch der obige
Absatz einen charakteristisehen Beitrag liefert, in dem Bufe Leute Vertlihrer und
Betrüger zu sein. Daher heisst es in einem alten Keime unter einem Holzschnitte
des in. .Tahrh.:
„Anthoni-llerrn man dise nennt.
In alle landt man sie wol kennt.
Das macht ir stetes terminlren.
Das arm volck sie schentlich verführen
Mit trauung sankt Anthoni l'eyn,
Bettleu sehr, auch lerns jro sehweyn.
Sehwartz, drauf blaw creutz jr kleid,
Sind alle Buben, schwer ich ein Eid."
Vgl. auch das (itat bei Du Cange I, 7«)1 „est vero Antonius, euius nomine porci
portant campanella". Der Orden wurde im 1^. .lahrh. mit <len Maltesern ver-
schmolzen und ging dann mit diesen unter. 2) ^ „Weil sie immer bei den Keh-
199
nnien gelegen hätten". .) Abweichend und mit Z.isiitzen Erl. A. 60, 230, Förstern,
u B Ill,ill, Bindseil collocp III, 24h, Kebenst. H, M)'.
794.
DonoDei (latus est uobis illc Caesar, Imo quisque (lebet
Jurg:e^) ist /u t Ut ^"^ ^;Y".4..:„^ Cücleus'), uullum curamus,
Vv illis: <iui se uobis oniHUiuut, r^ceius, i^ulil.uö /, " . ,
;V ntn ric"arcin oui lustra Caussa est ol.lata, Is si eontra uos
.r. ,S ) r„«Vte rcWonrtel,it. Caesar et Papa res.stnut assei-
ti..rn!.strac" ")cr woUeu wir gcwartcn, Ahos nou euramus.')
Kaiser, diesen trHlulu« .1' "f", ^{j^;, ^^^iV'' in = Unsere Lehre. Vgl. n. 42Ü.
,lie C.i.lutHtiü .1er t'ontessio o.\er \p< U.M , » i > selnveiss vorlesen Hess,
d„e Absehrit al.er . ou j-'"»^-'-,,^ ;'" >, ..^^^^^^^[^i-'^eiuer A'pologie der C..n-
llH.n enie soleli. , "''V' .,"'■■ ,V' ..,,,■',, ,,, .velelic dann löiil in Wittenberg crsel.ien.
tutati.) verbesserte l»l<^/'■r^ l'j;:«"'''':.';',,V>','. ,',!,,,,..„ den \bsatz erst von den
s) = „nsern. HeU..nntn,s. '.>)\\ T^-^^^1^^^^^,^'^„,t vieltaeh ab. \^f\.
Worten „et in eansa rel.sl.on.s '^ • • ; ]Y' ' u"i{ebonst. fehlt der Absatz.
1-rl. A. 02, M, IT.rsten, u U.l\,;l.<. .^"''';:Vs''.v, "den Worten „summos inindeos
Vgl. aneh n. l'ii. V'\ M, ».to •;..(., ■.-•(., f,;;,,.-^. Je ferner .,A oologiam et Con-
lu!i.e, l>a,,an, \-enetos ^^'^l^'^^ ^^^^l^^lÜ'^^Hn^. l'oelens'- etc. darf
LSSrl^nf-fe UÄ «e "5.» oJe'r ...:U gesprochen hat.
795.
Ito-is \ni;-liae vxov. Soror matris Caesari« nostri '), "' ?»;!'\"
|o.,m oohil.it. n ei im..-ta est, Sed Vapa eallido eousiho a se reinoM ^)
Ji 1 i si Se/ aivlutu. et 7^) eol.elnsenn.t '^ivc.rttum esse eae e-
I s\ M.W ..utoino^ otLovaueumO divevsmu statuiuius. j i^ae
;;;;" äüiÄ .^^.ical:^st.i,.,.ia.,. ,l ^^^\::^zs^^
p.ati«ee,,t..r;Ue,.lMa.u.iae;;)^.^^^^^^^
nf tii^ö miTwiiiuw Vuiilo, toieianiiiüieiii ei \.j>:>v wii^^i i «a lox
er faml vn.l lettt ^usan.e.. Uet.en), ,e<l tanaen. ea,n rei-ttliayt.-)
n Katharina von Arra.onien, T;'«:'''- ll-f >''-:'i?,;tnd"Ä
200
die Lösung seiner Ehe gemacht, zog aber dann aus allerUn Gründen die Sache in
die Länge. Sleidaniis berichtet darüber IX, 174: „Post multam disceptationeni ,
cum regi spes facta esset ex Roma, forc, ut secundum iudicaretur,
Carapegius, monitu Pontificis tergiversari coepit et proerastinarc.
Cuius quidem causam fuisse dicunt, quod Pontitex existiuiaret, Caesarem,
Catharinae nepotem e sorore, cui per Italiam omnia t'oeliciter eve-
nirent, non esse temere offendenduni". \) Vor allem die Pariser Uni-
versität. Sleidanus IX, 175 tVigtliinzu: „Parisienses (juidem videbantur approbare,
non sine largitionis opinione, sicut alij pleriipie". 5) = „dass die
Ehescheidung ütfentlich auszusprechen sei". (5) Die Universität Wittenberg. Der
englische Dr. Barnes, der sich unter dem Namen xVntonius in Wittenberg auf-
hielt, wandte sich im Sommer \h'A\ im Auftrage seines Königs an Luther und
Melanthon und bat um ein Gutachten in dessen Enesaclie. Er erhielt es auch. Heide
Reformatoren sprachen sich für die Gültigkeit <ler Ehe aus. Vgl. Köstlin II, 2»>2,
203, ()()0. Luthers Gutachten siehe Luth. Briefe (de W. u. S.) IV, 294 ff., .{K». Es
findet sich auch bei Bindseil colloq. I, 445 ff., Rebenst. 1,2:^5'' und ist datiert vom
5. Sept. löiil. 7) = Die Universität Löwen, wenn nicht Lovauienses zu lesen
ist. Bindseil : „Primum, ut dixi, Lovaniensium determinatio, praesertim in posteriore
quaestione mihi iilacet". ^) Kö)stlin II, 2H:{: „So stimmte Luther diesmal ausdrück-
lich den Löweuer Theologen und Kanonisten bei". *J) Franzi. lu) Sleidanus
IX, 175 meint: ,,GalIiae rcx Franciscus putatur non minimum attulisse momcntum
ad hoc divortiuin, ut sie illum ab amicitia Cacsaris totum averterct". II) In dem
bereits erwähnten Gutachten findet sich ein eigentihulicher Satz, der sich dem (be-
danken nach mit dem Obigen deckt: „Anteijuam tale repudium probarem,
potius regi permitterem alteram reginam (juoque ducere seu facere
et exemplo patrum et IJegum duas uxores seu reginas habere". Vgl.
auch Köstlin II, iM»;;. |2) Heinrich verliess Gatharina im Juli I5::i. .lanuar 15:*:»
Hess er sich mit Anna Boleyn trauen. In Bezug auf den obigen .\])satz finden
sich einige ähnliche (bedanken Erl. A. 61, :{(i5, Förstern, u. B. IV, M», Bindseil colh)(|.
11,370, Rebenst. II, 172''. Aus den letzten Worten: ,,sed tandcm eam repudiavit"
lässt sich schlicssen, dass Luther Obiges wohl im .lahre 1531 oder 1532 gesprochen
hat. Heinrich heiratete Anna Bolevn 1533, während die förmliche Scheidung der
vorigen Ehe mit Katharina von Arragon etwas später durch den Erzbischof von
Canterbury, Thomas Cranmer, ausgesprochen ward.
796.
Questio metriealis Heidelwergae proposita. Quero, utrum
Asinug cum suis longis aurihus, indutus pelle Caprina, se-
dens in arbore porpliiriana, rodens folia liypotetiea, possit
absolvi a sim])lici saeerdoteV*)
1) Ich versuche folgende Erklärung dieses auf den ersten Anblick ganz un-
verständlichen Absatzes. Im vorhergeh. Abs. war die Rede von dem Ehehandel
Heinrichs VIIl. von England und v«>n dem in dieser Angelegenheit tVir ihn ab-
gegebenen Wittenberger Gutachten. Daher scheint mir der Inhalt dieses colloq. auf
Heinrich VIIL bezogen werden zu müssen. In diesem Falle würden alle Ausdrücke
ihre Erklärung finden. Also: „Eine zu Heidelberg gestellte praktische
F r a g e l a u t e t e , o b e i n l a n g o h r i g e r E s e l , d e r i n e i n e r B o c k s h a u t stecke
(.Anspielung auf die Frauenliebe des K(>nigs), auf dem Königsthrone sässe
(sedens in arbore ])orphiriana) und an unhaltbarem Hypothesen kram (^e-
falleu fände (an hypothetischem Laubwerk herumnageml, Anspielung auf die
scholastische (ielehrsamkeit und die Schriftstellerei des Königs, der selbst im .1.
1522 in der Schrift „de septem s:icramentis" gegen Luther auttrat), von einem
gewöhnlichen Priester Absolution erhalten könne. (Mit (lem „sacerdos*'
seheint auf Luther und nnt tlem „absolvi" auf die Beurteilung <ier königlichen Ehe-
sache hingedeutet zu werden.) Es erübrigt noch hinzuzufügen, <lass das (ianze
natürlich als ein sat irischer Einfall eines witzigen lutherfreundlichen
Kopfes an zu seht' n ist, der, vielleicht ein Mitglied der Heidelberger
Universität, diese (juaestio aufbrachte un<l verbreitete. Luther wird
davon gehört haben und macht nun in Anschluss an den vorausgehen-
den Absatz in einem Tischgespräehe seine Gäste mit diesem Scherze
bekannt.
201
707.
Aus sehinipffO kan ernst werden, quod con%it Pomerano,
nui astitit quibusdam matronis*^), quae aecusantes^) mihi M. F.^) de
imniodesta praedieatione contra eas et virgines, Quem cum loco ex-
antea permitterent, sese iratos non fore, Quod cum promisissent, mxit,
Principem ab eis postulare, ut uxores suas apud exteras^) concubinas
suas esse vellent ferre, Alioqui Electorem haue Caiissam defendere
non posse. Tunc statim Spalatinus: pfu, pfu, tod, tod, ^>ol ich
mein liebes Weib alszo versehen, Das arm kindlin, htaüm
similia dixit Jonas. Et Philippus acuens iocum, eos hoc permittere
posse quod alio(iui onerati'') essent a multis oneribus Papae, Was
schadet das lieben herrn, ob yhr meinem g. h.'<') auch etwas
nachlasset? Similia, dixit Jonas, saepe facta esse, Jocantes enim
tandcm inflari.»')
n Mittelh. der schimph (schimpf) = Kurzweil, Seherz, dann Spott, Ver-
höhnung tf. Weigand II, 57r>. 2) Nach ^^^\ ^'''- '^^''''^''' :'^'';^ ^^^^^^^^^
mitzin und die Frau des Dr. Jonas. :<) Lies aceusa]>ant 4) Kach din lat
in Erfurt und wandte sich I5u5 der Theologu^ zu. iMuer oer Treuesieu ...m m-
eutente Freunde Luthers und an wichtigen Akten d;';. Kelorm (lesch. beted.g ,
gest. 1040 als Kurtürstl. Hofprediger und Inhaber der ^'^"»f ^^/^^^^,^^»"^5\, ,' j.^'j
Gregor Brück. Vgl. n. 2(>7. s) Lies apud exteros d. h. der ^^elt gegen bcT
.) Lies liberati. l(.) = Gnädigen Herrn. 1 1) = dass "'*»"' ^» ^* V " ^/^/^^,^^^^^^
Ernst werde Kebenstock : „ex ioco enim res seriae provenumt". Der obige
Absatz findet sich in sehr weitläuftiger Darstellung mit vielen Zusätzen und auch
son?tviSh abweichend bei Bindseil colloci- II, 10r>, Rol»enst. II, V^K Das Einzelne
anzuführen, würde zu weitläuftig sein.
708.
Invidiosa mihi res est lonpa praedicatio, Nam spintus desy-
derij ad audiendum extinjjuitur in auditoribus, et ipsi praedicatores sibi
iniuViam taciunt. Idco 1). Pomcr bene castip:atur, et licet sponte et
libenter diu praedicet, tarnen ex errore hoc est.»)
n Vgl. Erl.A. hSK IS«.», auch 222, Förstem. u. B. II, :<T2, .{OT Bindseil colloq.
III, lU, 125 Die ersten Sätze hat auch Kummer Tischr. p. :i04 bei Lauterbach p. 14 L
790.
Dicitur Papam misisse Lepitos suos ad Caesarem, ^^<^»"\^nf' "^
])roi>eraret ad (%>ncilium, Aut si celebrandnm esset, ut tantum de |800]
articulis tidei fieret tractatio, et non de primatu Papae.
800.
Kisi immota Constantia fuisset Dux Joannes in Comicijs Augustae,
Omnes Consiliarij eins betten s lassen geh cnn, Omncs enim cogi-
tabant de medijs, quibus Caesaris Gratia possit retineri vnd tem-
202
perirtens durch einander r4ratiam Dei et Clratiam honiinuni, et
fertur dixisse. Ich wolt das vns vnser gelerten nicht ansehen,
szondern redeten vnd schrieben was recht ist vnd machten
nicht schirmschlege i), Ad promul^atam sententiam Caesaris
et niinas multonim dixit, Es sind zwen we^e Gott verleucken'^)
vel nuinduni, Denck ein yder, welch s am hesten scy, et haec
erat magna |)ro])atio Constantiae eins, quod ]>r()hibita ])raedicatione a
Caesare mahiit recedere quam prohibitionem lianc sustinere. Sumnia,
vnser Princeps stetit adversus omnes, Describi nou possunt omnia,
sie sind zu hoch vnd weitleufftig etc.^)
1) Kiiulseü: „Ich wolt, das vnser geU'rttcn nichts anschon, sondern ricttcn
vnd schrieben was recht were an alU' schinuscMege, dan ghüch tzu macht einen
glitten reiitter'\ Mittelh. der schirmslac = Fechterstreich. Vgl. nii hebet
sich mit schirmensiegen. Walther M. S. 2. 1. MiilhT II, 2, :i8l. Eri. A. CO, r>, KM tl.
2) = Verieiignen. Vgl. die alth. Form verlaucnen. :0 UnvolistMiidig Krl. A.
Ol, :iS4, Förstem. ii. 15. IV, 227. Vgl. aber Krl. A. .V.>, lo, Förstern, u. 15. II, 2,V.»,
Bindseil colloq. I, :M2, Kebenst. I, HIS". Veit Dietrich p. 127, Küstlm II, 211,0.iK.
801.
[301] Morio Torirensis') wil nicht gen himel, drumb
das kalt oben ist, schneit vnd regent herunter, In die
helle will er fareu, da seis warm, bratt gut epft'el vnd
pirn in den kecheln.-)
1) Der TorganerNarr ist der in unzähligen Schrit"t(>n der Ketormationszeit
oft genannte Claus Narr, der bekannti« Hofnarr am Kurfürstlichen Hofe zu Torgau.
Geboren zu Kanstädt kam er U^r. als Narr nach Torgau und v«'rsah dieses Amt
bei vier Kurtursten und einem Krzbischof (Ernst v. Sachsen, Erzbisch, v. Magdeburg).
Die vier Kurfürsten sind: Ernst f UM), Albrecht f löoo, Friedrich d. Weise f 1525
Johann t 15^2. Claus Narr soll zu Weida gestorben sein. Seim« Eiutaih' uml
Witze, die übrigens hinter denen Till Eulenspiegels und Marcolts zurück-
stehen, suchen ihre Stärke in dem Kührenden des Blödsinns und in Cynismen. Sie
wurden zuerst gesammelt von Magister Wolf Büttm-r, PfarriT zu W olterstadt im
Mansfeldischen. Die älteste Ausgabe ist (Ue von 1572. (^ödeke (Jrundriss der
deutschen Dichtung zählt iu)ch !(► andere Ausgaben auf. Seine Witze wan-n schon
zu Anfang der 2i) Jahre des IC. Jahrii. in aller Mumb' und wunb-n sowohl von den
Zeitgenossen wie von den Späteren in der ausgiebigsten Weise citiert. \ gl. über
Claus Narr, Allgem. Deutsche Bit)graphie IV, 2^2, 2V«, (;oedeke, Deutsche Dicht.
I, 144. 2) Hier irdener Topf, irdenes Geschirr. Weigand I, b81. lu and.
Bedeut. n. 240, Cordatus p. C.m.
802.
Semel incipiebant commensales sui mentiri modo maximo quo
quisque posset, Respondit 1). L.'), l>JVf^ liandwcrck gehet an.
Ich wil euch warnen, wie der knecht seineu Junckern,
Juncker, vhr must nicht zw krum dreen. Das ichs auch
könne fiddern-), Sed cum ridcrcnt multum mcntientes, diccbat.
Lugen mus man mit ernst sagen, aber man gleubt yhr
niclit.^*)
1) Dr. Luther. 2) Mittelh. ich videre = versehe mit Federn, befiedern,
im bildlichen Sinne, sage die Unwahrheit, lüge. Vgl. liiigt denn einer, daz
heizt gefidert. Lieders. v. Lassberg :<, :i2S. Müller III, 2ss, Dietz I, MVi. a) l nter
dem Namen „Der merkwürdige Schuss'- bringen die modernen Les»'buchrr
z.B. Colshorn und (Joedeke T. 1, Hannover IböS S. 24'>, eine ganz ähnliche
Geschichte, wo es sich um Jagdlügeu handelt. Hier lauten die W orte, welche die
203
Pointe der Erzählung enthalten: 'Tob ann aber flU^tcHcsein^
.Ein andresmal müssens aber ^^^^^''ll'}'^^^^^^^^^^^ Eine älter,» Quelle
ander lügen; sonst l»ring ichs n icht gut zusAmm< n . i
drescT Erzählung wird nicht angegeben. Vgl. auch Kostlm II, ol.., bbO.
80: l
In Sciolos«) o])timum mendacium est in arrogantes Sciol o^,
axit, lel. meine du l.al.st gefulct, was <l",'' ,\"'.^,\ '^,J
gedrnekt hatt. Talis est Co eleu s adversus Lutl.eium, >ua
eerte sententia talis est.'')
run, vll.l' l'r'ssiss... Mit ul,»,i.l,..ul.n. S.Mus«. ll.n.lsc.l eolloM- 1, ü,, U.l»n
stock 1, ■i2',i'.
8(J1.
rhrilti et Kraneisei-^) ist szo vol mit lu jcen, ut authoi eius
il tlV „LLra Sati,a,!a. mm tautum «Vi"t-Jt-N-l ^^ |-;; ]
nliter luter alia eniiii dieit. Cl.nxtum resipiasse 0 1' > ■ » ^ » » ' ' ™"
. im> u ise tVat.es suos iu.lieet seeuutluu. suam l««!?" :»"'• *^^. '^'""^
LuL'en, die mehr glauben bedurften den arüeuh tidei.*)
805.
rv.iieise-mi sind vnsers lierr};otts Icus/.e, die der
touttVl dä^ sei el. ,.olt/,,eset/,tl.att l'redigevmonel.
silld die tiobe. die sieh ewijr mit einander beisscn, wie
die si»erliehi) vnd die seil wa liien.-)
II 7r,...' ^) Dir l.t/.t,... Wort,. tVlil.n in 'I';" =^1«'- , '^';'',^- ^ S'- l-fl- -^^ "' • ■" '
Fi'irstein. II. I!. 111, •!'-"', 15i>i«ls>il colU,,,. 11, ;t, Kebenst. 11, nK
806.
Dens primt. viruni ereavit. .,ui admmlum P''"^^-"'^ .»"'f ,^ .^'V^Tmo
eonsilio. Sed uxorcm ereans. Do hebt ^M'''^;^''|' '..';;.] ,
Monaehi ,.iimo dei eonsilio ae.,u,esee„tes »j"'*^ '^.^"'f^.^^VSi^in t
prude.itiores snnt Deo'^), Si Caesar ordniem >'""f,, * ^'" ); "' ]^^^^^^^^
et libros iiisorum in iierpetuani memonam ser>andos da et (U i >
Caesari ^) oi)us faeeret, H e n e d i e t i n i et A u g u s t nn a n i nihil tuet unt
/u diesen leuteu glciele)
n I.i,. siüt. Tischr. .Citt h:.t im . Anfeng unr ..inen >';;f '•.'';■ ".«'"i.'i;«;,'';
(Hier: .Deii.s i-rlmo Iminin.n. =«• »"' '',"" "l"-,,'.' '^ ," f JLlt) V) Die spät,
otiaiii uxonni ereavit, .las war der >cliaac' (hebeiist. gani ut.j. -i v
204
Tischr. „Darum haben die Mönehe dem ersten Rath Gottes pefolget und leben
allein, ohne Ehe; derhalb hätt es (4ott wol mJJj^en lassen bleiben, dass ein Meiiseh
allein lebete!" Oder: Jdeo nionaehi primo Dei eonsilio ae«|uiescentes, solitarij
vixerunt, borgten nur, darunib hettes gott wol niugen dabei Idriben lassen, iit honio
solitarie viveret" (Keb. ganz lat.). :\) Der im vorhergelienden Abs. erwähnte Fran-
eiseantT- ii. Dominikaner-Orden ist gemeint. I) Kür Caesare. .*>) Die spät.
Anfzeiehnungen: „Die Augiistini'r und HernhardinermJnuhe sind nichts gegen dirsen
schiindliehen Läusen gewesen". Oder: „Augustiniani et IJencdietini sindt niehts
kegen diese leuthe gewesen". Hebenst. „Augustiniani et lienedietini eontemptis-
simi fuerunt prae illis". Vgl. Erl. A. t;(», :V.V^\ Förstem. u. B. HI, 2^5, Hindseil colloii.
I, 124 (Mitte d. erst. Abs.), Rcbcnst. I, n^K
807.
Was wir itzt gern sein wolten, das werden wir in alio
seculo sein, et ubi eo^^itationes, illie ernnt et opera nostra, Quin et
in hoc seeulo corpus obedit voluntati, [MK\\ Quic(pud enini decernit
voluntas, da mus der leib folgen, sive ad boniim sive ad nialnni,
Multo magis liaec eriint in futuro seculo, (piando corpus levior et agi-
lior erit den ein pt'flau nifedder, et oninia, quae nunc forniosa
iudicantur, wird dort hin gerechnet nichts sein. Pro hac sen-
tentia loqnuntur de novo (!oelo et terra Esaias et Petrus, in quibus
Justicia habitat; Justicia, pax illic erit, et quiequid nunc in votis est
nobis, gaudiuni, securitas etc. De talii)U8 lo(iuebantur post
mendacia.')
1) Mit mehreren Zusätzen, aber sonst ähnlieh Erl. A. r.2, ^, Förstem. u. H.
IV, 28«), Hindseil eolloq. I, III, Kebenst. I, «".1 >», i\'l'\ Dag.'gen fehlt hier lM'i('or-
datus der Eingang, den die spät. Tisehr. bieten. Die letzten Worte des «ibigen
Abs., die als Hemerkung des C'ordatus gelten uiüssen, zeigen, dass
n. SUT zeitlieh gleich nach u. S(U SUC gesi»roclien ist. n. ^oi ^11 (viel-
leieht auch noch n.si2 u. si;i) gehören also zusammen und umfassen eine
Gruppe von Unterredungen, die unmittelbar nach einander statt
gefunden haben, vielleicht die Gespräche eines Abends. Hierauf be-
ziehen sich auch die folgenden «Icn bei C'ordatus hier fehh-udcu Eingang einleiten-
den Worte der späteren Tischr. „Cum iocati essent Martinus Lutherus et alij prae-
ceptores Jonas, l'hilippus, Pomeranus, vi'uerunt ad seria, videlicet de vita futura" etc.
oder „Da D. Martin und aiulere lauge mit eiuamler gescherzt hatten, kamen sie
auf ernste Dinge, nändich vom ewigen Leben zu redt-n" tY.
808.
Cor gaudio plenuni oninia videt laeta, triste autcni, oninia tristia,
Nam inimutatio cordis est per oninia magna innnutatio, liinc est, (|Uod
gaudentes oninia, (piantuincuiKiue exilia gerniina. laeti videnius et
tormas eoruni ndraniur, ([uas tristes abijcinius et contenininius, Oninia
igitur etiani sordida aninialia velut Ciniices voluptati erunt beatis.')
1) Die lat. Tisehr. haben nur Folgendes: „Nam eor gaudio plenum omnia
videt laeta, triste autem eor, omnia tristia videt, inimutatio cordis est magna umtatio,
ich gedencke ilim ot^"t nach". Die deutschen überliefern etwas mehr: ,,Deun ein
ITerz, das voll Freudi'U ist, was es siebet, das ist ihm alles fn>lich ; aber ein traurig
Herz, dem ist alles traurig, was es siebet. Aenderung des Herzens ist eine grosse
Aenderuug. Da werden Ann'isen, Wanzen und alle unfläthige stin-
kende Thiere eitel Lust sein und aufs beste riechen(!)". Vgl. Erl. A.
«2, s, Förstem. u. B. IV, 2S7, Biudseil eollo(i. I, 111, 112, Kebenst. 1, 02".
800.
Coelum [304] non debemus tautum intelligere aereni, terrani,
205
sive illa tantuni, quae supra nos sunt, sed illa quoque omnia, quae ad
illa pertinentO^ omnes boves et pecora etc.^)
n sc ad aerem terram et ea, ([uae ete. 2) Die deutsch. Tischr. Darnach
fri.^te 1) II Ob auch ander Viehe dort würde seinV Da sprach D. Martinns: Ihr
f\. nicht als versVelu'U, dass Ilinunel und Erde wird allein Luft und Sand sein,
rr^ hs wVs dVzi -^ Schafe, Ochsen, Viehe, Fische, ohne welche die
Erde imd <Wr' iTimuui öder Luft 'nicht sein kann(!)". In den lat. Tischr. fehlt der
Abs. Vgl. Erl. A. (i2, b, Förstem. u. B. I\, 2S<.
810.
Si m und US ille idenns esset Concordia, pace, iusticia, Das der
Dawer dem fursteu allenthalben gehorsam were, das ge-
sind dem herrn, das weihe dem manne, szo wurde sich
niemand ins kunfftig leben sehnen, Ideo Dens hunc muudum
plenum facit turbarum, ut aliam vitam suspiremus.»)
1) Vgl. Erl A. 02, 8, Förstem. u. B. IV, 2b7.
811.
Iguem et stridorem dentium exteruam aliquam poenam
possumus intelligere, quae malam conscientiam est sequutura ), M
desperatio, das man von gott gescheideu ist, est minus hoi-
renda pocna, Talis enim conscientia timet omnes CreaturaB, quod eüain
nunc videmus, Folium enim cadens'O neminem occidit, time ur tarnen
eHerret pavidum cor, W e n s li e r t z v e r z a g t =0 i s t s z o e r s c h r e c k t s
von einer ider Creatur, auch für den gutteu.^)
n Die strlt Tischr Majrister Veit fragte: Was doch das Zähneklappern sein
würdet S ra D M uth.^ würe die äusserste Pein etwa die einem bösen
V' . • ,. \?^;,S f^W^^^^^ Veteres (luinciue receptacula animarum post
m:r:;r\.:^u M Wmnatlct^n et Inlvinunl, nl)i damnaJl ^^-%^-^]-ff^^
V rn e n n cessante condemnati sunt. Magister Vitus iuterrogabat de Stridore den-
conscieutiam secutura Sit etc. Z) ;»'•,:... ,. ü tv o«et Hindseil I 115
versagt(!) ist". 4) Vgl. Erl. A. 02, 1.., lorstem. u. B. IV, 2'U, BmUsul 1,110,
Kebenst. I, 04'».
812.
Disputatio de praedestinatione omnino fiigienda est , et
StauDicius dicebat, Si vis disputare de praedestinatione, incipe a
luliieribus [305] Christi, et cessabitp, Sin pergis f ^^^^/^f P^^/ ^^^
perdes Chnstum, verbum, Sacramenta et omma^) etc., Ich veigisz
alles, das Christus vnd gott ist wen /^^^ ^^^ .f l^.^^^^^^^]
dancken kome, vnd kom wol dohin^), das Gott ein bosz-
w'icht sey In verbo manendum est nobis, in quo Deus uobis reve-
latur et ortlrtur salus, si illi credimus. In cogitatione autem praedesti-
nationis obliviscimur Dei, vnd das laudate Hort f ^f^' .^"^^^^^^^^
blasphemate^). In Christo autem omnes thesauri f »* ^^f ^?;^^^^^^^^^^^^
ipsuin omnes clausi, Ideo hoc argumentum praedestiuatioms simphcitei
ncgandum est.*^)
n sc disoutatio 2) Die spät. Tischr. „Wiederum, wenn man ihr nachhängt
und wu'ie dsn^;^^^^ so musJ Christus, sein Wort uml Sakraiuen^e weu.he^
öder: „Ecoutra Christus, verbum, et Sacramenta huic disputatiom ceduut. S) Bind
juaimäiaflfafe-'äa-a^it ttOj^iOäiäsiaiM
206
207
seil: „bin ich in donon Anschleifen (?)". 4) Lies hlaspheniate ^eliet an, wie
die spät. Aut'z. liaben. Das Wort blasplieniate steht in d. llandsehr. an» Ende der
Zeih'. 5) (;oh)SS. 2, 3. «) Die spät. Tiselir. erheblieli im Ein/«'bun abweieliend,
bes. die lat. V^l. Erl. A. üü, lü», Förstern, u. ü. III, KW), I'.indseil collori. I, h(»,
Rebenst. 1,45»'. Argiimentiun = Satz.
813.
Nemo (luieciuam proprie de g:riitia scribere potest aiit dieere,
iiisi qui spiritiuilibus teinptatioiiibus exereitatiis '), Mcmaebi et Juristae
nihil proprie de illa possuut dieere.^)
1) se. est. Hindseil und Rebenstoek: „nisi spiritualibiis tentationibiis bene
exereitatus sit, nt eg^o, et extra has non potiiisseui eaui traetare. Mouadii c^t .biris-
periti nihil eoneinne et proprie de ea locpii possunt". 2) Vj?). Erl. A. (io, «m;, Forsten.
u. B. 111,112, Bindseil colloq. II, lioo, Rebenst. II, 2i(i:'.
814.
[306] Si cum Sathana disputo de \jC<^q, szo hatt er ?:c-
wonnen, Druml) wil ieliMosen lielffeii steini^-en, aut inaneat
cum contumanlms et praefractis ') hominibus, luni eum pavidis et lidc-
libus eonseientiJ8.2)
1) = Trotzif^en und Halsstarrigen. 2) Abweichend Bindsril eolloq. II, .'«H,
Rebenst. II, 22rMS dem (iedauken naeh nur ähnlieh Erl. A. (io, «Mi, Förstem. u. B.
III, 112. Vgl. mit dem obigen Abs. n. 054.
815.
Impij peiores fiiintex praedieatione Enan?:eli.j, Ca r-
nis eiiim lieeiitiam taiitnm diseunt ex ea,Ide<) vul^^is ad
Legem pertinet, noii ad Euanf::elium, Fit eiiim eis, sieut
male moratis et prave agentibiiH piieris, (lui lioiiorati et
nou flagellati peccantes peiores fiuiit. Eiu ruthen j,-eb(n-t
auff bosze kiiider, nicht zucker.')
1) Dieser Abs. ist wichtig und charakteristisch für das Verhält-
nis in welchem die spät. Aufzeichnungen zu der ursprünglichen
Fassung derselben stehen! Die deutschen Tischr. haben Folgendes: „Die
Gottlosen saugen nur ausm pjiangelio eine tleischliche Freiheit und werden iirger
draus darum gehiirt das Euangelium nicht für sie, sondern das (Jesctz. Gleich
als wenn ich meinen jungen Sohn nicht hätte gestrichen, sondern
hätte über Tisch von seiner Untugend nur gesaget, und ihm Zucker
und Mandelkern dazu gegeben; so hätte ich ihn ärger gemachet ver-
zoo-en und verderbet. Darum gehi»ret das Euangelium eigentlich tiir die er-
schrockene, betrübte und geängstigte (lewissen; das Gesetz aber für die gottlosen,
sichern rohen Leute und Heuchler, denen soll maus predigen". Die lat. iischr.
Impij ex Euangelio tantum camis licentiam sumunt vnnd werden erger davon,
ideo ad legem pertinent, non ad Euangelium, gleich als wan ich meinen En-
ders nicht hette gestrichenn vonn seiner vntugent vber tisch gesagt,
vnd ihm tzucker vnnd maudel kernen gegeben hette, tunc cum pei-
orem fecissem (Rebenst. „quasi ego, si Andream tilium meum virgis
non punijssein, sed tantum de sua petulantia in mcnsem(V) locutus
fuissem illique connivissem"). Ideo Euangelium proprie pertinet ad pertur-
batas conscientias, Lex vero ad impios". Es ist dies die berühmte Stelle,
wo die Worte der Hallischen Handschrift „meinen Enders" (die ganz
ähnliche Dresdener Ildschr. hat meinen Andreas), mit denen der am 8. Juni
1533 in Wittenberg inscribierte Nette Luthers, Andreas Kaut mann aus Mans-
feld (vgl. n. 444) gemeint ist, die Lesart der deutschen Tischr. „meinen
jungen Sohn" und die bei Rebenstock „Andream filium meum her-
vorgerufen haben. In Folge dessen vindicierte man Luther einen
Sohn Andreas, der niemals existiert hat. Ja, dieser vermeintliche
Andreas Luther hat eine Litteratur pro und contra zur Folge gehabt!
Vgl. darüber Seidemann, Lauterb. Tageb. p. 142 Note, sowie Einleit. zu Lauterb 1.
1) V nebst der an beiden Stellen angegeb. Litt. Mag nun aber Luthers Nette
oder ein vermeintlicher Sohn desselben gemeint sein — aus Lor-
datus Aufzeichnung geht hervor, dass Jene Worte von Luther selbst
nicht herrühren, sondern als ein späterer Zusatz zu betrachten sind.
Damit fällt dann jeder Anlass zu tiefsinnigen Untersuchungen i| »^[/^l^^r'^J^f < ^r!"^
(»der Andreas weg! Vgl. Erl. A. 58,314, OO, <)7, Förstem. u. B. II, 12b, III, 113.
Bindseil colloq. II, 3(1, Rebenst. H, 220^.
816.
Wen Christus kompt vnd redet mit dir (cum te peceati
tili paeniteat) wie Moses, Was liastu ^etlianV szo seh labe
ybn zu tod, Wen er aber wie gott et salvator tuus mit dir
redet, szo recke beide ^ ohren.'^)
1) Bindseil: „so feget beide obren", Rebenst aures purgate" die deut-
schen Tischr. „so soll mau beide obren fügen". 2) Abweichend Bmdseil colbni. IT,
3(H Rebenst II •>2(;'' erheblich abweichend und weitliiuttig die deutschen lisclir.
Erl.' A. r)S^ H>3, Förstem. u. B. I, 3sl, vgl. auch Cord. n. 70<>, sowie n. ()54, 814.
817.
Dens aCredentibus nihil aliud exigit quam: hoc facite in meam
commcmorationem, 8i autem dicis [307J, Ja herr, Ich werde drüber
auffs maul f-esch Iahen, Uespondet tibi, Invoca nie in die tribu-
bitionis, et liberabo te, V n d das ist ein leichter Gotts dinst, De
simili facilitate cultus sui dicit, i)rimum regiium Coelorum esse quae-
rendum, vnd darnach j^Miter ding sein, quia omnia adijcieutur
v(d»is. Kr hatt vns hulff auch imCreutz zugesagt, quid igitur
]M»test nobis abesse V ')
1) Die ersten Sätze dieses Abs. linden sich abweichend Erl. A 58 U2 51) 37,
F(»rstem. u. W. I, 372, II, 257. Unvollständig und wenig verständlich Bmdseil colloq.
II, :UM, Rebenstock II, 22(>K
818.
Si quacris, cur oinnes homines non salventur in Christo, cum
omncs per Adam damnentur, Kcs])ondeo i)er instantiam, Deum non
esse iratiim ut illud ari^umentum aflirmat, sed summe amantem esse
(»mniuin hominum. prc» quibus tiadidit iilium suum in mortem de quo
dixit „hunc auditc-. Das vnser hergott mehr geweiidt habe
•luff die liebe den auff den hasz, videmus in morte hlij, hatan
decepit Adam et Evam'). l^^^i»^ i^^t^^^'^ misit in mundum lilium suum,
Quo'^) respondendum est bis (lui (piaerunt, cur Dens permiserit cadere
primos ])arentcs.^)
U \^A n 357 2) = Mit diesen Worten muss man denen antworten fi".
3) Ganz abweichend' Bindseil colloci. I, 78, 7<) Rebenst. 1,44^ Das ^j^'l^^f ^^;;7j"-
tiihn'n würde viel zu weit fiihren. Nur dem (iedauken nach ähnlich Erl A. 5<, 115,
Fr.rstem. u. B. I, 88. Per instantiam = als entscheidende Instanz, dass tt.
819.
Non respiciamus, (piod ])eccata fecerimus, sed bonitatem Dei [308J,
ex qua lilium suum misit in mundum, nee videamus magnam multitu-
208
209
dineni, qiiae damiiatur.^) Et 8i Deus omnibus dieat, Sic volo, sie
iubeo-) etc., Quid ad teV Sed der teuffei kumbt her mit
seinem „Quare'' et vult ])er8enitare omiiia areana Dei, quiul nulhis
hominum sustineret ab uUo homiue, et Deus ferretV Szo wil er auch
allein berr sein.^)
1) Die lat. Tischr. haben folgenden Zusatz: „gott hette es alles können vor-
komen, das er auch die weit nicht hat dort^en sehat^t'n". Kebenst. „Deus his omni-
bus in tantum praevenire potuisset, quod etiam mundum creare non ei fuisset opus".
2) Juvenal VI, 223: Sic volo, sie iubeo, sit pro ratione voluutas. Vgl.
n. 622. 3) Abweichend Bindseil colloq. I, 79, Rebenst. I, 40«. Nur dem Gedanken
nach ähnlich Erl. A. 57, 116, Förstem. u. B. I, 81).
820.
Meum non est iudicare Turcas et Tartara s et Impios, Sed
communia») sententiae '-) Credo Scri])turae, quae dicit, Qui Crediderit
et baptizatus fuerit, salvus erit"*); quae certe Scriptura damnat eos,
Wil aber vnser liergott etwas anders draus machen, das
komert mich nicht, Ego cum non iudico, Wir sollen glauben
das regiment, das gefasset^) ist, et Deum (si vult) habere ex-
ceptionem.*)
1) sc. esse. 2) Das an dieser Stelle stehende Compendium kann auch mit
sanctae und summae aufgelöst werden. Das erste Wort wird vielleicht die
richtige Auflösung sein, wiewohl sententiae auch Sinn giei)t (Bindseil „coni-
muni sententija"). Sinn: Zu richten über Türken und Tartaren und
Gottlose — das steht nur der heiligen Sclirift zu, welche sagt flf.
Oder: communi sent. script. credo? a) Marc. 16, 16. 4) Bindseil „get'urt ist",
Rebenst. „quod ordinatum est". 5) Abweichend Bindseil colloq. I, 79, Rebenst.
I, 45». Einige ähnliche Gedanken Erl. A. 57, 117, Förstem. u. B. I, 90.
821.
Ob sich Gott auch wunderlich stelt, sollen wir doch
gleuben, das er ein f romer man ist, quia bonitate sua longe
plura beneficia impertit hominibus quam cogitare possunt homines, Vnd
was er thut, das thut er nicht one vrsach, Vnd wen er
einem iglichen antwort geben must auff sein frag, were
er der ermste gott.')
1) Abweichend Bindseil colloq. I, 79, Rebenst. II, 45«, Erl. A. 57, 1 17, Förstem.
u. B. I, 90.
822.
[309] Verb um Dei respiciamus et fugiamus in eo das Quare,
Verbum ems debemus scire, non voluntatem, quae sepe abscondita est,
investigare, quod est ventum et ignem meusurare libra >), In quo labore
sudant scrutatores Maiestatis eins.-)
bieten (L._ _.. . ,
verbum illius revelatum. Hoc autem reliuquimus, et volumus voluntatem abscon-
ditam investigare, messen also den windt mit sclietfeln und wegen das fewer mit
wogen (Rebenst. „et sie aerem modio demetiri, et ignem libra scrutinari conantur),
tales sunt omnes scrutatores divinae maiestatis". Noch abweichender die deutsch.
Tischr. Erl. A. 57, 117, 11^ Förstem. u. B. 1,90. Diese colloq. von n. hlS 822
bilden eine zusammenhängende Gruppe. Vgl. mit derselben auch Erl. A.
57, 137, 138, Förstem. u. B. I, 105.
823.
1) = was da Wind und Feuer wiegen heisst. 2) ihmz abweichend
die lat. Tischr. Biudseil colloq. 1,79, Rebenst. II, 45i': „Sufficiat nobis scire
Si tantam fidcm habereiu, quautam deberem. szo wolt ich
den Turckeu langst erschlagen haben, vnd die Tyrannen
kurre haben gemacht. Ich habe mich wol szo mit y hnen
/u plagt«), Sed iidcs deest mihi. Et Deus Interim dicit) ad me. Quod
virtus mea perlicitur in infirmitate tua. sufticiat tibi.=*)
Erl. A. 5s, 373, Förstem. u. B. II, 173
824.
Diccnte D. Jona, se hunc locum Pauli non posse Credere, Re-
noKita est mihi cor ') iusticiae •^), rcs])oudit. Neque Paulum tortiter cre-
ilidisse.den es were zu hoch, Neque cgo ita credere possum
ut praedico, etiamsi omnes credant, me illa tirmiter Cre-
dere |31()1, Es were auch nicht gut, das wir alles szo th eten
wie vns (iott gepeut. Den er kome vmb sein Gotheit, V nd ^
d «i s \ a t e r vnser, d e r glauben, Articuli remissionis peccatorum
etc.', wurden zu drumern^ gehen, Er wurde zum li^pije^
Kt «iolus non esset verax, et omnis liomo non esset mendax*), t.1 si
(,uis dicit, Si haec ita sunt, werde gott ein kleinen geringen
Dinst hal»cn auff erden. Das ist er wol gewont, Er mus
vnd wil (iot sein multae miscricordiae.'^)
1) 1 ios Corona (aus cora). 2) 2. Timoth. 4, s. 3) = zu Trümmern. Vgl.
„ i>7 ^ ruverst"iid ich Bindseil collo<i. 1,59: .dan er kerne vmb seme gotthe t,
vnd-hvs vate'^ser vnd <len glauben, .t articnh.s remissionis j^eccat^run, F^ wun^
t'/nm lu-ncr ut n(m solus esset verax, et oniuis liouio niendax . EtN as Nerstanl
ii r He Jus uitteret enim Dens' suum <livinitatem, onitionem Dommicam, et
S tLlum AiM,s;olicun» et articuhun reunssionis l>e.catorum J-;^ --;^-^.^;
iJi.. «l.MitM-hr Tisrhr verstiiudlich: .Denn er käme umb seme Gottheit und ^^»^m
dr ib^ /mu li^u^ \un\ könnte nicht wahrhaftig bleil>en. Es VNiire dann md.t
Nöte de vä er Unsers, noch der Artikel des (Glaubens, sonderlich von Ver-
V, un- der Sünde der (ilaube würde gar müssig und vergebens sem . o) Die
giiunv ''^y, '?"''*",,:. A -,s -{SO Förstem u. B. 11, 178 abweichend und unvoll-
Ulli' ilcn .Sihhiss.
825.
Kt in i.u.xiinc suuctis »aepc inüima fides fuit, quod videre licet
in Mose, Cum hal.eret ix.i.ulmn adversum se munm.ranten. et ipse
Viani nesciret lilierationis, ti-emebat iu oiiinibus verlas suis foe de-
spenuis. et ta.ueu audit dieeutem ad se •) 1^«!""^ ^""\.flM k, ndt
wie ein selireyen sol erliabenO, szo er sein Zung uiclitkuudt
erlieben, Noch erfüllet er (iott sein grossen oUrenO wie hart
s ,1 der ns incer gcsel.lagen hal.eu, qui hoc non credidit, Lt tarnen
o cd \^ verho Uei, ((uod facturus non erat, si aliun, inoduin evadendi
1 'almisset. Non credidisset siccis pedilms populuni pertrausiturum alveum
maris.'O
14
TJr'MfiMilffitifliiffififfliitif^
210
1) sc. ^ad Mosern". 2) Bindseil: .0 wie oin stolincn sollte «lo Moyscs p'habt
haben der die tzinij^e uidit li:it ktmiien erlieheim, iioeli li:it er }:cott seine ^yr«)ssen
obren' erfüllet. O wie solt er so hart «jjesebla^en liaben ins mehr", (dan/ ahnlu-li
Rebenst lat.) Es ist «laher oben wohl besser zu lesen: „O wie ein sehreyen sol
er haben erhoben M. d. Fol«?.) oder j?ehabt haben". V^cl. iiii bol-enden: ms
meer ffesehla';-en haben". :t) (ian/ abwelchen<l und nur einif^e ahnli<lie (.e-
danken bietend Krl. A. f.O, 20, Förstern, ii. 15. 11,211. Abueicheud ferner die lat.
Anfzeiehnungvn liindseil eolhxj. I, öt», liebenst. I, IM!'.
82r).
Nos plcrninriiic [:^11| ninxima inirarul.M, (luae omnino insmitnlnlin
simtrationi, tnpdis verbis exiH-iiiiiiuus»), veliit das ein wc^- im rotoii
lueev ist gewesen, so lani»- als von liinnen gen KolMirg, Da
dnreh Moses on die kinder seelisnial handelt taiissent man
gefuret liatt, Dazn er wol 14 tag liatt mnssen Iiaben, vnd szo
lang ymer Haus hatt mnssen halten-), Interim interposmt se
Angehis, donee pertransirent, et IMiarao ingressns enm suis ])eriret:»).
Moses glaube interim war gering bey .vm, aber bcy (Jott war
er gross, et sie tides est eftieax in intirmitate.^)
1) = Von den p:rössten Wundern, die man mit der Vernunft «lun-haus nieht
beo-reifen kann, spreeheii wir ^^ew.-.hnlieh ;;an/. kühl". 2) Die spät. Auf/.eieimun^en:
hat also L'etiittert und }?eru^et" (Hinds.), oder „et sie illum in Man pabidari et
miieseere oportiiit" (Keb.), oder „Sie halu'U aueh über Naeht drinnen müssen hi^mmi,
tiittern und essen" (die deutseh. Tiseh.). Die Form ru<,M'n tiir ruhen bei Luther
und Alberus. V^l. Wei--and II, r.oo. :{) Di,« spät. 'I'isehr. „bis sie hmdurrii
kamen, da erseutft sie gott" (Uinds.) oder „done*- pertransiverint omnes, Dens sul|-
merL'i permisit". In den dentseh. Tisehr. fehlt «ler Satz. 4) Die spiit. Autz. imt
folgendem abweiehenden Schlüsse: „Et tamen in illa pro])emodum desperationr
Moyses dieitur elamasse, das er gott beide obren erfüllet habe (vgl. n. s2.)). Es
ist bei Moise gewis gering gewesen, aber bei gott gn)s. Ita tides in iiitinmtate et
miraeulis proeedit" (liinds.). Kebenst.: „Et in illa tamen propemodum desperalione
Moyses dieitnr elamasse, (|Uod etiam Deo aures ambas impleviTit. Clamor Mn«drm
Mosis fuit exiguus, verum eoram Deo maximiis reputabatur". Die deutseli. Tisrhr.
bieten dagegen nur: „Da ist dastJesehrei bei Mose gewiss gering gewesen, abrr
bei Gott gross. Ita tides in intirmitate v\ miraeulis proeedit". Vgl. Erl. A. ;»«.», 20,
Förstern, n. li. 11,211, liimlseil eollo(i. I, M), «iO, Keben.st. I, :M''.
827.
Credere Deum Creatorem est impossibile, (|uia si enm talem
fuisse Crederemus, seiremus, enm tarn ])otentem esse, ut uno verlw»
mundum posset destruere, Sieut faeile est iigub» eonlVingere Massam').
Sin autem ereatorem erederemus, non (»piioneremus ei nostram sa])ien-
tiam, potentiam ete„ Summa, in maiestate neni(> i)otest Deum agnoseere.
Ideo reete demisit se, ut homo tieret, et ii)sum ])eeeatum, ii)sa mors,
ipsa infirmitas, Vnd hat sich klein gnug gemaeht^). Aber wer
kau auch das glauben? Credimus [:312], Caesarem:») Deo poten-
tiorem esse, Erasmum eo sa])ienti(n*em, Monaehum iustiorem.')
sane
versti
nommen hat" tf. :{)
57, los, Förstern, u. B. I, 8:i, Bindseil I, 2, Rebenst. I, 1 '•.
828.
Praesens deeenuium ') tot prodigia habuit, quot aliqua secula
^csäM^Sm,
211
luibuerunt^). et tot mutationes, quod nemo si)erasset, velut est evacuatio
Monasteriorum. Abr(»gatio ]>rivatarum Missarum =^), Multitudo Tyranuo-
rum|) et fanaticorum spirituum^), Koma bis vastata^'), Muntzer, qui
tam statim') crevit, et in ipso eursu perijt^). Perijt Zwinglius«), et
pauh» post Clementius mortuus est Oeeolam])adius etc."*)
I) Wohl ir»22 -ir.:{2. 2) — Wie sie sonst nur in einigen Jahrhunderten
vorkommen ü) ir.22. 1) Luther meint w(dil besonders den Herzog Georg v.
Sachsen. Albreeht v. Mainz, Ferdinand v. Destr. 5) Z. B. die Wiedertäufer und
Sakramenti(^rer. r.) Es kann d(»eii nur die Uede sein von einer zweimaligen Ver-
wüstung und Plünderung Koms während des genannten Deeenniums. Dann wird
Luther "(lie .lalire i:.2ti und i:»27 im Auge haben. Ins Jahr ir>27 fällt die bekannte
Erstürmung Koms diireh das kaiserliche Heer unter Bourbt)n, im Sei)tember 152(»
wird die Stadt von den Columniern erstürmt und geiJündert. Ausführlieh beriehtet
über «Ue Einnahme von l.V2(l Seeknidorf II, sect. 11,2. 7) Wr.rtlieh zu fassen =
so bald. s) ir>2r.. \)) Vgl. n. 122 Note 5. 10) Vgl. n. r.M» nebst Noten. Bei
Clement ins ist nieht etwa an den Papst Clemens VII. zu denken. Dieser wird
gewöhnlich meine ns genannt und starb \:^\\, also nieht „pauh) post Zwinglium".
C lernen ti US ist hier der Comparativ des betretV. Ailjekt. und bezeichnet einen
(iegensatz zu perijt. Luther will nämlich sagen: Zwingli fand ein gewaltsames
Ende, Decohimpadiils ein sanfteres, d. h. auf diMU Totenbette, nicht auf dem Sehlaeht-
felde.' Abweichend und unvollständig Erl. A. Ol, 102, Förstem. n. B. IV, :t2.
820.
Kudolff de P.unaw ')• l«f>"io equestris ordinis, eleetus est in Torga,
nt ])r(uMirator ac ])romotor esse-) verbi ac ]M-aedieationis apud Electo-
rem. 0 ho ein andeehtigs hertz. (pii verbum neque audire ])otuit,
Es wird yhms etwa ein guter gesel zu getruncken haben, ut
eoactus contra se ipsum loqueretur, Da hatt der wolff für das
schaff gebeten.^)
1) Nach Seekendorf, Index I war er Praefeetus Auhie des Herzogs Heinrieh
von Sachsen, hernach (Konsiliarius des Herzogs (4corg v. Saehsen (Seckendorf II,
i5 :U Add. II: „(pii nuper ab Henrico Duce ad (ieorgium transierat"). Aus einem
Briefe der Herzogin Catharina, der (Gemahlin des Herzogs Heinrich v. Sachsen, an
den Kurfürsten Job. Friederich v. Sachsen vom 12. Mai ir)2.') (vgl. Seckendort I,
ij 110, :uld. IIb) wird in Bezug auf Bünaii berichtet: ,.nunciat (sc. uxor Hennei
i)ucis), (pu)d Praefeetus aulae suae, Rudolfus a Bünau, ad Georgium Dueem
transierit, Consiliarius eins taetus. Seckendorf fügt dann hinzu: „istnin postca
Evangelicae doctrinae vehementer adversatum esse ex actis obser-
va vi" Teber den im obigen eolloq. erwähnten Vorfall in Torgau vermag ich nichts
Näheres anzugeben. 2) Lies esset. :\) Nur bei Bindseil U, ^M) findet sich ab-
weichend Folgendes: „Ku(h)lphiis de Buna eleetus est, ut orationem haberet eoram
Electore pro verbo Dei, cum esset magnus verbi adversarius. Lupus pro oyibus. Ich
glenbe, es sey ihm von einem tzugetruncken worden". Neque = ne-quidem.
sei
830.
313] Ach CS ist ein armes wort das menschen furbittvud
...lutz bedarff, vnd ist doch saluteni ex inimicis nostris 0, et Deus
iioc ridet suo mictirismo^), id est subsannatioue.^)
1) Es scheint ein Wort wie pctere, qnaerere etc. am Ende der Zeile
ansgetallen zu sein. 2) Lies mycterismo yon/nxTjjiHOjio^ = Naserumpten,
;{) = Verlüdmung durch Ceberden. Vgl. V nlg. Psalm. .U, 10 „sub-
e subsannatione". Das Verbum subsannare Cordatus n. 75.
14*
VerhiJhnen
sannaverunt me
212
831
Wen Gott lachet, szo maelit er ein s(»l(»hen rnntzcl. das
fiintf kouit^reieh vntev<;ehen, Iratns auteni ineendit totinu iniUMlinn.
quia funius exit ex nanbus eins.
832.
Onines avtcs nunc sunt illustrissiniao et onnies lin«;uae. quae
olini tanta barbarie erant sepultae. nt niaxiniiis Doctor nc unain (|ui(leni
orationem latinani ]M»tuisset edere, sed IJarbari barbarc loeuti bar-
bara verba t'inxerunt.')
1) Abwiuelu'iKl und mit iih-Iihmvii Zusiltz.Mi Krl. A. «ii, 'IWl, 2«Js, FörstiMu. ii.
B. IV, 554, Bindseil 11, i:i7, Rebenst. 11, 112 '.
833.
Miruni est, duos fratres tani eontrariae sortis esse, velut est Fer-
dinandiis et Caesar, Onines ehimant. liynweji: vcni Ferdinando,
et dem keyser zu, Illius oiuuia eonsilia in ventuni abount, llnius
anteni prospere oninia eedunt, Insons enini est et ') ninltuin se san^uine
polluit, nie vivit et faeit sceunduni eleetioneni Aristotelieani, Iste anteni
eousilio Uei reptnr, Ille intrusns-) sna sapientia nititiir^. (|ui clej;erunt,
quem ego nohii [314|, et e^-o iUudani eleetioni ipsoruni, Ideo fertur
sua voluntate, non inipnlsu diviiio.^)
1) Uv^ et non. Oder sollte niiUo in niiiltuni stecken? 2) r.indseil:
. niiia Ferdinandns non voeatus se ipsuni intnisit et oninia sua sapientia, eon-
siliü et electione vnlt effieere^ Intrudere seheint hier im Smne von l"iizii-
drUnj-en zu stehen. :V) Das Wort nititur steht am Knde .1er Seite. Aul jU-r
tokenden wird tortj^etahren mit (pii ele-erunt. Ks ist klar, <lass der .sehnih.'r
etwas ausgelassen hat. Da Bindseil „Dens dieit: ipsi eh>-erunt, quae vo lu-runt,
ejro autem illudam eh'ctiones eorum" hat, da tV^niT die diMitsehen 1 is<lir. 1- ol-eu.tes
Ineten: „Ursach ist, dass i'iner alles durch seine VN eisheit, Katli und \\ ahl aus-
richten will", da spricht denn (lott: „Sie halM-n erwählet, was su- }ivw..ilt lial.en;
ieh aber will ihrer Wahl spotten und sie zu Schanden maehen-, so wurde sich üer
Text einisermassen wieder herstellen lassen, wenn j^eh-seii würde: „lUe intriisus
sna sapientia nititur. Sed Dens dieit: (pii eh'^eruiit (jueni e^'(» "'»hii' etc. Das
würde heissen sollen: Aber (iott sa-t: diese haben den -ewahlt, den uli
nicht gewidlt habe iV. Mr)Klicherweise wünle mau diese VN «.rte aut leidinamts
Wahl zum deutschen Köni}?e beziehen krnuu'n. Vielh-ieht lehlt bei (ordatus al)er
noch mehr. 1) Abweichend im Einzelnen liiudseil collo.i. II, :t22 (Mitte des 2. Abs.),
Erl. A. Gl, :tOT, Förstern, u. B. IV, 212.
834.
Rzo mich einer in meinem hansze vbereylet'), bin ieh
als ein wirtt sehuldi- mieh zu weren, viel mehr aut dem
wege"^), (piia nee Aires domestiei, neipie latrones vias obsidentes ])ropter
Enangelinm nobis vim arterunt vel nt ])raedieat()rem invadnnt. sed nt
niendmim Prineipis, nieht als ein g:lid (Miristi, Drnmb wil ieh das
laud rein halten helffen, qiiantnm possnm, Sol ieh doeh in noten
ein gntten gesellen retten, viel mehr eini fnrsten sein land.»)
1) Hier wie n. 47S mit der NebenbedeutuuK „plötzlich über Jemanden
kommen, Überfallen". 2) Luther will sa^i-n: „Ausserhalb des Hauses, au
der Laudstrasse, habe ich noch mehr die Pflicht mich zu wehreu, wenu Diebe uud
213
Räuber mich überfallen". 3) Mit einer Reihe von 7.ns^n Erl. A. «2, 100, 191,
Förstem. u. B. IV, 457, Bindseil colloq. I, :<01, Rebenst. I, 1 ih\
835.
Si antem invador propter verbum Dei vnd als ein prediger
hoe patiendnm est, et iiidieinm relinqnendnm Deo, Ein predige r so
sich nieht rechen, Drnmb neme ich kein messer mit mir aiitt
der Cantzel, sondern allein auff dem wcge, Contra latrones in-
surgerem.^)
1) Vl-1 Erl A. (12, l'M, Förstem. u. B. IV, 457, Bindseil colloq. I, 361, 362,
Rebenst. I, 179«, n. S34 u. 835 gehören zusammen.
836.
Anabaptistae pessimi snnt nebnlones. semper gloriantes de
magna i)aeientia et semper sangninem Inndentes.') Ideo ^'1^."^^^^^^^^^^^^^^
Inipios esse Principes et exstirpandos esse, Es sind lebendig tenffel,
nicht menschen, Karolostadius sectae ipsorum fuit, et hlinm abs-
qne baptismo ])erinisit mori.-)
iint" Mh" ^irit \ufzeichnuni!:en vt'rbindeii diesen Sat/ mit n. S50, oogu ui wu
" t.:r /, ann ;'nl,;u:' IVl.U. % D.t ff.,,.,; ,-l,ip.. Al-satz ,„■ ,st '^^'^^y^ ^^_
:::l^.n"U..^^:m';ul^".^u."h;n knW.' .>,. .-. rörst..... ... H. m, m ^.c^m, ab,
ilic iiiimi'iitlk-h CarlstiKlt ffir iiiiOit orwal,,,,,,.
837.
I?ai.tisi.ui>» est lavacrnm vitnc '). et nou tantiini aqua Et melius
CHt luauoren sine eo, qui ii>snn. tantu.u sip.um esse cvedwut,.)
1) V(,'l. ,1. I,i:i. 1) s.-. ,-„s. :i) Vgl. IShulMMl c.lloci. 11, '.n, Robciist. 11,55.,
Erl. .\. til, SI, Korstciii. ,i. 1?. Hl, M.
838.
Tanta intinnitate seril.cre eepi 0. ut. si Oal.riel aufjolus niilii
«lixisset tantan. h,utati..iion. sc.-utuvam se.ii.ta n.ea. non eredulissen
er'-.rpo.e a.le-, inlirn,al,a,-, ut (,uartale anni n.e viverc possc nou
sjio rarem.'')
Siit/.. .l!.r;,.iV ..Ufa ö.' Mar,i„i .„... Cai.-ta,,,. Car.lbali .\„|,',.stao" „lK.r.schnol...non
.Vlisclmitt.'s Uilil,-t. VkI- »'»rilat. ii. :ni, i>. ■•:il.
830.
lluss tantum ahnsus et malos mores l'apae perstriiixit. ]•> doetri-
nan. et totam sul.stautiam eins inq.npiavi >). lel, erl.ot nuel, s^nug
"e.'e. y UmO- eun, prounttevem silentiunu Sed ips, eontra tautum tul-
minarc^'), et utleLant' ut revo.-arem, Da Inib sicl. das spiel au.*)
n VW „lit .1,„ l..i.U'n .'rst..,. Siitz..,, n. 2511, Krl. A. «? 121, Körst.,., ,>.K
rv ,.»■ «wlLis ,. r,is ■') VkI. „. r.:iil X.,to c. Ipsi sc. l'ap.sta.. -0 Als
lmlw:\. aOÄ^si;«. 4) Vgl. mit de«, ganze.. Abs. Ui..dseil coUo,,. 11, l,o.
214
840.
Friderieus Dax cum salvo conductu misit me ud Caietanuin
Cardinalem, qui tum Augustae erat, P'.t liaee urbs atque univer-
sitas ^) pro me seripserunt [316], Porro is erat in itinere affeetus meus,
Nu mustu sterben, et proponebam rogum paratum mihi, et saepe
dicebam. Ach wileh ein sc band werde ich meinen eitern sein.
Ita me angustiabat Caro.'-)
1) Nämlich Wittenberg. Stadt imd Uiiiversitiit Witteiiberj? wandten sich
am 25. Sept. 1518 mit einer lÜttschrift an den Papst und mit einem Priete an
Miltitz, ihren Landsmann in Rom, um es zu i-rreichen, «lass die Untersucliunj^ j^ejj^en
Luther auf deutschem l]oden j^eführt würde. Vgl. Köstlin I, 21(), Seckendorf I,
§ 32, 2, Sleidamis I, (J. 2) (4anz ähnlich Pindseil colloii. II, ITö.
841.
Peditem me Dux Friderieus misit Auii,*ustam Comitatum uno
fratre ^), datis 20 in auro fiorenis. Via mihi erat ineugnita. Sine salvo
conductu 2) proüciscel)ar, talis stultus eram. Et cum multi in itinere
dissuaderent ■% tamen neminem audiebam, Friderieus (piideni sua-
debat, ne Cardinalem accederem, nisi cum Caesaris salvo conductu,
quod triduo impetrare non poteram^), Interim saepe ad me mittebat
Cardin aus, ut venirem.^)
1) Magister Leonhard l>eier, der in demselben Jahre auch mit ilim in Heidel-
berg gewesen war. Vgl. n. 'M)\ Note 4 (wo es richtiger heissen muss: „der 1518
mit ihm in Heidelberg und Augsburg war"), ferner n. 72!», ':<(>. 2) sc.
Caesaris, vgl. das Folgende. .'{) Wohl besonders in Nürnberg, wo er am 5. Octob.
1518 eintraf. 4) Am 7. October kam Luther in Augsburg an. Seine Freunde und
Gönner, unter ihnen der bekannte Dr. Conrad IVutinger, ferner die kursächsischen
Räte Dr. Rühel und Philipp v. Feilitzsch, rieten ihm sich ohne kaiserlichen (Jeleits-
brief dem Cajetan nicht zu stellen. Sie bemühten sich dann ihm «ini-n solchen zu
verschatVen. Darüber vergingen jedoch :\ Tage, da Maxiunlian gerade auf eim-r
Jagd abwesend war. Am II. Octol)er kam (ler (ieleits])rief an. Nun stellte sich
Luther am 12. October sofort dem Cajetan. 5) Im Einzelnen abweichend Pindseil
colloq. II, 175.
842.
Cum ad Caietanum venissem, süperbe me irridebat, ur^*ens ad
revocationem. Aber die 0 buchstaben UKVOCA wolten mir nicht
eingehen, Saepe tamen prostratus supplex cum ropibam, Sed continuo
clamabat: REVOCA, Ego contra: NOLO. Et tum dicel)at, Vbi manebis
contrarius PapaeV Respondi: Sub Coelo. llle: Putas Ducem Saxo-
niae propter te l)ellum susce])turum contra Pa])amy Ego: Non debet.
[317J nie: Quid Papa curat OermaniamV») Tandem omnibus ])ortis
custodibus obsessis, Cives occulto meatu ^) me emiserunt. Porro
ille Sylvester^) Caietanus postremo factus est Lutheranus.*)
1) Vgl. zu diesem Satze n. 7*^s nebst Note. 2) = Auf einem geheinu'n
Wege. ;{) Ist wohl eine Verwechslung nut Sy Ivest er Frier ias, dem bekannten
Gegner Luthers. Cajetans Vorname ist Thomas (sein eigentlicher Nann' jedoch
Jacob de Vio). Oder will Luther mit dem Worte „Sylvester" nur auf Cajetans
Benehmen gegen ihn anspielen, um es als t-in ungebildeti^s, schroffes und
stolzes zu bezi'ichnenV Luther liebte solche Anspielungen wohl. So n«'nnt er
in einem Briefe vom **. Aug. I5is (Br. I, \'A\) den Dialogus des Silvester Friedas
eine ganz waldmiissige und unkultivierte Schrift. Vgl. K«*>stlin 1,2(11».
4) Das Obige findet sich mit einem Zusätze hinter den Worten „curat (Jenuaniam"
ganz ähnlich bei Bindseil II, 17(5. Diese DarsteUung der Reise nach Augsburg und
215
f.rLhtit' (''xiotan st in (lerThiU durch (Un Kampf mit Luther (« sehnd) wahreud
, i, s \nl-. n't alt" in "ui-shurs m,.l,r..f Abhdl. ül).T !■ .-sefeuer, 1 uss,., Ablass und
P , nn , ')■ iv" «<'''on I.uthrrs l-ehro von dem (iluubcn und dc;i. Werken) lu
h e / u Hlr^^^^^^^^^^ (t 1514) ebenso wie Siidoletus und \ ergcrius
'\ u'iiSr Mo;iifik:.tionen . s her/sehemU.. S.-tXxt"t"« Ä" ülfcr
,,rdert er Kr«n.|nohes S; ;riUstm|un,, ^^^b^ fndere'^S 1"
S,,ci.-<ef:ebote, bl o, f" ■>'" » ' J ,,..r^orbou e und dem Dominikaner Ambrosins
(tll^HnrunT; al^r^n U^i^l^ft^' k ^nrd e« a- ^^^^^^^^
köstlin 1, 220 IL, 7^«> nebst der hier angeg. Litt.
843.
Quam varias mortes habemus in nostro corpore! ^ ^t/^«ß|\"j^^V^
den eitel mors mit vns, Tot enim mortes, quot membra, Hoc dixit
ad Conrad um Cordatum.i)
tuui ) r^ri. i\. •> ,-•'<, '"j'^i ' ' , ^ . ...4-„\. T\' ■} w • TV •)T^" Dass Luther
Doktor Martin Luther gen Niemcck fuhr, sprach er tt.
844.
.,0 munde munde,
quam es perverse!"
Das ist ein feiner soloecismus 0, et iudoctus non fuit, qui-
cun(iue tandem cum excog-itavit.
1) .Soloecisnms (..Ao.;.m,.,;,), sagt Cicero im auct. ad Her IV, 12, est, cum
in vcrbis pluribus conseciuens verbum snpenon non accommodatur .
845.
Qui simulatione probi sunt, ea tenus tales sunt /lua tenus
i,upetrcnt quod volunt, omni duritia interim se cohihentes .18 , od
Jot per ( uendam, cui parentes propter ma^nam (ut putaha t) p ob -
atem hliam doderunt uxorem. (piam ^^^'fn>t^^;^\;^»^^^^^.;^*^,^^^ ' 1^^^^^^^^
rouatus a parentibus, quo -lodo ita se mutasset, 1 espo^^^^^^^^^
iirff den soler 0, Da werdet yhr ein seule tuulen, die ^ on
e nui^r L^ep ssen ist. Den szo offt ich zornij;- ward, beisz
i cl! ein span^ daraus, cpiod nunc n.>n übet facere. Simulatores olim
se produnt.
1) Mittebl. der solor, alth. der solari = der Söller. Weigaud 11, .Si.
Uii^iiaaSiMatiäAMtiaMtiiai^itiiiimtlMMAMitMA
216
217
84rt.
R u s t i c i manent rustiei. Man t h u y li ni w i e ni an w i 1 1 , Sie
sind Moses volck, qui, cum homines ercarontnr, liabebant anres,
ubi sunt oculi etc., W i e man sie macht, waren sie doch nicht
recht, Tales sunt et manent rustici.^)
1) Vgl. n. 5^H Note 2, aucli n. T(M>, 594, 2 hl. I^utlier will sugeii: I>io IJaiiern
mögen die Ohren haben, wo sie wollen. Sie lüiren doch nielit.
847.
Es ist kein zarter haut an dem men sehen den vnter
den äugen, Vnd doch leidet keine mehr.')
1) Insofern, scheint Luther zu meinen, als die Thränen im Ange der äussere
Ausdruck des Schmerzes sind. Vgl. Erl. A. 57, 257, Fr»rstem. u. H. I, H)^.
848.
Rex D a n i a e captus '), vxor eins mortua -), Mortuus R a t i s p o n a e '^)
filius, Haec certe grandia sunt a Deo gesta, et tarnen nemo nitur.^)
1) Christian II. von Dänemark, geb. 14^1, König von löl.'i— 1523, ein leiden-
schaftlicher, mit hervorragenden Eigenschaften begabter Mann, oft hart bis zur
Grausamkeit, bekannt durch sein trauriges (leschick, durch seine Hinneigung zum
Bürger und Hauernstande und seinen (tegensatz zur (Jeistlichkclt und zum Adel,
sowie durch sein romantisches Verhältnis zu seiner biirgerliehen (Jeiieltten, der
„DUveke" (Täubchen), I'rheber des Stockholmer lllutbades von I52n, vertrieben
durch sein Volk und seinen Oheim, den Hi^rzog Frie<lrich von Holstein im .1.
1523, nachdem sich die Schweden unter (Gustav Wasa schon 1521 losgerissen hatten.
Als er sich dann fast I<> Jahre in den Niederlanden und im nordwestliehen Deutsch-
land aufgehalten hatte (über seinen Wittenberger Aufenthalt vgl. Förstem. u. li.
1,13^, Note r»), versiu'lite er 1532 mit Hülfe Carls V., seines Schwagers, dem zu
Liebe er wieder zur alten Lehre zurückgetreten war, sein Reich wicderzugcwinn«*n.
Er fiel aber in Friedrichs Hände. Nun wurde er zuerst in harter, dann in milderer
(refangenschaft in Sonderburg und Kallimdborg gehalten, und zwar bis zu
seinem im Jan. I55'J erfolgten Tode. Sleidanus schreibt ^'II1, ir>7 über
ihn: „Hoc anno (15.32) Christiernus, Daniae rex, in dccimum nunc anmim exul, ut
supra diximus, com[)arata classe, cogitabat amissa cogitare, sed captus mari, custo-
diae traditus fuit^. 2) Isabella von S))anien, Carls des V. Schwester, gel». 15o|,
gest. 1525. 3) Christians einziger Sohn Johann wurde am Hofe Carls V. erzogen
und starb 1532 zu Regensburg, 11 Jahre alt. \'gl. Sl eidan iis \'III, 1(17: ..Eodem-
que fere temi)ore (15.32) Hlius eins adolescens, ((iiem Caesar avunculus ediwabat,
mortem obijt". Da die deutschen Tisehr. (in d. lat. fehlt d. Abs.) Folgendes bieten:
..Des Königs zu Dänemark Christierns (Jemahl, Kaiser Carols und Königs Ferdinands
Schwester, ist gestorben, er gefangen worden und \ ber etlicli vnd zwanzig Jalir
gefangen gesessen; vnd der einzige Erbe des Königreiches, sein Solin, welcher bei
Kaiser Carol, seinem Vettern, am Hofe war, ist Anno 15 H unter den» Reichstage
zu Regensburg gestorben", so ist abgesehen von den Zusätzen vor allem zu be-
achten, dass das Datum 1541 falsch ist, wie aus der «»bigeii A;iseinander-
sctzung ersichtlich ist. Auch kötunte ausserdem der Absatz ja gar nicht
im Cor da t US, dessen Aufzeichnungen 1537 abgeschlossen sind, stehen!
4) Vgl. Erl. A. 57, 17!», Förstem. u. )». I, 13*^. Vgl. über Christian v. Dänemark ins-
besondere Job. S van ingiu s, Christiernus rex Daniae, Franeofurti ad Moenum ir»5s^
H>7(», Herbst, Eiu-yclop. d. N. (iesch. S. 5^v tV., wo weitere Litt, angegeben ist,
femer Seckendorf I, S. 2t)S, auch Erl. A. (.1,347, 35v, 35!», Förstem. u. 1>. IV, 1!»4,
204, 205. Obiges wird 1532 gesprochen sein.
849.
Di abo Ins est Dominus mortis.') Kr kan [«ni^J aus eim hlet-
s todes machen, et plura vasa habet pleno 2)
Apotecae, Vnd hilfft eins nicht, szo hilttt
dcut haustus a(iuae sitim, et frustum panis esunem
lin ein bäum de
veneno (piam omnes
das ander. Sed sicut haustus aquL. , ., , ' • w •
sedat, ita Christus est remedium mortis, Es wil aber nicht ein-
gehe n^*) sicut Simeon, Quia viderunt oculi mei.^)
1) In Bezug auf den (UMlanken vgl. n. 015». u 05!» 2) l'^l'»^ •',. 'I^ = -^;f
(sc. ren^Mliun. mcJjtis) findet nicht so l^l^t Eingang be.dc^McM.sch^^ ^^n^.
850.
irie: nach trincken,
er ewig
Ein durstiger ist von hertzen ging nacli tr
vnd des lieben Christi wil niemand ging sein, d
setigen kan.^)
\) Wcitläuftig, n.it vielen Zusätzen und nur dem Gedanken nach iil'jd'l'^; Erl.
V -,s s7 Förstem u 15 I, 3r,!». Dagegen IJimlscil 1,13: ,0 wie guTich ist en
iuirsHgc;' il^h trInJten, Vnnd des'ci.risti wil nicmandt gierig sein, der ewig
seligenj[V) kann^ Vgl. auch Rebenst. 1, - ''.
851.
(\qesar dixit: Ferdinandus magni ostimat Fabrum 0 et
Eccium, Solten sie Christlichen glauben verteidigen,
eiim alter sit ebrius, alter scortator et stultusV^)
1) Vgl. n. 345. 2) Vgl. Erl. A. r,(i, 314, Förstem. u. i;. IIL 272, Bindseil 1, 14!)
(Ende d. Seite), Rebenst. I, M ^
852.
Inter Wandalos zu Wittembergk wolt Uott [:VJo| ein
schull auffrichtcn, cum alia Cymnasia omnia corruissent. \ ncl
dacht, er wolt ein pffaffen (»der zwen machen.»)
1) Eine in diesen Worten etwa liegende histonsche Ik'zichung kann ich m^^^
belegen Es ist freilich bekannt, dass eine gute Schule 111 \\ ittenberg als \ orbc-
n^inm^ für die Universität ni<-ht existierte, ^'^l^^f,}-^^'',^^^^"^^^^
rlehte" seiner Söhne mit llanslehrern b^-helten. \ gl. Kostlm IL •''•,,;^";^T,*;'";-^,,^^^^^^^^^^
es in dieser Leziehung aueh anderswo nicht besser ^^■^^%"\\\;^^"\\.\\y^^^''{.f, "^/m^^
iTN nniasia omnia corr.iisseut^ ausgesprochen zu werden schein . ,^,^ /j ^'^ ) ;V;'\i\'^^^,^
r\Ven<len) kann Luther die Einwohner v(m \\ itt<'nberg ^*f ^|. ^"7" \ ,,/ ' *^^^^^
ik r.»he K'irlriren bezeichnet. Dass er manchmal aut dieselben nicht gut zu
r. n\vn; «ly, V.in'u.il .„ll.,,. 11... n:,, l-r Ol. ">. ^)V-/n - -n U^^^^^^^^^
Inf .'ine der so^vn vier Nationen d. l niv. oder aut die I nruhen, nu Ulic an.
/ilueV^o, hinten U2I in Wittenberg erregt hatten, (enthalten ist, ^'rschenvt rag-
1I Ol r ist'mit der Schule die llochs<.hule Wit/JM; wTg genuMut um w. l Lut er
ur' sagen, <lass (;..tt die neue lIo<-hschule unter Halbwilden errichtet '/^ h« als de
ri-Jn deutsehen Hochschulen verfallen gewesen seienV n. s!l4 iiamhch ^Mrd die
Fidv;^r^itärErfurt in der That ein gymnasium, nicht universitas genannt.
853.
Ich halt, das der teuffei die paurn nicht magO- Er
veracht sie wie die schotten A^), die er wol kngeu kan,
218
Vnd die schelck sind vor seiu=^), Aber die from gute fl.^)
vnd nobl^) liette er gern.
1) Vgl. n. S46, ST3, 5S6 Note 2, sowie n. GO, 154, 216, 299, 315, 318, 594, 7(M> ft.
2) = die Schotten Pfennige d.h. die Steuer-Pfennige. Statt der schos
oder der sclioz kommt auch im Mittelniederdcutsclien vor das schot = Abgabe,
Steuer. Weigand II, tilM. 3) = die Schälke gehiircn ihm, sind licreits sein Eigen-
tum. 4) = Floren. 5) = Nobel oder Nobele d. h. Coldpfennig, ent-
standen aus dem mittelalt. nobelus, ein Wort, welches wiederum seine Ent-
stehung einer Vermischung der beiden Worte nobilis und obolus zu verdanken
scheint. Vgl. das Wort Kosenobel, welches aus dem englischen rosenoble
(aus rose und noble), der bekanuten ehemaligen englischen (iohlmünze, die aut
der Kehrseite eine Kose zeigte, entstanden ist. Vgl. ÄVeigand II, 4b9.
854.
Vnser liergott kan kein vbel vngestrafft lassen^,
qiüa est Dens visitaus, Ferdinandus nius her haltenn'^), Dcn-
marck ist gestrafft et deleta funditus, adeo iit nullus snperstes
Sit liaeres=^), Franckreich, Venedig ist gestrafft^), Lex iram
operatur.'^)
1) Vgl. n. 747 (den erst. S.). 2) Luther meint die Tiirkengefahr von 1532.
3) Vgl. n. S4S nebst Noten. 4) Carl V. kam 15:iU als Sieger über Frankreich,
Venedig ff. nach Deutschland. Luther wird den durch «len Damenfrieden von Cam-
bray beendigten Krieg zwischen Carl V. und seinen (JcgutTu von 1527 -1529 im
Auge haben. 5) liöiu. 4, 15. Vgl. n. 774. Aus den Worten: ^Dcnncmark ist ge-
strafft et deleta funditus, adeo ut nullus superstes sit haeres'' geht hervor, dass
Luther Obiges gegen Ende des Jahres lb\2 gesprochen hat. Eine alte
Hand, die ehiige Male in der Ilaudsehr. erscheint, hat an den Kand geschrieben:
Lex iram operatur.
855.
Elector Saxoniae») ultimo venatus, hatt kein wild ein-
laiiffen wollen noch harren. Tum dixit, Nu, das sol etwas
bedeuten, das vnser thierlein alszo flihen contra eonsuetu-
dinem, ]\[agna huius prineipis erat virtus, et omnium inimicorum suo-
rum minas contempsit.-)
1) Kurfürst Johann v. Sachsen. 2) Mit abweichendem Sehlusse Erl. A. Ol,
3*^9, Förstem. u. H. IV. 23 1 . Eine andere Jagdgeschichte in IJezug auf Kurfürst
Friedrich Erl. A. r,i, 3S2, Förstem. u. B. IV, 225.
856.
Wo man sich yni schweisz neret, da braucht man die
narung besser, Sodoma war volpretig»), Imo et mali homines
vel laeta est paradysus.-)
1) = voUpriichtig im Sinne V(m opulentissima, von Pracht, mittelh.
braht, auch i)raht, alth. praht. Dem Worte liegt das Verbum brahten oder
brehten, auch prehten geschrieben, zu (irunde, welches in seiner ursprünglichen
IJedeutung schreien, lärmen, Aufsehen erregen heisst. Ein von prehten
gebildetes Adj. ist dann das obige pretig, welches ich lexikaliseh nicht belegen
kann. Die Adj. prächtig, prachtig, prechtig werden erst seit dem Ki. Jahrh.
gebräuchlich. "Vgl. Weigaml II, ;{7s. 2) Vgl. I. Mos. Iit, !<»: „Lot vidit omneni
circa regionem Jordanis, (puie universa irrigabatur sicut paradisus Donuni
etc. (Vulg.). Mit Bezug auf dieses Citat luMsst es bei P.indseil 111, öS: ,lta (pUMpic
terra Sodomae paradisus dicitur a Mose\ Was den Sinn der letzten Worte, die aut den
219
ersten Blick unverständlich erscheinen, betrifft, so wird Luther sagen wollen: Auch
böse Menschen, wie die Sodomiter, wohnen in einem herrlichen l'aradiese . Lebri-
gens ist TraQuÖftoog oben als Fem. gebraucht.
857.
Summa [321 1 medicina est summa infirmitas, Summam ins,
summa iniuria, Summus theologus est summus peccator.')
1) Vgl. Erl. A. «2, 2S1, Förstem. u. B. IV, 541. Zu dem Verse vgl. n. 100
nebst Noten.
858.
Wir essen vns zu todt, trincken, schlaffen, fasten,
scheissen vns zu tod, Quod nunc cxperimur in dissenteria »). Quam
bonam ergo Caussam habemus superbiendiV'^)
1) dvan'TeQia = Ruhr. 2) Vgl. Erl. A. 57, 257, 303, Förstem. u. B. 1, 197, 234.
859.
Mich wundert, wo vnscr Her szo viel holtz nimpt, ])ren-
holtz, bawholtz. tischcrholtz, holtzschuhe, holtz '^ potticher-
holtz etc., Et cum maximi usus sit lignum in mundo, nemo tarnen
expendit.2)
1) Nach den deutsehen Tischr. wird besser zu lesen sein Jioltz zu st üben".
iHs Wort holtz steht im Manuser. am Ende der Zeile. Viellcu-ht lloltzschuh-
holtz. 2) Abweichend und mit Zusätzen Erl. A. 57, 125, Förstem. u. B. I,tM».
8G0.
Wen gott mit einem zürnt, szo ist der sacliwol zuraten,
quia est miscric(»rs. Qui autem temi)tatus cum Deo irascitur, da ist
der Sache nicht zu helffen.»)
1) Verglichen kann werden Bindseil collo(i. I,:'.: .Dens numquam irascitur,
(,uia misericors, si irascitur, so sint wir verl(.ren^ Ebenso lM»cnst. I, 2 ''. Ein
ähnlicher (Jedanke auch Erl. A. 57, 131 (Anfang des 2. Abs.) l;^>r^lem ". ,. I, 100
(\nf d :;. Abs.). Mit dem Obigen mehr übereinstimmend Erl. A. •>'; li'^;./' "jstem.
li. B." 1,1 12, Bindseil I, 101 (Ende des erst. Abs.), Uebenst. 1, 103='. Weitlauttig und
mit Zusätzen Erl. A. 57, 1^5, Förstem. u. B. I, 143.
861.
Papatus somper crevit usque ad Coustantieuse Coucilium,
posthac semper lapsus.O
1) sc. est.
8()2.
Pactum») est intcr vivos, Testamcntum intcr mortuos.
1) = Ein Vertrag IV.
ri»i est vcritas KuangeliJ, ibi est i)aupcrtas. Juxta illud'). l*Jni-
pcribus \:V12\ misit me, et i)aupcros Kuangclio. Olim hatt man grosse
kloster vol geben-), lam ne obulum (luidcnr^), Superstitio et hypo-
crisis gibt gelt genug, Veritas geht nach parteken.^)
220
1) Jes. fil, I. 2) = ge{?t'beTi. Luther will sa^en: ,Elioiiia1s hat man ffrosse
Klöster reich aiisgestattet\ :\) sc. dant. 4) = Wahrheit geht und bettelt. Vgl.
Erl. A. 58, 30«, Rebenst. 1, 21 '», Bindseil I, 37, 38, Förstern, u. B. II, 121.
864.
Credere astris est Idoliitria eoiitni primuiii pracecptnin, Ezc-
chiel ist dawider.')
1) = Nämlieh gegen Aberglauben und Götzendienst. Vgl. n. 41i). Ab-
weichend Erl. A. 02, 328, Förstern, u. B. IV, 584, Erl. A. 57, 374, Förstern, u. B. I, 2y(>,
Köstlin 11,291. Die letzten Worte auch Bindseil 11,323.
865.
Wen wir den Tureken hinweg sehlaben, szo ist Daniel
hinweg vnd der Jüngste tag gewiszlieh furhanden.*)
1) Vgl. Erl. A. 02, 32S Förstern, u. B. IV, 5^.4, Bindseil colloii. II, 323, Köstlin
II, 2i)l.
866.
Zwinglins ist gestorben wie ein niorder, qnia voluit alios
eogere ad suos errores, Ist drüber in krig gezogen vnd cr-
seblagen.*)
1) Dieser Abs. findet sich in der (vgl. Note 3 zu n. 7(Mi) in der Königl.
Bibliothek zu Berlin liandsehriftlich vorli.mden en 'rischredi'nsannn-
ähnlich bietet Bindseil colloq. 11,3»;: .Zuingel ist gestorben als ein niörder, (pna
voluit suos adigere ad suos errores, vnnd ist darul>er in krieg getzogen vnd er-
schlagen\ Statt suos, welches schwerlich richtig ist, hat Rebenst. 11,36'» wieder
richtiger alios adigere ad suum erroreni.
867.
Satan coningali coneordiac valdc insidiatur, qnia seit niagnum
donnni esse.')
1) Vgl. n. 22 au» E., n. IlM und bes. n. r.75. Aelmliches kommt auch in den
spät. Tischr. an einer Reilic von Stellen vor.
868.
Qnando oro, nt Dens vietoriam det Car(>lo eontra Tureani, ]iee-
eata et ingratitndo reelaniant mihi.')
1) Erl. A. Ol, 3»;s, FJ»rstem. u. B. IV, 212 (Ende d. S.): J»ii wünsch und bitte,
dass Carolus wider den Türken obsiege. Doch w»Min ich bete, so schreien unsere
Sünde und Undankbarkeit wider mein Uebet, dass es zu^iickl»rallet^
869.
Papa Carolnm [82^l| vocavit in Oernianiani, nt nos ])erderet,
Et ecee, Dens ») nos servavit. et perdidit Fa])ani, Er liatt ein kaiser-
liche modestiani, pnebt niebt-), et Dens t'ortnnat snecessus suos^,
221
„Regnare est dissimnlare",
Qui neseit dissimnlare,
N e s e i t i ni ]) c r a r e".^)
n Die llandschr. hat: ,Et ecce Dens, ut nos perderet". Doch hat der
Schreit er selbsdrch sogen, signa transpositionis angedeutet, dass die beiden Satz-
^die Ur, .nziis^^^^ 2) Mittelh. u. Mitteid. puchen = auttre lend seh agen
a U^^^^^^^^^^^^ Erz stamptcn, im bildlichen Sinne, trotzig hottartig stolz
; n ,, W.' d II 3r,0 Vgl. die Oberharzer Ausdrücke Pucherich (Boch)unge
die >uche'i> eher Fuchwerk. 3) Für eins. 4) Bindseil colloq qui nescit
ssn ,• e' nesci tregnare". Die deutschen Tischr. .^yer regieren wil. der muss
irwedurcl die Finger sehen, nicht alles schnurgleich und nach seinem Kope
ach;uw<men^ver das^iicM kann der
Erl. A. 0l,30s, Förstern, u. B. IV, 213, Bindseil ci.Hoq. 11, M^i. Kti Iteouisi. lenii
Obiges.
870.
„Mortnis vinnm. aqnam viventibns"
Hegnla est de piseibns^^')
n Das würde etwa heissen sollen: ,Im Leben Wasser, im Tode AVein
So soll es mit den Fischen sein^ Dass zu Fischen aut der Tatel em Glas
Wein gehört, wird Luther nicht unbekannt gewesen sein.
871.
Libri Regnm sind nnr ein Jnden Calender, in qno ordine
seri])ti ') sunt Keges, et (pialiter iUc atque alter regnavit.-)
i\ T.nShincvon der Reihe nach aufgeschrieben, verzeichnet, auf-
^e/^ih t iiid Zu quo erg n.e calenda^io. Die spät. Aufzeichnungen de-
sc^ioun beschrieben, was zu Kalender nicht recht passt. 'i) =^.1^^"^J
wie der ei^HkT der ander; hat^ Luther wird sagen wollen: .nicht aller
ilish^M Krmio-e^ '^^ ist in den Büchern der Kr.nige genau beschrieben"
• s h iss iatfers in diesen liiichern: ,Was aber mehr von - zu sagen ist, siehe,
dt st Lese lieben in der (l.ronika der KJniige Israels^ Uebrigens erganze man
z'd^l ^al^e et quaHter - regnavit hinter et die Worte in q''o^-;Ptum
. «t h.u'ditcr etcl Die deutsch. T sehr, abweichend, Erl. A. »2, \M, torsttm. u.
n f V '^ die BücWr der Könige sind nur der .luden lYl<;"<ler,.m welchen
nl eilt lici, beschrieben sind die Kimige, wie sie regieret haben, einer so, der
1 i u .^1 ' n 1 »M»- libri Keu-uni sein nur ein .luden Calender, m quibus
UflK'iist. II, 2»i».
872.
Consuleiulnin vi<letnr vetuHs ,)i.rci.til)ns, qui sua bona liberis re-
sio'navenint. (iiii eos inlidelitev aesenuit. ut faeiaut, ((uod (luulani prü-
de rseucx Lretus atilic suo feeit. Mutuavit cunn a m.o v.emo peeu-
„i-ün, ,ua>n iudusus habitati.mi «uae sollü-itus nu.neravit '). et m ma.o.^
l.raeti». liabitus est, sed inoriturus vieino suo reddid.t, nou dedit tiho.^)
n = -Er lirli siel, iiihi.lul, miio (ifl.lsinnnu; von seinem Ni'>'l'!i"', f '''"f^
l, 2r)<i, Rebenst. I, 13C.".
873.
Ein panr, [324] der ein Cbristen') ist, ist ein bnltzens
s c b u r r e y s e n.'-)
i»M'M.l«...''ii«.liiKJafa«ZfcaLt<iiiig!mjMjaul.ii;a' <M.i i».a.-..g.j
222
1) Vgl. n. 554 Note 3. 2) Der Erkliinmcc Schüreisen (= Schurs tauge,
von scliüren) würde dem Sinne nach ni<'hts im Wejife stellen. .Li, «'in soh'lies
WerkztMi«,' war Lntlicr j^ewiss aiieli aus seiner Verwendun«: heim IJer^iiaii imd
Hüttenbetriehe hel<annt. Seil ü reisen kann aber aueh (MüHer 11, y, 15'») ein
Eisen zur Sehur, also Haarschere bedeuten, abp:eleitet von dem Mittelh. sehir,
sehar, gesehorn = schere, schneide ab. Endii«h kann schurrevsen, und darauf
deutet auch die Schreibart hin, auf das Mittelh. sehirre, schar, schurreu, «je-
schorren = scharren, kratzen, zurückj^^etVihrt werden, s«» dass schurreyseu (scherr-
eyseu) = Scharreisen, Kratzeisen oder Striej^el sein würde. Vj^l. Müller
II, 2, Hi:{. Im letzten Falle würde Luther also sao;en „So wenij: wie ein Striegel
von Holz ist, ist ein Bauer ein (Mlrist^
874.
Viiser llei«i:(>tt liut') seiner seliuler fein, fürt sie uns
Aeg:ii)ten in die wnste, lest die alten nhsterhen, sz<» er
sie wol ^ei)lfi^^t liiitt, vnd AQW^t y li ni Jnnj,- anff^), die er
i ns land füret.-')
1) = hütet seiner Schüler fein. 2) -^ zeugt sich Jung autV d. li. liisst ein
anderes Oeschlecht heranwachsen. H) Krl. A. '»s, 217 (.\bs. 2), Förstern, u. H. II, T.t,
Bindseil colloq. II, 2MV
875.
Ich verstelle das arp:nnient selbs nielit, das die
sclieleke szo f^nte ta^^e liahen, vnd den frnnien szo vbel
gehet, Sed Dens t'aeit nt bonns pater faniilias. Der stenpt den
szon vnd nielit den kneeht, eni tanien non tliesanrizat liaere-
ditateni, sed tilio, Vnd yhe lieher kinder sind, yhe <,M-()sser
rnthc»). nianet tanien in domo. Servns anteni, wen er «rleieh zn
viel^) thnt, szo ?:edenekt doeh der Her, Er wirds in meinem
hansze nieht lange treihen, Mnst doeh l'>ai)tista szo
schendlieh sterhen, das einen Janiern mag, Es geht alweg
alszo auff erden. Es wird aher doeh hesser werden, Vnd
Judas hatte aueh ein Zeitlang gute tage, aher er starl)
V h e 1.3)
1) Das Sprichwort aueh wohl in folgender Form: ,.Ie lieber das Kind,
je sehiirfer die Rute^ 2) d. h. Böses. :<) Vgl. die abweiclu'nde, weitliiuftige,
mit vielen Zusätzen versehene, oft nur dem (Jedanken nach iilinliche Darstellung
der deutsch. Tischr. Erl. A. 57, UWl, Förstem. u. B. I, 12s. Einzelnes anzutilhren
würde viel zu weit fiihren. Vgl. ferner C^ordat. n. UM» nebst Noten, sowie n. VM).
Vgl. aueh n. SI5.
870.
A condito mundo nullus rex ])otuit sua industria [325] m u n d u m
regere, iie(iue futurus est aliquis talis, Et David dieit '), (iladius mens
non salvahit me.
1) Psalm 44, 7.
Förstern, u. B. IV, 055.
Dasselbe Citat in anderem Zusammenhange Erl. A. 02, 4o:j,
877.
Das einer alweg hosze Infelle') hat, cum nocte aliqnid
andit, hoc Satan eftieit. Da stilt man, da rauht man, damordt
man, Drumh kan einer nichts guts gedeneken. Si ven» ])ie
viveretur, wurde vns eitel guts einfallen.*-)
223
1) Mittelh. der tnval -- rechtlicher Eingriff, zufälliger Gedanke, Einfall.
Müller III, 222. 2) Vgl. Erl. A. 00, 4:i, Fr.rstem. u. B. Hl, 72.
878.
Nullius ]n-oi)hetae sermones inteüri ') sunt serii)ti'^), szondern^)
hahen zu Zeiten ein sprueh gefast, vnd darnach aher/)
einen, vnd alszo zusamen getragen, vnd alszo ist die
Bihel erhalten worden.^)
1) Die lat. Tischr. integrae und integre. 2) Die lat. Tischr. descripti.
Vd n S71 Note 1. .{) Die deutsch. Tischr. „sondern ihre Junger und Zu-
hörer'' Nach der obigen Lesart ist prophetae zu ergänzen. 4) rr^ abermals,
wiederholt 5) I.M iibr'gen ganz ähnlich Bindseil c<dhM,. 11,220, Rebenst. II,20l'.
Erl. A. «i2, irj, Fr»rstem. n. B. IV, 404.
870.
Cum de militihus sermones eederent, dixit, Wen die lineke
Zitze') verzagt, szo thut die rechte aueh nichts guts, Cor
pavidum taugt nichts."-)
1) — Brustwarze, hier in weiterem Sinne Brust, von dem griech. „r/r^oc".
Weigan«! II, 11^5. 2) Vgl. n. Sil.
880.
Turca ist versi])ellis ') pugnator, (jui non tam |320J fortitudiue
et audacia vineit (piam fallacijs et stratagematihus ^) et capiendo-;)
ma-is fatigat homines (piam ]Mignando. Non pugnat msi certa Sit
vicforia, llahet musicum ingenimn ^), Wen man yhn hahen wil vnd
Schlacht anheut, szo dreet er sich^) davon. Wen man sich
sein nicht versihet, szo macht er sich hertur, ut rogati
Musici faciunt'-), hleo scriptura •) recte cum nominat vulpem ex antris
p r o V e n i e n t e m C a u c a s i m o n t i s.^)
n = Verschnutzt, schlau. 2) Schon bei den Alten vorkommende weniger
richtige Nebenform für .strategematibus". .'0 Bindseil , tardando" (bei ^^f^^-
fl td Abs) Cord, ganz richtig capiendo = mit Ueberlisteu. Hieran weis
uch die Lesart der d<M,tsch. Tischr hin , der nicht allein mit grosser Macht und
Kühnheit, sondern vielmehr mit Betrug und Behendigkeit kriegte. 4) = er |at
niusika isches Talent oder er macht es wie die Musiker. Die Erklärung
I iebt das Fol-ende. Die deutschen Tischr. hat einen Musicum und sange-
r seh u Ko pf!! :.) Die spät. Tischr. „so drollt er sich" oder „so droit er sich
davon" r.) Der Sinn: „wl'un man sich seiner nicht versiehet, so erscheint der
'l'ürke plötzlich, wie die Musikanten, die gebeten »i^^;^^ ^<>;"^f "' «^^^'^ ^J^I^^' ^^^^^
/war unerwartet, kommen und spielen, wenn man sie mcht gebeten hat". ^ gl. n. Ss<
\ te E n i linlicher (iedanke liegt auch der Lesart der späteren Tischr zu Grunde :
ScutMisic rogati nunciuam canunt, non rogati desistere non possunt" (BiJ^lsei)
oder Wie die Musici. wenn man sie bittet, so singen sie niclit; bittet man sie aber
i.lt so k; nen sie nicht auf hC.ren" (Deutsche Tischr.). 7) Bindsed „mento igitur
. ti lua p ophetia - api)ellatur% die deutschen Tischr. .darum wird er genannt;; ff
(Aus Lesirt komint mir verdächtig vor, da das angetuhrte Citat in der Bibel
uic^.t aufzutinden ist, auch wohl kaum darin vorkommen kann. Dn^^li \ieisst scr )-
t, a auch nicht selten ohne Beziehung auf die hei ige >M:hritt einlach ^.^^^l.f/l [/**•
s) Vielfach im Einzelnen abweichend Erl. A. 02,:iM, lurstem.u.B. I\ , 634, Bind-
seil eollo([. 1, :iUl».
881.
Germaui autem sunt audaces et temerarij, et praecipue Galli
224
pleni sunt libidiue imst victoriam, kunneii fest Halten »), Noster
popuhis, maxinie die niderlender'^). die steen turn. fewr.O
n Nach (lioser T.osart wärt; .victomni" /» or^linzcn. LiitluT wird sa^vn
wollon die Franzosen verstrhen ihn« Sii-o zu hcimtzcir. 2) Die Srhrcibart dcutft
darauf hin, dass Lutlier wold weni-or die Niederliiu.hT dercu \ erli.il uis zmn
Keiclie damals schon j?anz crdockcrt war, nu'iut, als die kridtij^'cn I»e\vnhiu;r der
norddeutschen Tiefebene im (ic-ensatzc zu den 0 her Hindern. :i) Ihe sjmtereu
Aufzeiclinun-en abweichend: .(iennani auten. sunt audaces et tenierari.i (.alli vero
valde libidinosi nost victoriani. (V'rniania kau festhalttenn, sonderlich «he nieder-
laender. die furm teuer stehen'' oder „l>h> Deutsehen aber sind kühn und trerh,
Franzosen und Spanier sehr unkeusch nach dem Sie-; unser \olk 'v"V a' .'. -Vv',''
sonderlicli <Ue Niederländer, die stehen türm Feuer". :0 N ^^1- Krl. A. t.i, .tsi,
Förstern, u. li. IV, c:«:», Himlseil coHoq. I, :i'M», n. sso u. ssi jrehr.n'u zusammen.
882.
Rex Galliae tarn diu superbivit, in auxilia Tureae eonfulens,
ut tandeni in sua niaiestate cai)eretur ') et intrudoretur in Caieereni ^),
ut diseat, in nianilms Dei esse vinei et vineere, Que neseiyit Sij^nor
Bartholonie^*), Venetorum Capitaneus, qui 4(100 milites Maxi-
miliani fuL^atos in vallenH) dixit: lllos Oernianos maetabo, dijs
um
niafcno
suo exer-
oninibus in eonspeetuni ■')' ^t prostratus est |:V2J eui ,, . , „
citu Er sa^t, es sey gott lieb oder leid, Et vide Dei l^ellmn,
Fugientibus enini nostris in valleni ist'-) ybn yhre pulver wagen
zubroehen'), et passim strati ])ulveres tandem ab eis ineensi sunt,
et insequentes Venetos cepit^) consuniere, et nostri versi relnpios
omnes oeeiderunt eum niaxinia niultitudine si)eeiosissiniaruni foennna-
runi, qui oruaniento suo invitatae erant a Caintaneo ex Padua et alijs
Civitatibus, ut speetarent, quoniodo trucidaturus esset Gennanas bestias.'^
t) Franz I ' bei Pavia 1525. 2) In Madrid. .'{) Die spät. Tischr. „P»artho-
lomeus de ScUabatto oder Sabbatho, Er F.artholomeo de Schabato. 0 l>|»'se ('oustr.
ist nicht -ut möglich. Man lese: „militibus -tu.iratis- :.) U örtlich z u m
Anblick für alle Götter d.h. vor den Augen aller (.. b) Ks ist wohl
sind zu lesen, da einesteils Wagen als Fem. nicht zu belegen ist, anderseits
4000 Mann mehr als einen Fulverwagen gehabt haben werden. -) = zer-
brochen H) = coeperunt. ••♦) Mit dem Eingange des Obigen vgl. Hmdseil collo«i.
1 '\m wo es abweichend heisst „(lalliae Kex tamdiu superbijt, d.>nec m maiestate
sua tindem eaperetur. Papa tamdiu et Deum i't homiues contempsit, dtjnec misere
lapsus est. Ita Maximilianus Caesar parva manu Venetos vicit'-. Ebenso die deutsch.
Tischr. Erl. A. 62, :iS2, Förstem. u. P. IV, (V,\h. Da.s Uebrige (von den Worten que
nescivit etc. an) findet sieh ganz abweichend und mit /usatzen Pindseil
eolloq. II, 19:^ Kebenst. II, PMia, Erl. A. 62, Ki»), hörstem. u. P. 1\,4.{.. Es ist
hier also wie n. 849 etwas Zusammengehöriges aus einander gerissen,
während sonst nicht selten Niehtzusammengehöriges mit einander ver-
bunden ist Die vielen Abweichungen der spät. Autz. anzutiihren ist kaum mög-
lich. Vgl. auch Erl. A. 62, 4ul (Ende d. S.), Förstem. u. P. IV, 6r>:i, wo an beiden
Stellen Bartholomaeus de Signor(!!) steht.
883.
Haunibal, si proiirium babuisset historiograidiuni, sine dubio
reliquisset post se nomen suninii lni])eratoris, Der hatt die Römer
reebt gezeiszt»), Fugavit eos ex Afriea, Sieilia, Oallia, lli-
spania et tere ex Italia.'-)
D Mittelh. zeisen = zupfen. Weigaud II, 1165. 2) Abweichend Erl. A
62, 170, Förstem. u. B. IV, 438, Bindseil eolloq. II, 193, Rebenst. II, 190" (Ende d. i^.).
225
Die spät Tischr. verbinden n. 883 mit n. 882. Die Verbindung wird durch folgende
Worte hergest(^llt: „Ideo ipsa victoria, sucees.sus et stratagemata a Deo dantur,
sicut in llannibale" etc. oder „Dariimb wird der Sieg, Glück und gute Krieges-
Anschläge von Gott gegeben. Wie mau an Ilannibal" tf.
884.
Qui dili^^enter eogitat, eelcberrimas urbes, Hierusalem, Cbarta-
iMneni, Athcnas, Rom am, ita vastatas esse, ut a nemine jiossiut
'^;V28] in anti(iuam maiestatem restitui, videt o])era et iram Dei, Quid
'aeiat, si ((uando incipit riderc in Coclis babitansVi)
1) Pindseil eolloq. III, 10
7?
885.
Papistae dicentes, boe tantum i)ertinere ad Sacerdotes, Bibite
ex eo omnes, dieunt omnes, etiam hoc ad Saeerdotes pertinere,
Vos mundi estis, sed non omnes, id est Saeerdotes. i)
1) Unter der Ueberschrift „II. Johanns Friedrichs kluge und sinnreiche, höf-
liche und scharfe Antwort" überliefern die deutscheu Tischr. eine weitlauttige Er-
zählun«-- deren Held der Herzog Johann Fr. auf dem Augsburger Reichstage 1530
ist. Vgl. Erl. A. 61, 39J, Förstem. u. P. IV, 235, wo d. Obigen Aehnliches vorkommt.
886.
Superbia in regente magis officit quam negligentia, lloc experientur
Norimbergenscs, nobilissimo Senatore Ebner') mortuo.-)
l) llieronymus Ebner (nicht zu verwechslen mit dem zu Helmstedt 1577
ffest Nürnberger Katsherrn Erasmus Ebner), eins der cinfiussreichsten Mitglieder
des Nürnl»erger Rates, geb. 1477, gest. Ende Aug. 1532. Er ^yAV der Ketormaion
eifrig zug(^than und ist an wichtigen Akten der Retormat. Gesduchte beteiligt.
151S widmete ihm Luther seine Auslegung des HO. Psalms. \ gl. über ihn Allgem.
Deutsche Pi..graphie V, 592, 593. 2) Verglichen kann werden Lindseil ccd oq.
111 104- Noriberga «)ptiuios habuit senatores, (piibus mortuis actum erit oder l^.rl.
A '62, n 4, Förstem. u. P. IV, 665 „Nürnberg hat die besten und geschicktesten
Peilte im Rath gehabt; wenn dieselben nii todt sind, so ists mit ihr aus und ge-
schehn" Da llieronymus Ebner im Aug. 1532 gestorben ist, so dart geschlossen
werden, dass Luther Obiges gegen Ende des J. 1532 gesprochen hat.
887.
Idolatrae Ingenium babent musicum •), quia, quoties Dens v u 1 1
eos habere in eultu suo, k an er sie niebt dazu bringen, Etiamsi
eis praedieet in verbo su(» modum, tempus et locum cultus sui, szo
wollen sie nicht, quemadnuulum et omnes bypocritae faemnt, la-
instae et quidem omnes naturales bomines, Omnes Deum ita volunt
(•(dere et (juaercre, ut non vult, in lueis exeelsis^ ctc /^.o sol er
vnser den warten, das v erdreust ybm den, Idolatria est Dei
;;-><)| exasperatrix :*), irritatrix, ])r(»voeatrix et domus amaricatrix •»), de
,ua Dens dicit, Elegeruut sibi vias suas, Et cgo provocabo eos m ad-
iu\entiouibus suis.*')
D V'-l n SKO Note 4. Sinn: „Götzendiener machen es wie die Musiker".
•>) Die lat.'Pisciir. spoutaneis cultibus. 3) ^ Erzürneriu. 4) = Erbitterm
l>:is Wort fehlt bei Du Gange un.l dem dazu gehr.ngen ^IM';'"!^'^-., ;;'*\';:y, [^^^^^^
sa-en Abgötterei erzürnt, reizt, fordert (Jott lu.raiis und (macht das Haus Iv.tter)
5) Dk'lat. 'risehr. „in in v entionibus". „Adinventio^' = Erhndung. \ lellach
15
M
226
abweichend Biiulseil colloq. I. 1^«, Rubenst. I, HK»a- Die (leutsrlien Tisclir. liiiben
Erl. A. 57, :{r»4, Förstern, u. K I, 'is'A zwei Abs, «be sieb auffenscbeinbcb aut <l:is
Obi^e beziehen, aber nur eini«]re iihnliche (Jeibinkeii enthalten.
888.
Si lioc verum est, quodDeus luinc, (( lu' ni dili^Mt, cM»r-
rio;it, wer wolt den Castif^^ationes Dei iiiclit irern leiden
et quos maxime easti jrat, eerte niaxinie dili^Mt. Tali sen-
tentia literan Heri])sit') ad re^^-eni Daniae ea])tunr'). Uli-
autem, qui nunc re^Miat»), seripsit^). euni tnnKpiani pa-
truum et non iit bosteni velit^) censere. De tali in euni«)
auimo anjrelos gavisuros in Coelo, et emn olini nunienteni
ineffabile gaudiuni in de eoneeptnrnni.")
1) sc. Luthenis. Diesen l'.rief hat l>uther im Sept. i:>:i2 «^esehrie l»en.
Vgl. Luth. lir. IV, 4o:U!. Kö.stbn 11, '1\)\ «Ui;i. 2) (Miristian 11. Vjrl. n. sl\ ^'vl.
Zu tali sententia ergUnze „Deuni eos niaxinie casti^rare, (jiios maxime dilijceret".
:\) Friedrieh i., Christians Oiieim. V^H. n. s.|^. \) se. ad Luthenim. Dieser hatte
•••leiehzeitig mit dem Trostsehreiben an Könij? Christian amh einen Hriet an seinen
Sief;er Friedrieh I. gesandt, worin er sieh tiir den gefangenen Christian eindringlicii
verwandte. Im Folgenden ist dann von Friedrichs Antwort, (lie l.nthrr
erfreute, die Rede. Cimstr. „seripsit. se. a<l Lutherum. velit (conjum-tiv ohne
ut) cum (sc. Lutlierum) tam<iuani itatruum et non ut hostem (capti regis) censere
sc.'se. Sinn: ,.Der jetzige Kiniig aber schrieb ihm wieder, er wünsche, dass er
ihn für den Oheim, und nicht tlir den Feind des gefangenen Ki.nigs halte", r.) se.
in regem cai)tum. 7) sc. Liitherus dixit. Die Worte von tali sententia
an
sind als Erzählung des Cordatus aufzufassen. Nach <ler obigen
Notiz scheint es also, als wenn Kihiig Friedrich 1. den gefangenen
Christian habe milde behandeln wollen. Allein Friedrich stirbt be-
reits im folgenden .Jahre \i)'^^^. Neue Thronstro it ig Uc iten brechen
aus. Eine starke Partei erhebt sich für den gefangenen König.
Christian III., Friedrichs I. Sohn, bleibt Sieger im Kample um den
dänischen Thron. So blieb denn Christ ian gefangen, und erst in der
letzten Zeit wurde seine llatt gemildert. Vgl. n. sls Note 1. Aus d<;r
Bemerkung des (N)rdatus geht hervor, dass die Worte von si hoc - diligit
im Septembi^r 15:{2 gesprochen sind. Der Zusatz von tali sententia
conceiituriim ist nicht bei der Zu.sammenstellung und dem Altsehlusse des
Tagebuches 15:t7 gemacht, sondern gleich bei der ersten Aufzeichnung (b's (Je-
hörteii, da der mit qui nunc regnat und patruus bezeichnete Friedrich 1. ben'its
15;{3 starb.
889.
Mala eouseientia se ipsam tradueit.») Exenipluni, M(»-
naclnis qnidani nieretrieeni (|uandnni in Cella sna elani serv:it;uii saepe
solitns fiiit acfuis odoriferis in noete (•(ins])erg:ere, lila eonsimiliter vdlens
faeere, cum in niatutinis'^) esse^*) Monaclius, Kneaustuni ^) appreliendit
pro exustis^) aquis, Veniens ille ])ntavit. Diaholuni esse, et tiniore ex-
clanians totuui eonventuni convoeavit")
1) = verrät sich selbst. 2) = als der Mönch in der Frühmesse war. .i) Lies
esset. 4) = tyxuioTov, ursprünglich die ]uiii)urrote Tint»« der späteren rioiii-
schen Kaiser, dann überhaupt atramcntum. Vgl. Du Caiigc II, 271. Die lat.
Tischr. atramcntum. .">) = anstatt des wohlriechenden Wassers, welclu^s au i -
gebraucht war. (>) Abweichend und mit Zusätzen liindseil colloq. 1, I2(i, IN'ben-
stock I, 22si> (Ende d. S.).
890.
Dueis Georgij wil ieli nicht gedeneken |n3n|, (lott ^^e-
227
denekt sein auch nicht, den er gehört in ahgruud der
helle, (jui peccat in spirituni sanctnni, Inio vivit in praesumptioue,
(diduratione et desperatione, Der libe froni keiser hatt yhn mit
dem frid') nur bitterer gemacht, Drumb plagt er sein
eigen volck.'^)
1) Der Nürnberger Heligionsfriede ist gemeint. 2) Vgl. über Herzogs Georgs
Tyrannei seinen Cnterthanen gegenüber, die in grosser Zahl in den kursächsischen
(Irenzorten an dem evangelischen (iottesdienste und namentlich an der Abend-
mahlsfeier Teil nahmen, Kö.stlni II, :tn fV. Obiges ist von Luther I.j:{2 gesprochen.
Vgl. Hindscil colloq. I, :;1U, Kebenst. I, 15()S wo sich der (»bige Abs. ziemlich ähn-
lich findet.
891.
Ego saepe maledixi ])rimo braseatori •), Tota Germania nioeht
erhalten werden mit der gersten, da mau schendlichen
j a u c h ■^) a u s b r e w e t. d e n m a n d a r n a c h an d i e w a u d p i s s e t.^)
I) Du Cange !, (i7U: „braeiator u. brasiator v<m braee (bracium) Malz =
Bierbrauer". F.indseil „ijrimo coetori cerevisiae". 2) Zu beachten der
iaurh. sonst um I12(t mittehl. <lie inche. :{) Nur bei Bind.seil III, ;{2ö mit einigen
Abwi'ichunge.n und weitläuftiger. Vgl. auch n. 442, Erl. A. (i(>, \)b, Bindseil III, ;r25
(.\nf. d. 1. Abs.).
892.
Anno octavo veni Wittcm bergam, Nono Romam i)ro-
t'ectus sum caussa couteutionis Staupitij. 12 promotus
sum in Doctoratum.')
1) P>indseil 111, 17 1: „Anno 1505 promotus sum in Magistrum, eo(pie anno
ingressus sum Moiiasterium. Octavo veni Wittebergam. Nono et deeimo (Rebenst.
nTi. e. \h\u) Romam abij. Anno 12 die Lucae i»romotus sum in Doctorem Theo-
logiae per Dominum Ainlream Carolostadiuni*'. Mit wenigen Abweich, ebenso
Rebenst. 11, 12'-. Vgl. über Luthers Koinreise, deren Veranlassung, wie auch ol)en
erwälint wird, ein Streit war, deiiStaupitz hatte, (nämlich mit mehreren
Augustiner-Conventen), und über den Zeitpunkt derselben, der
historisch nicht fest st cht, K.'.stlin 1, HM) IV. Das obenstehende besprach
giebt das .lahr 1501» an! Vgl. auch n. 5r.<) nebst Note 1.
893.
Kun(piam ira commotus sum scribens advcrsus Papam, sed
saei)e allectus sum magno gaudio, Aber die drucker zorneu
mich') alle tag.'^)
1) = Erzürnen mich. Mitteid. auch zornen, welches hier wie das althochd.
zu man mit dem accus, constr. wird. 2) Vgl. dagegen n. 520.
894.
E r f o r d t i s t e i n h u r h a u s z v n d b i r h a u s z, has duas lectiones
:VM\ habuerunt studentes in hoc (Jymnasio.')
1) Nur P.indseil colloq. 111, KU: „Erpfiirdt ist nichtes bessers gewest dann ein
Imrhauss vnnd bierhauss, <lie tzwo hM'ti<>nes habtm die Studenten am Heissigsten
alda geiioret, niilli erant Icctores, nulli eoncionatores". Dieser Abs. ist bei Bindseil
mit «fiMU verbunden, was Cordatus n. f.ls überliefert liat.
15*
228
229
895.
Türe am novissimeO a Vienna^) Dens fupivit, Cum cnim in
exercitu Imperatoris iiostri omiiia venalia essent, Ipsc^) paiie«, (lui 4
nummis veudebantiir, uiio floreno emere eoactus fuit.^)
n Die Türken kamen 15:{2 nicht bis vor Wien. Doch kann „Ji Vion." = aus
d. Umi^egend v. W. Vgl. n. \)o:\. 2) FUr „Vindobona". Vgl. n. (isC. :i) sc. 1 urca. Die
spät, f ischr. sechs Brod. 4) Alle spät. Aulzeich, abweich, u unt Zusätzen versehen.
Vgl. Erl. A. t)2, 383, Förstern, u. H. IV, «30, Bindseil coUoci. I, 398, Uebeust. I, IWK
896.
Dux Joannes Fridericiis Hat sich mit mir bedin-t. Er
wolt mi eh nicht in allen supplieaticm erhören.») Cm respimdi,
Ich habe hembde, rocke vnd mantel. Er wi rd wol mercken,
welche das hembde angen wird^) oder den rock.»)
1) Bindseil: „Er hat sich bey mir bedinget, tlass er nicht alle meine suppli-
cationes wirt lesen konnen\ 2) = welche supplicatiou das hembde d li. das Nut-
wendige, angehen wird. 3) Abweichend und mit Zusätzen Bmdseil colUxi. 1,34«,
348, Rebeust. I, 171«.
897.
Quodam tempore rogavi, ut pu]>lico mandato sta-
tueret, ne quis deferret in Curiam») supi)licationes meas,
et Princeps noluit.^)
1) r= In die Kurtlirstliche Kanzlei. 2) Hiermit kann verglichen werden,
i3S bei Bindseil I, 34S heisst: ,Sed ego (luantum potero, me a suppbcatHMubus
wenn es
abstinebo, et alienus ab aula ero"
898.
Caesar Pflug, ut filius seculi ») semel respondit revelato Euan-
gelio. Es müssen mussig leute sein, die mit dem Enangcli<»
vmbgehen, Was Hengste, Heuszer kaufien betreffe, wüste
er was von'^), Aber de scriptura [;i32j sol yhn keiner fragen,
Fertur autem magnae sapientiae esse^), quod (piidem decet lilijs^)
mundi huius.^)
1) = als ein Sohn seiner Zeit. 2) = davon verstände er etwas. 3) sc.
de enuis, domibus aliquid scire, de scriptura nihil. Doch lässt sich quod — decet
auch als Subj. fassen. 4) decet mit d. Dat. dir Person schon bei IMautus. .>) \ u» -
fach abweich. Binds. coUoq. I, 151, Uebenst. 1, s2»', Hrl. A. (ü', 3M, Fürstem. u. J».
III 272. Die lat. Tischr. haben die Zusätze „homo uon insipiens, praetectus Lq)su'nsis,
magnum thesaurum sibi collegit", auch schreiben sie die Worte von „Was hengste '
an dem Rudolf a Buna zu. Die deutsch. Aufzeich, bieten weniger Zusätze, nenuen
aber Caes. Pflug nicht, statt Rudolf a Buna haben sie „Wie denn N. v. N. auch
gethan". Endlich fehlen die obigen Ausdr. „ut tilius seculi", si.wuj «ler Schluss
von „fertur autem - mundi huius" in allen spät. Tischr. Vgl. ferner n. i\\\) nebst
Note 5, Erl. A. liO, 328, Förstem. u. B. 111, 283, Bindseil colloci- I, IT)«», Rebeust. I, 8(ia.
899.
M i n i s t r i v e r b i vel persecpiuntur ») a T y r a n n i s vel ab a m i c i s
ingratitudine, et ubi non est pius princeps, i>lura ]>atiuntur ai) audito-
ribus suis quam ab adversarijs suis^), Norimbergae id non possem
eflicere, ut suos ministros de proi»rio-') alerent, vnd dis gantze
Wittemberg gibt ein gantz Jar i A *) umbs Euangeli •'•), Tan-
tum cnim tnbuit unus homo.*'»)
1) Passivisch gebraucht. 2) Die lat. Tischr. „et nisi Prineipem ^fcnsorem
„ium habercmus, so solten vns vnser volck mer plagen quam adversarij .
• - C e"nen Mitteln. 4) = Vier Pfennige. 5) Es ist wohl Euangelium
; ler;mbs ,EiVangeli" willen zu lesen. ^>) Erheblich abweichend Bmdscü
I, ITC, Rebeiist. I, \)t\ Das Einzelne anzugeben, wurde viel zu weit fuhren.
900.
Nisi expertus cssem, bette ich nicht gemeint, das der
teuffei szo gewaltig wcre in der welt.O
1) Vgl. n. 370, 7(»8. Bindseil colloq. I, 176, Rebcnst. 1, 1)4^
901.
Fucata Religio et superstitio gehört auff dem pobel,
nichts Euangelium 0, das die heiligen anbeten;^), Caeterum scor-
tatorcs, potatores, et qui eins modi sunt, volunt larvis vexan.^)
>vL>,^tia..v , , ,, y Y 1 ^471; K-li kan mich nichts regiren ima
u"; "X wöU S- ' ": lün-lseil' I, n« "abweichend .Ideo fucata religo et
,rte autfstec^ci proces^^^^^^
:;^''amL;ru'nt';iripsi^'öl«r'Cis'vS''^ Unso nüt geringen Abweieh. ganz
lat. Ket)enst. I, IM''.)
902.
1 u - r a t i t u (l i n c m adversus praedicationem E u a n g e 1 i j cxtremo
,lic 13;i:U {,'clicima puniet'), Corporalcs euim calanntates "O" W
„iL eam, Si Junior esscm wolt icl. «t^^^.^,) „^.^"f^^^i^'^^^
anfallen vnd ander predigen lassen, Sed qm talia de nie
amliuit Junior^ sollen fest halten et sich nicht erschrecken
1 *i s s e n.^)
l/so dcus ■>) Hier in der Bedeutung von forte. Vgl- Dictz I, 614 3) Die
Worte Ion' sequi'a« bat Uindseil folgendern.assen:. .»«'"f « «?"^.'''lVenso
Ärr;röcbön.^ VK> ."It .1- 'obigen ..ie abweiclu' Fassung bei Bindseü
collo(i. I, l"ll, 1''. Kcbenst. 1, 115».
903.
Ouod Turca sex niiliaria a Vienna cum tarn maximo exercitu
fu,it, nou tialus? signun. est, Christum vcUe Regem ipso') maiorem
mauere.-)
1) sc. Turcä. 2) Obiges scheint Ende 1532 gesprochen zu sem.
280
231
001.
Licet sei am vcr])uin Dei aeqiie nou eurari in aedibus
mei8,sieut in nostra Eeelesia nou euratnr, Tanien quotics
publice non possuni ])rae(licare, in aedibus nieis ])rae-
dico propter officium et Conscientiani. quod ut pater
f a ni i 1 i a s d e b e o f a ni i 1 i a e p r a e d i c a r e. ')
1) Kindseil folhxi. III, 15',» ^Aiiiio M D. M. Lutlionis per seiuestre fumiliae
suae et liberis doiiii i)r;ie(lifavit sin^ulis Poniiiiieis et in teini>l(> non
])rae(licavit. Interroj^avit eiun 1>. Jonas, cur lioc tac-eret, tortassis (|ui videret
ilhim verbi eonteniptum in vulp). Kespondit D. M. Liithenis, se lioo t'aeere ex
officio et propter conscientiani ciiiusijue patris tamilias. Ich weiss vnnd sehe das
wol, dass es hie im hause eben so wenij; winlt ^a-aditet als in der kirchen". Ebenso
{^anz lat.) Kebenst. II, nu, 1<H>, ^'anz deutscli Erl. A. öi», 254, Försteni. n. K. 11, IJl.
Sachlich unterscheidet sicli Cordatus von den spät. Tisclir. darin,
dass nach diesen Luther 15:{2 ein halltes.lahr lan}.? im Hause un<l nicht
in der Kirche ^ei)redi^^t habe, während er nach jenem J edesmal im
Hause predi^'t, wenn er verhindert ist in der Kirche zu i)redi}j:en,
und zwar Uber]iaui)t, und niclit allein lö:r2, wenn auch aus der obi^^en
Aeusserunj^ nicht ersichtlich ist, seit wann un«l wie lange Lutlier so
verfuhr. Wohl aber kann Lutlier das Obij^e 15:r2 «gesprochen haben.
Nach Köstlin II, 27M fing Luther die Hauspredigten im Frühjahre 15:{2 an und setzte
dieselben bis 1534 fort (Köstlin II, :i(il).
905.
Vini vi repellere licet '), Nottw er e non est licita ad onincni
inuriani propulsandam, sed (pioties vita est liberanda, et hoc ['>'>1| in-
telli^e de ae(iualil)us, Nani sicut rusticus nou debet se defcndere a
nobili suo, (jui est ])hasallus nobilis, Ita non licet ui^bili. ut insurpt
adversus suuni i)rincipem, quia et ipse phasallus est principis, Sic prin-
cipes sunt Caesaris/^)
1) = C4ewalt darf man mit (iewalt vertreiben. Vgl. Cicero pro Sestio ii .H7
2) Abweichend in <ler Form und mit mehreren Zusätzen üindseil I, 'M\s (Abs. 2 ii
der Mitte), Rebenst. I, IS:^».
OOG.
M u n d u s est d i a b o l u s et d i a b u 1 u s est ni u n d u s '), 1) a r u in b
in US Christus ewi^^ mit yhn zancken, et neutcr cum altero
potest ])acem habere, non potest cum Christo nccpie Christus cum eo.'^)
1) In Bezug auf den Gedanken vgl. u. 22u, 425. 2) Unvollständig Bindseil
colloq. I, 309, Rebenst. I, IS3«.
907.
Ineptum ^enus hominum fuit, (pii ])apistae sunt, (piod jnolKitur
jier quendam Colle^Matum Erffortensem, (|ui nunquam extra
Civitatem fuerat ])rofectus, Qui cum semel auripim convcnisset '). ut
Witten! ber^^am-) proficisccretur, modicam viam vectus, intcrro^^avit.
(pianto maps s]>atium'') adhuc restaret, llespondit aurit^^a, centies malus.
Is statin! iussit verti Currum, et domum redijt, scilicet misere cruciatus
longitudine itineris.^)
1) = gemietet hatte. In ähnlicher Hedeutfing steht con venire n. 5:j4.
2) Die lat. Tischr. „cum semel Norimbergam visere vellet\ 3) = wie viel
weiter der Weg wäre, der noch übrig sei. Uebrigens lies m a j u s. 4) Gänzlich
in
abwoichenrt in .k-r l^or.u, aber ,l.r „bi^ou F^^s»»"!?^^,""''^ jy'';-"/'""^'^'^'' '=°"°1-
1, 1-i'i, Ucboiist. 1, 22•^^ wo aiissi-rtluia Liugaug uud bclil«f>s leülcu.
908.
Wer niclit wirlit, der verdirlyt, Verecundia euim iu
„aui>crtate i.estis est '). IH-aeciime in a ulis, lncx,,ugnal).les eiiim
'm.t Huia,.. In'o |:i:!.-.| <,..i ali.,uid vult in eis obt.nerc, l.une oi.ortct
iniiMMtmuini esse et ini|)erteintmu, etian.si suei.e ei eontrailicatiir.
11 \,k1. wir nllc^'cu v.n saKcii Ji.scliri.lnilioit ist oinc Zier, ilotli koiniiit
,„.,„ w .,'er ,u br' d» ^'.•m-iicltes Wort, welches au.s (Iril ,,ar/,ors Abnlrau
snümnt Üml S aus der l'onu tzievt Ues.-bei.iei.beit den .liin.^bnf,-' heraus geb.l.let
lial, Vf^l. Ilüehnianu i». I:i5.
0(10.
Astrononna srientia est vetiistissinia ...ultas.jue artes sceum
atti.lit, Veteril.ns et |na.>eii.nc llelnaeis luit ta_milianssinia .ii.i Coc i
;!","(.,;. dili^Mitissin.!- ol,s'.rvaven,nt, De l.ae Dens ad Alnai.am '),
Sns|)iee in ('«elnin et nnniera Stellas.'')
1) I. M(«. !■., .-.. 1) <!:"" almlieh Erl. .\. r.i, ;il7, 1-örstem. u.U. IV, .^73,
lÜMilseil iMlb.,|. II. Üs, Rebenst. 11, 110''.
010.
Coelum l,al.ettrii.lieem n.otuni. Vrimus «-|lt pvin.imol.ilis'),
„„o 1 1 «t tota u.ael.ina' Celi sine .lul.io ab Anj,'ehs in 21 ...ns t<.t
V i r^ in .,».. I.revi spaeio ei.vuniafjitnr tanta moles j.lus n.nuis
:,Sli: .„iliaria, '«inod si s. 1 et stellae e. feno essen e^.^^^^^^^^^^^^^
„ne metallo^«), niustcu sie bald /.nsc-limcltzen m tun Moluito ;
! Xu S e-un In .notns est l'lanetarun. et est s.uj;ulorun. «inn-
tutn!;-')! Te'-tius est tre,.idns, .,«en. nu,.er exeos.taverunt, et plane
ineertiis est.'')
I) - .li.' ursi.riinnli.he (Itewe-unft). i) l.ies volvat.ir ^'| I.'';;,fy,;""
Tisehr Wen .lie Sonn uu.l Sterue eisen,, silbern, fj;uMen "•'>'V"t^-' '';; , "^ ' „
•' ' ■' -^yan Ui-.-»--! r deS\iär!iÄe.u^X,,. ^V:-''^ f
tarn VC ocissimo «iirsu , «ue (U nisi n. i i^v m. ^m ,.:„^.u ,.,i,.r iI.t Mudcr
Se;m..;'vi;.n;li'h'ai:::-.id:eu;i EH. T.i:^\^: rnrs,eu,. u. l. IV, :,-.-., ninaseH eollo..
IJ, I4\ UebciKst. II, lUi''.
011.
C.nieta etian. est Stella planetaris et vagns '), l«t [33(5] ein
„.nkind vnter andern stern^n. vnd ein sto It.er stern nnnp
r;".';:nt n .i-\ ei.rti;;Vwie^) er aUein.da wcve 11^^^^^
inwniVm l.aeretieorun,. .,ni et ipsi volunt vulen l.o.n.nes ,n terra.')
232
233
012.
Qui vult iieciujininntcr vcrnari in iiiundu. lllc lioHpes sit peeuniiic
oportet, et peciiniii liospes eins'), Vhcr (bis ists ^^elt selicblieli -\
vnd wir ha])en i^rosser vier locher in einer ichliehen-^) liand,
Das wirs nicht können behalten, Inipij auteni thesaurizatores •)
non viviint in mundo, scd in suis doniihus, et ha])cnt contractas et
mercatas^) manus, quae omnia ad se trahimt et si])i atque apud se
retinent.
l) Luther will sagen: „Wer ruhig und zufrieden in der Welt lehen will, der
darf mit dem Gelde nur in dem Verhältnisse der Gastfreundschaft stehen". 2) Das
Wort ist lexikalisch nicht zu belegen. Es wird stehen im Sinne von schäbig,
verschabt, abgeschabt, abgegriffen, und daher minderwertig. Vgl.
handhäblich, auch das Mittelh. schebic = räudig. Weigand II, ö:i5. :<) Vgl.
das Mitteid. iclich = jechlich. Luther meint „das (ield ist rund uu«l gleitet
leicht durch die Finger". l) Ein von ihjOfciiu'Zf-ir gebildetes Subst. = (ield-
macher. 5) sc. iiecunia. Luther will sagen „Die (Jelduuicher halten die Hände ge-
schlossen und lassen das Geld nicht durch die Finger gleiten. Ihre Hände sind
überdies gekauft d.h. vom Gelde gewonnen, sie sind Sklaven des Geldes.
913.
Ego ante hieuuium uonminqiiaui ]nitabani eonsulti;n» esse, iie
adniitteretur, ut Christus rustieos (piaercret, (juoties eis vult ])raedieare,
sed ut ii)si eo^^erentur aliquot niiliaria Christum quaerere praediean-
tem. Nunc autem video, haue rem o])tari non o])oi'tere, quia a])eii;c
videmus ingratitudinem ipsorum.') (lloe plus (juam diei i)otest mereri,
ut paulo post id sit futurum.)
1) Vgl. n. 873. Cord, dagegen meint „dies (sc. ingratitudo rust.) verdient
mehr ais gesagt werd. kann, dass jener Zwang bald eintrete".
014.
J
hello et
ulius') Papa [337], licet ingenium habcret natum et formatum
)t expugnationi^) Caesaris^), Venetorum >), Kegis Galliae"'),
Romanorum ♦i), tamen tandem adco humiliatus est, ut fere adorarc
cof!;eretur Maximilianum, ditissimus ipse') (maximos enim thesauros
reliquit moriens), quem quasi pauperem et egenum contempserat.^)
1) Vgl. n. 219. 2) Im Sinne von Kami)f, Bekämpfung. .i) In den
italienischen Händeln und Streitigkeiten, die in die Kegieruiigszeit Julius IL von
1503— i5i;i fallen, waren Maximilian und .luliiis last innner Bundesgenossen. Nur
eine Zeit lang focht der Pajjst gegen d(>n Kaiser, und zwar in der Zeit von 15US
bis zum Eintritte ^Maximilians in die heilige Liga. Vielleicht hat Luther nu'hr die
religiösen Streitigkeiten im Auge, die zwischen .lulius IL und Maximilian ausbraclu'U.
Vgl. darüber Kurtz, Kirchengesch. C. Auti. S. M\u. \) Julius II. war die Seele der
zwischen ihm, Maximilian, Ludwig XII. von Frankreich un<l Si)anien zur Vernichtung
der Republik Venedig 150S abgeschlossenen Ligiie von Cambray. 5) Ludwig XIl.
V. 1498—1515. Schon 15(i!> gelang es den bedrängten Venetianern Julius II. auf
ihre Seite zu ziehen, worauf e? dem Papste durcli kluge rnterliandlungcn glückte
eine Macht nach der andern von der 'reilnahnic an der Ligue von Cambray abzu-
ziehen und 1511 ein neues Bündnis, die sogen, heilige Liga, mit Venedig, Spanien tV.
zur Vertreibung der Franzosen aus Italien abzuschliessen. Auch Maximilian trat
zuletzt diesem Bunde bei. i\) Mit Unruhen in Rom hatte es Julius IL mehrere
Male zu thun. 7) Ueber den grossen Schatz des Papstes Julius IL vgl. n. 174
Note 4. Maximilians häufige Geldverlegenheiten sind bekannt. Worauf sich das
„humiliari" bezieht, vermag ich nicht sicher zu belegen. Im Jahre 1511 veran-
, , *r • •!• „«/» T ii/iwSir \TT von Frankreich ein Concil zu Pisa, welches
ffiT. Ib'ö'u US mm" ^nL.:;ick':MYi; erkrankte verfiel Maximilian,
e en V r«t wer auf le« Gedanken siel, selbst 7.nn. l'apstc wählen zu hussen, Diese
Vr ' • 1 „♦ I ;,;t,„V vinlleieht im Auirc Vgl. die ausführlichere und abweichende
ÄKkIJ 'l!S: 'T^ÄrA^^^riS^^irstcin. u. B. III, H«, Bindseil coUoq.
III, 22r., Kcbcnst. II, SS".
915.
Upx Galliae Liidovicus ') ab omnibus vnivevsitatil)us eonsilium
rocavit an ei liceret supcrbiam pontificis 2) vi bellica frangere, Wen
eh / r Hclben -/.eit gelebt^ hette were leh nut den größten
cl rcn Rcn Paris/, gefoddert worden. Aber ich war noch zu
Iinii: Et Kegem Franciae non decebat hoc nomen habere, q.iod po-
tei itia ciu« et sapicntia Pa,.atun, st.bieeisset, Dens cmn. susc.tat ea,
(luac uon sunt, ut sint, et faeit aliquid ex nihilo.<)
n Tn,1«i,r\II vel d voriiren Abs. Note 5. 2) Julius 11. Ueber seine
Streiti^LÄ^MV": v«.f,fninkn.e^
916.
Dens solo verbo humiliat aut destruit onmia, Dicens [3381 enim,
llieruHalem, Cessa >) esse Civitas, De Sai.cta ^^^:.^^^^l^^
Gallorum, eaptivare, Fapatus, deseeiule et ^^^ ^"^"^^^ ^^ ^^^^^^
tem-»)rai>am omnium ditissimum oportuit eadere, licet Ihesamos Julij
Sus Vsset, Et frater Leonis^) veneno pe^jt, quem Leo regem feeerat
Neapolis, et Imperatoren! facere volebat.^)
n Als Imnerativ zu fassen. Ebenso cessa, destruere IT. 2) Liithef ^^;;U
uAfn r\ tt s^^^ höre auf eine Stadt zu sein, wenn eT m Bezug
sagen „Wenn dott ^'^J-'^ •"^l"^'^'.'„"'', , ^.„„u ...,,„,, ..- satrt König von Frankreich,
•Ulf dm heiliire Koni sagt, sink m den Stauo, ^vtnn er b.igi, rv^ 'fo la «• ario
I^rsJem u. B.'lll, IS», Bin<l«oil eollo.,. II, 227, Kebenst. II, 04^
917.
Clemens') totus vcrsipellis 2) erat, quia Italus erat, et ad hoc
Kloreutin.'., qui valet trehüUos^'), !^1r'%?Tc\ " .'""" e'n
diccs das macht siebeiifcltig versipellem <), et cum non ess^ct in
,l„;.Hl.; ini.,uior nequam ^\ tamen verbum Dci oppres.it et delev.t eun..-)
.) V,l. u. .71, .8.,..21., 4..12 •^). V^i n f 0. »,.„ kann iiber^^^^^^^^^^^^^^
ein siebenfacher versipellis. o) - ^", vr^V^ ,sv F rstem u B III, isu,
schlimmeren Taugenichts gab. ti) Abweichend Krl. A. (.(►, l^S 1 orsttm. u. , ,
Bindseil eollocp 11,227, Kebenst. II, <U«.
918.
Rom am t) dicebant a tempore Petri potentiorem Papam non
234
fuisse Jiilio, Vnd nii ligt er iu der ii8ehen,Aeh, ])ffaffeu sollen
predigen vud betlieu!-)
1) Lies liomuc. 2) IHudsuil iinvurstiiiuUich „Mir li^ct ;ilk-s in (Ut aschcii",
Kt'beust. „iit ipsc, mmi; oiiinino in niliiluin rcdacti sunt". Dii^ «Iciitscliiii Tisiln-.
besser „Nun lie^ts alles iu der Asehe". Vgl. Llindseil eollu(i. II, T21, Keheust. II, «IP*,
Erl. A. m, JSS, Fürsteni. u. IJ. 111, l^o.
919.
Semel dixit Diabolus de Tetro Ptipa, Üu bcist |:i:59| Peter
inirubilis, btist krausze bar vnd krausze siiiue, Das ist Ja aut
ein bissen zu viel.')
1) Die (lüutsehen Tiselir. Erl. A. (.0, Jss, Förstern, u. IJ. HI, l^«':, „Fi" ii^^t «1^»'
grösste l>r>sewielit, es ist ihm zu viel auf einen Hissen. Wie der 'I\'ul'el sagte: Du
lieisst Petrus, an S. Peterstage genennet, ein Peter ist dein Patlie, hast kraust; lliir,
bist wiinderlieh. Es ist ihm zu viel; krause Iliir, krause .Sinn(I)". (Janz ilhulieh
aueh die lat. Aufz. IJindseil eolhni. III, 22s, Kebenst. II, (i4''.
920.
Der niebt krausze liar liatt, ducat uxoreni, Er wird dennoeb
wol krausze sinne krijj^en vnd dazu wol vergeben. Den es
wird beissen, wie sie wil, Qui dueit uxorem, der verleurt seine
beste tage, Die IMaffen baben biszber die besten tage gebal)t.
Nu bekonien sie ybre frawen.')
I) Dagegen bieten die spät. Autzeieh. (vgl. u. ilP») F(dgen<les: „Da spraeli
M. V., leh hab wol krause Sinn, aber uieht krause Iliir. Daraut antwortet D. Martin
„Nehmet ein Weib, so werden tlie krausen Sinn wol vergehen; als denn wir«ls
heissen, wie sie will! Wenn einer gefreiet hat, so verleurt er die besten Tag*'. Die
Ptarteu haben bisher die besten Tage gehabt, nu aber uberkomen sir die sauren'*
921.
Multi doctiores fiunt niagis iniprobitate studij et hiljoruni (|uani
bonitate ingenij.
9'^2
Judicium auriuni est delieatissinunn ') et b»nge eertius iiulicat
quam palatus de sapore, Auditus enim post visum est subtilissimus
seusus, Ueulus citissime omnia i)otest eapere et eomprebenck're, (iuu
tardiores sunt sensus, eo viciniures sunt objeetis.-j Et sie se eonse-
quuntur: jn-imo taetus, 2 gustus, 3 oll'aetus, 4 auditus, [olUj,
5 Visus.
1) = Ein höchst zartes, feines. 2) Luther will sagen „Je näher die Sinne
der sinnliehen Erscheinung sind, um so weniger scharf sind sie". Daraus ergiebt
sich in P>ezug auf die Schärfe der Sinne folgende Stufenfolge: (Jefiihl, (U-schmack,
Geruch, Gehör, Gesicht.
923.
Dens omnia suis dat somno »), quod videtur in Carolo, Er mus
ein gutten Engel baben, Caeterum Ferdinandus omnia lavit per
sa])ientiam, et ei evaneseuut omnia, etiam (|uae in maiiibus bal»et.-)
1) Vulg. „Cum dederit dilectis suis somnum". Psalm 127, 2. 2) Ab-
weichend Erl. A. Ol, 30S, Förstern, u. li. IV, 2i:3, liiudseil collo^. II, 32:<.
235
924.
Mabomet, id est desiderabilis.»)
I) Bedeutet vielmehr „laudabilis".
925.
Juristae cum eaussas agere volunt eonseientiarum, ferendi non
sunt Si duobus annis in iure studerem, doctior sine dubio berem (piani
est i). C), (luia de rebus aeturus essem, ipse de vocabulis nxatur. )
1) N;tch den lat. Tischr. ist gemeiivt Dr. ^»^'^^(»''^'•.»^^•"if ' |^"J«^^^^^;'';I::;[
Kanzler .lann Prof. der Kechte in Wittenberg und ^^J^i^^^'^» ''c^^^^^^
Erl. A. ti2, 2P», Förstem. u. B. IV, ISi, IJmdseil coHoci. 1, i^N Kebenst. 1, 1.;.m, uj .
92(5.
T.ectio Juristarum plaeet mibi, sed applicatio/) ipsorum displieet
Textus iuriumO ist niebts den Nisi, das mus in allen <^^J^
eaussis steben, Tbeob.gia non versatur in dem Nisi, sed in imn
MatbematiiMvO Juristae bedurften Tbeob)gorum patroeinia. vnd die
'Pbeologi ybre suiVragia ^), Si autem invieem mordent. inMcem eon-
sumuntur.^)
I) Der Sinn scheint ... sein ..l>i^' 'l^f %'}^^ ^»"f ♦^■^*^;if^''\:";V,ra;,\,V;är
aber die Art .ind Weise ilirer Praxis«. „Ai>iilieat.ü" a.ieli ii. ■^■. i) 1>- s .tii .litbcr
Stell, stelien.l.' C.>nii.eiiili..ni kann a.irli mit liiristarnn. a.itgelost wer.len. .1) m.
^ l.rL /^ Vifl II 1>.'I ■>l' I) = Urteile. (Uitaeliten. h) In l'.ez.if; aut .l.n
nl,,l V • ,, 1- j. Aelmli^raie lat. 'l'isehr. IVnnlseil eoll,., 1,2^^, Uel.enst. I, :.'. .
\lmeieh"em! i.n.i inif Znsät/.en .lie dctseh. Tisel.r. Erl. A. («,2-!", l'>rst-^^"'- "■ ''■
iv, ^:i.
927.
Vollem mihi dari iimim Juristiuii, iniitis liiiis est cognitio ') lotl],
Omnos l.ieri et .iiiaestus Cai.ssa stiuleut. Omues aiilac luagist.-iitus,
Inmeria .•ogmitur ol.edirc Juristis, Esto 0, "!!><'«\ "ol"« rcm^ in CaHi-
iHis et in i.artieularib.is '), t""ien uuiversaha ') servaut, bieut si no\n>.
Tbeologis resistitur, tarnen ipsum verbum manet.-^)
928.
Tbeologorum autboritas est deijeere possc et levarc omnia 0,
et veniente verb(», cedit Moses et Komanum imperium-), Magistratus
subiecti sunt Legibus, Moses enim dicit, Seeundum Legem ludicate,
At Lcges subiectac sunt verbo Dei.»)
"•:.- "" :,\ ;^t „,wi .lUos inu-chet verdunkeln; denn sie kr»nnen aufheben
S\SräS(V' V. ial'^cöÄ'Lcsart: welche einlacher ist ..nd die ..r-
236
spriinj^liche zu sein schemt, will Lnthor s;i^on „den Thcolofcon ist iVw Maclit ver-
liehen alles beseitigen und wieder autrieliten zu können. Denn den» Worte (iottes,
dessen Vertreter sie hier auf Erden sind, ist alles unterthan, also aiu-h das Keeht
und die Gesetze". 2) D. h. das röniisehc Keeht. :\) Vjrl. Erl. A. r.2, 22(», 221,
Förstern, u. B. IV, 4S4, Bindseil coUoq. I, 288, Kebenst. I, l.ltH-.
929.
Leges Persarum et Graecorum abolitae sunt, Ronianac
adhuc parum palpitant, Nam cadeiite Monarcliia ctiain Lcp:cs
cadiint, Si ergo Juristac possunt dare et stabilire regna et
ini])eria, possunt etiam stabilire sua Jura et mores, Rebus
enim cadentibus cadunt etiam voeabula, Satana cessante
[:U2|, cessant et mores eins, Ridendus igitur esset, qui vcUet
monialem, quae uxor viri facta est, ligare monialium iure,
et iuribus utimur praesenti])us tanquam nummis'), et qui
abrogatorum iurium meminit, similis est illi, qui boc tempore
corriperet die langen spis-) an den sebuben.*)
1) Luther meint „ebenso wie die im Umlauf befindlichen Münzen, so {gelten
auch nur die Gesetze für uns, die nicht ausser Kraft j^esetzt sind". 2) Die un-
l)raktischcn und aufl'ällij^en Schnabelschuhe hielten sieh etwa bis M'.H», wo man zum
andern Extrem, dem breiten, entenschnabeltV>rmi«?en Schuh über^inj?. Der Zusammen-
iuinjj: ist folgender: „Wer nacli Gesetzen leben will, die ausser Kraft »gesetzt sind,
ist dem Manne gleich, der eine längst untergegangene Mode tadeln zu müssen
glaubt. 3) Ganz abweichend nach Form und Inhalt alle spät. Aufzeich,
und wiederum charakteristisch für die Art und Weise, wie die ur-
sprüngliche Fassung der AVorte Luthers oft entstellt ist. Man vgl.
also folgende Aufzeich, der lat. Tischr. bei llindseil I, 2S«J, Kebenst. I, VM)^\ 110":
„Leges Persarum et Graecorum abolitae sunt, Komanae adhuc i)arum pendent,
Cadente enim Monarchia cadent etiam Leges, ipsi non possunt iudicare se
cundum Leges cadente Imperio. Domini Juristae date nobis(!) im
Exemplum, wan ich itzt wolt die spitzigen schuh straffen, die nn
niemer im gebrauch sein, essem ridendus. Die deutschen Tischr. dem Inhalte
nach ganz ähnlich, nur noch weitläuftiger und mit mehreren Zusätzen. Vgl. Erl. A.
Ü2, 221, Förstem. u. B. IV, 4S4. Die n. 025— Ü2'J gehören zusammen.
930.
Anno aetatis meae 21 promotus sum in Magistrum,
27 in Doctorem.*)
I) Vgl. Bindseil colloij. 111, lör. und n. sn2 nebst N(jten.
931.
Praedicatores nullius prctij sunt in mundo, et tamen mundus
non potest eis earere. Nam quamdiu mors regnat, praedieatorum opus
est neeessarium, et in nmrte begeren sie') vnser. Et si mors nulla
esset, necpie ego praedicatorem respicercm, Den sie können n i e b t s
anders den die leute scbelten, 8ed pertinent ad mortem mores
et omnia quae sunt Conseientiarum.^)
1) = Die Leute nämlich. 2) Der Sinn scheint zu sein: „Das Schelten ist
aber nötig, denn beim Tode kommt es darauf au, wie man gelebt hat und wie es
237
mit dem Gewissen bestellt ist". Mit abweichendem Schlüsse Erl. A. 59, 270, Förstem.
u. B. 11, 4:i2.
932.
Doctor Mut/.>) ..»llu.u crcdidit üeu.n «««.«' Ja» «J «'»ob pa..-
sc reliquit lil.ru.u de B«a lleligionc, qncn. viveus \^4^
no« i idel.at in-odcvc^'), Q'"" e* Erasmus vult suam Mcni post
sc rcli. luci-e < na n vivens uon audct eonlitcri, Tales scinnt quod loq.u
^on nt Ncbnloucs sunt, .,ui sua sapicntia omn.a vo m.t met>n
vnd ineiucu, wen Gott wcre, er wurde wol ein audei weit
nie c n die fr u «. c r w e r e. Sed Dcus noster w , r d d a s s p a r e n
, il enc weit, Iste nnu.dus Dco tantmn est ein vorbereytung
/, dieser^) weit, Das gerust reist man ein, wans baw^)
hörcit ist l'ynsel vnd färbe bedarff der maler, bis er
das bilde Vcmacbt Uatt, Alszo ist dics/.e weit ein vorbe-
reytung /.ur andern^)
t\ Tii.. Kt 'l'is<-hr Doctor Muth, die deutsch. Kr. Carl v Miltitz. he-
aulhn.lc. können J) .""''• ?»'^',^"i,,^,'^' ,,..«„,«, i,atte ' sich mit der Zeit über
ZU. NachKurtz, Kirchengesch. (.. Autt. ^.'V ' ^*^' , ,^ ' '' N^Hosophus ignorat;
Bekenntnis nieder „Multa «^»\ ^"«*^^ V^' \' ': i tV nos n \l"^*^ ^'^'^
Christus vero pro nobis "»"^V^'^^/^ ^-JV^^niversitä^^K^^^^^^^^
tissime credo". Nach l^^VN^' \rm if 'mV' Ä sJie letzten Worte ge-
nis zu den. Humanismus und ^ -J^^*» " ; ^^i;^;' ";., f X "'V ^ Dein Wille ge-
. •:* 'r;«,.l.r u'imentlich die deutscnen lu uui v.i oi.v. .. ...v^. ^^, o-
spat, l is( hr., "'^"'^,r .,11" c was oben von Mutian gesagt wird, aut
abweichend, wo z.B. alles, was «"^" V , ., y.,sHtze Das E uzelne
]::^ü:v;^-^'^ ä:. f |^V';^;:^t ..; ..st.... .. ..
\\\im, col, liiiidseil 1,2(17, 2i;s, Kebenst. 1, IMl».
933.
Da» vorteil Ilaben wir. das vnser gebett ahveg er-
lu.rtt wird Si enim non auditur sceundum nostrau. voluntatom ai.-
:'\;men se;n.dun. voluntaten. Dei, quae inelior e^^^
seirem, mcani orationcm audiri, szo bettet der teuf fei an meine.
n Die .leutsch. Tischt, besinnen .li,.s..« Abs. ';''^'\;"'Y"''^^r|;^':^rl"K^^^^^^^^^
238
239
Ganz iihn-
allozeit erhört sei;" ff. Vgl. Erl. A. 59, 2:1, Förstern, u. H. 11,240.
lieh liindseil colloci. 11, isi, Rebenst. II, 130a.
934.
Non est opus, iit Dens me seiiiper luidiat HecMiiidinu voluntatem
eam, den er were mein g;e fanden er [344], et ((uare exaudiret
\H praecantes, wen ers besser weis?')
meani
noH ])i
1) Die (leutseli. Tisclir. ,,Gott alier weis wol, wie und wenn er uns erhören
soll; denn wenn ers all/.eit sollt niaehen, wie wirs gerne wollten haben, so wäre
er unser Gefangener und hätte mir das Weib au eh müssen wiedergelien;
er unser Gelangt ..v ^
aber er wusste es i»csser. Er hat unser (iebet also erhört, dass nnrs die gute
Frau in jenem Leben danken wird. Der Teufel muss aueh bisweilen
ein Kindlin und Mutter erwürgen, da ihr dagegen fünfzig geborn
werden! Vgl. Erl. A. .i*>, 24, Fi>rstem. u. li. 11,240, 247. (ianz iihnlieh Dindseil
colloq. II, 1S5, llebenst. II, UM» <. Vgl. n. WM.
93^^
b.
Qui l)ai)tizaverunt ])aii;eni pueri a])])arenteni, ex Ar.') erra-
vernnt, qui dixit, totani aniinani esse in eoriM)re et (jualibet eins jmrte,
Si aliqua deesset puer Deo relin((uendus est. Verum quicifuid eon-
venit ad Jjalneum, eonvenit ad Baptismum.'^)
1) — Aristo tele. 2) Vgl. in liezug auf den Inhalt Luther in mehreren
Briefen an den Magister Lconhard Bei er, l'farrer in Zwiekau vom f.. Dee. LVt:»,
21. Febr. ITkM, 27. Jan. 15;^«.». Vgl. de Wette IV, 492, ')(>•), V, Mf». Die spät. 'IMschr.
mit einer Reihe V(.n Zusätzen Erl. A. 59, 40, Förstern, u. B. II, 20:{, 2r.4, P.indsed
eolh)q. II, 1S% Rebenst. II, i:m'>.
936.
leh wil vnser her^ott ein g:uten') sunder lyuern--),
quia esto, qnod non sim (q)ere ipso adulter=»), tarnen es liatt mir
offt an guten willen dazu nicht geflielet, Alszo hin ich
offtmals erzürnt, Für non sum. sed Hah ich doch alles j,^e-
stolen, was ich furm Euangelium ^) gefressen Ha he vnd ge-
soffen, Wo sind noch mein schone tugent, Da ich 15 Jar
hahe Messe gehalten'-), vnd itz ehe zehen mal sterhen
w o 1 1 , den e i n M e s s e halten pro defunctisV
Franciae Angliac etc., et per ambitioncm adeo mfiatur, ut quasi
13451 Deum ii.sorum se putct esse. Hei st vnser lere ne wickelt,
Iniasi omnis novitas sit reijcicnda, et ipsa non est novitas, Quod smis
Ernst von Schonneherck^O faetiis est ein kremer^), das ist
ein newickeit. H(mio plane Kusticus^). Imo sine cessatione steht
er ehre vnd gut nach»') vnd holet schände dafür wie aus
dem Frisland.')
n Dux Georgius. 2) Cardinal Nicolaus von SehönbergV Vgl. Seide-
„.:mns Notezu La;^erbaehs Tagebuch i>. 92, wo ..in j^f f^.J^^, ^-" ^^;X ^
Briefe die><es C'ardinals an Herzog Georg mitgetedt ist (M irz l.)24). ^un i»ru<iu
• de Vekann e Antonius von Seh., der bei Herzog G. m Lngnade hei und
•nn ndi l Ite seines Bruders Heinrich in Freiberg trat. :^) l^^"\;''^';^l^'\"-;;' •^';;.
V it^^ Meissnischen (ieschlechte derer „von Sclu»nberg% (hcH'kend,,ri
Mb t im n eVi über 2o Mitglieder desselben auf) gehöriger Ernst v. Schonberg
/Mhlt mi nimx 1 V ^ Re])enst. I, 224« erwähnt. Dagegen schemt em
Kn sf u>^S;^^g^(^^^^ ^^1^-estus, D)M.asta Schonburgiu^',
!,;;"?^2.rdlel^vangelisc4;vertVdgt, ,.2s in Herzog J-^« , Au trage a.nl>a^^
sehen Processe Teil
nimmt, L^:;:« aber selbst zu den Protestanten übertritt, vgl.
" ' ' * »nannten nicht
;ind-
s; t., . orf fC^ s , : ii, S :«, '2 111, S 25, T) „.it .len, v.,r.ü„ Genannte» n.
M, litis.- /..sein. 1) V ellei.^l.t lie/.ielit siel, diese Iteuierkm.s a.it eine I.e. l.i
e 1 liel-enst. an < er vorliii. eitierten Stelle iil.evlielerte l-r/.al.li.i.g, ans «el.,..
air r'ilimi wie Ernst von Sel.önl.ers mit lüiekcrn .he zur /e.t e.ner
Tl e er. 1 K ( n .ler ersten Hälfte ,1. ,1. ir>:il. Die Ernte .lieses ,lal#es war .lann
,i . .vi.l V^ (^.r.l. n.:i2>) das Itrot nm scliuö.lcn (Jcwinues AviUen -/.n
■ ?:■ ,'■ k t.M. V r fa I, r e 1 i s t. 5) sc. est Dnx (ieorgius. « = trae litet er
' i: 1 tmii Vli. lir wUl. meint l!„.l.er, l.esomlers die liUre l|«"en em IV.
;;;;nt... des alten (iku.l.ens -V;^'"^,.,n^^:r"^^,'^H'\^es?rJ.;e^i'se':ia:^l;
aVe '"'r,; iT " r 's ai.) ;^^ seihst '.u Karl .lern Kühnen von
■u .' in.l einem Inekeren Abhängiftkeits Verhältnisse. Von diesem
kä.',,".;. sie an Maximilian 1. Dieser '-'«''"♦'. «;;;;''--s''s^u4';'^ehe
,1,.., Orafsehal'ten West eh von der En.s. Als nun (las sai nsistne
V:, ,s sih 1 d. nlUsit/. dieser (iegenden nnd besonders des ,|etzige»
s >irs In ds setVen wollte, sehh.g dieses im blutigen Kamp e unter
eVnfilVng eines Führers ans dem alten 1 äni.tlingsgeselilee hte
■ r (■irVsei 'i die \ngreifer /.uriiek. llerz,.g (icorg gab endlieh den
n;iiViiVuehen'K-,m;,nu.f.,nd verkaufte ...ös^^
friesischen (J rafschaften an denjungen Carl d \ . ^. hi>anien. iMeser
Kr e/^ in welchem Herzog Georg ir.l2 seinen bekannten einäugigen
l /fn'rr^i de a eh bei\ler Leipziger Disputation zugegen war
kennen le'rnte und mit nach Sachsen bracht eis auch sonst tur
Lu" e ein Gegenstand des Spottes. So heisst c^ ^ onUt^is p . > - : JL (..
1) = Ich wil unserm Herrgott einen vollkommenen, ehrlichen Sünder ff. ■ i,,ither ein Gegenstand des Sp«)ttes. ^'» ^'^''-^«^/^ ,V'^''|-^!^ ^ J^^^
2) So hat dielldsehr. Vielleicht tür livern = liefern, hier im Sinne von über- ■ (ii,.rzog (Jeorg) wird so vil am yhn gewinnen ('"^^ ^J^J'^S;^^^' „V'. ^'i"^^
liefern, in die Hände geben, Gottes (Jnade übergeben. :\) = Weil, ■ WirsFand. ta trug er ein narren in seinem wambs hin ein, vnd tur^r
„. „ - .... c ..:^ Ar,^, c ; ,.li ;« W ;rl' ] ; /. liL-*. ; f b «»i n '^ «1 nl r e r >» in i> s iii i r «rlcich- H . : .. ^ ........ ,. p.i u t <ir mit II !i in en heraus .
m
w
»
ag es sein, dass ich in Wirklichkeit kein adulter bin, es mirgleieh-
ohl oft an gutem Willen dazu nicht gefehlt hat. So sehr hat man
mich oft erzürnt. Diese Worte können auf verschiedene Weise erklärt werden.
Die einfachste Erklärung, welche auch ans Folgende sich am besten anschliesst, ist
„Ich bin kein Fälscher (nämlich (Ut reinen Lehre; adulter kann jedi-r Fälscher
oder Betrüger heissen), wiew«dil ich manchmal Lust dazu gehabt habe. So sehr
haben mich meine Widersacher oft erzürnt, dass ich nicht selten auf dem Funkte
war nachzugeben, und so der Wahrheit abtrünnig zu werden". 4) = Vor dem
Evangelium. Luther seheint mit „gestolen, gefressen, gesoffen" auf die Bette 1-
orden oder auf die coenaDomini im Papsttum hinzuweisen. ;')) Vgl. n. 414
nebst Noten. Luthers Priester^veihe erfolgte den 1.'). Mai 15»7, seine Schrift „de
abn)ganda Missa" 1522. Er hat also 15 Jalirü lang Messe gelesen.
ein narren
938.
JV
937.
D. G.') eapitur optiniis seriiitis Psipae, Cardiiuilis-)
Ucgis
Der i.is/. Adam im ai.ffl ist ein seliwerer bis-/, gewest,
,lo „„.. ctiam'i.os (liccrc iMissimns, Pres') uostri eom.-^) uvam accrl.am
etc Idoo iKMio dixit der Klans Naif''), Das Vnf;lnck schütte <)
mein manl. das es s/.o jccnneselii^'ck^) ist gewesen.'')
1) = l'atres oder l'arei.tes. 2) = r.m.ederunt Vgl. 1-^eehiel IS 2: .l'atrcs
....„„•don.nt „va.n aeerbam, et dentes h lon..,, ".l'«''!!.«;«''"*, •,.„;) ^ |'i ^ ^ I
11 Sinn- Das In^lüek gebe m r /.. Strale H.tteres .n 1' ..lle 7, kosten. 5) — ge
„:is li'.' .iiseh g 11,7 nasehhaft. .1) Die deutseh. Tisehr. mit einem /usat.o,
son"l iii.nlieh. Vgl. Erl. A. 57, 24«, Förstem. ... 1'.. 1, HM. In den lat. Iel.lt der Abs.
240
241
939.
Dux G.i) est scintilla, et totus mnndus^) fomes^), Imo faeile potest
fieri incendium, si uoii oraverimus, Anno 152 D. Mieliaelis^) expulit
14 Cives ex Lypsia et 11 exOskitz^) propter Euangeliuni, qui onines
cum maxima laeticia abierunt.^)
1) Dux Georgias. 2) Sinn: H. G. ist der Funke, u. d. Zunder ist d.
ganze Welt. :\) = Zunder. 4) Also den 29. September ir»:{2. 5) =
Oschatz im Königroieh Sachsen, ü) Vgl. C'ordatus p. -liJ'J. Köstlin II, IUI, (»(U.
Obiges scheint Ende 15;{2 oder im Anfange d. J. Ib'A'S gesprochen zu sein.
940.
Jacta curam tuam p46] su])er DeunP), Ep;o feci testa-
mentuni cum Deo, et ipse nie a^noscit ])Yo ])raedicat()re suo,
alet me ({uo([ue et liberos meos, Ego enim ])ost mortem vxoris
domui ])raeesse non ])(>tero, ne(iue i])sa <(Uo((ue eidem prae-
esse ])oterit post mortem meam etc., Qui autem vivit in aeter-
num dives et omnia potens, is faciet pro me oninia.
1) l.Petr. 5, 7.
941.
Deum mirabilem esse aiüficem, si alias non possemus'), certe
ex tam multicolore forma avium videremus.
1) sc. videre.
942.
Rusticorum inobedientia est ineffabilis, Ideo acerrime co<,n debe-
rent imperijs et lepbus, Vnd were nicbt p:ut, das das fronen ab
were gangen'), Der teuffei kund ou das der pauren genissen,
wen sie es nicbt müssen tliun.-)
1) = gegangen. 2) In liezug auf (hm (Jedanken vgl. n. .{1."». Sinn: „Wenn
in Folge des liauernaufstandes die Frohndit^nste aufgehoben wären, so wäre das
nicht gut. Denn, wenn d. Frohnen auch aufgehoben ist der Teufel holt die
Bauern doch!
943.
Vngarum') sollen die llispani-) rauffen, aucb Germaniam,
quae su])erbior est (piam convenit, Vngaria bis defecit a lide-'), Si
tertio^) recesserit, non redibit iterum.^)
1) Vngariam? 2) Unter den kaiserlichen Truppen, die im Herbst des
Jahres 15;{2 mit dem Keichsheere vereinigt gegen Soli man zogen, befand sich
auch (vgl. Lebensbeschreibung Schärt lins v. IJurtenbach :r2) eine starke Schar
spanischer Reiter und Fussvolks. Diese Trupi)en, sowie ein Gontingeut italie-
nischer Srddner, ferner päpstliche Ilülfsvölker unter Ilippolit v. Medici, «lie
Papst Glemens VII. dem Kaiser gesandt hatte, nuichten sich überall, wohin sie kamen,
durch (irausamkeit und Ziigellosigkeit einen getVirchteten Namen, so dass sie zur
ahren Landplage wurden. Vgl. n. «S(». 3) Nach dem Tode Stephans des llci-
ren im J. I(»;i8 machte das Heidentum in Ungarn 1045 und I0(il zwei energische
w
ligen
Versuche zu seiner Restitution, die indessen ohne Erfolg waren. Dies hat Luther
vielleicht im Auge, Vgl. Mailäth, Gesch. d. Ungarn 1, S. r.l iL, r.t». 1) 1). h. wenn
Vngam in den Händen der Türken bleiben wird. 5) Vgl. Frl. A. Ji2, :ts4, Fiirstem.
u. B. IV, tiat) (Ende d. S.), Bindseil colloci. 1,31)1», Rebenst. 1,210".
944.
Turca non est princeps, sed Latro (347) vastans omnia, das
aucb wol ein scblccbter >) Edelman kunt, Jurat et meutitur,
utrunuiue i)ro sua utilitate.'^)
1) = einfacher gewöhnlicher. 2) Die deutschen Tischr. abweichend und
weitläuftii'- Dies ist' ein wunderbarlicher, und gar unsers Herr Gotts Sieg wider
den ''nirkrMJ denn er ist ein unzüchtiger, schändlicher Mörder, der zuvorgeschworen
hatte in tMuem .lahr nicht wieder in Deutschland zu kommen; der ist mm ankommen,
hat dVn Mahomet seinr PanuT lassen weihen, und ist schändlich geflohen ; hat keine
redliche That geül»t. keine St:idt erobert, nur geplündert und gebrannt aut dem
1 ande welches ein schlechter Edelmann w.dil thun könnte". (4auz ähnlich auch
die lat. Tischr. Vgl. Erl. A. 02, 3S3, Förstern, u. B. IV, 030, Bindseil colloq. I, 399,
Rebenst. 1. 210".
945.
Scrii)turis et i)icturis sese tutum reddere ab armis^), fre-
ouentissimum est Turcis, Tartaris et omuibus gentibus, Qui abusus
tandcm pervenit ^) ad Cliristianos, Kt Maximilianus valde suspicio-
sus 'j fuit in re militari. Gentes in i)ericulis mactaverunt etiam ddectis-
sima^), Cuius rei caussa est, quod nesciunt quidquam de fide et ora-
ticme, die der Cbristen fortl^) sind.»»)
n = Durch Zauberformeln (Amulets, magische Zettel) und Zaiib er-
zeichen (Talismaue V) sich fest zu machen Ü\ Luther meint wohl die damals
sehr gebräiuhlichen geschriebenen Wundsegen. 2) Schon im Anlange des
h; .lahrh war die aus dem Oriente stammende Kunst sich fest zu machen bei den
deutschen Landsknechten unter Maximilian, Frundsberg und Sebastian
Schärtlin V. Burtenbach tf. ganz bekannt. Später wird diese Kunst unrichtig
\\w Pas sau er Kunst genannt. Sie ist nämlich keinesweges erst im Anlange d.
17 .lahrh unter den Söldnern des Bischofs Leopold v. Passau aufgetaucht. Auch
wird die Vermutung richtig sein, dass der Name Pas sauer eine Corruption ist
aus Pessulantes (= Gharakteristiker). Vgl. darüber G. t reitag, Bilder aus d.
deutsch. Vergangenh. III, S. Tb. 3) Lies superstitiosus. \ gl. den Anf. d. folg.
.\bv 4) Luther hat Fälle im Auge wie die Opterung der Iphigenia durch Aga-
memmm t^'. Dagegen haben die spät. Tischr ,,Kai^ser Maximilian soll in Kriegs-
händeln sehr abergläubisch gewesen sein; in > ährlichkeiten that er (xott
(JHübde und schlachtete, was ihm am ersten begegnete, wie man
von ihm sagetC!) Vnd erzählete D. M. ein Historien von einem lartarn tf. Von
einem solclien Unsinn über Maximilian ist gottlob sonst nichts be-
u^nni .^)) = Vorteil. 0) Die spät. Tischr. beginnen den Abs. abweichend
alsir Herr Bernhard von Mila (die lat. Milo). Ritter und damals Landvogt zu
Wittenberg, schickt»' D. M. eine lange Zettel in einander gewickelt m welcher
wunderliche, seltsame, und abergläubische Zeichen waren wider alle Verwundung.
Da sprach der Doctor „Diese Superstition und Zauberei ist sehr geinem bei den
Tartern" ft". Ganz ähnlich auch die lat. Aufz. Vgl. Erl A. 57, 377, : <8, torst^em.
u B I •>93 Bindseil colloci. I, 1S8, Rebenst. L 101''. Auch sonst spricht sich Luther
üi»er die Kunst sich fest zu machen aus. Vgl. darü))er Freitag, Bilder aus d.
deut.^ch. V. 111. S. 70. „Der zehen (iebot gotes ain Schöne nützliche Erklerung,
durch l)(Kt«»r Martinum Luther Augustiner 1520", Epistola M. Lutheri ad Ascanium
Grammium. An piis C^hristianis militare liceat, Ob Kriegsleute auch in emem sehgen
Stande sein können" 1520.
946.
Neu tantum superstitiosum sed et stultum fuit Votum Jepte»),
(lui suam tiliam occidit post victoriam, antequam'^) Spiritus sanctus in
eum inruerat^Ö- A^^^' ^^^* ^^^* ^^^"^ beiligen narren 4). 8i quis
aftuisset pius, qui dixisset ei, Ne occideret liliam, Legem ferre Epij-
10
242
kiam^), Er^^) hetts nicht alszo j^emeint. Is lil>en»Mset filiaiu, (luein-
admodum Jonatan liberatus est") a voto Saulis patris sui.^)
1) Für Jeplithae. Die ohioje Lesart findet sieh aueh l»ei Helienstoek und
in der Hallisehen Handsehritt. 2) Lies ant»- .iiiaui, nieht als (Vmjunktioii zu
tiissen. Ergänze v i e t o r i am. A) Jiidieun. 1 1 , V.K 4) = d e n N arr e n s p i e 1 e n.
5) = imei'xsiav d. h. MiUlerung des strengen LN-elites nnter Herueksiehtigung
von Umständen. 6) = Gott. 7) L Sani. 14, 45. S) Vgl. KrL A. 57, :<7s, K>rstem.
u.B. 1,293, Bindseil eollo(i. L \^% IJebenst. T, 102».
Historiae veteris Testamenti ])raeflanssiiiiae sunt f:U8J. sed
iiobis legentibus plane moi-tuae, Sed tideli vivunt, velut lusti.ria
JepteO, qwiii»^ t<i"*^i niiseria seciuitur et planetus Vir^nnis triinn-) ineu-
sium Ulli abHcpie dubio Hunt 3), (piod nioritura erat sme hbens. quod
est eernere in Anna^), Et prudentibus C(>niuf::atis'>) dura res est sten-
litas, quüd faeile aniniadvertitur in suavitate, (juani i»ereii)inHis a liberis
nosti-is^), qui sunt suavissimuni i>ij::nus Coninj^^iJ.')
1) Vgl n IMG Note 1. 2) Die spät. Anfz. und die Vulg. spreehen nur von
zweiM. 3) Verständlieher wäre editi sunt. 4) 1. Sani. eap. I. 5) = bur ver-
ständige Eheleute. (>) = an der Freudi', «lie wir aji unsrrn Kindern haheij.
7) ({anz abweiehend und mit Zusätzen Erl. A. :.i,3.«J, iM.rstem u. H. 1, i".»4.
Bindseil coUoq. I, 1^9, 190, Kebeiist. I, 102".
948.
Mira gratia est, Juniores ])ueros parentibus semper Cbariores esse.
Mein Jungst kind mein j,M-oster sebatz. Et neeessarius est die
affeetus pro bis, qui summa eura egent, Qui loqui inee])erunt, uteuncpie
se possunt eurare 0, Infantes eura nostra praeei]>ue indij^-ent Hine m-
telliffi potest das bertzpoeben Abrahams, eum iret, ut oeeideret
unieum filium ete. Er wird der Sara niebt davon g:esagt babeu,
leb wolt werlieb mit Gott disputirn. wen er mir ein solebs
wolt furlegen.'^)
n Der Sinn seheint zu sein „Kinder, welehe spreehen kJnnien, sind immerhin
(iedesmal) sehon mehr im Stande tiir sieh zu sorgen". D.'U Eingang hab.n die
lat Tiselir. abweiehend also „Infantes iuniores a iiareiitibus semper magis diliguntur
Mein Martinelen ist mein liebster Seliatz, et tales intantes maxime indigent
suuimo parentum atieetu et fideli eiistodia, Hen sieben, Lern eben können nu
reden, diirffen soleher sorge nieht so gross. Ideo anior parentum semper
et simplieiter deseendit ad noviter natos. Keeeiisens arteetus Abrahae" ^'t^\/'^^"f
ähnlieh aueh die deutselien Tisehr., die "^><'^', .'.f/ »^'^1.^' ^''"''''u i^'L. iv Vu
Erl A 57, 2(;0, aueh Gl, 27G, Gl, 2GG (die erste Haltte), t«»rstem.u. B. I, 2oo, n , Ul
IV 120, Bindsl'il eoUoql 1,255, 111,207 (Mitte d. S.), Kebenst. I, 135^, II, 2^. \ gl.
schliesslieh auch Erl. A. GO, 141, Förstem. III, 14o.
049.
Secundum iiidieium rati(»nis Hat sieb (lott veterlieber «e-
stelt [349] kegen Caipba, Pilato ete., den seinen einigen sou,
den er szo elendlieb ermorden lies.*)
\) Die spät. Tisehr. verbinden diesen Abs. mit n. 94k. Der Zusammenhang
wird durch folgende Worte hergestellt „Dixit uxor eius. Ich kans nielit gleiiben,
das gott also solt von iemandes lu'geren sein kindt tzu würgen. Respondit .Mar-
tinas Lutherus: Credis, quod Dens filium suum erucifigi voluit, nam nihil vehe-
243
nu'
im
^ntius dilexit, (,uam hune filium, et tarnen eum erucifigi permittit. Juxta ratioms
lUeium" ete. Vgl. Bindseil eoUoq. 1,255, Rebenst. I, U;>'', Erl. A. Oi, 2bl, Gl, 2. .,
Förstem. 1,200, IV, 131,
950.
Omnes iiropbetae taeiunt verbalia ex individujs seu gene-
ralia ex i>rivatis.») Et omnes bistoriae fidei sunt generales, et
tamen ex iiartieularibus desumptae, Abraham, David, Paulus
eandem tidem babent. sed diversam voeationem, Itaque Paulus nihil
eurans Logieam a partieulari iustificato Abraham facit iilem relam.^)
n = Ule l'roph»'ten machen aus dem Unteilbaren, (d.h. aus dem Einzelnen),
etwas was sich durch Worte ausdrucken lässt, also allgemeine Satze oder All-
iremeiiies a-is d.'m Besonderen. Das soll weiter nichts heissen als „sie machen
\ Itcemeines aus dem Besonderen". 2) Aiitzulösen mit universalem
retrulam. Sinn: „Daher kümmert sich Paulus um die Logik gar nicht, sondern
macht aus dem Einzelfalle (1er IN'chtfertigung Abrahams eine allgemeine Kegel
Vtrl (lalat. :i, Gt!-. Von „generales sententiae in particularibiis" wird auch Bmd-
seil'colhMi. II, 2r.r, in amb'rm Znsammenh. gesprochen. In Bezug aut den Inhalt
vgl. n. 50 1.
951.
Finis mundi adest, sie ist auff die heffen») komen, Wer
etwas wil anfahen, der mags bey zeitten tbuu, Die treude^)
dieser weit sind aus, Darumb werden die alten paur vor Wien
-edaebt haben, Herr Gott, ists nu dohin geratten, das wir
vnter dem Tureken^^), Es wandelt sieh alles, Si contingeret,
me iam venire in aedes patris mei, Es wurde mich viel anders
ansehen quam olim, Das best, das aus meins vatern gutt ge-
ratten ist, ist, das er mich erzogen Hatt, Neque enim maius
bonum habet Oeeonomia quam studiosos alere.'»)
1) Mittelh. die (der) hepfen = die liefe. Vgl. Weigand I, 780 Sinn: „Die
Welt ist bis auf den Bodensatz gekommen, d. h. mit der Welt geht es aut die
Neitre" Der Satz ist also eine Paraidirase des ersten .,tinis mundi ad . 2) = Die
Freuden a) Am Ende der Zt'ile ist in der Handschr. etwas ausgetallen. Aus den
spät Tischr. ergänze man sollen sein. 4) Die spät Tischr. dem Inhalte und
auch" der Form nach ganz ähnlich. Doch liaben sie den letzen Satz nicht.
\vi Erl A (i2, 21, Förstem. u. B. IV, 298, Bindseil colloq. 1,85, Rebenst. 1, 48>^.
Der Inhalt des obigen Abs. weist auf den Schluss des Jahres US2
hin. Vgl. Köstlin 11,290, 291, Cordatus n. sG5.
Die sebrifft ist rein ausgespult«), ut esse nou possit, das
der Jüngste tag [350] weit sey, etego a medio auno terri-
bilia somnia habui de iudicio extremo, Praesens boc seculum
eoUatum ad ptur^ ist kaum ein band preit, ein vbriges
eppliehenO. das am bäum hengt.^)
1) Scheint zu stehen im Sinnen von „vollständig ertüllt". 2) = praeteritum
:i) = ein noch übrig gebliebenes Aepfelchen. Luther ^yl 1 sagen das Ende des
gegenwärtigen Jahrb. steht vor der Thiir". 4) Abweiehend Erl. A. G2, 21, 22,
Förstem. u. B. IV, 299, Bindseil colloq. I, 86, Rebenst. 1, 49a.
953.
Daniel defmivit mundum per Mouarehias Persarum, Grae-
16»
L'U
« .;;■■ >'--j«,
^^^
tjätgS
244
corum et Roinanorum, Papa Hatt Ronianum Tiii])eriinn er-
halten. Der ists S. Johainiis letzter tni iick '). l>er t'elt } hm
au oh dahin. In Coelo tiunt nnilta sipia. In terra aedihcatii» est
supra onineni nioduni, item phmtatio, thesaurizatio. Artes omnem mo-
dum nune superant, leh hotte, der liehe ^-ott werd es einende
niaehen et non respieere astronomos, ipii dieunt, anno 40 rediturum
aureum seeulum.'-)
1) .Tohannis Trunk oder .Tolianniss«^^on lu'isst im kathol. Dentschljind
der am Feste St. Johannis Evaiigelistae (27. Dec.) jr^.wtMhtc Wein, den der Priester
am Altare der (Jemeinde mit den Worten reielit ,.hil»e amorem Saneti .loliannis in
nomine patris" etc. Dieser j^eweihte .loliannistrunk oder .loliannissej^'en wird sowolil
in der Kirche, von Oemeindemitg:lied«'rn. bei rrauunj:;en v«>n dem llrautpaarr, als
aiicli im Hause bei ernsten und fröhliclien (Jt^lefjji'nlieiti-n getrunken. Ja vor weiti-rcn
Heisen als Schutz und Stärkuno^. In Folf?<' dieses letzti-n (;ehrauehes nimmt das
Wort Johannistrunk nicht selten die P.edeutun^ von Abscliiedstrun k an.
Dies bedeutet es auch an unserer Stelh- Vgl. «IC t/inger, Ueallex. d«'r d»'utscli.
Altert S 3-^."). Vffl. aucli Wuttke, Volksabcrfrlaube ^ UM, Fr)rstem. u. F.. l\ , ]). 2iM»,
Note 2. Heinsius, Volkst. Wort. d. d. Spr. II p. MMio. Luther will also sagen
Während die übrigen Weltreiche zu (Irunde gegangen sind, hat der Papst das
Imperium Komanum (das heilige römische Reich deiitseher Nation) bisher erhalten:
jetzt aber befindet er sich im letzten Stadium der Auth'.sung, er sinkt auch daiiin.
Vebrigens ist yhm wohl als dat. incommodi zu fassen. 2) Die spiit. 'I'ischr. „leb
hofte, der liebe gott wirdts ein Ende machen. Kespondit Magister Leonhardus
Mathematicus(?), Mathematieorum sententiam e.sse, Ann»» 4o reversurum aureum
seculum'\ Vgl. IJindseil colhxi. I, SU, Kebenst. 1,4«»", Krl. A. »',2,22, Fi»rstem. u.
B. IV, 2<M». N. 9.')l, 952. S)'y:\ bilden eine dem Inhalte nach zusamuHU-
hiingeude (Iruppe. Vgl. auch Cord. n. st;:», Köstlin 11, 2*H).
Ich liahe des liehen") hirs ein ende erleht, Ks ist
alles zu koventÖ worden, Et ro'.^o \:\rA\ Deum omnem eaussam
eins ^) materialem, formalem, effieientem et finalem vel, si adhue h r a -
seandum^) est, Das doch das zehent hier"») geriet, Sie
hahen in zehen Jar die kunst nie können finden.«)
1) ^ Des angenehmen, guten Biers. 2) = Es ist alles zu Dünnbier ge-
worden. Kofent, um 14S2 covent ~ Conventsbier, d. h. Bier, wie es «lie KlosttT-
brüder o-enossen zum Unterschiede von dem stürkcsren Biere, welches die (Htcren in
dt'U Klöstern tranken. Vgl. Weigand I, XSX :i) = Dass nämlich alles gute Bier zu
Dünnbier geworden ist. Luther meint, er wolle (Jott bitten ihm d«»eh die (; runde dieser
Erscheinung anzugeben. 4) vel sc. rogo Deum. Vgl. n. 442, ^^H •>) — 1>:\^
Zehntbier, d.h. das zehntpflichtige Bier. «) Nur bei Bindseil IH, :t2.. in fol-
gender abweichenden Form: „Ich habe dies(V) lieben bieres ein ende erlebet. Es
ist nu alles zu kofende worden, et oravi Deum, ut perden't oiinu's causas.
materialem, formalem et finalem coctionis, vel si omnino cocjuenda esset, uf tameii
das tzehende hier geraten mochte, «las nicht eitel kofent «laraiis
würde gebrauen, sieut per decennium factum est.
955.
Omnes linj^Miae iuter se ]>ermixtae sunt, ((uia, euni rep:iones inter
se sint vieinae, mutuatur altera ah altera ali({ua voeahula. Boliemiea
lingua pro magna parte Scythiea est, Hehrea eorrupta post') Uahi-
lonieam, Et factum est Ehreis quod Italis, (pü ex Latini» Ita-
licum^) feeerunt, Ita illi eonsperserunt suam linguam (Mialdaiea,
Et licet nesciam Oraece uec Hehraice-*), wil ich doch eim
Graeeo vud Ehreo zimlich hegegneu.^)
245
1) Im Sinne von secundum. Die spät. Tisclir. „post captivitatcm Babylo-
uicam". 2) = das Italienische. :J) Für Graecum nee Ilebraicum oder mau
ergänze loqui. Vgl. n. 957. 4) Abweichend Bindseil I, 20:i, Rebenst. I, IST-',
Erl. A. ü2, 31:j, Förstem. u. B. IV, öW).
956.
Linguae i)er se non faciunt Theologum, sed sunt adiutorium,
Oportet enim ante rem scire cpiam linguae illam possunt ex])rimere,
Et ego communem quandam Linguam scio, etnullameer-
tam, Ideo intelligi ])ossum in Inferiori et Superiori Ger-
mania, Ich rede nach der Sechsischen Cantzlei, quammu-
tuantur«) omnes [:^52l Pi*i"t.Mpes Germaniae. Max im i Hanns
et Fridericus^) totum Imperium ita ad certam forraam loqueudi per-
duxerunt, Ilahen alle spräche alszo in einander gezogen.^
1) = welche zum (;ebrauche entlehnen. Die si)ät. Tischr. „(puim imitantur'.
2) Maximilian 1. und Friedrich der Weise. :i) Mit Zusätzen, sonst ähnlich Erl. A.
{\'l, 3ia, Förstem. u. B. IV, ÖGD, Bindseil colloti- I, 203, Kebenst. I, 187 *.
957.
Camp an US iuvenis et iuexercitatus incidit in has quaestiones,
lUH) quod putat. se plus graece scire quam Luther um autPomera-
num, Non sensit ullam luctam, et tamen gloriatur de plerophoria, et
iactat. se clarius e\]>rimere divinitatem quam Joannes, et me damnat
mciulacem, quod infirmam fidem doceo, qui ') in dies dehet crescere et
procedere luctis.'^)
1) Eies «lue = (|uae. 2) Weitläuftiger >>!. A. (»1, 5, Förstem. u. B. III, ru.'i
(Ende d. S.), Bindseil colhxi. 11,2:), Kebenst. II, .ih'. Von Campamis ist die Kedc
n. 107, 111h, 112, Fi.-), 12«), i:n, 7(>2, Hö^ \m ^.
958.
Cami)anus definit Ghristianum a perfectione sanctitatis »\ Ego
autem dico, Christianum esse miserahilem peccatorem, affiictum varijs
dcsiderijs. suhiectum ]uavis aflectihus, Sicut Paulus erat, qui lierc-
hat in E])a]»hrodito'^), Campanus autem homines facit stipites
ut Stoici, Si ego talis essem, wolt ich mich hald zu vir mal
lassen teuffen.-*)
1) = Campanus setzt den Begrifi" eines Christen fest nach seiner Vollendung
in der Heiligung d.h. er erklärt bestimmt, der wahre Christ sei ein voll-
kommener Heiliger. 2) Vgl. Philipp. 2, 2.->, 4,1s. An der ersten Stelle
heisst es: „Necessariuni autem cxistimavi Epaphroditum tratreui et cooperatoreni,
et commilit'oneni meum, vestrum autem apostolum et ministrum meae neces-
sitatis mittere ad vos'' (Vulg.). ■\) Die spät. Tischr. ganz abweichend. Vgl. Erl.
A. «•,l,.=> (Ende der S.), Förstem. u. B. 111, :U4, Bindseil 11,25, Kebenst. U, :U ".
059.
Si adeo certi et plerophorei possemus esse, ut Campanus |:35»^|
l(K|uitur de (Miristianis, wolt ich nicht ein Heller gehen vmh
die predigt vnd Sacrament.')
l) Abweichend Erl. A. «il,»., Förstem. u. B. III, :Ul, Bindseil collo^i. 11,2«;,
Kebenst. H, ül^. N. '.157, 1»5S, 950 gehören zusammen.
k
246
900.
Duae Caussae faciunt monachiim, Impacicntia et desperatio,
Vident enim aliquem errorem in mundo, (lueni putant tolH ])()sse '), sed
extremam illam raalicianr^) niundi desperant tollcrare. Id »j fu^nunt niun-
dum et dicunt. Die weit ist zu bosze.^)
1) Die spät. Tischr. „quia vident errorem in muiulo adhuc tolenindmn'*. 2) Die
spät. Tischr. „extremam miindi peruiciem". .i) Lies Ideo (aus „id:''). -1) l^^^'
deutseh. Tischr. abweichend „Drümb flohen sie die weit. Denn es ist die Uelt zu
grundböse, sprach D. Martin^' ff. Vgl. Erl. A. 00, 3;{2, Förstern, u. H. III, i^ti, Kmd-
seil coUoq. I, 124, Rebenst. I, 68 b.
961.
Ingratitudo et vanitas mundi exprinii non potest, Antcquani no-
vuni Testaraentuni esset translatuni, onmes tMi])iobant transforri, Trans-
lato illoO, diligebant 4 wo eben, et cupiebant tiansfem vetus'), Das
weret aucb vier wocben, et Psalterium •^) aucb vier woeben,
Translatus Ecclesiastieus, der itzt viel niube niaebt^),
wird aueb vier woeben gelten, Et deinde aliquod novum cupiet
vulgus, donec ineidat in aliquem errorem.'')
1) 1522. 2) Als erster Teil erschienen 1523 die 5 Hiicher Mosis. anfangs
1524 als zweiter Teil die Geschichtsbücher von Josua bis Esther. -i) Die rsalmen
erschienen gesondert vor der Ausgabe des dritten Peiles des alten Testani (die
übrigen alttest. Schriften mit Ausnahme der Apokrvphen) noch 1524, zweite Ausg.
152^, Summarien über den Psalter und Ursach des Dolmetscluns 1533. 4) Mit der
Uebersetzung der alttestam. Apokryphen beendete Luther die L'ebersetzung der
Bibel. Die erste Gesamtausgabe erschien dann 1.")34 bei Hans Lufft m Wittenberg.
Das Buch Jesus Sirach erschien Ende 1533. Wenn es also oben heisst: „die
Uebersetzung des Jesus Sirach, der jetzt viel Mühe macht", so ist
anzunehmen, dass Luther obige Worte 1533 gesprochen hat. 5) Die spat, lischr.
abweichend. Vgl. Erl. A. 57, 361, Forst, u. B. I, 2vo, Bind. collo(i. I, 173, 174, Reb.
I, 03«. Ueber Bibelübersetzung n. 4S7, 770, 775, 063, 076—082, o'»5— OOS ft.
962.
Liber Ecelesiastieus est plane Oeeonomicus. Sie Ecele-
siastes politicus, Es ist Hausrecbt vnd stadreebt.')
1) Fast wörtlich ebenso Bindseil eolloq. I, 174, Rebenst. I,03b. Vgl. femer
Erl. A. 57, 362, Förstem. u. B. I, 2S1.
963.
Bibliam transferre [354] magnns labor est. Et licet multum
olei insumpserimus in boe Labore, tarnen erunt die es besser wollen
m aeben, Carpent me in uno vocabulo. (pios reijeere possem in een-
tum 0, si ipsi verterent, Uli daturus sum 50 fiorenos, ([ui apte verteilt
72 et 73 psalmos^), si tamen nostra translatione usus non fuerit.:»)
' 1) sc. vocabulis. 2) Die lat. Tischr. haben unvi-rstiindlich: „si quis mihi
potest versus 72 et 73(!) tantum ajite vertere, huic dabo 50 tl.'' Nach Cor-
datus ist der Sinn: „Wenn mir einer dieTsalmen 72 und 73 passend über-
setzen kann" ff. 3) Im Einzelnen abweichend Biudseil collo.i. 11,213, Reben-
stock II, 108 b.
964.
Mulieres cum sint glaciales»), »xor mca peccat contra
247
vo.Mil'im tota nunc aestuans in infirmitate sua'O, Es ist
ein arms TW vmb ein weib. Hoc tamen excelli si pana bhos,
c4ner.rre, r (^^^ Donum est, Imo Jacob dicit, Illos esse hberos
r qL ri)eus bescbert batt3), et imo ^^^^^^^^^
benedi^io l)onn,j, a^^^
X:'n^u^ I^^;:lt^:i:;i^bt^die.welt kein „Graüa.^ post
illud „Benedicite" Dei.^) .
n - Wiewohl die Weiber sonst kaltes Blut haben. 2) = So macht doch meine
K.meint s.'in, .ta i-rst.ns von .•....•r so l»"f "/'",,"' ^V"!"^^^ loll.«,.
£SiÄ:i- S^EH sie: ssS'^äÄX
unterrichtet sind.
965.
Vxor in sacris literis dicitur Deliciae oculorum tuorum'),
Ebrei'Cnt, neminem inveniri. qui recte poss t mtcTpretari primum -)
(^aput (ienesis. Lux enim est totius vetcris 1 estamenü.«^)
1) Vgl. Ezech. 24, I., Eccle.iasticus 26, 2, 2) Die ^l-'^^^^^'-Jll^f^lfttf
vierte Kapitel. 3) Vgl. Erl. A. (11 177, • orstem. J^- «• ^ ' {^;^ ^'""^'''^ "^"^'^•
11,3 17. Rebenstock II, l(i2'' hat nur den ersten featz bis tuorum.
966.
8 [Superbiamj
A Avaritiam
L I Luxuriam |
■ , , Ä;:r! .h,,i den,. .'„„,1. n. ';;""•;[» »i;;f«
•lie M-linuppeii von krjrt vnd wplitagc liiitt, bcd Mxpei In.i et
üi.lh < nV n.o.im.a pccrata. quac n.axin.e noeent et s«l. .pecc pic-
! if ecMdtar oss m.t, Sü-at Sathan transtigurarc sc potest i" Ange un.
l'iucl darum dien. *), ita superl.ia vnlt esse prol.itas et invidia .elus^)
i imtiei'ie 'M
.^ TV ••* 'iMcr.i.r n IviisersberiT. Sollte nach der obigen Lesart
'g^li^s^r'waV'die:« '^r.luü^^ libcJ^wegcn Hinnoigung .«r Lehr.
248
Luthers aufgeben inusste? Er war fj^ebürti};, wie auj::ej?elu'n winl, aus Keisers-
berg im Herzogtum Steiermark, geliürte einst zu Iliittens Freunden und
schrieb im Jahre 15;irt an Melantlion einen austuhrliclien Urief. Vgl. Seekendorf
III, § 74, 1. 2) Diese Worte fehlen in den spät. Tiselir. ;{) Vgl n. «77. l) Die
spät. Tisehr. „in ipsum Deum" oder „in Gott selber' (I). h) = C^/Aow-, d.h. Eifer.
«) Erl. A. 59, 198, Förstern, u. B. II, .379, Hindseil eollocj. III, IIH.
067.
Der Christus wird itzt wol zu pr-e(lip:t '), sed iiiuihIus vult
decipi^) et aversatur veritatem et sequitur niendacia.')
1) = zu gepredigt, d.h. d. Menschen verkündigt. 2) Vgl. n. 1^4 nebst
Noten. M) Vgl. Erl. A. 59, 198, Förstem. u. H. II, .379, Hindseil coUoii- III, 110.
Mira est iiiveutio horolog:ij ') ita eerte teni])uw dofinicntis,
Si verba faeere posset, haberet plane officium bunianuin.
1) = einer Uhr. Luther meint, wenn eine Uhr sprechen könnte, so würd««.
sie vollständig die Dienste eines Menschen vertreten können. Alte Uhren-
inschriften lassen ja oft genug die Uliren sprechen und gleichsam
als Menschen auftreten. So heisst es an der Uhr am Dome zu Hremcn
„Grcssus meos denumerat", d.h. er zählt alle meine Gänge, Iliob 34,21
In andern Sprüchen tritt die Uhr als Prediger der Vergänglichkeit auf, sie erinnerl
^u ^M. \M. titAV/AtLv ^^v/i-i- A&t\.&iivi ^vii^nvii (*iK\ii v.iui^\ ixiii/^v^ «kirvi r*\ii^rii\ iiirfviit*
„pereunt, imputantur" (sie gehen dahin, werden jedoch angen'chnet), „Von
allen eine, ist die deine" oder ,,A II e verwunden dich, die letzte tötet".
900.
Caesar vere pater Gernianiae iteruni abieiis ad Neapo-
lim^) strictissimis niaudavit literis suis, ut ])a('eni omnes ser-
vent, P^xpertus enim est tandeni oljedientiani Oermanoruni et [.3561
mendaeia Papae, Imo dili^enter orandurn est ])r(> eo.^)
1) 1532. Ende dies. Jahr, kam Carl mit Clemens VII. in Uologna zusammen,
(Febr. 1530 wohl das erste Mal), um über ein allgenuMues Concil mit ihm zu ver-
handeln. Carl wollte nach Neapel, ClenuMis kam ihm Itis Bologna entgegen. Auf
diese friedliche Zusammenkunft weist «ler Zusammenhang hin. Ueber die (Gründe,
welche Clemens VII. bewogen dem Kaiser entgegen zu reisen, sagt Seckendorf III,
§ 11,2 PVjlgendes: „Ut tamen sunnnus dissimulandi artifex erat (sc. (Uemens VII.),
caute vero ei Bononiam usque obviam progressus est, ne ('aesar copiis Hispanorum
comitatus et per Tontificis dictiones Neapolim tendens potentiam suam osten-
taret aut stabiliret, cui minuendae oumem operam imi»endebat Puutifex". In Bezug
auf das oben erwähnte Sehreiben tindet sich bei Sieidanus N'III, p. ir,s folgende
Notiz: „Vienna contendit (Carolus) in Italiam. Mantuae cum esset, decima No-
vembris (sc. 1532) datis literis ad ordines Imperii, fratrem suum Romano-
rum regem ait per suam absentiam esse gubernaturum Uempublicam, sc gravibus
de causis c Germania profectum esse in Italiam, et ibi cum Tontifice agere
velle de coneilio, sicut Ratisbonae decretum sit. l'acem vero colant onmes,
quam nuper edicto sanxerit et fratri non secus atque sibi ipsi pareant. Inde
Bononiam pro f e c t u s , c um C 1 e m e n t e s e p t i m o v e n i t in c o 1 1 o (j u i u m etc.
2) Vgl. n. 794.
070.
Bona conseientia responderc potest is, qui repositos habet aliquot
249
florcnos. Er bab kein gelt, das er ausgebe, si ab aliquo rogatus
fuerit mutuuin dare.')
1) Die spät. Tisehr. abweichend und weitläuftig: „Dominus Hynneck inter-
rogavit Martinuuj Lutherum, si haberet aliquot floren(»s ungaricos vel ahum Ihe-
saurum, (luem exponere nollet, et ali(iuis veniret ad cum nuituo petens, an etiam
bona conseientia denegare j.osset, dicere(V). Ich habe kein geldt. IvCsponditD.
Martinus, posset tieri salva conseientia, (juod (lesignat(V). Ich habe kein geh t, das
ich ausgebe". Vgl. Bindseil collo«i. II, 2s2, Erl. A. 57, 358, iörstem. u. B. I, 2/8.
071.
De mutuo lociuens. Joannes dieit ') de fratre egente, et
Christus-) de ])etente id est egente kupiitur, non de oeioso. non de
prodigis. die gemeiniglieb die grosten betler sind, quibus nuUo
mutuo subvenitur, Nullus egens est in hae urbe exeeptis studen-
tibus Armut ist grosz in der stadt, faulbcit noch grosser,
Man Van sie mit gelt nicht zur erbeit'O bringen, wollen alle
lieber betlen.*)
1) l..]oh. 3, 17. 2) Lue. ('.,30. 3) = Arbeit. Bei Luther nur ^'rbe^it,
dialektisch noch in Oberhessen und in der Wetterau. \ gl. Dietz I p. • ^-^D »?if
sirät. Tisehr. im ersten Teile ganz abweulu^nd. \ gl. Bnulseil colloq. 11, -i^^ ^^r ;
\ .-,7 3.-,s Forsten., u. B. I, 27\ wo ausserdem nach den ^^ orten „lieber betlen
i'oltrendes zugesetzt wird: „es ist kein recht regiment alhie. Christ.anno c't I aceo
ist nicht tzu helllen, wan ichs auch gleich verm.U-hte, so woUte ichs nicht thim
ihe mer man Ihnen hieltVt, ihe sehrer sie hinein kommen (Bmdseil, ganz almlicU
auch die deutseh. Tisehr.)".
072.
Ich wil meinem weib vnd kindern ybr Brod nicht
nemen«) vnd geben dens nicht hilfft, lluic autem, qui vere
pauper est, ex animo est succurrendum.-)
n Die spät Tisehr. „Ich wills meinem Weibe und Kindern nicht vom Maule
wegschneiden-. 2) Vgl. Erl. A. 57, 359, Förstem. u. B. I, 27s, Bindseil II, 2^2, 283.
078.
Ideo tamen b>ci lociuentes de Klee niosina, 1:^)71 de ociosis non
sunt exponendae 'l velut iste. Qui habet duas tunicas, det unam non
babenti-), AppcUat autem Scriptura per unam tunicam omnem vestitum,
(|iin vere'egenus indiget ])ro sua conditione et necessitate, Sicut panem
vocat omnem Cibum.*)
I) Lies exi.onendi. 2) Luc. 3, II. 3) Die spät Tisehr. mit folgendem
•ihweich Eingange „Und Niemand soll so steit und abergläubisch diesen
SpnIVh verstehen: Wer zween Köcke" t|. Vgl. Erh A. 57 1^9 törstem IK B.
l, 27^, 279, Bindseil c(dlo(|. II, 2s:i. Dasselbe nodi einmal Erl. A. o^, 419, 420,
Förstem. u.'b. II, 2(i^.
074.
Per Eleemosinani laborat Diabolus nos denuo Monaclios
faeere et inipijs ociosis dare occasiones luxus et voracitatis. Sie wol-
ten weilen«) alle bey mir reich werden, Das betteln war
kein ende.-)
n Mittelh. wilen, gewöhnlich wilent (weiland) = vormals vor Zeiten.
Weigand II, 1(»75. 2) Vgl. Erl. A. 57, 3.59, Förstem. u. B. I, 2-9, Bindseil H, 283,
250
auch Erl. A. 58,420, Förstcni. u. B. II, 20*^. Die n. 07(J-974, vicllek-ht auch n. 1>75
gehören inhaltlich zusaunnen. Au einer andern Stelle, Erl. A. 57, 3oi», sagt Luther
„Ich hin otV hetrogen worden von unverschämten liettlern und Streichern. Ich
meinte, alle Leute wären wie ich''.
Arm in Jin n ere dl e li.
Letzte i^nt w e r e d i c ii. ' )
1) Von Nähren und Wehren in anderem /usauimcnhaiigo Hindseil colloq.
III, 111). Luther schehit sagen zu wollen: „Der Arme soll sich iiu Scliweisse seines
Angesichts ernähren, derjenige, welcher ein letztes (Jut besitzt, soll darauf achten,
dass er auch dieses nicht verliere".
Es ist uicht in üj; Hell, das einer sein ^^ehorn spraeli
ei^^eutlieh rede mit einer andern /unj^^en. vnd modus ver-
tendi ist, das man das voealmlmn nicht /. u nahe sn ehe noeh
zu weit, sed proprijssime neme seeundum (|uamlil»et linf;uam.-)
1) Die lat. Tischr. abweichend „V*'rba ILbraica sunt gemina. Impossibile
est alia lingua sie loijui. «it sua jjropria, (juod video iu illis. qui vcrteruut''. 2) Vgl.
Biudseil colloci- 11,212, liebeust. IL I'.»S'«.
«I
I i
Eeelesiastieus ist itz alszo [:C>S| vertirt '), <}a«» ij^l» .V^»"
uielit kenne eomparatum ad veterem translationem. Fuit enim lil)er
eorruptissimus in i^^raeeo et latino. W e n w i r d a s 11 e h r e i s e li c r -
greiften, lassen wir das (irekiseli und Lateiniseli farcn.^)
1) Vgl. n. «Mil, 0Ü2. 2) Vgl. Kimlseil collo(i. II, 212, Itcbenst. II, \\)S\
978.
Man mus alszo reden, wie man auff dem marekt redt
Ideo lihri didaetiei, pliilosopliiei et sententiosi diflieulter transferuntur,
historiei faeilis sunt translationis, Si nune a me Moses trans-
ferendus esset, wolt ieh yhn wol deutseli maehen, quia vellem
ei exuere hebraismos, et ita, ut nemo dieeret liebreum esse Moseu.')
J) Im Einzelnen abweichend Hindseil coIlo«i. 11,212, Uebeust. II, PJS«.
Vere transferre est per aliam linicuam dictum a])]dieare suac
linguae. Sed eum hoc data opera faeimus in Mose, dieunt Judei '),
Die meinun^- hatt er troffen-), aber die walire^) nielit, Vt
eum ipsi dieunt. Sie haben die st ad verband») jier os gladij, nos
vertimus, Sie haben die stad verheeret durch die seh erffen
des schwerds, Et allegoria illorum verborum |:^5<»1 pertinet ad
praedieatores, (pii omnia vastant ore suo. (lermnniee autem tnntuni est
ac si dieas, Sie selilaf^^en alles zu t(Ml. was nur lebt.-^)
1) Die lat. Tischr. ganz abweichend „Nam vere transferre est a]ii>licare suac
linguae. .ludaei deberent dicere uovum Mosen". 2) == getrotVen. .i) Hindseil u.
Kebenstock „aber die wordt niclit". 4) 5. Mos. Li, 15 „So sollst du die Bürger
251
derselben Stadt schlagen mit des Schwerts Schärfe und sie verbannen mit
allen was drinnen ist,Wl ihr Vieh mit der Schärfe des Schwertes^; Verbannen
= in' den Bann thun, dem Herrn weihen, der Vernich ung ;;, ^^^ ' ^ n^ A\ e^n^^^
II «ISS 5) Die lat. Tisclir. bieten folgenden abweichenden .schluss: ,^os proptcr
aiegoriam vertinuis: Sic bähen die sta<lt verherct durch die scherlle des schwerttes
Ik' ; uädrat ad con.ionatores, ,ui ore gladij vincere d^bent «^jl Gcrmamce ta
dicitur: sie schlaget(V) alles todt, was nur lebet". A gl. Bmdsed colloq. 11, 212, iU,
Rcbcnst. II, r.>*^a.
980.
Allecroria est. das man ein dingk fur-il)t') vnud ver-
stehts anders den die wortt lauten, Et est in sententia 0, Me-
tanbora in verbis et voeabulis, Seriptura saneta et lin-ua Germaniea
sunt plenae allegorijs, Er henek den mantcl naeb dem wind,
Viel gesebrev, wenig wol^O, l^^tc ^ <»" ^^^»^'^^ ist der morgen-
stern zu Wittemberg-. Voeabula Metapboras, res verotaeiunt Alle-
gorias, ut i>raeeei)tum Christi de lavandis pedibus, de Haptismo, de
Eukaristia sunt Allegoriae.^)
1) Die späL Aufzeichn. fürbildct. 2) sc. allegoria. :0 = X'!ll!toi
u-hrei wenig Wolle. In diesem Sprichworte scheint mir übrigens Geschrei
Uf- clam<n-, wie es gcwöhnlirh antgctasst zu werdm pflegt, «i;"!^^"? .r;:.^!;
s
nu
ni<<iir ; ciamor. \> u «> ;;i««iiiiiiu n .mi^» it..-.-. .... •• - - i r^ , . i .• • .
4 I«o spät Tis.hr. /,u,M Tril «i.l.t r..l,t verstii.MlIiH,. \>l. Erl. A. «2 1., torstem.
,, niv 1111 li mls.il II 'i- KflH'iist. 11,1111». l>as Kiiizclii.' ai.ziiluliroii «nrrte
";, «..It nröi. itc aücHiMli hat au .Icu Hand der llaudschrllt gc«chriebcu de
Allegorijs. Vgl. n. 14^.
1181.
\lle-orias darff man nielit halten wie sie lauten '),
nt eum'-) Daniel dieit^») de bestia. (|uae babet K) eonuuL per quam
intelligitur Komanum Imperium. Ita Cireumeisio in novo Testamento
est allegoria, uon in vetcri, in (pio eos illam exaetissime oportebat
servare.^)
1) _ Allegorien darf man nicht wr.rtlich verstehen. 'i) /^mu Beisj.iel, wenn.
:<) Dan. 7, 7. 1) Vgl. Erl. A. r,2, :to, Förstern, u. B. IV, :m, Bindsed collo(i. 11, 1)2,
kebeust. 'li, loi«, IUI»'.
982.
Xovum Testamentum faeit Allegorias ex veteri [;k>0] . quod
tantum lociuitur de rebus gestis, ut de duobus filijs Abrabae ex qui-
bus Paulus faeit duos ]k)1)u1os. Tamen ne faeiamus tales Allegorias,
quales ipsi Kottenses.')
I) Abweichend Erl. A. r,2, :^u, Forsten., u B. IV, :m(i. Bindseil colloq. II, t»2
KebeiisL II, PMi^. N. «.I7n - «>2 gehören wohl inhaltlich zusammen.
983.
Mirum est, nunc ])ariter omnes artes redijsse in lueem »\ et si-
mul cmines egregie e<mtemni, velut caleograpbia-^), summum et
postremum donum=') i)ei. per (piod er die sae betreibt, At
quam est illa despeeta etiam bis. (pii ei praesunt!^)
n V-1 n sr2. 2) Vgl. n. 77u Note 2. -O Vgl. n. 252. 4) Vgl. Erl. A. 02, lio,
Förstern. u:^B. 1V,30U bis c-ontemni. DasUebrige ^ * ^%!| •;^;>' ^^^^^^S:
ten Satzes ErL A. 02, 4t)S, Förstern, u. B. I\ , -lo. Die lat. lischr. ab^^ucUtua.
252
„Omncs artes iam perfectissime et lucidissinio prodierunt, ot sunt ctiain pr(»h dolor
(lespectissiuiae. Ita mundiis ipsi Christo t'ecit, ijucui despectissiumin liabuit. Chalco-
jijraphia est sumimim et postreiniim donuni, durch welche gott die sache treibet".
Diesen und den folgenden Abs. n. US4 verbinden die lat. und zum Teil auch die
deutschen Tischr. mit n. 0^.0 — 9S2, wiewohl ein innerer Zusammenhang fehlt. Vgl.
Bindseil collo(i. II, i>2, 1)3, Kebenst. II, l«»!'-.
Es ist die letzte fhamme für dein auszle sehen in der
weit, Sie ist am ende, wie Jerusalem ^esehalie. Qiiando
Optimum *) Christum cum sanetissima sua praedicatione eontemnehant,
perihat. Doch li^t nicht daran, (piia umnes saneti, (jui dormiunt'^)
(ut est in Apoealipsi), hune diem exi)eetant.^)
1) Das im Manuser. stehende Compendium kann aucli mit o]) tat um oder
optatissimum aufgel()st werden. 2) Apocal. 2<», i;, ;;) Die spät. Tischr. un-
vollständig: „Es ist die letzte flamme vor dem ausleschen der weit, sie ist gott lob
am Ende. Saneti patres dormientes (ut Ajjocalypsis dielt) desiderant hunc diem".
Oder „Es ist die letzte Flamme tÜr dem Auslöschen der Welt. Si ist, (iott Lob,
am Ende. Hancti Patres dormientes desiderarimt videre huuc diem revelati Euan-
gelij". Vgl. Erl. A. (;2, 40^, Purstem, u. H. IV, 71'., llindseil colhxj. II, «>:;, Kebenst.
II, 101 •'. Ende lö.ri glaubte Luther den Weltuntergang nahe. Vgl.
n. SH.5, «)51, 952, Dö.'i, 549, 551, 35(i.
085.
Impossibile est, Eeolesiam posse ereseere vel servari ahsquc
sang-uine '), Nathan enim adversarius eins mendax est eontra veritatem,
et homicida adversus eos, (pii [3t31j veritati eredunt. Ks verdreust
mich, das ich mein hlut ins grah sol traj^en'^), maxime cum
multi ^lonachi, ipii ])raedicatores \) fuerunt san^^uine fuso, sunt mortui.'*)
1) Vgl. n, 7()'>. 2) Luther ist nicht damit zufrieden, dnss er, ohne die Mär-
tyrerkrone erlangt zu halten, seine Erdenlaufbahn vollenden soll. :0 sc. veri-
tatis. 4) Abweichend und weniger vollständig Hindseil collo(|. I, 14, Kebenst. I, S».
08G.
Dens hoc nostro tem])ore miracula facit in duohus illis tratrihus
Carolo et Ferdinando, (piia utrunuiue praefecit mapio dominio et
fecit diversissimis atlcctibus et morihus. Hie l>elli, ille pacis est autlior.
In hoc t'ortuna. in illo hahitat infoclicitas, llunc amant omnes, illum
odiunt universi, F e r d i n a u d u s h a t u i c h t gelt n o c h g u n s t , Uli
affluunt et opes et favores.')
I) Dem Inhalte nach ähnlich, aber gänzlich in der Form abweichend Hindseil
eollo(|. II, :i2;{. Vgl. aucli Erl. A. Ol, ;{«s, Förstem. u. K. IV. 2i;{, sowie n. 794, s;i3,
S()9, 92.3 in Bezug auf den Inhalt.
087.
F e r d i n a n d u s w i 1 V n g e r n ei n n e m e n v u d mit seinen
Ili Spaniern erii alten'). Das wird szo wol hinaus gehen
wie den Mail e n d e r n , cum ipsi -) eos servarent contra vim V e n e -
t o r u m , P a p a e et U e g i s F r a n c i a e '^), Sunt tutorcs. sed male fidi,
Cogebatur enim ibif.-') unns civis alere 20 militcs suniptu et sti])endio,
Sie spielen mit gleichen w u r f f e 1 n w.\t d e n T u r k e n ^), et
utrique [302]^') obsidionem^) faciunt uon al)similem illi J er o so 11-
253
tanae"). Suchen das gelt in pornen^), Hacken wo die Erde
new ist, Da graben sie ein, Parietes noviter dealbatos demo-
liuntur.'*)
1) = Erlangen, in sein«'n Pesitz bringen. Doch wird das Wort von Luther auch
nicht selten in der licdcutnng von servare, conservare (schützen, beschützen, be-
haupten) gebramht, wofür das Folgende si»richt. Vgl. Di(^tz I, p. 5(>S. 2) sc. Hispani.
:{) Der Krieg von 1527- 1529 ist gemeint. 4) = Im Vergleich zu den Türken, d.h. wie
d. T. Luther will sagen „Spanier und Türken spiilen beide mit gleichen (d. h. falschen)
Würfeln". :.) ^^<*- Ilisi>ani et Turcae. C.) Die spät. Tischr. de vastatione m oder
\' e r w ii s t u n g. Nach ( "ordatus Lesart ob s i d i o n e m , die sehr wohl in den Zusammen-
hang passt, ist der Sinn „Wenn sie Städte besetzt halten, so gehts, wie einst zu
.Jerusalem". Luther wird «labei an die zuchtlosen Kotten des Eleazar, Simon
und .lohannes d«-nken. die .lerusalem gegen die KJhner verteidigten. 7) Die lat.
Tischr. richtiger „Hien.solvmitanai'". s) =-Krunnen. IVmdseil „in Hörnen, im (V)
("loacken". 9) — Frisch" getünchte Wände reissen sie nieder. Die spät. Tisclir.
mit folgendem abweichenden Eingange ,.lpse iam vult Vngariam suis Hispanis vin-
cere, se<l habet avers(>s subditos. Ilisi)ani sunt mirabiles milites, vivunt imieda,
das 'hatt Meilaiidt w«»l erfahrni" t^". Die deutsch, haben nur «len zweiten Satz.
\uch der Schluss weicht in <len sjKiteren Aufz. ab. Namentlich setzen die deutsch.
Tischr. noch Folgendes hinzu: „Auch giessen sie Wasser auf, wo dasselbige unter
sich zwischen den Steinen einsinkt, da graben sie ein. Krauchen auch wohl \V imschel-
riithen, damit man Silber suchet, wie auf den Kergwerken". Im Dbigen wird wie
Erl A. r,2, 172 bescmders die Zuc]itlosigk«'it sjjan ischer Truppen geschildert. Der
Ausdruck mit seinen llisp.uiiern «lürfte aber hier wohl nicht so ganz richtig
sein. Allerdings befanden sich unter den kaiserlichen Truppen, welche im Herbste
d .1 lö.Ti gegen die Türken aufgeboten wurden nach Sebastian Schärt lins
Lebensbeschreibung .{2 (vgl. .lanss.n, (U'sch. d. d. V. IIL S. 254) auch Spanier.
Als Soliman sich ohne entscheidende Schlacht durch Steiermark zurückgezogen
hatte, entlii'ss der Kaiser das Keichsheer und seine eigenen Truppen und wollte
zu Ferdinands grossem Kummer nicht weiter gegen die Türken, denen Ungarn
jetzt leicht hatte abgenommen werden können, ziehen. Nur die italienischen
'Söldner des Kaisers wurden Ferdinand überlassen, die in rngarn, wohin sie
geführt wurden, auf das schrecklichste hausten. Diese Truppen, etwa Kmkio Mann,
werden unter den zuchtlosen Spaniern zu verstehen sein. Obiges ist also wahr-
s che in Meli Ende 15:r2 gesprochen. Vgl. Erl. A. 02. :w;s, Fr.rstem. u. K. IV, 2 Li,
Bindseil colhu| II, .'{'i.'», in Kezug auf d. Inhalt n. 94;i.
988.
Antonius de Leva ') callidus est et felicissimus bellator. tantum
imperat, et omnia foclicitcr ei succedunt. Et Oeorgius de Frons-
perg-^) ein redlicher Krigsman. Videmus tamen in eis hoc di-
scrinTen. <piid sit imgnari vi, et (piid consilio, Is^') enim sequens cum
ducenlis fugaNit duo milia.
1) Dieser wird auch an anderen Stellen der spät. Tischr. genannt, z. K. Erl.
A. Hl, .{(h, 172, r.2, 400, Förstem. u. K. IV, 212, 44(>, 052. Fnter anderm heisst es von
ihm dass er ein geborener Si>anier und <les Kaisers fürnehmster und glückseligster
oberster Ilauptleut eiiuT gewesen sei. 2) sc. est. (leorg von FrundsluTg, der
]»erühmte Haudegen und Führer der di'utschen Landsknechte unter Maximilian L
und Carl V.. geb. 147:; auf Schloss Mindelheim in Schwaben. Seine Ilauptthaten
sin«l die siegreichen Schlachten bei Bologna 15lo, Vicenza 15 Li, Kicocea L522, Favia
1525. Als ihn L527 auf (b'in Zuge gegen Koni in Folge der Meuterei der Lands-
knechte zu Bologna der Schlag gerührt hatte, wurde er in seine Heimat gebracht,
wo er I52S starb. Vgl. Herbst, Encyclop. d. Neueren Gesch. S. 214. ü) sc. An-
tonius de Leva.
989.
Non credo Salomonen! esse damnatum. sed quae scripta sunt
de eo, Kegibus in tcrrorem sripta sunt.')
254
1) Vgl. BuKlseil coUoq. IT, 217 (Knde d. S.), Rebonst. II, 'io»»», Erl. A. 02, 12h,
Förstern, u. B. IV, 4(M), Conlatiis liemerkimg /u n. Mi. Eiiu' alte lluiul hat am Kande
lnnzuji:etüji;t Sa 1 o m o u e in.
E e e 1 e s i 11 s t i (* u ni ])ut() tempore M a e li a 1) e o r u ni esse seri]>tuin ').
Liber est o])tiinus, oeeoiiounca ])raece|)ta. coiitiniies et i'arrap) ex iimltis
libris, fortassis ex Bibliotlieea Ptoleinaei Kuer^etae-), Sieut et
proverbia ab alijs eoniportata. ex ore taineii Keps, Kelueet eiiim ex
eis regia maiestas.-')
1) Die (leutseli. Tisehr. „So hat er (Salouio) selbst das IJiu-li, den Predi jijer,
nielit j^esehrieben, sondern ist zur Zeit der Maceabiier von Siracli «r»Mna(ht*'. Die
lat. Aufz. „Neque is eonscripsit Ere lesias tic ii ni . sed tenijxjre Maeliabaeoruni a
Syraeh eonseriptiis est". 2) Dii' llan<ls(hr. Euerj^ete, was je«locli tVir Eutr-
j;:etae steht. Die spät. Tisehr. unriehtij^er Euerjretis. Ptolcniams Euerj^etes,
Köniji: von Aeji:ypten von 24r> — 221 v. Chr. :\) Im Einzelnen abweich. Erl. A. 02, \'1\
Förstem. u. B. IV, 400, 401, Bindseil ecdhxi. 11,21^, Ueb. II, 200i'. Vjrl. n. 977.
991.
Graeeoruin sapieutia eoinparata erga sa])ieiitiain Ilebreorum
est plane brutalis, quia extra eognitioiieni veri Dei non ])(>test esse
Vera sapieutia |:5G:^|, Fiiiis sa]nentiae ipsnnnn est virtus •), Judecjruin
autem sapieutia Den tidere et timere Deuiii. Kt tauien iiniii(b) arridet
sapieutia (Jraeea-), Ideo David') apte voeavit ouiuia repia terrae
bestias.^)
1) Die lat. Tisehr. verbum. die deutseh. rirhtij^cr „Tuj^ond nnd ein ehrbar
Wandel" wie (»ben. 2) -= Die Weisheit der (irieehen «gefällt der Welt j^ar sehr.
Die spät. Tisehr. abweieh. „Mnndi sapieutia est (Jraeeorum sapic^utia". .{) Eies
Daniel. Vgl. eap. 7 tV. 4) Erl. A. r,2, :ni, :n2, Förstem. u. B. IV, ör.s, Bindseil
e(dh)(i. I, 20:i, Kebenst. I, 187''.
992.
Graeci o])tiuiis et suavissimis verbis loeuti sunt. Hebrea autem
liuj^ua tali sim])lieitate et maiestate lioret ut iuiitari uou possit, .lo-
bauues euauj::elista fere eam imitatur, (^uid ])utas euiui bee suut ver-
borum'). In ])riueipio erat verbuui, et verbum erat apud ete. .-' Suuimam
maiestatem siui]dieissimis verbis ex])riuiit. Si talia seriberet aliquis
Plautiuus aut Virgiliauus-), uieris porteutis verboruui usurus
esset, Velut illi feeeruut, (jui loeuti suut de eutes '^) et esseutia, de ee-
lesti et diviuo impetu, (luae verba suut. sed nihil si«,nntieantia intelligi-
biliter.4)
1) = Was, meinst du wohl, sind das fiir Worte, wenn es heisst ff. 2) =
Ein Xaehahmer des IMautus oder Vergil. .{) Lies ente. Hat Luther vielleieht den
Lueretius de rerum natura mit im Auge? 4) Die deutseh. Tisehr. bieten Erl. A.
02,312, Förstem. u. B. IV, 50^ nur den Einpmg bis „imitatur". Die lat. Ti.sehr.
haben das (tanze, weiehcn aber erheblieh ab. Bind, eolloii. I, 20:{, 2r»4, Keb.
1, 187»>. Das Einzelne anzutliliren, würde zu weitliiuftig sein. Vgl. aueh Erl. A.
02, L'tC, Förstem. u. B. IV, 40s. An diesen Stellen der deutseh. Tisehr. findet sieh
d. Ganze ebenfalls abweieh. u. weitliiuftig. Vgl. in Bezug auf d. Inhalt Cord. n. 132.
993.
Dionysius mirabili garrulitate multa seripsit de diviuis nomi-
255
nibus De ooelesti .lerarcbia et Keelesia, Et per f:H64] buiusmodi por-
te ta* verl>nrun. meruit nomen divinum, seilieet a eonnneutis. Nee est
vSindle ilhnn fuisse Pauli diseipulun. •> >;ee quulem fmt Diony-
sius ille M a r t v r ^), sed P a r r b i s i e n s i s 0 aliquis.^)
D Dionvsius Areopagita. Mitglied ^^^f Are<>imgm Athen er^rBi^^
...Hstlielu ..ueimle .^^^^^^^
; iden Tn er iteia i ^hen und Valerianisehen Verfolgung. 3) Dionysius von
Cu Fr s 11 um it Mitte des 3. .lahrh. oder naeh (Jregor von Tours erst spater
1 ans. Er soll »n» «"^ '"""..,.., i,.,...,, n \y,.. soiit Tisehr. setzen hmzu „denn
l,.h llal.e srlion die j^-roste plag v i, e r 1 e b t ' jrseilieet eon-
teini,tun. verl.i, c-xtromum et iuM.ij^siin"'"' mahnn inuiuli, quai.O sequi
e'C est in ..oenmu. quiequid honil.ile est in l.oe .m.ndo. Wen. eh
eine n seer tiuel.en' wolt. s/.o «olt ieh y l.n. tluehen eon-
tenn.tnm ve.l.i Uei^'i. Da liatt er gar, dasboszist, auffein
mal neini.e interna, externa et aeterna mala, quae mundus
non semper eontemuet.\)
U - erlebt ') Lies (,uem. 3) Fhiehen = Böses wiiusehen. Lut^her meint
her.,a^l.i:;ili:." »inl. .las w.r.l.n wir sc-luM, un.l «ewalir «vr.lci.'-. \ ffl Krl. A. ,.,,
;i2, :!;t, Kilrstiin. ii. 1$. I. iü, 2'.
\m.
li.ten.retari certe ars est. Nam etiain sepc cognitas scutentias
non Dussumus vertere ai^K.site. Vernn. euin. est, (|Uod semel dixit Aiubs-
rrK Ts sev ja ein s.b ande, das er offt etwas verstehe
d d c.h da;-..n nieht könne rede» J ."i wir mnsseus ott
n vier vesser giesseu. ehe wirs |:W,| können /«recht
bringen, Quis eni.n rite potest haue sententiain expriinere halomo-
nis-^) .Sieut fulgur praeeedit tonitrui, ita vereeundunn ,naeecdit grat.a,
Me.. eniin iudiei^. melius est. si dieeretur, \ereeundia i)raceedit gratiam.
Quis rite interitretaliitur vereeundiamV^)
licbfiist. 11. l'.l^'S C'onl. u.üTT, '.m, «iMl.
\m.
Vereeundia est optima virtns in adoleseentia. \ereeundia')
ehrsa.n qu Ines reveiUur, C.mtra Kr her»), der aller ehren
werd st Teh mus offt ein gut wort in translati.me verwerffeu
d's ieh 1 eher ein rothen floreu verlirn wolt quam lUud
256
verlmni, Quia (|iiantiini(Min(|ue iiomniniquam elep^ans est aliquod verbuin,
taiiien quandoque-*) uoii eonveiiit ad sententiam.^)
1) Lies vercu'uinlus, was (Vw lat. Tisclir. aucli liabeii. 2) Mittclli. Orber
aus orbaorc. ;t) = uiancliuial. 4) Hau/, iiliulirli iiiiulscil coIlrKj. 11, 2Ki, 214,
Kebenst. II, 1!»8»'.
907.
Hebvea liugua est optima et eojuosissiina iii tli ein ati hu s ')
et est pura liii«;ua, Noii ineiidicat Sie batt ybre eiji^eue färb,
Non sie Oraeea. Latina, (fenuaiiiea, qiiae oinnes iiieudieant, viid
haben viel eoiiqxjsita [M')\, nt (lernianica Mitla urteil, vort-
1 a II ff e n , E y 1 e ii d 1 a u fia ii , w e j; 1 a u i'i'c ii ete.'-)
1) Hoi den alten (Jrannnatikern heisst •'>///« das Stammwort im (iej?en-
satze zu den abgeleiteten und zusammengesetzten Wörtern. Die Les-
art der deuts<*lien Tiselir. „Die ebräiselie Spraebe ist die allerbeste und reiebste in
Worten" oder „Als, wenn die Deutseben ein rinz«'ln Wort baben, so liabtMi sie
bei 20 comiiosita" ist daber weinji:er ri<liti^-. 2) Mit /usäfzeii KrI. A. (12, ;<12,
Förstern, u. IJ. IV, :)r.s, h{\\), liindseil colhMi. 1, 2r.2, Uebrnst. I, |s(;i>.
998.
Hoe iioiiieii Hertz a])ud Germauos usuin habet eoiss: '), Er
hatt kein hertz, das hertz sa^t niirs, Sein liertz brent
yhm, id est iraseitur. Pro (piibus heln'aens sinji:ulis sin^uhi liabet
voeabula lin<^ua hebrea.'-)
1) Lies eomm u nissimum. 2) Im Einzelnen abweiebend und mit einipMi
Zusätzen Erl. A. r.2, :{I2, Fr»rstem. ii. Ii. IV, jr.«», liindseil rollo(|. 1, 2r.2, Rebeust.
I, iHd''. Die n. »>!».")— !M)s geboren wobl zusamnu'n.
999.
Subseriptio Citationis, (pia ine eitabat Caesar ad Worina-
tiani, haee habebat verba. Dem Ersamen vnsern lieben an-
d echt igen D. Martin Luther, Aug;ustiner ordens, Tali titulo
non ine dignatus est Dux Georgi us, Et eum essem exeommunieatus,
tamen voeat*) nie Ersam.*^)
I) sc. Caesar. 2) Dagej^en liindseil eoUocj. 111, 2« I: ,,D. Lutberus lej^ens
literas etiam protulit citationem, qua eum Caesar eitavit Wormatiam subseripto suo
nomine erassis literis: Carolus. Inseriptio rrat: dem Ersamen vnnsern lieben
andeebtij^eu 1>. M. Lutber Auji:ustiner ordens. Hoe titulo non est dij^natus eum Dux
(leorgius, quo ('aesar ai)i)ellans eum: Ersauu'n. (|ui erat <'xeomm unieatus.
Das Original des Vorladungsbriefes Carls V. an Lutber vom 0. März
1521 befindet sieh jetzt auf der Stadtbibliotbek zu Leipzig und ist
abgedruekt z. B, bei 'Stacke, Deutsebe (ieseli. .Vbteil. IV, Ii). Hier lautet
die subseriptio links „Carolus", reebts ,ad mandatum domini Impe-
ratoris propria manu Albertus ('ardinalis Moguntinus subscripsit.
Niclas Zieg". (i. d. Nicolaus Ziegler, Kaiserlieber Rat, damals in Worms mit
anwesend). Dagegen bat die Anrede folgenden Wortlaut: „Ersamer,
lieber, audechtigerr*. Die oben angefübrten Worte, die auch See k en-
do rf I, sj 42, 4 ebenso angiebt, und zwar wie bei liindseil als inseriptio,
werden jedenfalls die Aufschrift (Adresse) des Schreibens be-
zeichnen sollen. Besser würde daher auch oben .inseriptio" zu lesen
sein. Die im Schreiben selbst entbaltene „inseriptio" (Ueberschrift)
ist die übliche offizielle auf (^arl V. bezügliche: „Karll von (Jottes
(xnadenn Erweiter Rhomiscber Keyszerr, Zu allenn tzeiten Mherer
des Kelchs' ft'.
257
1000.
Dux llassiaeO exiM)stulaturus meeunr^) venit ad nie Wormatiae
et obieeit mihi, tpiae seri])seram de lmp(»tentihus-0, Tandem abiens
dixit, Seit yhr gerecht, szo lielff euch Gott^j
n 1 and'Til" riiilipp. ■^) = L'm mit mir zu recbtcn, zu streiten :;) Vgl.
de cap V ;; tri iVbluira^ ecclciiacs op. lat. V, p. '.is-lon. Die betrcrtcndcn Stellen,
ie •llerlu'-s nicht ohne Be«lenkcn sind, ündcn sich auch abgedruck Ik'i Jan s sc n
Wb II S. 112 Note 1. der <'s nicbt uutcrlässt (oben im Texte)
dn" zuttJn^ h s i^/der Jenaer uu<l Wittenberger Ausg, d W.^ke Lutbers du>se
u n nliclu.'stcllcn leiden, welche JuvJ.glicb gewisser Verhältnisse des eheheben
i; s r lulsätze aussprächen, wie sie bisher im christlichen Europa nocbuner-
böt"c^vese seien-. 4 liindseil colloq. lll,2.-.l abweiclu.nd: .lemde literas Marchi-
is Vorgij et Conutis Ilassiae (sc. legit). et dixit Coniitem llassiae primo acer-
rm um eins t usse adversarium, qui W<»rmati:u' ad Doctorein venerat expostu-
•t rü cm CO amice: Er d<K-tor, V<»s docuistis, si (juis nnpotens esset
• iun, ad ux<»rem adn.itteret, et multa alia. Tandem abijt dicens: seit br
' en^^^^^^^^^^ ^^ott". Vgl. aucb Kr.stlin I, 4:.ö. Ue]>rigens wird man unter
BcTi cksi.luigung <ler Aufzeicbimng des Cord:itMs nb-bt gut .sagen können, dass
Landgraf l'bilii.p sich damals in Worms eimm Josen Scherz" erlaubt halle.
1(M)1.
Militi euidam eonfesso. ].rosbiter i)eeeatum >^num. f:^.(>7| (piod
quatuur iniuste cuH-idisset. amplitieavit valde, et cum putaret se eum
ad (Nuitritionem posse addueere. dixit, Aeh lieber Her, leh Habe
aueh das Jar 4 ander menschen gcmaeht.
1002.
Tax Civilis est summum Dei in terra donum. Imo maximus est
almsus eins, dum «luililK^t in ]iaee. ut libet, eontra Deum yivit et ma^i-
stratum. O wie Werdens Edelleut, pauren vnd burji:er ein
mal bezalen, ut Vn^-ari et Austriales.')
1) Vgl. Erl. A. 5'», i:., Förstern, u. B. II, 240, aucb Erl. A. 57, 2'Ml, F. u. B. 1, 22'.).
1003.
Erffa adversarios suos iustus erat David, eri-a Deum autem
maximus iieeeattu-. lim. aiq)ellMt alieubi ') ad Deuni, ut suam lUstuManj
iudieet Ei'ira Deum a-imus mit dem lieben vater vnser, Da wil
er -ern VeriielKMi. Sed nmtra Diabolum et adversanos hdei in-
sultat. Die Haben kein recht zu yhm iier se. Aliud autem, quan-
tum eis Dens permittit!
1) Psalm. 7, '.».
1004.
Erfortensis vniversitas tantn (dim fuit, ut omnes aliae vix |:i68]
paiticularia stadial) fuerint. Non puto maius Studium seculare fuisse
in mundo quam erat promotio Mai;istrandorum.-)
,) Die deutseben Tiscbr. „dass nlb« :uulere <lagegen tiir l^.iiie Sj-bii^^^^^
(d b Scbulen tür ganz jung«" Scbiibr) angesehen worden". 2) Die dcutsc b. J isi hr.
VVi^ w es YmT so grosse Majestät nnd Herrlicbkcit, wenn n.an Mag.stn.s pro-
Iliiivleru: und ibmm F:u^;eln iürtrug und sie v<rc.brte; ich halte, dass keine zeit.
258
licho, wcltlicl.o FriMidi- (U'r-U«ulun ixv\M'svu sii\ Mit uu-lirnrii /usat/i-n
Erl. A. i;2, -isT, Förstnii. n. U. IV, :>i:{, .V» », HiiuUÜ ioIUmi II, I l. IM.nist. II, MI'-.
Viri. :uicli C'onbtJis n. <Hs, VM, KM!», i». loT.
iM. G.i) luropit (lotatam vxoiviu et lil»ort;itoiu voiulidit. Icli Habs
auch jj:crn. wen mir moiii Kota vliers maul tert, 1\^'" ')/^'\''
ichs:») ni^*^»t viel dran las/ -ewinncn als ein m a ulscli e l len.»)
n Mv (u'ori;- Kar-V /> = naiii, mim. IMc Nl»:it. Tisclir. ».nie «Inss icli
Sir iiichMi'se viel danm -r^^ll^l(•n, ein inaiilsclu'llinnr ixlrr Jcli liiitt aiicli pTiic,
womi u.ir mcim. Kiitlu. vhrrs Maul llllnv, olmc <l..ss iy h ^^ '''^fl'VV:^''.:;;''! ' pm"
..wiiuu-u, rill Maiilsc-lu'Hiimr. n) = <las Jümts Maul ta hivir \ ^^1. Kostl n II, I.M..
Luth.r imMut, rr wisse soim^r KcW ^^ojrri.ülMT. dir au. 1. wühl N^'-^^nu^^ .:.tt. < r
Ih'rru in. llaiisr zu spirlcn. (Kr.stliu, II. P»:.). so v.n lu-r^-ucu «lass sir .l.'U Ilrin
in ilnu vvrsiuin'. Di' ohn. an-rriil.rn' Art uu.l Wrisr Urr P.T-.-uun^- rutsi.nrl.t
.ranz (Ion .laluali-cn /(Mtvcrl.iiltuisscn. Fau<l dorl. si.-ar nirnuuM etwas .Irin, w.-nu
der Kurliirst .loarl.iui von UraniUnluir- seine (Jeuial-Iin wi-i-n l n-(-horsaui »^i-(n-
hiUH% n.it Kuten züel.ti^^en wollte. 1) V-l. Krl. A. .ü. l^'i, lorsteni. u. 1. I\ . -1%
llindseil eolKxi. II, ;U4, Uehenst. II, l»i(i'
KUH).
Nostram t ranslationo m maps k-unt adversarij quam n<»stri,
die sieh nieht viel drnmh komern. das sie vns «;• n u - i;- e -
standen ist, lloe testim(Uiium liaheu a D. C.'). M'«''«' ^^''"^'' ^^'^^^
Wen doeh der Mmn-h die F.ibel yn\') deutselil, vnd i;in-e
darnaeh, wo er hin solt. et papistae (iu«Miue laudani M ete.')
1) Dax Uo«>ro:ius. 2) Mittell.. vol - völlijj. ^Veipin.l II, li»2u. ;|) m;-
nostram translationem. 1) Mit /usiirzen, aueh s(»nst ubweieli. Krl. A. «.2, K.I, 1 oi^ti -
mann u. li. IV, To".>.
10U7.
Ecclcsiastieus est mere Lcpsta •), mm ]n-(»idieta, et niliil seit
de Christo et Euan-elio eins, (luod est-) de prinn» et seeundu prae-
cepto |;;(V.»], et super 0 tertium, «piod non eurat. ipua ad tempus per-
tinehat et h<»die (pKxiue verho servit.')
n V^^I n <■.•>•> Note 1 2) = welelu's liandelt von. :i) I>i«' siiiit. Tiselir
ultra" undV-niHit iUK'r^ Cord. Lesart ist tiir ri.l.ti- /u i.alten, da mUmt auel
die Hedeutun- drüber hinaus haben kann. Dau-r ^^'l'^^' -r''"' ^TV'l v o
tium" = uml welehes über .las dritte (lebot hmaus-eht il. li. uieht <lavoi
1008.
Primum tjraeeeptum est ii)se Dens et rei;num ^h.riae eins.
2 est repuim iidei et p-atiae Christi. :5 habet Sabhatismum pn.pter
vcrbum 1 habet re-num ^loriae. See un dum rei;num patiae per
verbum. Solum ])rimum manebit transilnmt eaetera. Seeunda ta-
bula pertiuet ad politiam exeeptis \) et 10.')
259
U IMe spiit Tisehr. abweielu'ud. V^l. Erl. A. ös, 25s, Förstern, u. l. U, s2,
llindseil eoUo.i. II.2:;7, Ilebenst. II, 2(.7". V^rl. u.M\i\.
l>rimum praeeeptum Moses dili-entissime traetat, Deinde ipse
David rsabui enim nihil sunt (piam sylloo-ismi ex 1 praeeepto,
Maior est ipsum verbum Dei. Minor est lides. Conclusio est ipsum
iaetum et exeeutio. .piod ita iit ut eredimus.»)
n in.. d..ntscli Tisehr <lass es alsi) j.r,.sehieht, wie wir ^liiuben". Die lat
V .• -1^ ; ml h vh ben .Ue deutseh niit einer Keilte V(m Zusätzen. V-1.
mÄf^"s;l''r:^^ -IhH, ll,2:;s, Kebetist. II,2oT...
1010.
()nan(b. primunt ])raeeeptum eredimus. Deo placemus, et omnia
nostr S^ lla'^ito priino praeeepto'). (U^het das plaee per
ünmla aha praeeepta et opera. Qui auteni primunt non ha])et, huius
onmia opera displieent Deo.-)
,) = Wenn wir das erste (ieljot halten. 2) ^V'^'\f ^^s^t^beU' u'" -:^"
sMtzenFrl \ r»^ '.V.K Förstern, u. F.. II, ^2. F.indsed ecdlo.i. 11, 2.is, Kebc nst. 11, _«•, .
l)as Kinzelne anziij^eben, würde viel zu weit tuhrcn.
loll.
Oui honorilieat nie') |o70l h(»u. prcnr^). id est arro^(.niihi omnia,
Huae De sunt Was der vater ist, thut v nd leidet, das bin
?eh e. iCet pater unum sumus. iaeio quod taeit )eus, I^itur sum
In. das ist akumentum a posteriore. Et qu(ul i>atior et mihi eon-
i.it eus patitur et eontinpt Deo, Sed hoe arpimentum non vale
m 1.1 ;^^^^^^^^ ist vhn. wie^^)ieh auff ein anbos/ schlui;-^)
; einen strohalm. Non enim possunt quodeuiwpie e^mtra se terre
^ ^^umi;;t:im, Ferre enim non possunt si qu s ^^-^J^j ^ IJ^^^^ "j----
(MsM»s.^) esse popidosDei, Lieet in hoe abundeiit exempla ), Nuiiv itac
i^x Tvr V"d das heist obduratum esse, Drumb ists vmsonst
de n.a^-nis' rebus disputare eum .ludeis, quia ne(iue parva iicque minuta
admittunt. manentes in opinionibus suis.')
n s.- dieit Christus 2) = lionorat patreu.. .loh. r>, 2:5 :0 l'\i«J ^^^^^'j
1) M. (luit ^"['^•- r . ^^..i,t ii„ Manuscr. am Ende der Zeile, und
zu h'sen .wie wenn" Da- W ort n\ u ^^i 'y > '>'• m II war wie" iibers.«hen
OS k.n.nte daher wenn h-ieht aus^^elassen we den. .'^'» J'-"!' ''''' ."'!!' K.,„|,n,ktiv.
.ord;;n. Die. spät. 'i;-^-,^-^;,--i::^t-irt.. 1^ S.tther^^^ später
Mittelh. anboz, mj U. .1: hrh-, ^ l tV l . , M - die Niehtbesrlinittenen
^^"•';'^'leÄ;■•^.•l^nV"1;)^^
zu den \ olkein i'Otris },« Moii II. ' ^ '\ _. ... ••. 'r:^,.!,,. nbweic u'iu . sehr
'benst. 11,207'', 20s^'.
1012.
Verbum Dominj manet in aeternum.') Maeht l.-> Jar, ciuando
ineepi seribere et jna ediea re.-)
n V..1 n •{•> n:i 2) Di.- llamlsrhr. hat .l.■»ls^ Doch ist Js" wieder j,^e.
stri<.hen- \>vr "i^2' ih's obi.en Abs. ist ein etwas unvermittelter. Luther scheint
17*
2G0
sagen zu wollen: „(iottes Wort Meiht in EwijLikeit. Seit 1'» Jaliron hin iels ein
Diener (lesse^>en^ Damit soll auf den Tnterseliied zwisehen dem in Ewij^keit fort-
wirkenden Worte (Jottes innl der an eine verseliwindeml klein«' Zeitspiiiire ^Ge-
knüpften Wirksandveit eines Mensciien aufmerksam j^'emaeiit werden. N'erstelit nian
unter dem ^serihcre" luid ^praedicare" Luthers iitterari seh r und kirrhliehe
'riiätigkeit iiluThaiipt, so ist wie n. 172 als Aidanj^^spunkt lU-rselhen <1. .lahr I.MI
oder löl'i (aus dem h-tzteren Jahre ist eine Sehrift von Luther vorhanden) zu setzen.
Dann würde Ohij^es i:)2«l (mLt 1527 f^^esuroehen srin. Allein mit <lem Jnct'pi seri-
here'' ist doeh wohl wie n. ."»lil», Mi, iU l Luthers erstes re fo rm a tor isc lies Auf-
treten iirenieint. In diesem Falle würden Luthers Worte ins .lahr l"»:{2 fallen.
M
101 a
Nobile« nostri^) tantmii soiiniiaiii (iiiando dv Kuaiii^cli«» lo-
nuntiir. et se liberos esse dieunt. et nihil serio ai;init. taiitum liccutiaiii
(inac(iuc [371 1 faciendi sibi vindieant ex Knan^adio.
1) Vgl. auch n. 701.
1014.
Hoc certe serio aninuidvertendum esset, novissinie |»raetentis annis
onines ndsere niortuos esse, (jui snbsannantes locuti sunt de Knani;-eli<».
Graff von Werte nwerek'X Gra ff zu Mansfeld -), Cantzellarins
Trcvevensis, Cas])ar Dfln«::."') (iiiibiis nninibus Kuan«relimii Tabula
fiiit, 10 vanc^), iMortalis auteni n<»n est 1). G.^), eni res seria est. et non
iocatiir.'')
1) Vgl. n. ö.iS Note »l. 2) Vgl. n. r);J^ Not« 4, n. 7oc, nehst Noten. •*). Vgl.
n. 010 Note 2 u. n, sys, wo er Caesar IMI. genannt wird. Anch dir sp-it. Tisehr.
üherliefem drn.><elhen Vornamen. 4) = Joeo vane** se. fuit d.h. das Kvangelium
war ihnen ein leerer Selierz. Die h'tzten Worte .et non ioeatur" hiltlcn den
(Jegensatz dazu. .".) Herzog (leorg. f.) Luther will sagen .Alle genannten (iegner
des" Evangeliums, <lie dassell)e verliJdmt und verspottet halten, sind elend umge-
kommen. Herzog (ieorg aher leht noeh. Er ist wohl ein heftigt-r (Jrgner der
neuen Lehre. .)e«h>eh nimmt er seine (Jegnersehaft ernst und treiht keinen Seherz
mit dem Kvangelium^ Man kann die Worte von ,mortalis iocatur" au<'li im
ironisehen Sinne autVasseu. Der Eingang des ol.igen Ahs. his JOuangelio"* lindet
sieh älmlich Erl. A. (io, ;r2s. Fi»rstem. u. P». 111,2^2. Mit den letzten Worten kann
vergliehen werden liindscil eolhtq. I, l.")!>: .Dux (ieorgius non ita peeeat, eui res
est seria, non ioeosa^ Vgl. aii.sserdem hes. die Noten zu n. r.P.J.
loir).
Apiid vernni Christi niinistruni nuUa ([Uestio esse <lel)et de
l)eennia et delieijs, (piae eanssa est avaritiae, sed ') d(; enra syneerae
voeationis eins, Et ])eeunia non est dii^na, ut de ea dis]nitetur. (jnia
sui)erbnin faeit. et b<K» ad pan\illnin tenii>us tantnni. ii«M|ue eonntattir
nos niorientes.
1) se. (juestio esse <lehet ete. Luther nu-int „der wahre Diem-r Christi darf
nieht naeh Gehl und Vergniig.Mi, s(»n(h'rn nur nach der Sorge um sein Amt fragen
(i. h. wie er Gottes Wort rein und lauter lehre\
1010.
Stan])ieius de lib: arb: ') ita dixit, Ei::o (»lim omnibns dielms
eonfessns snni -), et ])ro]M>sni |:'.72| niilii «inotidie, leb wnlt anbeben
fruni zu sein vnd fruni blei ben, vnd II att mir al le ta g; we i t
261
.M'fiMlt Weiter may; ieb ^'ut nicht lii^^m 0, leb kans doch
nklVt tbun leb wil eins%^uten stundlin erwarten Das
ir Go tbcj^^^^^^ mit sein'er gnaden, Sonst ists verlorn.
NanA:nnnis velle^) aut praesun.ptionem -* ^^i;-)^---,^^^^
nequc potest iniplere seu praestare Lej^^eni, Ls ist ^,\" f ^^^ \ V^ ^ ,',7
vber den ich sol. Et in-aesuniens caro dicit. Ich wil hin u hei,
\ idtio K^^^^^^^^^^^ respondet. Du kanst nieht hinüber;), Desperatio
Ä S^> v^ iebs lassen. Ita se Ues habet cum Lei-e^ Imo vel
; t m.ere i^Ieit honnnes vel desperare, Sed ut vere et ad saluteni
lleslK^eirpniedieanuis Legen., et deinde post<.) iiden. (pKMpie, ne seltnes
liant honnnes.')
1 • i. • .>\ ii.ii>i> .«•».hi.'irhtet 'i) = Weiter kann
:,) Die Worte .agnilio - hinuhir sUitn an »- .o,we ehend im Einzelnen,
Hau.l hh.zugefügt. «i) se. praed.eamis . ^ \Hlh; ' ^^^^^ ^^ j.j^,,^.
„.sonders •" »:-uy ;|t ^ -^^^l' - berek -
"nldl^LJ^m'^ln^Wn^lch iih^^ aueh Uindseil colk.,. 1, M-
1017.
villi yliicr ^erccIiti^'kciU)
1018.
Cor lunuuuuu, uoc l.onuu. >) lerrc ^M, \l^^':i\'^^Xtfi '"ll
fst kctn trlcV, h. .llio Ltcm cou.i.tit virtu., .,«ml est sua sortc
content um esse.-')
.1 I' 1 1 :.f «,»iii vii li's;«ii nee Itonum nee mal um.
ülmlUl,' 1; ''.lank.n tmdc. si,l, Krl. A. r.T, l-N l-.>.s<,-.». u. 1.. I, -Js.
1010.
Hrfor.li=i .•«vsu.M ti.lon, iVoKit nostris ducibus. '^^f^'^Z^^Ki
262
1) Es ist wohl zu Il'Sou (iiii aus i\\\v («jui-ni). 2) V^l. u. rds nchst Note 3.
:i) Vgl. Erl. A. (ii, isT, Förstern, u. 15. IV, r,4l, IJiiulstil i'ollo(|. II, II, KclKUst. II, '.»-ia,
(Jord. 11. luol. 4) Du (';iui;v III, "i.M: „Sigm-tuiii, purvuui si};llluui, «pUMl Sc-
e-reti vulgo iipitt'lhiiit, (|Uo litonir rhius.io siuiü.iiitur, i!X ol>si)lt't«> (JaHico ^Sij;!!^^.
;")) Nur bei liiudsi'il collo(|. III, IUI tiiulct slili al»\vfitluu<l l'olj^nuU's: „airlmt Er-
phonliaui itoruui «Ictocissi' u Duic Sa\oui:u.', qui partrruo alVrrtu raui ab acn- aliciiu
libcravit, uicr daim aiuU'rtlialb tausiMit il. ihr ncsclK'iK'kt. Num- EpIsi-ojK) Moi;uutiiii>
st3 dedit et habet in si{;illo: Fi<U'lis tilia Moguutiui Erphordia, sed hoe experti su-
luus Eridiordiam seuiper lapsaiu esse sub Moguutiiio". \^\. aueh Cordat. p. 4o7, 4os.
Fuit hodio') nie cum miles ((uiduin ]ui Ileus, <|ui qiiestiis
est mihi sc videre et audire Siitlia uiiin dieeiiteiii, Kr wol yliii bin-
weji: tu reu. Das-) tliiit der sehalek, Fit taiitmii ei iit t'nri, (jui
p)7r)| voluntateiii liahet oimies opes turaiidi, qiias taim'U iiiio mm slatini
oiiiiies putest turari, Kt Christus etiam duetus est a Sathaiia in deser-
tuin, sed ideo mm statini suus t'uit.-*)
1) Den 21. (2;{.) Noveuilter 15:{2V Vul. den tul--. Al)s. 2) Wieder Luthers
Worte. -i) Unter <ler Uebersehritt ^Wie Doktor Martiiius Lullier t'iii LaudsUueelit
jjietröstet liab, den der 'l'eutel übel jz:eplai;t hattt;"' brinj^^eii ilie deutsehen Tisehr.
Erl. A. (il,4l(», Förstern, u. r». IV, 25.') eine weifliiut'ti.i;e (Jesehiehte, aid wtielie sieh
jedeiituUs der obij^e Abs, bezieht. Dasselbe findet sieh, ebenl'alls austVdirlicli und
abweiehend, IJindseil eolhx). IL M^^k wo als Datum der 2:i. Nov. an^ei?i'ben wird.
1021.
Vere Theologie um prandium hodie") liabui cum du-
minis Anhalt t'ratrihus -), (jui in morihus et vereeu n dij s
vi rii;i nibus similes sunt, nee <iuidquam loeuti sunt intota
mensa nisi de verfio Dei.'*)
1) Die lat. Tisehr. j^eben als Datum den 2:L "November an, Köstlin II, «IC.'t,
Fi>rstein. u. 15. II, 'M'l Note .') den 24. Nov. Das Kreii^nis selbst füllt ins .lahr L"».'.2.
Das Nähere darüber Köstlin 1L2ML 2) Es sind «;emeint die Fürsten .lohann,
Joacliini und (leorg von Anhalt Dessau, die Lnthir mit Melanthon und
Crueigcr den 24. Nov. 15:12 zu sieh wiihrend einer grossen .laird naeh Wörlitz
einliulen. TiUther i)redi«i-te vor ihnen, die sieh bereits im Frühjahre 1"»;;2 der evan-
«Celisehen Lehre zugi'wandt hattini, im Schlosse und naiim dann mit ihnen an einem
Male Teil, l»ei welchem viel über (Joffes Wort «:esitrochen wunle. •») Der oln\i;e
Abs. ist zu ver^leieheu nnt «b^ austlihrlichen Erziihlun^, welche IJindseil eollo(|.
I, ;i04, Kebenst. I, 147^ Erl. A. (H, .'Jl.i, .Hl, Förstem. u. IJ. IV, M»;;, h;4 in l'.eziii;
auf das obi^e Kreij^niis brinj^en. Vjrl. auch Erl. A. ')•>, |s«), Fr»rstem. u. U. IL;;T2,
l>inds«Ml eolh)<|. III, III. Wenn es nun oben bei (.'ordatus heisst Jiodie prau-
diuiu habui"', so wird der Ausdnu-k richtiji: sein. Denn Luther kann si'hr wohl noch
ain Abend desselben Ta^es naeh seiner Kückkehr, freudH/- erfüllt von seinen Er-
lebnissen, im Kreise seiner Tiseh^^cnossen seine Mitteilun^'en «gemacht haben, da «lie
Entferniinj;' zwischen Schloss und l'ark Wiu'litz und Witten bcri;- nur jicrln^- ist.
Vielleicht hat auch die im vorigen Abs. erwiilinte Ile^^ej^uun;;- mit dem Landsknechte
nicht in Wittenberg', .sondern im Laufe desselben Taij:es in Wörlitz statf.i;-efunden.
Denn einerseits haben die lat. Tisehr. für beide Erei>;"nisse dasselbe D;itum, den
2.'L Nov., anderseits kann mit den Worten der spät. .Vutzi'ieh. „post eoncionem
in aree^ oder Jiatte einmal in der Sc hl o ssk ir«- he u jjrt'p re «li^-t" die
Schlosskirche in Wörlitz und nicht die Wi f f e n berii'er iremeinf sein. Freilich
wird Po Hieran US in den lat. und deiit.seh. Tisehr. i^eiiannt, der den Landsknecht
mit Luther tröstet. Dies kJUinte aber i'ine Verw(Hhslunj.r mit ('ru<* i;::er sein, auch
scheint aus Cordatus Darstellunji: hervorzuji^eheii. dass manches in den spät. 'Fisehr
von späteren Zusätzen herrührt.
263
1022.
W-is -elt llatt. komht nicht fort, quod videmus nunc in
aitissimi"nnmm.his, Valeat i.itur avaritia ') Et prmeipes, ;^^—^
Il ^. ms haheiit omnibus Üdunt et per ilh»s pereunt, Do DoLtui
.; i V^^^^ i" ^^^^' t'^wvmeur») zelete s arb er
LT vnd wen ichJich vm s hawen^O meltzen''), kochen
Nvird') Römern, wird ich liald sterben.^)
„ , •, 1 r iiö.ou.ht' •>^ Dr llennini-- (loede, Projist au der
lUiit.Mi in l.mli.-is Umso .10 "'';,, ;;''.'.,',,-K,^,,,i',,H.|/. eil = mal-/.cii, dg.Mit-
1-1' .s-1.""- «•»' -,",'; ',"i'"'" ;. ' \! , \ ,V al Sun lh,n.ls.-l.rirt, .lic wie C..r.la.us
l,eivileii. \\ewi.i.l 11, •, ■,./; ^ |'t " " ,,, )ii„,lseil i.i.-lit i« iaelUen(!!) Ri'-
nohlif? inelt/.e» La, .1 u t e \''' l.', ;;'"';' ',.,,,,,.« ,bs Kl..sterj,'el.äu.le l.esass,
j.Hlert wer.le.i. '»i'^ ''';;' ^ ^^ ',',',;;"'' vi. r^^^^^^^^^^^ Kr.s.lin ri,5.H.. Luther
«iirile V..11 l.iilli.is lr;iu llei^sii; ' V''"f •.,,;;■;■.,;','.,. i„,,,,,^,ni will, V.M.i üa.M'.i,
sprieht also v.M, .Wei Dnwi.. »m . le ^■'/;^' ', '^''1, ''f ! !^,! So,W
liehe A.,^'eletrenl»'iteu tli ..t xv..h >^.", ^^ " ,^' J !^ ,ie t U iern. 7) Praesens
Jel, vvir,le- («ir. -_- ..-h we . •■ ^ ,(, V ; . 1 "o sieh a.teh .lie Ueberschrifte,,
:u:i. l„rsi.'in. il. 1.. 1,J'., ''"'''^ \' '.'',' ',' sj.niiiin .it i.raelii.Vmni i.u.rtis- oder
:lSr..i;r'z,Sen;:'T».es; alÄ^^urr... soll .L. sieh nicht verlassen"
linden.
1023.
Inferior non debet doriari adversus superiorem, sed in-
babebat er-a hoiiiiues. sed nim eri;a Deum.-)
I) ^ das (;esin.U'. i) Vi?l. n. Um.
Dl2t.
Insionis honestas fuit veteris seculi, quod hinc pos-
I, ll-ui. Iiillur i) Mitlellal. liarnuiiii. Imvtmn l.irretn.n i.n l;-, •'■"''•
„i,„-,„ „.. •' r : Hier IMre, (v,M. weiter m.ten l^i "/)' ,f f j'lf i'^tHn'ä: iV.",^
^^''K'oKlie.Uxkuu, .ler .;eis,liel,e« ,m.l <i. .O.rt^^^
:n _. Kl.ens.. (.1. h. als ein Seitenstiiel '•» ''- '^^.V^'' \-\' \':;' , L' ein anllerer
i
iicstas"(lcr triiliLTcu /fit zeij^eu. L'iitir „liuiicstas" wird liier „ilas
(Gefühl für das Scliick liehe, (l ezie inende, tak t volles IJeii eli ine u, wel-
ches die bestehenden Stan<les u utersehi ede streiif^ resjjek tiert" zu
verstehen sein. Als Träj^er einer solchen „honestas" führt Luther
])i etat voll seinen eiireiien Vater Hans L. ein. In heideii Füllen han-
delt es sieh um Mensehen, die iiher ihren Stand hinaus wollen, also
mehr zu scheinen bemüht sind als sie wirklich sind. IJeide, die un-
berechtij^ter Weise den (Jeleh rten s]nelen wollen, werden vom alten
T.uther in ihre Schranken zurückgewiesen, der erste direkt und
derbe, der zweite indirekt und feiner.
1025.
Omiiia tempora E u a u ^' e li j por vitia ><unt eornipta, Sudoiiiis •),
tcinpuro Noali, Abraham, OliriMti, Apontoloru iii. Ks iiiiis
alszo cr^^ eil eil. Nunc avaritin ]K'r(lit Kuaii^vliiiiii.-')
1) Sodoma, ae und orum. 2) Vf;l. n. Si»:i.
Qui iiou vitia iimlieniin. sed eoni ii^i'i um ipsaruiii euiii Saeoi-
(lutil)us eniiiiuaiitur, iin])ij sunt [877 1 Nebulones. bl;is]dioinantes bonani
Creaturani Dei, Sicut CrotuH') faeit laudans interim suuin Ma^uii-
tinuin, (pii nunnnos tantuiu aniat.-)
1) Crotus Jvubianns, eigentlich .loh. .liii^^er ans Dondieini Ik'I Arnstadt, ireb.
um llsu, eins der einHussreichsten Miti;lio(ler des Erfurter Humanisten Kn-ises,
Luthers Freund und Stmlien|L^enosse, Haiii>t Verfasser des |.">i:> erschienenen „»'pistolae
obseurorum viit>rum", 1520 eiiuije Zeit liektor der l'niversität Erfurt, spüter in
Diensten des Herzogs Albrechts von Preussen. Seit lä:?! wamlte er sich der alten
Kirche wieder zu und schrieb in demselben .lahre eine Schrift für den Erzbiscliof
Albreeht V. Main/, bei welchem er Anstellung suchte, die er als Kanonicus in Halle
fan«l. Hier scheint er auch um \yv.) gest. zu sein. Vgl. Allgem. Deutsche Hio-
graphie IV, S. «ilJ. _') Auf den obigen Abs. bezieht sich augenscheinlich das, was
ganz abweichend und mit einigt n liliss liehen Z usätzen die spät. Tisclir.
Erl. A. (JLJ'.M», Förstem. u. li. IV, löl. IJind.seil coHo.!. II, :ns, Kebenst. II, Hi2''
bieten.
• 1027.
Non statin! hoiniues propter ([uaolihet vitia eonteninendi sunt,
Necpie etiain puleliraui faeioin ideu contenminius, Druinb das de»
lieupts selieuszliaus ') dran steht, Et Dens nius leiden, das
alle sein gottsdinst unter dem sclieisliaus ^e 8 eh ehe, den
es sthct Ja ob dem munde.-)
1) Die spät. Tischr. „latrina", vgl. den folg. Satz. 2) .Vbweichend Erl. A.
Ol, 2!M), Förstem. u. K. IV, löl, IJindseil eoHo(|. II, 34s, Kebenst, II, 1(12^ wo nament-
lich der erste Satz fehlt.
1028.
Ex])erieiitia videmus efficaeiam veritatis divinae, (piia. «pio
(piis ^) illa le^ätur. eo maps aflieit, lloe Cicero omni ehM|ueutia sua
uon facerct, Er kan nicht vher sieh, Sie-) müssen ernider
bleiben, Alio(pii valde miror Cicero nem, (piod in tantis negotijs
tanta scripserit et le^erit.^*)
1) Lies plus, was die lat. Tischr. auch haben. 2) Man erwartet „sie muss
eni. bl.", sc. cloiiucntia Cicerouis, allein Luther kann auch sagen wollen: Sie (nüm-
265
lieh selbst solche Leute wie Cicero) bleiben mit ^^ll/lf ^.f>^*re<lsumkeit hier jui^^^^
'luf Erden :{) Im Einzelnen abweichend und »int Zusätzen Erl A. (2, .U. ..H
i Vbs 2 Fiirste. n. .1. i;. IV, r>'.s, r,'»: (Abs. 2), lUndseil collo.,. IL 1«, Kebenst. H,
12»^'.' Vgl. auch Erl. A. r.2, IM, Fi»rstem. u. IJ. IV, 4(»'».
1029.
Juris Studium est plane sordidum artilicium, et nisi pecunia
esset,' nemo illi studio vacaret. Cras creabitur nova vipera
contra Th eoloi^os.*)
wir»
\ eine neue Otter wider die Theologen gemaclit werden". Vgl n. loo.i
1O30.
Vdam fuit |:i7S| h<»mo simplicissimus, non credo, cum incendisse
candeias, nee scivisse, sevum ') in suo corpore bovein habere neque
mactasse pecudcs. Mich wundert, wo er die peltz 11 att i;e-
uomen, Sed dubium non est, quin corpore tiierit speciosissimo, et
uctavum nepi^tem vidit. Noah autem sapientissunus tuit. (lUia multis
tentatiouibus vexatus.'-)
.. ^, 1 ^ .. ,.K,,,., riKi'lilitt T-il«'- 'M sc. ist. Mit abweichendem
) Sevum oder sebum — Lnstiiiiir, i^-i'r,- -i »^ ^ , ,
Schhisse Erl.A. 57,24:», Förstem. u. 1). I, 1^^», Umdseü collo(i. 1,244, Keb. I, b^<»'.
lo;n.
Maior horum CharitasO, Hiüi« manehit in liituro seculo.'^)
1) l.Cor. \'\ L'L 2) Vgl. n. :H7.
1032.
Lex vereestLabyrinthus, et iusticia eins Minothaurus
id est lij;nientuin non ducens ad salutem, sed trahens ad Interos, licet
ipsa historia sit verbum Dei.')
n Vbweichend uml mit Zusätzen Erl. A. 5s, 21)4 2!l5, :i24, :{25, Forsten., u H.
II, 111 ar-JO, :U), Bindseil I, :^r,, Kebenst. L 2(M>. llistona sc. eius d. h. legis.
Oniues victoriae sunt iinaj;incs Christi victoris.
lo:il.
In l.lolatriam facile omncs iiicidimus. quia oinnes natura su-
Idolatrae, et cum Idolatria iiobis sit coj;nata. placet nobis maxime. )
mus Idol;
1) Vgl. Erl. A. 57, -.m, Fürstom. u. B. I, 2Mi.
266
267
lo:^).
Dciiiii nulle, ut Coiiiui^iuiu diriniafiir, optimmn est. AliiHiui oiiiin
ipsuiii |:)7!l| desineret et eessiiret, Cum lilienuinii periclit;iretiir, et Oeeu-
uoiiiiii ciuleret. et deiueeijs ipsa n ihm nie nt>litiii et ielii;io iiejj;lii;eretur
Est iiuteni e()iiiui;iuiii l);isis
ipsa (|ii(H|iie p
Oeeoiiuiiiiae
l*oliti;ie
Kelii^'iouisJ)
1) IMo spiit. Tischr. im Kin/xlneii abwcicli. un«l \\«iiif;vr v«>ILstiiinli;j,. Vjil
Erl. A. ni, 177, Försti'u». u. 15. IV, II, lJiii(lM'il f.»ll(K|. II. M^. V.ui. aiicli Kil. A. «.i,
•2(i;{, Försti'Mi. M. 15. IV, 11^ (FihIo <!. S.).
IJnmil est et ideiu spiritus, sed tliio lialu't «»llieia, Spiritus eiiiin
i^ratiae faeit iiohis Deuiii i;i-atiosiim, et uos -ratios(>s Deo, Spiritus
Vero praeeuin'), qui uiat pio noius et tutu uiuiulo, ut luma veniant,
abeaui mala. Spiritus ij;iatiae ali(»s dneet, Spirilus praeruui und ut
sanetilii-etur nuiiieu Dei, rei^uuui eius adveniat i'te.-)
I) sc. i'.st, «1. li. (l(M(J('ist «los (it'bcts. 1) (1:111/ iilinlirli Frl. .\. ">^. I"»;^ V^tvM
u. 15. II, 1, P.iiulscil o.ll(M|. II, JU (Abs. :{).
ln:;>7.
Omnis Jurista est liustis et iuiiuieus (jliristi, «pna staut«) a iusti-
eia uperuui-) et illi serviuut. Qui vere iuter eos ('liiistiauus est. tau-
(piaiu luuustruui est. et cuij;'itur uieudieare et vueatur a Juristis se«li-
tiusus.-')
\\
\) sf .IiiristiU'. 2) ^ Wi'il sie es luif «Irr \VerUi;ric«-litli;keit lialteii. '■>) AI»
ciclu'iMl r.iiMlsril (•(►II.Mi. T, -i'.M», h'i'ljoust. I, IM '. älmllrhcr Frl A. «.J, JIM, F(ii\steiii.
u. 15. IV, IS2.
1():}S.
Pareutes niaiuri eura eustudiuut et euliereeut «) liherus |:»S0| suus
quaui xMa-istiatus subditus. Ideu dicit Muses, iiuuuiuid eiru vus ^i;vuuiy
Ilaheut euiu» ]>ariMdes duiuiuiuui naturale et s|>uutaueuui super lil»erus.
Eiu selb i;ewaclisen ilerseliallt, Uli-) auteiu traetuni^) habeut et
cuuetuui Ein .i:euiaclit liuperiuui.*)
104().
Juristae nuu debeut esse rabulae ') et eausidiei •^), sed Jiu-i«cuii-
sulti^^ et Mui ivdduut ratiuueiu^). Quaudu auteui hue in eis eunteiu-
^Sv\^v^u..n.V ^•^^^••»»^tur, Italiae'O auten. sunt in pru ') Ib, en.m
'; Mi::;;^;;. babeut.^ ut^in (;enuania vix Ion nun.eran ur . uri^>evd..
Et past(uvs deberent larp) vietu nutnn. Verum, cum bue nun iit, tu
-untur |;;S11 rus eitlere, ()eet)n(uui esse ete.^)
s) Wcitlliurti^ iiiiil inil M'lcH /usat/.cu hrl. A. i.i, J-", l orMciii. »■ u- ,
1(111.
Mis.m.„i sm.t. M-.i Sorte sua nou sunt c-ontcuti, MU''';">" v^^J'
,„i...,onun u.ulti sunt in Mulis, .,"! >'-un «Imn. sutis al.un.lcut, U.nu.
in aiiiii jiliis (|H;iciiint [iccuuiac vol gloriiU'.')
1) \fi\. 11. •")S!), Tr.c, 757.
11112.
|„ (leiiesi c-onsi,lenuul.ui. est. .,m.l et .,uaml.. Dons l-"l"=«<"!- ^;t
.n>is clV..-t.,s sc.u.lur v.i-l..un v.l .,»i.l In.-iant a.l .h.-tun, verl.i |.i,| vol
iiii|.ij, Aliu(|iii oiiiiiia vi(lol>imtur tilii ndifula.
Kil:;.
llist..riac in liiLlijs sunt exnnj.la li.lci. V.lut yxitus « A^"'.!'*"
ost Instlnia et cxon„,luni n.aj;nae ti.lei. ita in.liean.lun. est .le ahjs.-)
I) V^M. 11. :5(i<'i.
Kill.
I) :^- cocrcont. 2) .sc. Mu-i.srnitii.s. A) Sclichit /u sulicu im Sinuc von | 1»^ -, If pvi um Fuin-vlium .lubaunis Paulus, sollen in der
„autkninin-cn. in An.spnidi -cnommcir. r>ci,lc AuMlriickc .tracmm u. luacuiur ■ l 'n...t wM^len vnd bleiben pro pui;nantibus, pro vuliiu
t'rUliirt Lutl.ci- dann .selbst (Uircl. .,ein -cmaclit Imperiiinr. iMe .Icut.sclien 1 isci.r. |> knebeu -i- predl i: t wei (U U \ Ud uieiuLu | i .-
abweiclicnd „Die Oherkeit ist alter ein i-czwuui;ener Herr, das ist, sie ^'elut niU
(Jezwun^^ vmh und ist eine -•emaclitc llcrr.scliaft" oder „der (Murkeit Ilerrscliall
aber ist ^^'/wuniri'n, ein i;emaclitc Herrsch.- V^'l. Frl. .\. «li, .io., . Fiirstcm. u. 15.
IV, !.")(•., t(^rm'r Frl. A. .'m, 2(;i, Fiirstcm. ii. 15. I, Joj, womit I5ind.seil collo»] I. 2;i:{
stimmt.' während IJ«'bi«nst 1. l:<:.» das lH»i^e nicht vidlst;in<li^- hat.
Wu vater vnd mutter nicht iiM^hr kau. da nius der llencker
ausriciiten ») vnd rechen-), ^'^ ma-istratus custudes sunt <piarti
precepti, wie die katz vljer die nieusze. Ideu maiur est eurum ')
diiAuitas, at reverentia maiur esse debet parentum. «piia tuus sunt
et uriiiu (piarti ])raecepti.*)
k
veru Maitheus.')
UFrl \ (.2, 1:57, Förstern, u. 15. IV, -loM: v^>«>lV''V^I^''^'T ^''''^''iu^^rV^;^'
,.,, I^a^^nan m l.i;.h.r d.
:: •;:;:iV;U:^dhÄ•^^;b:^;:^d^ Mann .um .inn.e Leute <Ue andern
FvanLCelisten'\
1015.
David vsalmus edidit ') (btctrinales |:iS2|. prctphclales. uraturius
V- i\ M,-c'^ rilii (Miur-ih '^ eitel trustpsalm. Iuter U'u-
et irnitiarum actinnis-). Mli.i ^ uui.ni ) ^iivi ti \ \),.u<^^
idicticus luaecinuus est. Dixit duminus'), Miserere niei Dens),
\^!^ii\i\:^2% De prufundisO, Dumine cxaudi uratiunem
2(38
inoaiiP), Isti eiiini doeeiit llcinissiouem ]>cecatonnii eontinii^erc •♦) sine
Ia'^o, Idco sunt pstilnii niere Piuilini, (Juid enini aliud est, „Quia
apud tc j»]>r"") est. ut tinicaris" '•). quam ([UikI Paulus dieit, „Onines
eoneJ2) sul) ])ee(*at(). ut onmiuni niisereatur' •^), „Vt tiniearis". das alle
für dir das llutlin müssen abzilin'^), ut nemo i;l()rietur in sua
iustieia, et ut re. pee. sit ]>])i"'''), non meritum.'*»)
1) liiiulsc'il c<)llu<i.: com pos iiit, oratioiics, jictioncs. 2) Diu «kuitscli.
Tisclir. „David hat Psaluuii, die da Icliren, weissagen, hctcii und danken". :{) sc.
(Mli(l('runt. Uindseil „tilij Cliore sind eitel tr()stiisaluien"(V). Uebenst. ver.stäiidlielier
„Davidis l'salnu vari] snnt, - - filiomni Coraeli sunt l'sainn eonsiliatorij". In
den deiitseli. Tiselir/telden die Worte, i) T.s. llo. :,) Ts. T)!. r.) Ts. :\->. 7) IN. i:i(».
s) Ps. 1 1;^ *.«) Intransitiv = „eintreten, statt finden". |o) Lies propitiatio,
-= Versöhnung, Vergebnntc, ebenso am Seliliisse d. Abs. II) l*s. i:»o, I.
\'l) Lies eoneliisit. \:\) \ln\n. Il,:{2. Die VuI.ü;. jedoch „C'onclusit enim Dens
omnia in incrediüitate, ut ouinium misi-reatur'. II) I>ie spät. Tisclir. „ut timearis,
id t'st, dass alle müssen das hurlein vor «lir abtziehen" (l>nnls.) oder „ut timeari-s
id est, ut onuies homines, se peccatores esse agnoseant et te solum Deum glori-
ticent>' (Rebenst.) oder „dass man dich tVirchte, <las ist, dass Alle das lliitlin für
dir müssen abziehen". Auch ohne das „id est" der jüiifreren Tischr. ist der obijjie
Text verstilndlicli, da Luther sehr oft bei C'onlatus und auch in den sjiiit. Aufzeich.,
die uns in ursi)riiiii^licherer Form erhalten sind, einem lat. Ausdrucke einen ent-
sprechenden deutschen unmittelbar als Erklilruni?, resp. Uebersetzun^ des ersten
foli;-en lässt. 1.")) Lies „et ut remissio peceatorum sit, jjrop itiatio". Die
spiit. Tischr. abweichend „et ut stet i)ropitiatio, non meritum" odi-r „sondern dass
es eitel Verj;ebunj;" sei, und kein Verdienst". 1»'») Die spiit. AufzeiclmunjAcn for-
mell im Klnzehien abweichend, dem Iidialte nach aber j^anz älndich. Etwas mehr
weicht Uebenstock ab. V^^l. Erl. A. «iJ, IM (Mitte <l. 2. Abs.), Kls, Förstem. u. IL
IV, 100 (Mitte d. 2. Abs.), IJimlseil ecdloq. 11,224, Kebenst. II, 2o;<i'.
lOlG.
Allei^'oriae, si ad fidem omnia ref'erantur '). bonae sunt et laude
dii^riae, ad mores vero relatae, perieulosae sunt, Odio '-) autem eas oh
id ]>otissimum, si mai;is mores adiuvant (luam lidem, et si iminodieae
sunt, Instoriam extenuant^)
1) Die deutseh. Tischr. „wenn sie auf den (Jlauben gerichtet und selten i^e-
braucht werden". 2) = odi. .{) Die lat. Tischr. „lidci historiam adimunt" oder
tidei iloctrinam obscurant". Die deutsch. „So venlerln'ii un<l vcrki-hren sie die
Lelire des (Jlaubens". Nach <ler obiji;eu Lesart scheint der Sinn zu sein ,,nn«l
wenn man sie zu viel anwendet, so schwächen sie «lii* Klarheit der
jjjeseh. Darstellunj;". Abw. Erl. A. <)2, 2s, 2«>, Förstem. u. li. IV, iJOö, Kindscil
colloq. 11, !»;{ u. II, t»5, Ueben.st. II, Kri'-. V^^l. ferner (^ord. n. 14^, uso, «isj, •ls2.
1017.
lliol) est exenndum miserieordiae Dei et ostendit, uteun(|ue sane-
tum tamen tandem in ^'ravissimam tentationem labi ]K)sse |'JS:)|, nee
tamen desen sanetum, et rursum eum relevari miserieordia Dei. Dato
autem ipsum vixisse tempore Salomouis, Librum autem eins historiam
esse sentio, Neque tamen ideo eredo, omnia ista online faeta esse, ((uae
serihuntur. Opinor etiam, illum ') in hune ordinem ita eon«;'estum esse,
et Dialogum "4, ah aliquo hono maij;istro •'), Fuerunt autem multi sa-
jnentes et saneti viri suh Salomone, (|ui deleetati sunt istius modi
lihros serihere.^)
1) sc. librum. 2) sc. esse. '<) sc. in hunc ordinem conj^^estum. 1) Die
deutsch. Tischr. verbinden Obi^^cs mit u. 4bL Vgl. Erl. A. 02, 145, Förstern, u. IJ.
269
IV 4i:. in r.ezug auf den l.dialt auch Erl. A. 02, LUlL, Fdrstem. u. F.. IV, Kir., so-
wie Förstem. u. iT IV, lor. Ntde 4.
1048.
I e-endu S. Ocorf;'i) in se eimtinet puleherrimam allei;-oriam
iMditieanr Duella est politia'. (pme infestatur a Draeoue. (pn est Satanus,
Infestat autem nune tarne, nune peste. iam l.eUo devorat ae yastat '),
donee veniat ali(iuis Caesar pius ae fortis '^), (pn eam restituit ae dc-
l'endit.^Ö
n Die lat. Tischr. „nunc fame, nunc peste, nunc (aut) hello, eam(,ue de-
v<nat (t devas at" 2) Die lat. T. „ali(iuis bonus (tear". :0 Dn^ lat. . ,(|Ui
^m r\^ tna 'V V^M. I-:rl. A. 02, :n, Förstem. IV, :i«»T, F.inds. colloq. Ih '•,?<';.
IL lop. S (ieor- r7;nK Offizier, soll v. Diokhtian j2:et:Uet sein. Ilerz.^j.' Kcal. E.
V' p. 2;{.
l(»49.
Lci::enda Mar-aretae^ alleK<niani hahet Kecksiastieani Est
Mutem Eeelesia n<»hilis vir-»»^) ae spetiosa ^^emma. .Olihrius-^) ly-
nnn.us est mundus. (,ui adversMUS |:^>S4| Eeelesiam ecmi.ieit m Careerem,
„Li M l)rae<me vexatur Diaholo. Kee p(»test se a ^ravi illa tentatione
explieare»), nisi ipsa arrepta Cruee, id est Christo, (|m S(»lus iui;at et
<ui)erat Sathanam. Similis est de Christophoro->) ete.
\) Die lat Tischr. „Sic Mar-aritae historia". Das Niihere iiber sie bei Her7«>ji:
Lo-d E IX ö: 2) Die 'lat. Tiscdir. „illa .uddlis Mar^arit.1. I" ^'»l^^^V^''',^" ^^hl"
de U 'ts<d;.T. „Denn die Kirche ist die edle Perle und ^cr kustbcl.e edle Stc n
Mi V, iscluT Praefekt. der d. Mar-, z. Abfall v. Christentume l»ewe-eu n d 1 4) lUe
;iM seh ' daraus sie sich nichP wirken (.1. h. befreien) kann". •>) Sol zur /cd
K- is^rs Dec US j^etötct sein. V;^l. Ilerzop; Peak E. IL 0-7^ '0 Vr*';!;''V->- 'n'
zeln'n abweicl.end Pdndseil c<dhMi. II, M:^ PcbensL II, H.2a, Erl. A. 02. >',L loistem.
u. F.. IV, :{<Mi.
l():»0.
\n-eli sunt proxime nohiseum et eustodiunt nos et ereaturas
Dei iussu eins, llahent autem ad defendendum lon-as maniis. ut aeile
Sathanam propellant volentem noeere. et sine l'^^»;»^'^' ^'^^J^^^/'^^f ^?;,^;^
veniunt. prd nmspeetu patris stantes luxta Solem ), Lt ^^/^^^'o^^ ^'^^'^^^
„roxime sunt nohiseum. omni miunento msuhantes nostrae saluti et
vitae, ]n-ohihentur autem noeere ah an-elis, cpio ht. ut non sempcr no-
eeant, ((ui semper volunt noeere.-)
n Die deutsch. Tischr. .,Darumb wenn uns der Teufel will Schaden thnn so
,v,hret hm der heili^^e Enj^^el und treibt ihn ab; denn er hat lan^^e Hände, ja stehet
^,r ot e A p-sichrode^bei der Sonnen und kann ^le.chu.>hl .u '";;^''y\^:^ '
.. uns befohlen sind hart bei uns sein". Dii' lat. '1\ verstand u-licr ..(.»uod si Sathan
. i n i^n is o ^r ara^ repellit eum an.^elus. Habet enin. lon,.is n.anus ade<.,ue
nt tsi i consnectu Dei sit, aut iu.xta solem, attamen citra ne^'.dnmi (d.h. ohne
Mm:ra<l n,;: ;!;;in,ere possit" Viellei..ht soliuml „^^uy^m U.ku um mtch
•M.,.i;-.i, KrI A V» -isi't Forst u. IL Ili, 2, Pind. colhxi. 11, 1<>.), Ke»». ii, m-i . leou
Kcll^lit -t lVis;i»r"V;i.r^^^^^^ A>;.V,.kl,nun« .IcJcord. bei weiten. vor/.u/.,c.hcn.
lO.M.
Mnlti (liMHoiu-s sunt in sylvis, ii. iuiiiis. m locis imlnstvilMis m-,
(loscrtis, Nc') iiofCMi.t lion.iiiilms, Ali.) siiut in donsi« mil)il.us, .im ex-
Ii: i
270
citunt teinpostutcs, tonitrua, riil^iira. «;ran(lines, aerem -) inliciiint. Qiwu*
l)liilosnplii et Mcdiei naturae adscriluint. et noseio. «inilms cauKsis-') eti*.^)
I) Dil- s|);it. Tisclir. ,,iit uoccant Ihuniniluis" oiUr ..dass sif «U'ii Mixisclu^u
niiijifcii Scliadoii tlimi". N:u-!i Conl. Losart ist „lu« — lumiiniluis" als sclbstiiiuVi^iT
Satz „(Uss sie (k)cli den Mcnsclicn iiiclit scliadcii iiirM-litcii'' aiif/iitasscn. '1) \"\y\
li'iclit et aorein. Das Wort ,,j;'raii(liiu's'' stidit im Maniisir. am VauW dor /für
;{) sc. adscTibaiit. I) Di«' spät. Aiilz. altwiiclicnd „i't arrt-m inliciimt, (|iiud si
c'tlV'rcrunt. i)liil«)sui»lii »t mcdici 'u\ natural' dcpiitant, vt iu's<-it», »iiias caiisas liariim
l»i'stium ac malorum addiiciint'- oder „Wenn solciis «ri'si-liiclit, so sajrcii dir l'liiio-
soplii iiml Acr/tc, i's s«i natiirlicli, sidirciWciis dorn (icstinio zu und zii^^rii, i<-li weis
nicht, was für Ursachen an solches l.'nj;liicks und rhip'n'\ V;:!. Krl. A. ."><>, 2^7,
Förstern, u. T». II, :i, Hindseü coUoq. II, loö, Keheiist. II, KH^
1U52.
In strainine, melius |:iS:)) anteni in i)alcis') servantur poiiia
a tViirore. Aui:iistinus enini dieit. (iiiid ealidius ijaleisV Kt <;laeies
teeta straniine non solvitnr.-)
1) Palea u. paleae = Spreu. Sinn „In Spreu hewuhrt man Oi»st noch
hesser vor Kälte als in Stroh". 2) Luther wird daran denken, dass im ersten
Falle der Zutritt der kalten, im /weiten (Wv der waruu'n Lult durch Spreu und
Stroh ^M'hiiulert wird. Nur iK'i IJiudseil colloq. 111, «li findet sich ahweichend und
unrichtii^^er Fi)l^^'udes: „Stramen. Thut «lie OeplVel ins stro, so erfrieren sie nicht
Nam Aui^nistinus dicit: (,»uid calidius paleisV Kcontra «licit: (^uid friiridius paleis V
Kt j;lacies et. nix Stramine t('cto(V) non liquescunt". Ilii'r wird also stramen un«l
pafeae identifiziert, wiihrend bei Cordatus heicU's j^enau i^eschieden wird.
D)5;i.
Studium Juris est sordidum et questuosum, a«* ultimus tinis eius
t'st peeunia. Neque enim luopter deleetationem aut eiJ^nitioniun rerum
in Jure student.')
1) Vj^l. n. 1(>2«I u. 'fiT nebst Noten.
D>r,4.
Eruditio. Sapientia vnd die selireiher sollen die weit
re^iren '), Et si ])er iram suam semel omnes d(»et(>s e\ mundo eri-
])eret-), quid reli(iui Inuuines essent nisi lu^stiae.-' Et ins, adeocpie
ipsum Verl) um. nihil sunt sine Juris]U'udentii)us et ]naedicatoiilms, quo-
rum o])era Dens utitur wie <ler leute. der er nielit ma^^ ^^eraten-').
IJIn sa])ientes non sunt ])er verbum vel Lei^^es. ursae. leones. eaprae
et cunes juditias tenent et praesunt Oeeiunnniae.-*)
1) Die spät. Aufz. „Sapientiu est doctriua utilis et m-cessaria. <ian die selireiher
solh-n die weit re«!:ieren, vnnd die feder emporstehen*' oder ,,Sapientia «'st doctrina
utilis et necessaria, nuindus enim \)vr Scribas rej;i, et renna erecta starc debet"
oder „Weisheit, Verstand und (Jelehrtsein, und die Schreibfeder, die sollen die
Welt rejj:ieren'\ 2) sc. deus. :t) = die er nicht entbehren kann. Mittelh.
•gerate mit (ien. (meistens d. Sache) =■- entbehren, entraten. \Y^1- »t'li kan iuwer
niht «reraten. Iwein 2-2:). Müller 11, Abt. I S. Tm!). I) Die spät. Aufzi'ich., welche
()bit;-es in Verbindunjr mit n. \.\.i (v.i;l. auch n. .'.:>s) brin^-en, weichen nach Form
und Inhalt «;iinzlich ab. Das Einzelm^ anzuj^ebini, würde viel zu weit llihren.
\^l Erl. A. r.2, ;M(>, Flirstem. u. W. IV, ;V.)r>, :>\H\, F>indseil c.dlo(i. 1, 2(i:., Uebenstock
1, ISb" (Ende d. S.).
271
lo^r;
Omnia tVra animalia sul) Lei;-e vivunt, Timent enim liommes
ot navent ad eonsiurtum ipsorum. et l.omines sunt fens qifasi eanes,
rieurata auteni |:;SC,| animalia. quae alhas earnes hahent. sunt ani-
nnli-i '«-ratiae'l vivunt eum l»ominil)Us, et simiae sunt ipsonim -) l<»mo
autem'expers doctrinae neque lera est suh Le-c neipie ammal ^) suh
KiMtia.-")
n - riii.T.- .Icr *<»M\r. l.iitluT iK'ziclit aU' tliwl. l■..^f;rinv• <;i'^'j''- "!"'
Vi rVii r -.i.i. 'l'l.i.'n- .lfs(;.'sH/.,'s. .1.1.11 si,. l..|..'ii i.i ri.irl.t .....1 /.. .■.■... l.:il,.'n
Tn s, Iw rylH V . ' Lu .l.r lur.l,. wilkiiO). A1..T /...Im. Tlikv h.il;;.. vv.-.ss
'i 1 i'i, .l.ss .Ii.. \V..r... .\.-r .(.■..tM-li. Tis..l.r. ...-st .li.n-l. .li.; A.,l-/..-^<'l..i i,^'
1. '..'r. in.s ViMi.'..riii:.ss..i. v.'ist:h.iili.-l. w.T.lon. \ d. \M. A. .,.,2..i,
'l-'i'.rst.'i... .. 'r.. L r.l: .." I'ivi ... l.iör. }:.^l.;ir...i »..1.1 i..ii.>ltli.-l. z.isai.i.i.cii.
1050.
("j.villaii iiossnut l.R-i scrii.turae. scd iio« »•ontiitari. Audont,
„„.tri ol...|Ucutos nun.- iiul.lice (UH-lamaiitcs (Wo L-MMim
,lo -ii-nis Cook-stil.iis iiannii laiulaiis Astv.uu.imai.i. iteiii .Ic sij;nis
tc-nTsTiilius ot niarinis. Kt jronfcs non tan. stnltao ..■rant .,n..<l Solen.
ti„i„iss..iit vol Lnnani. sod ii.irtonta ae nion.xtra clucruiit iianU-i
ot tinmonint. Kst ') Astroiumiia. iiro qua a.loo stvynuc docertant;).
non est ars. .luia non lial.et iiiiiMMpia ant denionstrati..uos. sod oninia
ex cventu et easilms iudi.-ant. et a semel '^ air:un.entantm- ad sei.ip.M
•ontiie-eron. Was /.ntiitft. wissen sie. Das feylen m:^'^. . ..
Ve vc''e. Sic wol stil zu. Kunst ist vorhanden (c-..j;i.ntur d,-
ecre) aber niemand llatt sie. Exi.erientiani (.juae est indueere ex
mnltis sinirulanlius)^) non |:!S7| hal.ent, scd .,«osdam eventus, et illos
satis ineertos.'')
1 ) .l..r...ii. 1.1, i ..U...'.' .li.it l)...iii,.,,s: J.,xt:. vias ^'^tjmu ";;"<-■ jl'fX'i' 'i.-.'ss'l".''
MMUivWir/, tun j ».vii n:,.^..v o-ni'/c lMH«''in"- Ich t bei C Ordalus. Nui
A;isse;;Wi..'lui... .llis i>atni,. der spil,. Tisdir. imht ricl.fig sein, .1. Co.-.l:.1..s seine
272
Aul'zeiclmiin^cii mit löuT sclilicsst. Es ist daher wculer \:).\s nocli ir)12, sondern
walirselieinlicli l'»:{'i LCeuuünt. Selioii oft konnte nihnlieli darauf liin«xe\vi('seii wi'nlen,
dass lu'i vielen drr hier von (ordatiis anfi^iv/cielmeten (ii'spräilie ans {\vni Inhaltt?
zu sehliesst^n sei, dass sie in «lie zwciite Hälfte des .1. \y.\'l fallen. Vj^l. /. 15. fol-
ji;end(? Nuninn^rn der drei vorherj^ielicndin lM»;::eTi: n. ssc, sss, s«M>. IM»;;, tun, ',»:{«>,
WVA, IKM, '.Mi«», '.»sl, «jsT, 1(>2(», 1(>2I tV. V«:;!. im rdtri^en die sehr nt'itliinfti^^e und
vielfach ahweichende, oft nur dem (Jedanken naeli iihidielu' l)arstellnn,!:: der spiit.
Tischr. Krl. A. »Ü. M\K rio, Förstern, u. li. IV, 575, :>7r., llinds. eolhni. 11, 11!», liehen-
stoek II, 117".
1057.
Mea Oeconomia mirahilis est, ({mn nlus e(>nsum(M[iijiiii redpii» '),
Teil mus aller Jar 50 «»;ul(lcir-) in die kueheii haben, nlia taeeo,
leb kan niieb in das bauszlialten nicbt rieliten.-')
1) n. 111 hiess es „Dens dat nnhi (luotannis tantum, (piod insunu»". 2) Die
lat. Tisehr. „öoit (iuhlen". Erst in Luthers letzten Lehensjahren helief sieh sein
rej?elmiissi^es Eink«)mmen ((Tehalt, Ehrenji^ehalt, Zinsen) auf •l(»(K;uhh'n, vorher auf
•200, seit 15:;2 auf :i<>0. Dazu kamen seit \yM\ noeh hejh'Utende Zu};:il>en an allerlei
Naturalh-n. Köstlhi 11, 1'.)*^. Es ist doeh nun wohl kaum zu ^^laul»en, dass L. ehenso
viel oder melir als sein jj:anzes erst in den letzten .lahren iVir die damali;^e Zeit
reeht ^utes Einkommen betruj^, alleni tTir Essen und Trinken verausgabt habe. C'or-
datus Lesart, die aueli dureh d. folii;. alia ^-stützt wird, wird daher die riehti^ere
sein. ;;) Das Dltijre liahen llindseil eolloci. lll, 2(H», Uehi-nst. U, is'' ;ihnli«'h. Doeh
hat ersterer hinter „taeeo" «len Zusatz „amietum et ornatuur\ fern*'r die N'arianti^
„in diese hausshaltung", während Itebenstoek FoI^hmkUs hinzusetzt ,.(ut Interim ta-
ceam) de vestitu et ornatu et eleeniosinis, Cum tamen stipenjlium
meum in se habet 20«) floren". Vgl. auch Köstlin II, .j<k{.
•
1058.
Wen icb zornig- bin, szo lasz man mieb nur mit frieden^)
vnd versebnauben. «luia multa mc irntantia eontin^nmt mihi, qnem-
.Mdmoduni et alijs ])Ht() eontinjj^ere. Drum S(»l man eim Zorni^^en
räum lassen.')
1) Die spät. Tisehr. „tzufrieden" oder „ep) si iratus fuero, nn-eiun nudta
agere pati non possum". 2) Vgl. Uindseil eolloci. I, 1«M, Kebenst. II, lO.J''. Vom
Zorne ist die Rede n. 2u;{, 020, 774, sDl, S«io, bS\, s«Ki IV.
1(150.
Anno 27 0 J^^l*>i*tus est me Marcus-) ille suavissimis verbis et
moribus, scd sine serii)tiira, Ideo dixi ei: E^^o teenm non ennvenio nee
eredo tibi, nisi sipia feeeris. Et dixit in 7 annis si«,nia videlds, Et
statin! secuta est seditio rustieorum [:>S8], Dieebat inter alia, se statim
in vultu videre, an bomo pius esset vcl im])ius et non electus, Das
bei st sieb mit Worten verlauf ton.*)
1) Lies 21, d.h. 1.V21. Vgl. n. 12Ö Note I. 2) Vgl. n. 12:. Note 2. A) Die
sjjät. Tisclir. „Ita sathan non jxttuit sc oceultare, verhelf sieh nnt Worten" oder
„Ita sathan non potuit se oeeultare et verbis suis prodidit sc iiisum" oder „Also
kann sieh der Satan nicht verbergen; verlief sich bahle und" IV. Vgl. Erl. A. «Ü, 1,
Förstern, u. B. III, ;Ho, Kindseil e(dlo(i. 11,21, Kebenst. 11,2«»".
1000.
Mire (d)seura verba bwiuebatur ille bomo'), Oro1)iekeif^), wei-
liekcit»), lan^^weiliekeit^), et cum dieerem, quomodo intelligi posset
273
ita bM|uens-0, respondit. se tantum aptis discipulis praedicare, dies*')
i»fund haben'), et eum interropissem von meinem pfund, dixit,
me esse im ersten i;rad der be\vei;lickeit, vnd werden nocb
komeii in den ersten i;rad der vnbewei;liebkeit, in (pio ipse
esset, et cum a Kemberck^) n'scri]»sisset sua\issimis verbis literas
et .idbnrtaliones, dixi. Ade, Lieber Marce.'»)
1) Di«' spät Tisrhr. „nam mirani haltuir .f n/ouv'' (.der „und brauchte selt-
s:imr ungrxN öhnlirhr Wort". 2) -: (iiubhcil. Die Form (J rob i c k ei t, wie die
fol-vudcn kann iih hxikalisrh nicht belegen. Du« spät. Autz. „Entgn.bung
(dli Eiitüusscrung gr«>b»T Sii udcn ), crassitics, liindscd (irol ikei t (!)".
Das Wort (Jrobheil ist hi»'r - Zustand d. S iinilh at t igk eit. U) = Weile
d h Zustand d. Fnbcfrit'dlguiig. i) =- Lange w cilc d.h. Selbstvcr-
drosscnheit, Acrgcrniss an sich selbst. :.) IHndscil „Int.'rrogavi cum,
Muis nam illiusvo^wr intelligercf, ganz ähulicli Kebenst. und die deutschen lisclir.
(!) -- die das ptiiiid (-■= .\iil:igv, Fähigki'il) IV. 7) Kimlsell „\ iide nosti illos
•iplos"^ Kesp.>mlil- Ich wi»'ls ihm halt ansi'hen vnd mercken, was er v<.r ♦•in ptiiudt
irit i/ieber Maive, was habe ich dann vor ein pfundtV Ebenso die (h'Utsclien
Tischr u Kebenst. s) lU-weiiliekeit - E m pfä n glich k ei t t iir d. A usse n w e 1 1.
rnbcui'giickeif Affektlosigkeit, d. gänzliche E n t ä u sse riing von d
sinnlichen Erscheinung. Vergl. übi-r d. Thei.ri,« d. SchwärnnT hinds. II, .i2,
Köstlin I :»•'•'. K<-mbcrgim Kriis»- Wittenberg. •.» Vgl. Erl. A. til. 1, 2, lorstem.
,1.1',. Ill,':;ll, Kindseil collo.i. 11,22, Kebenst. II, 2"H'.
DMil.
Dresze') dixit. se nuntium baliere ad eum a patre suo, E«;-o:
(^iiis est tmis pater.-' Ille: Jbesus (liristus. Der ist mein vater
a\ieb. <,biid mniciaturV Deum iratum esse mundo. K*^o: ubi tibi boc
dixit? |:;S9| nie: Extra Civitatein. eum porta -), videbam ])arvam nube-
eulam. (|uae est sigiium irati Dei. Et in somno vidi ]Mdat<u-es dicentes:
Es i;ilt, Es i;-ilt, et manum Dmninj suiier eos, Et cum unus ex eis
fudisset'ein kandel') i>vr') auff meinen balsz, ex])errectus sum.
E^^o incre]iabam eum. ne cum nomine Dei luderet, liisc autem abiens
ili'xit „Wer nicbt sagt-'j. was der Lutber wil"'), mus ein narr
sein ".^j
1) So die Ilands«-hr. Wahrscheinlich steckt darin die Lesart der si>ät. Tischr.
linder Dre^U-r- F.inds. „civis (|uidam Tornator, Ein dressier", Kebenst. „eivis
nuidam tornat;.r". Vuk Coiilatus n. 12r. Note s. 2) Das W(.rt porta strebt im
Miuuscr am Ende der Zeile. Es ist augenscheinlich *'in Wort ausgefallen und wahr-
si-hcinlh-'h zu lesen „cum p..rta exirenr. Die spät. Tischr. „Ilesterna die exivi
per portal!« Cosbicensem ( L'cb. K o s w icen sein) videns i)arvam et igneam niibe-
»uhim in -m-tc" etc. oder „(lestern ging ich zum K(.swicker Thor hmaus, da sali
ich tV :;) Kinds, „eine kanne". Kebenst. „cantharam", die deutsch. 1 . mit
Corditus ein Kandel". Miitelh. die kandel =-- Kanne, aus dem mittellat.
cannatel'ia d. h. K an neben. Weigand L s<.l. -l) - 15it;r r.) Die spät.
\ufz. „wer nicht hält". <i) Die spät. Tischr. „was der Luther lehret Lei Ke-
benst tindet sich der letzte Satz in folgender F(.rm „(Munis, (pii verba Lutheri non
c.bservat ac audit, pro stult«. habetur". 7) Vgl. Erl. A (il, 2 ii l/^^steni u 1. 11
:m :U-> lUnds. colloq. 11, 2:i, Kebenst. II, 2'.)»'. Diese drei Absclmitte n. 10..'.>,1<m.o,
|(m/i .-ehr.ren inhaltlich zusammen. Sie enthalten enie Darstelhmg der A erhand-
lun-en Luthers mit den Zwickauer Froi.heten, welche im (irossen und (ianzeii dem
(Jedanken nach mit dem übiTcinstimmt, was aus den spät. Tischr. (auch Erl. A.
til ::\ Förstern, u. W. 111, :{'.M, Kindseil eidhup III, iU:», Kebenst. II, 2T.M^ tindet sich
ein i;ruchstiick davon) bisher über diese Angi'legenheit bekannt war. .ledoeli
w«'ichen die spät. Anfz. im Einzelnen erheblieh ab, auch ist dire lassung eme
viel weitläufti-ere Dagegen ist die Darstellung, die Cordatus n. 12:. von derselben
Angelegcnheit"gie»'t, eine v.llst ändigere, verständlichere, die manehes
Neue lirin-t So vermisst man in den spät. Tischr. und im obigen Abs. das
IS
274
n 125 über Storck, Müntzer, Carlstadt uii.l ranipanns (vj:!. ii. \i:> K't/tiT
Abs) (U'sa*'-t.>. Auch nitlialtiMi dir n. 12:. iihi^r Marcus 'rii.nuas Stubucr un«l
den torna^tur (luidam -cuiarbtcu Mitteilungen u.anclirs Ki-cnarti^^c was m den
spät. Tischr. niclit so bestimmt zum Ausdrucke kommt. Kin vcdlstandi^-es l.il.l der
u-anzeii Vcrliandluuiicn wird man jicewinnen kr.nnen, wenn man unter r.euut/unj:
der sonst m»cli vorliandeuen (»uelK-n (v-l. Kr.stlin II, :.J<MV., ■» l;^ tj-, .^»'lO'»»') «>*'
beiden Antzeiclniun^en <les Cordatus zu (Jru.ide le-t. i.utlier wird s.cli im Kn-ise
seiner 'risclijreniKsseii -:ewiss mel.rere Male über seine Verliandlun-vn mit den
Zwickauer Proi.licten ansj^-espn.clien Laben, und zweimal ist Cordatus (>hren/eu^-e
gewesen. Sonst würden die verschiedenen IJedaktiunen dessi'lb.'U <.e«;-enstaudes
welche (^»rdatus überliefert hat, sich schwer trUläreii lassen.
1002.
Miirtiiius CellariusO. iiuinjssiimis iiolmlt», et n(liil:ni(lo nie vo-
luit (UHMpere, Dixit ouini, meaiii vocatiunciii iiiniorcm esse «inniii A]m.-
stolonun, At e-o dixi ei, Acli wan hin ich doch ^^e-en iWu \\>o-
stelnV Is serihehat mihi 4 soxtenüones ^) de 'ralKMiiaciib. Mosi, Sed
cum blanditijs eins ncdleni eredere, nia-is insnltabat niibi (inani landa-
veriit, Cui e^o. Gehe liiu \ ml thn was dn wilt.=')
\) Vffl n ir{ 0 = Vier Sexternionen d.h. \H\ Seiten v(dl tV. Die
siKit Tisclir. ".Vier Qmitern volh. ü) Mit Zusätzen und abwei«liendem Schlüsse
Eri A l;i, ;5, Förstern' u. IJ. III, :M2, IVmdseil collo., 11 2:;, licbeusf : •^<; '•. V'^^'^'
dem ist mit dem ()bi}>:en zu v-1. Cord. n. Il.t. Ueide Nummern (n 1.5 lehlt in den
SDät Tischr) erj'änzen sich -eoensei t i - Weder aus n. 11.5 nueh aus dem
fc Abs: der^lem Inhalte muh wohl mit n. 12:> nml n. lo.V., Im.o, I.m.I zu-
sainmenhängt, j?eht unmittelbar hervor, dass Martin ( ellarius bei den
VerhandlniiKen Luthers mit_ Marcus Thomas stubner -e -eii w.-. rt i-
gewesen sei. Vgl. Köstlin 1,547, 5I^.
Bueero»), conferenti nurnni (%»hnv<ci-) <!*' Saerainento tan-
dem interro-anti, an Iniinjs (dVerreinr |:*.'.Hi| qno((ne Sacranicntnni, dh
dixi An Innnus posset andire verhiim Dei et ilh» ainiti." •) Cust^inani
reeessit, seripsit ad me luiee verha, Ne dnhitctis, (|nin doeeanins eadrni,
quae vos doeetis, Aher es ist ins leneken»j komen wie II. (..•'),
sie können nicht zurnek.'j
n V^l n {51 •>) Ucii !'>• 2'.». September i:.:wt. :t) Luther antwortet in
Form einer" Fra-e, die eine Uejahun- <b'r an ihn -eriehieten lr:.-e enthält. iMe
spät, deutsch, risclir. drii<ken <lies so aus: .Da sagte ul. ihm: Konnte ein (.ott-
loser (Jottes Wort hören un.l missbraiirhen, wu' vu-l mehr missbr.iuehte «bi des
Sakraments, der das Wort missbrauchet;. 1) Altli. lauenen ^ ••''•^•";;"- -'l^^'
zog (;e.org. r.) Vgl. Bindseil eolhM|. IL 2:5, L'ebenst. IL .50^ LH. A. .!•, \1K I oinL
u B. II, :f20, lerner KrI. A. (il, .'., Lr.rstem. ... W. III, :M2, wo ,edoch der letz e Satz
fehlt, lieber die Verhaudl.nigvn Luthers mit B.i.eer während des Augsb.irger Leie js-
tages Köstlin II, i4H, G5S, Schlegelii ob^ervaL in vita .1. Langen S |..l. <.o la
1742. Liugke, I). M. Luthers merkwürdige Keisegesehiclite s. I!»s. L*-ip/ig I .«.'».
1004.
Oecolaini)adius et Znin.olins dixenint, sie innsteii fried
halten mit mir'), (iiiod inimus i'nissem, qui Kiiau-vliimi praedicassem.
Post mortem autem meam W(»lten sie >hr o\)'\\\\o\\ rrclit an ta--
gehen, Sie wüsten aher nicht, das sie ehe sterben wnrden
den der Luther.-)
275
n Die xirit Tis«-hr Sie wären mit Lntlur zutVied«'n drüm" oder „sc pacem
h.bere en.u UntWvo. ' 2)' Die spiit. T. .wüsten abe.« nicht, ^^/^«, f V II^:,;^^'^;;:;':! ^
„i,,„ ,,,.;u-.vn vM.rden'' <Mler _S e wussten aber u.eht, spiMeh 1 . ^^Y' ^ivhens
des Luthcs nicht erhainM. wurden\ Abweielu-ml B.ndse.l collo.|. 11,21, Lelnnst.
II, :{(»>•, Frl. A. r,l, l, Fr»rstem. u. B. HL M'.
UhVk
\nahai»tistarnm ncnii» advcrsns me seriiisil, qnia, seditiosum
eum Sit vnl-iis, ne nnniii quidcm d.udum baheiit Mapstrandnm M. Uot-
teiises Haben meister au mir wollen werden.'^)
n Sie ui.ht einmal einen C.'lehrt.'u halu'U, der Magister werden könnte
Die spät. 1 ischr. .loetores oder Doctores noeh Magistros. *-^) /^'^' ^I'f;
Vseh Iv-o aut<n. plus mh.uu t r i gi n ta Doetores L'ottenses habui, die alle meis er
:u ; u ileu werdel.^ oder ..Ich h:.b.- .uehr denu :;o I >oeto,vs 1 ottenge.ster wider
ie oehabt, die alle habe.. uoUen Meister au mu- uenle,,-. L>.ndse,l eoUo.i lll
•"2 hrisLt .; dagegen: .Fgo l.is 2.. anuis pl,.s .,nHu. MUiUMnagnita sectarms
habui me docentes-. Vgl. u. 12:» Zeih" i:.. AbNNe.eluM.d Ibnds. colh.q. 11,21, Leb.
11, :w»i», Frl. A. r.i, «M, FJustem. u. B. III, 4U/.
ior)r».
leh ])in halb /ornii; antf die Juristen, den sie wollen
mir die Thcolo-os mit aussen treten') |:51»l|, Aher es sol yhn
nieht /u sch<ni' weiter -edeven. AVider Daniel sind viel fe-
ierte Juristen /u liahel a uit'-esta nden. Ksaias hatt auch viel
o-elert Jurist«Mi vhertrolfenn. Ita nee nostri iiros]»erahuntur.-')
I) Vgl. n. (.21: Jhr .lurisien, trett«'t .ms m\v nicht mit fussen!" 2) = So
werden a.ieh unsi-re .luristen kein Cliiek haben.
lOtw.
(l„o (|uis altior est in tristicia et at'iVctihus. eo aptins instrii-
u.entum estSatanae, Nam atVectus nostri sunt instrumenta ])er(iuei)
in nos venit'^) et operatur in mdiis. quandn nmi caveinus \\ o es nasz
ist da ma- man IriebtIich heo-i^ssen, n nd wo der Zaun hos/e-»
i.t^ da komht man leucht^) hinuher, Ita laedem aditum habet
Sathan, ulii est tristicia-^). Kr-o orandum est et conversandnm cum
pijs.'')
n - ouae 2) sc. Salhr.n. :i) - uichts werL 4) = Icieht. 5) \ gl.
--.. Vi VI liimls eoll.M, I IM:>., IJebeust. 1. I<>L«. Die deutseh. I i.schr deren
'.:: n.^ ; li l^ultg i^ bil'ten FH. A. .w», U^K Lörstem. u. B. 111, H;7 tulgembMj
F ."^^^^^^^^^^^^ sagte |)o.tor M. Luther Aunu LMl, ist ein Werkzeug und
ismim-nt" b^ Te..lcs, <h,rdi..ch er viel Dings ausrichtet ^ ha ^»[!^=»t..s seine
AnS init i:.:;7 :.bg<.sehlossen hat ^-^ =- '•^••<- •>='♦,... nuht r.cht.^. Ebenso
wie bei Cord, fehlt es :uieh in den .sp
te..rels, d:.rdl..ch er vh'l Dmgs ailsr.cl.Tet . ya .Mu.u^^ ....
-,;;7 :.b..-esehlossen hat. so ist dii's.s Datum nuht r.chtig. Lben
,.l,lt es :u.eh in den .spiit. k.t. Tisehr. Fs ist wohl Lv^ gemeint.
Wen einer mit (Jot /ornet, der leidet /wen') schaden,
Don ersten, das er-') seins /ornes nicht acht. Den andern, das
ersieh mitvbi.t mus versunen ^ nd a hintten da/u. Iloe dixit
M. Jo. Forster '•), cui imntuus erat iilius.^)
n Mittel!, zwene und zwen .- der Nom. d. Maskul. von /.wei Weigand
I) .nimm, a >> « D-itiv zu lassen. Li'ber Magist. .loh.
11 I2u| l"M»> 2) Niimlich («»nt. ..) Ais i^aii> au ui?«r>. "• ^ f^
276
Forster \'i^\. n. 750. 1) Aljwt'u-hcnd iiiul wciii-- klar («-s fclilt aii^jciisrliciiilicli ein
Wort) lilndscil colloti. l, li:): J'iMUuinia Dccciiihris Ma«;istro .loainii Forsirimo
ohijt Intans tilius, noctc stMiiiciitc für illi liiilcamiua altstiilit, «|ui cmii Marlinmii
Lutlicrmii acrcssissct, iutt'rro-atiis, oi» er mit mi.senii llerrjxolt t/rrnet, liiit «mkI»
vniHl t/iinu't iiiclit mit ilim, «lau «r a«iitets iiiciit, «laniatli miist ilir nu-li s«H»rr ver-
sr)iien\ KluMJso mit N\riiii;cii A l.w «iili. INlM-iist. Kl'JI'', «Irr wniiust.'iis vrrstiiml-
liflier .cavctc «lireWat" hat. N-l. n. 1«m;'.».
KM'»'.».
Furi, qni in siin tristi«-i:i fiirntiis est rorstiMii in siui lintcninina »)
|:/»1»'J|, iMUi oi>to, ut siisjKMHlntnr, Att.niKMi \'\\)\r\\\ v\ ciiM'n'in ikmi proptcr
vindict.uii, si'd iusticiam, (|uac siM-v:ui<l:i est. Mnscs oh lioc o]n»or-
tuiie-) cnvit, iioctur uiiiii tu rem (»ccidi possc, vi o(MMson'iii sMni,^^il^^<
reiiiii i\Y*j;\ü non posse.'^
277
1 -I) .1^ M-itfl. •>! •'■» v"l II 'M\. 10) i;in(l8(il lind Rebcnst. dem Zu-
r • '. M^^^ wc'Hu. -nn/lirl, ahNVi'iclirn und den obi^vn Abs. z. b.
ni ol^ W ;-n b^^inm^n: „MVnda.ium ab Au^usilu. iripU-x constmutur. Joco-
. m Utk K • Uliri.r i.oss.i., Moib.is l.omim's tnst<.s rccrcantur * thcu^sum, hs ist
^i '.u 1. l/i- • l..pi. H Ulms caritatis" rtc. Fmu-r l.aboii d.c lat. 1 .sH.r l.niter
,[;in'.d;ru;..;;s. .m,.su<-ht' h.ss..) ai^- w-t. '•»:;:----™.m:nn;::'t^iv^^
•st lii.-cni trii-vu, srbadfi. tbur-, <br mn-licbor ^^ eist Ib hil. iitir inj. zu i ( r
„i^i, 7i Z'il. I in MauuM-r. vor lm,.ium est a.isj;vtalU"U sein kouuen Knie
' 1 • .■ «>lii . rriiu- ist dorn Zusamm.'.ibaujre au-euu-sseu cIk'Uso .mo ^o (•!.. zu
i.i i • viell^M<-i.t aucli v.m Lutlirr, wie er es zu thuupfle^ gegeben ,st,
aber zniällig weder von Cordatus uoeb von Simteren auti,a'ze.elmet ist.
1072.
, Uie Worte .in sna tristieia^ verb. mit „Korsn^nio; Also: J .>i.be, 1 Wir tUO.cn ;v;|. -* ;;^^teu a . U ^ ^^ l^;^^-^ ^1 ^/l^^
der dem l^^rster in seiner Traurrlv^H. d.SridMss V. lur.s) srinLriMen/rn--rs^ ■ wir ^lauhen laut lui;-eilieh, l.t IKK tsT 'y.^'»» '^ '^ omili-i tlUl
bat % fr. J) Die lat. Tisrhr. o,.timr. ;;) Abwrirl,. b.sond.rs in I;./,m.u anl dm | aivlnitato .l»»li. T. •) ..jMtor ineus llS(iUO »»'»»^ ') ;;V- > /^^^ "'?^"^*;,^^^^^^^
Ein-an- iUnds. eoll.Mi. I, 11.., USbrnst. 1, i.M''. ■ ^unt"' ^) Kt n(»ta. (punl (lieoiv pussuiu '). Was leli tliu, (las inui
1<»7().
Wen mich ein dioh yii iiieinoii t i^lelon antriltt JM'i (Um*
nacht'), szo nius ich micli wercn, uc ipse mc neeidnet, scd diur-
nus für est pruclaniandus et cai»iendus.-j
I) P.inds. \venii;i'r ricbtij;- „wan i«li i»lr»tzli«li in m.'inen virr |.lrl«'n e inen
dieb alltret■t'c^ 2) Vj^i. Ilindseil eolbui. 1, 11'., i;»b.'n.st. 1,22."»'.
1071.
Varia sunt niendacia et hone disccrnenda. Uidicula, (Mt'i-
eiosa'), Perniciosa, Iinpia, .locosa, lecherlich possen, (piibus
recreanius tristes*), OfficiiKsunr*») est opus (Miaritatis, «piale erat Abra-
ham, (jui liherahat uxorem, dicens cam sororcm suam esse, et cum
Michal lilierabat Davidem. Ita l lie^'. «> etc.'), Ita dixit tpiidain
])ast(>r ad l.ictores, (pii in edihus eins turem, (pii eo conrui;-erat, (|iu«si-
verunt, Ep) nee mentiri voln, nee l'urcm ])rudcro, et coacti fueriint cessare
ah incpiirendo, lm])ium est, (pio Deum hlas|dtemamus \:VX\\ et homines,
Wil einer yhe ein notlui;e thiin, szo sa^c er schlecht Nein.
Ne addat iufamentum, Nun dicat Werlich, Vorwar-), Ne«|ue meiititus
est Christus Joii. 7 de ascensu in Jerusalem"). Hat sonst siM.ttisch
f^eredt, sicut ([uando dixit, (^ui sine peccato est. ]»rimum lapidem
iaciat in adulteram.') Item, (Uiius est sui»erscriptioVN Item, Baptis-
mus Joannis est c CoeloV») 1)(» iiatt er sie honiseh ange-
griffen. "•)
,) = Get'älli^'keitsliijren. 2) Liitlier will sap-n: ,Ks j^Meid manni^-laltij,-e und
wohl zu unterseliei(b'U(b' Artm von Lii^'H: IJi-rn, nut denen man si«li lä«dnrlu-b
maeld, Lii«;-eu, mit denen man anderen «refälli^- sein will, Milien, «lie andere ms
Uuj^liiek brinjieu, j^ottlose und Sclierzbij^eii, «l. li. lädieiliclie l'ossen, mit «b-nen man
Traurij»:e erbeitert'*. Von diesen Artm wird d. mendaeiiim iocos u m , olt ir io-
sum, nni)i um näber erläutert, und dann über die N «. 1 1 ii ^r 11. ^'esproclu-n. :i) se.
mendaeiiim, was weiter iinteu bei impiiim elKufalls zu erj;än/en ist. I) 2. K('^'.
r. P.» Dixit iid eos KlisatMis: Non est liaee via, ne«im' istu est eivitas". :.) Mitteld.
vorwurc = tVirwalir. Weij^and I, :)0I. C) Die lat. Tisebr. „Christus .I(»ann. < de
aseeiisu in teini)lum loeutus est ironiee". 7) .loli. ^, 7. ^) Mattli. 22, 2o,
C.ott
ähcr'nicht! wa's Oott thut, das thu ich.«-)
anl eiiu
lieilii^eu Schritt ist erh»j;euV
107:>.
n„i,nmiue concedit Kuauj;elistas scrihere ') verlKim Dei, dem
wMlhn w r wol he-ei;-en-^), Qui autem hoc ne-at cum hoc ne ununi
: il;: ;:.;;nn:;'i^^Tunc^;.hn eliani in V^stmnistm^^;^^^
nu.. mV (i Vnt.^, Tur.-lu- .liruut. lÜMiau. esse saen.m senj.tu-
UflKUSt. 11, l-.i7i>, Erl. A. 57, :il, lörstem. ii. 1.. 1, i>.
1074.
Inei-tK' ..uaestiunes sunt in M..»<c fupciulao. velut est lincc
,.-„.,,M. 0 serilKM-e. volueros in M.,na vivea-'^). eun, aeren. Ine
!;i!msät/"similis ') esset, au üaD.a i-rior luisset viro. et rcsi.ondetur,
.. --,„ .^-M--! ^J^ .■■„'■.^».^.■8
278
qiiod sie*), quia Caprae, liiivi harbnti antcr liuininos 4 die sunt ereati,
Adam aiitem sexto die, Iroiiijs illiidi'nda(v') sunt eiusnuMli (lUMostiuncs.*^)
1) .lull. Svlviiis Ki;r:iii IIS, ciiAcntlicli .loli. W i I dr iiaii er, si'it l;M7 rndi^ivr
an (]. Alarii'iikin'lic in Zwickau, dann in .liKuhimstlial, gest. |r»;;r» an <hn l'ol^cii
der 'rruid<siulit. Lntiurs (U'j;iu'r srit \'*T1. '1) den. I, 2<». :{) sc. (piarsti«».
4) = Und da ist dir Anlwurt, dass fs sich so vtiliiilt, weil IV. ."») iJindscil hi-
«lendae. Im Einzelnen ahweieln iid, sonst äliidii-ii I5indseil 11,211, KrI. A. "»7, ;;5,
Förstern, u. B. I, J^. J>ei Jielienst. II, P.»7'' t'eiill der ^an/.e Al>s. mit Ansnalime des
ersten Satzes.
1075.
Misere ])ereunt liiiie iiidr ') eoiitciuptorcs vorhi, Dens eiiim
est Judex iustus, et reetmii Judieiuiu '-) est. Das |>rntt/, irt •) er it/
wol '), Sieut et in lIenilMir;;k •). ul»i «luidani insi^iiis eonteniptor verhi,
qni multos avertit, tandem Ijipsus est in desperationeni p'»l'5|, (|u;un
nemo ei putuit adimere. Kt dixit. Mains iM'ceatnm snnni esse (|uam
(juckI veniam posset mercri, (piia sednxisset multos, qui \\ ernmpens
ex domo elara meridie in fontem'*) praeeipitavit se.^)
I) -- bald hier, l»ald da. 1) sc. eins. ;;) Kin \on dem ^rieeh. Stamme
ji(^tnrT. {nftfcntiv) von Lnther <:;ebihletes Wort, welches wir jet/.t prattieren
schreiben würden, vj»l. prak tieferen. Der Sinn: durch die That beweisen,
zeigen. l) I)ie spät. Tisclir. .,l>as liat er m dies«n kurzen Ta^-en zu llandtnrj;-
beweiset"' oder ..Hoc Pens in pancis diebiis clapsis Hambiirj:;«' declara\ if*. .">) =
llambnrj;-. (>) Die s}t;it. 'I'ischr. „in pnteum" oder ..in ein llorn". 7) Dl«- lat. und
deiitsehen Tisclir. in der Form viellach aljwciclieiid, dem Inhalte nach alur ^anz
iihidieli. Jedoeli tlihren sie den Vor<ran«;* nocli weiter mit tol;;-enden Worten aus:
„Da aber das AVasser nicht tief p'nii«;- war, (biss er hätte köniu'ii ertrinken, lief
das Volk zu und wollte ihn heraus ziehen, sclirie ihm zu mit 'rrosts]UMicli(ii di-s
(Jewissens. Er aber tiel nie<ler ins Wasser und ersäid'tt' sich selber'". Diese Worte,
die Cordatus aus LuHu-rs ISlunde nicht ji:eli(irl h:it denn s«nist würde er, «ler
alles über Tisch (Jehörte nieders^t-schrieben zu haben behauplet (vj;l. ii. j.'t.'.")' doch
Avohl eine Andeutung;" da\on iic^eben halM-ii machen den lundriick eim's späteren
Zusatzes, welcher «len Zweck hat <ler obio-cu Historie einni iih'»-;lichst aiil" die SpitZf,
getriebenen, schauriji" pikanten Abschluss zu ^•eben. \'^l. Erl. A. lil, 11, ]."», Förstern
u. B. 111, :{5(», .'{öl. Bindseil coWoii. 11, :{«',, Kebenst. 11, :50''.
1 076.
Horrendnm satis est verbo I)ei Credere, (,|uid erp» borroris
est verbum eontemnere et ridereV (Mareius mensis Mars et
mors esty)
I) Hierauf bezieht sich augenscheinlich das, was die di'Utsch. 'risclir. im An-
scliluss an den vorheri;elienden Abs. ^anz abweichen«! so jj:elMMi: „Also war zu
Basel ein Lästerte, der stürzt«^ sich zum Fenster herab uiul bracli den Mals. Wolan,
(iottes jjferechte (ierichte uml schreckliche E\em|M'l wären V«'rdamiiiss jueiin^, dass
man dem Worte nicht glaubet; aber noch «lazu spotten und lästern,
das ist zu viel und jrräulich". Der reberji:an^ zu dem fol;;*. Abs. wird dann
durch f(d^enden Zusatz lier^'estellt: „Ja, soh-he Buben, ob sie j^leich jj^ottlos sin«l
nnd verzweifelte ötVentliche Schälke, noch diuinoch dürfen sie sich für fromm und
«gerecht achten. Wie sie heut zu 'ra;4;e riionias Miiuzcrii, dt-r die aruu-n IJaiiern
zum Aufruhr 1")25 errej,^te, Zwinj;eln, den Sakramcntsschänder, liir Ib-ili^eii rühmen.
Es ist aber viel besser und ein Werk der Liebe" tV. <Jauz ähnlich die lat.
Tischr. Vgl. Erl. A. til, 1"», Förstem. u. B. 111, H.»!, Binds. collo<(. II, .'.7, Belu-nst.
II, .'i7». Nach der vorhin erwähnten L«'sart der deutsch. Tischr. würde <d(en zu er-
warten sein „verbo Dti nun eredere". In dii'sem Falle ist der Sinn: „Es ist greu-
lieh genug dem Worte flottes nicht zu glauben. Was ist das also iVir ein Greuel
279
i-andieh noch ein viel .-^er .r.Wnn^u.^
Verspottet^' Allen, e.nen vie \»^^^ ^^^^^ /\\^ „.t" den vorhergehenden Abs.
Legt mau diese zu ^''''V'''^';;';, ' ,V.^^^,^,^V »'^^" ''^^' '^^^^°
sagen: „An (Jottes Wort %\7 \;\'V; "^i/ .,,,.„ das Wort Gottes zu ver-
,euug. Wie sollte »«^n) s c '^^^^ .^ss iVl e ibrigt noch die Erklärung der
iu-hten und zu versp.»! en:« .r v-hs eine Bemerk ung des Corda-
;,zten Worte, die f ^•"'^^;;»; -;'';:;:^:;^^,i; ^,^ It unverstäm erseheinen,
,„s ausweisen, ^^''' ^^"^ ^"^^'J^Zi^Z^ not <lem Vorigen. Sie maelien den
namentlich in Bezug aut jlen /^\':; ^^^^^ auch die alliterierende Form zu
Ki.Mruck einer ^l^'' '^^••»■^'';.!': :, ^ Monat März ist Mars und
U,,,],U'U ist und he.ssen ^^'' ) y' /, 'r;,trologische Bemerkung suchen auch
.p„a... Hierin könnte man "" « / ^ 'l^\'^\\ Krankheit in Sehmalkalden,
,„j.,.,,t,. ,,:u-in eine Ansine ung au F"t i s KJ^^^^^^ ^^ Fürsten von
sowu. auf died<.rtigenVerha.Hll ng 1^^^^^^^^^^ ^ Vorhergehenden zu tlmn
,r,:;7 enthalten sc n. V^'^^Vömm e a f/us^^^^^^^ W^'«" ^n'^' «^'l'^'"* an Gottes Wort
Ich wage daher tolgeude »/''»^'^'^'f,;' ^ , v ^^'^l^ Die (Uaubenssche u
zu glauben, wird es =^''»Vv ^s » t u ' d gr.ttlicheu Wortes notwendig
l.a.^lie Veraehtung und ) ,^^ V ..'^ -/;\|,,rTod. „Mareius meus.s' schemt
eben so im(;etulg;- w • ;' '' \"' ^ '\;:,'-, Vrin: „Der Kriegsgott, dem der März
dienen mehr formellen Zwecken.
1) Die spät. Tisehr. ^\1, V-^'^üices 'celerum socii. Isidor 1, lo Orig.
•j) N'ielleicht et posteros. -O ( j»' ^^^ :;,;^:,i ,.,t apy.licatus ad malum, ad bonum
jo.nplex, .,"•> i" ""•► IVrjV* ?\'\".- nVbveiclend Erl. A.Ol, •.»,!:., Förs ein.
,.. „,...,.sia so..,,..- sunt ^<^^^, ^t:!^""^:^^^ Ä
Als/,.. .n»s it/.t an,-l. ^rl.eu.-J ,,,.,. Kirel.o sind immer
,) „,.n..is. 2) i;.T Sinn s.-hemt .u s.;,n: ;; '.'^ > , ,'r kU sie ein be-
stiiuml.-:. llaiHl.lii. <■'"'■'"'''', '^'",,,'>is'>Us'. Ksaii"«- «""' -'V?','^"
...f ,.,..0 „.■.-luulorc .iiK.tios lil.et. Habet \-m\
,,.;,„ •„, „„„„ sna t.tu.n .l.ununna m . . - 1' ; ,„ ,,,, vcUe.u et
iutc-piu.., viul wcil.or rcgimcnt hatt uic
ge rieht.-)
280
1) Wie 11. |;>;{ (Nute I), n. CmI, lusi» mit <l. Act-. <'<»ustr. _') AltNvt'i.licn«]
da^rgen (Wv hit Tisclir. „i: x iM»stii la ii s (miiii siiji lixorc «liccl.at : 'l'ii niilii imisii-
ades qiiidqiiid vis, totiim lial»t'.s doininiimi. in (>»coiiomiii «luidmi til»i roiicedo do-
miniuin, salvo iiico iure. iJanii wcibcr rr^inu-nt liat nir iiiilitcs «^iitt-s aiisgt'ririit"
V^H. niiidscil colhxi. 111, i:,j;, Ucbcust. 11. jsh. Aclinliclu' (;t'duiilveu Krl. A. r,| '^iS
Förstern. u.U. IV, III. '
1080.
Deus fedt Adam (l(niiimuii (»niiiiiiiii Croaturnnmi, sod cinii Eva
eimi persnasisset, ut otiam Doiiiiniis sit super J)iMim, da verde rlit
sie alles'), Das haben wir eiieli weilieni zu daneken. (luando
astu et fallatijs ineseatis-) viros.-')
1) Die lut. Tisclir. „d(» vcrtcrhet ers'' oder „il)i oiniiia eorrmnpehat". 2) Die
lat. T. „qiuie astu et teelmis ineseatis". .'{) Die lat. T. „virus, (|no<l ego <|Uo-
qne experior". Ks ist zu luaeliteii, dass dieser letzte Zusatz liei ('(»rtlatus
fehlt! Vgl. Bind«eil eüllü(|. 111, löT, Kelieust. 11, IM-, liju.
lOSll.
Glie») liiii selilaffeii liebes kinnieheir-) viid nur bis'^)
frnm, Oelt wil ieli dir iiielit lassen, aber ein reielien (Uitt wil
ieli dir lassen. Nur sey t'rnin.»)
1) Mittelli. ge = (ieli. ■>) Dialektiseli = Kindelien. :{) Mittelli. his r-
sci, linper. d. Verb. sein. Seihst im Neuhoehd. zeigt sieii diese Form iioeii. \'gl.
„Bis wohlgemut und tummh« dicli" IWirger (;edie]ite S. .'ios, (ITTs). Vgl. Weigaiid
II, tis«. 4) Bindseil: ,,1 n t'a ii t e ni cuhitum fere n dum i t a l»e n etl i \i t : gehe
hin vund biss trom, gelt wie! ieh dir ni«'lit lassen, aber einen rei<-hen gott wiel ieh
dir lassen, biss nur from, der wirdt dieh nieht lassen, «la helft" dir goit
tzu". Mehr noeli weiehen die deutsch, 'rischr. al>, welehe Folg. bieten: „Do et.
Mart. Luther segnete seiner K in dlin eins, das eine Muhme aufm.Vrm»'
trüge, und si)raeh: (Jehe hin und bis i'nmim! (leid will i<h dir nieht lassen.
Ilic te non deseret, i>is nur fromm! Da helf dir (Jott zu!" Vgl. Biud.^'il
colloq. III, 157, Erl. A. Ol, 275, Förstem. u. 1]. IV, \'M). Köstlin 11, 5«»;j.
1082.
Dens dona sna optima niaxinie vnli;aria feeit '), {\iuh\ etiani in
Canibus licet videre, (pii ntiles sunt et aninialia innlti pretij, Oeulis
(juantuni inest praetiuni, et oninia aninialia liabent oenlos, et nnnutis-
siniae avienlae elarissimos [:;i)7| oeulos babent, ^-einniis siniillinios et stil-
lulis aquae limpidissiniae -), Hie sehen ein fliheu^) einer stnben
lang:, Vnd wir Hanswurst^) talia non apioseinius in hae vita.-»)
1) Vgl. n. (102. 2) = Anzusehen so ganz wie Edelsteine und kry-
stallhelle Wassertropfeu. Das Wort st i Hula fehlt bei Du Cange. .{) =
Fliege. 4) Hanswurst (Hans worst) = Possenreisser, 'l'.Upel, aueh
Sehlemmer, Fresser, später, I5T:{ zuerst nachweisbar, der Narr im Schauspiel,
erscheint zuerst in der 1519 erschienenen niedi-rdeutschen Febersetz. von Sebl
Brants NarrenschitV. Das Zeichen des bei Fastnaclitsaufziigen durch die Strassen
lautenden Narren (Hans) scheint eine lange dicke Wurst gewesen zu sein. Vgl.
Schmeller B. Wörterb. IV', 15s, Weigand 1. 7(il. Das AVort kommt dann bei LutlPer
Otters vor. Vgl. Erl. A. n>, i:;:?; 25, 105 (Wider d. Meuchler z. Dresden), besonders
aber m der 1541 erschienenen Sclirift Wider Hans Worst, Erl. A. 2(1, 4. An
dieser Stelle äussert sich Luther selbst über das Wort folgendermassen: „Dies
Wort Hans Worst ist nieht mein, noch v(»n mir erfunden, sondern
von andern Leuten gebraucht wider die groben Töli)el, so klug sein
^vollen, doch ungereimt zur Sache reden und tun. - Wolil mciueu
281
Etliche, ihr haltet meinen gnädigen Herrn darum für Hans Worst,
dass er von (lottes, dem ihr feind seid, (Jaben stark, tett und vol-
liLM'S I eibes ist. Als«, hab ichs auch oft gebraucht, sonderlicii und
•illermeist in d(;r Fre«ligt'\ Hieraus geht hervor, <lass Luther Hanswurst
in der Bedeutung Tölpel, Fossenreisser, beziehungsw. Schlemmer, tresser
gebÄu-l dass eJ vielleicht, wie Büchniann, (Je« VV XL Aut^. S H;m niein^
dabei an eine volkstiindiche Biilm«'ngestalt, eim> Art I alstatt gedacht hat. .>) (xanz
abweichi'ud bieten die hit. Tlschr. Folgendes: J). M. Lutlierus locabatur cum suo
<'ine <licens- Canis est tidelissimum aninial et in magno pretio haberetiir, si non
esset tarn vulgare, vnser herrgott hat die gn.sten gaben am gemeinsten gemacht.
Oculi sunt doMum praestantissimum omnibus aniuumtibus datum. Aviculae exiguae
habeiit clarissiuu.s oc.dos sicut stellulas, sie sehen eine Hiege einer stnben lang,
sed illa dona vulgaria non cognosciuuis, wir sint lianswurste, sed m tiitura vita ilia
videbimus, da wollen wir denn vogün mit sch«men hellen aug«;n selber machen .
Vgl. Bindseil collo«i. III, 5(i, 57, Hebenst. II, 147'> (dieser ganz lateinisch mit germgen
Ab weich.).
1U83.
Panperes Enanjielizantnr »), id est reniissio anmineiatnr pee-
eatoruni, Das hatt Moses nieht können thnn, et est sii,nimn prae-
sentis Christi.
1) Matlh. 11,5. Vgl. n.sr,:;, Cord. p. 5;{s. Dasselbe Titat auch in ^^'^ spiit.
Tischr. Vgl. z. W. Bindseil collo(i. 111, LH, Erl. A. 5<l, 2)14, lörstem. u. L. 11, 20»,.
1084.
Duo libri mihi donati sunt, in <iuibus legi innunierabiles tra-
ditiones Cartnsianoruni, (piibus nemo se subdidisset, nisi proniissio
aut nierituni vitae aeternae eis fuisset adiunetum. Et in dlis statutis
i»erpetua tit nientio propriae .lustieiae, et Christi penitus nuUa, et tanien
oninia ita exeo-itata •). "t vitam"^) possis existimare Angelieani. Ideo
l»auli adnionitio n<»bis valde neeessaria est ad Connthos eapite LV)
I) sc. sunt. 2) sc. sc. humanam :'>) Luther kann ('(.r. I u. 2 meinen. In
beiden Briefen ist im zweiten Kapitil von Christi Verdienst die Rede.
iHSr,.
Oinnes fere traditicnies mutant praeter Coelibatum et Missam
do sperret es sieh, (|uia istis dualms Columnis ') portatur Fapatus.-)
I) Dieser einzelne (ledanke timlet sich itfters in Luth. Fischr. z. B Frl A.
r.u, 2«»s, Förstem. u. F.. HL 2r,l, L.imlseil collo.,. 1, LUh B('bei.st. L 7r.' '^^'^'^^1
wird sa-eu wollen: .Last alles der Fraditum AugelüUMge ist wandelbar. Nur der
Coelibat" und die Messe maclien eine Ausnahme, da h:ipert es (mit der Uandluug).
Natürlich, denn auf diesen beiden Säulen ruht die Ilerrschatt d. 1 apstes .
108(3.
In^-ratitudo [3081 verbi seniper fuit summa al)ominatio, Nee
miruuL "^(piin etiam pios homines h.') maxime olVendif^) iugratitudo,
et Deus easdem eo^it':.^) habeat euni injs.^)
jN ^ ]i.4^,e, 2) Lies offendat. :\) = c(»gitationes. 4) Die Fijrm d.
Dbi.'-en liisst eine verschiedene Deutung zu. Der angemessene Smn ist wohl tol-
gender: .Die Fndankb:irkeit gegen (Lottes Wort ist einer der griissten (.reuel. Es
kann daher nicht Wun<b«r nehmen, dass ein solcher Fndank wahrhatt trommen
Leuten zum grossen Aergernis gereicht, und dass auch Cott ebenso wie die Irommen
darüber deukt^ Vgl. n. 514, yu2.
282
283
1087.
Merito Be iiivicem oscnlantur Papa et Monarlioniin ordinos,
quos Imllis suis iMMitiniiat, vi ipsi (Mniiirmant omii sua vita vi ]nao(h-
catiiMie, Sic Hiiul die ratteii viid der IJahst ylir kiMiii!:, den
miiBsen «ie traj::enJ)
1) Hiermit kann vt-rj;!. wi-nk-n, was suli KrI. A. üo, :{;i^, Förstern, n i; lil,i'.m
unvollstän<lij;- iiml abweieheud also Hndut: ,Man n-Wct auf ein /eit uWrr I> Liitlirrs
Tische von der Münehe ^'rossen (lewalt, so sie vor Zeiten ^-eliabt. Spraeh D. Luther:
Die Mönche sind des Papstthuuis roluuinii <,'e\vesi-n. sie haheu den l'apst {ge-
tragen, gleich wie die Kattenniäuse iiireu Ki'.nig trageu\
1088.
Papatus (lUJindt» SexinpMitos ') aiin(»s"^), siib (^arulo Mai!:no
iueepit ereseere, Sed al> aunis lIOO valde atietus est.')
I) Für sexeeutos. J) Lirs aunos fuit -- hestaud. :{) Ihi^^v^vu sajrt
LiitluT n. Stil, dass das Tapsttuni his zum Coneil vm Constanz stets an Maelit ge-
wonnen imbe, ilanu aber gesunken sei.
1089.
Mau sul l)illieli alle IJe-idas Monaehonini H^'»^,^'.- );<^-
lialten') in perpetuan» i-noniiiiiMiii et j^-Ioriam Kiian-vlij, Ki;o |:;90|
t.niu(pie^) haheo euni statutis ips(»niin. Vnd A uj;ustinus ist eben
alszo ein Moneh i^ewesen als .leronynius ein Cardinal, hie
lial)en des liapst lu^- müssen dienen.-')
I) = Festhalten, nicht autgeben. 2) sc. regulas. Meint Lutiirr .Aruiiit
Keuschheit, (iehorsam, (Sehet uml Arbeit?^ :;) Smn: das lapsttum hat
sie ausgebeutet tÜr seine Lügenzwecki«. Luther sclu-iut sagen •/;•. ^^ ;>'"*'" • ^>'"' *'";
meine Person iK-oba.hte lÜnf Lrbensregeln, weh-iu« mit dm Monriisstatuteu, du.
ihre gute und schlechte S«'ite haben, iibrreiustiuonru; allr librigm «lagrgru, an«
dem Kvangeliiuu nicht zur Ehre, sondern zur Schande gereiciien, verwerte ich.
1090.
a
eos
Mein liebe pfarner») lieben aueli an /a\ ^eitzen, Wollen
llezeit 1 oder 2 ->> tliewer ^^eben-) den ander leut, euni deeeret
DS in bonuni exmipliini riistieoruin tanta pt-emiia dcseeiidere •*), 8o
ists zwar ein sehleebter ^-ewin, damit sie yliii bosze ^-cwissen
inaehen^) vnd ar^'e exempel -eben, Pl'u dieli Molaii dulieitz.)
I) V.'l n 'Hi Note:{. 2> Nämlirh dir Ware, (Setrcidf odrr Meiil, al.so
im Sinne von verkaufen. :<) - Von ••iuem s<, hohen Preise herabzugehen. I) -
mit wehliem sie sirh böse (Jewissen marhm. 5) Du« spat. • '•^«•'"•. "' "A' ^ '' .^^V"^.;
Ahweicheml imd mit einigen Zusiitzen Hrl. A. -.7, .TO, hiirstrm. u J». I, J.»\ Kindsrd
coUoq. II, LV.», ItiO, Kebenst. II, IJI', wo <ler Abs. mit lolg. ^^ orten eiugelntet
wird: \C.' N.'braclite Mchi gen Witteiil>erg, welches er hoctor Martin Nrrkaufrn
ÜeV. heisst es nur „conentur eiiim carius veiulere .|uam rustici"), wirwi.hl es her-
nach' in einem bei Cordat. fehlenden Zusätze heisst „si «iius :io nioilu»s veuderc
possit, daran er 60 pfenuige gewinne''.
1091.
Aeli lieber lier, quanta res est amare uxorein et liberos
sujira iiKMliim, Nam Satban sese oijponit liuie ordinationi et ipsos (juo-
<|ue naturales atUvtus uostros lumos uobis ecMriimpit, <iuid est i«;itur,
(Miud iiuidam dixit eontra ("ouiugem suamV Wen dieli der teuft'el
in di'r belle lau^e') bett ^ebabt als ieb dieb babe, Er were
dein vberdrussii,^ worden.'^)
1) Vielleicht „szo lange". 2) Die spiit. Tischr. ganz ab weichend und
mit Zusiitzen. Zu lu-achten ist bescmders, dass es z. 15. m cU-n deutsch, ischr. Iieisst:
Darnach ward geredet, wie ein sehr hübsch Miig<llein wäre einem alten, wuiidrr-
iirhrn Krr.pi'l und geizigen Wittwer gegeben, welcher zuvor mit seiniMU U eibe
hart und vbel wäre vmbgangen; und da er sie nu (»It wohl geplaget, hatte sie ge-
saget: Kann denn <li'in <l e r Teiifil nicht los werdenV Wenn er dich
so lange in der Hölle gehabt hätte, so sollt er dem u ber<lrii ssig sein
worden" IV. Aehnlich auch die lat. Tisel.r. Vgl. KrI. A. (il, U\\ Mm, lorstemann
IV, .il, IJiudseil ei»llo,|. II, :5P.», Kebenst. II, Hii^'. Die Fassung des tordat. ist die
urspriingli«'he und bei weitem vorzuziehen.
1092.
l.ex iraiu ojieratur ') etiam in | Io0| rebus ei\ilibus. Zu allem, das
wir tbiin müssen, üesebiebt vns webe, etiamsi siugulis seidimams
ex Leice eo«;-ereris novam dueere nuptam, Ita-^) Seorta amamus, (ulimus
uxores, Eric«, sigmim boiii viri est posse amare eouiui;em et liberos.-^
I) Vgl. n. 771, SM. 2) = Daher, (well uns nämlirh alles, ^v■l«^y«• <1';»;
müss»'ii, unangeiielim ist) kou.mt es, dass wir feile Dirnen heben tt. ^) >/'• ";!:*:•
Vgl. Erl. A. (il, lo:., Förstem. u. 1). IV, :<4, i;iiidseil coUo.i. II, :ioO, Kebenst. 11, Ib.i^
nr, et si in sua arte manereL szo wer er ein mun, ►-v'i . ..».
libus sapere, se ipsum deeipit. Es beisst, Stulttis sit mundo,
Deo viilt sapiens esse, Das wil Erasmus uiebt tbun."^)
1093.
Erasmus non est (Iraeeus, sed (iraeeulus '), (pii alios omues
ridet, imitatnr, et si in sua arte maueret, szo wer er ein man, Sed euni
Milt in omn
(pii e«Mam Ueo viiit sa]
I) r.iudseil „Krasmus non est (Iraecus, sed graculus, ein nusshcMier",
die deutsch. Tisehr. „Krasmus ist nieht ein (Jräciis, s(Oidern ein (.raculus, ein Nuss-
hemr', bei Kebenst. f«-hlt ein Nussheuer. Die Lesart «ler spat l iselir. „t^ r.i-
eulus. ein Nusshi'uer, d. h. N u sshähe r, giebt keinen Sinn. ViTstandlieher wäre
es, wenn mit graculus die Krähe oder Dohle gemeint ist. So sn^ht Luther
.M'lbst in den vielen Dohhu, die ihn auf der Koburg I.kJÜ umschweben, ein LUrt
(h
h
b's Augsburger K<'lchstages und seheint diese Vögel als Kepräsentanen xon unruiugt u
„ohhn Sehwätzrrn anzusehen. Köstlin 11. 1'.M>, 200. Aiul. würde imi aturdaz
passen, <la IJabeii und Dohlen ja fällig sind meiiseliliehe Laute nachzumaehen Allem
üle würden <laun die >V<.rte „muI alios »nunes rillet" zu erkl. sem .^ Kaben und
Dolilen sind doch keine Laeh- und SpottvJ.gel. Cordatus Lesart (he sich sehon m
r.ezug auf (;raeeus aus formellen (;riinden empfiehlt, ist jedoeh viel riel.tiger
Dan.aeh will Luther sauen: „F.. ist kein (;rieehe (d.h. kein so tüchtiger Kenner
iWv uriecli. Spraelte und Litt., wie es wohl manehcm wegen seiner wissensehatt 1.
\rbeiten, z. li. auf dem Cebiete der neutestameiitliehen Kritik, erscheinen konnte),
sondern mir ein (1 riechlein , das nur s].otten, nachäften '''''^.IV'I.'V*''' ^i^^^^^^^^^^^^
Ks ist ja bekannt, «lass (Iraeeulus bei den Alten sehr ott m veraehtluliem Siiio
.-ebraiii-ht wink namentlieh bei den Satirikern der Kaiserzeit, Wi'lche wie .luvenal
unter (Iraeciilus oft genide zu einen einge bi Idet en N arren, einen ossen-
reisser tV. verstehen. 2) Die spät. Tischr. mit mehreren Ziisa zen. l»;!' \' " ^^ /]
und Kebenst. geht dem Obigen Folgendes voran: „Anno :t(. 1. Augusti Mar ms
Kutherus solus in speeiilatiouibus sedeus creta in mensam scnpsit: Kes et vtrüa
qu
284
riiilippiis, Verbji sine reErasinns, Tics sine verbis M:irtiniis Liitlimis, Nee ryin,
nee vcrha Ciirolostadiiis. IMiilipims Melantlion casii iiitcrvenit cmn Majristro r>:isili«|,
aftiniians, reete iiulicatimi rsse de Erasinu et Carolostadiu, sed siM niiniuiii attrilmi,
iiiK» Lutlien» etiain vctIki adseribeiida. lUxit Martimis LiitlicniN: Krasnms iion ««sf
Graeeiis, sed j^raeidiis" etc. V^H. ii. l.t.'P* Note 2. In den dnitscli. Tiselir. finden
sieh diese Worte an anderer Stelle (Erl. A. r._>, :ur., Förstern, ii. M IV, (io.t). Vj?l.
mit obi^. Abs. Erl. A. «il,lM, Förstern, u. IJ. 111, 4um, ]Jin<lseil eolloq. 1.27.;, 274,
Kebenst. 1, 11)2'' (Ende d. S.).
1094.
Dux Saxoiiiae ') soliis restitit Klectioni Kc^is lioinaiionnu*-^),
ia aurea hiilla di^tinit, Uej^aMu iion esse elijrciHluin, viveiite (Jac-
sare, Quod Ferdinaiidus non curavit, et statiin ]Mjrtae uimies Colo-
niae ciistodibiiH iiu])letao tucnint, sed eitius diseesserat .luliaiines
Friderieus, Sed taiita est Caesaris iiKulestia, ut iie') mio veiho
meiuinisset illius eontradietioiiis, (ini seinper de tide, relij::ioiie, uuitate
ete. aliqiiid seribit ad ])rinci])ein.^)
1) Sielie weiter unten. 2) Sleidan VII, l">l: „ ([uiiita .lanuari) die
Ferdinandiini renuntiaiit lionianoruni rej^eni. Saxo, «(uod ununi poterat, erea-
tioneni liane esse vitiosani, explieatis «ausis, ne(|iie sibi proliari
per fiiinni diserte jjrote s tat ur" ete. :i) Walirsclieinlicli nee : aneli iiielit
zu lesen, wenn nuin nieht annelinien will, dass (|uideni ausj;«'t:dlen sei. i>ie lat.
Tisehr. „(lui ne verbido\ l) Die spät, 'l'iselir. jranz ab w eieli en<l, besonders
in Be/uiLf auf den Sehluss, und mit Zusätzen. Das Einzelne anzntlilire)i, ist ni<*ld
möi-lieh. Vj;!. Erl. A. Ol, :{S5, Förstern, u. Ii. IV, 227, 22\ Himlseil ndl«Mi. I, :M:{,
Kebeust. l, Misi».
101)5.
8i Adam nune rediret') et videret iiostros Inxiis |4ill | in vestitu,
eibo, i>otu etc., dieturus sit se miiii(|uaiii in lioe niniidi) t'iiisse, (|iiia
aqiiain bibit, tVuetiis arbonini eoinedit, liat ein pelt/ von teilen an-
^ezoji^en, et niaicnes nostri ])areissinie vixernnt, VA liuas dieit, In-
tin^^e paneni tiiuni in aeetuni'-), Item, Cont'orta pane ein-tnunr'), Dopii-
losae enim erant apud eos regiones. Ideo multitudu homininn peperit
parsimoniam.^)
I) Die spät. Tisehr. „.\d i\\\u\ i)rosunt tanti luxus erapulae et snmptusV Si
Adam iam resurj^eref* ete. oder „Wozu ist doeh nütz und «lienet ein solcher l'eber-
fluss, (u'pränj^e, Pracht, Sehlennuen, DilmnuMi \\\u\ l'idvostV Wi'un Adam wieder-
kämt Ü\ 2) Ruth 2, n „et intinj^e buct'llaiu tuam in crt'to" (Vulj,^). M) Jmlicum
19,5 „(lusla i)rius pauxillum panis et eontorta stomachum" ete. (Vulj?.). Die lat.
Tisehr. „ut Boas dieit in libro Huth: Intlnj^e panem tuum in aeetunr\ Die deutsch.
Tisehr. haben beide Citate, «lie Conlatus riehtij,' überliefert hat, verkehrt in eins
zusamuuMi^ezoiren uud bieten: „wie Uoas saj^t (Ruth 2, 11): Tunke dein llrot in
Essi«^, uud labe dich damit". 4) Mit zahlreichen Zusätzen Erl. A. ."»7, 24('.,
Förstern, u. B. I, isj), Biudseil colloq. I, 214, Keb. I, 130». Y^?!. auch Cordat. n. lo;io.
1096.
E^o puto totum muudum esse paradysiim, sed Moses') illam
deseribere per (piatuor tiumina, quae vidit et enm quibns liabitavit
Adam, et i)aradysiis dieitur, das vberal szo lieblieb ^^ewaelisen
ist, Fuit antem Abraham-) i)()st peeeatum in Arabia et Syria, Sed
terra eessaverat esse paradysus, Sie Sodoma eessa\it esse i)aradisus,
Simile eontiugit Samariae et Judeae, (luae olim faetilissimae 'j nune
285
arenosae terrae sunt, In salsu<;inem enim Dens eam^) mutavit male-
dietione, ([uando n<duit benedietiunem.^)
n Lies Mosen. Deseribere = bej^renzen. 2) Lies Adam. :i) Lies
fertilissima»'. 4) Lies eas. :►) Die spät. Aufzeich. be-inm'U (Jen Abs. :Uso:
Einer fra-te d«'n iMktor: Was doch .las Para.lies tVir ein Ort, ^v^;;, und wo es
orwesen wäreV Antwortet er und sprach: Ich h:dt, dass «be j?anze \V elr iL oder
"Dc Paradiso iuterro^-arunt, cpus et (pialis esset locus, ubi Adam labitavit :- he-
siMUidit" ete Hinter fe rtil i ssimae haben die deutsch. Tisehr. (ahnhch auch die
Iit) foh'-en.h'n offenbaren Zusatz: „nu aber, sa-t man, sei es -ar saiidi--, wie
(';rif Botin» zuSti.lber- berichtet, der zum hei li^^en Lande -:ewesen ist
„„il die -iiiilene Aue ilafur bibete (dasselbe auch Erl. A. r,7, 2o:t lo'stem u.
15 I l.-M)." Abweichemi und mit Zusätzen Erl. A. 57, 2:tu, l örstem. u. l, , 1 . -, -N
Bimiseil colhM|. III, :.s, BelMiist. II, 147». ■ N. lutr. und lUVMl -ehören wohl inhaltlich
zusammen. Vi;l. an.li (•ord:itiis n. :{s«), s:a\ nebst N«»te 2, n. ;{24.
1097.
leb ratbe, das') kein Hern |4o2| maebe, den der -emaebt
ist (|ui sedet ad dexteram patris, Judei enim wollen ein andern
/um bern maebcn, Misera ^rens, eui nee labor permittitur neque arti-
üeium :iut peeudes, sed imimdens fenus^) vnd rosztausebeu-*), In-
tinitas tniditiones babent sieut (unnes, (|ui unam iidem Cbristi nolunt
liabere, ut Dapistae, Tureae, Et eum libertatem in (liristo noluut,
eli^-unt Servituten! \)ro libertate.^)
1) Wahrscheinlich zu lesen: „.las man kein llern'S was die spät. Tisehr.
:u.eh haben. 2) Die ILindschr. h:it fevus, wie es scheint. :t) = betru-lichen
l'ferdehandel treiben. Wei-and II, J'.l. 4) (Janz Nvt'itäntti- und nur dem
(Uilankeii nach ähnlich Erl. A. 02, liä.J, Förstem. u. B. 1\, (»O«.», Biudsed eoUoq. 1,402.
1098.
Vyo libertate, (piam nobis Euan<;elium peperit, i)aulo ante
(|uilibet Kex dedisset looooo Hören, Prineeps 1(H)0, Nobilis 100,
Civis (io. Kustieus 20, iNune autem ne«iue patias a^mit, neque unum
obulum ]>ro ea eropuit.')
n \bweichend und mit einer Reihe von Zusätzen Biudseil coIIihi. L -l'»'^-
V-l ('«»rd n. s«i;». Ero«;ant = ausj^eben. Ei-:entlich als term. techn. eine deld-
sinnme aus dem Staatsschatze mit Zustimmun«; des Volkes auszahlen.
1099.
Waldensium eommunis vita sine dubio optima est, si externani
s^peciem \ideas, et in multis nobiseum reete sentiunt, Damnant Missam
pur-atorium, invoeationem sanetorum, Ministros babent eaelibes, sed
nua'tenus Nolunt«), aliiupii a ministerio suspenduntur, quod et apud
lu.s futurum est, nisi statuamus, eives eoniu^itos pastores esse Eeele-
siarum Aliccpii (pnnnodo babituri sumus iiastoresV Non oeiantur ),
non erapubnitur^^), veraees j lo:il sunt, ])roximis dilip^nter serviunt, opti-
nuim babent iiaeda-o-iam ^), sed artieulmn .lustilieatnmis non iiabent,
lieet latenntur tide et j;ratia salvari Inunines, Sed lulem intellii;unt,
re-nantem inter alias qualitatem esse'»), et verbo exp(munt eam ut nos
neque j^ratiam.'')
286
1) sc. ipsi nrmlstri caclibes esse. Liitlier meint „<lie Klio ist ilineii iiirlit ver-
boten wenn sie iil>er luiniten, so müssen si(^ iiir Amt jintjceUen''. 2) se. W'.iMtnses
•i) Cr'iUMihiri w:is in «h-n «;e\vr>linlirlien Ltxieis sowie l»ei iMi (':mpi telilt, winl
iiier im Sinne v«m seh lern nie n stehen. Die (U-ntsch. TisHir. sehlenimen mnl
(lemmen. l>;is Snhst. er;i|Milii öftrrs, z. R n. TUT. l) --- nfuAfr/ioyia. «l:is Amt
eines TXfwSfcyioy,',^, dinm Ttie-r, /neht. :») = „Aber untrr fiWes verstellen su- eine
UmUitilt, jedoeli die Ki'.ni-in unter den Qualitäten". An verseliie.deneii Mrlleu di*r
si>ät Tisehr. wendet sirh L. ^?e^'en <lie AntVassuni,- der Srlnde, dMss dn' lides nur
eine'Mualitas sei. So sa-t rr /. W. Krl. A. :.s, ;hm;, Förstern u. 15. II, P.m. (.ImuIm-
ist ni'-ht ehie «inalitas, (ieschicUru-hkeit, das ist, v\u meuschlirh.T (o-dankr uai-li
der Vernunft -, sondern das ist der (Uauhe, der Christum, im Wort lurp'tr:i-:en
und verwickidt, er-reift dunh Wirkun-- tles lu'ilij^en (Jeistes" tV. \ '^l au*h Kr. A.
58, :n'», IV.rstem. u. F.. 11, ITT. (i) Sinn: Die Waldenser erkliiren <; auhm
und dnadi' ainlers als wir. Die si.iit. Tischr. ahweielu-nd und m wntlMuHi-vr
F'issnn*-- Sie leiten den ohij^'en Ahs. also ein: „Martinus Lutlurus «omuu'mlavit
Waidenses, (lu.jrum vita »xterna esset sanetissima, vt alVeetus, .|uautum possent,
moderarentur, n«»n esse arro-antes, alijs (|Uoi|Uf iustitiam tnlmentrs nee so i uisti
esse volunt, damuant missam" ete. oder „Dortor Martinus h.htr «lie W adms.r,
dass sie ein fein «-inj-c/otcm, ziiehti^^ Lehen und Wamhl tiihn'tcu und hnirlicii dir
böse Lüste und F»e^nenle, so viel sie könnton; sind ui.lit stolz noch vermess.n,
spraeh er lassen aueh andere fromm siin, w«.lhn ni.ht allein fromm sein, ver-
dammen die Messe" ff. Vgl. ErJ. A. Ol, 5T, Förstern, u. F.. 111, :ts2, Findsed eollo.|.
I, 41T.
1100.
WtildeiiHes ut ra]>ist;ie dieiint, lideiii sine (>]uMil)Us luortii.nn
esse, (lui Locus Jacoln'), si ad moralia et ]»raedieationein Lei;is ap-
idiearetur, est loeus oFtiinus, In artieulum auteiii Jiistilieationis illuiii
invehere-), iiupius est.')
1) 2, 20. 2) ^ F»rin«,^ ihn aber (niimlieh dm Spruch .I.ir. 2, jo) in (len Artikel
von der Feehtfertij^un^ mit himin, dann ist er widtr (lott. lnv»'hi hirr in tran-
sitiver F.cd j^eimiueht. Die spät. Tischr. „si autem in articido .lustihcationis
rum e.dhu-averimus, est impius" oder „Da er aber in Artikel <br Uvelittrrti.i,Min-:
"•ositzt wird und vom s«'lbii;»'n verstanden, so ist er unn-eht, ja straeks wider <.ott
und die heilij;v Sehriff. ü) Abweielund Frl. A. «il, r»s, Förstern, u. F. 111, aSi,
Bindseil <olhMi. 1, Ms.
IDH.
Kiimielii ]>lns (unnilms avdoiit, Xain apF*'^^*"^ eastratioue uoii
perit, sed ])otentia, leb wolt inir lieber /wov ])iiY^) ausi'tzon. den
eins aiLSseh neiden, lloe oeeasinne eiiiusdani Waldensis dieehat,
qui inveneni se eastra\erat, qnod dolnit sonex.-)
1) Naeh dem Worte |)ar hat die Ilandsehr. ein durehstrielu'ues „de". Der
Sehreiber hatte bereits das fol};ende d«'n im Sinne. Für dieses «Iure hst rie lien e
de" hat nun die hall. Hdsehr., die allein dem (»bi^n-n A«'linliehes
'aufbewahrt hat, die Lesart „2 par O" (d.h. tes t ieuios)!! Dass liiiher
etwas Vehnliihes :in unserer Stelle im Sinne hat, lehrt ja <ler /usammenh:ni^^ Allem
es braucht mit Cordatus nur stillsehweii?»'nd ertcänzt, nicht erst ausgedruckt zu
werden Der Inhalt des Colh^q. ist ohnehin tlir unser «lefühl schon derb jrennj::.
2) Bindseil eolhni. I, V.is abweiclnnid: „Deinde M. Forstemius si^niiticavit, queiidam
Waidensem fratrem, Lanreiitiiim nomine, in iuventute se eastrasse, d.Miide m se-
nectute confessum et poi-nitiiisse, (|uia plus ars«'rit ipi:ou priiis. Fespondit Miirtinus
Lntherus: Imnio Eunuehi plus ardt'iit eaeteri.s, nam uppetitus non perit sed po-
tentia. V.a solt ihm evner lieber 2 par O ansr-tzen lassen, <lan ein par auss.lmeiden".
Eine alte Hand, die mehrere Male in der Handsehrift erscheint, hat durch l nt»'r-
streiehen, sowie durch verschicilene /eichen am h'an<le auf den Inhalt dieses eolhM|.,
der ihr .sehr interessant vorgekommen sein wird, aufmerksam gemacht. Doch hier-
287
mit nicht zufrieib'n hat sie, wie es scheint, wohl etwas verwuntlert, aber doch auch
still v.r.-nü-t die Faiidglosse geniaelit Kunuchi (|uid! N. loiM», loou, 1 KM ge-
hören inhaltTich zusammen. Von Waldeiisern war ausserdem die Fi-de n. 4(Mi, ISO,
7s;{. Vgl. mit dem Inhalte des Obigen auch Sirach :w», 21, Frl. A. (il, 2(i2 (Ende d.
S.), Forsten! . u. W. IV, lls.
no2.
Natnrii sine arte niliil valet«), lij;t alda |4(MJ wie ein
klotz, et ars sine usu etiani ijaruni est etYieax, Ide(> usus ist
die iiulden, ars aber die bult/en kunst. Vsns nie j^^ennit nia-
<,-istnnn ete. Cavillari ]M»test Krasnius, non eonfntare, Kt si paiiista
esseni, faeile velloni Krasnnnn ecnivineere. et licet irriserit Papac Cae-
renuni'ias. tarnen non rejindiavit, Inidendo ueniineni vineinuis nostro
tonipore.-^j
I) V"l n TTT. 2) Luther meint in Ih'zug auf das Vorhergehende: „art^m"
hat Frasmirs wohl, aber „usum in arte" nicht. Kr besitzt also nur die hölzerne,
nicht di»' goMene Kunst. Mit den Worten Vi»n „C'avillan potest — temp. vgl.
Krl. A. «il, l».>, Förstern, u. B. 111, »I(».
iioa
Mirabiles nnn-es nxornni. vaj.;itns intantiuni, niaiores snmi>tus, im-
portnni vieini et siniilia, eanssae snnt, (jnod ninlti (^nnn«;inni aver-
sentiir et nialint liberi esse (piani se servitiiti snbijeere talinni nialoruni.')
I) Die lat. Tischr. abweiclu'nd „l\»stridie Circumcisionis infans D. Martini
ita v:i'-iebat. ut a nemine recon< iliari posset. Ibi t(»tani horam D. Doct(»r cum uxore
tristis"sed<'bat. Fostea dixit: llae sunt molestiae coniugij, propter qiias omnes
aversantur coniugiiim. Mores uxorum, libcrorum vagitiis, euras, malos vicmos, omnes
timemiis. i«leo volumiis esse liberi, non alligati, das wir frei herrn bleilu'u, et appc-
timiis si-ortationem-. Auch dh' deutseh. 'I'ischr. bieten Aehnliclu's. Vgl. Bmdseü
<oIhM|. ll,:ils, Erl. A. «il, ITT, Förstem. u. B. IV, 11 (Kmh' «l. S.).
1104.
Tapistae euni ]n'o]der sna mala') odiant eonin^inni, nunnpiani
tanuMi odivernnt, inio snnniie aniaxerunt se<irtationeni, Kt iste con-
toniptiis vel salteiii parva reverentia e<»niii-ij videtnr transniissa esse
a patrilms, o\ «piilms piano imlhis est |4or>|, (pii aliquid di-niini me-
moria roli.piisset seriptiim do (^^nill,l;•io, et velut omnes Monaebi nihil
vidont in Coniii-io «piam voluptatem earnis. cum vere in matrinKmio
niliil sit erobriiis quam ]H'rpotua trilnilatin earnis, ot S. Augustinus
non valde reverontcr loeutus est de Ooniui;io.-)
I) ;\uf ,.<oniugiunr' zu bez. „den Klu'stand wegen seiner F>esehwerliclikeiten
hisseir- •>> Hierauf bi/ieht sich aiigensclieinli<h chis, was die si)ät. Tischr. ganz
ab\Neiehen«l und unvollständig also haben: „Fraeterea nulli p:itres alKpiid
memorabile «le coningio scripserunl. llit-ronymus i.st ein recht»'r (Jardiau gewest,
satis impi«' de coningio seripsit. Voliii.tateni tantum in coningio intiietur. se<l re
Vera nihil nisi tribulation»'s »-arnis in illo fiigiiinf etc. oder ..l>aher aucii keim-r von
di-ii Vätern etw:is merkliches und somb'rlicli (iiites vom Ehestand geschrieben hat.
Ilieronvmus ist ein rechter (Jardian gewesen, hat ziemlich garstig genug, wolt schier
sa-'en,'iinchristli<h \on d.r Khe geschrieben. Sie sehen im Ehestande nur an die
Wollust und lliehen darin nichts nu'hr denn nur Trübsal des Fleisches haben" IL
Vgl. FindseU cidh..,. II, ;Ms, Erl. A. (il, ITs, Förstem. u. B. IV, 45.
jkfa.:--
päfeintati*iiiirtto^ irflf
288
289
iior».
Piitres et (Hinies, ({ui htictenus ciielibes fuorimt, vitaviMuut ut
«,^utt;un v(>lu])tattMn et irnieniut im]Mii(leiites in totmiH »eeamiiii voliipta-
tuiii et maliunni (lesideiinniiM. rmnii (|ni(lem Incmii iiitere') loeiitinii
iiiveiiiimis apiid Aui^ustiiiinn, emii dieit, Si qiiis iioii potest easte vi-
vere. dneat iixorcini et seeiinis ])r<K-edat ad Jiulifimn, Deiiid«' dixit,
etiain illiid ad Ueiiiissionem ]»eeeatormn pertinere, <pii nnii piopter i>ro-
lein (forte, «pna noii potest s]>erare a stvrili), sed proptcr iiccessitateiii
He inn*;it n\(ni, et lioc ])ro]>ter lidem eimiii-ij. Die -iiten patres kiiu-
teii nieht saj::eii pro]>ter tideiii verl^i.-)
l) So aU' Il.in.lsrhr. W.ilirsilK'iiilicli wird siiMM-rr oder nitida /ii siiHini
sein. 2) Abwekli. r.iudseil eolloq. 11, ;;l'», KH. A. i.l, ITs, iMirstoin. ii. P.. I\ , 1"».
110(3.
Dens mai^^na sua patia ante diein extrenmm restaiiravit Coii-
in«,Mniu, ina«;istratuiu et inynisteriiiin verlii et etVeeit, ut vidiMv-
imrs esse suas ordinationes |4ni'>|, i[\un' liactenus tantmii ]u-o larvis suis
habitae sunt. Coniu-iuni dueehatur quaedani eoiisuetudc» esse, nia^i-
Htratus aut fortuna putatus est aut i)reniens onus, non tanien a De«»,
Caeteruni nnnisteriuui ') sordehat prae (^aeremiuiijs.-)
1) sc. vcrhi. *2) Die ht. Tlsclir. j<:in/ :ib weicliciHl: „At Dens sii.i -ratiii
ante extrennm» dieni <-oniii^'iimi, m:iij:lstratuni ft nrniisttriimi \ ««rlii i.er simm ViTlMini
inshiuriivir, ut videiumis esse divinas «»nliuarioiirs, .juac ha«-t«'ims taiitimi Larvae
liUTiint Coiiiii^-ati i»lns consiietudimMn (iiiam ordinatiuneui lU-i piitahant alli.-atio-
neni item uui^istratus nesci«'l»at se Deo inservire, sed alli-atus erat eereiiMHiijs.
Ita uiinisterimn verl.i tantiun t'nit Larva in eappis, plattis, iin(tionil.iis\ Can/ alm-
liel. am-li die deutseh. Auf/eieli. V-1. P.indseil eollu,,. II, :'. I'.i. KrI. A. Jil, I .s, l örst.
u.U. IV It. N. 1 H>:{, 1104, 110.'), Ilor» biUlen eine dem Inhalte naeh /usammml:.
Gruppe.
1107.
Rul) Pa])a, (iuid(|uid ini])ositum fuisset liondnilms, id erat sua-
vissinuun et earebat niob'stia, Inio etianisi ntolestuui tuisset tanien ipsa
molestia piudiuni erat, velut .Jeiuniuni et lanies in Jeiunio, viicibne
noetu et pvenii sonmo. Zu einem lesta^- ^-eborten drey fresta^%
Zur Collation ^-ab man /wen kannen i^Mit bier, ein kennielien
wein, ])fefferkueben oder saltzen brod. das man woltrineken
kund', die armen bruder verl)lieben wie die fewri^-c En^el.')
1) Die spät Tisehr. in der ersten Hälfte ahweiehend und unv(.llstäu^U^^ Vj;l.
Biudseil eolloq. I, 124, Kebenst. I, OS, Erl. A. Ut», .{.{l. Forsten., u. T.. lll,2s.>.
1108.
Concionaturns non ecmeipio sinirula membra, sed tantum sta-
tum, velut est exbortatii» ad eultum Dei, Verbum dei studiose audien-
dum esse, Et alia, «piae neeessaria sunt, inter lo(|uenduni milii incnlunt,
Nam si sin<,^ula mendna ante eoneiperem, de sin^iiiis membris sin-ulae
[407J coneioncs essent faeiendae, szo wurds niebt kurt/ berdureli
geben, Dens ist, die beste kindermeid.')
1) Erl. A. 57, 2(M>, Förstem. u. B. 1, i:)4 lieisst es „Maria, die arme Kinder-
ma^d\ Die si)ät. Tisehr. leiten ohi^^eii Ahs. mit l>ezu{>; auf I.uthers Besueli in Wör-
lity!^ v.il. (V)r<l. n. 1021, mit fol^a'uden Worten ein: „Coneio haliita est a D. Martiuo
Luth. l.'Jimuth. I in Worlewitz coram i»nneii»ilMis de Anhalt et iuniore Marehiuue,
ei postea edita. (Waleh 1\, :>2:>). Dt; ea Ma<;ister Vitus interro^^avit Lutherum, an
illiiis eoneioiiis sin^'ula memlira prius eoneejjisset. Est enim in ea optima exhor-
tatio ad summum eultum verbi Dei. (^li haetenus Missas audire potuissent, cur
noji in «ru's illo vero eultu utentes i»ndieerentV Vide ihi praefationem. Respon-
dit Lntherns, se non sinj;iila membra" ete. Vj;l. Bindseil eolloq. 111,111,
Erl. A. y,)j P.M», Förstern, u. B. 11, :m2.
1101).
Wen einer ein dinj:; wil können vnd kan sein doeli nielit,
ist ein reebte plai;-, Nillil onim miserius arroi;ante, quales sunt Pii-
]nstae, eun^ verba ') eontra me predieant, (^uod t'eeit eum postillis nieis
praediVatcn ilU' Lipsiensis -), ajM.plexia taetus dominiea ])ost natalem
(Miristi, eum pro operilms praediearet bistoriani Annae=*), Loeus, tem-
pus, jjersona et verba deelarant, das der num alszo getroffen batt
müssen werden.*)
1) i)er Zusannnenhans verlan<,^t die Einsehiebunj^ von mea, was die lat.
Aidzeieh., <lie .nieis iituntur verbis'- haben, bestäti<>-en. 2) l'eber ihn war niehts
weiter austindi^ /u maehen. ;t) Die lat. Tisehr. llannae. 4) Die spät. Tisehr.
wenijrer j;ut: „das der man aiitV diese t/eit aiilVm predi^'tstul vber dieser materia
«ri'S'-hla^^en sei\ Abwcieluiiil r.in«lseil e»»llo(i. 1, IT)'.», Kebenst. 1, SC,:«, unvollstiindij^
Erl. A.'Iio, :t21>, Förstem. u. B. III, 2s:j.
1110.
Spero Universitäten! Krfortensem et LyiJsienscm refiori-
turas, eum assenserint n(.strae Tlieob)giae, Aber es müssen etlieb
zuvor das beu]>t legen.')
I) = sterben. V^l. Erl. A. (;2, 2^«;. Fi^rstem. n. B. IV, 54a, Biuds. eolloq. II, 13,
IM.enst. 11, 'U''. Ueber Erfurt v^l. u. (il^, srM, 1(mi4, IIHK
Uli.
Tbeidogia erbelt uni versitates, Juristen tbun es niebt, Es
ist albie') nieiit nieiir den ein sebindleieb-), Erfordia est in
optimi» situ |10S|, in (pK» o]M>rtet Tivitatem stare etiani bae destrueta,
Ist itz niebt mebr den ein stal vol sew^^). Wo bosze narung
ist^), do sind witzige leut, den sie müssen sueben, IJbi sunt
]>ingues agri, lllie mai domos aediüeant, se-») inipinguunt ventres, ßa-
vana et llelvetia steriles sunt, sed bene aedilieatae.»^)
II In ^Vittenber^^ Vj;l. mit dies. Satze Biuds. 111, KM. 2) Das Wort sehind-
leieh wiinb »'i^^entlirh einen toten Körper bezeielmen, der aut den Schindanj^er
p'hr.rt. Naeli dem Znsannmnlian^'e ist Jedoeh «ler Sehindani^er selbst ^^Mueint, der
in Norddeutsehl. Fillan<j:er, in eini.uvn (n'-cenden aber aueh Seh in dl ei eh Vieisst.
V-1. 11 ein si US, Volkstiind. Wörter)», d. dt-utsdi. Spr. 111, l'.Mi. Luther nannte Witten-
b»M-t;ii.:)S:5 einen Saustall, wie im Fulp'nden Erfurt. ;;) Anders nennt er Erfurt n.s<)4.
I) Lutiu'r nninl „wo die Naliruuj^- sehwierij;- ist, wo es sehwer ist sieh zu ernähren^
FeberNaruni; n. 5^s, ^5t». TilLiessibi. 0) r^ Bebaut. Mit den ersten Sätzen bis
,Wo bosze narunj;'' vj,-l. Bindseil e(dh)q. 11, i.J, BelM-nst. 11, UP-, Erl. A. (i2, 2SH,
Förstem u \\ IV, 51.?. Der j^anze Abs. tindet sieh nnt Ausnahme des Ein.ii:anj::es
in diT haliisehen Handsehr., B.iudseil eolloip 1, ;;>>;{ (Kebenst. 1, 2(i2=' hat nur die
letzten Worte), teiU ganz abweichend, teils verkehrt in folg. Form: „Er-
19
290
phordia t'st in optinio situ, do niuss oine stadt stehen wann glcirli die- Nvjjrhn iineti'.
aber es ist auch darinne nicht mehr <lan ein stal voller sew, die sieli <iore.n nieli
schieken können. Wan Nannihurj; (soll wohl Mirnherj;, w.e die dviitsehei.
Tisehr riehti^-er haheii, heissen) d(» stünde, so sollte das -antze laiMlt vntler siel
reissen(V). Aher wo hösv nanm«; ist, do nieslen sie sieh wu; die sehwevne \m\
bauen o-ar niehtes (V (ierade ihis (;ej;enteil ist rieht!-) llavaria re-io sterilissin.a,
attamen optinic aediHeata, niunitisshiias habet iirbes. Ita lieh et lor um terra ste-
rilissima et montosa, ideo strenui milites müssen ihre n:^r^n^- andi-rss wo
suchen" tr. Viel v erstii ndlielu'r und d«-r Auf/eieh. d.'s( ori atus al.n
lieber hal»en den j?anzen Abs. mit Ausnahm.' d. erst. Sat/.es .he deiit^eh ise hr.
Erl A 02, nr>, iMirstenu u. 15. IV, «Kii.: .Erfurt lie-t am besten (>rtcs ist eine Nl.nialz-
CTube; da muss eine Stadt stehen, wenn sie j,^leieh w.-brennte. W eiin N u rnb.'r-
da stämle, sie sollte das pin/.' Laml unter sieh reiss.'U. \h\m w.» t»os.' >ali-
rung ist, da sind wit/J-e Leute, denn .lie müss.^ns •^'•^'l''"" 5 ^^ ;». •\';.7
jrnii- ist, da mäst man sieh, wie die Säue, und bau.'t nieh . Kin Uieh
hS es in IJe.ug auf .lie let.t..u Worte d.'s obigen Abs Krl. A. .;>, 42J, V..rstein.
u B IV t>T2: „Schweiz ist ein .lürr und bergig Lan.l, .larumb sui.l sie .«n.l.'li.-h
{<i. h. emsig) und h.»rtig, müssen ihre Nahrung an.h'r.swi» ^u.•h.>n^ I." /'*'" ,;^Pi'^-
Tisehr ist als.» wie seh.m iUters etwas Znsamm.'Ugehiing.s in verseliK.leiU' I .il.-
auseinandergerissen.
1112.
SolusDeiis j^loriari potest de i\U\\o veritatis, U\vn di.-it '), K-«»
sum Dens et iion lioino, id est iion iniitor, Onmis aiiteiii lioiui. luendjix,
Et Daum nun poeiiitet, huiniues iiiitem siiei)issiine.-)
n Vd Numeri •>:i, l'>: ,N..n est Dens quasi h.)m.>, ut mentiatiir; nee ut rtliiis
hominis ut mutetur" (Vulg.). Vgl. auch l'salm lir>, 11, llos..a 11,1., wo es h.'isst:
El'o dixi in exeessu me.», .nunis h.nu.) mendax"' un.l „.luoniam P.'us tgo,
Jt n..n' homo". 2) In den spät. Tisehr. ist dieser Abs. mit .I.mu vong.n ver-
bun.len, obwohl man den Zusammenhang ni.lit recht .-nisi.'ht. iM.« \ .•rl.imlimg is.
bei Bin.lseil coH.Mi. I, ;is:{ durch f.)lgen.le \V.>rt.- herg.'stellt : .,. aru Im- r (srhli.-sst
sich an die unter Note C. .les v.>rlgen Abs. .'rwähnteii AV..rt.' „i.I.m» streiiui niiiit.-s,
müssen ihre narung aml.Tss w.. suchen" an) sich auch der tzank geh..ben
hat propter prohibitum c.mnueatum. Ich h.»re, sie w.T.len wi.l.'r tziisam. n waclis.'n,
sie halten einander ni.ht glauben, .|uia omnis hom.j m.n.lax. At s.Hiis
Dens habet gl.»riam haue ettitulum iuxta rr..phetam: Kgo sum etc
Aehnlich auch die deiits.-h. Tis.hr. Abwei.h.n.l v.>n .lern "bigvn Abs ^mds.il
c.dlo.i. I, ;{S4, Ueb.'nst. I, 2U2'S Erl. A. 02, 422, 42:$, F.-.rst.in. u. 1.. I\ , <..2, «m.5.
111.^
Wie j^ehts zu, das alle rotten spreelien, Icli Inns, Sie
wollen allein sein vnd al allein die ehre liahen et ..diiint alios,
p:t Saeranientarij et Anabai)tistae (uliinit nie ])lus ([nani Taiiani,
vnd der liapst ist mir feinder den jenen, VA siniul nmnes ini-
pu^nant Euangelinni.')
1) Im Einzelnen abwcich. Diu.lseil c.»llo.i. II, :{'.», li.b. 11, :is.., Erl. A. «il,!»,
Förstern, n. ß. III, :{4ti.
1114.
Mortui tenaeius nieminerunt (luani vivi'), ^'^^ si"<^ ^^^^^'
nichts^), wenn die lel)endij;"en nielit da/u komen. |I<19J ll(>e
dicebat seribens quiddam in meniorariunr^j suuni.^)
1) = Eines Toten g.'.lenkt man mehr als eines Leb.'ml.n. 2) = Die Toten
entschwinden aber aus .lem (Jedächtnis .ler Leb.nden, wenn if. A) Mit Bezug aut
das Vorhergehende wohl im Sinne von G edenkbuch, Eriunerungsbuch. Das
291
Wort fehlt bei Du Cange. Aus dieser Notiz, .lie für einen Zusatz des Cor.latus zu
halten ist, geht also herv.»r, <lass Luth.'.r eine Art von Gedenk- oder Er-
innerungsbiieh, w.ihl nicht Tagebuch, geführt hat, in welchem er,
•• !«' .'S sciuint, .ler Toten, .lii; ihm nahe getreten waren, gedachte.
\\
1115.
(^uod l'.'rdinandus uditiir ab .»innibus, das kan er seliir ver-
din.'u'j. iniiUus prineejis euni ainat, Mairuntinus'^) dixisse fertur,
W ir liabeii ein koni^- erwelet-'), wir müssen ihn aueb selbs
erselila^en.
I ) Vgl. 11. '.>s<'» „hiinc (sc. C'ar.»luin) iiuaiit omnes, illum (Ferdiuan.lum) odiunt
iiniversi"', aueii n. *n;{;{, M2;;, ."M'J, ;{.">u tV. -J) Erzl>ischof Albrecht. Vgl. n. 404 Note 4,
u. T 1^, T'.M, I02r. IV. :$) .lau. l.'j.il zu C.ilu. Vgl. n. 53S Note 3.
1116.
Erasmns male transtulit in J(>lianne „Sermonem" pro „Verbo'',
1)( u es ist ein ^rosz vntersebied vntcr reden vnd spreeben,
et Johannes respieit in Mosen ete.')
J) Luther wir.l meinen: „Wenn Erasmus hr/oi; im Job. mit „sermo" über-
setzt, so ist die Uebersetzung schlecht. Denn „sermo" und „verbum" sind etwas
.lurehaus Verschi.'.leiies und verhalten sich so wie reden und si)rechen, also
wie .li.' zusamm.'U gesetztere zur einfachen Ge.lankenäusserung. Johannes
umi Mos.'s sprechi'U, d.h. sie .Irückeu sich so einfach wie möglich aus.
(K'ft.'rs ist in «len sjiät. Tisehr. von .ler „simiilicitas" des Evangelisten .loh. d. Rede.
S.» heisst es z.U. bei Biu.lseil c.>lio(|. 1,27*.»: „J.)annes enini valde simplex
syii.-.'riter loMuitur It/lirh wor.lt in.Ioanne giebet .'in.'U Centner in ipsasim-
jMi.'itat.^ Arbltror simpli.-i tatem .loaunis Krasmum valde olVemlere'' etc.
l\'rner hiess es ('.»r.latus n. l;{2: „.I.)anii.'S in eiiist.da .'t Euangelio siio tam
simplicia verba l.K|iiitur, ut num(|uam in mun.lum magis simpll.-ia sint Ventura",
s.iwie 11. 1i'.i2: „Ilebrea autem lingua tali sim i>lic itate et maiestate lh>rL'^, ut
imilari non p.)ssit. ,I.>liann.^s «Miangi'l ista f.;re eam imitatur, auch u. 2o2 :
„siiuplicissime Moses l.»<|uitur". Vgl. auch n. 2;)1.
111
/.
Ilabito (luidem in mai;na domo.
sed cgo libeuter liber
essem ab ea.
1118.
Wen man einem ein din^" erleiden') wil, szo sprecb man
nur, es sey g-emein"^), tum* e.nitemnitur, Ita feeit Fridericus Elee-
tor Wormatiae, Cum iorte e Koma vidiemens eonfutatio venisset
adversus me seripta, (piam .»mnes avide emerent K]>iseopi, eallide [410]
dixit, Ocli, ieb Habs vor drei Jaren-^) gesehen vnd gelesen,
vnd sie Hessens li«;en.^)
I) Mittelh. ich erl.'ule =-. verleide. Vgl. Müller 1, '.>s:{, Dietz I, 570. 2) Im
Sinne von (iemeingnt, unter dem Volke verbreitet, längst bekannt. Die
.leiitsch, Tis.hr. „es sei gemein un.l alt Ding". :i) Dann ist vielleicht, wenn die
Aeusserung .ies Kurfürsten Frie.lrich nicht .'ine absichtliche, aus der Luft gegritfene
Behaujitung sein s.>ll, .lie S.-hrift des Dominikaners Sylvester Frierias gemeint,
«ler I.")I7 unter .U'iu Titel: „Dialogus in pra.'sumptuosas M. Lutheri conclusiones de
l)otest:ite Fapae" Futher heftig angrilV. Vgl. Erl. A. 02, 45S, F«"»rsteiu. u. B. IV, 7U0,
wo sieh dem Obigen Aehuliches findet.
19*
292
293
1119.
Ob revereiitijun siicraint'nti iion (lis])li(*('t. inilii. si (ji is(l(Kvat.
non statini siHieiuluiii esse in terrain ])(>st nssmni»tiimoiu, vinl wiewolil
uieht vil ist dran j;cle^-en, tanien in liue valet, iit vul-iis reti;ieatur liae
externa re in reverentia Siieranientj.')
1) AbweiclK'iid UiiKlscil viAUn[. 111,21: „Nun inilii (llsi.li.ct juist smiiptioiuiii
Sacnmicnti cuven', nv in tt-rniiu cxspnuriir, Ks ist nirlit vii-1 «biriiii ^'.'Ic-riin, :u-
tiiiiicn ut vuli^us in externa revcrrntiii sorvi'tiir, optiuii' est «»nliniitinii". \ ^1.
uiu-li Kebenst.' II, V^^^'', Krl. A. ö!», ss, Förstern, u. 15. II, TX*.
1120.
WitemberjiCa est iirhs n(»n bene niunita et niiiUis jieneiilis e\-
])Osita>), Hi»e tanien niiror, vn^'-) strnere Valium et inuros eontra li(»stes
iniaginarios, AUuvioneni auteni Albis. quae praesens perieulun« nnna-
tur, non tinient ideoque non proliibent, euni nun liabeant liosteni niaj;'is
proinmiuuni, Ks kundten zelien ]»aur in einer naeiit mit j;robea
Hcheiten^O sehadeu thunn, das llulbe Wittenwerek ersotte.')
1) Vi^l. H.Ol, 5s;{, r.TI. 2) so. WittenlKT^-cnses. :{) = mit starken (ab-
gespaltenen) Uolzstiieken. liindseil „mit -ra)»e sel.eiten", Kebensi. bipalijs
M h mit Doppelspatenstieli). 4) Lutlier meint, man tiilire in \\ ittenluT^^ neue
Hefesti-un^^Mi, Wall und Maueni, auf, um j^ej^en einen teindlielien An-ritl von
aussen L'esiehert zu sein. Der eij^entüelie Fein.l aber, .lie l'^H»»' n.it limr l eber-
sehwemnnini?sj?etalir, sei viel näher, uud ^^'j,'en diese würden Wall und Mauern
niehts nützen. Aueli n. :)S:{ scheint Luther, wenn <'r es aurh iiuht bestuumt au.s-
sprieiit mehr diese (Jefahr im Auf,'e zu haben, was wohl die Worte „wen dt r
rasen'wej,' ist, szo fleusst der sand dohin" aiulenten. In der 1 »»rm i^'anz
abweichend Biudscil eolhMp II, I2S, liebenst. II, los*.
1121.
Licet semper nioniti sint [411 1 Leetores, utvideant. «luos leiiant
authores, tanien nunc liaee nnmitio maxime videtur esse neeessaria.
Tot enim sunt li])rorum seriptores, Kdidit (piidam (Nminientariiim in
epistolam ad Hebraeos, qui ornatis verbis utitur, neseit tarnen in-
terim, (luid sit Christus, ({uid fides, kan nur wol waseben, Sed in
hae epistola ])ro statu traetanda esset apiitio Cbristi, (piae est lides,
Philosophi sunt non Theolop, Ideo non ^n-atis monet ranlns«), nt
eaveamus a p]iib)so])liia, id est de'^) omni i>liiloS(q)bia, (piia talis nibd
habet (piam humanae sa])ientiae verba, quae eerte cum Euangelio non
eonveniunt nee possunt (piidem eonvenire.
1) Coloss. 2, S. 2) Die Lesart ist zu halten, wenn „dietum-' er'ziiinzt und
erklärt wird das 'bezieht sieh auf jede Art von Philos." Doeh verlaufet der Zu-
sammenhang und das explikative „id est" wohl besser „ab omni ph." \ gl. n. n:5s.
1122.
Imitatione Sermonis res faeilius diseitur (luam studio et libris'),
quod animadvertitur in filiola mea'O, tiuae eum non^^ sit
(luatuor annorum, (qitime loipii novit et ([uidem si«!:imnter^) de
Oecouonna^), In deeennio puer linj^Miam diseere non potest ex (irani-
matica seu leetioue, quam iufaus diseit in bienuio, Tanta est vis ser-
monis et imitatioüis.
\\ = Dureh Naehalimen lernt man die Sprache (das Sprechen) viel leichter
iJs dur<-h das Studiun. und aus llüchern. 2) Magdalena. li) ^^'"^«^iL^^^^;^,;^?;
i.nn \) = ganz deutlich, verständlich. :») = Ueber 1 mge m der W rtscha t
H Luthe s Tochter Magdalena, geb. den 25. Mai 15211, den 2.. Mai lo.V2 m ihr
viertes .lahr trat, so wird mit liezng auf Luthers .»big(> Aeusserung „(luae cum non
'it Muatuor annorum" anzunehmen sein, dass das Obige Ende lo:i2 gesprochen ist.
1 1 23.
Mira res est et i)lcna oflendieulo mundum semper [412] dege-
ner-isse in peiorem, ((Ut^ties ])raedieandum fuit Euangelium, Omues
^piritualeni (Hiristi libertaleni in earnalem laetitiam trahunt, Ideo
re-nuni Satanae et Tapae in externisi) pro mundo est opüma Vult
(.,dm re-i mundus lei;-il)us, superstitione, mendaeijs, tyrannide, Lt doe-
trina ^ratiae tantum peior lif^), (piia i)ost haue non credit aliam tu-
turam e.s>;e vitam. (|iiod ille probavit. (lui moriens in Carta suuin testa-
nientum a sc proieeit scriptum, in (luo tamen haec verba tantum
le^ebantur:
Dum potui rapui: ra])iatis ({uando potestis.=^)
1^ sc H'bus 2) sc. mundus. :i) Kei liindseil findet sich der Schliiss
weni'- veV^täudlich' in folg. Form: „Doctrina vero gratiae mundus degenerat, qiiia
Mu TuuVit .ndus aliam Titam post haue-, sicut plerunupu; (^ardinales sunt content.
. i v| sicut Cardinalis Teitamentum sonat, .,ui monens chartam pergameai e
•stamentum sunm iactabat, in .p-a tantuni luuv, verba inscnpa emnt:!^^^^^^
ripui, rapiatis quan(b» potestis". Fbenso mit einigi'n Abweichungen If ^'»»^"^/;^^»^•
• '-'.^cn h.isst e^^ ver'tä.Hllichcr, wenn auch viel weitschweihger m den deutsch.
T sehr. ..Durch die Lehre von (;ottes (Jnade wird sie ärger; denii wenn «le höret
<lass ein ander Leihen nach diesem sei, so ist sie mit diesem ^^^^^^^^^l^,^
,. isern Ileirn (Jott das ander iunuerhin behalten. \\ enn sie nur lue gute läge,
rhr und(;..t hat; wie gemeiniglich (b-r Papst und seine t'ardmale und (.eschmier eil
: m w c .ins Cardh.af; Tcstauu-nt anzeiget. Denn zu IJom starb em reicher tur-
,1 aer ;ross (lehl hinterliess. Nu hatK« er bei dem (iehle ^^^^^^^^f'^}'^^'^
lulle verschlossen; wie nach seinem Tode der Kasten autgeniacht ward, iunden sie
^ Uh!.^ .laiinne Wumlen geschrieben auf Pergamen diese W<.rt: 1 -» l- j";^ W^
.„.ietis . uiuib. poti'stis (Weil ich könnt, raubt ich immer zu. Also nach mir uu
I l thu (!. wil muss dieser Cardinal gesK.rben n"<l gefahren sem«' Die spat
Vischr. ausserilem vielfach abweiclu'ud. Vgl. Diudseil coUoii. 1, 1 -2, Kebeust. I, 02 ^
j:rl. A. 57, no, Förstern, a. B. I, 2 lo.
1124.
Satan cum noctu ludit per larvas suas, citius fugari non potest
quam eo.itemptu, sed illo ex iide, Sic Mai;debur^-i quaedam ma-
trona sie vexata bombum emisit dicens. Teuttel wiltu du /^" R^>"i
-eben zu deim absott, do bastu ein stab, et cessavit vexaüo.^)
1) Vgl. n. 521, wo sich das Obige in abweichender Form findet. Vgl. auch
tlie Noten zu «lies. Abs.
1125.
Saepe me vexavit Sathan spectris suis^, praesertim in arce
illa-), in ..ua captivus sum aliquamdiu^ tentus |4l;) Da iiam
er die wellische nusse^) aus dem tische vt-^') schnallet'^ sie in
die decke tota nocte.')
n - Mit seinem Simk. 2) = der Wartburg. H) Vom 4. Mai 1521 bis
Febr. 1521 4) = wälliiüsse. Mittclh. die walh nuz d.h. die welsche ^uss
^^M^^&
294
(i'i^-entl. die fremde "Niiss). Die Wallniiss kam üIkt Italien inid rraul^n-icli zu den
Deutschen. Ihre Heimat ist Kaselimir. :>) Lies vnd. C») Mittelli. ieli snellr =
]>ewcfce schnell (durch eine elastisclie Kraft mit Geriiuscli), schnelle fort.
Müller II, -2, 447. Lutlier will also sajren: „und schnellt sie mit (ieriiusch
eiren die Zimmerdecke". 7) AustVilirlich wird ()l>ij;"cs und Aehidichcs. sowie
^^^
die Episode mit der Frau des Schlossliauptmanns v. üerlepsdi auf der Wartl.urj;
in den deutsch. Tisch. Erl. A. .')!>, :no, ;;41, Förstern, u. H. III. M erziiiiit. Hier hcisst
es zur Einleitun«;-: „Anno 15ir> als D. Luther zu Kish^ben war, erzähU't er tüese
Historien, wie ihn der Teufel zu Wartl.uri;- j.'-i'pla'^t habe und sprai-h" iV. Es ist
möj,dich, dass dieses Datum falsch und die Worte „als D. Luther zu Eislcben war"
ein späterer Zusatz sin<l. Denn s(»nst krmnte ja Cordatus (H»i«res aus L.^ ^\\\u^W
nicht j;-elu)rt haben, da er seine Aufzcich. mit i:.:{7 abschliesst. Alh-in es ist doch
wohl anzunehmen, dass Luther sich über (h'u Tenfelsspuk auf der Wartburg mehrere
Male ausjijesprochen hat. Hütte Cordatus auch die bei<len andern in den diutsch.
Tischr. erzählten SiuU<geschichten, die im ZusanMnenh:in<i-e mit der ersten stehen,
von Luther gehört, so würde er sie gewiss, wenn auch nocli so kurz, erwähnt haben.
Die Darstellung der im obigen Abs. enthaltenen Spid<gescliichte lautet in den
deutsch. Tischr. abweichend so: „Nu hatten sie (zwei Edelknaben, «lie Lutlier be-
dienten) mir einen Sack mit Haselnüssen gekauft, dit^ ich zu Zeiten ass, iind
hatte denselbigen in ein«'n Kasten verschlossen. Als i*'h des Nachts zu Lette
ging, zog ich mich in der Stuben aus. thät das Licht auch aus, und ging in <\'w
Kamnu'r, legte mich ins Kette. Da ki'mjjt niirs über die Haselnüsse, hebt
an und quizt eine nach der andern mächtig hart, rumpelt mir am Hette,
aber ich fragte nichts darnach" if.
1 1 20.
Mit ^utein willen kan einer wo] vndanek verdienen,
quod ficeidit ]\larg: (Jeor^^en') zu Aus]Mirg,'^), euni deeidenteni
ab eqno in llastihulio'*) snstulisset Terdinanduni '), Vnd ist
ylim seer sehinip ff lieh ^^ewest-»), Johann Kleetor n oster
saepe ridens dixit, leli mein, vnser Olieim verdienet sieh
wol zu Auspuri^.
1) Georg der Fromme, Markgraf v(m l>randenburg- Ansbach, Herzog von
Jägenidorf, geb. 14si, gest. l.M.i, Hesitzer der fränU. Lande der llohenz(dlern, eifriger
Anhänger der lleformation und an wichtigen Akten derselben (bekannt ist sein
mannhaftes Auftreten in Augsburg) beteiligt. Sein Jüngerer HruiliT Albrecht ist
der Hochmeister des deutschen Ordens in Freussen. Das Nähere über (ieorg Allgem.
D. Hiographie VllI, Oll. 2) lö.JO während des Keichstages. :i) Du C'ange H, V'.lh:
Hastiludium, rpiod vulgo torneamentum (d. h. Turnier) vtu-ant. Joan. (le
Janua „Hastiludium, »luulam Indus militum cum hastis, scilicet quando equites
currunt et franguut hastas". 4) Dass Ferdinand von Des t reich zu Augs-
burg fast den Hals gebrochen hätte, wird auch smist erwähnt, Jedoch
nicht hinzugefügt, dass es bei (Gelegenheit eines Turniers gewesen sei.
Vgl. z.B. Cordatus n. 1144, Erl. A. ♦)!, 37:), FJ'.rstem. u. H. IV, Jl'». llindseil coUoq.
H, ;r>4. 5) Der Sinn scheint zu sein: „und li;it ihm (Markgraf (Jeorg) nur Spott
und Hohn (von Seiten des gestürzten Ferdinand) eingebracht". Aus den letzten
Worten des obigen Abs. geht hervor, dass die erwähnte Episode in Augsburg nicht
so leicht vergessen wunle, da sie dem Kurtlirstcn .bdiann zu wiederliolten Malen
Gelegenheit zu einer etwas boshaften llemerkung über Georg v. Dr. gab.
1127.
Aqiiihi istis diebus') reperta est iuxta Norinil>eri;ani, (|uani
Caesar bieipitem i!:erit in insignijs-) suis, ad servandnni duo repia
Orientis et Oeeidentis, Ustreielie^) vnd Westreielie.')
1) Also während des Reichstages zu Augsburg 15:ju. 2) Insignium =
Signum. Du Gange II, pars 2, p. Ol. ii) Mittelh. das riche = Keich. 4) Obige
295
Worte hat Luther Jedenf^üls in Anschluss an - I12^,|j-|;^^^,n^ ^ S
..neu; Adler chtrin deR.de ^^^^J^^r^^t^^'^^^^
Abschnitt „aves", „volatiua ^^"«^'^^V^ :'i..fnr,.« wurde in der Nähe von Nürnberg
sUli aas »l.iKC l)f. HiiKlsc^il ^''' ' ; ' L rör esse nol.iscu m a,|iiilam, Einen
v..„ta -st iuxta N.,r..ul.crff.n ';•; ,';V 'ssin'a avMs et Caesar bidpitem liabet
;{" i^nl.i^;;;nai r ^,^;.:;OH:.n;L"e r f nti, öesterreiC. und Westerreich-.
EbensH) mit wenigen Abweich. Rebenst. 11,124'-.
1128.
p.u-ens meusO in adoleseentia sua ist er ein armer
laitns "^^^y mutter llatt al vir lioltz auft den
llewr ^-ewesen 414, l^it niuiici iiatt «^ j
n,ekeu cii.get.-as;cn, Al./.o l.al.cii sie vns cr/.ogen.O
n ll.n^ I iitl,<.r •>^ IJicsc l.okanntcn Worte Lutliers finden sieh bei Bind-
.ei. ..,.,i: ''f '^^^'f^^r^-':;:t:^^ ^^
ffi'aurdrXu e^^i^" '= t,ü^.^rb:? '^^,^^^
lalx.res perpessi sunt, quos "'i^^'^^V .. Ventibus IMtT l^^^^^^^^
labores.
U29.
rUi est Ciu.ut Melaueliolieum, ibi habet Dens suum bal-
ucu.un l.leo bc: e difit Eedesiasticus ^8% Ne dedem m tnstoam
r mm. 5 vc,elle eau. a te Nota est l'i^tor ia de ^ 'O; {l^yj-*
sc iiu.rtmiin, et iiu.ituo» i.on cdcre etc. Ahns dixit, se gallum esse
^Mlli -.roiim -cstare^) c-ristam iu .-ai.ite et in facie rostnnn, Ideo et
m r-. nun m^^ edit.«) C.ii alius assi.nulaus tnduo audem
^=-^''"«.,.14 ^allm» eise, sed boininem, et sie altenuu hberavit
ll ,. -uuliv iraedicMiiteiu Munaeh.nn ean.em esse inaeerandani Ls
;Vu t ; e er lassen sawer wevdeuO, Is eonstituit «e aui,, i«
m n.e imm. (.ui et ipse liberatus est a (ictorc, q»" '^»>^'t «? Z
"e'isse sei "mn 'sensissei, se superbire magis Uoe voto*), destitisse, et
ille (luoque eessavit a Cepto.^)
n.>shaiK.,..iab,,l»sl.ies.rSat.a,.^^^^^^^^
deuts.!,, Tisrhr. sel.en Krl.A. (." Ii4 l^',^ ;;"•;/'•/, ;,;;,;i,aier Kopf ist, der mit
-r%e;;:^;r^:id-?i:,x,:Ä^^
seineu iigciie» uum -••' v ...
ToulVl ein /.userieht a.l". . "^^ l;--lf-,^^),-, ' „It M
i) YielUieht edidit.
rculel ein wi-erieht lia.f. .:) Y"Twy'\\>',''\m- alles naeh und sagte ihm
5) = Nur. maehte ihm em •'»''«^'•^V . "-^- Fsmiisste sich eine? U^
j.hliess.ieh n- '•) I:!^-, -,"-,1^1;"'-; , ::,eu. imbd: S Ms^JeeM .ebrustet
^V,':-:'''[Jl:^n::ir'a:^;;f r^; ls;^^if «» f^^;^ V.l. l^IndseU collo.
1,215, Kcbenst.I,lllS Erl. A. GU, 12o, lorstem. u. b. III, U3.
296
11 80.
Ele])h{inti aniinaliji sunt luinianissiniii [415] et docilia, et aiimt
eos in rei^ionibus suis ad certuni t('ni]>us scrvirc lioiniinluH, Tandem
abire in sylvani et iusto tcni]H)re redire in Servitutcni.')
1) Nur r>iiitls(.'il 11,107: „Ek'pliaiitos sunt liuiiianissiuui et «lofilii aiiimalia. et
dixit qu 0(1 dam i)ai)ai' do natu in nrm'nu'ni laosisso et t'uis^•('! uiausui;-
tissinium, ahmt cos certis teuiporibus liuniinilms iuservirc iu suis rcgionilais,
deinde discedcrc et redire ad sua ot'ticia.
1131.
Esto, quod qnis ])()nam eanssani liaheat tanien orandiis est Dens,
ut det bonnm sncecssnni, Qnid enini vel melius est vel iu^tins Kuan-
gelioV Et tarnen orare debent ])rae(lieatores, ut nomen Dei sanctili-
eetur, Justieia et sueeessus debent se invieem oseuhiii. Sed nostri
Suermeri apud se adliue ineerti nun orant, Imo Zuin^lius tantnm-
modo elamavit rerrumpanius.')
\) y^l r.indseil colUx]. ll,:!s, IJoUeust. II,:{7»\ KrI. A. C.l, IC. rürsteui. u. P>.
III,I{52. Mit dorn letzten Satze ist zu \j;l. T.inds. Il,;>7: /ninulius |Mdtlii-e rlauiavit:
Nihil nos nion^tur, [)erruujpani iis, vidihitis iu trieuui»» llisj)auiain. An;;'iiam, (ial-
liaui et totaui Geruianiaui Kuanj;elio liKTit'aetaiu. Ita eerto sil)i slatuerunt, iiixta
ipsoruui eogitationes, nihil Deuui oranu's, ut ipsins noiuen sanetitiretur, sed per-
rumpauius. V^l. aueh Kubenst. 1I,.>7'», Erl. A. r.|,H» (Erster Abs.), l'i»rsteui. ii. 1».
111,351 (Ended. S.).
1 1 82.
Audio Oeeolani])adium ]»nlie orasso in suo eubili'), nt Dens
non promovcret eaussam suani, si veritas non esset-), et t nnen jK'rti-
naeissime in dis])utati(me-') eani postea detendisse et mirasse^), se
eertum esse, Torro etiam hoc possibile est, ut aliiiuis bona verba oiet,
et tarnen ineertus sit et dubitare.'*)
1) Die lat. Tiselir. „Tune Maj^ister Joannes Cellarius «lixit, se audi-
vissc Üeeolainpad iuni orare in cubieulo, euui perrexisset ad dis[)utatioi;eui
Bernenseni.'' 2) = Wenn sie nieht dit' Walirli. w. .{) se. l'.ernensi vom
7 — 2(). Jan. ir»2s. Austlilirlieli handelt iibiT die -l'.eriu r Disputatiini Sleidanus
comment. VI, 117 sq. -1) So die Handschrift liir miratum ess»-. J«>(loeh wird
wohl zu lesen sein iurasse = beteuern. '.) Je<leuralls fehle lial't. W: hr-
scheinlieh zu lesen dubitet. Nach der obigen Aufzeich mmj:: ^vill liUther sajien:
Oeeolampadius war vor der Disputation von der Wahrheit seiner L«ilire nicht über-
zeugt, was sicli in seinem Gebete ausspricht. l>ei der Disputation 'u^lianptete er
gleichwohl seiner Lehre gewiss zu sein. Anderseits ist ai»er ancli dei Fall mr>gl;ch,
(lass jemand betet, als ob er seiner Sa<-iie gewiss s<'i. und denmtch bleil>t er unsicher
und in Zweifei. Die Darstellung «ler sjmt. Tischr. weicht ganz ab. Vgl. liindseil
coUoq. ll,.'{^, Itebenst. Il,:i7»', Erl. A. (H, h>, 17, Forsten», u. 1>. lll,:{r>2.
1133.
In Theolo^iam et orationem |Ilt)| eornm Deo non debet
eadere ]>eiidexitas et dubitatio, Et eoram hominibns nnxb'ste ai;end;im
iu talibus et dieendum, Weisz ymand besser, der sag:e es, Ki:;o
([uideni a prineipio in alicjuibus erain dubius, lieet artienlum
Justificationis eertum iiaberem, Non ])()tui tanien totum
Dapatum per illnm expui;nare, Coelibatum enim Missam et
talia'), non ijotui-^), Valeat igitur iUud ijerrumpamus, facit enim
tenierarionim •^) Ilelvetiorum, qui nune ad Papam redeunt.^)
297
0 Diese Worte sind Appositicm zu totum Pap at um und sollen den Ilaupt-
inhalt des Papsttums andeuten, (»efters (wie ". ]<'^->) hin et sich der ('Cdanke,
diss coelibatus und missa die Ilanptsäulen des Papsttnms seien 2) Vch-
drÜcktiX' Wiederholung .Nein, das habe i.h nic;l;t gekonnt^ ;i ^ i;^'!*^-;':] ^ -
temeritatem 1) Im Einzelnen abweichend P.iudseil colloq. 11, as Ucl.tnst.
1:7' Erl. A. r.1,17 Purstem, u. 15. IlI,.Vr>. Mit den beiden letzten Sätzen ist zu
vgl. P.iuds.colloq;il,:»7, wo es heisst: nam proh <^-^<•V>"»)/'^"^'^\^^ J'/'^^^^^^^^^^^^^^
ch.nt ad papatnm, bauenn kirchen, altaria etc., exceptis /uru-h, BiMu, l.asel, die
werden lei'u'r auch nicht lange halten, das haben sie mit '^'''i^^'i llJJ^'^lJY^'r.l Tu
gericht, temerarij tideutes sna causa bcma". \ gl. auch Kebenst. 11,.{. •', Lrl. A. bl,n)
J^Ende des ersten Abs.), Förstern, u. B. 111,352.
1134.
d
se
Praesumptio lidei multos perdit^), velut sunt Franektordenses-^),
ic allen seliut/ den -eistlielien Ilaben vft=0 ?.^^^^5^^t. neseientes.
c boe modo fVena laxare seditioni ipsi vulg'o. per (luam etiam ipsi
uM-ire poterint Sieut eimti^it Mulbausensibns, jim eredere mduerunt,
penre 1
sed experiri.^)
u. 1;. 1I1,;{:>2 (Euded. S.).
1135.
Cum seriberem adversus den Alstedtiselien autruriseben
geist'), reseripsit Muntzerus, Wider die sanfftc fleiseli-) zu
AVittemberg-0 M^'l' 'l'j^»t'i erat gratitudo^) bominis, qui vo-
lebat ])erire.'')
1) Ein Prief an die Fürsten von Sachsen vom aufrührerischen
Geist" "Jnli i:.21. Vgl. luistlin 1,7I0. Mit dein anfrührerischen Geist ist Ihomas
Münzet gemeint. 2) S<» die lldschr. Als Fem. ist Fleisch sonst nu-ht zu be-
legen. Formell kJmute der Aiisdr. ,die santft lleisclr auch tur den Plura gelialten
werden. Das würde aber dem Zusammenhange, da Luther allein gy^meint ist ^yeulgc^
entsprechen. Vü-lieicht ist aber unter Anlehnung au caro die Heisch absichtlicli
gesagt im Gegensatz zu der Geist. Man beachte nämlich, dass der litel der M unzer-
schen (U'genschrift in den einzelnen Wirrten das gerade Gegented von dem ^\ or laute
der Liith. Schrift ausdrückt. So stehen sich gegenüber die Worte A\ itteiiberg
und Allstädt, sanft und aufrührerisch. Fleisch und (Tcist. .{)M nutzer
schrieb gegen die eben erwähnte Liitli. Schrift eine Schutzrede, welche den
Titel führte: .Wider das geistlose, sanftleb ende 1 leisch zu A\ itten-
berg" und ir.21 zu Nürnberg herauskam. Köstlin 1.712. 4) Dieses \Vort
welches lexikalisch nicht zu belegen ist (auch im appeiulix zu Du ( angv tehlt es)
wird stehen im Sinne vcm Erkenntlichkeit, Dankbarkeit. Luther meint:
diese Sclirift unt ihrem inmischen boshaften Titel (und mit ihreui pobelliatteu In-
halte) war der Dank datlir, dass ich ihn vom Wege des Verderbens znrnckhalteu
wollte. Unvollständig bieten die spät. Tischr. „Cum seriberem widcr den all-
298
209
stetigen (V) auffrürischen Geist, tuiic Monetariua rcscripsit, wider «las sanIVte
fleisch tzu Wittcnl»er<,'\ Ebenso mit eini«(en Abweieli. Kebenst. Die «lentscli.
Tisclir. ,l)a ieh wider den Alstiidtiselien antVüliriselien (leist selirieb, darauf '^-.ih
Miin/er diese Antwort: Wider das sanfte Fleiseli zu Witt<nl»er^'.'' Vj,H. IJiiids.
collo(i. II,;}!), Rd)enst. 1I,:{S'S Krl. A. (M, IT, Förstern, u. 15. Ill,:ir):;. Diese 5 Ab-
sehnittc von n. 11 :U — 11:^5 gehören inlialtlieli zusammen.
1136.
Teil bin szo weit konien vikP) Astronomiam szo weit
braelit'^), duH ieli <;leul) sie scy iiielits, Lieet riiilippus dueat,
artein quideni esse, Hcd non lia])ere artiliees»). Das hahen sie yni
Alnianaein) gewisz erfunden'^), das man yin sonier nieht sol
sehne setzen. Noch Doner jm Winter, das man in Lentzen«)
nieht seen sol vnd in her])st nicht erndtcn"), Das wissen die
paur auch wol.^)
1) Ergänze habe. 2) = ji^ebraeht. :\) Vj;!. mit diesem Satze n. 1(K')<1.
1) Almanaeli ist ein .Tahrbueh tlir astronomiselie r.eobaehtunj^^en und .lahresbereeh-
nunij^en. Naeh Eusebiiis jjraeparatio evangeliea 111, 1 kommt der Name her von
almeniehiaka (dXKSvixifxxä), d. h. astronomisehe Ei)liemeriden, eine Art von
Kalendern, wie sie sehonbei den Aej?y]»teni iiblieli waren. Weij^and I,:is. .%) = als
gewiss austiudig gemacht. (i) Mittelh. der lenze, Gen. des lenzen. 0 Die
Lesart ist tür richtig zu halten. Denn die llaui»tgetreidearteii, Koggen z. b. und
Winterweizen, sät man im Ilerljst und erntet im .luli «)der Antang Augu.st.
Abweichend »lagegen und mit Zusätzen Hindseil coHo-i. 11,150: Alio tempore de
Astrologia multum loquebantur et de eins eventibus. Dixit D. Martinus Lutlierus:
Ich bin so weit kommen, vnnd ])eredt (V) in der Astrologia, das ich gleiibe,
dass sie nichtes sei. Et IMillippus Melanthon invitus contessus est mihi, artem
quidem esse, sed nullos artifices, das haben sie ge lern et in ihrem Almanach, das
mau nieht im sonimer sehne setzet noch donner im wintter, in» lentzen seen,
im herbst erndten. das können die pauren auch wol." Ke]>enst. II, 117 1» un-
vollständig. Die deutschen Tisehr. ähnlich wie liindseil. Vgl. ausserdem Lrl. A.
02, ;r21, Förstern, u. 15. IV, 5 70. 577.
1187.
Corpus humanuni ist ein schendlieh laui^ensack, per
(piem nihil eolatur nisi sudores mali, iirina. sjuita, et ihixus plures
quam meml)ra habet, ([uod q^o experior in Crure meo, <iuod
nuper frieando rursus lm;jO^ ^^ «i^^^* ^^ paradyso quatuor
coei)erunt erumpere flumina.-)
1) Lies aperui. 2) Die Worte von quod ego exp. an haben die deutseh.
Tisehr. in folgender Form: „Icli du rclikr atzte neulich mein Hein, da
machet ieh, dass vier Wasser lierausflossen (!). Im Juli 15:r2 litt Luther
an einem bösen Heine, wahrscheinlich ein sogenannter SalzHuss. Mitte October
heilte es zu, was tür schädlich angesehen wurde. Er selbst berichtet darüber
in einem Lriefe au einen Augsburger Freund vom 21. Juli 15:{:i. Die Aerzte arbei-
teten darauf hin, dass der Flus.s am linken Leine olVen bliebe, in der Meinung,
dass dies dem Kopfe Linderung bringen werde. Vgl. Köstlin II,27(;. Nach der
obigen Aufzeichnung hat Luther also selbst, wahrscheinlich im Spätherbste I.);r2,
das wieder zugeheilte Lein durch Leibungen von neuem zum Autbruch gebracht.
Von Schmerzen an den Zehen (Podagra?) spricht Luther bei Cordatus p. (i2(;, von
demselben Flusse am Leine ist aber die Kede p. (.52, wo es hei.sst „ego aperiam
fluxum pedis mei vnd sol ieh ein hecht dazu nemen! Eim alten man
steht ein fluss szo wol an eim pein als ein» Jungen gesellen ein
krantz auff seine heupt! Vgl. Erl. A. 57^:mj4, Förstem. u. L. 1,235, wo sich
fluch sonst noch Abweichungen im Einzelnen fiudeu.
1138.
Studiosus, (pii non vellot oi)cram suam ])erdere, iste deheret
aliquem honum authorem |n8| ita legere et relej>ere, ut quasi in
eins earnem et san^uiiiem mutaivtur, Nani vanae leetiones eoiitun-
duut non doeent, Multae autem bonae perinde taeiunt studiosum
atciuc est is, (jui ulnque hahitat: ideo nusimim.O Et sieut in humaiia
soeietate non in dies singulorum amieorum fruinuir amieitia, sed elee-
lorum, ita etiam in studio esse deheret.-)
n 1 uther meint, schlechte Lektüre verwirrt nur, belehrt aber nicht. Da-
n. macht viele und gute Lektüre oberflächlich. Man ist m diesem lalle
Md-hsam überall zu Hause, und doch nirgend. Vgl. Llinius ep. -, I .aiunt, mul-
n m le.M.ndum esse, non multa". 2) Die spät Tisehr. beginnen den Abs.
•ibNveicir Doktor M. L. rieth Allen, so studierten, in welchen Künsten es auch wäre, dass
se <^ewisse Lücher tlir sich nähmen und dh'selben mit FhMss lesen, und inachten
n^^.n H lu'n guten autorem und Ihich so gemc-in, dass sie denselben o tmals le^en
'V\v.dcrhrs.n, also, dass sie gleich in sein Fleisch und Llut vorwandel wurden
als wäre il.neii desselben Art zu reden und zu schreiben angeboren (!!). Audi
sonst abweidiend Erl. A. ii2,H:M,:n5, Förstern, u. L. 1\ ,:.*lo,.,<lI.
1139.
Mi Cellari'), vade in nomine domini eo, (|Ui)d es yocatus, Ej,^o
literis meis dili^-enter te eommendavi Senntui-^), Si autem talis
n<m es^O et haue metMiii laudum mearum haetenus »), tae asseciuaris,
F/-0 enim in hoe-') literis meis te irretivi, ut ec^aetiis esses reetam viam
dueere (Iloe item Dens praeeeiiit Mosi dieens<0, P^>ne laudem tuani
super Josue etc.).'')
t) So die lldschr. Also Mein C. Auch könnte es heissen Michael
(Vllarius. Die deutsd.en Tisdir. ,M. J. Ollari^ = Magister Job. Cel-
Liri. Auf diesen, und nidit auf Michael oder Martinus Celhmns, pass
,lrr Inhalt des obigen Absdmittes. Vgl. über die verschiedenen (ellarii n. ILi
Notel •>) Zu Frankfurt am Main. Luther hatte in eineiu Sdireiben dem
Hat z.i Frankfurt am M. den Johann (Vllarius. zuvor Prot, d hd.r. Sprad.e in
Leipzig, als einen tüchtigen Prediger empfohlen. Dieses Sdireiben, welches sich
nach förstem.u.L.ll,:;75Note2 nicht erhalten h:it '«l ^'^^^^•^^\l^;r;''Fob^^^^^^^^^^^^^^^
rius wurde 1521» rre<liger in Frankfurt, musste aber im Jahre L).{2 in iolge (kr
iTruheli von denen lu^rdts n. 1 i:M die Lede war. seine Stelle in 1- ranktnrt autgeben,
taml aber bald wieder Stdhmg in.Lautzen. Von hier aus verhandelte er m der
Folge noch iUYer mit dem Frankfurter Magistrate, worautsu-h Lindseil 11,,. ;>be-
zidrt Im Jahre 15:;«.» war er .lann bereit wi(Mler nadi Frankturt zu kommen, tolgte
iVdod. (Mnem Kufe nach Dresden. Auf diese späteren \ erhandlungen sd.einen
seh «ie Worte das obigen Abs. nid.t zu be/id.en. Denn der /usammenhang
weist auf eine erstnudii^e^Emptdibing des Cdlarius hin. Luther winl seine W or e
i,n Kreise seiner Tiscligenosseii .lirekt an Job. CVllariiis gerichtet haben wo sie
rordatus hörte iiml aiifzeidmete. :i) sc. .jualemte eommendavi. /) "^'Y ;\;f
haetenns stdit im Manuscr. am Ende der Zeile. Es ist klar, dass etwas teilt. Der /u-
sammenlumg ergiebt als Ergänzung non d u m a s s e e u t u s es .. == zu (lern Ann ecke,
'r Mos 27,2.r 7) Abweichend und unverständlich haben die deutscd^.
'Pisdir Erl. A. 5«», m, Fi»rsteiii. u. L. 11,:J75: ,Doctor Martin schriebe dem Lat zu N
be ihrem l>redi-er, den sie vociert und berufen hatten, M. .loh. Ce lariuni und
soric zu ihm (V):\ldi will Dich versdirdbeii und loben, da du gleich nidit also
bisi wie iTsch eibe; dodi sollt Du dich betieissigen das Zie zu erreichen denn
u bisVnu durd, mein Lob.n verstrickt. Also sagte (u.tt zu Mose, da er Josuam
berief dass er an seine Statt na<-h sdnem T<Hle treten soll e: Lege mein Lob aut
Josua' etc. Die letzten eingeklammerten Worte sind wohl als eine Lemerkung
des Cordatus anzusehen.
300
301
. 1140.
Dens magna niiserieordia scrvavit me a laude et laclirimis «juo-
que inultonim Srliwerincrioruni, (lui vocationcm ine am siniime
extulerunt, sed sine verl)o Dei, Idoo vohuMiint mci magistri os.se,
Ideo repudiavi ver])a ipsorumO, [410] Tantum uno oeulo vident res
mundi huius, Verbum autem nou vident, Ideo uninia eis seandala
et orteusiones, ({uae audiunt.'-)
1) Y^\. u. li:{, 1002, 125, 1051), KMii», 1001. 2) sc. tle verbo Dei. f)»« ^l>Jif-
Aiifz. weitUiuftig und ubweklicnd. Vgl. Krl. A. Ol, 1 1 , Förstoin. u. 15. 111, :M<, l>ma-
seil colloq. II, ao, llebeust. II, .HS».
1141.
Status primus et maximus EuangeliJ liodierni») est, riiristum
genHbus esse manit'estatum, Deinde loeus luoiilietae-^) diligeuter est
tractandus.-^)
1) Am rahiisoniitagrV Luthrr nioiiit, der llaiiptiiiluilt des liiMitigiMi Evaii-
ffcliinns ist vor alU'iii der, dass Christus don llridcn jj^oolVciilKirt ist. 2) .les. ;).{ ^
•i) Hiermit kann vergliolicu Nvordcn llimls. coIKmi. 111,1 IT Jta Kuaiigclinm i)almariim
hahot statmn de regno Christi, liidixti mnlta garrireiit d*^ cantu »^t pr«)(-essume et
laiidationo vulgi pustliabito statu loci i»roplu'tiri"'. Aeliulicli du« deiitsrh lisclir.
Erl.A. 50,200, Förstcm. u. li. 11,;JM»: .Also stehet das Kvaii-vlium am 1 almeu-
somitag funiehmlieh aul" dem, <lass mau rede voui Keu-he Clinsti. Pa »^m i^""
gelehrter würde viel plaudern vom (;csaug(^ Troeessiou uud Lobe des Volkes,
und stehen lassen die t*urnehmstt^ Sache des rroi»hoten Si)ruehcs\
1142.
Omiiis i)ontifex dehet habere sua saeritieia in-ivata, Kr-o Po-
meranus suis lungis praedieaticmibus auditores suos saeritieat'), Nos
enini sunius suum saerit'ieium, et hodie-) egregie nos saeri-
fieavit.
1) lieber Dr. rommers lange Predigten vgl. n. TOs nebst Note 1. 2) Wann?
15;i2V Eine alte Hand hat sich die Kaudglosse erlaubt: ^Pomcranus Summus
poutifex".
1143.
Hoc mihi placet in Papistis, cpiod artieulum Trinitatis summa
diligentia traetaverunt, et lieet multis sui)erstitionibus vexati sint m
illa' sua traetatione, tarnen nuUam ansam Satlianae dederunt in hoc
artieulo.
1144.
Ferdinandus non patitur [420] hcroiea mala, quae reges
disset^), Puto illorum infortuniorum eaussam esse propnam superhiam,
qua faeit omnia, Habet eor inqnum et nihil dolens neipie imenitens,
nisi forte ut Ksau'"'), qi" "on dolebat, (piod Deum (dVenderat sua
veuditioue, sed") amissione iuris sui, Do ligt gott nichts an.^)
heiden anderen i i iriueKMnni: vviiii.»H "■• "«v...., ^.,.... .^ -„ ,
a le Kr hat ein gottloses, getiihlloses, nn]uisstertig<;s Her/-, es sei denn etwa,
•ISS er Fsa s Her/ hat, weldier IV. 7) se. ciui dclebat amissiunc . uns sui
M Nämliel' in einem Herzen, welches wahre Kusse nicht kennt. Bei B.ndsed
b!..^innt !h.-'A weitliluftig also: .Ahmt Ferdinandum Kegem
iam iu Austria in magno tiiissc perieuk., mox aipiis submersum, dann er sey
! einem schütten gefaren , autV <len, Eise kommen vnudersoihai, et nisi Kev
; reit.s uisset, peHjsset submersus. Est enim m oehc.ssimus <rt, non
Tb t heroica ufortunia, quae regibus conven.unt s.cnt Ludo-
V c US in hello mortuus, Uex (lalliac captus. pse tantum habet priva a
et agre ia mala. Augustae se ipsnn. fere praec.pitasset, m Hon|mia
hrne fere iM'riisset, e t in Austria iam tere subm er s u s esse t ete. (,.in/.
lUlirl die deuts,.h Tisehr. Auch sonst linden sieh viele Abweichungen und
zll^luze i)as Fln/^ehH. an/ugeben würde viel zu weit Hihren. Vgl. H.ndseü colloq.
11, .{21, Erl. A. «il.:;75, Förstem. u. H. 1V,2I0.
1 145.
In arrogantes learos reete luserunt veteres dicentes^:
Si vis bene ambulare,
Non debes nimis alte volare,
Si nimis alte volas,
Tune de]>es eomburere pennas.-)
nUie lat. Tisehr. abweichend .Arrogantes sch»li similes sunt Icaro volanti
in ,oelum, sieut dichur% die deutschen: Stolze, hollartige Iv lughnge u"d Nase-
eisen die sich dünken lassen, sie sind sehr gelehrt, sind gleich, sprach >. Mart.,
Um cam, davcm du« l>oeten schreiben, dass er wolle in den llnuiuel hegen.
W man ve-t IV (")\ Die obi-en Verse hndeii sich wörtlich ebenso in den lat.
^Mscl die deu s -hen bieten in" Frosa: .Willt du sicher und wohl wandeln,
srneug nicht zu hoch. Fleugst du zu hoch so verbrenns du die
Federn ^ Woher Luther diese Leoninischen Verse hat, kcmnteiuir bis jetzt nien.and
mmeilen Vgl. Uimlseil coHo.,. 1, 102, Kebenst. 1, lo:{", Erl. A. aO, 21., 2ls, I orstem.
u. F.. 11,110.
114G.
Initium 1 ustifieati(»nis est gratia et promissio, Sie eontigit
Abraliae Justiiieatio, eum adhue esset idolatra, Mosi honnenlae'), et
hoe insi)erato-), Sie gedaehten nieht darauff.
I) sc <-ontigit iustificatio. 2) Die Eesart kann als abl abs. erklärt werden.
Da aber .Ih- letzt.^. Worte, wie so oft, gewissermassen als Cebersctzung der vor-
lup'elienden anzusehen sind, so wird wohl besser zu lesen sein „et hoc inspera-
jjy': _ und dies zwar ohne dass sie daran dachten.
1147.
Qui ur<-entur ad vc^eationem, habent oi)timam voeationem
(lui autem si^ontaneam ha])ent, haue a in'ineipio bbenter susei-
piMHt, sed tandem vexantur a Sathana, Es heist: ßeati im-
maeulati.')
1) Einige ähnliche (Jedanken Erl. A. 51), isH, Förstem. ii. F.. II, :i07, liindseil
collo(i. 1,22, ßcbcnst. l,12i>.
;^5^5|PH?'
1 ' ■-■ '"sfäB?!»*«
302
303
1148.
Denm sin'ntuin smim s.-mctinii <laro ]>Mrvnlis l):ii)tizjitis, sriinns
ex mnpiis ddiiis snurtoiiim, {\\\\ \n l>flrsia vixonint, vcliit llcrii-
hardus, ItiMii (Miristus dicit'j, et liapti/.-ite (umies, iiiilhini iiiciitioiuMii
l'aeicns actatimi, Ihic MciMUiniMMlata est Cireuineisio, qiuie eandeiii cimi
l>;i])tisiii() lijihet ]H(uiiissioiieiii.-)
I) I-lrs (lirit, iti' i't vU-. l»«r luiinisrlirirtl. IVlilcr ist Irirlit t'rkliirlicli.
2) At'linliclu' (MMlniikcii in st-lir wt'itlliiifli-rr rassim;? iiikI mit virini junlrni /ii-
.sUtzeii i;iii»lscil viAUu\. II,«»s,«.M), Urlunsr. 11.. '.».'', KrI. A. .*)i»,.M, Fr.rstiiii. n. 1'.. 11,
•jr»7, 2(ls. Kiiie alte Hand luit luu Kandu iltr llaiulsilir. hiiizii«;i't'iigt i\r Wjipt isiiio.
Hill.
A]ia1>;i])tistae ari^-mneiitantur, neniinem ]);ii)ti'/andinii, nisi eon-
fitcatur fidem siunu, qilod ])n»h:int per Corneliuiu, et sie ar<,niiiieii-
tantiir a |»til». ad vlia»), Nihil ii;itur iiide seciuitiir, Neqiie Petrus (-or-
iieliiun bai)tizavit pr(»]>ter tidem eins, sed propter iustitieationem (Miristi
et verbmii eins ae ])rueeeptuin Dei, (^>n<>d si neminem eporteret hapti-
zari, nisi ante eonstaret tides eins 4'1'2 . nemo nnipmm esset bapti-
zandns, Et si super iide nn'a essem )aptizatus, lides maior esset verln»
et praeee])to Christi, (piud iuhet baptizare, Item-) nnUam ]jr()rsus esse
vim verbi, si tides nostra non aeeederet, ([uod esse-*) virtnteni Dei
* -JM) nostra imbeeillitnte, (pKKl est bbis])liemia.'')
1) l.ics ^11 i)!irticiil:irilMis .id iini versaliji\ 2) Wolil von rin<'ni :ins
doni VorluTuiOicndcn zu t'rj;-;in/.('nd»'M indc siMpi c re t u r aUliiin^i.u-, :{ )Lii'S rssct.
4) In der lidsclir. ist liier eine kl. ine Lückr. Mit lliiltV «Ut s|»iit. Tisrlir. ist dic-
scIIm' «Icni Ziisaninu'nli:iii<,^r .^-cniiiss ansziillilN'n mit im-tiri rx. ")) Im Kin/clnrn
vii'ltarli abwciclicnd, aber «lorli «Im» (Icdimkrn narh äliidicli i'.inds. <m»11o(|. II, «MJ,
Kclu'nst. II, :.«;•., Krl. A. .V.»,r,2, Förstern, n. li. II, 2«is, Krl. A. r.l, v"., F. n. I'.. III, 102.
1 1 50.
Et ratiMiiis ex])ertes dieunt*) esse intantes, (piasi fo-) eondueeret
ad lidem, et ob iUam ipsani e:tussam maxinie baptizandi sunt intantes,
(piod ratione eareant et (piantn minor ratio, tanto mnior est ea]>aeitas
ad aeeipiendam tidem, qnia desunt obieeta, (inae maxime prudentes^*)
valde avertnnt.')
1) sc. Anahantistac. 2) Lies ratio. ;j) — Weil in «liesem Fall«' die
Gegenstände telden, die grade die (Jeselieitesten vom (ilauben mächtig abziehen.
4) sc. fide. Abweichend P.inds. culioq. I1,I(H>, Kebenst. II,:.<i'', Erl. A. :.'.>, ;',;{, r,I, s:,,
Förstern, u. IJ. II,2(H>, III, lo;i, besontlers in I>ezug a>if den Schhuss.
1151.
Ratio est niaximnm imi>edimentum ad tidem, (piia omnia divina
absurda ei videntur esse, ne dieam nu^^ae. lireviter, si Dens sinritum
suum darc potest adultis, loni^e ma«;is dare potest iid'antil)us.')
1) Aehnlich P/mdseil coHo«!. II, lou, Kcbenst. II,r)(ii', Erl. A. 59, 5:{, Förstern,
u. B. II, 261), Erl. A. (>l,sr>, Forst, u. IJ. lll,40;{.
1152.
81 fides eoueipitur ex anditu verbi [42:*.], et verbum dei audiunt
iufantes, cum adfcruntur ad Baptismum, Er^-o lidem cüucipiuut, Hoc
])r(»batur i>er Jobannem Raptistam, qni andito verl)0 Dei saltavit
in utero.')
1) Lnc 1 II Die spät. Tischr. mit mehreren Znsätzen, sonst ähnlich. Vgl.
liinds. lI,i<M>, Kcb. U,:r,% Erl. A.r.'.l, :>;{,<•»!, Mi, Förstern, u. F.. II, 2(i'.>, II l,4o:i.
1153.
Intantes sunt Cirenmeisi in veteri Testamento, Er^'O et baidi-
zari possunt in novo: Utrunupie enim sipium ])romissum habet i;ratiae
et vitae aeternae ete. Christus iubet i)arvulos ad se venire et dieit
ipsiuiim esse re-num Coelorum. Erp» lieet l)a])tizare intantes, Nam
ad (iuoseun<iue pertinet -ratia, ad illos (pioipie ])ertinet sii;num ^ra-
tiae, In hoe etiam Christus ])enedixit eis, ((uod eerte est alnpiem reei-
pere in ^ratiani et i^atri eommendare, ut sanetitieet et servet, Et (pu
ab Ilerode interfeeti sunt pueri, An non pertinuerant ad re«;-
num DeiV*)
1) Mit vielen /nsätzen nur noch bei IJindseil ctdlocj. II, 1(M>, wo der betrefl.
Abschnitt die l'eberschrift trägt: , Argumenta Fhilippi Melanthouis l'iirvnlos bapti-
zandos esse^ Vgl. mich Corp. Keform. I, !Mi2 -1>7;{, VII, ^S") sq., X\I, 4<2-4.(»,
bör»- s(»I.
1154.
Anabaptistae dieunt nulh» ])raeee])to eo«;*i, ut ba])tizentur in-
tantes, at seriptura etiam nus]nam ijndiibnit, et exenqda lial>emns,
(piae |424| aecpnvalent ]»raeee])toO, et intantes mm eonse^piuntur remis-
sionem peceatorum nisi in Eeelesia, Er-'o sunt baptizandi, et si
.I(di. liaptisi^) sanetitieari i)otuit abs(pie adminieulo ratioms, idem
potest (qjerari Dens in alijs.^*)
1) r^ FM'ispu'le, «lii- einer V<»rschrift gleichwertig sind. 2) Lies liaptista.
A) Einiji«' ähnliche (Jedanken i;indseil colhMp 11,101, Hebenst. II,..< =^
1 1 55.
Hoe ar<;umentum: ,i»ueri non intelligunt verbum, Erg:o eis non est
adhibendum saeramentunr, diluendum est olneetiime eireunieisionis,
quae testatur ^-ratiam et tidem ])romissionisO Jqnid alicpios esse, eum
quibus non est intelleetus Verl)i, Saeramenta enim eius-^) signiheant,
rennssionem peeeatorum ])Ci-tinere ad intantes.^)
1) sc. gratiae d. h. Claulu'n an die Verheissiing der (Inade. 2) sc. verbi.
:\) Abweichend IJin<lseil colhMj. Il,l(t2, Itebenst. II,'»:''.
1156.
Cireunieisio erat si-num venturi, F>aptismus autem sig:num
(Uiristi, qui venit, Vtrnnnpie vero sii;num est -ratiae et renussiouis
peeeatorum.')
1) Vgl. liindseil colhxi. 11,102, Ilebenst. ll,r.7'', Erk A. r>!»,:.2, Förstern, u.
n. r». II,2(;s.
1157.
Cum olnjeiunt: .Si illorum est rei2:num Coelornm, eri;-o eos non
eg:ere Ua]dismo-, dieendum est, Ke^num (pudern Coeh)rum esse m-
tiiutium, sed eos in ßaptismo illud primum aceipere, uou ante.')
fci«^.tfe»^^«>i,.aa8a.Jk!aafe4»Jb^a^
304
1) In der Form abwckheiid lUmlscilcoUoq. TI, l(»-i, Kebcnst. TI,:m '•, Kri. A.
5M V> FürstiiM n. 15. n,2(^. Diese lo Ahselmitte von n. 111^—11.^7 ^^elioreii m-
iiaitlieh /usuminen und l»il(leii eine znsauinienhlin-ende (Inii.pe. Vi^lniit den vor-
stehenden Kri^rteriin^^en über die Kindertaute Cordatus n. 1», H», l -, 1^, H'-S H-',
251, MiT, 'Ki-).
11 r)8.
Se:iii(l;ilum') est (lictuui ;iut tnvtinn, <|Uo eommipitur 14251
opinio ergji Deuiii et lioniines, VA est jieliviiiii ((IKkI do. iKissivum
(liiod piieior.^)
n Aer'eniis J) Luther meint, es ^-ubt ein /weitaehes Aerj^ernis, ein
aktives,^ wenn ich das Aer-ernis selbst j^^^be, ein passives wenn es mir von
andern -e-eben wird. Vj.^1. Frl. A. (11, l'.s, Förstem. n. 15. IV,'i'>, aueh hrl. A. «»I,
l.">l, l .')«;, Förstern, u. 15. IV,'-'»/-"-
iir.9.
et Mliiiil IM Jini -
fes
uon
Not:i, Jiliiul esse liahero si)iritiMu sanetnni, vi :\\u\d iiuiin-
tation'ciu spiritus, Ante Christum niiilti hahuenint spirituni sanetuni
1 auteni hahueriint nianifestationem Spiritus.')
1) Vgl. Erl. A. 5S, lö:;, Förstem. u. li. 11, 1.
11()().
Habens etnieulrinani, (|uani tnto nun judest ai»erte (liicere»), si
invieeni elani v(»tnni ]n-acstiterint, isti sunt eorani Deo veri Cuniuj,-es,
habet tanien seandaliini.
\) = Wenn einer eine ('on<'ubine hat, mit <ler er vor <len Auf;-en der Welt in
riehtio-er Khe nielit ielu'ii kann, uml wenn sieii solche Leute lu'indieh ^'r^'enseitig
das Eheverspreeheu gegeben haben, so shid sie tV.
1161.
Licet subsccpiens nirii» 2»MnraO lei^nttimet iili(»s, nihilo minus
nolunt pennittere nolnles, das solche sehild vnd heim brauchen.*^)
n Anlgelr»st: subseiiuens matrimoninm seenndum iura. Lutlicr meint,
wenn aiieh die Sidine zweiter Ehe naeli dem (Jeset/.e legitim sind s<. wol hn es iL
2) Auf diese luMden A1)S. bezieht sicli augenseheinücli Erl. A »il/ill, lorstrm. u h.
IV 71 wo es, allerdings in einer Fassung, in der die (iedanki'U dieser beiden Abs.
kaum' wiederzuerkennen sind, heisst: , Der Fürsten und grossen Herrn
heimliehe Ehe ist eine rechte Ehe für Gott, ob sie woh ohne alles
Genränge und Herrliehkeit zugehet, und dass die IvnMler so
darinne'^n gezeuget werden, weder Sehild noeh leim luhren^ Ebenso
abweieheml F.indseil eollo.i. l,:ii:{, llebenst. I, l-V^'S ahniehrr Luids. r<dlo.|. IL -l,
Kebenst. II, Kil», wo die im Obigen entlialt. (iedanken durch em concretes Leispiel,
einen Herrn Nie. de Sack betretVeiid, erläutert werden.
1162.
Qui voeatus in Papatum Euangelium praedieare ])ennittitur'), ita
tarnen, ut eoelebs maneat |42()| absque bona eontestatione quae peeea-
tum imponatur auditoribus, n(m potest deserere voeatn)nem. Et licet
Dens fecerit matrimoninm pro Kmphistro-i), (pio uti potest vber sein
schweer^), is (jui eoelebs mauere iiou potest, tamen es soll } lim
sab papistis wol vergehen.*)
305
1) l'ersiinliche Constr. für cui vocato — permittitur. 2) FU7tkaoT()ov =
IMlaster. :\) Mittelh. der swer, der Sehwären, die Schwäre, Eiterbeule. Weigand
II (W.l. 1) Man vgl. die Kürze der olügen Fassung mit Hindseil 11,;{5<>, wo es
abweichend und weit läuft ig heisst: „Quaestio, an minister propter verbum
<-oniuü:inm intermittere possit. Si (piis Euangelij praedicator sub papatu vere vo-
catusr Euangeüum syncere i)raedicare [)osset eoelebs, si auteni eoelebs vivere non
jiosset. et tamen illi' coniugium non eoncederetur, an etiam ob hanc causam voea-
tioiu'iu suam et Euangelii praedicationem bona conscu'iitia deserere posset?
Uespondit D. Doctor: Ante omiiia curet, ut se ipsum purget et sanctiticet, ante-
(|uam alios docet, ne ii)se prius reprobus elticiatur alios docendo, Peccatum autem
illis imputet, qui nolunt cum coniugein ferre, si potest manere, salva conscientia
maneat, si non potest abstinere. dueat uxoreni, das jitlaster liat gott tzu dem schwer
"-emai-ht Es wirdt ihm wol vergelieii (V). Atcpie utinam cimiugati deinde essent
Tontcnti suis uxt)ribus (!!). Ganz ähnlich auch Uebenst. 11, IC.:;'', Erl. A. ö«!, 27i>, (11,
n;:., Förstem. u. 15. 11, i:t<), lV,r).
1163.
Si (dnjeiunt, facilius tiderari Coclibatuin quam Careerem.
(juem ferre Oportet ]»ro]»ter \erbum i]>sum praedicatorem, res])ondeo,
Verum non esse, Vstio enim difticiliiu* est (|uam Carcer, At ieiunandum
est, scilicet ut fcn-tior iiat lilndo in illo, (pii doniim non habet casti-
tatis, Ego non valde urebar, tamen (luo me niagis macerabam,
CO plus urebar.*)
1 ) Vgl. n. •bi7, .'.r>(l, 5s(>. In der Form abweichend Binds. eollo(i. II, 352,
Kebenst. II, KU'', Erl. A. (H, Hi(i, Förstem. u. H. lV,:{5,:ir>.
1164.
Coelibatus iiapae est ceiia ars et iusidiae Sathaiiae, (pia furtim
eripit ex Ecclesia libertatem Christi, Jam, (pii etiam continere ])ossit,
obniti eis') dcbet pro vindicanda libertate, quam ]ial)emus in Christo,
Sed talis veri)o et facto cogeretur [427] confiteri coniugium suum, vnd
nius nicht stilscliweigen heissen. Esaias enim dicit^), Aseende
in montem et clama. Extolle vocem tuam, Miraculum est=% quod fit
odio mi^) non consueto.^)
1) sc. tali arti et insidiis Sathanae i. e. Coelibatui. 2) Jes. 40, U. .3) sc. coe-
libatus. Das Wort „miraculunr hier wohl zu fassen im Sinne von ungeheuer-
Helle, w u n d e r b a r e E r s c h e i n u n g. 4) = m a t r i m o n i i. 5) Die späteren
Anfzeich. nach Form und Inhalt ganz abweichend. Das Einzelne an-
zutiihreu hiesse zu weit gelien. Vgl. liindseil colloq. 11,352, Kebenst. II, l(i4b,
Erl. A. (11, 16(), 1(17, Förstern, u. H. IV, 3(1.
1165.
Omiiis Magistratus merito Euangelium amare et ainando oscu-
iari deberet (piotidie, ipiod nunc (juisciuc in suo officio agerc potest
bona conscientia, quod nemo ex eis sub papatu potuit praestare, iii-
structi per monachos (ad minus) in periculoso statu agere, (piia papistae
non putuerunt discernere inter privatam personam et publicam, furchten
sich für dem vrtel sprechen, Die llencker musten bussen, Dem
verdampteu zuvor abbitten, das er an ylim tliun wurde, quasi
peccaret, qui reum dainnat ad suam poenam.i)
1) Abweichend Binds. eolloq. 1, 301, Kebenst. 1, 147", Erl. A. 61,308, Förstem.
u. B. IV, 159. Vgl. auch n. 527.
2ü
306
1166.
Cum proprium sit officium Ma^istratus damnare plaue Iminos,
et ipsi pro venia sententiac latae ro^^averint noxios, certe ambij^uuin
non est, [4281 quod omuis Mapstratus sub i)a])a officium suum iion
agnoverit, Sed doetores ii)Sorum >) non intellexerimt id (^uod raulus
dieit^) Non frustra Vadium <;estat, mininter enim est Dei, Ideo disci-
puli ipsorum^O quoque ipuiri fuorunt, Dens parvum, ut e^'o^) im-
moriffcrum filium meum, iubct puniri, et dum puniuntur^),
placet ei executio sui mandati, sieut mihi placet cesum esse
filium, Si autem extra mandatum meum alius vellet iilium
meumVerberare, Das wurde ieb nicbt leiden/»)
1) sc. maü:istratmun siib papu. Luther wird dio „luoiiaclii" (v^'l. n 1 1 (Ki)
memen. 2) Köm. i;i,4. :i) \^l N<»U' 1. Es siiul die tun^n'.reudcn Obrig-
keiten ffememt. 4 sc. jubeo. Vielleicht i)ravnin = einen Lebeltater.
nu
k
5^ SC i)ravi*> V.) Die späteren Aufzeiehnmi-en nnvollstiindifj: und he^nnnen
erst mit den Worten id i^nod Paulus ete., weichen aueh ^iV.l'^V ' u Vv ' .'- 1
Vgl. Bindseil eolloq. I, aol, Kebenst. I, MT'S Erl. A. (il,:iO0, horstem. u. H. IV, l.>*.».
1167.
Fridericus Elector invitus puniebat et dieebat, Es ist leiebt
das leben nemen, aber man kau es niebt wider freben, et ideo
Elector«) semper dixit, Hei, er wird nocb wol trum werden,
Fridericus Imperator 2) semper iratus fuit, quoties (hvitatcs ab eo
Jurisdictionem (ut solent) annuatim njpvverunt, Ita docti fuerunt baue
artem a Monacbis, per quam repones inq)lentnr maletactorduis per
suam^) clementiam, Cessaverunt Justiciam administrare.^^)
1168.
Dens, [4291 cuius misericordin sui)er omnes est'), tnmen ex iusticia
dixit 2), Qui maledixerit ]>atri, occidatur, etiam intra altare, Nur den
kopff'ab, et Justus es Judex, et terra a latrouibus mundatur.^O
n Die spät. Aufzeich, abweicliend: .Denn siehe (Jott an, der doch der Aller-
eütiffste und Harmherzigste ist, welch ein ernst und streng (lesetz liat er gegeben
und im Mose gesagt" oder „At vide Deum summum nuseratorem acerrimam legen»
dedisse" 2) Exod. 21,17. 3) Die spät. Tischr. dagegen: Hugs Kopt ab, Kopt
weg, auf dass das Land nicht vill Gottlosen werde. Und sagt der Fext: Du solls.
dich ihrer nicht erbarmen; also wirst Du gerecht sein; o(bT ,flugs koptl abe koptl
weg ne terra impleatur impijs, et ita eris iustus\ Vgl. Erl. A. (il, :{U1I, .ilu, lorstem.
u. b! lV,lt>0, Bindseil eolloq. I,:tü2, Kebcnst. 1, 147".
1169.
Juristae docendo, legendo, decernendo reissen den lenten
die kopff abe, on das mus der Henker wol fned balten.«)
D. Jeronymus Scburff'^) optimus Jurista et Cbristianus^), tamen eo
non pervenit, ut bona conscieutia ausit aliquem damnare.^)
307
1) Sinn: sonst würde der Henker nichts zu tliun haben. 2) Dr. Hieronj^-
luiis Schürf, der berühmte Witteiibcrger .lurist, mit Luther ).")21 in Worms, 1527—29
einer der ßirclilichen Visitatoren im Kurstaate, Freund und Gesinnungsgenosse
Luthers, wenn auch nicht in allen l*unkten, wie z. B. in Betreib' der Gültigkeit ge-
heimer Verlrdmisse, sowie der Elie der (Jeistlichen (Köstlin II, l(i(», 470 ff.) mit
diesem einverstanden, zu unterschei(b'n von seinem Bruder dem Arzte Augustin
Schürf. :;) Erl. A. (i2,2(;j, F(»rstcni. ii. B. IV,.")22 sagt Luther, der sich oft scharf
gegen die .luristen aussiiricht: aber nur ein Jurist ist fromm und weise,
D. Gregorius Brück. 4) Abweichend in der Form Bindst*il eolloq. 1.302,
Kebenst. I, 1 47'', Erl. 7\. (;i,;il(», Fürstem. u. B. TV, Uli».
1170.
Praedicatores sunt omnium maximi bomieidae, Exbortantur
ciiim ma^'istratum, iit strenue ])rosint suo officio, ut ])uniant noxios,
leb Habe im autfrulir alle paur erscbla,i;'en, alle ybre blut
ist auff meinem Halsz, Aber icb weisze') es auff vnsern ber
g;ot, Der batt mir solebs befbolen zu reden, Sed diabolus et
im])ij (pii oceidiint, die IIal>ens nicbt recbt-), (»)iii diliiccnter bacc
ex])endit et novit, alicpiid didicit | 4:io|, Noster maiiistratus bodie (>])time
novit diseernerc inter privatam ]KM*sonam et ])ui)Iicam, et intelliirnnt
Jus suum, sed abutuntnr ilb» ei;re^ne contra Euani^-elium et ministros
eins. Das sol ybn iiiebt zu ^ut=') ^edeyen.^)
1) = wi'ise. 2) sc. occidere. :j) Die spät. Tischr. zu sc lim er ge-
deien. 4) Mit ganz abweichendem. S<lilusse Bindseil colhK]. III, li:{, Erl. A. 5<),
2s4, 2*N.*», Forsten), u. B. 11,443. Diese sechs Absätze von Iior) I17(> gehiJren dem
Inhalte nach zusammen. Vgl. Janssen, (Jescli. d. d. V. II, Mw;, r)37.
1171.
('Crtissimum est in istis rei^nonibus •) babitasse Judeos, Nonnna
enim loeorum et aediticia testantnr inbabitationem, l*uto etiam ideo
Deum verbum smim voluisse resurgere, Poream illam cum suis porcellis
extra ad t(Mn]dum-) in i^^nominiam i])sonim exeisam certum est^),
Juden^^assen, New^assen ])lane Judaica sunt.^)
1) = In diesen Gegenden, also in Sachsen. Die spät. lat. Tischr. haben
aucli ^.tmlaeos in Saxonia habitasse cn'dibile est. 2) = Draussen am Tempel.
3) Die lat. Tischr. haben diese Worte in folg. Form: et arbitror suem in templo
illis in ignominiam sculi)tam esse." WoV 4) In der Form :ibw(iichend und am Sclilusse
mit einem Zusätze l>indseil colhxj. 1, 4(i2, Kebenst. 1, 220". Einige ähnliche (Je-
daiiken auch Erl. A. (>2,3(il, F(>rstem. u. B. IV, 010.
1172.
Maximae irae dei certissimum si^num est contra Judeos, (piod
sie exulare co^untiir et incessante ') de repone in reponeni extrudi.
Nee tamen cessant suum Messiam ex])ectare et gloriari de ])raeroga-
tivis suis, {[uae et Paulus magna facit ad Romanos, sed in eadem
epistola, (piani deijcit 1.* ea :2*'!*'^)
1) Lies incessanter. 2) Aufgelöst illa capite secundo (v. 17). Das
(juae und illa (am Ende) kann tormell auf „expeetare" und „gloriari" bezogen
werden, doch sclieint beides mit praerogativis suis verbunden werden zu
müssen, wiewohl dies Wort gewöhnlich Fem. ist. Ganz ab w^ eichend haben
die lat. Tischr. „Magna ira Dei est Judeos ita profugos, hinc inde agitari incertis
sedibus, et in siimmo contemptu tam misere vivere, et tarnen Messiam expectant,
suas praerogativas gloriautur, contra quas Paulus summo labore pugnavit Rom. 2.
20*
-'lesLiJüi
309
308
Tu TndaPim es et circuiTic'isionem gloriaris etc. Rom. 9. Quonim est lep:islati(>,
Ju tus pa es 'tes^^ promissfonis etc. Die ;i<;utseh. Tis. hr. •»en ht. ,:ujz
ähS/^ber noch weitlUuftigcr in der Fassung. V^l U.m se.l colloq. I, 4.2 (Ln<U
d. S.), Rebenst. II, 220 «s Erl. A. «i2,:i54, Forstciu. u. B. IN ,«.H».
1173.
Glorias et titiilos Judeovum [431] reljcere ist S raul seer _
sawr worden Rom. 90, Nam si muiulns liodie adeo pertinaeiter Btat m
TZ^rqntlme omiü verbo Dei sedet in templo Dei, (,md feeis.en P
JudeFpro^ servando huo Jndai.mo? Es ist Paulo <,ar kein trend
t>-eweseu dieere'^, Eeee eouvertinms ad ^^entes.«)
"^ n Rom 0 4 n 5 2) RJmi. 11, 1^; K», H'., (ial. I, Ml ff. :0 Dafür haben die
snlit AWzS nnr nvollstiindij^ und abwcichena: Jlacc summa j^iona
ludeonin^^^ l^anU> se? sauer worden talia reijcere. , Nam vulem,^
Sruam difticile sit verbo contn; tictmu pap^ihim *" -l-l^^l'V ^ V; .;^^;^-
tum id gentesV Vgl. Bindseil colhMi- I, 4t..<, Kebenst. 11,220'., hrl. A. U-, .^>.>,
Förstem. u. B. IV,(ilo (Ende d. S.).
1174.
Si Judens essem, wolt ich mich ehe /u zehen ^^^;'\^'^fY2
lassen quam concedere ad Papam, Summa seandala prebuit Judeis
papatus.^
1) In abweichender Form Bindseil colloq. I,4n:^, Rebenst. II, 220«., Erl. A.
62,355, Förstem. u. B. IV, tili.
1175.
Pnto multos Judeos eonvertendos, si praedicationem nostrani et
interpretationem veteris Testamenti') audirent ^^^'V^^^^^^ ^^"^
tantum indurantur^^, quia sunt nimis praesumptuosi, Si "»V«ft ' *^.
Rabi detieeret, Da solt sich ein fallen heben, sie sind sehn
mude.^)
n Die kt Tischr conciones nostras et tractationes veteris testamenti",
die de tsd unse e P edigt wie wir die Sprüche im Alten Testament han<leln"
5 Die ht Tfschr irritantur, die deutsch, „macht man sie nur zorniger und
i^tl^ arri^r'' aNi^^^ „dan sie sint des herren (V) schir nuub ', v^rs audbc km-
Snst lon-a eiiim ista expectatio Messiae nauseam 0- \'. Veben russ) illis parit
die deutsc'h Tischr denn sie sind des Harrens schir mü.le". \ gl. Bindseil c<dlo«,.
^46^ Snst. 1, 22(;CErl. A. t>2, 355, 374, Förstem. u. B. IV,G1 1, H2S. Diese . Abs.
über die Juden von n. 1171-1175 gehören zusammen.
117G.
Si Johannes llebraiee seripsisset, non [432] fuisset usus hoe
verbo nnn, quod simul signiticat sermonom et eloqiuum, »ed verbo
ZI qim eloquium signiticat et prolationem, >t respieif) ad
Mo^'en, qui dieit, fiat^, M est prolatio, non res, sieut est m prover-
bijs»), Ego ex ore altissimi prodivi.
1) sc. Johannes. Vgl. n. 11 lü „et Johannes r^'^P^f i" ^!f ««'^"^^^^ wiinWr\'''l
-W Prov '> t'> Luther meint, wenn Joh. hebr. gesclineben hatte, s« wurde r 1, 1
l^,^"A >^yol etc. nicht das Wort nnn, welches Rede und Wort heisst,
sondern das Wort .nr.,< (status constr. von .px), welches Wort und Ausspruch
Mitteilung (des Wortes) bedeutet, getouclit haben. U^^^^
i\ lPt7tere Wort ffebr. hätte) we st er aut Moses hm, bei dem es litisst, r.s wtrac.
fvon dem A^yof^^^^^ die Wehschöpfung aus.) Ihuin liegt em Aussprucli
Gottes, nicht eine Thatsache, so wie es ff.
1177.
Nomen adonai, quod essentiae^) nomen est, ad Christum
pertinet, quia essentia trahitur ad Christum.^)
1) = Wesenheit {ovoia). 2) Vgl. die homousianischen Formeln Jx i
ovou«; Tov n«r(>Os. ytvvtji^tU ov nonjMc, ofwovoio^ uö 7iaT(>/", welche 325
Niciia ins (;iaubens]»ekenntnis aufgenommen wurden. Luther meint, das VV
zu
.>,riui ....- ,,.a.uM „...,... Ulfgenommen wurden. Luther meint, aas Wort
adonai (Herr) sei ein Ausdruck für ovoiu, ovoia aber wird Christus zugeschrieben,
also beziehe sich adonai auf Christus.
1178.
Creat(»r signifieat proprietatem Dei, Mit den leuten zu
schaffen haben. In omnibus linguis maximus thesaurus latet in
voeabulo proprietatis.
1179.
Aiunt Caesarem et Papam nune») convenire, Ideo orate, ut iu-
sontem Car<aum liberet^) a sanguinolento papa, euius omnia eonsilia
tluunt sanguine *), Si Caesar ab eo deliceret, statim hnniiliaretur, Aiunt
etiani (;alliae regem ab eo defeeturum, Auglus^) nune defeeit, Fer-
dinand us certe eum non esset defensurus, quia [433] pariter Euange-
liuiu impugnat et spoliat Papatum, Et tarnen bonus patronus pai)ae,
(luia ut pa]>a. inalam eonseientiam habet Si)ero autem in quinquennio
l\ipani invoeaturos^) Lutheranos, ut ei ferant auxilium contra pa-
trouos suos.
1) Wohl Ende 1532. Im Decembcr dieses Jahres kamen Kaiser Carl und
Papst Clemens in Bologna zusammen, um über ein allgemeines Concil zu verhandeln.
Vgl. hierzu n. !Hi«>, auch n. 794. 2) sc. deiis. 3) Vgl. n. 174. 4) \ gl. n. <*b.
5)'^Lies i n v o c a t u r u m.
1180.
Lutherani sunt optimi haeretici et benefici, qui hactenus
defendimus ])ai)atuin '), ^'isi enim nos prohibuissemus, ipsi papistae
iam devorassent pa])atuin. Neque ego invasi papatum, sed papatus
invasit Euangeliuin, (lui E.'^) impugnans se ipsum expugnat'^, Pabst
kund nicht fried halten, Wen ein apffel reiff wird, mus er
fallen, ob er gleich räum gnug am bäum hatt, Ita Papatus pro
suo Consilio la])sus est.
1) Vgl. n. 441. 2) = Euangelium. 3) Das Wortspiel lüsst sich allenfalls
wiedergeben mit bekämpfen und niederkämpfen.
1181.
Mira fuisset Tyrannis in i)a])atu et intollerabilis, nisi hominum
Conscientiae falsis meritis») deceptae, nitro servassenf-^), Monachus
enim [434 aut ^lonialis nnum folium carpeus in horto non habita
venia») damnata est, etiamsi alias totam regulam servasset, Euangelij
autem libertatem aut contemnunt aut ea abutuntur, Dignus igitur est
mnndus talibus papae Legibus.
1) sc. pai)atus. 2) sc. papatum. 3) = die ohne Erlaubnis dazu zu haben,
nur ein einziges Blatt im Garten abgepflückt ff.
310
1182.
Christianus semper orat, sive dormiat, sive vigilet, Cor eniin
eins orat semper, et siis])iriuni est magna et fortis oratio, Sie enim
(lieit^), Propter «•eniitum j)anperum nunc exurpun Esa. 11-), Sie
Christianus semper fert Crneem, lieet non sem])er eam sentiat.^)
1) sc. Douimiis. 2) Viülmolir Psalm 11(12), ('», wo die Viil^. hat: „Propter
miseriam inopum et gcmituiu paui>eruni nunc exurj^^am, dicit Dominus". :t) Vj;l.
Erl. A. 59,;r2, Förstern. u.P>. II, 25:i, wo sich das Obige ganz ähnlich findet.
1183.
Astronomia est improbanda, quatenus ])raedieit'), quid euicjue
futurum Sit, Est tamen probanda nt donum Dei, si intra tines suos
manet, Chiromantia vero prorsus damnanda est, Praedieere quidem
pössunt vates2), q^jv n^orte nioriturus sit inipius, novit eninr^ eonsilia
impiorum et eoo:itationes. Est enim prince])s mundi. Sunt autem du])lieia
Signa Temporum et Eventuum, Tenq)oris signa eerta sunt, (piia sunt
ex verbo.4)
1) Die lat. Tischr. bieten folgenden Eingang des Alis. , Astronomia versatur
circa materiam, genus, non circa tbrmani et spccicm, imitrobanda autcm, (luantum
futura dicere solet etc."* Die deutsch, dasselbe mit geringen Al)Nveich. bis speciem,
dem die deutsch. Uebers. InnzugetVigt wird. Dann heisst es weiter: , wiewohl es
nicht allwegen grade zutritl't, als milsste es so gehen und geschehen, wie die
Astronomi sagen, (lott will und soll allein Seh.'.pt'er und Meister und regierender Herr
sein, ob er wohl das (Jestirn geordnet hat, (hiss sie sollen Zeichen sein. Lnd so
fern sie in ihrem Zirkel Ideibt, dazu sie von Gott geordnet ist, ist sie eine schime
Gabe Gottes ff. 2) = Hier wohl Zeichendeuter, Wahrsager aus den
Linien der Hand. :{) Dem Zusammenhange nach ist das Wort diabolus zu
ergänzen, welches im Mauuscript ausgetallen ist, von den s])ät. Aulzeich, aber über-
liefert wird. 4) Der Sinn der letzten Sätze (der Schluss.satz fehlt in «len spät.
Aufzeich.) scheint folgender zu sein: ,Es giebt zweifache Zeichen, Zeichen der
Zeit und der Erfolge d. h. Zeichen der Gegenwart und Zukunft, die Zeichen
der Gegenwart sind siduT, weil sie nach dem Worte (tottes eintreten, wäh-
rend die Zeichen der Zukunft unsicher siu»l, weil sie auf Astron oiuie und
Chiromantie beruhen. Wenig verständlich haben die deutschen Tischr. die
Schlusssätze in folgender Form: „Driimb sind zweierlei Zeichen, die Zeit und der
Event, was für Wetter werden (V), und wie es einem gehen soll." Vgl Hind-
seil colloq. II, 140, Rebenst. II, 1 K»'', Erl. A. (;2,:{l\ Förstem. u. li. IV,r,T4. n. 1^7.
1184.
David eum adulter esset, ^^lonatur tarnen, se omnes 14:^5) volun-
tates Dei feeisse, ])uta in ])ublicis rebus, IJeUa enim oninia g-erebat
seeundum mandatum et voluntatem Dei, Item et de ])rivatis') intelli-
ptur, non de praeee])tis Deealogi, Velut etiam intellii;itur, eum dieit'^),
Elii;am mihi Ke^^em seeundum voluntatem meani. Cum Sau lern abij-
eeret Dens, quod Keg:em Abimeleeh-^ non oeeidisset, tamen David
adulter et homieida.^)
l) sc. rebus. 2) l.Sara. !<)'? :{) Die Lesart ist nicht richtig. Entweder i.st
Amalec oder Agag zu lesen. l.Sam. 15. 4) Hierauf winl sich beziehen, wenn
es bei Kindseil collo(i. II, 24r), 247 un vi)llständig und ganz ab we icliend
heisst: ^Kegem mihi eligani, <\m faciat omnes voluntates meas. Dens hic hnpiitur
de Davide. Cur Said magis videtur contra voluntatem Dei feeisse eo, (iu<»d ii«»lebat
regem Araalec occidere, cum David et :idulterium et homicidium commisissctV
Kespoudeo. Hie locus debet accipi de privatis Dei mandatis, non de Dccah.go.''
311
Der Aufzeichnung des Cordatus liegt folgender ^^^^f^^^^^f^^^^^^^,^^^^^^^^
Kii(\« uou abiectus est.
■ 1185.
Quidam fiu.atieus ita argt^ •) adversus me, NuUi iusto est
Lex i.osita, Adam fuit iustu., Igitur Adac non tuit j^ex po-
'ii^i et sie volebaf^) tüllcre i.eceatum orignialc, scd maior') est
vitioia Iiltelligitur tantun. de iustis „ost la,.su,n; , sive de Decalogo
intelligitiir, noi. de preeevto ^) Adae in paradyso.'-)
i) - ar.n,m..ntatur. Di.' <\cutsoli. Tisc-lir. „Einer wollte die Erl)siiu(lc auf-
,..,K.,. l;riSr „iesc zwei Ar^nn.^'; D ^^X"',) ÄluscrÄ
i,;, l-aralliesc gab. VoQ\kh ist die Argun.cutation jenes lanat.kcrs talsch.
1186.
\niio ir.27 Sabbat., post visitationis') liora C, pomevi-
,li„,a i -ipiobat auris iinistra tinuirc, stgu.nn syneopis,
le e.- at rns a .uensa recedeba.n et aseendebam eubuMi-
, et vi .s,,uan, ingredior, eado [W.| et elamo ad 1). Jonam,
•„u se.,nebatur. ut a.,ua me reerearet. oder ,eb w.nde ve -
ob • n ete. Kg- paratus eva.n movl orabain pater io«t/>; " -
mine in f.,r.u-ei Miserere ete.»). sed pracoptassem fundeic
sanguineni pro verbo veritatisJ)
, 1- : .if.,»i....i« Miriae il li. am S.>nnabcn.l nach <ler
i\ — Dost dien» visitatutnis ,>i.iri.i., u. u. ;"■ ,, ,_., .,.,
eimsul-lmii^ Maria l^- .^"H)- .^1-, Ant^^^/J;^ 1[;^V, nach Kosthn II, l ,2, i>4.i .ar
2) Fsalm(i. ajPs. 0,2- ^) ^ S^- »• ••^'^•
II
es der <*>
1187.
Confitebar Cbvistnni unnm esse et verum Dcnm nos sal-
vtnten. e r «abatn. ut Uae h..ra .•um suo saneto spintu vellct
i', sse nore.ti, Memini etiam me qucstum esse, mn os
langMÜnem tudissc pro Euangelio-), vnd das .eh sein n.eht
werd were, dieeiis, Tamen fiat voluutas tua.
I) Vgl. n. llbö Note 4. n. TOS.
jÜTiSii^ii.- .'«■feV^.MJ^ :^ift.fKäJ^£-1iai*tsatii.
ag.J^6iA-^».-.j.-u'4i... »:biii.«'3tjMtrtiifie
312
1188.
Acciirrens tum D. Augustinus'), t'ovens me etilidis fo-
mentis bene iuvit me. Et ronierano-) olnjciobam»), quod
milii ]\ov die dixisset Absolutiojiein, de (jua ego eerte «,-aude-
bam vnd trotz d rauft'.
1) Dr. Augiistiu Schürf, Arzt in WittenbiT^, <U'r r.nuler dos l.ekiinnten
Juristen Hierouyiiiiis Schürf. Vgl. n. Il(i^>, Note 2. 2) .sc. qui itcni accurnt.
a) = entgegenhalten.
ecordor etiani me exliortatam») esse uxorem meam, ut
vohuitatem Dei voluutati sueiaret, ueque ita t'leret, si
1189.
lleeordor
s u a m
milii esset moriendum, vnd wult sieb rieliteu naeb ^utts wortt.
1) Lies exliorttituni.
1190.
In boe ])aroxismo e(»r]K)ris [4:i7| (|U(M|ue maxiuia') spiri-
tualis tenqjtatio ])raeeesserat, nnm(|uam eessavit orare, quem-
admodum dixit l). Jonas, et saepe dixit. Kiat voluntas tua,
0 wie werden die sebwermer ein .lamer ant'aben naeb mei-
nem tod, leb bett noeb de Haptismo wollen sebreiben, (lott
bette vbm für viel ander tausent grosze ^-aben j^-ebenn, Wens
G.-) willen were, wolt ers noeb lenger seinem volek gern mit-
teylen.
1) Wolil besser lunzustellen ..nnixinie (piixine tenii)." 2) -= (Jottes.
1191.
Inter alia depreeabatur leiebtfertige wort, (luae sepe
locutus esset ad fugandum ex eorde moerorem infirmac
Carnis suae, non mala eonscientia»). et ad nos'^) eonversus
bortatus est, ut testes essemus, sc adversus Papam seripsisse
de poenitentia et iustifieatione, necjue unquam revoeasse id
quod sciret Dei veritatem esse. Item dieebat, Joannem Euan-
gelistam etiam bonum ae fortem librum^) serii)sisse eontra
Papam, mortuum tamen seeundum voluntatem Dei non fuso
sanguinem.^)
1) sc. non quae mala conscientia locutus esset. 2) Ks sind wohl die
anwesenden Theologen gemeint, Jonas, Pommeranus und vielleicht auch Co r-
datus selbst. Vgl. weiter unten. A) Die Apokalypsis. 4) Lies: non tuso
sanguine.
1192.
Deinde seiseitabatur, ubi filiolus suus esset Jobannes»)
[438], quo allato arrisit et dixit, Mein lieber szon vnd liebe
Kete, leb lasz eucb niebts. Aber ein reieben Gott'-) Habe ieb,
qui est pater pupillorum et iudex viduarum, Den lasz ieb
eueb. Er wird eueb wol erneren, Deinde, eum -spe») cale-
facti pulvilli ei fuissent oblati, dieebat, paulatim vires
redire.*)
313
1) Luthers Sohn Hans war damals etwas über ein Jahr alt. 2)^^^' "v^?^*'
3^ So die Handschr. fehlerhaft. Es ist zu lesen v^P^^ «T^^^ -iinn/ dlf.
ill!:^ U>s"ze von ns(r--n.2 bihlen eine ^^--^^-^^{^^^[^tfen^g
einen KranklK-itsanfall bctrilVt, den I^"ther nu Jul 1..2, cd . ^m , S^ m^^^^^^^^
.Icsselben tiu.lct sich in den si.iteren deutschen lishr. \^^ ' ^, /X[^/^'^^^^^^
hallischen Handschr. der lat. Aufzeich, bei llmdseü ^'«>11<>M- IIU/''^'" ^^ *;^"^. ^'J^^^
Vw.fnris Martini Lutheri agonizantis oratio sabbato post visita-
H oni Mariac a Von^^^ cullecta^ während Kebenstock II 21 > m.tdennor-
^^ly^mis u, illius, anuo 27 sabbatho post visitat1<niis ^'^^nae -de nonu
Tmn.mi -erminicuni Viteb. et tertium Tomum (ierm. Jenensem tolio IH aut
1 L^edruc^ Werke, hinweist (richtiger jedoch Luth. ^pera Oe uk
V teb\" .lenens. Hl, lOla), wo sich <lcr Bericht <ks Jonas g^^^^^
V iTcu. *:V- ^ ' j ^j Djirstellung bei kostlm II, nitt. Die
r'sl.' ar K n ; '.^ll'uiVs.hr. wW.l,t in .Ut Form f^,i-' ' " c 1. von < er
.l.'r '»n latus ;il. «äl.ron.l .li,- Ih.ni, ttl.atsa.lien ul...r.>nistinnn.>i.. Aue i la
' ).trs 'u , .' ' lumls.il s.l,r virl uusn\l,rli.-luM- u.wl writsclnvo iK.-r. ( 0 üa »s
rr ;* "mt ,m (len Knmkl,..itslall un.\ ,l.sscn V.rl.ml selbst, viele ••."'^-'l '^•> ;^
Si; -^^'Ti^r Est -i,.:i";:^i,i t. ;);ni^!s:;t'':as.Äf ä
l,.s 1,; ein \v.."-.„tliel,er luter'selne.l -v-elam Uer urspri, , glühen ;, i; -;'"^;^^;^ -
i::^::.iile'!^:srfSi;.;^'ties!:' wr :;;i"i v: j^^
(■il,.n W'inn kann aus «leni Inlialt.' nielit geselilossen werden. A lelleulit J-uile
"t. / ri .äel,.e ist en.lliel, noel, l'olsen.les: n. lim., Hill, 'l'" ">"*'«;" f ,;™
Iteriel, , es or.l. an-eseLen wer.len, lur .Icn. wie aus den ^\ orten von nUW
,nouKU uo.lun. dixit 1». .lonas", iK'rvor.usehen sehe.nt .lonas se n ^^^^
•; Irsn.ann war. Doel. kannte .lonas aue , "'"• 'J''^"';..,^'^., ''"i; „^ ut Vi' io. e^^
sollen, also hier tur das „nuuu|uan. eessavit orare" ^V :.' L^ we l'n ^^u o^^^
' ;;:: ^;rV^;?:^'v"Är .^f ■-; 'ir;!i:ver::^ri,Äur^^"' 'Ä
;^!;;li;'^;en;Ä,en,.lassanel,C^.rd>t.nsda,na^
^"'l^:;r ..r-den':;:^;. VldSh. k!r ^«^d rord;U,,s.als .esprael.. ..d Tisel-
genösse Luthers gewöhnlich nicht genannt. A gl n. M, -.>, IH, lll ,111 n.
1103.
riaudum vidi generare elaudos pueros, Volunt iungi "»j^trimonio
vnd maeben das land vol betler. Man sol sie ausbeilen')
plVigen das land, nee quieiiuam aliud eurant quam ut impleant^)
suam volui)tatem.-*)
n Die hallische Hdschr. ausschneiden. Cord. Lesart ausheilen = ?riind-
1194.
Fkklissinuim ain...nlium est C^auis. m'". Foxjme aemlit ad
ter eonversatiir cum lioniiiie, (luein eurtodit fKlehter, bi lo(iuela ei An
g.tt3*«!toWflfct:^ jeLgBijac^äL^ik rfe* aMfa. TA-'i.^l.^-'i-^f-S
■langaag.iai- f-^tsi£ne>i!£ii,jä^^
vUVMHk^
314
retur, quid caüi deesset? Sus autem [439] plane stupnim') est aiäP)
indocile, Das nichts lern den^) Dreck kennen, In loco sancto et
mundo non manet, cenum amat.^)
l)Liesstui)idiini. 2) = an i mal. Viellculit et indocile. :i) = als. 4) Nur
bei Bindseil colkM]. II, 107 lieisst es abweichend: „Fidelissinui aninuiliiun sunt Canis
et E([uus, praecipue canis est sagacissiniuni, qui vero in|rcniiini habet liumanmn,
tacile rem percipiens, verbaqne liumana intellif::ens, si lü(iiü gösset, tacile cum ho-
minibus conversaretur. Sus autem stupidum plane et indocile animal lernet nur
den dreck kennen, etiamsi in loco aliquo sauciata(V) est, tarnen eo mox redit".
Im Vergleich zu der einfachen und klaren Aufzeich, des Cordatus sind
die letzten Worte der hall, lldschr. ganz unverständlich. Wenn es wenig-
stens „etiamsi in loco alio saciata sit, tamen mox eo (d. h. nach dem Dreck)
redit" hiesse (was auch vielleicht in der hall, lldschr. stehtV), so würde
ein angemessener Sinn gewonnen werden. Dann will Luther sagen: „Mag sich auch
die Sau an einem andern Orte vollgefressen haben, sie kehrt doch zu ihrem Dreck
zurück".
1195.
Quod Pa])istae nie odiunt, non miror. Ich Habs wol vnilj sie
verdint, et Christus Judoos civilius ccMripuit') <|uani c^^o pa])istas,
et tarnen occiderunt-) euni, Sed ])utavcrunt=^) se Christum occidere
secundum Le^^em suam, scliadct aber nicht^), Qui et e^^o olim in
extremo die locuturus sum cum rai)a et expostulaho^), (piare impuj^net
verbum Dei et Sacramenta eins.'*)
1) Die spät. Tischr. arguit und strafte. 2) se. Judei. :t) sc. Judei.
4) sc. quod me odiunt. Die si)ät. Aufzcich. ganz abweich, „et tamen cum
occiderunt. Ideo secundum suam legem iure me perse(| uu n t ur, sed
secundum Dei legem et voluntatem videbunt, in ([uem t ransfixerunt".
.5) = iiiid ich werde mir dringend eine Erklärung von ihm darüber fordern, wes-
halb tV. Lies quin et. (») Abweich. IJind. III,2(1>, Erl. A. (i(>,24:t, Forst, u. 15. III,22(i.
11 90.
Papa occidit Sacerdotes, quod Sacramentum coniujjrij, quod in-
stituit Dens, incuni et similiter facit contra (^inonos^ suos, (piae') tan-
tum praeci])iunt tales ab officio susiiendere-), Ita D. (i.') pro])tcr Ver-
bum et Sacramenta homines pellit sedibus suis, Kr hatt zu Ostnit/J)
10 hausveter mit 37^) kinder veria^-t, Derer seuffzen vber
ihn wird schreyen [440], Sicut dicit Ecclesiasticu s»>). Die treuen
der widwen fallen vnter sich vnd steigen doch vber sich.'')
1) Lies qui. 2) Vgl. n. 5.V.), r.OU. :<) Dux (ieorgius. 4) Lies Oschatz.
5) Die spät. Tischr. 27. (>) Eccles. :t5, I**. 7) Vgl. mit obigem :\bs. n. !){!», wo
angegeben war, dass 11 Hausväter aus Oschatz vertrielien worden seien. Die spät.
Tischr. im Einzelnen abweichend. Vgl. Hindseil colhni. III, 2«i;{, Krl. A. (»(►, 24:i,
244, Eörstemann u. B. HI, 220, während sich n. WM) anscheinend nur bei Cor-
datus findet.
1197.
Licet Waldenses pro])rie nesciant distinctionem fidel et ope-
rum, reden doch geschickter davon den die Pai)isten, llaec
dictio formaliter') est veneno pleua dictio cum-) vocabuh» fidci et
detiuitione eins, et hoc contendit^^), opera cum Hde iustiticare, et iidcm
tantum operculum^) esse operum et fundamcntum iustiticationis, In
ista opinione fuerunt multi patres, et Johannes Huss hie hesit,
315
liberatus tarnen ante mortem, Oravit enim, 0 fili Dei vivi, qui
passus es pro me, miserere meil Totum habet^), qui hunc arti-
culum habet.<^)
n Die spät. Aufzeich, „haec vox Formato"(V) oder „das Wort form ata."
•>) = „In Verbindung mit", ebenso gleich hernach. :<) = Und dieser Ausdruck
geht darauf hinaus, dass IL 4) = <ler Deckel. 5) = der hat das (,anze, wer
diesen Artikel (sc. de iustiticatione per Christum) hat. (i) 1»» l;^i"f|'l);eii abweich.,
sonst ähnlich IJindseil collo(i. I,4is, Erl. A.Ol, 5S, Förstem. u. B. Hl, .is3.
1198.
Falsi Theologi et Juristae Organum sunt Satanac et per
([uos agit, Per ilh)S enim mcntitur, per hos autem occidit ins(»ntes.
1199.
Quamcpiam») Juristae plures occidant^) quam Theologi, qui
tantum ])auc(»s mendacio occiduiit-^, Juristae autem rcgnant totum
mundum, (piem totum occidunt impijs legibus, |141| Eincurus Do-
minus eorum, cpii vere regnat in bdo mundo, non curat nequc bonos
nciiue malos praedicatores, Juristae autem expellunt eos regionibus.
I) = ludessen. 2) Als couj. potent, zu fassen. :{) Luther meint, Theologen
können mit falscher Lehre die Leute geistig morden.
1200.
Dens det gratiam suam, ut haec praesens Visitation
melius procedat quam illa prima'^, qua fere pro verbo et
ministris nihil actum est, sondern es sind allein die geist-
lichen guter gefasset-^, ne ad se omnes^) raperent nobiles,
cives, rustici, Wittembergenses ita convasaverant'^) omnia,
(juod in summa tantum li) florenos annuatim haberent, Nos
autem tandem invenimus GOOO heuptsumma.'*) Sic Zuicca-
viani^) etc.
1) Diese begann Ende 1'>:r2 und zog sich bis in das Jahr 15:^5 hin. Vgl.
KlWtlin II 27^ •><! Ü'. 2) Sie begann Febr. 1527 und zog sich mit Unterbrechungen
bis' in den Anfang des Jahres löiio hin. Vgl. Köstlin IL2!itf. :\) Wohl im Sinne
von fiir Staatsgut erklärt. AVas hier bereits von der ersten ^ isitation m l.ezug
auf die Einziehung des Kirchengutes berichtet wird, wird gew(">hnlich erst als em
Erfolg der zweiten bezeichnet. Vgl. Köstlin II, 2s2. 4) sc. nobiles, cives etc. o) conva-
sare =^ zusammenraffen, zusammenpacken, eigentlich m ein Oetass zu-
sammen werfen. Luther meint: ,So hatten z. li. die Wittenberger alle Kirchen-
«Miter an sich gerissen, weil sie nach ihrer Ansicht nur im (lanzen 1<> J'jdden )anr-
Hchc städtische Einkünfte zu haben glaubten. Wir machten aber schliesslicli die
Entdeckung, dass ihre Einkünfte sich jährlich auf ('.(KIO (iuhleii belleten. C) = i otal-
summe. 7) = So haben es auch die Zwickauer mit dem kirchengute
gemacht. Vgl. auch n. s«)'.l.
1201.
Cum Christus ali(iuid hnjuitur, promittit et minatur, szo gilts
himel vnd erden, zehen weit dazu, tanta est authoritas verbi Dei,
Quod Sucrmeri non expcndunt neciue ra])istae, Imo rident dicentes,
Glauben, Glauben kau ich nicht mehr |442J predigen den die
316
X gebot, et impediuntur ») mit furwitz^), Ideo nonnumquam dieunt,
Wiltu nicht einst hören, was wir sagen?»)
1) sc. den Glauben zu predigen. 2) = wegen ihrer vorschnellen Klug-
heit. '6) Vgl. n. 7(M>.
1202.
Oiunes homines vult») salvos fieri*^), id est in qnaeunciue conditione
sunt, Drunib sehe ein yder zu, wie er in das Omnes kome.
1) sc. Christus. 2) Dieser einzelne Satz Hinds. II,2:t7, Erl. A. 58,257,
Förstern, u. B. 11,81.
1203.
Gott ist der armen funuundeO et proeurator, quod ego
certe experior, qui longe plura consumo quam ex Stipendio
haheo'-), Neque hactenus (luiequam scripsi aut legi aut pre-
dicavi nisi gratis»), 200 florenos enim, quos habeo a prin-
cipe ex gratia eins habeo et accipio.**) Satis habet, qui
Christum habet^), Ideo nolui pro pecunia (luicquam tacere,
wie wol ich reich bette mugen werden. Ich wolt gelt ge-
schindet haben etc.^)
n Mittelh. der Vormunde, althoch. foraniundo = der zum Si-hutz Vor-
gesetzte, Vormund, protector, testor. Diet/ 1, 752, Weigaud II. I(i25 \ gl. Kuangel.
von den zehen aussetzigen 1521 Cüj" ,weil er denn hierinn nicli das seme g.'-
sueht. sondern mundlins notnrft als ein trcwer turmunde\ Mit diesem erste
Satze vgl. IVmds. III, 2(M>, wo es heisst .Aber vnnser herrgott inuss der narrcn_(_
fnrmuudt sein." 2) Derselbe Gedanke n. 1057, das (.egented n. 414. •<) n. ..o
hiess es ähnlich .deinde quod ego tacio legendo scribendo, praedicando gratis
f'icio" bei Binds. III, IMi liest man in einer spiit. Tischrede des Jahres !.).{•> .Aber
da mir gott tzuvor kam per Electorem, so habe ich alle meine Icbetage kern
cKcmplar verkauf noch lection pro pretio gehalten, wiel auch den rühm wils
ijott, mit mir ins grab nemen. Habens victum et amictum contentusero. 4) V ou
200 Gulden Gehalt, die Luther bezieht, ist öfter die Kede. Agl n -.(), linds. 111,
15<) ls(l, Kebeust. II, ISN von 300 (;., die er seit 1532 hatte, wird l.mds. II. 2M ge-
snrochen V^'l n 1057 Note 2. 5) Vgl. n. 444 ,me suum ministrum Dens nutriet,
Das hatt'er bisher (wohl vor 1532) an mir be^vysen^ Binds. ll,2sl .«^^.f j^t ^^f,;
gnug, vnnd der segnets" (wahrscheinl. aus d. .1. 153»»). \ gl JUjeh B. III, M, (auch
ausd. J. 1539). (;) Obiges kann von Luther Ende l.>32 gesprochen ^^'["'/^ij ^'^l »;;>;
höhun«' seines Gehaltes von 200 auf 300 Gulden durch den kurtursten .oh. 1 riedrich
erst cilie Zeit lang nach dessen llegierungsantritte erfolgte, während oben noch von
200 die Kede ist. Auch ist zu beachten, dass n. 1203 und "• ';>'^';.^^'«;\!'^ ^^"^ ^"^^
\eusserungen zu thun haben, die wahrscheinlich m dasse bc .lahr Lj32 lallen von
Luther erklärt wird, dass er mit seinem Gehalte nicht auskommen konnte, wahrend
er n 444 das (^.egenteil (wahrscheinlich 1531) versichert. Dieselbe \ ersicheriing
endlich an den vorhin angeführten Stellen bei Biudsed aus d. J. 1530.
317
papa cuius doctrina medullas adeo pertransivit. iit syncens auribus
Christum non audiamus Salvatorem, Nostram iusticiani videmiis et
sanctitatem, et mirum, nos credere baptizatos esse, quin et Christianos
esse et non credere nos sanctos. Tn Bai)tisino enim peccatum nostrum
damuatur et donnmur iusticia Christi, et non credimus, nos sanctos
esse redditos, Homines, (luatenus sumus, ea tenus peccatores sumus,
sed quia bapti/ati sumus et credimus, sancti sumus per Christum. Ita
res]>ondebat uxor.')
U Nach dieser Lesart würde also Luthers Frau alles von (luomodo
sancta an bis per Ghristum gesprochen haben, was durch den tolgenden Abs
betätigt V rd,\viewc»hl <r.c Worte Von adeo vitiavit an bis zu Ende Luthers (kjist
• thn en Vl'I n 1 14s und die folg. n., auch n. 15 -IS, 140, 254 wo sich ähnliche Er-
iSungen wiedeH.olt finden. In den W>ät. Tischr. besteht die AntwH»rt Kethes nur m
dem einem Satze ,Quomod(» possum esse sancta, (juae maxima peccatrix sum ^ AUes
an erTwid ann Luther zugeschrieben, auch weicht die Darstellung der lat^ sowohl
wi der dm^^^^^^ Tis.hr. narh Inhalt und Form gänzlich ab. Das Einzelne
^i^zumhr.^, ist nicht gut mi^glh-h, man -''-tesoiv^t die Fassung (U.siki Aulz^
vollständig wiedergeben. Vgl. llinds. colhni. 11. Iv», Kebeust. II, 130>', Erl. A. .>.»,4s
Förstern. n.B. 11,204, 205.
1200.
Ouin et Christianus totus sauctus est. Den wen der Teuffei
den sunder wcgfuret, wol«) blieb der Christ? Ideo non valet
uxoris meae distinctio'^), Qui firma tide haeret in Baptismo suo, is
vero sanctus est totus, Sic David vocat se sanctum^), Papistae non
capientes articulum remissionis peccatorum [444] hanc sancütatem non
possunt credere neque intelligere, Ergern sich nur, quaudo a nobis
talia audiunt.^)
1^ Lies wo 2) sc. nos, quatenus homines simus, peccatores, quia
baptiza tsimus", sanctos esse. 3) Psalm SO (S5), 2 : Custodi animam meam,
mni' n sanc US sum (Vulg.). 4) Die spät. Tischr. verbinden n. 120 . mit 120.>.
tirverbh ug wird bei Bindseil durcl! folgenden Zusatz hergestellt : .Vxor
aitem M.Antonij Lauterbachi.j interrogata respondit, se esse^sanctam
in (mantumcTederet sed peccatricem, quantum homo. Immo respondit D. Martinus".
US abweichelid weiter: .Christianus est ^otus sanctus, dan
V. 1 der teuffei den sünder wcgfuret, wo bliebe der Christe. Ideo
lia d stinc o non valet. Tenendus est igitur Baptismus tirma tide
unc erimus sancti. Ita David Fsalmo so se sanctum appellat, sed
iVane sanc itatem papistae intelligere non possunt, quia articulum
remLssionis peccatorum non possunt capere. Da mit l'«jben sie sich
vex e?it vnnd geergert\ Ganz ähnlich auch Uebenst. Die deutsch, lischr.
Ithnmen bis zu den Worten .sanctum appellat^ mit den lat. iiberem, weichen aber
abTBez g auf den Schluss,\len sie auch an anderer Stelle bringen. VgL 1^^* «•
eolloq. II, ls«J, Uebenst. II, I3P., Erl. A. 57,47,4s, Förstem. u. B. II, 2bD, Erl. A.oO,bS
(Abs. 2), Förstem. u. B. 11, 2so (Abs. 3).
1204.
ist m
Si quis res habet huius mundi, dicerc potest in mundo. Das
iciu, sed coram Deo necesse est. ut dicat. Cot, das ist dein.
1205.
Cum semel interrogarem [448] uxorem meam. An crederet
se sanctam esse, diu meditata respondebat: Quomodo sancta
esse possum tanta peccatrixV Adeo vitiavit totam nostram naturam
1207.
Lieber sag mir doch, Wie es doch Oott mit yns machen
soP) Legem dcdit, et peccatores esse nolumus, <\ratiam dedit |)er
Euaugelium et remissioncm peccatorum, et nolunt credere. Er pteittt
vnd weinet, noch hilffts uicht^). Noch heists, Justus ex fide
vivit^), Ideo qui credit est sanctus.^)
n Die spät Aufzeich. ,Ah, wie solls denn Gott mit uns machen?" oder
.wie 8o\s doel^ vnnse" Herrgott mit uns machen ff. 2) Die deutsch. Tisehr. ,Er
318
pfeife oder heule, er singe süss oder sauer, iioeli kann er uns nielit bcwcfjen".
;{) liabac. 2, I ff. 4) Die deutseh. Tisehr. abweichend und mit Zusätzen, die hit.
dem Obii?en ähnlieher. Vgl. lÜuds. coHo.i. II, lsr., IsT, Kel.enst. II, l.tl '«, Erl. A.
5!), r.s, Förstem. u. H. II, 2su, 2si
n. 12ur> 1207 j?(rlir)ren wold zusammen.
1208.
Fides iion (lecM])itur, veliit si occulti Sueniieri dniit aluMii
Cliristiano roji^anti Sacramciitiim taiitmn paiiein et viuuiii, llliuH
08 certe deeipitur, noii auteni tides eins.')
1) Mit diesen wenic^en klaren Worten vjrl. folgende Fassung der <leutsehen
Tisehr., Erl. A. :»'.>, H>T, Fürsten», u. 15. II, :M(>: ^Als Doetor Martinus Anno ];'):{! ge-
fraget ward: Wenn ein Diener der Kirche (»der Frediger gar ein böser 15ube wäre,
ja %ir ein Ei)ikurer, der da glaubte, dass er im Aliendmahl nichts reichete denn
nur^'Brod und Wein, und die ganze Kirche, da er Ffarrherr wäre, doch glaubte,
dass sie im Abendmahl den Leib und <las F.lut ('hristi em[)fangen: ob man da auch
den wahren Leib und Blut Christi emptingeV Darauf antw(»rtct er: „Ds deeipitur,
tides nou deeipitur (!!)".
1 200.
Mag:na est anji:ustia eordis lnniiain>), (pia d(Uiatain a Deo
gratiam non ])ossit reeiperc, Hine prodit illa eaeeitas, qua"^) seiinus,
nos habere verl)uin, esse hai)tizat()S, Ktiainsi tidem liaheamus, tarnen
cei-to [445] statuere non ])ossiinus, nos sanetos esse, Itenr*) qnod pa-
timur, eitiiis nos Christianos diei, (piod lon^-e angustius est, <juani
sanetos^), Vestes et nioilua vasa^) potiiinius dieere saneta, Christianos
vero non aiidenius dieere sanetos, In qualitateni respieinms, et sanetiini
esse non putanius nisi (pii niiracuhi faeit, Aiij^^etur haee inüdelitas per
papani. qni tantuni niortnos voeavit sanetns esse. Kt Zuin^Mins
amovet nos ah o])inione sanetitatis, voeans .lustuni et Justieiani fruni
vnd fromkeit, (pio fit, ut statini ad o])era hona resjneianHis.'»)
1) = Die Engherzigkeit der Menschen. 2) So die Ilandschr. fehlerhaft tür
nuanuiuara. Der Fehler entstand, weil über qua «lie Zeichen der Abkürzung
vergessen wurden. it) sc. hinc prodit, cpiod ete. 4) Luther meint, die Eng-
herzigkeit der Menschen hat ferner zur Folge, dass wir uns eher Christi'.n nenn«'n
lassen, was doch weit herrlicher ist, als heilig. r.) = Totes (lerät. Im
Sinne von nichtig, wertlos. Auch wir sagen totes (iestein un<l meinen
das wertlose im (iegensatz zu dem erzführenden. Die lat. Tisehr. , vestes et
mortna (V) sancta appellare possumus (i)otuimus)% die deutsch. „(Jeweihete Kleider
und todte Knochen und Beine haben wir können lu'iüg heissen" oder >eilige
Kleider, todte Beine und anders mehr\ Nach diestT Lt'sart der deutschen Tisehr.
könnte 'man glauben, dass Luther vielleicht ursprünglich gesagt hat „vestes et mor-
tua ossa^ ti) Die spät. Aufz. abweieh. , Fromm und Frömmigkeit. Also siehct
die Vernunft von Stund an auf die Werk, nändich, dass, wer gute Werk thut, der
sei auch für (Jott gerecht und fromm", oder „Fromm und frömmkeit, welche Wort
am meisten sehen und gehen auf <lie Werk\ Binds. „ita ratio tantum et nu)x (V)
resi)icit in opera^ Kebenst. verständlicher „Ita ratio mox respicit in opera\ Vgl.
Binds. III, r,l, Kebenst. II, 14:Jb (Fnde d.S.), Erl. A. (H, 12(J, 127, Fi)rstem. u. B. IV, 2,
ferner Binds. 1,57, Kebenst. I, .'i.U, wo sich den ersten Sätzen des obigen Abs. ahn-
liche Gedanken finden. Den ganzen Abs. haben die deutscheu Tisehr. auch Erl.A.
58,400, Förstem. u. B. II, 194.
1210.
Nos vohimiis manere in iustieia ])raedieanienti relationis
et non qualitatisO, seilicet Das vns gott für fruni vnd gereeht
halte, Dafür können wir vns nicht halten, quia iudicamus seeun-
319
dum sensnra, Non iudieamus seeundiim fidem, quae est nostra iu-
firniitas.2)
1) Binds. III, M, Kebenst. II, 144« „in iustieia relationis, non qualitatis",
die deutsch. Erl. A. Ol, 127, Fi»rstenh u. B. IV,2 „in iustieia relationis, non
qualitatis", Erl.A. r>s, 4<M , Förstemann u. B. II, UM „Wir aber wollen mit
dem Wörtlin (ierechtigkeit" bleiben in praedicamento relationis, non
auf uns bezogen wird, nicht aber uns inne wohnt^ So würde derselbe Sinn
herauskommen, welcher <ler Lesart der spät. Tisehr. zu Grunde liegt. 2) 1
deutschen Tisehr. mit Zusätzen, die lat. ähnlich. Doch fehlt der letzte Satz in all
2) Die
en
<pät. Aufzeichnungen.
1211.
(Miristiani senq)er o])erantnr iKniuni, ((uia i)eeeantes resiirgunt,
enni eontrito eorde glorifieantes Deuin de ])oenitentia et orantes, ut
deineeps') |44r)| fiU'tiores faeiat et eustodint a talihus lapsis. Ii)sis
])eceautihus eerte s])iritus reeedit, sed statini orant, Redde mihi lae-
tieiam Salutaris tui^), Petrus nej^ans fiet, Magdalena laehri-
matur ete.^)
j) = F(,rtan. 2) Fsalm :>! (.")(►), 14. :<) (^inz abweichend und un-
vollständig Bindscil colloq. III, ".2 .Ghristiani igitur omnia iusta faciunt, etiamsi
peccent, attamcn resurgunt, sed difHcile est credere. Cedit quidem Spiritus sanetns
a lapsis, sicut in Davide, Petro etc., sed mox iterum resii)iscunt et orant: Kedde
mihi laeticiam salutaris tui." Fast ebenso Kebenstock und die deutsch. Tisehr. Vgl.
Kebenst. II, 144", Erl. A. Ol, 127, Förstem. u. B. IV, :t, Erl. A. r,s, 4(U, Förstem. u.
B. II, HM.
1910
(Miristianos. (pios ]»eeean(h> amittit Christus, rursus querit et
revoeat, tantum eredamus. Summa eniin res est lides, sed quae exer-
eitio, ])aeientia, tentatione et ])raetiea diseitur.^)
1) In der Fassung der spät. Tisehr. ist dieser Abs. kaum wieder
zu erkennen. Bind seil und Kebenst. wenig verständlich und unvollständig:
„Er l;at ihn verloren, er fodert ihn wider", oder „Spiritus sanctus amiserat (V), petit
autem et orat, amissum Spiritum sanctum redire^ Ebenso Erl. A. Ol, 12S Förstem.
u. B. IV, .'{. Dagegen findet sich ebenfalls abweichend, aber etwas vollständiger
Erl. A. 5S, Kil, Förstem. u. B. II, UM: ,Er hatte ihn verloren und fodert ihn wieder.
Darum ists ein gross hoch Ding um den (ilauben, welcher getrieben und geübt
wird allein in Anfechtung und Practica.'^ n. 12(M)— 1212 gehören inhaltlich zu-
sammen.
1213.
Non disting:uamus fidem et si)iritum sanetum, quae est ipsa
eertitudo in verho, sed non sine verho, sed i)er verhum eontingit.')
l) Vgl. liindseil colhKi. 1, 57, Kebenst. 1, .'{ii^s Erl. A. 58,375, Förstem. u.
B. II, 175.
1214.
NuUam hahent eertitudinem, atque ideo nee spiritum sanctum
omnes Painstae, Tureae, Sacramentarij, cpiia id quod affirmant
hahent in sua eonditionali iustieia, non in verho, Faeiant multa opera
hona, paeiantur multa, multa hxpiantur puleherrima, tamen sunt et
ffMi[ii1iftliii%iainiiMM;fra
320
maiieiit [447] in dulntatione. Wer weisz, ob es ^-ott j^efelt, leli bin
ein vnwirdi^^er snnder.')
n Die spät. Autzoicli. vcrlvliuloii n. Vlli n. VIW Miircli fclfriMHUMi Zusatz mit
oinaiiaer- J)ixit Dominus Ilinm-ck D. ,Si Spiritum s.iuctuui mm crrtituanicm
(licitis eri?:i Deum, tunc oun.rs scctae ccrtam persujisii>mMU lialu'iitt's jU- sua rcli-
ffioiio haluMit Spiritum sanctum. KNspou.lit D. Martinus Lutlicrus: „Nullam l.ahrut
certltiuliucm oto." Abweiclu-Uil lUmls. n.ll(>(|. I, r.\ Kobnist. I, :U'', :5:{'', hrl. A. ..s.
;{75, FiJrstiMU. u. H. II, IT."».
1215.
Cbrintianns est eertus, Necjue de Snnetitnte fbietunt nee (piie-
quam niomtur indi^niitatem '), Mit dem eredere in Jbesuni rbristnin
fcelit er wnh. Et S(dns est Spiritus, ((ui dieere potest Dominus
Jbesus-), eeteri omnes dieunt eum Anatbema.^)
0 = Eiu Christ ist sicher. Er schwankt weder in liezuf? auf seine Heili^--
keit noeli kümmert er si<'h irp'udwie »im seine rnwiirdi^^keit. 2) I. Cor 12, .5.
'M Die lat. fisehr. abweielieml: „IMus autem inter liaee duo eertus est dieeiis: Ncque
sanetitatem meam n.oror ne.pie indi-uitatem: sed eredo in n-sum (hristuin. Ideo
solus Spiritus sanetus potcst dieere: Donnnuslliesus. 1 . N.r. 2. (arten omnes
dieunt: Anatliema lliesus. Aehnli.h aueh die deutsch, 'l ischr., die jedoch melirere
Zusätze bieten. Vgl. lünds. coIUmi. I, 5s, Kehenst. 1, :u»', Krl. A. ..s, .{..,, Jorstem.
u. 1^. 11,175.
1216.
Ducem Joannem Eleetorem eredo babuisse si>iritum sanetum,
Neque euim bitum di^ntum ») vohiit eederc Auj^Mistae^ et saepe dixit,
Sa"t meinen ^-eierten, das sie tbun, was reebt ist, vnd mieb
nielit anseilen, et iiisi ii)se sie stetisset, multi ex nostris Doetoribus
defeeissent. Er bielt wie ein belt^^, Nolebat eedere Caesari nibenti,
ut a praedieatione eessaret, et eum ej^-o bcntarer^) [4481, ut eederet,
(luia esset in Civitate eius-^), Kespondit ad meas literas^), leb weis
Hiebt, ob iel» narre oder meine j^-elerten, Den er war viel
leiebter «ce^int von Auspur«:: zu ziben den das predigen da
naebzulassen.")
1) = Nicht einen Finger breit. 2) 1530. It) Mit diesen Sätzen von S;igt
meinen ir. - wie ein helt" vgl. Cord. n. suo, Krl. A. 5«> K), 1 j-.rstem. u. H. 1 2...».
4) Den 15. Mai 1531» von Coburg aus. Luth.F.riete 1\ ,23. >eckendort 11 ?;..(., add 1, -.
5 = er sieh in einer kaiserlichen Keichsstmlt l»efinde. lin^lseil ,,ut (:iesari eiMU'rct
in illo ad tempus, in cuius eivitate iam viveret nun sua". \ gl. Kostlm I! 2 0
r.) Den 1. Juni 1530. Seekendorf II, § 50 add. I , 14 D.c spat. 1 .sehr „Da soll de
KurtÜrst zu meinem Sehreiben gesagt haben" oder „Respondisse tertir
ad meas literas". Nach der Aufzeichnung des Cordatiis musste man annehmen,
dass der Satz „Ich weis nicht" ff. ein P.estandteil des Antwortsschreibens des Kur-
fürsten an Luther gewesen sei. Doch können ^be obigen ^V orte f;!!'^' .^^f,«"/,^" :'J"
Bezug auf meinen Brief äusserte er andern gegenüber" ff. .)^'> ^''^V-'"/'' ^w':"
Corp. Ref. 11,4«. Narre = d. Narren spielen. Vgl. n.04«. .) Mit obigem Abs.
stimmen Binds. I, 342 und Uebenst. I, ir.s« ziemlich uherem, weniger die deutschen
Tischr Erl. A. 5S 3Tn, Förstem. u. B. 11,175. Cord. n. suo u. 12 h. werden als die
ursprüngliche Fassung dessen zu betrachten sein, was Binds. 1, 342 343 ».i_;"j»t*"«t.
I ir.7b Tos« die deutschen Tischr. aber Erl. A. Ol, 3s4, iörstem. u. B. IV, 22/, Erl.
Ä. 58, 370, Förstem. u. B. II, 175, Erl. A. 5<), 40, F. u. B. II, 250 haben.
1217.
Sine
Solus Spiritus sanetus est, qui in eertitudinem fidei Cbristi
omni dubitatione iueedit, Seetarij semper edunt aliquas voces,
321
ex (]uibus animadvertitur du])ius animus ipsorum, leb lioffe icb sey
from, ieb sey g;ereebt, Cbristianus autem, leb tbu was icb kau,
Was ieb niebt tbu, das zalet das leiden Cbristi für mieb, leb
l)in selig in Cbristo, Deu trost sol mir niemand nemen, Jbesus
ist mein beiland, Necpie (piiequam aliud est, quo Deus noster et con-
seientia nostra (piietantur, Fidentes autem suae iusticiae non Cbristo,
seilieet iusticiae suae lidunt, Ideo semper dubitant.')
1) Die spät. Aufzeich, erheblich abweichend, bes. in der Form. Vgl. Bindseil
colliMl. I,5S, Kv.b. 1,331», Erl. A.^ 5S, 370, 377, Förstem. u. B. II, 170. Das Einzelne
anzugeben, würde viel zu weit führen.
1218.
Ego post orationes et missationem meam praesumptuo-
sissimus eram'), aber den sebalek sabe icb nicht dahinter,
quod non Deo lidebam, sed [449| meae Justiciae, Neque age-
bam gratias Deo ])ro säe^;;-), sondern er must mir daucken
vnd fro sein, das ieb in-*) seinen son bette geo])ffert, Et in
])roverbio babebamus Missaturi, Ich wil gehen vnd derJung-
i'raweu ein kind heben.^)
1) Di(^ lat, Tischr. abweichend „Ita ego fui praesumptuosissimus monachus
iustitiarius, i)ost(iuam missificassem et orassem, satis praesumptuosus videbar".
2) = sacramento. 3) Lies im. 4) Kr»stlin I, ^>4: „Dennoch beharrte er da-
mals fest auf der eingeschlagenen Balm, indem er im Mönchsleben und in den
hohen Thlitigkeiten eines Priesters dem Heile nachtrachtete und so auch in den
schweren inneri^n Kämpfen fortfahren musste. Andere Mönche hörte er ilire Funk-
tion, durch welche der menschgewordene (iottessohn bei der Messe gleichsam neu
geb«»ren werde, in gemeiner Kede rühmen, durch welche, wie er später sagt, der
Teufel ihrer spijttete; es war bei ihnen ein Sj) rieh wort: „Ich will gehen
und der Jungfrau ein Kind heben". Vgl. P>indseil eolloq. 1,58, Rebenst.
I, 33i', Erl. A. 5>, 377, Förstemaun u. Binds. II, 17t).
1219.
Magna est ])raesumptio, hominein dieere andere, Ego sum filius
dei, et*) gratia eins ita terreri, quaemadmodum olim die schuler
lieifen vor den brottwursten.-)
1) = Und wenn er durch seine Gnade so in Schrecken gesetzt wird.
2) =^ 15rat w ürsten. Nur bei Bimlseil 1,53 tindet sich Folgendes: „Magna
«'st praesumptio iustitiae, (piod homo audet dieere: Ego sum filius Dei, et quod
terreatur gratia et magnitmliue jjatris coelestis, wie die schüler vor den breet-
würsten lieffen", wühn-nd bei Kebenst. I, 30i. der letzte Satz fehlt. Dagegen bieten
die deutsch. Tischr., Erl. A. 5s, 370, 371, Förstem. u. B. II, 171 ganz abweichend:
„Es ist fürwahr eine grosse Vermesseuheit eigener Gerechtigkeit und kommet sehr
schwer an, dass ein Mensch darf sagen: Ich bin Gottes Kind; und dass er ge-
tröstet uml gelabet wird durch die grosse Gnade und Barmherzigkeit des
hiuuulischen Vaters." Auch sie überliefern den letzten Satz nicht. Der obige
Satz ,(|uemadmodum olim die schüler lieffen vor den brottwursten" erinnert an
einen Vorfall aus l.uthers LelK'n, dessen er selbst Erl. A. 5s, 3(;2, Förstem. u. B. II,
H14, 105 mit folgenden Worten gedenkt: „Es gemaliitet mich gleich, wie mirs ein-
mal in der .lugend ging, da ich und sonst eiu Knab daheimen in der Fastnacht,
wie Gewohnheit ist, tVir den Thiin'U sungen, Würste zu sammeln. Da scherzt ein
Bürger mit uns und schreit laut: „Was maclit ihr bösen Buben! Dass Euch diess
und dass bestehe ! Kömmet zu uns gelaufen mit zweien Würsten und will sie uns
geben. Ich und mein Gesell aber erschr:ik<'n für dem (ieschrei, flohen vor dem
Und dass es
frommen Manu, der uns kein Leid, sondern Gutes gedacht zu thuu.
21
':',<MaiagäiKara!MirAi3B«tffitai
'■'■WWHiraWII—!!««
322
ie an ihm nicht feihlete, rief er uns nach, ^ab uns jrute Wort dass wir wieder
iurückkXe^en und die Würste von ihui nahmen. Ebenso stelen wir uns ^.^inx
Zern lieben (lott welcher seines eiiif^^ebornen Sohn nicht verschonet hat, sondern
mnZ uns Ihin V^^^^ und uns alles mit ihm j^^'schenkt; noch fluchen w.r tur
ISm n^ renken%^r sei nicht unser ^^nädiger (iott, sondern unser strenj^er Richter.
Vgl. auch Köstliu 1, 3;i, 777.
1220.
Magna ars est fidneiam opcrnm ex animo reijoere et iusticiam
eorum ut stercus dueere, Es bedarff einer j.raektu-k, quani
Paulus verissime l.abnit, qui contcn.,.tius lü<,mtm- de Lejre «l"""' "^ ' "
ex sectarijs de Saeramento liavtisnii vel hukanstiae. Nocan»,
eam ministerium mortis, peec-ati. dan.nationis, Ne ipso Moses, s. l.odie
viveret, aequanimiter ferro posset lias voecs rauli.')
1) Abweichend Bin.Ucil I,5;i: .Nemo iKitur siac i-racticu potcst ,,|.crm,i
in^titiam vere^rciicere et fidem .syncore i.ra.Mlicaro. Haue art.Mn Vaulus novit i
clblS;im.un;i "est do lege ^^an, „Mus Schwormcrns de «---:;;;;,' '^y-
Tiidipis loouitur appel ans eü:em mmisteruim mortis et i)eccati, ( amn.iTionis. mu^^^
Ät^üiÄa in Paulo t^olerare non potuisset.- Ebenso mit f^;:^"^-" A .u-u^.
Ribenst. I, :U)b. Die deutsch. Tischr., Erl. A. 5s, 371, Förstern, u. 1.. II, M, 1 .2 mit
mehreren Zusätzen.
1221.
Thomas AquinaB») ist ein ^n-osser [450] wescher j,^ewest,
qui pro varietate verboruin diversitatem linxit verum^), fidcm tonua-
tam informem, infusam^), Intusani hdem donuin vo.at et qua li-
tatem, quae potest esse in seortatore et stare eum peceato mortali^),
a quo' eriperemur fide acquisita.-^)
n V-1 n 571 n. 5. 2) Die Worte von qui - rerum lassiMi formell eine
.ersc,|Änn. .. I^,.e^J.....U,s c;„^
de? sdn !)er .n . sc n "DarVtcllung einen möglichst mannigfaltigen
A.sdr"uc'k zu'giben, um viele Worte '- V-^'l^'^jl^'S'i''^'''"^- ) -"i h.en
doTiheiten autstellt, wo keine vorhanden sind z I.. tl. .i) - lAmn
fertigen orrvoilk,,,Hnenen, einen unfertij^en oder m>ch in der Ent-
wickhins begriffnen und einen iibc^r uns aus^^egossenen oder uns
wicKiuug ""^f V , „,^^„ ,s _ !)..„ (.iii.M'f Jjssten (Jlauben nennt er cm (.e-
Xnk* md^eine EÄ.at-t ^i^e boi^'i:;\n Uurer vorhanden und bei einer Tod-
suide besehen Ideiben kann' (z. H. bei David), von welelur wir dann semer An-
sidit nac!h toeh den hinzugevv^nncnen (Stauben Ire. gen.acht «er.len.
1222.
Ratio') ante fidem et eosuitioncni Dci tenelu-as esse in di-
vinis sed in eredentc eertun. est per tideni Inceni lien et opt.n.uin
ficatur.3)
Correklir^Si:^^e^rinXi;r"'"r.S-"^^"'-
FeueSet ist, so nimn?et s^ie alle (bedanken ausUottesW ort, nach demselb.gen
323
richtet und lenket sie die auch". Cord. Lesart Ichen ist in leben zu ändern
ü l'1;,dseil «xM.iff verständlich „mortificata et iterum vivificata spirituin (Reb. a
uit^lt sc>t c^ fus nostrun, lucidius surget (vgl den Anfang des folg Abs die
du seh Tischr ganz, abweich. .,dle Substanz, und das Wesen an ihm selbs bleibet,
„i e?L'esH • m;u ist die Kitclkeit aber und das «iise gebet unter, wenn die Ver-
, nf vo u ie m "en (!e st erleuebtet wird." Die lat. Tischr. bieten folgenden E.n-
w- ,c o fUmiius Martinum Lutheriim interrogavit cum in rebus fidei ratio
1 cKudenVi ergo nihil valeat in Christiauis? Respondit Martmus Lutherus etc
jUl^^Äcl^sonst vielfach aK. Wedeutscl.Tischr ganz abweichend
Sit
1223.
Sieut eoiDUS nostiuni resurget elarifieatum, ita ratio nostra differt
post tideni ab iUa, quae antea fuerat, Ita die'endumO de memoria,
vöuntate linirua'^), Omnia mutantur, sieut ferrum [451] ignitum muta-
tur^) ab'illot quod non est ignitum, Atque haec est regeneratio per
verimm quae ijsdeni meml)ris nuinentil)us et persona, membra mutat
et iiersonam aliäm faeit cpiam eoneepta et nata est ab Adam.^j
n sc est •>) sc. memoriam, voluntatem, linguam post fidem aliam esse
ac antei.":.)t Velsehieden ist von dem.m „4) I««',,^;«»; /^^tf-f-^g-^f -
abweichend und unvollständig.
Wenn z. B. die
obigen einfachen Worte
"''•''V' . V.U „ös 1 « es„ g .Teläri • cä ü^ U:i ratio nostra differt
„sicut eori-us ""^•'^^ ' " '." \.Vf,,^,rat etc." in den deutschen Tischr. folgen-
Vn„. ^:^.'' hüten «leH w e unse'r Leib am lichten Tage, wenns hell
l'sT . "er u. d s'ielerer, auch fertiger aufsteht, sieh 1-owcpt,. gehet,
webet de^,„ in der Nae'ht, wenns finster st; 'V'"" ■•''♦.■|"« V ^^1.«'
We^^Vu^! \vb' t^.stVlin.,iih;;rWortV oft iiberliefert wurden. Vgl. Bindseil collo,.
1, 21(1, Reben.st. I, l:il», KrI. A. f.s, :tti(l, Förstern, u. 15. 11, H.b.
1224.
llatio et on.nia, (piae lialicnuis a prima nativitate, sunt subiecta
vuiitati Sind narrenwerek. Sed fides substantiam depurat 0 a sub-
«H t A It' Uiiaravit ipse David natuvale«, nsun. et fortitudmera ab
Hffen nielit in l.in.el, Kt separaut ab o.nn, substaittia omnem
vanitatoi.., Substantia enini, ut n.eretricis, non est rei.ieienda, sed va-
liHs eus „iiodJob seiebat dieens^, Tu loqueris «t vana'') de stulti"),
„o.i .lixit," Tu b..,ueris ut una n.uliev'), .p.ae solent dehrare, Nou cor-
ripit sexuni. sed nialiciani.*^)
n Das Wort fehlt bei Du Cange. 2) Lies vanitate. J) J^»^»;,!^';";-
^>'\i":\;ruiier'i:""'D^'woryt,u;i;^rsteht^uJ^^^^^^^^^^^^
IrlX. wenn rViott gibt; aber sie s<hei,len und somlern das W esen von der
21*
ywrMhw^aWWwrtrtt"''"'^'»"
324
Eitelkeit und Narrheit, so dranklebt. Gold bleibt und ist ^leieli sowohl Gold,
wenns eine Hure trägt, als ein frouinu züehtij,' Weib. Der lliiren Leib ist ebenso
wohl Gottes Creatur als einer ehrlichen Matronen. Also soll man die Eitelkeit und
das Narrenwerk absondern und wegthun, nieht das Wesen und die Snhstan/ oder
Creatur, von Gott gesehatVen und gegeben. Iliob hats könm-n thun, da er seui
Weib nur strafete: Du, sprach er, redest wie eine Närrin. Sagte nieht: Du rejlest
wie ein Weib, das da pHegt zu narren; verschonte des (leschlechts." (Jan/ ahu-
lich aueh die lat. Tischr. Hindseil colloq. T, 'IMk Kebenst. I, i:n''. Gordatus obige
Aufzeichnung würde dagegen als die älteste und urspriiugliche so zu interpretieren
sein: ,Die Vernunft und alle Dinge, die wir von (Jeburt an besitzen,
sind Narrenwerk. Der Glaube aber scheidet das Wesenhatte, das
wahre Wesen, vom Narrenwerk. So hat denn auch Daviil von seinem
Bogen, seinem Sehwerte und seinen Rossen (also substantia), den natür-
lichen, gemeinüblichen Gebrauch und die Anwendung dieser Gegen-
stände zur Bethätigung der kriegerischen Tapferkeit (also d. vanitas)
unterschieden. Ebenso sagen die Frommen: „Weib, Kinder, (.old
helfen nicht in den Himmel*, und damit scheiden sie alles Narren-
werk, was mit dem Besitze solcher Dinge verbunden zu sein l»tlegt,
von dem was das wahre Wesen derselben ausmacht. Das wahre
Wesen oder das einem Gegenstande anhaftende Wesenhatte, wie
z. B. das einer Buhlerin, lässt sich nicht beseitigen oder verwerfen,
wohl aber das damit verknüpfte Narren werk. Dies wusste Hiob
recht gut, wenn er (zu seiner Frau) sagte: „Du redest wie der Närrinnen
eine. Er sagte nicht „du redest wie die Weiber, die überhaui)t När-
rinnen zu sein pflegen. Damit tadelt er nicht das weibliche (Je-
schlecht als solches (also nicht «lie substantiam), sondern di(^ Bosheit
(also die bei den Weibern sich manchmal zeig«'nde vanitatem) desselben.
1225.
Vulgus viilt substantiam et maliciam sinml reijeerc, (piod est
impossil)ile, Si enim boiniin iioii [452 1 esset, malinii esse iion ])()sset,
nt dieit Aristoteles, Malinn enim in se i]>so esse non potest, sed
destrueretur, Ita in pijs juxta et iminjs sunt omnia naturalia d<ina, sed
modo diverso.')
1) Die lat. Tischr. „ratio et omnia dona alia sunt in piJs (juam in impijs,
sermo, lingua, iudicium", die deutsch. „Also ist die Vernunft und alle andern (uiben
beide in Gottseligen und (Jottlosen, ;iber ungleicher Weise und Masse, naclidem
sie neu geborn sind und vom heiligen (Jeiste regiert wenleii (uh-r ni<lit.'' Ab-
weichend Bindseil coUoq. I,24r,, Kebenst. I, i:U »», Erl. A. 5S,30s, Förstemann u.
B. II, 109. n. 1222—1220 geh. inhaltlich zusammen.
1226.
Ego Erasmum semel li])erabo a sus])ieioue, qua ]mtatnr Lutlie-
ranus esse, Fidem enim IJomanam habet et eredit ({uod Clemens
papaO, Truneus est painstieus, eredens <iuae vult i)a])a, ridet taiuen
apud se omnia, In Dialo*,-o, quem inseripsit Puerjiera^), videtur in-
genium eins et iides. Deum, si res euraret, dieit stultinn, inqiotentem
aut iniquum esse, quia non regit omnia in terris seeundum viduntatcm
suam, Es heist al)er^), PI: deo i» stid: sah«) taeere eredentes.-')
1) sc. credit. 2) Die spät. Tischr. „Leset sein gottlosen Dialog um,
da werdet ihr sein Herz fein abgemalet sehen, dass vr sich an (Jott ärgert in dem,
als sollt er sich unser und menschlicher Ding nicht annehmen IT., oder „Legite
Dialogos ipsius, ibi observabitis ingenium eins de|>i<tum, (|ui in Deo otlenditiir,
(iiiod res humanas non curet etc. :{) 1. Gor. 1,21. 1) Aufgelöst: IMacuit <leo
per stultitiam salvos. Die Vulg. per stultitiam praedicationis, was die
325
d<'utschen Tis<.hr. auch bieten. 5) Die spät. Auf zeich in der Form ^Wach ab-
;veichen<l, die <leutschen auch mit Zusätzen dem Inlwit nach aber ahnlic . Vgl.
Biudseil collo,i. 1; 27H, Kebenst. I, lur.a, Erl. A. Bl, '.^o, Förstem. u. B. 111, 410.
1227.
Quod multi bomines seandalizantur ») in sapientia Dei, quae est
Fuin-elium et (juod non «nnnium ratio illuminatur, id eo fit, ut
dmri Hei 1 ir>:i| agnoseanius et ivvereamur, Et nostras vires neeesse
ost\it eonfundantur, Nee mirandum est, in multis^-) abusum'Verm
et hiipietatem. quia in alijs quoiiue ereaturis id usu vcnit. Ferrum
enim bona Dei ereatura.') Tamen eo magis abuttmtur bomines ad
beUandum. oeeidendum (juam ad Studium paeis et laboris, Ita plerum-
(lue sapientissimi sunt inqüjssimi et pauei l^oni.
\\ = Dass sich viele Menschen an der Wi'islieit Gottes ärgern. Vgl Matth.
11,0 „';!.• ni' in, oxfmSfdioUi, tr ^>(W^ 2) hominibus. H) sc. donorum Dei, z.B.
Euangelii et tidei. 4) sc. est.
1228.
Soninium Eleet<n-is nostri'), quod l.abuit Augustae-^), nunc
ineii»it Nerum lieri. Mons enim, (,uem vidit supra Dueem (x ^) eadere
"•lesar fuit, Iste nuiM* ruit»). Et icU'o 1). il se buinihat Prineipi
nostro.-')
I) Kurfürst Johann,
liernach mit D. <J. gemeint
1) l"i:(". 'i) DiK'i'ui OiMirciiiiu. Dersi-lb« ist jrlclch
I 1 „.i. II i; .'..iiMMui ' II = lüoscr ist min ziisainincnst'stiirz.t. 5) Die
|,,.rnu.h mi 1>.«.. M "\"". ,, ,.," jY-rst ■.,, „. 1!. II, idl, 202 Motoii sehr wcitliiiiftig
;-■',"" l" Tl tV.r V 1 ,;tl ; r s-Wo. \ , :.:U , .lus; Kurtlirst .lolianiis Traum,
U;";:r n.T UU-ls i^^.u A"^^^ Anno I5:m hätte gehabt, «üre wahr wor-
II ,.r 1 lt. nl'rmn. "-esehen, dass ein grosser, holier üorg ant ihm wäre
';i;.e . I •■ V' oofg "ii-SaiOise.; wäre oben auf dem lierge gestanden; aber
der l!er.' war eingefallen*^ und II.T/.og Georg war /.u ihm l';;™!»!-''^" ;','';*■.,, Vü^
, u 1 itlu.r- II.T 1!.T' wäre der Kaiser, . araut set/.ete Herzog l.corg alle
m'^,;;' n ,V, u nn \ e aue, ber der T.erg gehe ein, .lenn des Kaisers Gimdc
;.";,, flieht mehr so gross, als sie zuvor gewesen. ,' »^''''^-X ,Slf ^
;:::;^';rn,''l.eben b:..";;Uieh.'n ies;;::';».,.- «ird. l.ic obige.. Wor,c dün-te« daher
nieht naeh d. August \M-> gesproehen sein.
1220.
Sentimit 0 sc oiraio. sed iiol.int sc vidcri crrassc, et hoc est prin-
eii.alc coniiii aririiiiiciitiii.i. Xciiio ex vcrbo. (iiiod luaedicaut AVitten-
cnVc" lit iiielit..-. Krgo ipsüiinn doctriua «ou est vera. non suf-
;.it^tantunVl.^ufcelio credcre. 'sed relin.,i.c,e "xoreni [454]. _„on_ habere
lium potentia Dei ad salutem eredenti.^)
£Ste..:ä
'^'
326
1) sc. adversarii oder mit Bezug auf den folg. Abs. sacramentarii
Augustani. Die Worte „sentiunt sc errare, sed nolunt se videri errassC* stelle«
in der Handschrift über der Zeile, während im Texte selbst , Au^ustanorum
Catechismus cum nostro non convenif (vgl. d. Anfang d. tolg. Abs.) ge-
strichen ist. 2) = Kein Ei«j:entum zu besitzen. Die spät. IM.schr. haben ab-
oder TU ti^aria. 4) Köm. 1, 16, 1. Cor. 1, IS. 5) Hinter credenti folgen in der
Hdschr. die wieder gestrichenen Worte Buccrus apte fatcbatur se. Vgl. den
Anfang von n. 1231. Es scheint also, als wenn der Schreiber beabsichtigt hätte
zuerst n. 1230, und dann n. 122«) und n. 1231 folgen zu lassen. Diese Anordnung
bieten in der That auch die si)äteren Aufzeichnungen. Im Einzelnen abweichend
Binds. colloq. H, 34, Rebenst. H, 35i>, Erl. A. 5s, 2110, 207, Fürstem. u. B. n,sy.
1230.
Augustanorum Catechismus') cum nostro non convenit, Pri-
mum enim praeceptum faciunt ex illa promissione Euan^a^li.j, E^^o suin
Dominus, deus tuus, quasi haee verba praece])tum essent. Kuanp'liuiii
promittit, Lex imperat et iubet, Ita impijssimc distin^uiint orationcm
dominicam in tres partes seu petitiones spirituales, et 4 pancm
nostrum ultimam ponunt^), Christus hatt die Ordnung niclit
recht gewust.^)
1) = Der Augsburgsche Katechismus. Nach Fürstem. u* B. II, ss
Note 7 ist folg. Buch gemeint „Praecepta ac doctrinae Dom in i nostri Jesu
Christi, puerulis in ludis literariis tradendae". Augustae apud Silvanum
Ottmar. Anno MDXXX und Anno MI>XXXII. 2) = El»enso teilen sie so gewissen-
los wie möglich das Vaterunser in drei geistliche Teile oder Bitten, und setzen
die vierte „Unser täglich Brot" tV. ans Ende (nämlich als leibliche l'.ittc).
Die lat. Tischr. abweichend „Ita proterve distinguunt orationcm Uominicam in tres
partes spirituales, quatuor temporales", die deutsch, ähnlicher „Also thcilen sie auch
das Vaterunser in drei Bitten; die vierte, als unser täglich Brod gib uns heute,
setzen sie zuletzt." 3) Die lat. Tischr. vieltach abwt'ithcnd, die deutschen mehr
mit dem Obigen übereinstimmend. Vgl. Binds. colhxi. II, 34, Kebenst. II, 35», Eri.
A. 58, 206, Förstem. u. B. II, bS, b'J.
1231.
Bucerus a])te^) fatcbatur. se non crcdcrc Ncrhuni Dci esse, quod
non suscipiatur ah hominihus. Idco respondcham Uli, secundum prae-
ceptum non esse verhum Dei [455]. (piia non servarctur ah imi)ijs,
quia non credunt esse Deum, Ita ilhidimtur a Sathana in sua sa-
pientia.2)
1) Die spät. Tischr. ingenue o<ler frei. Lies apcrte. In der Hdschr. ist
der Strich unter dem „p", der die Silbe per bezeiclnu'U soll, aus Versehen weg-
gelassen. 2) Abweichend Bindseil 11,35, Kebenst. II, 351- „Ita Bucerus ingenue
tatebatur, se non credere hoc esse veriuim l)ei, (juod ab hominibus non suscipere-
tur. Cui ego respondi. Ergo secundum prat-ceptum non est Dei praeceptum in
impijs, qui nomine Dei abutuntur, (piia non crnlunt esse nomen Dci, cum tamcn
etiam ad impios pertineat. Ita sua sapientia confusi a Sathana illuduntur. Vgl.
auch die deutsch. Tischr. Eri. A. 58, 207, Förstem. u. B. II, 89.
1232.
Ego libenter lego Apologias') de vul])e et lu])0, quomodo sit
lupus a vulpe deceptus, Es ist fein, wen ein schalck den an-
327
dem betreugt vnd vhers seyl wirfft^), Sicut etiam hoc pulchrum
est equum ohviam venisse lupo et interrogatum3), quis et unde
esset et 4) respondisse, se neutrum scire, sed patrem utrumque scnpsisse
in Poster oenguhi,lai^ legere volens, illico sensit ungulam in
Litc, Palpitans^) alitem^licit«), Mir geschieht recht, den ich sol
ein ieger') sein, nicht ein Schreiber.^)
n lies Anologos = die (in aesopischer Manier gehaltenen) Erzählungen
von ir Die la Tischr. richtig apo log os. Luther meint wohl das l^erepos
:.ai"; iJilinJich von ülich^a^re tun 1170 aus dner^anz Quel e -n^-
.hm. Titel isenirrimes not in deutsche Verse übertrug und das uns nur zum
g ö sten^^JiU aur::^u.r späteren Ucberarbeitung des 1^- «J^ J—^^^^es'^
;i,. 'Htel Beinhart l:^^^;^-^^^^-^^:^^^^
;ic^w•en^ll:\naerft^;Jin^ .späteren karl>eitu.^^^
, ... ll,.liirirli von Alkinar, sowie von der bekannten 14'.lb zu Luticck er
s iem..e .el.rdeuf«lu', l'elKTSCt.nn« Iteinke de vos 7... '"'»«pcheiden ist
r.r' ■ , , t der V Z .es.,n.lers oft als der sehlaue HetrÜKer, der W olt diigegen als
1 r In n^lVt oL-ene l.oel, spielt er diese Kollo aueh in, Ke.nardus vulpcs
,1 einkeu'vos und andVrn d. S:igenkreise v. Keiueeke Fuelis aiigeli. Gc-
l.t.n ms NHli re bei (Uitzinger Kcallex. der deutsch. Alert, b. (.Wl.
' el l)™ts,0,e 1 i.-ht I S.2u:mV. 2) Die spät. Anfe. ,Es ist fein, wan ein
s .-k den ml rn r las seil wi-TlTt' o.ler .bonum est l.ipnn, a Inpo decMp;
..-; ii es .■" mpimu de.ipore in.piuu,'. Die Kedensart .jemanden nbers Sc
wvrer rdhie im Sinne 'on überlisten täusehen zu ^^«f " «f "v e b e r
\iin.r11 -Ks diente das Seil im Mittelalter als Symbol bei Ueber-
l''"^^^^^'\ • ^^MitiÄre re i~u:'=1;is ^ ^!'^edir ^^rsich'am,
;;: u;"!^rd^ l:^'^:^.:^^::^^y^^^t „I.q>us el.. nomen lect..rus un-
;^^n:cqui i tnmtc haludt^ V>napsus etc. JO; ^^J^ ^^^iX^^I^^^^
!>;• "de mu W Ifc Hml^t si i e was abv^eich. in d. oben cit Reinardus vulpes,
sowie im 1 einek A^ A^ von (Jottschcd S. IsO. Vgl. im dem Obigen B.
I 42^i, l". 1 228 •', deren Aufzeichnung erst durch Cordatus Klarheit gewmnt.
1233.
No^ docemur») remissionem peccatorum, non licentiam
neccandi Ideo iuste mundus est damnatus, (lui hoc sancto buan-
gclio Dei tantum abutitur in peccata, hierum, luxum etc.-^)
1) sc. a Deo. 2) Eri. A. 57, 32:J, Förstem. u. B. I, 250?
1234.
Kcclesiasticusn dicit orationem piorum [156) magis valere ad
sanitatcni intirmi (piam medicorum curatiimem.-)
1) Ecdes. :is, \). 2) Vgl. Bindseil colloq. I, 03, Kebenst. I, 36i\ Eri. A. 5'), 1,
Förstem. u. B. 11,228.
1235.
(Inediger Herr, ich wil e. g.») wider ein stein in garsten
werften^) Hodie natus est mihi lilius, novus Papa=0, ll»i' wolt dem
aimen gesellen^), dazu er gehört, Erat autem prima^) in nocte
die Januarij 28 Anno 33«), Paulus vocabatur.')
t \ iJ»x»W3i^*J«,'-V^'"«"'VflfcTi!
328
1) Nach den lat. Tischr. (in den deutsch, fehlt d, Abs.) Ist f^omeint der hn
fol^en(fen Abs. uamentlidi j^enanute Hans Lüser, kurtlirstliclicr Krbiuarscliall.
Ans der obigen Aufzeichnung; gelit dies jedocli niclit hervor, sondern mit (Inedij^er
Herr und Euer gnaden ist wohl eher der liruder des Kurfürsten, Herzog
Johann Ernst, gemeint, der, wie aus dem Texte der lat. Aufzeich, hervorgeht
(vgl. weiter unten), Luthers Sohn Paul mit aus <ler Taufe ht>b. J) Der
Sinn der si)richwörtlichen Kedensart, «lie ich als solche lexikalisch nicht belegen
kann, scheint dem Zusammenhange nach zu sein „Jemanden mit etwas be-
lästigen". Die kleine ]U'lästigung, welche Luther (lern gnii«ligcn Hcrni zu bereiten
vor hat, betrifft die Hitte „Ihr wolt, dem armeu gesellen" tV., also I'athenstcHe bei
dem Neugeborenen zu übernehmen. Luther will sagen ,I(h habe die Absicht
Euer (Inaden schon wieder einmal lästig zu fallen'' ff. Die Lesart bei
Uebenstock, «Ego clementiae tuae et aliis in rebus inservire non dencgabo", würde
den Sinn haben „jemanden wieder einen Dienst erweisen, was je<lo(h dem
Zusammenhange wenig angemessen ist. Vgl. zu der Kedrnsart Müller L4S;{, der
aus einem alten Meistergesangbuche citiert: ^ich wirfe iiu ciuen stein in
sinen garten unde ein kletten in den l»art". (Jeläutiger ist uns <lie Redens-
art „einen Stein bei jemandem im Brett (d. h. im liretts[)iele) haben =
günstig bei Jemand stehen, ihn zum Freunde, Gönner habeu. Wcigaud I, IWW.
3) Luther scheint scherzend zu meinen: „Mir ist ein Sohn gcb(>ren, (ler dereinst
noch einmal eine grosse L*olh' spielen wird." 1) Aus der Lesart bei Uindseil und
Rebenst. „Ihr wollet dem armen gesellen helffen, dartzu er geluiret" oder „iu-
vate ergo miseruni, ut Baptizetur'' ist wohl zu folgern, dass das Wort helffen
bei Cordatus ausgefallen ist. 5) sc. hora. r>) sc. cum Hlius naseeretur. X\ = l'^.y.i.
7) Hiermit ist zu vgl., wenn es bei liindseil III, IC».» abwei«-hend lielsst: „Anno .'{.'i.
2S. Januarij. In nocte hora ]»rima natus est Doetori ]\L Lutliero Hlius Paulus,
cuius snsceptores fueruut lUus trissiui us Du\ Joannes Erncstus,
Hans Löser, D. Jonas, Thilippus Melanthon, u xor ('asparis Linde-
nian. Advenientem Joannem Löser ita excepit; Deo gratias. Ich
wils E. G. wider einen stein in gartten wcrffcii. Hodie natus est novus ])apa, ihr
wollet den armen gesellen heltVen, «lartzu er gehört. Paptizatus est autem
infans in arce ex pelvi." Mit einigen Abweiehungt'U ebenso Rebenst. 11, 19'>.
Während Cordatus nur Luthers eigene Erzählung des obigen Vorganges, wie er
sie aus dessen Munde gehört hat, wiedergiebt, deren erste Sätze als Legrüssungs-
worte (auch an ein Einladungsschreiben kininte man denken) anfzufass«'n sind, die
Luther als Wirt an einen hohen ankommeujlcn raufpathen und (last richtet, haben
die späteren lat. Aufz. seine Worte, die damals, als sie im Kreise seiner Tisch-
genossen gesprochen wurden, keiner Erklärung be«lurften, bereits mit einer Art von
Commentar versehen.
1236.
Ich hab ylin Panlum hissen nennen, den der H.*) Paulns
hatt mir manchen guten sjnuch vnd argumont gej^ehen, das
ich im"^) auch ein szon zu ehren alszo habe beissen wollen**),
Dens det illi gratiam. Icli wil meine kinder verschicken, Wel-
cher ein kriger sein wil, den wil icli 11. Loszer^) zuschicken,
Welcher studiren wil. den sol D.Jonas vnd rhili])|)us haben,
qui vult laborare, den wil ich zu einem ])aurn fertigen.'')
1) = Heilige. 2) = Ihm. 'A) Die lat, Aufz. „dass ich ihm wol noeh
einen also heissen wolte", oder ,.ut merito filium adhuc a herum suo nomine
vocarem". 4) Vgl. n. 12;i5 Note L 5) Die lat. Tischr., die von d(>n Worten
„Deus det illi etc." au mit dem Obigen fast wörtlich bis auf geringe formelle Ab-
weichungen übereinstinnnen, verbinden n. \TM\ mit n. Li.'iö durch folgenden er-
klärenden Zusatz: „Dein de (schliesst sich an die unter Note 7 zu n. \T.\^^ er-
wähnten Worte: Baptizatus est autem infans in arce e\ pelvi) com patres suos
habuit convivas et ego (sc. Antonius Lauterbach. Vgl. Sei<lcmann zu
Lauterbachs Tagebuch Vorrede p, VII) mensae servivi. Amicissime con-
fabulati sunt et inter alia haee ((U0(|uc dixit D.M. Luthcrus: Ich habe
meinen son lassen Paulum heissen ff. Vgl. auch Köstlin I1,41M.
329
1287.
Rex Galliae et Angliae a Papa [457] defecerunt, et Caesar
ei rursus pedes osculatus est»), qui voluntatem Caesaris bene intelligit,
Den wen ibm der keyser die fusze küsset, mus der Bapst
den keyser wider yhn arsz lecken'^), Sunt autem illi duo Reges
Lutherani in accipiendo, non dando, Sua quaerunt, non quae
sunt Dei.^)
I) Die »^pät Tisehr. „Hans Lös er attulit nova, Caesarem iam denuo papae
pedes osculatum et conciHum ab eo exigerc, Kegem Galliae et Angliae a papa
defecisse. Tum respondit Doctor". 2) Die lat. und deutsch. Autz. mit tolg. Zu-
sätze- wenn es tzn einem national concilio konipt, tuuc actum est de (Termania,
orietiir enim schisma". 'A) Vgl. Bindseil collo.i- H, .Ti:i, Erl A. (;i,H(i1», Fj>r«tem
u H IV IVA (Ende d. S.), ferner Köstlin II, 2'.n. Da Carl V. nn Dec. lo.ri mit
(ieniensVlI in Bologna zusammenkam, um über ein Concil mit diesem zu ver-
handeln, bei welcher (lelegenheit er ihm zu Aerger der Protestanten die Hisse ge-
küsst hatte, so ist anzunehmen, dass Luthers Obiges (vgl. das n. 12:{.) im iexte
angegebene Datum) im Anfange d. .1. Ki.Ti gesprochen hat.
1238.
Nata Lege nascitur frans Legis, quemadmodum servus qui-
dam fecit compulsus a Domino suo semper Buccas») implere aqua,
quam rediens e Cella vinaria evomeret, in signum^), se vinum non
bibisse, qui Cyatlium^j acpiae in Cella liabens vinum bibit et buccas
rursum aqua i'mplevit, testiticans, se ad haue fraudem compulsum a
Domino venisse.^)
1) = Die Hacken. 2) = Zum Zeichen, dass. S) = xva^^oc = Becher.
Vgl n f.r, Note X 4) Die spät. lat. Aufzeich, erzählen in wcitläuttiger Kassung
dem Inhalte nach dasselbe, weichen aber in der Form gänzlich ab. Vgl.
Bindseil colloq. 1,425, Kebenst. I, 227^.
1239
Kovent ist in meinem kelder') das sterckste getranck^),
Cum enim multi cum bibant, noch^) vberweret ein thunnen ko-
vent drey vasz bier.^)
1240.
Cum semel dicerem») omnes Italos mirari, quomodo [458]
(;ermani tarn longaevi possent vivere in tanta ebrietate^),
mihi3) (juidem lianc caussam esse^), quod alter alterum ob-
ligans ad aequalem potum semper diceret, Das gesegnet dir
: '»^!^spg»«'--' •
330
Gott^), Sed Dens est, qui solus non irridetur, licet tot sint,
qui eum rideant.
1) sc. Cordatus. 2) sc. Lutheriis rcspondit. :t) T^ics sib i. 4) = dass
für ihn der Gniiul das sei ff. 5) Nach dem licutij^en (iehrauche würde das et\ya
lieissen: „dass, wenn der eine dem andern ein bestimmtes (inantiim vortrinkt
(vorkommt), er immer dabei sagt prosit"!
1241.
Papistae, qiiod parcns aiuplius noii») sin^nilaritor ap])ollarct
iiliuin factum Saeerdutenr^), ex hoe dicto piobavoruiit Davidis^),
Dixit Dominus Domino meo, Simile dieitur de quadam matre^), (piae
die Gregorij^) iussit ad seholas portare tiliolum et dixit, llie'»)
wird es mich szo hart ankomen, das ich mein llensiehen
Ihr musz heiszen.") Non minor fuit sapientia, (luam illa pro-
bat io hal)et.^)
1) Wohl besser zu stellen non amplius. 2)= Dass eine Mutter
ihren Sohn, wenn er Priester ;?ewordcn, nicht mehr mit seinem
Eigennamen (Vor- und Familieiinameii) nennen dürfe, das hal»cn die l a-
pisten mit diesem Spruche Davids zu beweisen gesucht ff. ü) rsalm
\\[) 1 1) =^ Etwas Aehnliches wird \ou einer gewissen Mutter er-
zählt ff. 5) Den 12. März. Das (Jreguriusfest ist ein im Mittelalter verbre i-
tetes Schul fest, an dem die Schüler einen der Ihrigen zum l'.ischot und zwei
andere als Kleriki-r hinzuwählten. Alle drei wurden in geistlicher 'l'racht uml unter
dem (Jeläute der GU)cken zur Kirciie gefüiirt, wo sich der Knabenbischot uml seine
\ssistenten in possenhafter KeitTÜchkeit an den Stufen des Altars aid Nesseln
uiederliessen. Ein wirklicher (icistlicher hielt dann dl*- Festrede, «laraut begann
der Gregoriusgesang. Nach einer Schlussrede, die di-r Kiudu-nbischoi hielt, trat
man den Rückweg an, auf welchem ilie Knaben mit P.rezeln beschenkt wurden.
Der zweite Akt des Festes bestand dann darin, dass dit- in die Schule neu
eintretenden Knaben in ihri'U Häusern der Keihe nach aulgesucht,
als (Uegorianer in eine Art Chorhemd gekleidet und in Procession
zur Schule gebracht wurden. Vgl. <las Nähere über das (iregoriustest bei
Herzog, Keal-Enc\ klop. V, S.Htiö, (Jötzinger, Ueallex. «l. deutsch. Altert. .S.2..I.
6) d. h. in der Schule. 7) Sinn: Darum bringe ich mein Sohuchen am
Grc'^oriustage nicht persönlich zur Schule, sondern lasse es (in
Procession) hinbringen, weil ich es dort „Ihr" nennen müsste, was nur
z n schwer f a 1 1 e n w ü r d e. ^) Constr. s a p i e n t i a, n u a m 1 1 1 a p r o b a 1 1 o ha b e t,
non minor est (quam sapientia matris) =^ die Weisheit, welche in
jener Beweisführung liegt, ist ebenso gross wie diejenige, ^^■^'D•he
diese Mutter zeigt e. Luther meint also : das E ine ist ebenso 1 ä e h e r 1 1 e U
wie das Andere.
1242.
Melancholia nihil aliud est in scriptura (luam tristieia inear-
nata et Stimuli Diaholi, (luibus hinc inde ') vexamur. Ideo dilig:entissime
prohihentur-) in scriptura, Hac eaussa dicit»), ('rede in nie |4r>0|,
Jacta curam tuam super Dominum, lUsz^) du nieht trawri^-, Mich
lasz für dich sorj,-en, Vtere nie et creatura mea et laetahcris etc.-»)
1) Vgl. n. 1075. Note l. 2) sc. Stimuli Diabtdi. 3) sc. deiis. 4) = Sei
du nicht ff. Vgl. n. lUSl. Note :{. 5) Vgl. in Bezug auf den Inhalt n. 1121», lOti.,
570, 503 sq., 467. Bindseil collo<i. 1, 210, Keb. 1, 1 12i'.
1243.
lufoelicissimi sunt Astronomi, qui sihi ex astris cruces imi)o-
nunt, quas uou impouit Dens, Idee semper aftlij^aintur, velut cum
331
dicunt, homines natos in Libra post mediam noctem fieri infor-
tunatos.O „ .
Erl. A. 02,321, Förstern, u. B. 1\,om.
1244.
Scicntia est ipsa cognitio, Ars autem practica est, Heist
fac hoc et vives.»)
n T.u. Kl •>s Virl Goethe „Grün ist d. Lebens goldner Baum .
Vgl. 1mÄ'i142S Ueds^^^ an das Obige einige sehr derbe
Sätze anknüpfen.
1245.
Cum imielcL^o, schlahc ich das Creutz für mich vnd
a.ncke ersey Philippus, D.Jonas, Pomer, noch kein
we" szc;-0 im litori^), vnd lasz mich duncken, es sey kein
kluoer auff der Catheder denn ich.-»)
''n - K^ sei nicht Philippus, D. Jonas, Pomer, auch nicht irgend ein
1) == Es sei nuuT ^ •'•* ' i...« Wnrt h'ctore — so würde der Nomi-
1,„ (.auf;... Doch i'*^ V;;''\'''^,'%''\m 1 ,! W^^^^ aixit a.l l'l.i-
l!i„.lscil (bei Kcbcnst. Ich t .Icr -\'''') j . ' ' V '^ . Xnc Timc dixit Mi.rtinus
li,,,„„„, .c.acsrc tcrrc .11..^ i;™; Ji^ ; mW u'- i ms, aber icl, schlage «las
:>!!, 27(1, Förstern, u. 1!. U, 1' ••
12tt>.
ViixXo est ..n.nos u-MiWs in Ix-cliaw lieri Scliwoinieros J4C0],
Miclie Stiffel'), vir imi*', tameu in l.am' per...a>.ioncm vemt se
n, e um esse se.ti mnn. ,ui divina sua revelati..ne ,.rae^;enlat i) dien
oX mun Kr . abe die posaune se,.tiun an^eh, eertus, quando
sii i\lo dies vinturus. Ideo su,i.elleetileu. sua.u grati. a sc donat Uomi-
nil>us, (luod ultra silii non sit neeessaria.')
n V.'l iiber .Icn l'larrer Michael Stiefel in I.ochan ""'l ««^'"«f '•'''!''''"|;~
i) \p,i. "^'*^_ /' V u,>,. A Dil' at \utz. praecedat. .1) Lue spar.
;S..;:l?""v^'l^ü,.:cn' col;:;!' ^ >ir'uÄ:;:^S 'Hr.. A. .., 22, Forste.... u. B.
IV,2'.IU (Ende d. !<.).
1247.
M-irtiniis si-nilieat militeni, l'l.ilii.iuis cquitem. Eh-
zabet riquiem, Magdalena turrim, Petrus .st ein wunder-
lieber uanie.') . .
,x v„r l.nl Rindseil II 137, der ab.'r entschieden falsch gkht „Martmus s.gn.-
ficat n\ ic cm 1^ Da' Ob'lc ist, üh,.e dass ein Z,,sa,..menhang crs.chtbch «arc,
bei Bindscil mit^dem vcrb.,udon, was Cordatns n. Obl hat.
I ■it..«.«7-.-o...i,jrMi,i;a.<'-rf ,„-r;firf-t r, ■■»' .■.ÜJarfiii'ife^^jB&ii
f
332
1248.
Etiamsi mihi hae liora niorieiidnni esset, nihil aliud eonimen-
darem amieis meis, nisi ut dili^entisHime post mortem meam verhum
Dei traetareiit, rrimum enim eum refi:iuim l)ei sit quaereiidum, non
est eura habenda uobis morientihus de uxoribus nostris et liheris,
Istiid eoDting:et, quod sequitur [4G1], Omiiia adijoieutur vohis »),
8i enim nos aj^noseit ministros suus, non deseret nos Dens, Si nos uou
deseret, quomodo ohlivio eum ea])iet nostrorum.-) Sumus autem mi-
nistri eins, (^uia Haptismum eins '), Kuan^vlium, Sacramenta, Tarentum
et Ma^nstratus obedientiam-*) praedieamus, et omnia, ((uae sunt ex
verbo et institutione eins, S(da eommen(buiius. Ksto peeeatores simus
et nostro ministerio non satist'aeiamus. Doch wissen wir lienus-
sionem peeeatorum d a r u b e r z n decke n."^)
l) Matth. «l, .{;{ „Quaoritc orjj^o ])riiuiiin rrjrnuni \h'\ rt iiistiti.nii «'ins; ctliacc
ouinia adjicimtiir vobis". 2) sc. uxoruiu vt lilKTorum. :t) \'M'll«'i<lit WIimUt-
holunjr des vorliorgehcndcn eins. 1) = (Gehorsam p'^t'ii KItrrn iiml (H»ri;?kcit.
5) Vgl. Bmdsoil colloq. III, 1(>4, Kebenst. II, 'Jl K wo sicli das Obij^o, in der Form
erheblich abweichend nn«l weniger vollständig und mit folgendem
Eingange findet: „Die <). Febnmrij l>. M. Liitherus in tunere D. (Ixebenst. Ann«)
I5;i2. '.). FebruariJ in fimere Canonici «l«)ct«)ris) Torgaii in t«'iiipU» vertigin«' correptus
est, ita ut vix in «lonuim l>. Jonca«' v«'niret, s«m1 cum a«l se re<lijsset, dixit: Nolite
tristari, etiamsi ita extinguerer. Hoc «oiinnemlo v«)bis, ut post me <liligent«'r v«'r-
bum I>ei etc." Die bei Kebenst. angegel»ene .lahres/ahl ir.:ii wini v«mi Köstlin
II, tHio (zu S. -271) angezweifelt. Ks wir«l sehr wahrsc he in 1 ic h «l. .Iah r
[hXi zu setzen sein, denn Conlatus n. 12;{ö war als Datum «les (J esi>riiches
der 2S. .lanuar \b'XA angegeben, un«l es liisst si«*h aus vi«'lem schliesstn, dass
die von Cordatus gesammelten collo«|uia im (}ross«'n un«l (ianz«'n in «ler IJ«'ih«'ntolg(^
niedergeschrieben sind, wie sie zeitlich statt fan«l«'n. N'gl. n. 7 1^ N«)t«' I und «lie
Bemerkungen zu n. I2r»2 und \'H\:\.
1219.
Ist das nicht ein trop ft'>\ deni'^) ein ha usz zu ^Vittenl-
b e r g ge k a u f f t h a 1 1 v m b :^0 f l o r e n v n d w i 1 s \ m i» 400 v e r -
kauffenV An non plus satis esset 150 vendere-)V Wir müssen
excommunicationem wider anrichten etc*)
1) =: ein einfältiger, armseliger M«Misch. W«>igaiid ll.OiU. 2) Lies der.
3) = Würde es nicht mehr als g«'nug sein es tÜr löu zu verkauten V l) Weit-
läuftig un«l abw«'ichen«l F.indscil I, 2M „Civis (iui«lam W i t «'b«- rgc n s i s. F'.in
alter ges«'l, domum emit .'{(i floren is, «piam cum diu p«)ssc<lisset, n«*«* «iui«M|uam
in ea ae«liticasset, KM) fl«»r«'nis eam A«'n«l«'re voluit, a«'stimans se «piatu«)r
vaporaria elocare et (|uotannis 20 tiorenos accipere. Ivespou«lit Martinus Lutherns:
Wiel der tropff taule balckenn geleg«'nen güttern gh'ich achtennV Si ita per-
severaverit coutumaciter, excommunicetur a Christianism«). vnn«l g«Mlencke nur nicht,
da« er im hiemel gehöre, plus satis esset, si löo fl«)r«Miis v«'n«l«'ret. Kt
si «leinde «nnptori alicui ven«lere voluerit, excommunicab«» ««um. M an mus ex-
communicationem wi«lerumb tiuffrichten'". Mit «Muig«'n Abweich. eb«Miso
Rebenst. I, Ui''. Auch «li«' «leutschen Tischr. «»rläutcrn «las Obige mit cimT Art
von Comraeutar. Vgl. Krl. A. b\), 15s, Förstrm. u. !>. II, ;U'.», auch Conl. n. 2r.l, 2ri.'>.
1 250.
Cum ad iictam rticia'* ') snam, quam ])rophetia-) dicebat,
respondissem Stiffelo et argumenta arguissem-^) seu ])otius opinio-
nem eins [462] de septimo Angelo, quem se esse volebat, et sub-
scripsissem me literis meis „Martinus Luther us D:",
333
faciebat mihi ex nnica litera „ü:" De le, Delere enim 4) me vis, adeo
propicium habeo Sathanam.^)
wo Luther in Bezug aut s«nne ^ ;^[ ' "^^^^^ 1^^^^^
.Hung«.n bei ei.u.r s,^^^^^^^
1251.
(luam die lob liehe <;-ewonheit.^)
(luam die loniie HC ^^ »»-"■■-— y
Förstern, u. 1'.. U, ü"'-
1252.
Mi. -ist latus et Juristas oportet ansteros esse et necessano
„eeeare oui. qmnn sint personae puLlieae, i-lns ant m n, « s ottieu. m
'Ju . n ad i,nstnn>t .,ua,.. delK.nt'). et ^'^ ^^ ^^^^^.'^^^X^
,rtiti.-il...s-^) (ini cun. artein l.al.eaiit ovoiaiKli ') '"eiita tarnen 403
i n ,e nstniiienta, eum .luilms avs ipsorum vcrsatur^), veUit taber
friririu. äcr c n scl.artenso) l.eyl hat, oinnem vel multam
S opera . irtis suae ,.er.lit. Ita etiain i,.se Mag.stratus sit .onus
et )eo ittitutus^). l'ii ati autem. (,uilmseum res est Magistratu,
sunt 1 n^i, in Ita mala faeit.^) ^ou seeus üt F='«<^'':''\to"''f 0, «i q»;J
a Vefl... abenaveri.it vel a.l atfeetus suos coucesser.uf"), traeti") lUa
maxiina nialieia et mgitite'-) pleb.s.'-')
n Sinn- W.il si.- als personac publk-ao ihres Amtes entweder «'' strefg
1) »inn. .,»» 1 ■" 1^ ' . ,j (lauf IUI 1111 sz. bez.. .!) = »'«■
oder zu iiaelisielitii: "idU'ii • r ) ';' ■ V, , .,, n Simi- Mit denen (in Verbind.
wold sie ,,ral<.isel,e V'"^;'"'''"^:!^",.""^ vr / ..•mr»^,Ä- erf.>rdert vielniebr
„,i. .lenen) sie ibre Kuns; "''■*"'»;•,,,,•, ^..f ''''''' Ve Lesart set.t ein Adj.
( i e «l a n k e n t i u d e u.
334
1253.
Intollerabilis est papatus, qnia non tantum sil)i arrop;at Papa,
quod ea])iit sit ülTs') Ecclesiae (quod ut cum-) ei eoncedi ])()tuisset),
sed super hoc arrogavit sihi auetoritateni super verbuui I)ei, (piod tarnen
non praedieavit neque unquam praedieahit, Das ist nicht zu ley-
den, et haec auetoritas eins adeo tortiter haeret in eordibus adversa-
riorum, ut crederent nostrae doetrinae, si esse') ap])r()])ata a Pa])a,
quod D. G.^) aperte fassus est, Drunib wird [4G4| er faren zu
seinem gott, dem er die ehre Hat gegebenn.'»)
1) Lies universalis. 2) Fehlerluit't für utciinifiue = iminerlun. li) Lies
esset. 4) Diix Georgias. 5) (ianz abweicliencl und mit vielen, teil-
weise unpassenden Zusätzen (die deutsehen Tisehreden vindieieren dem
Papste z. K. Eselsförze und einen Eselskopf) Lindseil colloci. I, 1'), Erl. A.
b\), 131, Förstern, u. B. II, ;t2s. Das einzelne anzuführen würde zu weitliiufti^ sein.
Man müsste sonst den ganzen Text der späteren lateinisehen und deutsehen Auf-
zeichnungen zur Vergleichung heranziehen.
1154.
Qui iaetant auetoritateni Eeelesiae su]>er verbum, similes sunt
illis, qui dicunt. Ich wolt den szon gern lieb haben, aber die
mutter mus ich ehe zu tod schlalien, Tribuunt enim ])lus
genitae Ecclesiae quam gignenti V'erbo, Sed deo gratia, quod
Haeretici non sumus, sed tantum Schismatici, et hoc ipso-
rum culpa.')
1) Formell im Eiuzehien abweichend, sonst ähnlich Hindseil colloq. I, If»,
Erl. A. 51), i:r2, Förstem. u. L. II, 321».
KK
125:
Lieber Gott, wie wird Adam Cain szo lieb gehabt
haben*), primum scilicet natum sibi tilium-), et ille in gratiam patris
homicida factus est^), Pfu dich Molan.^)
1) Die spät. Tischr. leiten den Abs. mit folg. Zusätze ein: „Cum Martino
Luthero attulissent infantem suum, osculans cum dicebat: lieber gott, wie liel» IV.",
oder: Da Doct. Martin sein kleines Sühnlein bracht ward, küsset und herzet ers
und sprach tf." 2) Die spät. Aufz. unrichtig „den erstgeborenen Men.sehen'' oder
„prinnim hominem natum", 3) Die spät. Aufz. dagegen „et ille tactus est ]>ar-
rieida fratris" oder „welcher darnach ein llrudermörder ist worden'*. Nach
Cord. Lesart ist der Sinn: „Und zum Dank für den Vater ist dieser ein
Mörder gew." 4) Abweichend Bindseil 1,255, Uebenst. I, 130% Erl. A. 57,201,
Förstem. u. B. 1,201.
1256.
Nulla est tam fortis Civitas, quae expugnari non possit, 8i
modo tanta ad eam via patet, (|ua ein Esel gold mag [4(hi\ hin
zu tragen 1), szo ists gewunnen, Proditio superat onines Civi-
tates, quam artem maxime novit Gallus.*-^)
1) Diese Aeusserung wird übrigens dem Ki»nig Philipp von Mace-
donien zugeschrieben. Wenigstens lieisst es bei ('icero epist. ad Attic. I, 10,
§12: „ sed (piibus Philipp us omnia castella expugnari j)Osse dice-
bat, in quae modo a sei Ins onustus auro posset aseendere. Vgl. auch
Erl. A. 59, 16, Förstem. u. B. II, 241, wo Luther sagt: „Ein Esel mit Golde be-
laden vermag alles, wie der Heide Cornelius Tacitus von Deutschen
schreibt: Wir haben sie gelehrt (iel<l nehmen. Vgl. Tacit. (iermania 15:
335
iam et peeuniam accipere docuimus. 2) Luther meint Franz L von.
Frankrdch.^ Abweichend Bindseil II, 1<)(S hU : „Loquens de munitis eiyitatibus mter
omne^^^^^^^^ tribuit Brunsvigae, eamque lere mexpugnabilem dixit. Doch es
U icht s s ll'ste so nur ein Esel mit golde kan dartzu kommen vnnd emen
weg en, so "st 'es tzu gewinnen, nota^it proditionem. Kam terunt Regem
(Vdli'i tanum pecuniae proditioni impendere quam stipendijs militum et multa
p;odith,J: Xi/. Vgl. auch Uebenst. II, 189^, Erl. A. 02, 109, Förstemann u.
Binds. IV, 137.
1257.
Dili^-endus est, qui sua humana facetia ^ letificare potest Melan-
colicos-^),''ln (pia arte excellit Christoff Grosz^), homo admodum
facetus.^)
Facetia für facetiae. Vgl.
il'i-i wis r.indsi-il 1, 124 «»■itlihittij; und aliwcu-lioiul so gu'M:
i orus .1' r .. lonm la.etus, ?niu. oonvcrsatio pla.- .la fuit ,nt« anm-os er kan
• 'r öv nolan.l,oli.-.>s iVoli.!, nia.lu-n url.anitate f:K-,etissn.ia >st omni elo<ii.ens,
i' '. tis J ex »rtns, hat den üapst drei .lalire -etrag.-n, fuit lUeroso ynus linguas
; m es in dar. potu t et.'. \g\. '■ern..r Uebenst. 1, 227«, 227". H.ndse.l 1, .124 Nv.rd
(ristopi, (tross ein „lu.n.o pri.dentissin.us et faeuudus" genannt. Auch limdseil
1, 42^, 372 wird er erwähnt.
1258.
Tnstituit semel Papa') F van ciscanos reformare, qui afferentes
80 0(10 iloren dono ei dederuntO- Qnos cum vidisset, fertur dixisse,
Quis i)otest i)Ugnare contra tot armatosV Gelt macht schelck.-^)
1) Die deutschen Tischr. „Papst Leo". 2) Die deutsch. Tischr. .ward von
den Barfüssermr.nchen bestochen mit so, Dukaten, dass er sie mcht wollte
retbrmeren" 3) Bindseii 11I,22S: „Papa senud corruptus a Franc.scanis ne illos
ref r are^^ ducatis. Allata pecunia in mensam dixerat: Qu.s potes pugnare
l^mtv^^o^ :irmatosV geldt macht schelcke. Vgl. auch Erl. A. O«^, 188, lorstem. u.
B. 111, 181.
1259.
Fides nunquam deiicit: 8i enim cessat in Petro, repare in-
cinit in Latrone'), 11 eresi arch am ■^) nunquam ulluin vidi conver-
sum Alimentum lidcM sunt lideles historiae=0, Kxtra Christum nihil est
quam Collum laqueis constrin^i. id est Lex super Legem, quae
vincunt conscientiam.
n WA Tiw. •)•> 31 ff '>3 40 ff 2) = Niemals aber habe ich irgend einen
KetzeVfui^^en i>Jt;h)t^es±n. 3) = Geschichten, die den Glauben betreftV^n.
1200.
Oui contra verbum Dei et conscientiam suam [46G1 loquitur
(ut I). (J.»)). i« ^^^ti^ ^^ M>«"^^^ confundit. Tales non sunt maledicendi,
alio(|ui nimis maledicti.'^)
n Dux (4eorgius. 2) Luther meint, solchen Leuten , wie llerzog
Georg,Vnuss man nicht^ fluchen, l sind ohnehin schon ^^-^"^^^^.^ ^i
BimKeil 1 3P.. wo Folgendes mit dem Obigen verglichen werd(>n ^f."- »^f/^»f
^ psum c.onfundit, •piia ccmtra suam conscient am et v.^m ^«j l^^^^u^
-et proprijs blasphemijs eoufunditnr. Si illi maled.cere vellcm, so
Mfcm-.'&jaa^*«a
336
wollte ich ilime das halbe theil nit fluchen, das er vor gott vnnd der weit beret (?)
hat, gott helffe ihm". Vgl. Hebenst. I, !.'>(>»> und mit dem h'tzten Satze von Si
illi an Öord. n. 371. Vgl. ausserdem über Herzog (leorg Cord. n. 4(»4, 5:{2, 040,
047, 051, 754, 772, 794, 8<MI, 937, 939, Umh;, HM 4, 11 90, 122^ tl.
1201.
P r 0 p h e t a e haben s i* li w i n d e ') w o r 1 1 i\uo -) oiunes piitlu)» ')
sn])eraiit l)em<)sthenis et Cicero nia, Quaiita enim veheiueiitia
loquimtur coutra Tyruiii'*) Civitatem invictissiinain!
1) r= Mittelh. swinde = stark, gewaltig, unser Jetziges geschwinde
= schnell. Weigand 11, 071. 2) Man erwartet (luibus. Doch steht ciuoim
Sinne von qua re. 3) näf^o^ hier in rhetorischer Bedeutung „affekt volle
Ausdrucksweise oder Darstellung*. 4) Vgl. p:zech. 20,2, 27,2, Esaias
23, 1 ff.
1202.
Ad Theologos prope ') dictum est, Vivo e<::o, et vos vivetis^),
OfüciiiTu enim ipsorum est semj)er agere cum intirmis, (|uos omiies
fugiunt, Ergo etiam mortui vivemus.')
1) Lies proprie = vorzugsweise. 2) .loh. 14,19. Vgl. n. 413, 440.
3) Hiermit ist zu vgl., wenn es bei Kebenst. II, 22'» abweichend unil weit-
läuft ig heisst: „12 Februarij D. M. L. mira infirmitatc vexatus est, (juod trons
illius fere mortua esset, tacies morienti sinjillima, sed Dei gratia et intercessione
piorum Dens celeriter cum pristinae sanitati restituit, vesperi cum multi egregij
viri visitandi gratia advenissent, dixit. Assidete tamen, cur aegrotos in tan-
tum fugitis? Nos Theologi aegrotos et morientes visitare, iuio
morti sese opponere cogimur, et tamen Deus nos defendit, qui dicit.
Vivo ego et vos vivetis. SiDeus vivit, nos mortui vivemus." Da-
gegen bietet die Hall. Ilandschr. bei liindseil III, 105 „Anno 3>^, H Februarij
1). M. Lutherus mira infinnitate vexatus est, (piod trons illius fere esset mortua,
morienti simillima. Sed Dei gratia et intercessione piorum Deus cum celeriter
pristinae sanitati restituit. Vesperi autem, cum multi cgregij viri atlvenissent, dixit
, setzet euch doch ertzu, wie scheuet ihr euch vor dem krancken. müssen
doch wir Theologi altzeitt bei den krancken vnnd sterbenden sein
vnnd müssen wider den Todt stürmen, et tamen Deus nos defendit,
qui dicit: Vivo ego, et vos vivetis. Si Deus vivit, nos mortui
vivemus.
1263.
Ego dupliciter mortem meritus sum, CoramDeo nt ])eccator
et coram Sathaua ut sanctus, Das ist mir nicht leid, qui
defendi adversus eum veritatem.")
t) Abweichend und weitläuftig Uebenst. 11,22-' ,Nam ego morteui
dupliciter meritus sum, Det) prcqiter ])eccata mea, de (piibus maxime doleo, Satanae
ut sanctus propter veritatem et iustitiam, hoc pro nihilo liabebo, sed hilareuj assu-
raam animum, quia mens Christus fort ior Satan a est." (ianz ähnlieh auch llind-
seillll, 105. Die lat. spät. Aufzeich, verbinden n. 1203 mit n. 1202 durch folgenden
Zusatz „wan das war ist (schliesst sich an die in den Noten zu n. 1202 mitgeteilten
Worte „Si Deus vivit, nos mortui vivenuis"* an), so es ist ein gross lugen Epicu-
reis. lieber lass mich sterben, dass der Teuffei tzufrieden werde. Num ego du-
pliciter meritus sum etc." oder „Si hoc verum est, tunc Kpicureisuuis nihil
aliud est quam ingens mendatium, sinite me mori, ut Dialudus (juieseat, nam ego
mortem dupliciter meritus sum etc." Dann heisst es bei Hindseil un<l
Rebenst. nach fortior Satana est weiter „den teuffei kau ich mit einem fortz
Verlagen", (Rebenst. Satanam enim cum pedore abigere possum), Deiim autem ful-
mine non possum fugare. Ideo malo Sathanam inimicum (juam Deum." Hierauf
folgt in den lat. Aufzeich, das was Cordatus u. I2s2 bringt. Was denn
337
das Datum bei Bindseil (vgl. n. 1 202 Note 3) ])ctrifft, der als Zeitpunkt der colloq.
n. 1202 u. 1203 den *>. Febr. 153^ nennt, so ist diese .Jahreszahl falsch. Einmal
weil Cordatus, der seine Aufzeichnungen mit 1537 schliesst, im Jahre 1538 keine
Tiscligesi)räche mehr aufgezeichnet hat, so dass sich, wenn das Datum der Hall,
lldschr. richtig wäre, die colloc;. 1202 u. 1203 in Cord. Tischredensamndung unmög-
lich finden könnten, zweitens weil nachFarrago literarum, cod. chart. Gothanus
402 und Valentinus Bavarus (der Naumburger Val. Baier) „Rhapsodiae et
bezeichnet, die richtigere zu sein. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass
die coUcMiuia von n. 1235—12^2 in der Zeit vom 2s. .Tan. 1533 bis zum
1 2. F e b r. 1 533 statt gefunden haben. Die deutsch. Tischr. stimmen Erl. A.
r,l, 441, Forsten), u. B. IV, 270 in Bezug auf n. 1203 mehr mit Cord, überein.
Sehliesslich sei noch bemerkt, dass sich weder aus n. 1248 noch n. 1202 u.
12r,3, wie sie in der ältesten Fassung des Cordatus vorliegen, irgend
ein Schluss auf Krankheitszufälle, die I^uther zu erleiden hatte,
machen lässt. Wohl aber ist u. 1270, 1282, 1300 ff. von solchen die Rede.
12(34.
Mirum est, verbum vocale adeo contemnj a Sectarijs, cum
('iiristus etiam post resurrectionem suam visus fuisset apostolis suis
mcrum s])ectrum, si non consolatus eos fuisset suis verlns [467], Es
ist dem teuftVl allein darum!) zu thun, das er vns die scliwerd
abgurtc, sed scrii)tura aliud dicit'), Accingere'^) super femur tuum
potentissime, Zeuchs aus, seh Iahe vmb dich.'*)
1) Ps, 45, (44) 4 „Accingere gladio tuo super femur tuum potentissime (Vulg.)".
2) Luther übersetzt „(Jürte dein Sehwert an deine Seite, du Held." 3) Die spät.
Auf/, abweichend, Bindseil nicht verständlich. Die Lesart der hall. Hdschr. „cum
Christus etiam personaliter Ai)ostolis a])parens sine verbo, visus est eis spectrum,
se<l loentns eonsolationem attulit eis" scheint fehlerhaft zu sein. Vgl. Bindseil
coUtMi. I, i«», Rebenst. I, 22 «S Fi»rstem. u. B. I, 21, Erl. A. 57, 20.
126.5.
Scbweinsfeld') cum diu mecum disputasset-), tandem dicebat,
Er DcK'tor, Ihr must die wort „Hoc est corpus meum", aus den
aui^en tliun, den=*) concordabimus, Sic ])apam fecisse a priucipio cer-
tum est, antc((uam sibi arrogarct solam ])otentiam super expositionem
vcrbi. Alszo llatt er Christum gecreutzigt, Tantum observemus
verbum, szo wollen wir sie*) widerumb creutzigen.^)
1) Ein anderer Si)ottname für den bekannten sehlesischen Adeligen und An-
hänger der IN'forniatiun Caspar von Sehwenkfeld von Ossig, Ratgeber des
Herzogs Friedrieh II. von Liegnitz und Brieg, <ler 1525 mit seiner der luth. entgegen-
stehenden mystischen Abendniahlslehre hervortrat. 2) Schwenkfeld war am 1. Dec.
1525 in Wittenlierg und verhandelte mit Luther über seine Abendmahlslehre. Vgl.
Kiistlin 11, S2. Näheres über Schwenkfeld bei Schneider in dem Programm der
Kr.nigl. Realschule zu Berlin, l'-r.d. 3) = dann. Mittelh. danne und denne, ge-
kürzt dan \i\h\ <len. Weigand 1,345. 4) = die Papisten. 5) Erheblich ab-
weichend Binds. collo(i. I, 30, Rebenst. I, 22« (Ende d. S.), Förstern, u. B. 1,22, Erb
A. 57,20.
1266.
Omnis malicia nunc simnl ccmiuncta est auff ein hauffen,
quod videtur in mutuo, quod multi per Euangelium illecti libenter
22
338
darent, sed non est, quai) reddat, Es ist im^) leihen gleich wie
gefunden, Multum deeeptus sum ah istuismodi nebulonilms,
Es heist leihen^) vnd widergeben.^)
nLiesqiii. 2) =111111. :n Sinich2^2. 4) Die si.iit Tisclir ab weu'hend
lind sehr we tschwcifiK. Hesomlers werden in ihnen die Wi.rte inulUin, -
nebulonibns eommentiert. Vgl. Hindseil I, 183, Kebenst. I,lK»a, Lrl. A. 5 - , .i09,
Förstern, u. B. I, 239. Vgl. mit dem Obigen n. «hO -0-4.
1267.
Sub Papa eüam sub speeie f4r)8l faeeciannn Deiun blaspbenia-
verunt, et laudaÜ sunt istiusniodi ini])ij, Sieut dicitur de ^^|ieerdote
nui pro horis Canonieis seniper dixit alpbabetuni, Et deinde dixit,
Doimne Dens, aceipe has literas et coniponc tibi ex eis horas ea-
nonicas.^)
1) Das Obige fand sieh bereits, ^venn aiuh in ganz abweichender Form,
T, SV> Es seheint als wenn Cordatus Luther zweimal sieh über die cbige Anek-
So^liat Uusseri;ü;en. Die letzten Woi^e vcm Domi^ne -Z^^y-^^^X:^
sieh fast trleiehlaiitend in den lat. Tisehr. Vgl. Hmds ei lloii 1, 4.i4, Ki btnst.
V232a ufbiigens ist die Fassnng von n. 552 der obigen bei weitem vorzuziehen.
1268.
Coraicia Augustana vere sunt ultima tiiba ante iudieium ex-
tremum et certus iudex, (luod tanto elarius redditur verbuin Dei,
quanto magis expugnatur, niox eniin nostra Ccjnfessio per ipsu.n
Caesarem emissa est ad omnes prineipes et universitatesO., Athei-
sariorum aiitem Confutatio-^, in quibus tenelms latet.^ 0 si prodiret
Wie weiten wir vns an den alten zurissen^) peltz machen, sed
ipsi odiunt luceni!^)
(se
misit
1^ Vel n 7U4, wo es hiess „et in eaussa Keligionis multo aliter iudieavit
e. Caelarf quam persuasus fuit a Papistis et Apologiain ^^ Co"^-.ouc.n nostram
misit in omnes universitates etc." •-i),>l?bji. .04 Note i . -/^\F^^»"{l.^"^J^;
4^ Abweichend und mit vielen Zusätzen die spat lischr. \ gl. Hmds» U
eolioi. 11 11 Erl. A. t»2, S2, Förstem. u. B. IV, 354. Vgl. ferner mit dtMu erstej.
S^des obiken Abs. eine A'eusserung Melanthons an Miliehius -- ^^^^^^ =;"•;: ;:
die Janssen" Geseh. d. deutseh. V. 11,333 aus Corp Uetorm. l^l» -^ l^ ," ' * '^^;
Auiriistana causa ut metuo, erit das sie um belli. ; 1 eiiiTur t
;;uH;ro":'apieuUrvi «eritur res. (Dieser "j;"»-;'" «^'^ 7i',f;XX -.VI
'iltklassischer und findet sieh z. B. Cic. pro Murena^.o, (,cll us aa,-<».)
X-^n KeiSe zu Augsb. (1530) ist bei (N>rdatus oft die H-!-.^«'^;;'^^^ *;^;;
die n.52, 53, 157, 207, 2M, 422, 403, 404, ..31, o.t.., o30, o3., .»3s, ..4(», .o4, -.M,
SOO, 1120, 1127 ft'.
1260.
Christus videtur dici Nazarenus») ah Ehreo, ((uod sonat
electum, segregatum, geheiligt, Oowoihet nova Ci.n^na.
1) Ueber die Nazareni und ihr Gesetz Num. 0.
1270.
Recte [4691 respondit Antonius mens '), quem missum'^) predicatum
et correctuin3) a praefeeto^) Misniensis Episeupi''), eui" praed}-
eare nou dehere, qiiod non esset ordinatus sucerdos, ''- ^^) Respondit
33d
enim, se initiatum esse sacris") propter uxorem suam (quae mo-
nialis«) fuerat), cum qua sum unuin corpus«), Digna tali Episcopo
responsio.^'*)
1) Antonius Lauterbach. Vgl. n. 7U2 u. 9(r2 nebst Noten, sowie p. 538
d. Manusc. 2) 1533 nach Leisn ig als Diakon. 3) Wohl im Sinne von zurecht-
setzen. 4) Die deutsch. Tisehr. ,,Amtlnann^ 5) Johann VII. von Schlei-
n i t z , Bischof von M e i s s e n. 0) Hier ist im Manuscripte augenscheinlich etwas aus-
gefallen, da das Verbiim zu (luem missum und correc tum fehlt. Vielleicht fehlt
ein (Jedanke wie .Episcopus accipere noluit^ 7) = Er sei geweiht. 8) Nach
Seideinann, Vorrede zu Lauterbachs Tagebuch p. VII, hatte Lauterbach noch vor
seinem Abgange nach Leisnig in Wittenberg eine Nonne, Namens Agnes, ge-
heiratet. 1>) Vgl. n. 2S7. 10) Die deutschen Tisehr. übörliefern Erl. A. Ol, 180,
Fr.rstem. u. B. IV, 47 dem Inhalte nach Aehnliches und schliessen den Abs. mit den
Worten: , Solches erzählete M. Lauterbach Doctori Martino Luthero.
Da sprach der Doktor JJem Bischoife ist recht und wohl geantwo^tet^ Antonius
Lauterbach kam Aufangs 1533 nach Leisnig, nach Sachs. Kirchen Galerie V,
Abt. r», S. 101, 111 schon 1532, was jedoch nach Seide mann, Vorrede zu Laiiter-
bachs Tageb. p. VII uuriclitig ist. Luther kann sehr wohl das Obige, das auf irgend
eine Weise (nach dem Zusätze der deutschen IMschr. müsste es Lauterbach bei
einem Besuche in Wittenberg, den er bald nach seinem Abgänge von dort wieder
gemacht hatte, selbst erzählt haben) zu seinen Ohren gekommen war, gegen den
12. Febr. 1533 (vgl. die Noten zu n. 1202 und 12()3) im Kreise seiner Tischgenossen
erzählt haben.
1271.
Qui alten votum dedit coniugij et ducit alteram, hac quidem
utitur, sed non habet eam.')
1) Luther meint „so lebt ein solcher freilich mit der andern in vertrautem
Umgange, aber als Frau besitzt er sie nicht".
1272.
Pai)aO irrisor est Dei et hominum, ridet enim Religionem et
INditiam et omnino honestatem, quod iam egregie praestitit, cum
filius eins spurius2) spuriam duxit Caesaris.^)
I) Clemens VII. 2) Clemens VlI. war bekanntlich selbst ein nnehelieher Sohn
Julians v. Medici. Seine uneheliche Geburt wird von Luther öfters erwähnt. Vgl.
n. 183, VXl 00«», tH7 tV. 3) Nach der Uebergabc von Florenz im Jahre 1530 setzte
Carl V den Vlexander v. Medici, einen unehelichen Sohn des Lau-
rentiiis V. Medici, zum Herzoge in Florenz ein und verlobte ihn mit seiner
unehelichen Tochter Margareta. Sleidanus schreibt lib.VII, p. 139 darüber
Caesar deinde missis eo literis amplissimis, Alexandrum Medices, cui tiliam
suam Margaritamnotham in matrinnniium promiserat pnncipem eis
constituit. Luther irrt also, da Alexander v. Medici nicht em unehelicher
Sohn des Palastes Clemens, sondern eines nahen Verwandten desselben ist. Viel-
hicht liegt hier eine Verwechslung vor mit derCatharina v. Medici die Clemens
1 :,:;:{ mit Heinri<-h, dem Sohne Franz I. von Frankreich vermahlte. Diese Cathar.
hielt Luther tür eine uneheliche Tochter des Papstes Clemens. Vgl.
Köstlin II, 2iU. Auch die letzten Worte des obigen Abs. bedürfen einer Berich-
tj.'-un.'- Die Hochzeit <ler Margareta mit Alexander v. Medici wurde thatsachlic4i erst
iiM Anfange des Jahres 153r, in (U-genwart des Kaisers selbst mit grosser Pracht
-efeiert. Es heisst darüber bei Sleidanus X, 209 „Neapoli quoqiie nuptias
Caesar peregit filiae suae nothae cum Alexandro Medici, quem
Florentiae dueem constituerat. Alexander lue erat filius noth„s
Laurentii Medices, nui i)atrem etc. Darnach musste das Obige also 1d30 ge-
sproehen sein. Da Clemens aber bereits 1534 starb, so könnte mit dem papa nur
Paul 111. aus dem Hause Farnese von 1534-1.549 (vgl. n. 174 Note S) gemeint sein
Dem widersprechen aber die letzten Worte, die me auf Paul III. bezogen werden
22*
340
können. Luther wird der Ansicht gewesen sein, dass die Hochzeit '".'-^j;.'^;;^!;:? .^;;-
feiert sei Das Obige wird daher wohl 1533 {^esproclien sein. 1 le spateren lischr.
mifzusluzen V^ Bindseil colkxi. II, 3, Keben^tlV?;; Krl. A. 00, 2üs, torstem.
in B. III, 238, auch Bindseil colh)ti. II, Sl (Abs. 3), III, 231.
1273.
Plorantes filij lieben an Mosen zu steinigen»), quia non volunt
subijci Legi.
1) Vgl. n. G54, SU. Der Sinn scheint zu sein ,Die Sühne Israels schreien laut
eben an ff." mit Rücksicht auf 2. Mos. IT, 1 ff.
und heben
1274.
Unkraut wechst bald, Ideo puellae citius crescunt quam
puelli.*)
1) Das Wortspiel mit puellae und puelli (Madchen und Knäbchen)
wird im Deutschen schwerlich wiederzugeben sein. Uebrigens ist Luthers Aeusse-
ning ekie flir das schöne Geschlecht durchaus nicht schmeichelhafte. Aut den obigen
Abf bezieht sich das, was sich bei Bindseil collo(i.I,2n abweichend und weit-
liiuftig tblgendermassen findet: ,(iuam.|uain hoc ipsum argumentum est, 4''»>*! vfj»;;;"
si na^tura altissima, et puellae facilius lo.iuuutur et ped.bus i";''tuntur
ouam puelli. Dan vnkraut wechst altzeit ehe dan das gutte. Ita 14
annorum puella est nubilis, quae aetas adolescenti adhuc est immatura coniugio .
Vgl. auch Rebenst. I, 132^ Erl. A. 57, 303, Förstem. in B. I, 23d.
1275.
Nonnae sie appellantur a gernianismo, quia castratae sues
[4701 sie vocantur»), sicutMonachi ab equis'^, Aber sie sind nicht
recht geheylet, müssen ebenso wol bruche») tragen wie ander
leute.'*)
n Die Nonne = verschnittenes weibliches Schwein. Dasselbe
Wort wie die Nonne (nonna,vovm) = Klosterjungfrau und Vi.n der gelobten
strengen Enthaltsamkeit in geschlechtlicher Beziehung hergenommeii. \ gl. das
Mitteid. nunnen = castrieren und das Subst. NMinneniiiacher = Seh weiiie-
schneider, unser jetziger Familienname Nonnenmacher. Weigand l 23i).
2) Der Mönch (monachus, ßovayoq) = verschnittenes männliches 1 hier.
Dasselbe Wort wie der Mönch = Klostergeistlicher und von <\f SeJol»tt'n
strengen Enthaltsamkeit in geschlechtlicher Beziehung hergenommen. \ gl. Mittele .
monchen = castrieren. Weigaud II, 127. Die Wörter Nonne und Mönch
stammen also nicht, wie Luther meint, aus dem Deutschen, sondern umgekehrt,
die deutschen Ausdr. Nonne und Mönch = castriertes Schwein und 1 terd,
aus dem Altertum, wobei die strenge Keuschheit als gemeinsamer Begrift übertragen
wurde. -3) = Hosen, Beinkleider. Vgl. n. 124, Note 2. 4) Luther wird
meinen ,Trotzdem sind Mönche und Nonnen nicht ganz kuriert, (l. h. von
ihren sinnlichen Begierden nicht abgebracht; sie sind gen,>tigt die-
selben vor der Welt anstandshalber ebenso zu verbergen wie
andere Leute.
1276.
Omnino anima nostra et corpus nostrum subiecta sunt van i-
341
n sc vanitate. 2) So die Handschr. Man lese ,ideo in fideles veneficia
nariuntur^ "J^s dem Zusammenhange nach angemessen erscheint. Das Wo t
^veneficiuin hat auch die Bedeutung%on giftiger Zaubertrank Zaubere .
3) sc infinnitates. 4) Abweichend Bindseil coUoq. III, 10, Rebenst. II, 183*, Erl.
A. 00, 70, Förstern, in B. III, IH.
1277.
Tantum claudos et surdos liberos hactenus obtulerunt Deo in
monasteriaNobiles, et tamen putaverunt se Ins hostijs Deo gratum
obsequium facere.')
\\ Vgl n.447, wo Luther sagte, dass die nobiles ihre Töchter ^eshalb den
Kohloier nehmen Hessen, weil sie lie nicht unter ihrem Stande verheiraten wollten,
vil Wh n ?s-? mer meinte Luther, je mehr Kinder die Leute unter dem Papst-
nime in die Klöster gesandt hätten, in desto grösserem Rufe der Heiligkeit hatten
sie gestanden.
1278.
Magna est stulticia Uominum, qui gernns') "on a..yirt"te esti-
inant [4711 scd ab aestimattone, Ein tureus^) vmb m hundert
inani, i^iij »^ ,i..„. i...K„t „..M.otnm H»-ntatem. Ideo Clans
et non puras naturales'), Lil)erat tamen suos ab hiiiiisniodi nialia
Deu8.<)
iu'L sXcn Chr n de Fo?m abweichend, .lern Inhalte nach aber ganz ahn-
■'iT \vi Sseü eollou I 175 (bei Kcbenst. fehlt der Absatz), hrl A. » , , .WO,
v" . ''•;«• I V^^'aichZiükgref, Apophthegmatal, 312, der uber-
^^.urdre'gi'dn^iklfn Tise'h^eVen LutLr's eifrig benutzt hat.
1279.
Super hoc omnium maximo fundamento Papa aedificavit omnia
m.a do"nata et opera, se eaput esse super onines Eeclesias mund
c s'rip ram ctc.,>) Ideo ista lege usus .«**!">* Cahcemdon.rn,
ordinari'posse pro imlieio Eeclesiae qua lerunis tantum e se Sae a-
M.entun. ordinatur, cum Christus dedent eoenahs^ , ^ebulones, nokntes
diseernere intcr substantiam, quae eahx est, et aecidens, quäle est
ei— es e et saturun. esse. Et iUud») habet "»«"f,«*"'"' ''««;) ""fad
ubitriuu. liberum. Et ieiuni.jm , quod ^«''l"'™ rÄ SmaÄnM
reverentiam, lUnd^) autem violat institutionem Christi, Et t-ermani eonj
magis quam olim Chorinthije) aceessissent ')•
.eic^l^- :iy^a?r»S:e^^^eeitS,^;^.it!^
Ecei:siam glofianles. r>K-»"V'"V:t'TscinX"'nrvTrr n"ne°'iei^nrsSu"
suum corpus post cocnam '!'''•" nf,cesiaeindiciV oder Der Papisten Blind-
weichen ««ndc™ ru im^ die Km he gen^ Ks ^,«tel,e^. .. ^^^^^_^^_^ ^^_^ ^^^
Teln^ j\tk'e™ gcS"erwlraber"cu.pfahens nüchtern. Dänin, mag man auoh den
l-MrfWi?
342
Kelch den Laien nehmen nach Erkenntniss der Kirclic*. *<) sc. siibstantia, quae
calix est. 4) sc. accideiis. 5) sc. statiiere, caliceni ordinari posse ]>ro iudicio
Ecclesiae. ♦>) 1. Cor. ll,2(»ff. 7) sc. a<l sacranientiim, nisi iciiiniiini ordinatuiii
fuisset. Luther will sagen „I>ie Deutschen würden öfter trunkener an den Tisch des
Herrn getreten sein als einst die Corinther, wenn die Kirche nicht «lie r>estiuiuiung
getroffen hätte, dass man es nüchtern emj)tangen solle". Die sjjäteren Aufzeich-
nungen unvollständig und erhehlich abweichend. Das Einzehie kann nicht
angeführt werden. Vgl. Bindseil 111,2:5, Kehenst. 11, ITi"', IHIP«, Erl. A. :>!>, s7,
Förstem. u. B. II, 295, wo das Obige mit dem verbunden wird, was Cordatus
n. 1119 bat.
1280.
Ich bin des regiren [472 szo satt, wie mit seliussel, teyler')
vnd mulden-) essen, Vnser Junten Kejrentcn werden juieli die
horner abstossen, quando experientia didiceriint, non oninia statiin
posse neque lieri exaetissinie-*), Man nius vil an ff Dominica in In-
vocavit (notetur) stellen^).
1) Mittelh. teler = Teller. Weigand 11, sss. 2) Im lö. .lalirli., wenn
auch selten die mulde, molde = Backtrog, Napf, unser Molle. Weigan<l II,
149. 3) Vgl. zu diesem ({edauken n. ösii, Note 5, r)S4, (loa, (»71, 7*>1, Erl. A. (»I,
311,390, Förstem. u. B. IV, HU, 232. I) Luther scheint sagen zu woHen: „Ich
bin des Regie rens ebenso satt, wie des guten Essens und Trinkens.
Auch unsere jungen Regenten werden <les Regie rens bahl satt wer-
den (werden sich die llömer abstossen), wenn sie aus Erfahrung kennen
gelernt haben, dass sich nicht alles auf der Stelle und ganz genau
der Vorschrift entsprechend durcli führen lässt. Man muss, uinl das
i s t w o h 1 z u b e a c h t e n , in diesem Falle v i e 1 a u f . D o m i n i c a m 1 n v o c a v i t "
stellen, d.h. meines Erachtens viel darauf recliuen, woran <ler Sonn-
tag Invocavit erinnert, nämlich auf die göttliche Hülfe (Fsalm 91, 15).
Ueber Luthers Massigkeit im Essen und Trinken vgl. n. 042.
1281.
Thobias poema est Jndaicnin et non satis aptum, Diaboliis
enim non fugatnr iecure piscis, Ilastam enim advcrsiis nos ^erit i]Ksins
Goliat, Sic armavit enm Dens vnd scherfft vhm noch wnl sein
Waffen, Gibt yhm dazn sthalieP) zu sheinem schafft, Lej;em
armat, tarnen adeo sollicite"^), ut tandem victus a lidelibus magis pudeat
et confundatur^).
1) Mittelh. der und das stahel = Stall 1. Weigand II, 792. Die sj)äteren Tischr.
Stachel. 2) Im Sinne von „in der fürsorglichen Absicht jedoclr. :;) Die
späteren Tischr. beginnen den Abs.: D. Jonas cum transtidisset Tobiam, scriptum
translatum afterens, D. Martino Luthero dixit, in eo libro i>ermulta esse ridicida et
stulta, praecipue de tribus noctibus et de iecinore piscis assato, «pio diabuhis fngatus
sit. Respondit D. M. Lutherus: Est poema Judaicum, sed Diai)olus etc",
weichen auch sonst ab. Vgl. Bindseil II, 219, Reh. II, 2(>pi, 2(H '», Erl. A. 02, 131,
Förstem. u. B. IV, 404. Vgl. auch Erl. A. oo. 4, Forst, u. B. HI, 42.
1282.
Adeo Caput doleo, ut statim vertip;o nie adoriatur, cum
aliquid intente co^ito, Lieber Gott, sol ich frisch werden,
szo geschechs [473J, So nicht, au^eatur infirmitas mea us(iue
in sepulchrum').
1) Vgl. n. 759, 1262, 1203 nebst Noten, n. 1270, 1300, 1301, 1302, Cord. i». 500
und andere Stellen. Binds. III, 165, Rebeust. II, 22» (Ende d. S.)
343
1283.
Non quidem amo dissensiones, sed timeo adversariorum
pericut qn'ae innninent, (luia neque Denm tin.ent neque bommes.
1284
David war ein guter konig, kuudt einem wol ein gutte
1^.. L „ 15 TV if) David ist ein feiner, verständiger
0 .YS!: ?>1. A.52, 1.0, F ..rstem n B V ^^^-^^^^a-^plf-^ ,,„ ..«g zu drucken
1285.
Q„i peceata incii.iuut «t adnlterium «'■^^^^^VJ,«'' ^f '^^es
wie ein 1. und, szo er erst naschen lernet, sed paulatim assues
eentes gehen sie frcy hin an.-)
t,it..roni, qui rcsii.iiit, wie ilini brstUd "' f ^; " -^"""^^^^ ,,. „ic ein Hund, der
er siel. :i«;-l. .larlur erschüttert hat 1.^3'"';'. J "'^^, i'"' .V frey ohne furcht hinan',
erstlieh naschen lernt, do er aber gewont w.ir, fcing er }
Vgl. auch Kebenst. II, '.•.i''.
IJpctc dicnnt Itali, nos vina nostra curare non posse ab ydrop,,)
Vceto^^s cn nröorrumptint vina nostra'^), 'l"»"*""'^"'!"^ »r ' ' vexTt
i',i"p.aen.iun. accej it t,«i -J J^ÄrSZ 'v^se n'cl.i:.^!
a Proira») usquc ad Uatisponam*) 14 4J, emus toip's va
erat et numto con.pletmn^), ne vectigaha solverent Judei«), Dci tur
man liatt ein süssen trunck gcthan.^)
,) = ,:.,,.„.,. d. h. Wassersucht. . Luther l-'-n »-^ d« Ans.eM der Itahener
kilnutc .lie l)e..tsehen ihre Weine nicht vor '^er Wasscrs..cht ^hut/.cn. )
V-uhrlcute nUinlich verfälschen »V««^%^y';;"?,,,^*"'::'^/r„rnac" Ke^^^^^ ''"'"
!• r a g a = 1- r a g. 1) = Der e.nei. t,.tcn ^ «'^n > «" ^^^^^ ,|ekt und mit
Uegriil.nis z.i fahren hatte. 5) Dessen '^"Ff '^,,'? „^™.o,,,e„ %„ bei Leichen-
Most g..milt war. .i) Luther w.ll ^g!!" , '^'^i't'ären • ") = Als er nämlich
,rans,,r.rtei. der Ihrigen i... Mittelalter '''''";'^»/'° ','*'," „ieder Wasser hinzu zu
den seiner Meinung na.h g..ten Wein 1'™'''^''^^ ^,' "'",S t ^chr., die augensehein-
giess..n. Interessant sind <\.e >''f f''« f "„',;.',',"' ,,fem obigen Abs., dessen
li..l. .lazu .lieiien sollen eine .\r ^Xise is ™ ffeben Bei Bindseil I, 414, 41,5
Kassuiig eine »»f '»7. ';"»j,j;;!^,'''^^';'u inde Xctä ab aurigis .corrum,Kmtur^
heisst es nau.lich: .\ ma Klienana \I •"'""• „otestis vina vestra ab
Mco Itali nobis illmlunt .f'."'" ;;^- , Y, ,l,er , Zigit quod a fidelissimo Principe
liydropisi curare.. ^■^'\''"^)\ }^-''^"'J^f^^^^^^ fandt ich nicht mer dan
v:is vini lihenani optinii mihi "'l' '^^?'"; ,,t'.f Dcinde recitabat historiam, (luo-
cilrt- t/.wi.ker v,.i. .!.•» f..rlc..tten 1""«>'V«'^1^. '*;e.x.lirTl. n^^^^^^ q.iia .I.idaeorum
m„.lo .livcs Judaeus I'ragae nior .....s «?» X^' ^.^^ .l^,*^^ '" ss n t.l.u clam eadaver
cadavera non sine magno vec iga 1 >•*''•" /'; '"' «. en?cs furtivc in via semper de
i„ vas in.'lusu.i. ..lust.. repeban .. Aiir.gae, ho esuentcs i.^ ^^.^^
illo biberimt, hatten also ..;iueu leinen s.issen rank von einem
wol betzalt Worden«. Vgl. auch Kebenst. I. 224»..
c
344
345
1287.
Historia, quiie dcserihit taiii dilif^enter eniptam s])eluiu*ain ab
Ahrahami), ideo nie deseripta est, ut tcstaretur lideni snaiii in ])r()-
missionem sibi faetam de terra Ca na an possidenda, et infidelibus in
testimonium etiam post eiectioueni suorum ex terra saneta, Seiebat
enim invidiani Sathanae ali([uid strueturam adversus posteros suoa,
den er gunuet vns nicht ein pissen brod, Vud wen wir yhn^)
krigen, wil er vns yhn widerumb nenien, Kidet onmes, ideo^)
exeepto, de quo P.'*) dieit^), Nun irridetiir«).
1) Gen. 23. 2) = nämlich den Bissen. 'A) Es ist wolil illo zu lesen.
4) = Paulus. 5) Gal. T), 7. 0) Abweichend und weniger vollständige
bei Bindseil II, 248, in weitläuftigerer Fassung Erl. A. 57, 221, Fürst. u.B.I, 17(i.
1288.
More scriptiirae Moses faeit verba Adae ad Cain^) verba Dei,
sicnt mos est ubique in prophetis dieentibus hoc est verbuni Do mini,
Ita Paulus, Non ego, sed Dominus Cap. T-^), Sie Sem (forte) lo-
quitur ad Rebeccam^), Item in eodem loeo^), a faeie terrae et faeie
tua, id est [475J Politia et Ecclesia^), Vxor non a viro deeedat, inquit
Paul US 6), quia sunt una Caro^).
1) Gen. 4 etc. 2) Lies 1. Corinth. 7. Gemeint ist I. Cor. 7. li>. :\) Gen.
25, 2:\: „Duae gentes sunt in utero tuo etc." 4) Gen. 4, 14. Vgl. Note 1. 5) sc.
a Politia et Ecclesia. Bindseil „Item in eodom loco, cum inijuit: A faeie terrae et
a faeie tua, id est, a politia et ex Ecclesia. Facicm Domini Ecclcsiam Dei ai)pellat.*
6) 1. Cor. 7, 10 „Jis autem, (jui matrimouio iuncti sunt, |)raecii)io non cgo, sed Do-
minus, uxorem a viro non discedere" (Vulg.). 7) Vgl. Gen. 2, 24, 1. Cor. t>, ir».
Abweichend und weitläuftig bei Bindseil 11, 247. Vgl. auch Erl. A. 57, 51,
Förstern, u. B. I, 40 (Abs. 2), sowie mit dem Inhalte des Obigen Cord. n. 47;t, ,im.
1289.
Omnia sua, etiam Trinitatem, indidit Dens suae Creaturae, Sic
Remissionen! peccatorum indidit bosti, sui, bovi, vxori ete.>), Der*^)
man mus verschonen, sicut ipse (juoque tacit, Ideo epiteto'^) eins
est, quod solus sit, Solus enim novit gedult haben mit den leuten,
Apud homines autem est summumius, Imo quocpie summa iniuria^),
Ita P. Actuum 13^), ToUeramus mores eorum. In sole re])eritur
substantia, splendor et calor, in fluminibus substantia, s])len-
dor, potentia«), In Astronomia motus, lumen, influentia '), In
Grammatica tres partes^). In una dietione hae])rea tres literas^)
substantiales, In Arithmetica tres numeri, In Dialectica defi-
nitio, divisio et argumentatio**^). In Rlictorica dispositio, elo-
cutio, gestus sive actio ^*), Nam inventio et memoria non sunt
artis, sed naturae^^)
1) Vgl. n. 106, Erl. A. 58, ISl ff., Förstem. u. B. TI, 25 ff. mit diesem Satze.
Die deutsch. Tischr. „Also hat er die Vergebung der Sünden auch darein gesteckt,
als nämlich, dass man vergebe, zu gut halte und verschone auch den Feinden,
Weib und Kindern, Gesinde und denen, die uns erziirnet und beleidiget haben, ja
auch dem Viehe und unveniünftigen Thieren, dass man ihr verschonen muss*.
2) = Diese muss man versch. 3) Lies epitheton. 4) Vgl. n. HKi, S57.
5) Act. 13, 18. ü) Die spät. Tischr. subst., fluxus, pot. 7) = Einfluss. Das
Wort fehlt bei Du Cange. 8) Luther meint wohl die Laut-, Formen- und
Satzlehre M) Lies literae sc. rcpcriuntur. Walch XXII, 372 Jn der Hebracer
Hm r Sprache finden sich drei Buchstaben, die den radicem oder erste Bedeutung
eines Cs ausmachen". 10) = In der Dialektik die «^^f i|>%^-,Vnl"sfoV^^e'
Einteilung derselben (Feststellung der log. Kategorien) und die Schlusstolgt-
r i g n ) = In der Rhetorik die A n o r d n u n g der Gedanken, die r e d n e r i sc h e
Vu.^irucksweise der Gestus oder der mündliche Vortrag. 12) = Denn
dirErnnVuuguml das Memorieren sind Gaben der Natur nicht der Kunst
Der obi^'-e Abs. ist in den spät. Aufzeich, auseinandergerissen. Der erste Icii (bis
norcse^>rum) findet sich nur in den deutschen Tischr.. und zwar al »weichend und
rZuSn Erl. A. 57, 133, Förstern, u. B. I, 102. Den zweiten Teil, von dem
Walch an der vorhin cit. Stelle die deutsche Uebersetzung giebt bie en alle spat.
Tischr., auch die deutschen, in lat. Form, und zwar mit einer Keihc von Zu-
s ä t z e n. Vgl. Ed. A. 57, 3S6, Förstem. und B. I, 299, Bmdseil colloq. I, S, Reb. I, 4^
1290.
Sie quaelibet res habet pondus, numerum et mensuram^,
Sed haee optima praetereunt SeUolastici et exeogitaveruut mama^).
1) _ So hat ferner ff Die spät. Tischr. et figuram ^;^) ^\\t Zusiltzen
Erl. A. 57, 3S0. Förstem. u. B. I, 299, Bindseil colloq. I, 8, Reb. I, 1^ n. 1289 u. liJO
gehören zusammen.
1291.
In Musiea h fa b mi est Euang-elium, moderatur enim [ITi)]
totam musieam, C^aeterae elaves sunt Lex, et ut Lex obtcmpemt Luan-
L-elio \\V) b fa b mi alias voees re^, et Mi est Lex, ta Liian-
gelium, sceundus tonus est iuiirmus peeeato^), quia in b ta b mi
uteuiKiue eanrÖ permittit: Mi vel fa^).
n lies it'i •>) Mit den spät. Tischr. wird besser peccator zu lesen sein.
3) se. vocem'. * 1) Vgl. dagegen Binds. colloq. ^v 35: B^molle in musiea est^^^^^^^^
(bei Rebenst. fehlt der Abs.) bieten Folgendes: , Das Eiiangelium ist gieicn wie
las B fb Uli in der Musiea, als die von ihm regiert wird; die andern Claves sinds
Gesetz Und gleich wie dks Gesetz dem Evangelio gehorchet also smd auch die
anderen Claves^lem B fa b mi gehorsam. Und gleich wie das Evangelium (une
Tb iche, holdselige Lehre ist, ^ilso ist das Mi und Fa unter alen .stimmen de
e c ste. Aber^ler an.ler Tonus ist ein armer schwacher Sunder, ^er lasst in
B fa b mi beide, Mi und Fa singen\ Vgl. Erl. A 5S 2|>S, lorstem. u. B. II 14
Vgl! auch den Artikel Musik in Götzin gers Real-Lexikon des deutschen Altert.
S. 475 ff. Eine genügende Erklärung des Obigen ist noch nicht getunden.
1292.
Sublimia mysteria maeben eitel irtbumb. Ideo Moses voluit
(MTMtunun i)au(Ms'describere et siiiiplicMssimis, sed emptionem spelimeae
in Kbron') et saerifieia ae ritus Judaieos i)lurimis verbis deseripsit, ne
baeresim facercnt.
1) Vgl. n. 12S7. Erl. A. 57, 220, Fr)rst. u. B. I, 170.
1293.
'ä
Tertium Esdrae wirff ieb in die Eiben, quartus babet
aa, Primi autem KsdraeO sind sebon vud baben ^nite posz-
lin'Ö, ut est iUud certantium coram Rege''^).
somnij
"*i, imiimiijiM'i
346
1) = Die beiden ersten BücIut Ksnie '2) = Piisslein. ^ :<) Yp;\. n. *Jr.«J, wo be-
reits von dem dritten und vierten Kueli Esra die Rede war. Vjijl.Erl. A. r»2, 120, TiO,
Förstern, u. li. IV, 402, Hindseil, eollo(|. II, 21S, Kebenst. II, 2(U «. Die Lesart der
spät, l'iselir. weicht besonders in sofern saeldieli von Cord, ab, als, was oben von
den beiden ersten Hüeheni Esrae gesagt wird, in ihnen sieli auf das vierte Hueli
Esrae bezieht. So heisst es z. B. bei Hindseil ,tertiuni Esdrae wertVe ieh in die
Elbe. In <iuarto sunt soninia Esdrae j die sint sehüne vnd sonst auch gutte püss-
lein, ut forte est vinuui, fortior rex, tortiores luulieres, supra omnia veritas".
1294.
Moriens prolubebo filijs meis, nc Icpiut Colloquia Erasmi
[477], lü(iuitur ciiiin sub alieiii« persoiiis sententiam suaiu iinpijssiiiiain,
qnae contra fidein pii^nat et Eeelesiam, Rideat nie sane et alioH, den
Sclieffelemini') non rideint, LucianuH longo peior est Erasmo'^),
qui omnia saneta ridet sub speeie sanetitatis^).
1) Von LutluT selbst (vgl. Festschrift des Gymnasiums zu Clausthal p. IT))
scheblimini geschrieben. Vgl. n. 1630. 2) Hier steckt ein Fehler. Der Ziisani-
menhang verlangt entweder Lucianus longe melior est E ras mo oder Luciano
hmge i)eior est Erasmus. So hiess es n. .{'.H J.uciauus risit ouiues, maior
tauien nebulo Erasmus*. 3) Vgl. n. liOl sowie p. 554 d. Mau. Mit Zusätzen
Bindseil 1, 278, Kebenst. I, 204'», Erl. A. Ül, 96, Förstern, u. 15. III, 410, 411.
347
129
o.
simmn
A verbo paeiendi sit') in Ebreo, (piod de Mose dieitur, nntin-
[n fnissc-), id est afflietissinius =0, In Aegipto ab ineolis et deinde
a Judeis innuniera passus est, et vide, etiam nos ita prcmi, priniuni ab
bostibus et deinde a propn js ') et amicis.
I) Vielleiclit fit = von dem Verbum dulden im Ilebr. kommt es lu'r, dass fT.
2) 4. Mos. 12,3 „Aber Mose war ein sehr geplagter Mensch" IV., „erat enim Moyses
vir mitissimus" etc. 3) Lies afflietissimum. 4) = Den Angehörigen.
1296.
Die weyssen Reissen') missa Legatione ad papani rogaverunt
adseribi Eeelesiae -^X (piibus euni postulasset niaxiniani sununani peeuniae,
tandeni deseiverunt, Ideni rogavernnt (vt d')*) Pilapenses^), sed isti
adeo offensi ad Tnrcani defeeerunt^).
1) = Mittelh. der Kiuze = der Keusse d. h. Kusse, Weigand II, 46S. Also
die weyssen Keissen = die Weissrussen. 2) sc. Komanae. 3) Auf-
gelöst mit ut dieitur. 4) Mit den Pilapenses wird Luther die Läpp lii n de r
meinen. So heisst es Erl. A. «iit, i:{, Förstem. u. P. III, 40 .Prcussen hat viel
böser Geister, dessgleichen sind in Pi läppen viel Teufel und Zauberer*. Iber
wird Pilappen von Förstemann mitLapplan«! erklärt. Dagegen findet sich bei
Bindseil I, 226, Kebenst. I, 120'" die Form Bi Happen (referta est veneficis). Sollte
hierbei vielleicht an die Doppellappen zu denken sein, die ja in die beiden
Stämme der Kenntier und Fisch lai)pen zerfallen? 5) Luther will sagen Die
Weiss-Kussen suchten einst durch eine (Jesandtschaft an den Papst die Autnahme
in die römische Kirche nach. Da dieser ihnen aber eine beträchtliche (ieldsumnie
dafür abverlangte, so Hessen sie schliesslich die Sache fallen. Das niimliche Er-
suchen stellten die Lappen; diese aber ebenso vor den Kopf gestossen, gingen
zum Türken über". Wann die Weiss-Kussen und Lappländer init dem Papst
über den Anschluss an die römische Kirche verhandelt haben , ist mir nicht be-
kannt. Es ist mir auch nicht gelungen etwas Sicheres darüber zu erfahren. Der
Ausdr ut dieitur zeigt vielleicht an, dass Luther selbst seiner Sache nicht reclit
sicher war. Vgl. auchLauterbach Tageb. S. 65. Corp. Kef. XIX, 615. Seb. Brant e. 66, 40.
1297.
OloiTiri eerte [4781 mm possnnt Tapistae de Religione Cbristia-
noruni, cMim negent ipsius prinmin prineipiuni et inysteriuni, nempc
fideni, lta(^>crens et sui sinnles oppugnant statum totius scMiptiuae
et sie dicit: Dens, Cbristus, spiritus eins lustifieat Ergo tides
non sola iustificat, Et tarnen si plures numeraret, non tarnen
iustifieareut sine fide.
1298.
Ex tota bistoria Seripturae observare non possum, librum Juditb
esse saeran. bistoviani, neque obseiTat Geograplnam »j hc^l senptii^
est i^te liber, ut Legendae sanetoruni ad ostendendiun ^) Denn , qui
ulo abatur!in Judel onuies Tyrannos niundi vineere adeoque ipsum
SatananK et Tyrannos sortire'^) talennsniiam;), qualcMn llolo tem^^^^
et feininain Juditb pro oeeasione, ipia boc^) describeret, adsumpsit-)
Sieut Iknuerus Troiam et Virgilius Aeneam^) in quo'') desenpsit
prudentiam. magnaniniitatem. fortunam, casum etc.'»)
n Die deutsch. Tischr. ..lazu wird auch darinne nicht das Land angezeigt,
in wel-hen c f^^^^^^^^^^ soll sein", (ieographia, hier wohl im Sinne v^on Be-
wÖilTlnmir n,; des wil aussei ,1t mn eine „nsseUe Gelosenheit z« habe«,
, o' V ; envüilnte Thatsaebe (sc^ Uc.u« ö.nues tyrannos vlncercete).,, f>^S^
der Weise vor die Augen zu tullren^ '-t sc. iissumiisit. !i) m quo If '»» ?"<-"
VutrVn sein "wobei er eine einj^eliende S.luldoruns ^eKoben bat von <1« K1"S-
lu'i 3 lloHtberzifikeit. den, Cliiek und i;n«liUk ('»^^j ^' tr^c^V'^e^spÄ K
belili.b abweiebend und mit einer Heibe von /usatzcn (lio spat Au
'ÜiellnllnVen. Vk'I. lündscil eollo<i. U, 2is, Kebenst. II, iol», Erl. A. (.2, l.t",
l- örsteiu. u. h. IV, m, m.
' in'vi n. I>sl. 2) Üarueb n, :is. :') Der erste '1>''' /.''i« ""■;.'."' ''';!
In beiden Teilen weichen die spat. Antzeich. von Cord, wenig ab.
1300.
sein leben nocb
''ÄÄÖÄäÄiSilMs/
348
vna hora mihi scribeiiti fit Dies unus'), et Juveni deccm
noctes^) vix una nox, Nunc singiilae horae mihi noctem
faciiint, den ich kan nicht rhw=^) hahen^).
1) Die Worte vna hora sind als Prädikat zu fassen. 1) sc. factae sunt.
3) = Ruhe. Luther will also sagen „Ein Tag" (schliesst sich an das Vorige an
„cum ita vexamur, Gehen die Jar , das einer nicht gewar wird) wird mir,
wann ich die Feder führe, zu kaum einer Stunde, auch in meiner
Jugendzeit schwanden mir zehn Nächte dahin, als ob sie kaum eine
gewesen wären. Jetzt dagegen ist es anders. Jetzt machen schon je ein
paar Stunden eine Nacht für mich aus, da ich keine Ruhe finden
kann. 4) Vgl. n. i;un, wo ebenfalls Nachrichten über Luthers damaligen Gesund-
heitszustand (1533) gegeben werden.
1301.
Nemo credit mihi, quantiim doloris mihi afferitt vertigo,
tinnitus et susurri aurium, Non audeo [480] iinam horam con-
tiniio legere, non aliquid evidenter cogitare, neque inspicere
quidemaut cogitare') diligenter, Statim enim adest tinnitus,
Vnd sing2) auff die leng dahin^).
1) Wohl agitare = erwägen. 2) = sinke. 3) Vgl. n. 453, 547, (iOO, 714,
751)^ 1180 — 1192, 124S nebst Note 5, n. 1202 und 1203 nebst Noten, n. 1270, 12V2.
Alle diese Nummern enthalten Mitteilungen, die sich auf Luthers körperliches
Befinden beziehen. Das Obige, mit dem man vgl. IJindseil colhxi. HL H)0, Rebenst
II, 22 ^ Erl. A. Ol, 4(M), Förstem. u. B. IV, 24S, scheint Mitte Februar 1533 gesprocheJi
zu sein. Die Darstellung der späteren Tischr. weicht namentlich in der Form ab,
auch leiten sie den Absatz mit folgendem Zusätze ein: „Quidam couijuerebatur, sc
vexari scabie die noctu(iue. Respondit D. M. Lutherus: si vobiscum possem per-
mutare, nemet meinen kopff, ich Euer kretze, wil M fl. tzugeben. Vos nescitis,
(piantae sint molestiae Vertigo etc." So Binds. und ähnlich auch Reb. und die
deutsch. Tischr.
1302.
Scahies purgat corpora, quae purgantur ut stercorando, sudando,
et optime couvenit ad sanitatem capitis, doch mag ich meinen kopp
nichts zeihen, den er hatts treulich mit mir gewogt, Er hatt
guten Danck hcy mir verdienet').
1) Mit Zusätzen Bindseil colkxi. 111, 100, Rebenst. IL 22»', Erl. A. Ol, 400,
Förstem. u. B. IV, 24S.
1303.
Tobias exenqdum est l>oni patris familiae, et (luod Oeconomia
kompt in nott vnd ferlickeit»), In Joh autem talc ali(iuid dctiniatur,
(piale in Aenea, Author autem amplilicavit, qucmadmodum fccit Vir-
gilius, Sunt 2) quasi poema-*).
1) Vgl. u. 12«m. 2) sc. Tobias et Job. 3) Vgl. 12'H», wo es hiess „Tra-
goedia est liber Judith Tobias vero comordia etc.", auch n. I2s| „Thobias
poema est Judaicum". Einige ähnliche Gedanken finden sich Erl. A. ()2, 134,
Förstem. u. B. IV, 400.
1304.
Ex animo odi Erasmum, Eodem enim argumento utitur advcrsus
Euangelium, (pio Christus') adversus personam (Hiristi [481J-), Satins
enim putat silendum esse^ quam Principes Germaniae concitandos <),
349
Et Johannes odivit Caipham,.et Christus^i^t ihm ein grossen
.tos Maius peccatum hal)et, (pu me tradidit'^).
^'^"', Dem Lamn^nhange nach ^^^^t^'^^'^^^r^^^
-SS SSV« rt:c!^*,Hvr Vi KsriiÄ
denn .Uss das ^an/.c y?'k vc^^^^«,';'' „ Se" ' 4) = Als dass man die Fürsten
Sinne von „ni.l.t v.'rUumU^ «£^^" «'^J^«^,^-^^^ . AufreK.ms set/-«" »'usse.
^"^u'''iT'^^'"''AUxiI"KrSell conö;;. lf27,., Reb. I, l«5^ Krl. A. «., '-S
Förstem. u. B. III, 411.
1305.
merckent), l^e^\^\"^"^ " , y^rba cpiasi somnolenta loquitur,
i? Paie^'^^lvInS fläul")! De., vero e't pius alitev indidat^ de
iHtis et aliis verhis suis'').
,)Hi .'-n „Joannes '^f^ ^'^^ ^^^.^ya!^:^t:{^S ^^^
solcher «.an redet, n.a« V'^"!, !'"''' »"'^:;'Teh^;.lt Cm' unser Herr Christus,
redet gar schlee .t und "" ,='' ''^•/^^.„^'.'u'e,'" 2) Bindseil „giebet einen",
(i.-ttes Sohn, rede , da soll '»f , •^"'V'r,!'", \vird iudieat stecken. i) = rms
;,) .loh. 17,.r,. 4) in .'.\'-'-;!-^,^;;'^;;'^^., ^^ u" " h ek in Bezug auf den Schluss
se. .lohannis. Dk'. snat •'■'''•.,■'",'',, Vtm Uebenst. I, IHS^, (Endo der Seite),
„„d mit Zusätzen. Vgl. »'■'"»^'l .f'^J' „" in «nebst Niten.
Erl. A. Ol, «7, Förstern. U.B. 111,411. >gi. n.
1306.
y|,n machen et olo e» "^^^^^^^^ , .,^ De.nocriti et Epieun,
eins«) non s.nmn 'It-^'^f V ' von n (i od is -lui ,.rcmit Eras.n.n.i,
,1.,,. a..d.ct etc., !;"'^'^ '^ .lur Wun de ovo Haiili.ei ex Esaia^),
;;;rV.:euri^S^Ö 'fl,:ot; K E^o i« leet« Ua« „oete iUa
''''"qÜT Sata^a'rt'on odit, amet tua Carntina Erasme ete.^)
n sc. Christi. ^^^^ 2) sc K.s,nu. J, -^^Z^^^^ ^
4) = Wanze, vgl. n. MS ..) •'V*'- '-' " -■. nie suät Tischr., welche ganz-
i,iu'um« .•!.". , «■.) Vgl. n.. 48 No e , ) Du, sp. I, 1 ^, ^ ; . ^ ., fl.,^,„ „„,,,
, ,.1, abweichen und mit \''i';7;/' f,;V/^;"i.-,,rias et uinlgeat Orcum".
folgenden Vers hinzu: ..At.jue V' S "'','':: *,,,',, ,ier scldeehten lleborsetzung:
BeTde Verse haben dann . IC '';'"''';•'';' '^;,';,"'2^^^^^ Heb hau; Die Teufel
Wer nicht .b-u, Satan >?t '-'l' '• .«'^" :. ' , ,1 I. B kkeu säu.u.ln". Vgl. Binds.
'an ;:u«iu.u,cn s.jaun Und Milch -»;'';- -■•k,;;;.'/...'!^. 111, 4.1, 4.1
coUoii. 1, 27'.», Uebenst. 1, HH.*, t.n. a. oi, .t<, ,
1307.
350
nicht wollen zum Prior haben, er ist viel zu wunderlich ge-
west*).
1) Biiulseil „Nihil tractat de Oiristo, nisi qiiod nouiiiu' utitiir". 2) Amlrcas
Proles, bis 150;i Ordensvikar der deiitselien Au^ustinercoiiirrej^atioii, Stjiu]Mtz's
Auits Vorgänger. Vgl. über ihn Köstlin 1, 3"), Kolde, die deiitsclie Angustiner-
eongregatiou von Joli. v. Staupitz, 187*>, S. ItiJ ff. 3) Mittelh. triu wen , Mitteid.
trüwen = in Treuen, in Wahrheit. Unter jetziges traun. Vgl. Wcigand II, U22.
4) Mit Zusätzen Bindseil eollo(|. III, la.'), Uebenst. II, 237'», Erl. A. (12, \\\), Förstern,
u. 1>. IV, 3*.>2. In den deutsehen Tisehr. werden di(^ letzten Worte „leh hette ff."
ebentalls Staupitz zugesehrit^ben, während Troles gar nieht erwähnt wird. Ketor-
niatorisehe Aeusserungen von Proles über uiensehli«lie Traditionen und I)is-
l)Utationen, über Auslegung des göttliehen Wortes dureh die Väter der Kirelu; erwähnt
Luther Erl. A. 62, 49, 50, Förstern, u. B. IV, 324.
13U8.
Das wir doch ^ott vertrawen mochten, das er vns die
narnnj:; g;ern wolt ^ehen, die er allen j^ottlosen ahiinde ^nbt,
quihus velut et rusticis dat oniues creaturas et plane onmia, tautinn
se nou dat^),
1) Einige ähnliehe Gedanken Erl. A. 57, 174, Fr>rsteiu. u. B. I, 134.
1309.
Impijs evenit [48B| sua calamitas im])rovise •) et subito, (juia
exceeati nihil ])rovident ne(iue credunt ])rocul videntibus, sed nianent
securi, ne(iue aliijuid curant (|uud est reli^ionis, sed taiitum istis externis
rebus sagiuantur, donec obruantur aliquo nialo, (juod nou jxKSsunt etVugere,
Exemplum in Papa^).
1) Nebenform tÜr iiuproviso. 2) Erl. A. 58, 3o4, Förstern, u. B. II, 119?
1310.
Spiritus seni])er ])rior est ad docendum, sed nou ad audicuduuj.
cui ])raevenit Verbuni, et S])iritus ii)sun\ secpiitur').
1) Vgl. n. 1213, Erl. A. 5S, 154, Förstern, ii. B. II, 2.
1311.
luduratuni c(M" nou niovetur ])roniissis nee tcrretur uiiuis ueque
flectitur llagellis^ et ])laj;is adeo nou enieudatur, ut etiaui liat duriiis*).
1) (xanz falseh und abweiehend Erl. A. 51, 435, Fi>rst. u. li. IV, 272.
1312.
Olim totam Piibliam ita meditatam hnbui, ut «Miiiiium
capitum teuerem sententiam, sed haebraicae liu^uae Studium
coufudit mihi haue memoriaiu.
1313.
Rusticis et |484J nobilibus in Visitatione nou est conuiven-
dum, et cum rebelles sunt, pastores eorum av(K*andi sunt.
851
1314.
LunaticosO puto fuisse tempore Christi non Plf ^„.^]>^^f ^^^^
S-it'uri Haben doch ein schlack von yhm gehabt, lalem puto
f^iissr^H^^^^ Er hatt ein geistlin gehabt, Magun-
tinensis») .■um t^) orasset, Beuedicte Mana, et Mediam^) p.o
duxiHset') t:") resiiomlit, Wasser, Pftatt'.-')
Kit J t J-.3;, «
gewesen, so haben sie doeh einen sehlag darvon .
1315.
1310.
luiduus est Contractus, (luaudo altera pars habet voluntatem,
altera neccssitatem, Den jener achtet die whart) „ach seinem
gefallen^).
U - Die Ware 2) Vgl. Erl. A. 57, 353, Försteni. u. B. I, 274 ,Die Handel
1317.
Dens conservat artes 14851 et non homines, applicat tamen ad
siugulas ali(iua iugcuia, et iUa ars preciosa est, (luae estnuatur in mundo
casas») esse-). t^- • •
n lies eassa = eitel, wertlojs. Luther wird sagen wollen .Diejenige
1) Lns <^'^^.VVT. K',n<V w.'h-he die Welt tVir eine solche nicht zu halten
Kunst ist eine Nvirklielie lyust, Ave 4ie /»Yu; Artes a Deo eonservantur. Dens
Vil b (Emle .1. S.), Krl. A. «i, 2-..7, Förstern, u. I',. l\ , -.,.4.
1318.
Summa ini(iuitas est muiuli. ((uod »on vult credeve Dcum insü-
f,eat..«se, et ...nnes l.o.nincs sil.i adscril-ant u.stuMam. vnd keiner
vil l.ekeuneu, (,u.kI ipso Dens apcrtc dicit de onnnbus, q.ua, quaudo
" A=A( *fW8" *Wi .w immmmM
352
dicit, Dens instificat Inipiiini, heist er vus alle ertzbosewielit.
Quid eiiim uon audet faeere linpiusV Oniiiia, si habet oeeasioueiii,
Qui uon fecit, quod alius fecit iiialuin, feeit tarnen alicjuid, ((uod ne((ne
ille unquam fecit, Nemo mundus ') est, hoc tarnen fey It am bekennen.
Was geschehen ist, das ist geschehen, Qui t'uratus est, am])lius
non furetur'^).
1) = ist rein. 2) Ephes. 4, 28. Die spät. Tischr. f^jinz abwciclieiul
und wenig Ulm Hell, ausserdem mit vielen Zusätzen. Das Einzelne kann
unmöglieh angeführt werden. Vgl. Erl. A. üs, 2<M), Förstern, ii. 1). II, 30 (Euile der
Seite), Bindseil coUoq. II, SS, Rebeust. II, \)\)\
1319.
Publica crimina longe praestant privatis, Quis euim est für,
qui suspenditur, comparatus ad peccata, quae facit 1). 0.*)? In dies
occidit multas animas, et tarnen vult iustus esse'^).
1) Dux Georgius. 2) Abweieliend IJindseil eullofi. II, h\) „Privata seelera
nihil sunt ad publiea, was ist der arme menseh, dem man den koplV abschlug, tzu
rechen gegen hertzog Georgen, i\m in dies occidit anima et corpore et tarnen viilt
iustus esse". Vgl. auch Kebenst. II, l(M)a. Die deutschen Tischr. Erl. A. .'iS, 201,
Förstern, u. B. II, M mit verschiedenen Zusätzen.
1320.
In dediscendo Pai)a plus laboris habemus [ 18()| (piam in discendo
Christo, et bene faciunt isti, qui in ali(pia arte praejMdlent et a dis-
cii)ulo parum doct(> duplicem mercedeni exigunt, Von solchen Dingen
wissen die Jungen theologi nichts.
1321.
Adeo snperstitiosus monachus fuit Gregorius Papa»), quod-)
dispensatorenr*) suum fidelissimum Satanae tradidit propter :i tlmen,
quos iactos^) in se])ulchruni suum invenerat in Oelbi sua, Tales fuerunt
omnes in Monasterijs sanctissimi, llomines sine omni Hpilkia"»), (pKul
semper fit, ubi Christus aufertur pie volentibus vivere, Tnnc Satan ita
urget'^).
Erl
1) Luther meint Gregor I. von 59o— 004. Dies geht unter anderem auch aus
Crl. A. (H), 271, Fiirstem. u. B. III, 24ti, hervor, wo auf das im Obigen Erzählte Bezug
genounuen wird mit deui Zusätze „die Trigesimä", dreissig iMessen für di(; Todti'u
zu halten, sind vom Papst Gregorio erfun<leu und bei acht huudert .lahren
gestanden", (iregors I. Vorliebe tVir das Möuchstum ist bekannt. Vgl. Kurtz,
Kirchengesch., S. 127. 2) Für ut tradiderit. :{) = Hausverwalter, Schatzmeister.
4) Bemerkenswerte Kürze der Darstellung. Luther sagt „die er ihm ius (Jrab uucli-
warf und die er in seiner Zelle gefiunlen hatte", wotür man erwart«'U sollte „<|uos
iecit in sep. s.. post(iuam iu Cella s. invenit". Lies hni^ixtia. V^gl. n. Ulli Note 5.
6) Die spät. Aufzeich, abweichend, besonders in Bezug auf deu Schluss und mit
mehreren Zusätzen, die unter andern einen ähnlichen (iedanken (Mithalten, der Cord,
n. nsi bereits vorkam. Vgl. Bindseil colloq. III, 22s, ü, :,, Erl. A. (;<), ISU, 271,
Förstern, u. B. III, IM, 240. Bei Uebeust. fehlt der Abs.
1322.
Weibisch vnd kindisch putabatur olim in a bone*) x^-) uomi-
nare, Scotus, Bonaventura^*), (Jccam, Aristoteles, Plato reg-
nabant^).
353
J) Ui.rau s.l,emt sul. K 1. ^•.•^'' "'' ;,4 si • . ja man bielts scMor lür unsereimt,
hcisst: Etwa,. »;;1;^'» f ' r rLnu auftu l're igtstuhl zu nennen. Und der
]^;;; '.h::.,:,;:. a s,^ Nat» l^ZJ^^^^^o^ «■- scbrifan, ..gebogen
lurli alten'.
1323.
Praedicatimiem Lefris mus man halte u propter malos et plerum-
nnc Alit super l.ouos [487J. die nemeu sich drumb an') vnd offt
^'rvVl l\r|!erinde ae si pluat iu u.are et densas Silvas, non super
agros fertiles"^).
n Sich annehmen um = sich eine Sache zu Herzen gehen lassen
^^r • '^1 I \vx "/we i 1 1 ä u f t i ." uud mit Zusätzen Erl. A. 5S :n2, Förstern, ii. B. II,
?^:^^^'^ : th i^rlV; m;4m15X der 8.), i;^-te.j. . 1^ IH ^^ (Ende der S.),
sowie Erl. A. 57, IS (Ende der S.), Förstern, u. B. I, 1«. (Mitte der S.).
1324.
Oui verbum Dei cimtemnunt, cadunt in reprobum sensum, ut
videtur in Muntzeranis et Anabaptistis, qui cum tanti sint lacta-
t(»res Spiritus, neciue puerilia instituta') noverunt^).
W - ^icht einmal die die Kinder betreft'enden kirchlichen Einrichtungen
hinic necesse est omniii aua nuiii i»iv»..n... avav/vt j tt r;ri
contemnunt, Baptismi maiestatem videre non possunt. Keb.ll,5ba.
1325.
Aut asinus fuit Tapa aut Diabolus, Asinus, quod stupidissi-
,nos smls errdres nun intelligit, Diabolus, quod eos fovit et conhrmavit.
132G.
Omnes oui orant, maledicunt, velut cum dico Sanciificetur
nomen ?uuml nndedico Erasmo et omnibus contra verbum sen-
tientibus'). . , ., r^u
„Er.. A 5,., .., Fr.rs.e,n. „ B^I. 245: ^^^^^l^^^^^
t^^t^kXX^i:^^^^^^^^^ .«««Ott .ästern „nd schänden-.
1327.
Quio.,uid Dens praeeipit, est Lex et "P"' ■^'fr'fi'.v^^trdS-
nrieoiiiit (4881 Kr«.. Lex iiistifieut sive opus Legis, Maioi '). est distin
S I^^an. ;.p..s^.egis est, quod fit voluntate eoaeta et «^^ •<- «f
ti P, st oi.us voluntiuium, (luod innititur promissionibus, Qui novit
Jt'^iistiiSiL i 'eU et pro'nnssiones, o.nnia similia argumenta faeile
solvit^).
^ 23
354
1) sc. propositio. Luther meint, der Obersatz sei von dem Untersatze zn
trennen. 2) Ganz abweieliend und kaum dem Gedanken na eh iihnlieh
Erl. A. 5v^, 333, 407, Förstern, u. H. II, 141, VM).
1328.
Voeabula sunt aceipienda^) secundum materiam subieetain'^).
ut Philosoplii loquuntnr, seu seeiiiuluin statum'), ut Klietores
docent, sive secundum propositum^), ut Sophistac cimtendunt, sive
secundum casum internum'^), ut Juristae V(»lunt, Velut Pai)istae
non utuntur vocabulo secundum propositum in lu»c loc<)'>)? «Opera
eonim sequuntur illos", ubi (»pera torquent ad suas Missas etc., cum
textus dicit: Beati mortui, qui in l)(»mino moriuntur, Sie sind
in vnsers h. g. schosz vud yhre werck sollen auch für ylin
komen vnd yhm wol gefallen*).
1) = Intelligenda. 2) = Na eh dem saehliehen Inhalte. Luther will
sagen „der Sinn der einzelnen Wörter richtet sich, wie die Philosophen sagen, naeh
dem saehliehen Inhalte^ 3) = Naeh der Bedeutung im Spraeh-
gebraueh. 4) = Naeh dem Zwecke, dem sie dienen sollen. 5) =Xach
Massgabe des speziellen Falles. (>) Apocal. 14, 13. 7) Ganz ab-
weichend und entstellt Erl. A. 5b, 333, 407, Förstem. u. B. II, 141, VMK Das
Einzelne anzuführen ist nicht möglieh.
1329.
Fides ipsa etiam praecipitur, ut, Qui huic propbetae non
credit >), in Deuteronomio et primo praece])to [489 J, sed tantum,
ut nos abiles-) reddat ad percipicndam tidem i)romiss(»rum Dei in
Euangelio, qui usus est totius Legis, ut scilicet ad tidem veiiiamus.
1) Vgl. Deut. 18, 15 u. 18 ff. 2) Lies h abiles = geschickt.
1330.
Erasmus, dum Moriam») scripsit, dignam se filiam genuit, Decet
enim illum flexiloquum Vertumnum^) ita girare^) caudas suas et
morum*) gignere Moriam^).
1) Vgl. n. 530, Note 1. 2) Vertumnus (Vortumnus) ist ursprünglich eine
etruskische Gottheit und das Symbol der sich verwandelnden Natur. Vgl.
Otfried Müller, Arehaeol. s. 4<)4. Daher bezeichnet das Wort auch, wie schon
bei Horat. Sat. 2, 7, 14, einen unbeständigen, wankelmütigen Mensehen.
3) Gyrare (yr^io^) = Im Kreise herumdrehen. 4) = //<y(>*»? d. h. Narr. 5) Luther
meint also: „Indem Erasmus die Moria schrieb, hat er eine seiner würdige
Tochter gezeugt. Diesem zweideutigen Proteus steht es niimlich wohl an seinen
Schweif so im Kreise herumzudrehen und als Narr eine N är r i n zu zeugen. So würde
Luther sagen wollen, dass Erasnuis eine z w e i d e u t i g e , w a n k e 1 m ü t i g e und ser-
vile Natur sei und als Narr eine N iirrin gezeugt habe. Doch ist ita — caudas suas
vielleicht = Seine Ansichten so in Umlauf zu setzen. Die spät. Aufzeichn. w eichen
gänzlich ab und geben Luthers Worte entstellt wieder. So bieten die
deutsch. Tisch. Erl. A. «1, •»*♦, Förstem. u. B. III, 413: ,Da Erasmus sein Hiu-h Moriam
geschrieben, hat er eine Tochter gezeuget, die ist wie er. Denn also pflegt
sich der Aal zu schlingen, winden und beissen; aber er als ein Morio
und Stocknarr hat Moriam, ein rechte Narrerei, geschrieben. Dagegen
heisst es Bindseil I, 278 noch abweichender: Cum Moriam conscriberet, dignam
se genuit filiam. Ita enim vertumnus ille flexilocpius carpere solet.
Schielt vnd wils nicht gethan haben, non ipse feci, sed ipse Morio.
355
Fin Stocknar scripsit: Moria ein narrerey. Sticht also ^^u^ch den
tzaun nihil aperto^narte faciens etc (!!) Vgl. auch Rebenst.^ dessen
Text von Druckfehlern wimmelt und deshalb wenig verständlich ist.
1331.
Bene doeturus et eonsolaturus conscientias non versetur circa
bvi)otbe8es,sed circa tbcses,id est statum Euangelij praesentis
velut de quinque panibus, ubi alij dicunt multa m ayaritiam et
silent statum istum Priinum quaerite etc.») Hicut in palmis^) oquun-
tur^O de cantu et alia multa et praetereuut locum propbetae^), Lt tlieses
referendae sunt ad liypotbeses'^).
n Matth (i, 33. 2) Am Palmsonntage. 3) sc. alii, qui non bene docturi
et consLuurl sunt consc. 4) sc. Jesaiae. 5) Vg^-.n 1141 nebst Noten Die
spät. Aufzeich, mit einer Reihe von Zusätzen. V^\- l\"j;J«^il ^'«"«q- 1"' ^^^ ^^'^'
Rcbenst. fehlt Obiges), Erl. A. 59, \W, Förstem. u. B. II, 380.
1332.
Ksto (luod multi sapientes in mundo offendantur et recessuri sint
•i me 14001 cum adversus Erasmum scripscro, tamen mehus est, me
ill,H ilerdere (juam Clnistum ') Cbristum in suis praefatiombus super
EuanWelistas fere mm discernit a Salomone'^) Joannem pene
c<mtenmit De Pauli Koman(»s^) dicit, ditücultatem Epistolae superare
utilitatem,' Heist das Paulum gelobtV Pfu dich Molan^).
n _ Dass ich diese verliere (nämlich als Anhänger und Freunde) als Chr.
2) BindL^.S;lu:^ero Christum et^SoIonem;, die deutsch. Tischr f ras^us hat
fose faule l'raefationes und Vorrede gemacht, wie wohl er s;e gelimlert ^^at; den^
er macht schier kein Unterschied drinnen zwischen C ins to und ho Ion, dem »leiü
nLouM weisen GesetzLrdKT ". 3) = Pauli (sc. epist. ad Romanos. ^ 4) Ab-
we end u ^ Zu ä z^n Binds. coHoq. I, 277, Reb. 1, 195 a, Erl. A. Gl IIS, 99, Fm-s^m^
II 413 Ausserdem leiten die lat. Tischr. das Obige mit folgenden Worten
ein Anno 37 Aprilis Martinus Lutherus totum fere diem consvunpsit pcrlegendis
iraefidonU.us Erasmi in Novum Testamentum, ibi concitatus dixit: Et^i serpens
nrlit lubr'us. ut prehendi non possit, d.a-^abimus tamen emn cum su^sc^^^^^^^
nos et Ecclesia nostra. Esto, multi sapientes in Lcclesia ottendantur etc .
Die deutsch. Tisd^r. bieten densell^en Zusatz, nur haben sie als Datum den 1. Aprd
153(i. Beide Daten sind wohl in Zweifel zu ziehen und 1533 richtiger.
1333.
Wir mussens lassen gescbebn, qmKl apud i^gf^ti^^i"^^^
bomines nunc laboramus. et alios venturos in messem, Lt lie^t mulü
nunc recteO currant ad lnfer<KS. tamen sunt, qm Cbnsto credant et
salvi erunt, Die werden vns nicbt lassen.
1) = Gradeswegs, schnurstracks.
1334.
Speci(»sissima argumenta plerumque sunt vaua, et quae diligenter
jiderata»), tandem inveniuntur nibil valere'^).
consider
1) sc. sunt. 2) = Die erweisen sich schliesslich als nicht triftig, nicht
23*
durchsciilagend.
i^-v^aillXLl^t ' j&aaf-j»"<.
356
1335.
Papa et sui confessi sunt, simul et Caesar, iios uoii esse
haereticos, et verbuin |491J Dei esse, quod Cinititemur et doeeimis,
Ideu quiequid eoutra uos moliuiitur, adversus se i])S<>s et eouseieiitiam
suam faciimt, Drumb wirds nicht glitten ende') mit ylin-) nemeu^).
1) Mittelb. der und das ende. 2) = Ihnen. .{) Vj?l. n. 12(), 794, 1254.
Die Erklärung, dass die Gegner Luthers seihst die Iliehtigkeit seiner Lehre zu-
gestehen, findet sich auch in den spät. Aufzeichn. öfters. Vgl. z. H. Bindseil I, 141,
144, III, 261, 273, Erl. A. üü, 215, 242, 2s7, Ü2, 81 ff.
1336.
Sicut nox non est dies et dies non est nox, ita Inipij n(ni
sunt apti ad obedieudum Euangelio Dei, Aut enim desi)erant
propter peccata sua, aut praesuinunt de luee nullas ainplius tenebras
metuentes •).
1) Luther meint „oder sie setzen ein vermessenes Vertrauen auf das Licht
rangeliums, so dass sie sich vor keinem Dunkel mehr fiirchteu".
des Ev
1337.
sz
er
Ach lieber Gott, wie bistu szo gar geduldij^ vnd lest dich
zo gar mit fusseu treten, 8ed talia ab initio passus est a sua
reatura, Du kanst sie aber zu deiner Zeit wo! zalen').
1) = Vergeltung an ihnen üben. Die spät. Tischr. l»ezahlen. Vgl. liiudseil
colloq. III, 297, Erl. A. 00, 357, Forstem. u. H. 111, 304.
1338.
Uuum folium in Terentio melius est omnibus dialogis et ccdlo-
quijs Erasmi [492] meae quam odi hydrae. Ei)iphanius»), Cyrillus*^),
Vulgarius^) optimi fuerunt in Ecclesia Graeca^).
1) Epiphanius, Bischof von Salamis auf Cypern, gest. 403. 2) Vgl. n. 243,
Note 4. 3) Vulgarius (= Bulgarius) heisst bei Luther und Melanthon (vgl.
Daher der
um ver-
Theophvlactus Zeugen der luth. Abendmahlslehre gefunden zu haben. Dj
Ausdruck optimi. 4) Mit dem ersten Satze des obigen Absatzes k:
glichen werden Bindseil colloci. I, 278: „Quapropter hydram istam odi, eiusiiue libros
mea auctoritate omnibus pijs proliibebo, nam necjue mores, neque Ingenium formant,
unum folium Terentij prolixo diah)go aut collotpiio eius praestat". Vgl. aucli
Rebenst. I, 195«, Erl A. Gl, 99, Förstem. u. B. III, 413. Ueber Ei»iphanius auch
Binds. III, 139.
1339.
s
hi
Wen man ewen frum leute') hie seet, szo gingen doch
chellen auffe"^), Neque si 4 Lutheri, 20Philippi et 30 Pomerani
ic essent, aliquid efüeerent, Gott mus ein David oder Cyrum
Regem erwecken, der mus thun, In Duringia^) tit ex frumento
triticum, Hie autem ex tritico frumeutum et quamquam^) aliquid vilius^).
357
1) Mitteldeutsch even (vgl. ^ .^f ) = ^^.I^HtS
Sinn scheint zu sein „AVenn man ^/f;^ 1 X[, ^^^^^^^'^^^^^^^^ Form
so würden doch nur Narren oder Hohlkoplc ;^^ .V'^"'^? ^o die landschrift.
Diiringen ist die historisch nchtigere. }^ «^^^"(J.^/^.f/j' steckt nonnumquam
Die Lesart wird schwerluh zu halten /^^^l... ,\^J;^^^;\\, '^^^^e imd dem in den-
.larin = mitunter. o) ^^^^ ^^^, ^l^^^f^^^^^^^^^ ^e^ieint ^t fort und meint Jn
selben gelegten ^'^'Zll.'lwlv^^^^ "'«^ ^ '''^'' ^'"^^^
Thüringen ist der Boden tiir (las /;^'^"|:^y' " in Wittenberg der gute Same (vgl.
liehen Samen und erntet gute l" '•'^^•^'^ .?? = X J d m tu^^^^^^^^
1340.
Ich war in eim lande, do ich was,
Da wechst nicht laub noch gras,
Da ist wider leib noch leben,
Kanstu es erraten, szo wil ich dirs geben ff.O
1) Die Auflösung dieses hübschen Rätsels ist Himmel.
1341.
Summum dominium datum est hominibus |^;:^f J ,\^?|;^^^^^^^^^^^^
l),, ninamini piscibus etc., Er wil aber auch heii bleiben, Das
wi^lleu wir yhm nicht gunnen.
1) Gen. 1, 2S.
1342.
Prininm caiiiit Genesis^ totam scripturam in se continet [493],
verti n^ui possunt. ne(ine unquam luit qui illud, ut pai esset j, poiuix
explicare, imo intcUigerc'^). . T^-n ^n«
1) Gen. 1,2. .Und Gott s,>rach: Lasset --^^^J^:^^ri^)^^l
1 • 1 • tv -i o\ Vir] P»nulseil colloci, 11, 21^, IvCOeuM. ii, -"m ^^^'- -*• »
';;: i^irJ^elL^^^ri! iv, 402^ Vie hü. Vis' U. vcriin.lon ,ias Obige mit dem, was Cord,
n. Uns bietet.
1343.
Moses^). „ ^.. ^.
n Tes r> 1 Vidi Dominum sedentem super solium etc.; , .f}.f- ;\^'-f,\' ^
) .Ks. o, I .>i I ^^ ^.^^^7^ ähnlich Bindseil 111, I.W, l^.ri. A.
:0 sc .ludaei ,-*^^>^ u^'^'^ / Ve i-ens wird die Hinrichtung des . esaias von
iVl, (., l'orstem.u. B. IN, »'»• , ^ iiui^m^ . i.^-.i.,,,, w-ibn'nd die niesten christ-
de'n iü.liscl,.« l.,ler,,reten den. ^^•;'^f *'i','^^'^"^;r','",\'^'^i';'''e ,1 ti irl elien Todes
lirlien .\usloger il.n s.liou mr /..t '''^«.,'^"''f "A'^'S- "erstem. ... B. IV, 417,
sterben lasse... Vgl. tiese.i.us, Com.... i, Jes. 1, b. J H., tors.tu.
Note I.
'^^^mwmss
359
358
1344.
1348.
Christus optime novit diseernere inter peceata'), Ideo invidiam
pbarisaeorum valde odit et taxat, Ma^dalonae autem cleincns est
et comis, Uli noliint vcrlnim, liaec apprehendit, Last vns suiider
sein, vnd nur nicht invidos^).
1) Biudseil II, 157 „Cum luentio fieret invidiae Cochlaei et aliünim adver-
sarionim erga Lutberum et Euangcliuui, dixit D. Martinus: Christus optime
novit etc.* 2) Die spät. Tischr. abweichend und mit vielen Zusätzen. Vgl.
Reb. II, 120». Erl. A. 58, 177, Fürst, u. B. II, 19.
1345.
Bibliam esse [494] soripturani Dei, liine probatur, quod onniia
in ea ita sunt scripta per Miosen, wie es ^^elit vnd stehet in
mundo, id est, wie es Gott gemacht vnd geschaffen hatt, et oninia
regna cessaverunt, Iste autem über nianct toties impugnatiis'). (»ot
hats mit sonder'^) k rafft erhalten, Ali) qui manserunt velut Vir-
gilius, Homer US, Isti amati fuerunt a mundo 3).
1) Statt dieser Worte (von et omnia — impugnatus) findet .sich bei liindscil II,
200, 207 Folgendes, was zum grössten Teile den Kindruck eines spätere n Zusatzes
macht „Ad haec Juluis Caesar, Augustus, Alexander, Kegnum Aegyi)tiorum liaby-
loniorum, Persarum, Graecorum, Kouianorum sind hinweg, (|ui tarnen (»miies volucruut
hunc librum delere et perderc, atcpie hoc unice studucruiit, ut hie Iil)cr delcrctur,
attamen non potuerunt, sed mansit incolumis".(!) 2) = Mit bes<mdcrcr d. h. Gott
allein zu Gebote stehender Kraft. 3) Die spät. Tischr. abweichend und mit
vielen Zusätzen. Vgl. Keb. II, 105'», Erl. A. 57, 2, Förstern, u. H. I, 1. Mitten
zwischen dem Texte der deutschen Tischr. findet sich das, was Cordatus n. 11 o
bietet.
1346.
Lex divina est generalis, Naturae, quae ab') homini])us est
insita, Civilis est piditica, Munici])alis ist landsrecht, Stadrecht
sunt quaedam excerpta ex istis oninil)us, Solus Pa])atus nulluni habet
f undamentum 2).
1) Dies Wort kann nicht richtig sein. Vielleicht corrumpiert aus dem ganz
ähnlichen Compend. fiir o m n i b u s. 2) Dagegen überliefern die deutsch. Tischr.
Erl. A. 58, 311, Förstern, u. H. II, 125 abweichend Folgendes: ^Ich wollt gerne
die Gesetze unterscheiden, denn es ist l.tiottes (besetz; 2. das natürliche; 3. das
kaiserliche; 1. das Landrei-ht. Das göttliche ist gemein; das natürliche Gesetz ist,
das allen Menschen ist eingepfianzt; das kaiserliche ist die Polizei und weltliches
Regiment; das vierte ist Stadt und Landrecht, so ein«'s ieden Landes oder Stadt
eigen ist\ Vgl. mit dem Inhalte des Obigen Cord. n. 2<i5, 223, 225, 330, '.»02.
1347.
Lucas prae omnibus diligenter scrii)sit histnriam passionis Christi,
Johannes autem schreibt') den heupthandel. die andient//^),
Concordantiae nimis tediosae sunt 3), Johannes studuit brevitati in
hae historia^).
1) Bindseil „streicht — aus \ 2) Luther meint „Christi Verhör vor Pilatus\
3) sc. lectori. Sinn : Uebereinstimmende Darstellungen sind für den Leser allzu er-
müdend. 4) Hierauf bezieht sich die abweichende und sehr weitläuftige
Fassung der spät. Aufzeichn. bei liindseil II, 222, Kebenst. II, 2U2i> (Ende der S.),
Erh A. 62, 125, Förstern, u. B. IV, 3Us.
T^offavi Deum ne det somnia [495] fallacia et dubia, et ut non
homines somnijs^). .
,) MU..11,. .ewartcn nnt «e„. = Acht l',?J-y;;f «urScSeX
Förstem. u. B. I, 3y'.>, 400.
1349.
Fern si istarem Missae papisticae, maxime summae, in reve-
'ulest cuilessio, Ita Xaaman Syrus penmssus est-) abUelia ) intiaie
tcmv I ;• ,,T.,r;« ,ii,>«,> wpsent.icUen Stücke bestehen,
1) sc. i)ai)istac sacramcnti. ^or n ditsc wosemiitut
säst Liither se.l.st im .-«.Kenacu. ^> . f^'f''' '^.Ä ^i ^ Kiinige 5, 17-.0 im
Sm, pcrmissu... est' ^O l^'«« jib «^ ' ' ^- 'j"^*'^^; 4)'Sur l,ei Biidsei. I. m
A„Ke. VielleiCt st .lalicr al. "f, '^, '(•^' ' l endF.".Kendes: ,A,. .iceat Christiano
findet siel, weit.;iutt.s un. f ' » '■ \' '' ( ' ^^^ ,\ ^'„" ] cmtigeri interrogabat Martinnm
h,„nini Hussae naiHstuae ^'f f ^'i;. >^ ^i'',:; ^^fieie, „m , si ten.phu« papistiemn
l.ut.iirum, .und .lonuni pio et •- 1'"^'""^,.!,,,,; ' ',,, , corporis et sangninis e.evan a
ingressus vi.leret missus .e ebrari a r «'«^* ^," "" , "''''^i,„ jen i-foffen nur nicht
sacriHcu.o. l!es,M,ndit .>"'"""•?.„ ;"^;«".i„ '\t" ^ s illorum Ecc.esia essem,
von dem a.tar, lesc.ie ilnn die Vertzen " ♦ •' '^- ly"^^ , ,,„ ,„^53^ ^pud papistas
pr„pter exemp.um alionun.mhrnK.rmn ' » ^^^^^i^^^,^, 'U'^^ecrat, nbi Von est Ec-
ist reclit. Alitcr est, s. missa pri aU, n»a ^^ ^ ;"f'"^^; j,,; erniissu egrediebatur
.lesiae eonsensus et pnb.u-a •^^«n »^^^.^ »; ^1 mn 'E sanetus Sebastianus nolebat
cum rege suo templum, ul.i erat cn.tus '< » "'"'■ " ,e„,i.„u„s ex animo il.ornm
nrcpi.ag.are fidcui suam nisi mterrogatus. ''»'''^ ''?" {.^.f^XZlU sa<>-en: ,- denn
Imp'io'-eu.tui:. N-l'Cord;m.sAn...Mcl.m^
pnb.ica contessio.
1350.
A quil)useunciuc') mterrogatus sum de una speeie^),
i„ten-:...ni de n.ftieia .JustiüeationisJ) Cln-.st, an IIa
Illos rursus
3^ rMiri»<ti an illani sciant et
'*''"," i Von vorsdüedenen, von allerl,and I-|'-;tc>|- J -(i^'^S^^rsellfnt
Vg.. .len folgenden Abs. 1) sc. .j m '";\^^ . r,', ' ,,,i ' ,u ' eni^eu (tVirchten), .lie sie
airer, «eh-he .lie Miichtigen der .'.rde ''''''''", [,','''";,f,Vr beiderlei Öestalt tV.
icht zulassen werden d. h. /.un. ( cnusse ''^(,;^j;' '"•'', ,""*^S'^= stand halten.
10 Mitten., die väre, die var = (-ela r \\ >! "•""'.'', '' , „,;, ';„ ..„gern .<irclien
^:^^,^':UrZ.!^^>^il^!'^^^^^^ aber vor den MUehtigen
360
361
der Erde oder denen fürchtet, die ihnen die Zulassung zum Abendmahl verweigern
werden, der thut besser sich des Genusses des Sakramentes ganz zu enthalten".
Bindseil III, 25 bietet dagegen abweichend ^ D. M. Lutherus interrogatus a multis
nobilibus et civibus: Num scientes peccarent, coacti autem a Tvrannis possint unam
speciem snmere, respondit: Si scitis institutionem Christi etcreditis veram, non
licet, quia conscientia vestra aliter sentit et loquitur. (^uod si autem timctis
tyrannidem, satius est omnino abstinere. Summa summarum, wer die gefar nicht
stehen wil, der lasse es anstehen''. Vgl. auch Kebenst. II, l.'i3'\ Die deutsch.
Tischreden ebenfalls abweichend. Vgl. Erl. A. 5i>, 8t), Fürstem. u. B. II, 2*.M'>, auch
Erl. A. 59, 95, Förstern, u. B. II, iJOI (Ende der Seite).
1351.
Cum Sacramentum sit ])iibliea (»oiifessio [lOiij. vani sunt Saeer-
dotes, qiii ex iino caliee ministrant vinuiii oupientibuM unnin spccieiu
et sanguinem, qui seeimdum institutiouem Christi volimt exeoin-
munieare i).
1) Lies communicari (oder — re):=Die, welche wünschen, dass das Sak-
rament gespendet werde (oder zu com. wünschen). Abweichend und wenig
verständlich Bindseil III, 25 „D. Cruciger interrogabatur. An recte facerent quidam
sacerdotes, qui pro voluntate alterutram porrigerent, et ex caliee utrisipie (V) darent,
etiam pro siraplici unio (soll wohl vi no heisscn?). Respondit I)., ([uod non debeant
consecrare ista fraude, ut quidam duplici, alij una s]>ecio communicent ideo, quia
sacramentum sit publica confessio''. Vgl. auch lie})enst. II, |:{:{''. Nach Cord. Auf-
zeichnung will Luther sagen „ So sind diejenigen falsche Priester, die aus ein
und demselben Kelche denen, die das Abendmahl unter einer (Jestalt begehren,
nur gewöhnlichen Wein (nicht geweihten) miuistrieren, anderseits aV)er Christi
Blut denen, die das Sakrament unter beiderlei Gestalt zu nehmen wünschen*.
In den deutsch. Tischr. findet sich Erl. A. 59, 89, Förstem. u. B. 11,297 Folgendes,
was sich auf den obigen Abs. zu beziehen scheint: 4)arauf sagt er (Herr Hans
Vngnade von Weisswolf, Freiherr von Sonnek, Geh. Bat Ferdinands I. und Laud-
hauptmann in Steiermark, oder sein P>ruder Andreas, der nach Förstem. u. F>. II,
29(i, Note 5, am 9. Sept. 153(1 zu Torgau Luther jtredigen hörte und auch eine Unter-
redung mit ihm hatte), ^In Ungarn ist Jetzt der Brauch, dass die Priester das Aben<l-
mahl des Herrn den Laien in einerlei und beiderlei Gestalt reichen und gleichwohl
beides für Recht billigen; was halten Euer Ehrwürden von solchen Priestern V
Dazu hatte Doctor Martinus Luther geantwortet „er hielte sie für nu-ineidige Ver-
räter und Bösewichter; denn wenn sie bekenneten, dass das Abendmahl in beiderlei
Gestalt recht wäre, so würden sie es in einerlei Gestalt (welches wider des Herrn
Christi Ordnung ist) nicht reichen"*. Vgl. auch Mathesius, Predigt XII, S. 205.
1353.
Tmitatio est res dialH»liea ethnäO, Iude<rO simplieiter est noxia,
•uit ad mim vuia, Ita imitantuv Ver])nm Dei haeretici, Opera iide
i vUrit« e Cae e Ol ias idolatrae. Bellum Tvranni 3) et temerarj, [49.J,
Sffi^S;un"\rtitieia inertes die ^--M>lerö, A Js -„^^
Dens verbum, opera, artes ete. iii mundi) suseitat et tae t j, et
StiX l^mias U(piitur, Et solus Dens est, (luia servat rehquas pro-
tutiirpi:'), Sic est mnndus ab initio^).
.XI ,„o •>^ Tics Ideo 3) Tyranni fehlt in den spat, lischr.
l'.ml. Lesart ist vid passcmler Im ' ' ' y,-..,*" ,^,^ lerlst L> .lie Er-
voll iliinunen Mcns.-lien Vgl. .Kern ^'™^^'^5 "'' V
igitur Dens Verbum, opus, artes suseit.it, lV'';|.,;;i;*\U 'V^.^^i j^ -„^.te gibt, so thut
«•ür.le »''^•^";"^■;;,^!'^;•' ^ „>^' '';"StiiKlo 'i .las sc.iuitt.r, so .lass der Sinn
mtmdo suseitat. et tacit Zinnas iiiMimui^* «eine künstlerische
si.l, crgcl». .Wenn (l..tt ««'" ;'^, ;.,..; ;,^^ %'^'Aam « «l^""'' »»^
t^^ti!:ivr^^: ^v::: ^^^I'-^a» ^ ^..^ -i.- e,r^:
ror.Mt,ius-. Vrrs,iin|Ui.-l,c.r.l,o.outscl; ls,lr . Ha^^^^^
Man kau der weit nimmermehr recht thiin noch predigen,
Si praedicatiir |)a])atus, offenditiir conscientia, Sin Christum ])racdicas,
earnem offendis et pa])atum, ])raedica autem carncm, et Christum
offendes, Welt bleibt weit, Vnd hatt yhr Christus nicht konneu
helffen, werden wirs auch wol lassen bleiben, Sed hcc quis
credit nobisV Non est'), ut credant, sed ut videant-).
1) = Es ist nicht der Fall, dass man dies tV. 2) Dieser Satz ist die Antwort
auf die vorhergehende Frage. Luther meint .,Mau braucht in diesem Falle nicht
zu glauben, sondern nur die Augen aufzuthun, um die Wahrheit des (Jesagten zu
erkennen, dass man's nämlich der Welt nicht recht machen kann und <lass dieser
nicht zu helfen sei. Statt der letzten beiden Sätze, die in «len latein. Aufzeichn.
fehlen, haben die deutsch. Tischr. „und sie immer hinfahren lassen, wo sie hin-
gehört, zum Teufel^. Die spät. Tischr. im Einzelnen abweichen«l, sonst ähnlich.
Vgl. Bind.seil I, 177, Kebenst. I, 95» (Ende d. S.), Erl. A. 57, :H2, Förstem. u. B. I, 241,
auch Erl. A. 57, 102, Förstem. u. B. I, 7S, sowie Cord. u. 045.
Lein\ wie Mäus'eareck sich unter .len Ptet.or menget .
1354.
C.nms '..it Cl.risti«) est simul l'ai>a et Türen, .jnia coiims
...wti .•'.!..• '^ mnmx Spiritus .V-tiCln^ti ^«t l^M'«, Cavo
0 US ' ' rea uu .•orporalitor intestat Eeelcsiaiu, illc sinntuahtei Sunt
Zm X u... l)..nnno Dial.olo. eun. Papa ..t meudax e
törniVia" Val..^., üe.la- illuu, AntiCUristu.» a.l uuitatem, et a.nl..^)
invenies in Papa').
„ 1>s \n,ie,,ris,i wie hernae,, riehti. .eiosen ^^^;^^J^l'^Zj:^,
^r,;r^:, '^u : T"'-:! iritiilut^r'Kri: a. ..J i^^ ^0.,.,.. ». h. m, m,
362
1355.
um
Verum ut Ecclesia vietrix fuit a prineipio ') sanetitatis Jiulaeorum
et Romanoriim ]>()tentiae, ita hodie ae semi)cr vietrix erit liy])oeri
tarum, id est Papae, et poteutiae Tureae ac Caesaris, Tantuii
oremus 2).
1) =1 Siegerin geblieben ist von Antang an über ff. 2) Vgl. Erl. A <H>, 177,
Förstern, u. B. III, 172, Bindseil H, 1 1 1, Reb. II, 50.
1356.
Posteriora mea videbis, faeiem non videbis [408], quae sunt Lex
et Euangeliiim, Lex dorsnm, ira, peeeatum, infirmitas, Euangelium
facies, gratia, dcmum, perfectio ').
1) Dasselbe in ganz lilinlicher Form bereits n. 34o. Vgl. ferner Erl. A. 5s, ;i()7,
Förstern, u. B. II, 122, Bindseil I, .'iö, Kebenst. I, 20 ^^ Bei Bindseil findet sich das
Obige mit dem verbunden, was Cord. n. 12!U hat. Kebenst. beginnt den Absatz
mit folgenden Worten „Summa, discrimen legis et Kuangelij est depictum in hoc
dicto. Posteriora mea videbitis, faeiem meam non videbitis. Lex dorsum etc."
1357.
Christi an OS oportet tripliees sustinere inimieos, quia credunt et
confitentur tres ])ersoiias in trinitate, Contra potentiam ])atris Tyrannos,
Contra sapientiam filij Seetari«»s, Contra bouitatem et sanetitatem tilij ')
falsos fratres. Hee est i)r(»bati(> Theob»«^iea, Orammatiea-) hec est,
quia quidam sunt mali ut Tyrannj, Alij ]>ei()res ut Seetarij, Tertij
pessimi, ut falsi fratres, qui panem edunt Christi vnd treten s mit
fassen^) aus lauter boszheit, Ideo peeeatum ipsorum est irre-
missibile*).
1) Lies Spiritus sancti wie n. 65. 2) sc. probatio. 3) n. 05 ,Vnd
treten vns zu Lhon mit fussen". Vgl. auch n. 755, Note :\. 4) Die obigen (ie-
danken kamen bereits in abweichender Form n. 05 vor. Beide Absätze, sowohl
n. 05 wie 1357, weichen wiederum von der Fassung der spät. Tischr. nicht uner-
heblich ab. Vgl. Binds. III, 50, Kebenst. II, 144'». Die deutsch. Tischr. Erl. A. Ol,
145, Förstern, u. B. IV, 18 mit einer Keihe von Zusätzen.
1358.
Christus est Dominus patris sui David, (piia et Dens est et
Sacerdos, Et e^o interro^^atus, euius filius essem '), respondissem
Mosi, a quo David est e(>nstitutus rex.
1) Lies esset.
1359.
Quaerere sua aut vietum tueri, n«»n ])rohibuit Christus [4001,
alioqui nemini lieeret agnum a lu])o defendere, Sed eharitatem vult
impendi proximo, et non vult Christianos eorda habere, cpiae vindictam
exeogitent, Sieut noluit fratres Christianos eonfundi cum gentilibus
Judicibus, vehit est in Cor. 1.») Alia sunt eupiditas seu avaritia, alia
eupido vindietae, et ipsa necessitas su])venienti8 iustieiae^).
1) Dies Citat scheint nicht richtig zu sein. Gemeint ist wohl I.Cor. 0, 1 ff.
2) Luther will sagen „dass man das Seine sucht, d. h. seine eigenen Interessen wahr-
363
nimmt, oder flir seinen Lebensunt.r|.ltsoj^t^ h^^^^
würde niemandem ein Lamm vor dem .^^f j^^^f" f^Ä'^^^ Christen Herzen
lielfondc Einschreifeu der Gerechtigkeit gebieteristU torairi. vgi.
1360.
Tnrva ilH monaclioruin non est eultiis Dei, sed is, quem pia
eonla iVprehen^rex verbo üei fideliter praedieato, ut Deo eredamus
et diliffamus eum et proximum 0-
fatigant stia eorpora ^U«, v.gilijs, caiiti K^^ f ^^^ ^, ^o
Ue hoe eultu Dens "''" V'^ '* ' "^ "\/ " ..nuliuntur animac, ut sciant, quid et
•"l;f^\\rio''':.rXt:"DZn;;;r ^jSLurSia'üa^:;;, erga Deu. Jt pro.m.uu.-. ^ gl.
S Keb U, 1 14» (Knde der S.), Krl. A. «1, Vi:,, lorstem. «. ü. ^ , 1-
13tjl.
Onod Deux omuia dat gratis et incessanter servit liomimbus
Italis dat rapam^).
„Wohl in. Sinuc von: Versteht er ^U;hau,^ diese ^i. Vergeltung ff.
1362.
Satau eum me [500] otiosum et sine ™<^'^"f «"^ J V^.Sf^
treil.t er mir in mein gewissen, me ^fl^^'^^^^^Vn-'t e' m eh
l.-isse Dolitiam, fee sse seditiones, üobin «ii.ufet ei i» ^ u
m' CrnaUemVurs«sverbu...apprehendo vneo,«^^^^
mean. doctrinani non esse meam sed bbj Dei, /^«J™ , "*^° . \" , ^^
n mlo« Kti'inwi deeem essent rebelies, et perirent, Ls Ueist nunc
ärÄ (Kl stu t"^^ alles auffein Hauffen,et Reg.^) audite )
Jerdun" l'olitiani neque Oeeonomium, Si autem contrarium faeiunt, sibi
dent eulpam malorum').
.) Uesverbi. 2) Fiir ei .3) ^^tth. H, 5^^ 4) L^;s K e ^^ ^J^,
,0, 12. <■,) -\et Iti il ; ., (.; 24 d. „.. '> " ^';1"'.1vÜ 'des Obigen findet sieh in
Sehuld an ihrem Lugliuk beiines.'<cn. ^er grosbeTe l ui uts -j ^^ g^^ Fassung
Ä;ittie^:;^usif;:e':i"'-ti: ^^^i^:^^:^^. m^^, ..^. Er..
A. 57, 45 (Ende der S.), Forstein, u. 13. 1, .«>.
1363.
Si Doetor non fuissem, Hette mir der teuffcl viel zu
sebaffengel'cu, neque enim' tam levis est res invadere et etüpare
JUmgggl^:
364
totum Papatum [501], Et licet') Papac et omiiihus Episcopis
libentei* obedirem, sed cum iiieani obedieiitiani noii velint iiisi iie^ato
Christo et Euaugelio eins, malo eo8 impiignare quam Deum mendacem
facere '^).
1) = Glcicliwohl, iuimerliin. 2) Bindseil I, l.'JO abwcMchend ,Missa enim
et coelibatus sunt diuie coliininac papjitus, (puis Sauison Cliristus inovet, ruent ciiin
magna iat*tiira inundi, Sathan het mir viel tzu sclialVen geben, nisi Doetor fuisseni
Theologiae. Nun enim levis res est mutare illam totan» religionem i)ai>atus. Ad
haec D. Jonas: valde mirum, ([uod Sathan vos iinpugnet, eum tanien testimonia
sacrae scriptiirae iiidicium Dei snpra illos reveletis. Kespondit Martinas Lntlierus:
Nos libcnter papae et Episcopis obediremiis, sed detrectant istam nostram obe-
dientiam. Sed hoc agnnt, ut Christum negemus, Deum nu'ndacem testemur et
Euangelium haeresin (licamus*'. Vgl. ferner Rebenst. I, 7(5'», Krl. A. (>(>, .iol (Ende
der Seite. Die Fortsetzung tindet sieh in Folge eines Versehens im Drucke niclit
auf der folgenden, sondern erst auf der näclistfolgenden Seite), Förstern, u. B. III,
263, Erl. A. 5«, 297, Förstern, u. B. III, 0 (Ende der Seite).
13r)4.
In })aptism() et ])rimo praecepto vovemus omnos. Wir wollen
fest halten an Gott, et in omnibus tentationibus, ([uas su])eramus,
hoc Votum nostrum innovatur'), Ich were sonst lenkst todt.'^)
1) = renovatur, was die latein. Tischr. l>ieten. 2) r.indseil I, \'M) ^Vovi
et in primo praecepto et in Baptismo, das ich an ihm fest haltten vnnd glauben wiel,
Et in omnibus tentationibus renovatur Baptismus et votum, sie lietten mich sonst
getodttet^ Vgl. ferner Kebenst. I, 7(;'S Erl. A. (>ii, 302, Fi'.rstem. u. B. III, 2(i3, Erl.
A. 50, 297, Förstem. u. B. III, 1<).
1365.
Papatua est fundatus snpra Missam primo, quod mundus ei
credidit cultum Dei esse, Secundo, (|uod oiDues opes corrasit ex Missa,
quibus abnnde sustentatur. Petra est Papae, in spiritu et carne, et
ipsa iam cecidit in spiritu, cadet in carne (pu>([ue').
1) Dieselben (Jedanken kamen bereits in anderer Form n. ('»2»» (Erste Hälfte)
vor. Das Obige schliesst sich iui ganzen mehr an die Fassung der spät. 'I'isihr.
an. Vgl. Erl. A. 00, 39"), Förstem. u. B. III, 333, Bindseil colhni. I, 122, Heb. I, f.sa.
Vgl. auch n. U)S5.
1366.
Maxima ars et disputatio Satanae est, ut verlns excutiat arti-
culum remissionis peccatorum privative et positive'), ut: Vos
praedicastis [502] Euanirelium , Quis iussitV Et quidem alio modo 2)
quam unquam est praedicatum. Deinde exagirerat ]>eccata nostra, et
bona^) extenuat, vel etiam caluniniatiir. Da mus den einer g^ewis
sein, et adeo, ut possit g:loriari cum Paulo, se Doctorem esse gentium,
Ministrum Dei^) etc., (piae ^loriatio tam est neccssaria, ut^) est'') arti-
culus fidei').
1) Es ist eine Ilauptkunst und Chicane des Satans, dass er den Artikel von
er Vergebung der Sünden auf negativem und positivem Wege zu nichte zu
' 1) IJom. 1, I.
365
Förstern n B III 9, Erl. A. (.0, 0, Förstem. n. B. III, 44. Luther meint also: Wenn
der SaHn sagt ihr' predigt das Evangelium? Wer hat den Auftrag dazu erteilt?
Und lluUt^es loch daz.i in einer von der hergebrachten Weise abweichenden
l\"m gepmiigt-, so greift er jenen Glaubensartikel auf positivem Wege an, wenn
erT-t^en unsere Sünden übertreibt und das (iute, was wir haben und thun, herab-
setzi odeJ sllgar böswillig in ein falsches Licht stellt % so ertolgt sein Angritf aut
negativem Wege.
1367.
Wen ich bev mir selbs bin, danck ich G. v. H.O de yera
agnitione coniugij^i praesertim cum illud coufero cum incesto coelibatu
Piipistarum et abomiuandis vicijs Italorum^).
n - Gott von Herzen. 2) Von den abom. vitiis Ital. ist auch sonst die
Rede \vi besonders Bindseil 11, S4 „At Papa saepius incestuosos et ahos s u-
uratores perpetuo caelibatu punit et ita peccatum peccato accumulat. Urne factum
est ut 1 a 1^^^^^^^^^^ monstrosas libidines lapsi sint, ita ut in concilio sta-
tut\is s nunicrns puseronum (V) Gardinalibus permittendus. \ gl. auch
BincKr^-^orKrh A. Vi, 42N FörstV'in. u. B. IV, 07h. Mit obenstehendem Absätze
vgl. Erl.'dl, 205, Förstem. u. B. IV, 09.
1368.
Last die adversarios nur wüten, quia is, qui posuit terminos
mari sinit illud (piidem estuare. sed non excedere permittit') littora,
sed rotinet quidem acpias non ferreo sed arenoso littore^).
1) Die latein. Tischr. audet. Psalm KU, 9. 2) In "»^«"\^/" ..^vcit-
läuftiger Fassung und mit zahlreichen Zusätzen. Erl. A 02, 40,^ lorstem
u B. IV, 711, in kirrzerer Fassung Erl. A. 57, 2(I0, Förstem. u. B. I, lo4, Bindseil
colloq. 11, 129', Kebenst. II, lüS^.
1369.
Spiritus p:'), Caro autem [503J intirma, hoc Christus de se^-),
Paulus idem K«Mn. 7, Spiritus libcnter crederet, sed impeditur von
der kluL^en vcrnunfft, v. h. ^vO mus da ^^edult haben et non
extin^uere linum fumi^ans^), et contentum esse in primitijs spiritus,
quos^) habemus. Cum Papa cepit Jurista«).
\) = promtus. Matth. 20, 41. 2) sc. dicit. 3) = Vnser Herr Gott
4^ les 4-> 3 Matth. 12, 2(i. 5) Lies »luae. 0) sc. spiritum. Sinn: Der 1 apst
u Li du 1 Hst n haben uns den Geist gemmimen. Unvollständig Erl. A. os,
'"7 f'.'b T l 4 1^ Änikel von Vergebung der Sünden ist in allen Creatjiren.
Der Geist st 'wohl willig, wir sin<l ein glimmend Doeht haben wir «be Ersthnge
des Geilstes; unser Herr Gott muss Geduld haben. \ ollstandiger Erl. A. ob, 392, K
u. B. II, ISS.
1370.
Dens perditurus regna primum auffert sapientes, id est, excaecat
eos, Deinde auftert (luoque potentiam^).
n Virl Frl A 57, H4, auch 199 u. I7S Förstem. u. B. 1, 111, auch 154,137.
Vgl ferier^mU Luthers' Worten die bekannten Worte dc^ ^^:^\^'r*^^>4'^'i
So Ol oc les Antigone 02u, der (Buch mann, Gefl. Worte, XL Aufl., S. 240)
auVeim.m unliekannten griechischen Tragiker die schönen \ erse anfuhrt:
"ÜTfiV ti' o dcduon' uvöqi 7i<>iKjvrt,i xaxa,
Till' rovv tliiaij'f n()wToi', v) ßovXtvtiui.
Geläufiger sind uns diese Verse in folgender lateinischen Form:
i,tMungcr ^^^^ ^^^^^ perdere vult, dementat pnus.
366
Vel auch Velleius Pateren Ins, der einen lihnlicben Gedanken ausspricht, wenn
es II WS bei ihm heisst Jta se res habet, ut plerunKiue tortunam muta-
turus deus consilia cor^umpat^ ferner Bindseil I 337 .Aber wan vnser
herrgott einen straffen wil, so macht er ihn tzuvor bhntt, dass er nicht sehen kan .
Rebenst. I, 165 b.
1371.
Wen das stundlin kompt, szo W(»lleu wir das wester-
hembdlinO anzihen vnd die absolutio fidei hören vnd davon
faren^).
0 Mittelh die wester oder das westerhemede ist das Chrisamhemd,
welches dem Täuflinge zur Taufe angethan wird, in Schwaben aber das erste
Hemd, welches die Taufpathin dem Pathenkinde verehrt. Weigand II, \m, l lOü.
2) Bindseil II, 187 „Wan das letzte Stundlein kompt, so wollen wir das wester
hembdelein antziehen vnd vns der absolution freuen. Confide fili, quia remit-
tuntur tibi peccata tua etc/ Vgl. auch Kebenst. II, KU«. In Bezug auf .wester-
hembdlin" vgl. Cord. n. 789, wo es hiess , et demde alba veste mduantur, a
quo ritu dominica post Paschae in albis vocaretur, et mortui albis (f • vestibus)
induantu^^ Femer spricht sich Luther über den erwähnten Gebrauch KrlA. 5! ,
67 Förstem. u. B. II,2S0 in folgender Weise aus: , Daher ist etwan der Brauch
ge'west, dass die Täuflinge acht Tage nach der Taute in eim weissen
Westerhembde sind bekleidet einher gegangen- da sie noch nicht alle
Christen waren, sondern der mehrer Theil waren Heiden. Und umb das Osterfest
gingen sie auch weiss gekleidet. Daher man noch den einen Sonntag nach Ostern
heisst den weissen Sonntag; als wollten sie mit der That und \\ erk sagen und
öffentlich bekennen, dass sie von Christo getauft und gereinigt waren Weil wir
aber itzt alle getauft werden , so ist der Brauch abgangen das ich nicht verneuen
noch wieder aufbringen will, wie wohl noch heutiges Tages im Brauch ist das
Westerhembde". Es fragt sich aber, ob an unserer Stelle das weisse l auth emd
gemeint ist. Der Zusammenhang verlangt die Deutung lotenhemd. Daher
Icheint mir hier das Wort we sterhembdlin nicht auf die wester = Chnsam
oder Taufpathenhemd zurückzuführen zu sein, sondern auf West (von v»s =
Ruhe) hembdlin. Da West die Himmelsgegend der eintretenden Ruhe und
Stille nach Sonnenuntergang ist, so ist also West (Weste r)hembdlin = Ruhe-
hemd, Nachthemd und daher Totenhemd. Vgl. die von demselben Stamme
gebildeten Subst. Wosterburg, Westerreieh, Westerwald. Weigaud 11,
1098, 1099.
1372.
Dens numquam iraseitur, Oder wir weren verlorn, non per-
cutit, nisi permissive connivet»), ut pater permittens ab alio filium suum
percuti, et tarnen hac quoque proinissione 2) tantum vnlt nos allicere,
ut ad Deum veniamus^).
1) = Wenn ers nicht zulässt und ein Auge zudrückt. 2) Der Zusammen-
hang verlangt permissione. 3) Abweichend Bindseil I, 3 ,Deus nunquam
iraseitur, qiiia misericors, si iraseitur, so sint wir verloren, nunquam percutit nisi
permissive durch gottes verhengnus. Vt si ego conniverem, ut (luis Joannem fiUum
meum percuteret. Hoc tamen solet facere Deus, ubi ingratos et inobedientes nos
verbo esse videt, Sathanae permittit, mus sein hencker sein, ut peste, fame, gladio,
die
860
rassung uer uemat-u. xia».iii. x^n. x^. "■, ■"•, ^ w».^.v..^. ... --. -, --"- - <=>- -- ,
nebst Note 1 , wo die ähnliche Gedanken enthaltenden Parallelstellen der spateren
latein. und deutsch. Tischr. angegeben sind.
verbo esse videt, Sathanae permittit, mus sein hencker sein, ut peste, fame, gladio
allerley calamitatibus nos flagellet. Ideo ut vel his malis nos ad sc invitet, u
ipsum quaeramus et invocemus^ Vgl. auch Reb. I, 2* Noch weitlauftiger ist du
Fassung der deutsch. Tischr. Erl. A. 57, 131, Fiirstem. u. R I, 100. \gl. ferner 11 8b(
1373.
In JudicumO puleherrime [504J dicit Angelas 2), Toties vos per-
cussi, et non reddidi meliores — puto sab Gideone factum esse —
367
Wer sich dem man ergibt vnd vertraut^), er werd helffen,
dem bilfft er gewis, Es feylet allein, das wir vns yhm nicht
ergeben können. Facies nobis, quod vis (dieente populo), semper
liberabat eos. Sicut David numerando populo non percutitur deprecans
Deum ])ro percussis et in se ultionem flectens*), Miseren enim afflic-
torum est divinitas eins, Quis alioqui ad eum veniret, laudaret, invo-
caretV In Inferno^) enim nemo eonfitetur ei*^).
1) sc. libro. 2) Jud. 10, 14, 15. 3) = Vertraut, dass er helfen wird ff.
4) 2. Sam. 24, IG, 17. 5) Psalm 6, »>. (i) Aehnliche Gedanken, jedoch mit zahl-
reichen Zusätzen Bindseil colloq. I, 3, 4, Rebenst. I, 2», 2^», Erl. A. 57, 131, 132,
FiJrstem. u. B. I, UM. Vgl. auch n. 824.
1374.
Morden vnd traurig machen kan der teuffei wol, Dens
autem est Deus vitae et totius consolationis afflietorum, Qui hoc nescit,
ignorat Deum, Deus non est Diabolus, sed simplieiter Deus, Est enim
Deus aequivocumi), Uno enim ukkIo dieitur Deus mortis, peccati etc.,
Alio modo est [505] Deus etiam boni, Qui hie non bene distinguit,
maxime errat, Aequivocatio n: mr e-^) erroris"*).
1) = Ein doppelsinniges Wort. 2) Aufgelr»st enim mater est. 3) Die
spät. Tischr. mit einer Menge von Zusätzen. Vgl. Bindseil colloq. I, 4, 5,
Rebenst. I, 2'', 3a, Erl. A. 57, 131, 132, Förstem. u. B. I, 101, 102.
1375.
Der teuffei darff mir nicht sagen, das ich nicht frumb
sey, Ich wolt auch nicht gerne from sein, Alioqui were der
gantz schätz Cliristi an mir verlorn^).
I) Bindseil I, 53 mit deui Zusätze .dann der teiiffel wiel schlecht nicht
Christiun lassen regieren, den er doch regieren mus lassen, ut Joan. dicit: Maior
(lui in vobis, (luaui «lui in mundo est", sonst mit dem Obigen fast ganz überein-
stimmend. Vgl. auch Reb. I, 30 1», Erl. A. 59, 326, Förstem. III, 31.
1376.
Coelum Coeli Do: terram autem^: Sed homines nohint con-
tenti esse regno suo et semper invadunt regnum Dei, quod tamen non
possunt violare, nee regem quidem'^).
I) Coelum Coeli Domino; terram autem dedit filijs hominum. Psalm 113
(115) Hi. 2) Hierauf bezieht sich jedenfalls Bindseil I, 2<)s X'oelum Coeli Domino,
terram autem dedit filijs hominum, wie der herold ad Luthcrum saget de
Carolo V. Hoc est verum, sie wollen ihnen aber an der Erden nicht lassen
genügen volunt etiam Deo suum regnum invadere^ Vgl. auch Rebenst. I, 115^.
Nach dem bei Bindseil sich findenden Zusätze hätte also der Reichsherold Kaspar
Sturm jenes Psalmen wort auf Carl V. angewandt, als er im Auttrage
des Kaisers und des Reichstages Luther nach Worms begleitete.
Vielleicht hat damit gesagt werden sollen ,Im Himmel herrscht Gott, auf
Erden Kaiser Karl ^ Vgl. hiermit auch die bekannte Aeusserung, die oft Karl V.
selbst, mit grösserem Rechte aber seinem Sohne Philipp II. zugeschrieben wird
Die Sonne geht in meinen Staaten nicht unter\ Don Carlos, Akt I,
Scene ♦>, wofür Büchmann, Gefl. W., XI. Aufl., S. 107, lOS als ältere Quellen an-
führt (luarini, Prolog zu dem Schäferdrama U pastor fido, Turin 1dS5 und
BalthasarSchupp, Abgenötigte Ehrenrettung, S. 605, 1 600. Vgl. mit dem Obigen
auch n. 1341.
iifc*jia.im>ia-ajaa— jtti»*aa.<iaiafat«alSStS&tfi&ifc!l
:iäisÄÄiSaäiÄifi^^i|f.-:
368
1377.
Diubolus non est Doetor promotus, sed expertus, Vnd wider
villi gilt niemand den J. Christus, vnd kan sieli fein zu Gott
maehen et dieit'), Haee oninia tibi dabo, Ubi suam Creaturani
putat esse Christum, Aber Christus [5O0| nennet yhn bey seinem
rechten namen, Abi Satan^), Quam tentati(»nem nemo intelbpt,
Er wird Christum movirt ]iaben=^), maxime eum per verba Ma-
iestatis Sit hjcutus, llaec sunt (»mnia mea, Cui voh>, do^).
1) Matth. 4, 0. 2) Matth. l, lo. :{) = Er w. Chr zum Zorne gereizt
haben. 4) Die spät. Tiselir. weitliiiiftij,^ uiul abweichend. Vgl. Bmdseiil, 2is,
llebeust. I, 11 ü^ Erl. A. 59, 300, Förstern, ii. H. HI, 17.
1378.
Diabolus quidem dat, et Dens dat, sed tu diseerne iuter
dantem et dantem '), Coneedo, dieit Christus, te datorem esse, sed ideo
nun adorabo, Er ist ein boszhafftiger geist, der Christum
das an darff muten, Er wird yhm ein speetrum-^) turgelegt
haben, in quo vidit totum niundum, Et temptatio fuit: Solehe ehre
mochte einer wol annemen, et simul esse lilius Dei^).
1) Diese Worte .dantem et dantem'' werden in den deutsch. Tischr — ein
schlagender Beweis tür die spätere Ueberarbeitung dcrscllK-n - mit tolgv^ndem
Commentar verseilen ,(und mache einen starken rntersehied) zwischen^ dem (leDer
der Alles giebt, was wir sind und haben, dazu seinen eingebonien Sohn tl., uiiu
zwischen dem MeuchelmCrder, der denen, so ihm dienen und ihn anbeten, gibt
eine kleine kurze Zeit, doch also, dass sie nachmals cNviglich müssen darben (!.)
Christus widersprichts nicht ir. 2) = Truggebilde, Spukbild. .J) Die
deutsch. Tischr. Erl. A. 51», :i<iT, Förstcm. u. K. III, 17 mit emer 1^^'»!«^ V(m Zusa zen,
die latein. Aufzeichn. dem Obigen ähnlicher. \ gl. Hindsed I, 2ls, Kebenst. I 1 H.«,
auch Bindseil II, 307, wo sich der Text der hallischen Ilaudschritt unter W leder-
holung der letzten Sätze des vorigen Abs. noch enger an Cordatus Autzeichnungen
anschliesst. n. 1377 und 137S gehören zusammen.
1370.
Mulier habet landein soeietatis et laetieiae '). Confidit in ea
cor viri2), Magnum est encomium vxoris, quo l)ouo se privant^)
malos^), quae tarnen faciunt.
I) = Man preist das Weib wegen seiner (Geselligkeit und Anmut. 2) Proverb.
31, 11. 3) sc. uxorcs. l) Lies malis. Luther will sagen - - Das ist eme
herrliche Lobrede auf die Ehefrau, ein Khrensclunuck, dessen s^icli tho Valien aber
berauben durch das Unheil, was sie freilich auch anrichten ^ \ gl. n.b<;>, .»ba.
1380.
abe ausgeerbeit'), Vnd ist fort^ mit mir verloren,
mir ein gnedigs stundlein, [507| Vnd lasse mich
Ich h
Got gebe mir ein gneaig
den rechten weg faren=^).
sterben! Denn* ich bin nu matt und abgearbeitet ff." Vgl. Erl. A. Ol, 435,
369
Förstem. u. P>. IV, 27o. Vgl. auch aus einer Tischrede des Jahres i:)30 bei Bindseil III,
1^2 „Ich kans niemmer thun, ich werde ausgearbeitet haben, gott helffe
mir gn ediglich".
1381.
Es ist dem menschen i t z kein k u u s t leicht d e n ^) Theologia,
ich wolt al mein t'inger drumb geben, allein drei-^) ausge-
iiomeii. das sie mir aucli szo leicht were, Aber ich kau
nicht besser hindurch komen den ich spreche, Teuf fei, lecke
mich in Arsz.
I) = So leicht als iL 2) Die drei Schwurfinger. Erl. A. 57, 13, F. u. B. 1, 12.
1382.
Es mus Ja di^hin komen, ne Dens nobis sit formidini, Qui
enim tinict, l'ugit. qui autcm a Deo fugit, ad quem confugietV)
I) Aehnliche ( Jcilankeu l»leten aiu*h «lie spät. Tischr. an verschietlenen Stellen.
\gl. z. B. Erl. A. 57, I 14, l'.is, 217, Förstem. u. B. l, III, 153, 1G7.
1383.
Deum c(M']M)reum '), (|ui nascitur, vivit, crucifigitur, mundus non
vult habere, louge minus arguentem ])eccata-), lluic acclamant Tod,
tod. Contra incor])oreunr*) magno lal)ore quaerit et reveretur, honorat
magnis impensis^).
I) = Den sichtbaren (Jott, der menschliche Gestalt angenommen hat, also
Christus. 2) Die spät. 'IMschr. weniger richtig „qui — arguit muudum" oder
..<ler predigt, lehret und strafet sie" oder ..der die Welt um die Sünde strafet und
des N'atcrs Willen ihr verkündigt hat". 3) = Den unsichtbaren Gott da-
gegen iL 1) Luther meint wolil ..durch den Bau schöner Kirchen und Kapellen".
lUndseil I, 3 „Sed mundus nou vult habere Deiim corporeum, (pii nascitur, praedicat,
arguit mun<luni, rrucifii;itur vnd schlecht den todt. Kcontra incorporeum quaerit,
honorat magno labore et inipensis". Vgl. auch IJebenst. I, 2^». Die deutsch. Tischr.
in weit läuft iger Fassung und mit vielen Zusätzen Erl. A. 5S, iKi, Forst,
u. B. I, 3'Jl, in kürzerer Fassung Erl. A. 57, 3ü2, Förstem. u. B. 1, 233.
1384.
Sein wir nicht arme leuthe [508], quod post acceptam gratiam
et s]»iritum sanctum timcamus DeumV Sed hac caussa legt vns
au eil (iott ein guten knutP)bey, ne superbiamus aut fiamus vani.
I) Mittolniederd. der Knutel = Knüttel. Weigand 1, 975. Der gute
Knüttel ist die Furcht vor (Jott, die wir haben, wie wohl uns die göttliche
(in ade un<l der heilige Geist zu Teil geworden ist. Abweichend Bindseil I, 55,
HebensL 1, 31 '•.
1385.
Joseph et mulieres') apud se])ulchrum Haben sich ange-
numen-) vinl» (Miristum als ein guten freund ueque credideruut
eum resurrecturum, (|ualem iidem etiam hal)uerunt Apostoli^).
I) Die ileutsch. Tischr. „.loseph von Arimathia zu Ilierusalem". 2) Mittelh.
genumen = genommen. 3) Vgl. Erl. A. 5b, 373, Förstem. u. B. 11, 173.
24
370
1386.
Arbitror, Deo valde ])lac'ere, cum de go laus eius praedicatur,
(luem totus inundus ])lasi>heniat>).
1) Bindseil I, 55 Jdeu rre«!«) Deo iniiximi' placerr, cuiu de (Mirist.» pr.U'dicatiir,
contra quem totus muudus bhisplicmat ^ \^. iiui-h Ucbeust. 1, iii", Krl. A.5*, M.h,
Förstern, u. B. I, 152.
1387.
Das der Schefflemini feinde Habe, müssen wir erfaren»)-
1388.
Diabolus nou ])otest solvore huc ar^^ummtum, Justus ex t'idc
vivit, sed beatus, qui credit').
1) Biiulseil 1,02 „Diabolus nou potcst lioi- ar-iinuentuui solvert-; .lustus ex
fide vivet. Aber es leit daran, wer es ergreiieu kann". V;rl. auch Krl. A. d8, .ii4,
Förstern, u. B. II, 1T4.
1389.
Ich wil lieber durcb den teuffel sterben, den durcli den
keyser, szo sterb ich durch ein -rossen Hern, Aber er sol
ein bissl an mir kri^HMi [501)], das yhm nicht wol bekomen
wird, Er sols widerspeien, vnd ich wil yhn widerumb fressen
in die extrenio^).
1) Ganz älmlich die lat. Tisch. Vgl. Biudseil I, 55, 5«, Rebenst. I, 'Mk
1390.
Complacet ipse sibi crepitante C'iconia lostro')-
i) In deutscher Form etwa .,Selbst-efiilli'; veruimmt der St.>r(li
sein SchnabelgeklaI)per^ Auf meuseldiehe Verliiiltiiisse übertragen soU das
vielleicht heissen «Jedem Narren gefällt seine kappe ^
1391.
Primani tal)ulam ((ui trans*]:rediuntur, nulluni Imbent in mundo
punitorem, Secundam») ^-ar ein weni^-^^ Duo ultima trans^-ressa»)
non sunt mundo peccatum^).
1) sc. qui transgrediuntur. 2) sc. habent puu. ü) = Die beiden letzten
(Gebote), wenn sie übertreten werden ff. 1) Abw.i.Lend und wenig verstand-
lich Erl. A. 5S, 202, Förstern, u. B. 11, s5, abweieheud aiu-h Krl. A. :.N 2(1., lorstem.
u. B. II, 87, mit dem Obigeu mehr übereinstimuu'ud hrl. A. 5s, :J32, horstem. u. l>. 11,
140. Vgl. auch n. 36(1, luus— 1010, auch iwm (am E.).
1392.
Etiani raulum habuisse intirmitatcn» tidci. hinc co«cn<>scimus. cpiod
saepe consolatus est a fratribus, et multum valet consortium ]uorum
in temptatione *).
371
1) In weitläuftiger Fassung und mit Zusätzen Erb A. 5S, :i93, Förstern, u.
B. II, 1S^. Mit dem luhalte vgl. n. ^21.
1393.
In die extremo visuri tantam ^•h)riam, (juae nobis parata est.
werden wir vns anspeien, das wir nicht kecker gewest sind
in crcdendo et amando ').
1) Mit melireren Zusätzen Erl. A. 5S, lur,, Förstem. u. B. U, VM. Vgl. in
Bezug auf den Inhalt n. Tl«i und 717.
1394.
Vinculo unius l>ai>tisnii arctissime') nos coniunxit Christus.
I ) Für artissime.
l;;95.
Vbi de nde est dis])ut:itio |r)l(l|, illic est incertitudo, Sin
autem etiam cum Di.ilMdo disputavem, vincar, Habet euim meliorem
Diaiccticam (luam est Fliilipi»i et t'acundiorem rethoricam Cicerone»).
'l'
1) Vgl. n. I(i5, ;W7,
1396.
Mut7.er») tremebundus mortem adijt, et arrepta Biblia
dixit, se omnia crodere. (|uae in hoc libro contiuerentur,
Sed boc n<Mi sufficit. Man mus das kindlein teuffen'-).
nlies Muntzer 2) lieber Thomas Miintzers Hinrichtung berichtet
SleidaniisV,''.»! Folgendes ,llue etiaui paulo post abdueitur in castra Muncerus,
(lui tum in iis angustiis admodum fuit auimo pcrturbato atque deiecto, ^
ne.iue suae fidei ratiouem explicare poterat, ut in eo tempons arti-
culo tieri solet: et ipsius confirmandi causa Brunsvici dux Henricus
voceilli praeibat. Moriturus autem agnoscebat delictum et errorem
iddue i.alam profitebatur, et militum septus corona Prmcipcs hortabatur ad
uiaiorem elemeutiam erga misen.s luuuines. Ita fore, ut uullum cuismodi posthac
Sit ipsis extimeseendum perieulum. Simul mouebat, ut sacrae Scnpturae libros,
qui sunt scripti de regibus, diligenter evolverent. Ko contecto sermone,
gladio i.ercutitur, et exempli causa, caput eius adüxuui hastae medus m campis col-
locatur". Mit diesem Berichte stimmt der bei Seckeudort II, ^ 4, add. 2 10 (nach
Briefen des Dr. Job. Rubel an Luther) grösstenteils iiberem, wahrend sich Muntzer
bei Janssen, (;e.sch. d. deutsch. V. II, 5152, im Augenblicke des Todes «ehr ge-
fasst 7ei«'-t Vgl. auch MUntzer Bekenntnis, Blatt A. 1-^, 1d25, ohne Au-
gtlu des I^uckorU.s, Seidemann, Muntzer, S. 14.UV., V^^t/,'" M''' l^lnt]'
K l IIS Die Notiz des Obigen, dass Muntzer, ehe er den Todesstreich emiihng,
die Bibel ergrilVen und erklärt habe, alles, was in diesem Buche enthalten sei, glauben
zu wollen, scheint neu zu sein.
1397.
Dens (lui misericors est, gehört nicht für die pauren, sed
ille, qui pestes inmittit, bclla etc., Der ist recht tur sieO-
1) Vgl. Erl. A. Ol, 10, Förstern, u. B. 111, '^74.
1398.
Persuasus sum, Schwaden») esse himelbrod, Szo eckclO ists,
wen man mit eim linder drein naschet, szo vertirbts.
24*
■M meßt MttmmntfA
l^t&ä.^^
372
1) Mittelh. der sclnvadeii (umh st- hw ade in) = die (inisart panicuin,
sowie der essbare Same derselben. Aus dem fol^'ncb-ii Abs. j^-eht liervor, «lass
das Man (Manna) gemeint ist. X^l n. :.«M). 2) Ekel = tastidiosus, del ii-:it iis,
hier im Sinne v(m zart, em pfindlieh. Diet/ I, Viä. Vgl. Krl. A. 57, 2:il, li»rst.
u. H. 1, ISO, Bindseil eoUoq. Hl, 02.
373
1399.
Schwaden colliirunt maiie in einem
sieben'), et de Coelo
eadit, non ereseit in terni, lioseiuhnn ]>jnieni voeat Vnidenti iis-), et
onmes mediei [511 1 voeant nianna, feit im taw, ut dieitur in te.xtu*^).
Man sehuttet die rens/e^), szo t'elts al)e, vnd koelist^) wie
mau will, Wie«) der Coriander") vnd weis wie der taw, Para-
tum interpretantur*»), q: d:") lind ieh dieli da, Dn bist mir reelit,
perit etiam solo eontaetu et meridianu Sole, id est, Verbiim dei mag
keinen zusatz leiden^"').
1) = Siebe. 2) Vj,d. n. r.'JT nebst Noten, liindscil ..est rosridus panis, ut
in hymno Prudentij. Cord. Lesart roseiolum, ein Wort, das itli lexikaliscli nielit
beleihen kann, scheint im Sinne von roseidus zu stehen. .i) 2. Mos. Ki, l-», j-l-
4) Mittelh. die riuse = die Ken sc, j,'eHoehtener lieliälter /um l isehtange, luer
jedoch das Kohrge flecht des Siebes. Weigand 11, Kis. l>ie spiit. Tischr. talscli
die Reiser. ö) Vielleicht koclits. (i) Krgiin/c Ist. 7) Mittelh. Kn hau der
von coliandrum statt coriandrum = Wanzenkraut, die l)ekaniitc Doldcu-
])tlanze mit gewürzhat'tem Samen. Weigaml I, '.»s'-K Vgl. 2. Mos. l(i, :n „und es (das
Man) war wie Coriander Samen. s) •_>. Mos. M», l.=S. 10 = ([uasi dicas.
10) Die spät. Tischr. mit zahlreichen Zusätzen. Vgl. Erl. A. 57, 2:U, torstem.
u. B. 1, 180, Bindseil 111, 02.
1400.
Dare filium ])ro servo, et servuin esse in.i,natum '), \uu) patrem
. velle oceidere et tilium, (lui redemit, Annon inj,-ratitudu di«;na omuibus
Tu reis, peste ete.V-)
1) _ Wenn (Gott) seinen Sohn tÜr den Kneclit «lahingiebt, und der Kneclit
(datür) keinen Dank weiss tV. Mit dem servus wird hier die von der Sünde ge-
kneclitete, erlösungsbediirftige Menschheit geuu'int sein. 2) Du' deutsch, l ischr.
abweichend und weitläuftig „Wir haben (;ottes Wort und die Sacrameut rem,
sprach einmal Doctor Luther, aber wir wissens und erkennens nicht, was er tur
eine grosse Wohlthat und köstlicher Schatz sei, dass der Sohn tur den Knecht
dahin in den lV)d gegeben ist. Für welche Wohlthat der Knecht nicht allein un-
dankbar ist, sondern fähret auch zu, und will den Vater mit dem Sohne, der ihn
erlöset hat, todtschlagen. Das ist zu grob, darauf muss allerlei Strate und Lngluck
kommen". (!) Vgl. Erl. A. 57, 25, 2^7, Forst, u. B. I, 21, 220.
1401.
Mundus non andit vocem Noae et nou Lotli. sed Diluvij et
iguis de Coelo.
1402.
Die sehrifft verstellt keiner, si kome den einem zu bans,
id est, exi)eriatur.
1403.
Articulus Remissionis peccatorum est in omuibus Creatnris»)-
1) Dieser Gedanke ist in den s])ät. 'rischr. nicht selten. Vgl. z. B. Er'- A. 5S,
1 17, 1S4, 1^7 (Ende der S.), Förstem. u. B. I, \\\, II, 25, 27 (Ende der S.). \ gl. auch
Cord. n. 106.
1404.
Principes pecuuias [512| eudunt ex aere, Papa autem ex omni-
biis rebus, Missa, Caeremouijs, Jeiuuio, id est, tame, ludulgeutijs,
id est, mendacio fieto').
1) Vgl. n. 15, als deren Ergänzung (vgl. die Worte .,plane ex omnibiis, quae
sunt in mundo") das Obige angesehen werden kann. Bindseil Hl, 240 „Caesares
ac Keges ac quotiiuot monetas excuduut, ex argento vel auro pecunias eudunt.
\t papa cudit ex omnibus rebus pecunias, ex indnlgentiis, inissis, cereuKmiJs^ cibis,
poeniteutia, davibus. E\ solo Baptismo non potult <iuid(iiiam emungerc, (pua
infantes veniunt in munduni nudi, nee liabent, (piod dent". Vgl. auch Rebenst. II,
00'-, Erl. A. 00, 22s, Förstem. u. B. III, 200 (Ende der S.).
1405.
Dens totum mundum divitem facit, non propter labores, sed ut
obcdiant ei bomiues.
140(3.
Lex non eomi)atitiir Gratiam necpie (Iratia Legem, Ita') lata
est superbis, ut sunt /uieeavicuses-^), Item bypoeritis, (pii vohint
et amant multas Leges, Gratia autem est miserorum, bumilium, afibe-
tormn, ut est Ilausman-'), Cordatus, Pbilippus, Ego^).
Schluss abweicht.
1407.
Mundus ante diluvium fuit doetissimus proi)ter longam experieu-
tiam, quin et impietas mai;na fuit, Ideo et i)erditus est, Nuue autem
eito eo^imur mori, necpie ad maiorcm notieiam perveuire coueeditur
(piam veutris aleudi').
1) Vgl. Erl. A. 07, :{0l, Förstem. u. B. I, 23:J.
1408.
Multos Judcorum [.MB] Keges, quorum vita aperte seribitur im])ia
fuisse, puto salvos faetos lide promissi(mis, et qmd magni status ma.iiuis
l»eeeatis mm ])(>ssunt abstinere. labuntur sae])e neeessario. Et ideo
benii;uum est illud verbum. Dormivit eum patribus suis, Sind al
zu iiimel i^^efaren. Est enim bonae siüiiitieationis dormieiidi in
Seri])tura '). '^ Sed de cpiibus seribitur interfectos esse ab inimieis, vel
consum])ti -) a bestijs et volueribus damnati sunt 3).
I) In der heiligen Schrift hat nämlich (das Wort) Entschlafen eine gute
r.edeiitun"- IV. Dormiendi sc. illml verbum. 2) Neues Subj. zu damnati sunt.
;t) = Dicton - (H'lVessenen. Erheblich abweichend Erl. A. 02, 1 12 lorstem.
innl Bimlseil IV, 112 (Ende der S.). Vgl. ferner n. :{:{, OM), sowie Erl. A. o^, :'.oo,
Förstem. u. B. II, Isf.. Unvollständig Bimlseil collo(|. I, :>« „Articulus remissumis
peccatorum his verbis continetur, cum dieitur: Dormierunt cum patribus suis, sein
alle zu hiemel irefaren. Est enim verbum in scripturis Itonae signiticationis, bene
sonat. Seil d(' nuibus seribitur, (piod sunt ab inimieis intertecti et a be.stijs et
volueribus consiimpti, de ijs sentii), cpiod perierunt et damnati sunt . Vgl. auch
Kebenst. 1, '62\ Cord. n. y.i und n. 1 los ergänzen sich gegenseitig.
374
1409.
In Daniele^, Deum patrum suoriim non eurabit ete.^), est
certa descriptio AntiChristi, Denm id est Keliponcni, Muliereni id
est Politiani et Oeeouoniiam. Per feniinain eniiii intelli«;itur i>r(>]>n2:atio.
qni hanc contemnit, omnes lioniines eonteiunit. Wer i)redi^^erii
seliendet vnd weibern, den^) wirds nielit wol <;eiien, Ideni sipii-
fieat: eontemnimt onmes et in terra onniia, ot'lieiinn doeendi et status
proereandi^), Contemnit^) Deum et bomines'^^).
1) Dan. 11,37(12,2). 2) Deum p.'itrcm suoniiii non rcpiitabit; vt i'rit
in eoncupiscentüs feminanun; ncc qucni(|uani doonini ciiraUit; (luia ailvorsmn
imiversa consurget (Vul^.). Hieraus er-rie))t sicli, <lass ohen im Texte rm I eliler
steekt. Die Worte non euraUit sind an die t'alselu' Stelle ^-erateu und v«>rl)eum
(Zeile 2) zu setzen, wo das Verbum fehlt. Nach suorum ist d:inn nnt der Vul^^
non reputabit zn lesen. Der Text j^estaltet sich dann so: „In Daniele, Deum
patrum suorum non reputabit ete., est eerta descrli)tio A., Non eurabit Drum
id est Kel." ete. H) = Den d. h. denen. V^M. das tul«r. eontemnunt. 1) = Das
Lehramt und die zum Ilervorbrinj^en lebender Wesen tVstjA-cset/ten Ordnunp-n.
5) Wieder der Sin^. mit lleziehung auf «bis Vnrhfr;;ehende „«lui eontemnit — eou-
temnit" 6) In weitl:iuftij:cer Fassung' und im Einzelnen abweieh. IJinds. II, III.
Reb. II, 50a. Mit vielen Zusätzen Erl. A. (iu, 177, 17s, IV.rstem. u. 15. III. 17:'..
V^l. auch Erl. A. :»•>, 2M)- (iO, 2s7, 2'.>4, Förstern, n. P.. 11. H''.». 111, 2:.:}, 2:.^. Der
einzelne Satz „Wer predi^a^rn sehendet" tV. in ähnlieher l\)rm auch Krl. A (;i,27:{,
Förstern, u. 13. IV, 12(;. Vj,-1. schliesslieh ('i»rd. n. ('.20, i:<.M, p. •;••:., I.csoikUts aber
n. 40, wo sieh in Hezu^' auf den ersten Teil des (Huj>;en pmz ;ihidl<he (uMlanken
finden. Beide Absehnitte n. 4(i und \Au\) or^'Unzen sieh ire^amsi-iti};-.
1410.
Lieitum est furtum, (piod faeit Cauouieus aut similis ;il)ieiis et
in utili studio [5141 eousumens eensus suos. Si (|IUmh eonstituere e<\nitnr
viearium, illum substituat maU) suo, et eapitiiliim malus i)eeeatum
babet, quod talia') n^i^'it-).
zwungen für einen Ersatzmann zu sori;en, so stelle er diesen, ob
es ihm gleieh zum Schaden «gereicht. Das K:ipit<'l hat (laiiu dabei
den jifrösseren Nachteil, in so fernes für de r:i r tiü:e wissensehatt-
lichc Studien gar kein Interesse zeigt.
1411.
Oratio Justi ante auditur ((uam liiiitur'i, (jimd immi doeot'-) uisi
experientia et neeessitas urgent, pn»movet talem uratiumMii"), ((uod
saepe expertus sum ])lura im]>etraiis (luani petcns «).
1) n. 3ö:> hiess es „(iott verzeueht wol bey weylen vnd erhöret doch". Vgl.
auch n. 12:i4. 2) Diese Lesart (piod non docet nisi etc. ist tehlerhatt. Die
Stelle würde Sinn geben, wenn doeet ganz fehlte. Der Text ist Ji'doch durch
eine einfache Umstellung und eine geringfügige Aeiiderung zu bessern.^ Man lese
(luod non, nisi experientia docet et neeessitas urget, promovet ete. ,\) Der
Sinn würde dann sein „Das Gebet des rierechten wird eher erhört als
beendigt, da er ein solches (Jebet nur dann verrichtet, wenns die
Erfahrung ihn lehrt und die Not ihn drängt, was ich If." Zu bemerken wäre
noch, dass ohnehin urgent nicht recht zu experientia passt. Ausserdem heisst
375
es bei Hindseil I, (ili .Wolan niemandt credit, tantam esse ^^^J, ;;^ ^^j^^,^^^
i;. 11, Ti\
1412.
Oravissiinac tcntationes sunt, .inando Satan oo nos ^Wt' "*
,.,n.<-.< l.oni vel n.ali snccessus in .-onsdontni nostra uK,.nnunus '), Nee
; t .M, t.ti.mcs ml l.a|.snn, i.v.u-liviorcs «inaiu invcntigare cur lio.
;"l illnä liat, llac.- .Inrant al.' A.lan, us-iue ad omneni postentatem.
Da-* (luarcV vexavit omnes sanetos-).
n - l)-iss «ir die IrsH.lK-n von (üii.k nn.1 Lnslii'k in unserem Gewissen
lilistem u. li. III, 11' mit .lern Ol.igcn fet g:in/. ubereui. \g\. aucli n. ^-.
1413.
Uno .unt i.n-i.ria Satanac. I'rin.nn. se.'uros') reddere et vacuos
,i,„.,,l li ; '.nilJ ,n-..s,.entatis-^), Se.uudun. ut tcn,,.m-e aül.eüou.s nos
d(.coat dosuciarc et lujjere Dcuai.
1, s,-. uns. 2) Vgl. n. nr.s ,.EsJ«t kein stul/.cr Uin;; aulV erden als em
liolVortiger lUiling tempore prosperitatis".
1414.
Xomo tM..'o..dns est |r.l.-.| ad voeati-.ncn.. quemadim.dunM.oque
,.,) ^ v.dnlt A,.oü.'o- IM.ililM'Us') tantun. .,ucntur .luosdan,
I) = ra.ilt.s. Jl In.lekl. Form lür Apollinem. Act. is, 2111. .!) Uni.
Mclantliou.
in.').
,.:...|osia est .■on.TO.atio ,.ovnli. l-rudens iu g!"^j,;f !j;j:|;;";^^^
tilMis'). l...|.i.i in ea .liliil vidont .inani i)eecataO. Ciuniua auteni
'""'"n ;= ;.ie .üreUe ist eine V..™i.u.;. Jos Voli^s ,^die ,;v;... J,e^.^n^ i^
^i/::,.^^;;:;:r^;;^d!1;o;;:.e.si^.:;.s;^;^
„ihil conspiciunt, Muam '"»;[.''''^=^^* ^ ,Y" ;' ^tc M Kebenit. 1, s=S sowie
sapien.es n.nudi iu i;-- • - ^V ^ ; l^^ h^utscir Visdir. Erl. ^., 1=^2 Förstern,
die ungemein weit aultigL \*\^;'''\- .; • i i,.^!,^^,^ uendens in rebus app."
., r, ,1, :;•>., Die sämtlichen ^^ »^ : ^^^ »^^^'^ ^,^^ ^ordatus Lesart prudens
oder ..«las hanget an Dingen, so niUit ustntineii
scheint die ursprüngliche zu sein.
141().
\\\<u.v\^ C\M'\<t\ triiilieiter est eonsideranda, rrimum ut bistona,
oo taliu": J'lum :^ ut exemplum, llistoriae sunt eertissuna
cKcnnila lidoi et inlidelitatis')-
1) Vgl. Erl. A. ,-,N 1 15, Krstem. «. U. 1, 412 (Ende der Seite).
um
i^ä^mt^M
376
377
1417.
Ratio liumana tautum doeet manus et pecles, Dens aiiteiii cor.
1418.
Satan inipii^-nat iniportnnitate, assiduitate, pcrscvcrantia '),
1) Aehnliches in weitläiiftij^cr Fassimg- Kil. A. (io, I, Fr»rstciii. ii. H. III, I.J,
Bindseil colloci. I, 2*20, Rebcnst. l, 1 1 7 ".
1419.
Mund US eollcctio est lioiuinuiu omnia Dei heiielieia sentieiitiiiiii
cum luag-nitudiiie *), Qui uuinduui non teutavit, intiet in nionasteriuin-).
1) Lies ingratitudine. Diesell>c Verweclisluiig" mit maj^ninulo n. r>os,
Note % n. 550, Note 2. Sentire liier im Sinne von liinnelimeu. 2) Luther
meint „Wer die Welt noch nicht j;en:iu kennen j;el«Tnt hat, der ^ehe in ein Khister.
Sonst wird er ihre Undankl)arkeit erfahren''. lUnilseil I, 172 „Miindiis est collectio
hominum, (piae recipit in se omnia ]iatrrna lu'iieticia, tt i>ro illis hlaspjiemias et
omnem ingratitudinem rependit, (pii non tentavit miindnm, intret in monastcrimn etc."
Vgl. ferner Rehenst. I, 02:', Erl. A. 57, 2so, :ni, Fr»rstem. n. B. I, 22;{, 2H>, Erl. A. C.i,
•172, Förstern, u. B. IV, 710. An den letzten Stellen findet sieh das Obige mit Aus-
nahme des letzten Satzes ebenfalls in lat. Form.
1423.
Octavi virtus est veritas [517], Nullius faniam ledere, Vitium
maledieentia, Noni') iusticia, Vitium avaritia, Dccimi virtus eontinentia,
Vitium (•])])()situm, ([uod in eo continetur, est ineoutinentia"^).
I) sc. virtus. 2) Vgl. Bindseil 11, 242, Kebenst. II, 2noa. Die deutseh. Tischr.
Frl. A. 5s, 210, Fitrslem. u. B. 11, 72 mit Zusätzen.
M. M m^ M *
Decem ]>raece])ta ex])onenda et intelligenda sunt ailirmative')
iuxta illud ttlii-), Finis ])raecei)ti est cliaritas. Ita-*) diiiges
dominum Deum tuum etc.-*)
I) Bindseil infirmative, was unverständlich erscheint. Affirmative =
In positivem Sinne. 2) Lies Timothei. 1. Tim. 1,5. H) = Daher sollst
du IV. Bindscil item. 4) Vgl. Bindseil II, 242 (bei Rebenst. fehlt der Absatz).
Di*' deutsehen Tischreden Frl. A. 5s, 240, Fi.rst. u. B. 11, 72 abweichend„Dic zehen
(Jrbote sollen also ausgelegt und verstanden werden, dass sie nicht allein verbieten,
sondern auch gebieten, beide, was man lassen und tlnin soll, wie S. Faulus sagt
\. Tim. I, 5 „Die Iläuptsumma des (iebots ist Liebe IV. Aehnlicher Frl. A. 5S, 203,
Forst, u. B. 11, SO. Die n. 1 12"i— 1424 gehören inhaltlieh zusammen.
1420.
Deealogus liber est adeo eonsummate virtutes eontinens |5ir)|
erga üeum et homines et contra vitia , ut nullns sit ei similis in
mundo ').
I) Vgl. n. 105. Dagegen bei Bindseil II, 2 II heisst es „Decalogus est summa
ominum virtutuni erga Deum et erga homines, neiiue un.|uam est perfectior lil>er
de virtutibus. Vgl. ferner Rebenst. II, 200:», Erl. A. 5s, 245, Förstem. u. B. II, 71.
1421.
Virtus primi praecepti est pietas, id est timere Deum et credere.
Contra vitium est impietas. Secundi praece])ti ') confessio d«»ctrinae
et ])raedicatio, V^itium Hlaspliemia. Tertij cultus exterior utilis ad
docendum, Sicut audire vcrbum Dei. Item cultus ostendens nostram
fidem, Vitium contrarium est contem])tus reliiiionis et verbi-').
I) se. virtus est, was auch zweimal im Folgenden zu ergänzen ist. 2) (Janz
ähnlieh bis auf geringe Abweichungen Bindseil II, 241, 242, Rcitenst. II, 200'. Die
deutsch. Tischr. Erl. A. 5S, 245, Fi*»rsteni. u. B. II, 71 mit vielen Zusätzen.
1422.
Virtus, quae continetur in 4*A* ])raece])tn. est obodicntia er^i'a su])er-
iores, parentes et Mag'istratus, et est Justieia distributivji'), Oppositum
Vitium est Seditio. Virtus quinti est mansuetudo, non irasei, non
quaerere vindictam, Vitium est crudelitas, Sexti'^) est eontinentia, non
mecbari, Vitium incontinentia, 8e])timi est benotieentia, Vitium MNaritia.
furtum, deceptioues in contractibus ').
1) = Und (diese Tugend, der CTehorsam) ist ein KN'cht, was wir (andern)
einräumen. 2) sc. virtus, was auch zu septimi zu ergänzen ist. :{) Vgl.
Bindseil II, 241, 242, Rebenst. II, 200^ Die «leutsch. Tischr. Frl. A. 5S, 245, F. u. B. II,
72 mit Zusätzen. In contractibus = Im Handel und Wan<lel.
1425.
Pr(»missiones aliae sunt ab^'^'O et simplices, ut sunt illae
de Cliristo, Punam inimieitias-), In seinine tuo^^), Et talis ]nomissi(»
sem]>er stat et manet, Non enim bic respieit Dens nijstra o])era, sed
suam veritatem, Aliae») sunt conditionales. (juilms adiuiii^itur con-
iunetio'>), sie ut, Si feceris baec, vives*^).
1) =absoIutae d.h. bestimmt. 2) Gen. :{, 15. .V) Gen. 22, IS. 4) se.
promissiones. 5) Lies conditio. 0) Lue. lo, 2S.
142(3.
Vita speculativa, quae tit extra verbum, sunt somnia Satanae,
Fides vero ['»18], quae nulla pers]»ecta caussa verbo Dei externo
credit, est vera Tbeolo^'ia et sola vera vita speculativa').
I) Luther meint „Ein der Forschung gewidmetes Leben, das sich ausserhalb
der Sphäre des göttlichen Wortes beweut. ist leere, vom Satan stannuende Träumerei;
der ClaulM^ <lageiren, der, wenn ihm auch die letzten (iriimle der Dinge verborgen
l.leilien ch-m "von aussen an ihn herantretenden Worte (Jottes Vertrauen schenkt,
das ist 'die wahre Gottesgelehrtheit und das einzig wahre der Forschung diensame
Leben".
1427.
Hominem racicntcm (piod in se est meivri vitam aeternam de
eon^-ruo'). Hoc etiani tempore Gers<»nis creditum tuit verum esse
us(iire ad Lutberum-). et inter baue doctrinam et Arrianorum nihil
distat nisi variatio vocabubn-um*^).
1) sc Dicunt Scholastici. Vgl. n. 2:r2. Sinn „Die Scholastiker be-
haupten, dass der Menscji, wenn er <las thut, was an ihm liegt, (was er nach
seinen natürlichen Kräften thuu kann) das ewige Leben erwerbe aut Gruncl der
Uebereinstimmung, d. h. seines Handelns mit dem göttlichen Gesetz. 2) = Dass
L>.äH»J
378
dies wahr sei, liat man sogar zu Gersons Zeit geglaubt l»is auf Luthor herab.
3) Ueber das meritum congrui vgl. n. 232, Note I. liiudsell III, 2r)(i ,,n(uno
faciens (luantuui in se est, meretur gratiaui ex eongruo iunnutaliilitcr. liaec doi-triiia
semper duravit, etiani Gersonis tempore us(pie ad Lutluriim. Ne»[ue est ulla diffe-
rentia inter hane doctrinam et Arrianam uisi vorabulorum variatio". Mit liindseil
stimmt Rebenst. II, sV> überein, der den Absatz jedoeh uiit den Worten beginnt
„De merito eongriii imi)ium erat dogma, seihcet, homo t'aeiens ete. Die
deutsehen Tischreden bieten Erl. A. (;<K 24!>, 2:)U, Ki.rstem. u. 15. III, 22:. in weit-
Uiuftiger Fassung Folgendes „Die Papisten, spraeh D. Mart., lehren, dass ein
Mensch, wenn er thut, so viel an ihm ist un<l er kann , verdiene Gnade,
dadurch er geschickt und be^ei^et wir<l, dass er darnach (lott gt'talle
und selig werde, also dass es nicht kann anders sein. Diese Lehre hat
allezeit, auch zur Zeit (U^s tret1"entlichen hocherhiuhteten Mannes un»l Lehrers
Gerson gewähret und ist blieben bis auf diese nuine Zeit, und ist kein Unterschied
unter dieser und der Arianer Lehre und Ketzerei, alleni dass andere Wort gebraucht
werden". Ueber das meritum congrui spricht sich Luther tVrner Frl. .\. f.n, 2(;2,
Forsten), u. A. III, 2:M folgcndermassen aus „Scotus, ihr fiirnihmster Lehrer uuil
Soidiist, schreibet, dass ein Mensch aus seinen natürlichen Kräften und
freiem Willen kinine Gott und seinen» Gesetze genug thun, was die
Substanz und das Wesen des W«.rtes an ihm selbs behinget, (»hne des Heiligen
Geistes Gnade, ex merito congrui. dadurch er geschickt wird, dass
ihm Gott gewiss giebt, das nicht feihlen kann, Guad, und kriegt
ihn lieb; «la folget als dann nach meritum condigni, dass crs ver-
dienet, würdig zu sein tV. Vgl. auch n. 1V>, Frl. A. 5s, I8r> — 1^7, Förstem. u.
B. 11, 2(;, 27.
1428.
CogitatioueH abstniliere a tentatione, sinmiuun reniodiuni ') est,
hoc est, eogitare de Venetijs, Selilauran'eiilaii(l-) et siiiiilia, sed
oratiuiii iustaudiuu et alieiii adhaerendum est textui ex verbo Dei-*).
I) sc. tentati(mis. Sinn .Seine Gedanken von der Anfechtung abziehen, dies
ist das beste Schutzmittel gegen dieselbe, das heisst IV. 2) Sc hlau rat t (schlu-
rat^e) = fauler Thor. Schi au raf fenla nd i^t also <las Land der taulen
Thoren (eine Art Utopia). Weigan<l II, r.s2. MiiUer II, 2, IHi. Die Form Schla-
raffenland ist eine spätere. Weigand bemerkt, dass das Schlauratt enlan.lt
schon I51S bei Alberus (Dialogus vom Interim) als <las Lan<l bezeu-hnet wu-d,
wo man den, der die trritsste Lüge sagen kann, zum KJuiige macht. Kine andere
Belegstelle aus früherer Zeit tiude ich nirgend. .1 edeu falls hat L uther bereits
vor l.'>:i7, wieau.s der obigen A ufzeiehnung desCordatus hervorgeht,
das Wort in demselben Sinne gebraucht, wie es jetzt iiblich ist.
:i) Bindseil III, 221 (Ende d. S.) unverständlich J'raest'utissimum reme.lmm contra
tentationes est, ut tuas coiritationes abstrahas a tentationibus, hoc est loquaris <le
Venereis (!!) et de alijs rebus, (piae a<l rem plane nihil sptM-tant, aut mutatur(V)
orationibus et simi.liciter textus FuangeliJ ete. (V) Dagegen bieten die deutschen
Tischreden Erl. A. r,o, L".'.», Förstem. u. B. III, L'.'.» verständlicher .Du' beste Arznei
wider die Anfechtung ist, dass du deine (iedanken davon al»\ven<lest, «las ist, rrdest
von amb'rn Dingen, vcmMarkolfo. E u len s !> i ege 1 u u d dergle ichen lächer-
lichen Possen, so sich u'ar nichrs zu solchen lländ.ln weder reimen noch dienen,
damit du jener .schweren (iedanken vergessest oder haltest dich stracks ans (iebet
und einfältig an den Text des Euangvlii. Die <»bige Lesart , de Venetiis,
Schlauraffenland et similia" wird die richtige und ursprüngliche s»"in. Luther
meint nämlich .mau miiss seine (Iedanken mi.glichst weit von der Antechtung, «tie
uns .luält, abziehen, und daher an ganz fern Liegendes denken". Zu solchen lern
lie-'-enden Dingen eignen sich die Republik Venedig und das Seh 1 ara 11 en lanU
wold besser als z. B. Markolfus, dessen Inhalt keim-swegs immer einen lern
liegenden Gegensatz zu gewissen Arten der tentationes ausmacht, denen der
Christ ausgesetzt ist. In .len s].ät. Aufzeichn. ist das Obig.« mit d.'iu verb., was
Cord., n. .Mi2 hat.
379
1429.
Junge lieru ninssen gute tage haben usque ad vigesimum
•iiinuin ne liant imsillanimes, Darnach tröste sie Gott. Wen sie
ins ampt komen |5DJ], Da solcht«) mau yhn die gute tage.
Kxeniphnn est arbor sata in testa'^), quae adhuc blande fovetur in
terra^O. Ex (jua») cum surgit-^), (juanta patiturl^^)
0 Sulchen (vgl. die Sulch = Salzbrühe) vom Mittelh. silke, salk ge-
solken = in Salzwasser beizen, versalzen. Weigand II, v.s. 2) = lopL
;i) = Der bis dahin im freien Felde gehegt und gepflegt wird. 4) sc esta
r\ _ Wenn er nun in diesem weiter wächst. O = ^\u^ viel hat er zu leiden!
Abweichend haben die deutsch. Tischr. Erl. A./.I iiöu iörstem. u. . \y;J'>' jJ""!);
Herrn müssen gute Tage haben und ein irischen Mut bis m 20 .lahr, dass sie
iclTzi kleinmütig werden; aber darnach tröste sie Gott! Wenn sie ins Kegmien
lommen da werden ihnen die guten Tage gesalzen werden! Wie man s ehet an
C Baum, der in ein Scherben oder Topf gesatzt ist der würze t nich
w . Uli. sich, kann auch nicht^ In den älteren Ausgaben der deutschen
Tiselr bei Aurifaber, Stangwald, Seinecker und Walch, terner bei iurstem u. B.
un<l in'der Erl. A., Hndet sich teils neben, teils unter dem 'I^^^^e die Beiner^^.ung:
■Mso s-u'-te 1) M L zu Torgau zu den zweien pmgen Herrn zu Sachsen 1)4.), (la
;;" ^"^Ile Mal da war». Diese Angabe i.t zi^itlich ;-^-l'^'^' .i^.^^^;!H>S
\ufzeichnungeii i:.:i7 geschlossen hat. Sollte Luther Obiges wirklich den beiden
kiu^lclislsdien Prinzen gegenüber geäiissert Iwilnm (es sind dann -> '^ ^^^^^J^^"
Friedrich der Mittlere vonCJotha und Johann \\ liielm vonKoburg
genieint), so wäre ja nicht ausgeschlossen, dass die Worte dicht vor oli. ^^esprochc.!
^eien lohann Fril-drich der Mittlere, der damalige Kurprmz, war z 1> den s. Jan.
r»2"'geb. Es ist d<.ch wohl denkbar, dass Luther Obiges 7-Sjahrigen Prmzen
gegeiiiiber in (Gegenwart anderer geäussert haben kann.
V130.
Communis i^ropbetia ') Uxiuens de futuro sme certa persona,
l(,eo temiiore. est praeseripta a scriptunt. Sic (unms Christianus
iMoplietat imi)i)s porditioncm, ir.stis salutem. regnis^ mutatioiiom. popu-
lonlm rcrum."Ne(,ue bMiu-') babcnt im])ii, sed contraria sibi divinant
et oniuibus pijs^j. Idoo aodilicant etc.^), SpotiaU^n autem prophe-
tiam prophetae habucrunt de certo loco etc.. ut de Christo, Cor es
Israel"').
n = Die Weissagung im allgemeinen. Der Gegensatz folgt mit spetialem
roohetiam. 2) Vielleicht ist besser regibus zu lesen wegen impijs und
ins "(..■..,:...■„.«...« ot re.-t„.n ,,n,i.l,.fiain. , 1) = Sonden, sie «cissagon
ilitloiicin sie woissawn also SCI 1111(1 iloii !■ r..iiimcii liilsc-li. .,) D.is Ut. t sihum
si'. 1 I Ol 27, IS .11 l,e>.,i..li.Mi, wo OS lieisst .ue.Ufi,.avit (se. iniiiiiis) su-u i lea
.10 111111 siiam ete.". was .■iiieli .lei.i Z.isaiin.i.'i.lianse naeli ;.nK.;i.iesseii ist. .la I.i tlK-r
' w nU li.- \Veissa;;iing.M, .1er (Gottlosen nilieii aut ims.e lerei.i (imn.le w e . a
meinen wini ..die >> eis>;i}^mifAi-ii m^ ,.^.yv...... ..... ,^:u,^t r,\ t ntlier Int
Haus einer Spinne, welches zusammenstürzt wenn maus l»erulu-^;^. «' ..f '^ /^'^
vielleicht Maleachi 1, .-., <i im Auge, wo von Christus geweissagt ^M^d ,ecce, mittam
• l lia'i rophe'tam. aute.pmin veniat dies Domini magnus et '«^nb.lis. E
CM er ^eor iKtruni a.l filios et cor filii>rum ad patres eorum^ Doch hiss
s ii 'ueh leU^^^G^^^^^^^^^ (Cvrus) d. h. Sonne, das Heil Israels mit Bezug aut
Je aia^ , ^ khi^ bei Kumi u^r Tischr. p. 275. Vgl. Lauterbaeh, >. 2ou,
11:V1
Omiiis vd()latra est avarus, Bcligiosi sunt idoUitrae, Ergo
avari, Vera lusticia compassionom, falsa habet indignationem. Omnis
380
insticiarius') est tristis et secnrns-), et quanto religiosior, tanto
avarior^).
1) = Judex Du Gange II, 197. 2) Wolil im Sinne von unbekiinnnert,
rücksichtslos. Doch tragt es sich, ob niclit passender severiis zu lesen ist.
:J) Der Sinn der schwierigen Stelle scheint zu sein: ^''^'der, der abgöttisch ist, ist
habsüchtig d. h. er stellt alles in den Dienst seines (lötzen, die abcrgliiiduschen
Leute, die IWgotten (oder die MinicheV), sind abgtittisch, folglich sind sie liab-
süchtig. Die wahre (ierechtigkeit zeigt Mitgetühl (tVir die, gegen welche sie geübt
werden niuss), die falsche (4etlihll(>sigkeit. .Jeder Recht s pflege r (Uichter) ist
finster und rücksichtslos und um so habsüchtiger d. h. um so weniger geneigt von
dem, was er für die wahre (iercchtigkeit hält, auch nur irgen«! etwas preiszugeben,
je bigotter er ist d. h. je abergliinbischer er dieser seiner Ansicht von der wahren
Gerechtigkeit, welche im Grunde die falsche ist, huldigt ^ Vgl. kann werden Erl.
A. 57, M4, Fürsten!, u. K. I, 2'.)o, wo es abweichend und unvollständig heisst ^Alle
Abgöttischen sind geizig, und je geistlicher und frömmer sie angesehen werden, je
geiziger sind sie"'. Vgl. n. 3»», ^G4, ss7, lO.U.
1432.
Ad ChriTi') pcrtinet [.V2i)| suninijun fortitudiiKMii liaheiv \n smmna
iniirniitatc, In suniina stultieia suiumani sapiiMitiain, et ut alter est sensu,
ita öni-) alteruni esse lidei-O-
I) = Christianum. 2) Wohl mit omnino aufzul;»scn. :0 Der 'IVxt ist ver-
derbt. Soll ein einigermassen passen<ler Sinn gewonnen wenlen, so wird etwa zu
lesen sein „et ut alttir est sensu, ita omnino alterum esse fi«le\ l>ann würde
Luther sagen wollen JXmu Christen kommt es zu — zu zeigen, und zwar (kommt
es ihm zu), wie er der eine (fortissinuis) durch «las (Jefühl ist, ebens«» der andere
(sapientissimus) kMliglich durch «len (Jlauben zu sein". Das soll hei-^sen: Das eine
(fortitudinem hal)ere) fühlt vr , das andere (sapientissinnim esse) glaubt er. Kineii
ähnlichen (bedanken bieten auch die deutschen l'isekr. Krl. A. '>1t, :i^, Förstern, u. 1>.
11,257 „Eins mit Fühlen, das ander luit (ilauben\
1433.
Mit g'utten wcreken gehen wir gott zins/e, lide liaereditatem
aequirinuis ').
1) Vgl. Erl. 51), 38, Förstem. u. R II, 257, Erl. A. 5s, KM, Förstem. u. H. II, P.Mi.
1434.
Quintuni eai)ut Matthei ])rinnnn d(U'et vitani juMsoiialeni in S
beatitudinÜMis, 2".'') olliciuni doecndi. In salc L(\i;'eni, in liiee Knaniiclinni,
utruni((iie in lide. 3 eonfutatnr falsa expositio I.,e^is. 4 damnatnr liypo-
erisis vitae. 5 vera l)ona opera doeentnr. 0 Monet a falsa doctrina.
7 Solvit dubia. 8 Üaninat bypoeritas in verho-).
1 = secundum sc. docet. 2) In der Form abweiehend, sonst ganz ähnlich
Bindseil collo(i. II, 22:?, Rebenst. II, 2o:iii, Erl. A. 02, 125, Förstem. u. R. IV, 'VM.
1435.
Contendere in iudieio'). Iioe^) Christus dicit ejirnahMu lideni
Apostel omni et Judeoruni, qui e\])eetabant tcnquM'ale re^num Cbristi,
Sie dielt iiladiuin i:;estari non debere. Xe sitis jn'ineipes, non iiuliees,
non hellatores. non iudiees '•), nia;::istratus, (|U(Mn sibi solis putant deberi
Judaei, Neminem iuvadatis, sed patimini illatam passionem [521], leli
381
wil froni leute bähen, a})er nieht ein newe politiam anfhahen,
et nolo vus ma«;istratum subtrabere, id est subijeere^).
n Matth 5 40 •') Die Handschrift hat fehlerhaft das Compendium tiir
huius ':n .iudiees wohl Wiederholung aus dem Vorhergehenden Doch lasst
sieh auch erkl. .Ihr sollt keine Richter sein, ein Amt, welches - für sich in
Ai si rieh nehnien 4) Die hallische Handschritt hat (ausser verschiedenen
unen in den Noten Ihm Rinds, angegebenen Fehlern) statt des letzten Satzes ganz
äbweic-hend .Quare si vos voeat vester u.agistratus, sernte, ^^ ;-^|jf^'-;^?; ^ ^(^
„.iütate sub ipsis^ Luther meint naeh dem obigen 1 exte ''^^^^;;^"^ *^^^^^^^^^^
ilir
un
r (iie (bestehende) Obrigkeit beseitigt, d. h. eueh dienstbar macht
d mit Zusätzen Rinds. I, :W.\, Rebenst. l, 1^3-, (Ende der Seite).
143G.
Dilic-enter est distin-uendus, uniis et idem, Cbristiauus et poli-
tieusO Cliristianus nullam relati«.iiem habet ad luditiani ut vieiuus
habet erL^a vieinum, eivis erg:a eivem, Si vicinus nie ledit, fenim,
nuantum ad nie i.ertinet. sed (püa iuratus sum mapstratui. violatam
(IlK'dientiam-j iure vindieaboM. non studio vindietae, sed paeis amore,
Sieut servi annuneiant Domin.» malum alterius servL qisi mhil ledentes
sed tristes de malitia sueeurrunt damno^). Ita Joseph omuia retulit
•ui patrein Ita eum in-<diibet^) thesauri/.ationem, non prohibet hoe magi-
stratibus iKMiue parentibus, sed iie i»utent suum rej^nium esse, quod
iiabent thesauros, Alioiiui i>atriarehae onines perijsseut^).
1) Abweichend R.indseil . Distingue igitur,(piaten,is Christianus es et non
politicus, patiaris on.nia^ 2) sc. a vicino "•=!^''^.![^^"\!^^' f .^ühu <t »rSchaden
,1. ua<h <lem (besetze verfolgen. .4) = Traurig über die V.^^J^^ '; ^^^^"^ ""'^Q^^^
•ibzuhelfen suehen. Rindseil „tristati rebus sueeurrunt \ ^>) sc^ Christus. 3Uttl
t -Ose. tl^ F.indseil impij essent. l"» ^^Vl^'l-^Y'" ^' f^^^^^^^^
abweichend, dem Inhalte nach aber ähnlich Riudseil collo.i. I, a.d. Heb. I, IS.i».
1437.
1 Cor (P) Videtur in vobis delietuni esse, Ihi Paulus non
iudieiuln taxat. sed vitium eordis"^), cpio iVater in ins prophanuin
tr-ihebat |:>'>2| tVativm. ad bestes seilieet tidei. Jus euini imidorare et
vietum qnaerere non pnd.ibet^O^ ali<.qui necpie lupo a^^num eripeix;
lieeret Domino, llabebant^) Studium vindietae, Studium eonfundendi
fratris Kst auteni huius textus int-''), »t non hbidme vindietae aut
euinditate, sed iustieia et neeessitate eompellamur ad ludicem pro-
voeare '•).
n 1 Cor (i 7 ,.]am .luidem omnino delictum est in yobis quod iudicia
habetis in er vos" 2) Rei Rindseil findet sich als Eingang des obigen Absatzes
1 ' rhtb r^ llelictum in vobis etc. Fbi Raulus videtur cornpere eos, qm m
il!d^.rmlgant: ilesi-olldclür: C.u.l ipsum iudicium^) conRs (Kebenst. ^^ta^-
ri^.^v:ieiiige^;i:=^^;ii;.rü ':^z^.a j ^o^-^^^J^^^^
glossa uns foci, ut non libido etc.^ (;) Abweicd.end Rmdsei colloq I,^ n ,
Rebenst. I, ISli". A eh n liehe (ie danken kamen bereits n. l.Wl vor. \ gl.
besonders den Satz ,ius enim implorare agnum eripere beeret .
1438.
Christianus oninia paeiatur et nihil faciat eontra ledentem,
Politieus vero cmmia laeiat, nihil iiaeiatur, ne ut Christianus
382
iudiceris invasor uiagistratiis, neque ut Politicus pocuain Inas desei-ti
magistratus ').
1) Bindseil coUoq. I, :i7(» /In ('hristiaut- niliil facias, oiniiia patiaris, ixjliticus
vero omnia tacias, nihil patiaris indijine, nc (ut Christianiis) videaris invasor niaj;i-
stratus, no((ue (ut politicus) vidcaris dcsertor uia<,nstratiis. V^l. auch licl». l, l^:?''.
Die deutschen Tischr. hrinj^en Krl. A. r>s, Kii, Fr.rstcui. u. 1*.. 11, 21 ^ einen Absatz,
der in sehr weitläiifti^-er Fassung- eini^^e auf das Obige bezügliche ähnliche (<c-
danken enthält.
1439.
383
1) = In quinto Ethieorum sc. Aristotelis. 2) Die lat. Tischr. richtiger
abire. Doch ist auch die obige Lesart nicht ganz zu verwerfen. Der Sinn wurde
sein ^dass sie (sc. niiilti) diese aber allniälich s«» von sich werfen, dass sie zur
Zii«'-eIIosigkeit winl^ :<) sc. iinperant. 1) In der Form abweichend, dem Inhalte
natdi ähnlich Hindseil coIUmj. 1, 'iüs, Keb. I, ll".''. Die im obigen Absätze ent-
haltenen Gedanken kamen bereits iu abweichender Form n. lol vor.
1440.
Duo sunt peccata 152:^1 niortalia. llasz vnd Iloffart, Ilasz ist
homieidiuni, lloltart ist nuMidaeiuni, Quod (icnnani Neid sagen,
levius est peeeatum, sieut avaritia (pKMjue et ira, Signitieat enini /Aduni»)
tantum, das einer einem ein ding nielit gunnet, Non est eon-
iuncta aeerbitas aj-), Das einer ymcr denckt, wie er sieh wolt
rechnen^*).
1) l;ri?.ov. 2) Lies animi. li) Mittelh. rechen = rächen
Form mit „n- kann ich nicht belegen. Vgl. mit dem luhalti' des (Fingen voru.
p (Wm;. Vgl. Erl. A. r)S, |<)7, FJ»rstem. u. F.. II, :i5, wo es unvollständig und abweichen«
heisst „Diese zwo Sünde, Mass iiiul llolVart, schmücken sich, wie sich der teiittd
in die (Gottheit verkleidet, llass will Friniimkelt siin, llotVart Wahrheit, uiul diese
zwo sind rechte Todsünde. Ilass ist töilten; llotVart ist lügen.
Di«' obige
1441.
Turcas') et i)ai)a in forma Keligi«mis nihil ditVerunt necpie
variant nisi voeahulis et eaercmonijs, Turea enim suas et M«»si eaere-
raonias servat, Papa autem vel Christianas vel ex suo natas cerebro,
Utrnmqne tarnen pro eultu Dei et remissione ])eeeatorum assernnt
valere, et sieut Turea lavaera Mosi^ viohit, sie Papji Uaptismum et
Sacrameutum, Et sicut ille non manet in Mose, ita iste non manet
pure in Christo-*).
1) Lies Turea. 2) = Die von Moses angeordneten Wa.schungen. li) Ab-
weichend und unvollständig Bindseil II, 112 (Ende der S.) .Turea et I apa
in forma religionis nihil ditrerunt aut variant, nisi in ceremonijs. Ille enim cere-
monias servat Mosaicas, hie Christianas, uteniue tamen suas cerenumias depravat.
Praeterea sicut Turea lavaera Mosi lacerat, ita Papa eonspiircat usum et rem
Baptismi et Eueharistiae \ Vgl. auch Kebenst. II, «io«, Erl. A. Gu, 1*9, torstem. u.
B. III, 174.
1442.
Kationis iustieia eoram Deo non est iustieia •), ut reete definivit
An-ustinus |:>24L sed (piod deinde imaginatur, nostram lustieiam
e^^ ru De esie ( ua Spiritus sanetus in n(d)is ellieit legem, haee non
es Vera imagi.;ati(r^), (,nia eolloeat iustieiam in nostram impletioneni
et super nostram iustieiam et impletionem, id est perteetionem, etiamsi
fe^, ur haee renovatio liden^^)! Sed tu^) reijee te totum ab hae
rem.vatione in promissionem de Christo, propter quem solum msti
sumus e(»ram Deo et paeem eonseientiae eonsequimur, non per illam
renovationem.
n = Die Gerechtigkeit durch die Vernunft (die yernunftmässige «lern
menscllich^'n Denken entsprechende) ist nicht die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt.
M W MU eV^^i^c^^^^ aber vorstellt, «hiss unsere vor Gott geltende Gerechtig-
bSr.V.riM es eh dass der heilige (U.ist «las Gesetz in uns erfüllt, .so ist das eine
keit larin »»l'^J* '\; ;;• f '^ /--Da sie die Gerechtigkeit als «lie unserseits zu
SHni e'^^d^;;" ; Sillung lu^ (^^sem^stul «ladurch erlangte Vollkomuienheit
Ässt" we a.ul «Ut Glaube «li«.sen Process «1er Erneuerung zur l«>lge hat.
D - mi r.r n Aus Conlatus Anmerkung zu n. 144«. geht hervor, dass n.
,4,7 !l4'. «inen. Schreiben Fhilipp Melanthons an Brenz entnommen sind.
Ueber Brenz n. :i.">2.
1443.
Novitas vitae non suflieit ad iustieiam eoram Deo, sed^ fides,
nuae ^nq^rehendit Christum. «,ualisqualis sit illa novitas quae sequi
' -et lidem llae eaussa «iu«M,ue ii^sa dileeti«). ((uae legem imi>Iet,
iustiüeat, neciue «piietat e«mseientiam, licet neeessaria sit illa
LS.
n 7ii be-ichti'u «lass hier «las Wort s«»la fehlt. In d«'n deutsclu^n Tischr.
hmlct .si«h unter «lem 'IVxte «lie Note: Das sola ist hernach ausgemustert.
1444.
\u-UKtinus i.nq.ius aeeedit ad sententiam Pauli (|uam «mines
Seh«/las"tiei. sed n«.n attingit Paulum'), Kt eg«. eit«. emn tanquam
pn.rsus ö//ox/m>r-) pr«»pter i»ublieam de e«» persuasionem, ^ou enim
satis explieat lidei iustieiam.
1^ = Er «'rr«'icht ihn aber nicht ganz. 2) Fehl«;rhaft tVir -f^'^V:W'''\:^^
der Fl «!in Text b«.i Mel. hat. D«»ch fragt es sich, ob n «Ut wunderlichen torm
^ ' ;.; .l.t Vi .e indere L.-art st«'ckt. M«'lanth«m will sagen: Da Augustin all-
gSrin^sl'llhem'An:^ sllVt, s«> citi«>i. a.u-h i^l^^-^^^SX^ Fd^ i^J)
Funkte) vJdlig mit Faiilus übereinstimmte (was in der Ihat nicht der lau ist).
Denn er ü.
1445.
Ma<n»a et obseura ecmtn.versia est de iustieia fidei [525], quae
tamen ita reete intelligitur, si tot(.s «kmiIos a lege rennwemus et eos
slii^imus in pr«mnssi«uie(M,risti. «,uae gratuita est^), ut simi)lieiter^)
e^edanms, nos propter ipsum iustilieari et i,aeem habere eonseientiai-um
prupter ipsum et in ips«>. Haee. sieut est vera sententia. ita mirifiee
erigit eonseientias^).
U - S«d.r wichtig und schwer verstäiullich («)der verwickelt) ist die Streit-
frage ilrdle Gerechtigkeit durch den (ilauben. 2) = Die ein treies Geschenk
debet lid
non
novitas.
384
der Gnade ist. :i) In aller Einfalt. 4) V«,'l. zu n. IU2 1 li:. Janssen Oeseli.
des deutseilen Volkes III, Hü», «Ut Stollen aus dit'seui Sc-lirrilK'n anfÜlirr, um zu
beweisen, dass Mel. sieh des VViderspruelis zwiselieu der neuen Ltlire und der des
Augustin wohl bewusst gewesen sei.
144G.
Tiiliii coiiatus suin explieare in A])(>lofj:ia •), sed itn uoii
licet luqui cum iidversjuijs ut tidclilnis ainicis, etiaiusi rc
ipsa*^) id iUtu) advcr.sarijs, (luod aniicis, (|ni nun sunt caluni-
niatores^).
1) Vgl. Seekendorf, llist. Luth. II, ij V.\, Add. a f. Vgl. aber au<h die Conf.
Aug. art. XX de bonis op. 2) = Im (Irunde. .{) = Die meine Worte nieht
verdrehen.
144/.
8i uovitati illi innitcndnni esset, «(iiando pacon» hai>eret c(»n-
scientiaV Quando certani spemV Et liacc si esset •), iustieia leps esset,
non ])ronnssioin's.
I) se. spes jiisticiae. Sinn: Tnd wenn dio IlulVuung auf ({ere«-htigkeit vor-
handen wäre, so würde es in «liescui Falle die (Jereehtigkeit dunh das (;esetz.
nieht dureh die Verheissung sein.
1448.
Fides lustificat, n(»n (piod fit n«>vuin opus sjjiritus sancti in nohis,
sed (piia aiqn-eliendit riiristuni, jn-opter (|ueni jjatri reddininr accepti'),
non ]>roi>ter dona sinritus sancti in nohis.
1) = Um deswillen wir dem Vater im Tlimmel wohlgefällig werden.
1440.
Res fidei [52(»| et disputatic» de iustificatione lidei •) non in-
telliguntur nisi in certaniine conscientiaruni. llaee a linea subducta-),
sunt ex (luibusdam literis Philii)in ad Breutiuni. Item quod
sequitur 0.
1) = Das Wesen des Glaubens und di<' rntersuchung über die (Jereehtig-
keit dureh den Glauben. 2) = Im wörtliehen Sinne :iufzuf:isst'U = Die i»ben-
stehenden Absätze (von 1 M2 an). :{) Also hiernaeh aueh die Worte des
folgenden Absatzes bis zu den W\)rten Ilaetenus IMiilipiMis eum sua No-
vitate, die als Zusatz des Cordatns gelten müssen.
1450.
Ego ut hanc rem melius cajnam, S(deo sie imaginari, cpiasi nuUa
sit in corde meo qualitas, quae fides vocetur vel cliaritas'), sed in
loco ipsorum pono Christum et dieo, Haec est iustieia mca, ut sie
liherem ah intuitu legis ohiectum illius Christi"^), qui vel doctor vel
douator iutelligitur, et noh> i])sum esse donum meum et doctrinam
raeam per se, ut (minia in ips(> haheam^), Sicut dicit Ego sum via
etc.^), Non dicit Ego de tibi viam, quasi i])se extra me ])ositus
duuet mihi illa vel operetur^), In me dehet esse, manere, vivere, loqui,
885
. ni DmuIiis«'^ dicit ut cssenius iustieia Dei in illo, non in
'"" ^"1' ir,.flige, um besser in '^^ ;^^-::^^j:;it^:i;f:rZ'^:^
.lies aus „.einen, Herzen 1'"'« -^^Sf ,' ' ' 'l '^'f ,' ,\mr In die Stelle nnd spreehe fV.
^,.nnnnt «er.len ki'.nnte _s<;^/.e übe *j "^''"'' .,'^f-''', , '"^ ",,»,,1,,, logis et .iDCrnrn;
„ Per lateinisebe 'i;^''' '«' '«VbrW.i u ete U de.^seben Tisetr. (in <len lat.
i,„„ et ab intnitu obieeii '';• "^ ' ''"*''l' 'J" .,;" :,.,, .„i,.), „is,, IVei niaelie uml heraus
IVbl.M, die „benst.'ben. en Absa ze) Aul 1. ss i H >|' ; '^ ■" ,,^,^ J^„^,^^,.^,
«irlu. v.m den, Aubb.U ,les (.eset«s "' ' '' ' ;\\^1^' J „ sinn -se dass ieh auf
,r„.s.'s Cbristi. -ler IV. Cerdatiis Lesart gleit ^^i' 'S^*-"' „ j i,,^ ,\„„e fasse,
, l.s,. \V..ise vmu (iesefz-e siau. absehe md nu^^^^n^^^^^^^^^^^^^
.\,.r siel, als l.el,ru,eister oder «'l''»'"'* '^ '' , ' l,'l,r reh," ^ 'k un.l u,eine Lehre sei,
.U„„ „-„.l,,. ,lass .las, was er nur slM^nd t und . . ^»' " ;,;.^.^.,,,,„, i ,„10 ipsum
auf .lass i.l, alles >n ihn. l,al,e. /••';''•, \-^,,„V in .s.. habean.'. Die .leutsehen
,„il,i esse donuu, ^1 '''';' ""='"'.,'•■ ,'. so e i^. i". dass er selbs mein Gabe
Tisi-lir. ebenso abweieliend ,.Nieut also, so „le," , _ j.. ,
, „, l..l,re sei, .lass iel, Alles m -1"" l';;'»^^ „,|r Ibe d miei, mit seinen Gaben
„i.ht ,lel, /.eige .lir den W .•;,-, als ob ^ J"^^^)^!^ Cor ". -1. ;) Der lateinisel.e
l„.s.-l,.-uUt.. o.ler .lieselben ''«'•""•"^''^■'' ^;,.,„„/ et ^vere lo-ini, non per me, an
■l'cxt bei Mel. ,Talia iu .„e ''^^'»;'¥«,^'''.''ir' ','.,,*;* in .lileetio »■ 'aut .bmis se.|uen-
H-.fVf. 2.Cor.r,: »^V,^"7'"' v t ;, „Vb^ s?dl er sein, bleiben, l.'ben, re.len :
,il,„s. Die '!«"'«'• '«'^ ''•■:;•'''•■, r^f.';. '',„" .er Liebe und folgenden Gaben)
Auf .lass wir »iir.l.'u ,n '''"' ,»' ' * l"'f '' ,^"''. \\";. ^ms W'e'bt sieh .ler Sinn ,ln
,|ie (;ere.l,tis;keit. .lie vor G..tt - It ; , ^; '' V^fl n^^
„,ir soll er sein, bU^iben, leb.n un. '^l'"''' '.''";.'''!.'"[ ,"•,,„, aber ni.ht in dir
so dass wir die G..r..ehti,'ke..t ^-';^^_;^\'^^J;;^^ .:^,'^^ Jkt m ^.r \M>>.
(„«•in lir,.n/., .«I.t in u-jcend einem a.eiu ^'^"^; ,^^.,.'-^ /.at/, . .ler etwas ir..nisehe
o,ler den naehfolf-'en.len (inad.'nsxaben .,,^> j^'^t^^rte streit m enthalten, .len
S;;:^'^^^,r;:'1;:^:'nd, 'l^Zll^r^ Ält ..- Heeht..rtig,.n. dureh
selbst ansiebt, einen, ^if !;;;''''7V\. ' . V\ .ri-' '« 'f- ^"' <''■" ^^''"''■" ''>'""
ürets.hn.'i.l.'r m .li.' Mut.; .les M.)n.ils -y^' '.''•;, ..„„-edentet werden, dass
ex ,,uibus.lan. li.eris Philipp, a.l ;■";>; ',;",; ,1 «hv-tudig wiedeigeben
(•„r.latns .las b.ar.^llen.le f,e l,,e, .en vy «ler n e.,rp. Kef. II, &0I, 5»2
will. In ,1er That «>^'>-l'' ''^■^'>;^' ';V_.r , '• / a . i;ebers'ehrift und fnter-
„a.h Manlii farra-o p. M t-'^'f '"'",,•,: 'f'irn b.^i Cor.latus, dessen jjan/.e
sehrift. Kinpiuf.' "»'l ^''''V^;' j'':, T J „, ,,V.' s 're ist. Auueus.-heinlieh ist es
Kassuns: iib.ihaupt e.ne viel '^''» ''V ,,',.,' ,,Hn.ivu. Immerhin wird seine
il„„ nur .laru.u /,.i tl,un gewt^seu "''•'''•'''"''•'.,;■'',,,, '.-„.e der ältesten Quellen.
Fassuns: aber s.-hr v,,. beaebten s..„ " '» ' ^^ ' M ael, i:,:tl gemaeht haben
Cor.latus wir.l sc.in.'n Aus/.ui.' .les ^'' • ,^,V, . l'\ ,, laHenus l'hilippus ille" sin.l
(,r„. ..rwahnte» Zusäf/.e ,haee a l.ne ;''';' i^:,,,,e,".e,,,aeht). Ob Melanthons
r,:t7 b.i ,1.T Z"«^'"'''''''''*^'"""-,'^^ ,;. h,.^^^^ .iner späteren Absehrift,
S.l,i-eib..n in Manlii farraj.'.- nael, ""''"V ^^ ''' „T. r. / • i» Mi ■"l'«^" """> '■'^•''•''
.lere» es, wie C.rp. l!.'l..l • •>"! ^"f 'f''", r!' ,',',. ,leL leutseh. Tisehr. hat Erl.
f'-!: ;n^,.:'u ';r';Vi;r;!bräu.' äUieWr're.^ zu Gmnde gelegen, wie
- "" Au^iHu'!. >^;no::^eln .unkt Au..b ^]:^^xi-::t:^^Xi^^
.)
;;,-i,";eiu..r Hr--;-;".^„ ^ >;; , l'';,, ,;; lie " . - dseri.sen.rM. Lu.h.« un.l
,li..s,T Absatz j.'.lo.h als /.usat/. V'i'i Sehreiben riil. Mel.' heisst es da
.Zusat/. l...et.,r Lu.l,.rs aul das ^.''^ ''^J^' "^''^V,,^;. V,. f' '"^ '-' <>''>'' '^'- '" "•'
Luthers be/.eiehnet und .■ ii.-l, n it '"'F ,'':;,' .jj;, Denn einmal .l.-utct
v,.rsel,..n. I ... .1 •• r .T ha t 1, a t .. r . a ,, s '^^^^^l^^^X';^^, gewisse,, (i.ge..-
d'is e^M) (ieh li r nuMue l'erson) HU AI t.ui},( \«ni »• '•* ,.^^,,,,,,. ,.:„ ,..ro in <len vor-
sah n^iu den. bis dahin Spreehenden. ^^^^ ^'^^^'^^'^.'Zo^Wr Spreehende
stehemleu Absiit/en als liezeiehnung tnr Mel. nur n. IUI xor,
386
sich aber selbst in einen Gegensatz zu andern setzt. Sonst heisst es z. B. nur
„talia conatiis siim explioare". Vor allem aber athnien die in Frage stelienilen
Worte Luthers Geist, und dass sie wirklich von diesem herrühren, geht ganz
klar hervor aus Brenz Antwortschreiben vom 5. Juli 1531, welches Corp.
Ref. II, 510 mitgeteilt wird. Hier heisst es ,Post(iuam vero legi et tuas literas (sc.
Mel.) et appendicem Dom. Lutheri et apologiam, me iudice canone dignum,
didici vobis doctoribus n(m solum recte sentire, verum etiam recte loijui \ Eiullich
sagt Brenz in einem andern wohl gleichzeitigen Schreiben (vgl. Corj). Ref. II, 5H>,
Note unter dem Texte) an Luther: S. in Christo. Sciam te, praeceptor in Cliristo
observandissime , sanctis negotiis, quibus ecclesiam aedificas, ita occupatum esse,
ut minime vacet meis uugis diu operam dare. Ita(|ue volo te brevissimis prinium
salutare in Jesu Cliristo, redcmtione nostra, de in de iudicare tibi, ea mihi
acceptissima fuisse, (juae nuper ad t'inem literarum I). I'hilippi nostri
adjecisti etc. Vgl. mit Melanthons Schreiben auch Ebers Katli. I, 235 tt'.
1451.
Bononiae tractus ad iudieeni aduleseens, qnod vim attnlissct
mulieri, et tandem condeinnatus ina«,nia peciinia'), dixit iudex adoles-
ceiiti [527|, per me tibi lieebit vi extorqucre rursus pecuniMiii a imiliere,
Quam cum nullo modo posset erii)ere in eoiispeetu Senatus, aliam tulit^)
pro eo senteutiam et iussit ei reddi ])ec*uniam dicens, Tu tuita es pe-
cuniara, cur non tuita es tuam ])udicitiam? Ne^^averat enim ado-
lescens factum, et iudex non credebat stuprarc^) posse nolentem^).
1) Für „tandem cum condcmnatus esset mag. p. etc. 2) .sc. iudex. :i) Viel-
leicht stuprari. 4) Bindseil mit folgendem Eingange Jn Jeremiae yersione,
nescio qua occasione data I). M. Lutlienis dicebat, non posse vim inferri virgini.
Accidit, inquit, ut Bononiae adolesceus (juidam etc. Die lat. Tischr. erzählen «las-
selbe in abweichender Form. Vgl. Bindseil II, 7«l, Rebenst. II, Uä'>. Die obige
Fassung ist der späteren bei Bindseil und Rebenstock vorzuziehen.
1452.
Vl)i non es dominus, szo lasz ein ijrliclien ^^elien, tliun.
machen, wie er wil, Gehe du desto weni^^er mit ylim vmb,
szoi) brin^estu nichts davon den vn^Muist, verj;ebene mulic
vnd sorge"^).
1) Der Zusammenhang verlangt sonst, was die latein. Ti.schr. auch haben
(Rebenst. alias). Bindseil II, !<>:{ „Vbi non est Dominus, so las eineu igli«hen
gehen, tlmn, machen, wie er wiel, gehe du desto weniger mit ihm vuib, sonst
bringestu nichtes darvon dan vngunst vn<l vergebeue muhe vnd sorge \ Vgl.
auch Rebenst. II, 5V.i. Das Obige gehCtrt in den latein. Tisehr. einem Absrhnitte
an, der die Ueberschrift trägt „Antwort auff des Landgraven anregen D.
M.Luther wider die Anabaptisten zu schreiben*.
1453.
Litania litaniarum est oratio dominica, Eruditi«» cruditi«»num
est decalogus, Virtus virtutum est symbolum seu fides, Namsic')
oratio dominica o])time, pulcbcrrime roj^at et impetrat, ita decaloi::ns
optime, co])iosissime et ]nilcbernme docet et exbortatur, et iidcs <mmia
copiosissime, (»ptime et ]nilclKMTimc facit et exercet, l^ntur iiaec trinitas
perficit et absolutum reddit bomincm in c(»«::itando, dicendo et apMido.
id est excolit [528] mentem, linguam et corjms, et ])r(»veliit ad sunnnam
perfectionem -).
387
1) Lies sicut. 2) Die spät. Tischr. ganz ähnlich bis auf geringe formelle
Abweichungen. Vgl. Bind.scil collo«i. II, 24:{, Rebenst. II, 2(MM', Erl. A. 5S, 264,
Förstem. u. F.. II, HVk Aehnliche Gedanken in weitläuftiger Fassung Erl. A. 58, 241,
242, Förstem. u. B. II, 08.
1454.
Mund US non capit fidem, charitatem, crucem, Fidem non capit,
Idoo charitatem non exercet, per (|uam fides est efficax, Neque potest
vellc sustincre crucem, per (luam lides exercctur et augeturi).
1) 7\b weichend Bindseil collo(i. I, 177 „Mundus non percipit fidem, chari-
tateuj, crucem, inimo abhorret crucem seu malum, ignarus, (luod sub ipsa fides et
virtus'Dei exercetur et ostenditur. Charitatem fugit, ipiae propter Deum ])enefacit
gratis". Vgl. auch Rebenst. I, 95'«. Die deutschen Tischr. bieten Erb A. 57, :ni,
Fr.rst. u. B. r, 24(1, 241 Aehnliches in überaus weitläuftiger Fassung. Vgl. n. 1G2L
1155.
Bohemi in Castro Pragensi') omnes reges pictos habent, qui
bactenus rej::naverunt, et pro i)rophetia ha])ent, hac linea regum impleta,
ra nulluni babiturum'-) regem, et Ferdi na ndus ultimum spacium
ultr
(»ccupat. Fatale igitur illud expectemus^*), Et linea ducum Saxoniae
im]dehatur cum Friderico^), Der stund sine ultcriore spatio an der
thur zu Wittembergs), et dixit«) ali(iuid signiiicare, der khukuck in
Beheimerwalde") sol hie nicht singen**).
1) Auf dem Hradschin. 2) Lies habituros. :i) = Darin wollen wir
also eine Vorbedeutung erblicken, n. 35(» hiess es Jtem ipse est primus Rex
Bohemiae et ultimus Romanorum. 4) Vor Friderico ist Duce in der
Ibuulschrift wieder von der Hand des Schreibers gestrichen, (iemeint ist Kurfürst
Friedrieh der Weise. 5) Im Schlosse nämlich. 0) sc. Lutherus. 7) Mittelh.
Bebe im = Böhmen. Weigand I, 241. S) = Und darauf sagte er, das habe
etwas zu bedeuten, näuüich: der Kuckuk im Bühmerwalde IT. Luther meint „Auch
die Reihe der sächsischen Fürsten, wie sie im Schlosse zu Wittenberg abgebildet
zu sehen ist, war mit Friedrich dem Weisen voll. Dies hat jedoch nichts zu
bedeuten. Denn der böhmische Unglücksvogel hat hier nicht zu singen, die Prophe-
zeiung der Böhnu'U geht uns nichts an^ In diesem Sinne konnte sich Luther mit
iVechr aussi>rechen, weil Friedrich d. W. bereits zwei Kurfürsten gefolgt waren,
.lohann und Hans Friedrich. Ein ganz entgegengesetzter Sinn ergie bt
sich aber aus der Lesart der spät. Tischr. Vgl. Bindseil I, ;iD2 „Ita dixit
de lini'a impKta in arce Wittenbergensi, ubi omnes rrincii)es et Electores Saxoniae
online depicti sunt, da stehe hertzog Friedtrich an der thür, konde kein spatium
aldo mer ertüllet werden. Dixit IMiilippus Melanthon aliquid mali pro-
lieben Gott befehlen, der hat alles in seiner Hand"
145G.
Schweinfordensibus [520] in Comieijs Augustanis^) oblata
est honesta occasio, ((uam niduerunt suscii»ere, Ideo de eis verum est
durissimum^) illud ])roverl)ium, Fr(>nte ca])illata posthaec occasio
calva*), et Iloratius, Nescia mens hominum fortis ignara for-
tunae^), Alszo müssen wirs auch auff beiden seitenn wagenn,
Cum autem dicunt, Vos ex Diabolo estis"»).
25*
>aiB»ja.üMa^am.jiA>JlS..^-.fc:-J«it£.ii
389
388
1 ) 1 530. 2) = So bittonvahre Spr. :\) V.d. D i o n y s i i C a t o n i s disticlioriim
Hb. II, 2r., wo es heisst ,,Rein tibi (|uani nosces aptani diinittort' noli:
Fronte capillata, post est oceasio (•alva^ Der oben eitierte Hexameter
kommt in anderm Znsammenhanji^e öfters bei Luther vor. V}?I. /.!>. Erl. A. IJ2, -IWl,
448 (zweimal), Förstem. u. B. IV, (iUl, r.'MJ, t;«iT, Erl. A. (;i, :v.m;, FJ-rstem. u. II. IV, /i:»:,
wo Luther sagt , Fronte capillata post haee oeeasio ealva. (lelegenheit lasst
sich nur von vornen fassen! (Wir sagen ,Man muss die (ielegenheit beim
Schopf fassen). Wenn Gott einen grüsst, so soll er ilim danken ^ Die Dist.
Catonis gehörten in jener Zeit zu den gelesensten Sehritten m den höheren
Schulen. Vgl. Kaum er, Geseh. d. Faedag. I, ITL Luther und Melanthon sehat/teii
sie hoch. Vgl. hierüber die Ausfiihrunu-en bei Förstem. u. IV, Toii, Note IL Vgl.
femer mit dem eit. Verse Phaedrus V, s , Oeeasio depicta. Gursu volueri,
pendens in novaeula, Calvus eomosa fronte, nud<» corpore, Quem si oeeuparis,
teneas; elapsum semel, Non ipse possit Jupiter reprehendere, Occasionem
rerum signitieat brevem". 4) Vielmehr Vergil Aen. X, öul ,Nescia mens
ho min um fati sortisciue futuraC. Luther eitiert also nach dem Gedächtnisse.
Uebrigens ist in der Ilaudschritt fortunae, welches von erster Hantl steht, von
derselben Hand wieder in futurae geändert, s<. dass der Vers Luther etwa in tolgt;n-
der Form vorgeschwebt haben mag: Nescia mens luuuiiuim sortis (aus tortis)
ignara futurae". 5) So hat die Ild.schr. Eine befriedigende Erklärung
dieser letzten Worte habe ich bis jetzt nicht gefunden. Vielleicht ist zu dicunt
das Wort adversarii oder papistae zu ergänzen, autem zu streichen und
dicant zu lesen. Ueber die historische Beziehung jedoch, welche dem Obigen zu
Grunde liegt. Folgendes: „Schweinfurt gehörte Lj:?«» zu denjenigen Keichsstäilten,
die dem reformationsfeindlichen Augsburger Keichstagsabschied sich (»hne weiteres
unterwarfen. Es Hess sich also den Anschluss an <lie)enigen Keichsstande und
Keichsstädte, die sich auf den P.oden der Augsburger Confe.ssion stellten, entgehen.
Später im Jahre irv.Vl während des Seh wein fürt er Convents, der dem N n ru-
ber ger Religiousfrieden voranging, i)redigte S])alatin dort mit grossem lieitall.
und das Evangelium gewann in Folge dessen viele Anhänger. Seckendort III,J? •>.
ad. I, g. Von nun an suchte man den Anschluss an di»' evangelisclu^i Keichsstande,
was 'kurz vorher niemand hatte vorau.ssehen können. Aber erst löl'J drang «lie
Keformation mit Hülfe Philipps vo n II e ss e n durch. Erster evang«'lischer Ptarrer
war Suttelius, vorher in Göttingen und North e im. Vgl. Sixt, K'et. Gesch.
von Schweinfurt, Nürnberg tV. Es ist daher m.".glich, dass Luther sagen wdl A ntcr
diesen Umständen müssen wir Ev:ingelischen und <li«' .^chwcinfurter Jetzt unsere
Sache auf gut Glück unternehmen, wenn auch die Papisten sagen: Ihr seid vom
Teufel \
1457.
Last die Pa])isten anlaiiffen liloriantes sc Eeelesiam lial>oro.
Et Jiidaci ^•loriabaiitur sc l)(^])^ll^ln Dci esse, At (Miristns contra
dicitO, E^n) sinn filius Dci, Mit dein DE! licffcn sie zusanien.
Christus niiist drüber ^•eereutzij;t werden, Was sie nbcr dr.-in
£:ewunnen, des sind sie j^ewar w(nden.
1) Luc. 22, Tu.
14:)8.
Media vita in nn^rtc sunius"), (piia v:nij sunt niorbi, ninlti
exitiales casus nobis innnincntes, Iste levi vubicrc ninritiir. Huxu-) san-
piinis, Ideo e^^ennis omni liora anxilio Dci nos scrvantc, (^Mmtics illnd
deest, sinnns in eertissinia niorte'^).
1) Wackernagel, Das deutsche Kirchenlied L'.M:
eMedia vita in niorte siiinus.
(iuem (|uaerimus adiutor«*m
nisi te, d online?
(^ui pro peccatis nostris
iuste irasceris.
Sancte deus, sancte tortis
saucte et miserieors salvator
amarae morti ne tradas nos.
conservarore imuj;eiiiun . ^^^.^ — -.., „
Vgl aiR-h Kel). I, 55'., Erl. A. lil, 417, FOrstcm. u. li. IV, 2.>6.
1459.
Cliristiani fädle posscnt [r.30| fcrrc mortem, nisi l.oe seireut
i,,,n, 1 CO Innotan. e.se u.orti. Der titcl >'.'ael.t vus den to
r. r Oeiites ai.teiu seeure morimitiir. non vulcnt iram Rci, sed
nu .nt c>^<c hfo. . onnnis. et dieunt Es ist vml. ein .oses stundl n
l lursl Cecro') Cirregie dixit, Aut i.o^tca ni nl crin.us aut
uninino ])eati, (luasi diceret, morte kan vns niehth aiges ^e
scbehen-). , ^, v i ^ • r .f
'..,., 1 , f T •)! 0^ T iither hat nach dem Gedächtnis citiert.
i)
\i. IV, JOil.
14G0.
(-'.illiulen^ cum infunte') dixit. Quam mihi eaussam dedisti, ut
,.le„ to i "an . Kt «n.le meruisti liaeres esse \>o..ovym ^^r»m
; . t Selu-issen. seieluM.^)y V^mm instus das man au d>d.
.o-.'o mus haben, kindormegd l.estclen^), den ftf ) °>"
lÜMn;-enV Vnd das alles wilstu für reeht hal.en, oder tuUcst
daslrantz Haus mit gesehreyr'
,,,,, J' '■'t= itstiA:',r- \fH^r'i;'rrWo^n als LsUul. ,oUr. Als
Fem. wie gewöhnlich n. S(*.K
1461.
In Coniui.Mo nun potest esse vnkeuschcit proptcr conditi^^^^^^^^
statun^tdi'liratemO, \cn es ist fein^, Sed intemperantia-^), das
einer das seinn zu viel brauchet.
Klu-liMito vor i'inaiKlcr lialHii. .;) >>'-■ cuuiiioi"'"- ^
ims darin. :t) sc. esse potost.
11G2.
rnn. e-o>) ah eo interro-atus essem. .luomodo se res
IvnMr le e^t in -onditione et praedieatione mea^, et res .on-
luiem mea. molestias, infirmitutem meam ete., dmt, Ls ist
390
mir auch gewcst, Icli Habe luicli wol szo seer ^^efurclit fiirui
predigstiil als yhr, Noch miist ioli fort'), rriiiiuiii horrclKim
praedicatioiieiii in rcfcctorio eorain fratribus^), 0 wie t'urcbt
ich mich, At tu vis statini esse Magister ac forte lauclem
quaeris, et icleo sie tentaris^).
1) Cordatus. 2) In Nienieek hei Witteuberj^, wo Cordatiis seit
1532 Ptarrer ist. Vgl. Festschrift des (lymnasinins zu Chiiisthal, S. 5, Note I.
3) Gleichwohl musste ich iieran. u. T.')!) sagt Luther „Ego eiiiiii anticiuus et
excercitatus praedicator usque hodie tiiueo I)^aedicatllrlls^ l) Im
Kloster zu Erfurt. Vgl. Kilstlin 1,85. 5) Interessant sind die Ahweicli-
ungen der späteren Tischr. Die lat. bieten IJindseii 111, l(»!i (lu-i Kel»enst.
fehlt d. Abs.) „Oonsolatio M. Lut heri a<l uiagistruui Antlioniuu» Lauter-
bachium de sua niolestia, tentatione et infiruiitate. Kespondit:
Ey lieber es ist mir auch gewest, ich habe mich wol so ser gefurcht
vorm predigstul als ilir, noch muss ich fort. Cogebar ad pracdi-
cationem, muste Erstlicli iui refectorio i)redigen fratribus. 0 wie
furchte ich mich vorm predigstul. Sed tu statim vis esse magister,
vis esse doctior nie et alijs exercitatis, vis fortassis laudem quaerere
et ita tentaris". Die dcutsclieu Tisclir. überliefern dagegen folgenden Eingang.
„Was mau i>redigen und damit suchen soll. Da Dt»ctor Mart. unterm
Birnbaum in seinem Hofe sass, fragte er M. Antonium Lauterbach,
wie es ihm ginge in seinem l'redigtamte". Vgl. Erl. A. 50, 1S5, Förstern,
u. B. IL 369.
14G3.
Deo praedicemus ad gloriaiii et noii rcs])ieiamus iudiein
hominuin, kaus yiiiand besser, der iinigs besser, Tantum
Christum praedicemus et Cateeliismum. lila sapientia extollet
uos, quia est verbum Dei, Loben und sehelten nihil ad n(»s.')
1) Mit vielen Zusätzen Bindseil lll, KU», Erl. A. 5»>, IS5, jso, Förstem. u.
B. II, 369.
1464.
Ego plus quam 15 rationes allegabam Staupitio. cum
repugnavi fieri Doctor et praedicator, Et cum tandem dixis-
sem, Ihr bringt mich vmb mein leben, Nicht ein viertel Jar
wird ich leben, ridebat nie multis verbis.')
1) Bindseil III, 109 „Ego plus 15 argiimentis habui, (piibus recusavi I). Staupitio
meam vocationem sub hac piro, sed nihil valcbant. Cum tandem dicerem: Er
Staupitz, ihr bringet mich umb mein leben, ich wenle nit ein viertel Jars erlebenn,
respondit: In Gottes namen, vnnser herrgott hat grosse geschclfte, er «larlV drolicn
1 11 1 .1 \1'a,1 111* 1 11 1 1* iV A." I* 1 *l '!*•!
1465.
Staupicius vir fuit ])rudentissimus, studiosorum [532] inag-
nus amator et promotor, Electus") jirimo triennio volebat
hoc negotium fidei-) gar ausrichten consilio suo, 2V. triennio
volebat hoc negotium fidei gar ausrichten consilio ])atrunr%
rem teutare, sed uon processit, Tertio^) rem t(»tam Deo coni-
misit, Da gings viel weniger fort, Ideo dixit, Mitte vadere
391
sicut etc^) Es kau wider ich noch die patres noch Gott
schafS^ mus ein ander Triennium vnd Vicariat komen,
Da kam ich darein vnd habs anders angcfangen*>).
n sc vicarius generalis ordinis Augustinianorum. 2) Luther^ meint sein
wichtige Lesart, }1^,^*^^'^.?;,"fr^'^;^^^^^^^ auszurichten versucht
V r rt W tMcJi iC^ore^^^^^ et praedicatorem des Evangeliums, sondern
(v. '•''•'7'"' V',/ *".,,," /j ■':,,.. anlieiin "cstcllt. Sfinc Hemiilmngen seien jedoch
nt^T.tWr li .r '^^^V'^bUcl ^; VC ML^ P sei er (Luther) 1512 aufgetreten und
t'l! S:u.i"'"äudc^s un,l -Mvar errolgreU-h , ^>:^^sZ,,^.^'l^^^1^^.
ander Triennium vnd yU-arutg^^^^^^^^^
.uc0/iVder.n'tm' U, zetln/sl^^ sie in'it einander verl^unden - Imrrt noch
''^•^ \rr\J''' M ;S ,- ; ia autS-irkounut bei Cordatus mehrere Male
t-or So bc rieht n'diJ la ehu its^lir dass die Scldussworte von n..m2 an Lauter-
o *•..., f ^'<^r<i.ifiw 11 1 1 1 1> was man einen Manne \\\g i-aiupauu», ^i^i ^^ ,
So tragt lonUtus n. ii i , was mau ^i i „tiH^r intwortet «^anz trocken:
'^^■^^i^m:^^::^^ -Ä:::i.:t'abÄa- :.s seiniehfaotig
kSäSif liifirtiffliMf lli'lririi'iir iiliiriT
392
Wasser in die Elbe zu trafen, sie niiisste <lenn aus^etrucknet sein-'. Ujnl ebenso
wie in «len Selibissworteii des Obiueu uiuss sicli Cunhitiis eine Ziireelitweisiiiij^ von
MehintlKMi in dem n. i:?:? anj^ietlilirten Distichon <;Tt'allen lassen. So wird es
also Cordatiis selbst ;j,ewesen sein, an den Liitlu-rs Worte i^erielitet
wnrden, worauf endlieh auch der iihnliehe Inhalt von n. :H:{ und :;ll hinweist,
den Cord, doch j^ewis aus Luthers Munde hörte.
UGG.
Oro vos onines*), quibus (j:\ov\a et Eiiaiiii'clinni serium est, iit
Erasmi iiiiinici sitis. naiu detestator^) est Ilelipouis. Lei;'ite tantuin
Dialo^'uiii de pere^riiiatione et inveiiietis. emii totam K'eli-ionem
t'unditiis evellere et ])ro|)ter partieulares ahuniinatiimes totain l\elii;iouein
lüiter-^) reijeere, eum taiiien Dialeetiei dieuiit. K\ puris ]»arti-
eularihiis nihil eoiieludi»), Nun eiiini seciuitur. Qnaedain Keli^no
est impia, Ergo oiniiis religio est iiiipia. Ideo et Dialeetiea
est iieeessaria, noii So])liisti(*ae l'allatiae, (inüuis ipse utitiir, ut illi^)
olim dieebant, [538| Nullus et nemo mordebant se in saeeo, ubi
disputaverunt, An iln nullus aeei]>iatur absolute, aecidentaliter*'), ])er-
sonaliter an realiter").
1) Bindseil eolloq. I, 274 ^ In die Trinitatis Martinus Lutherus ad suos eoni-
mensales dixit: Vos onines oro, (juibus Christi «A'hjria et Kuan^vliJ lU'opau-atio eordi
est etc. 2) Die latehi. Tisehz. devastator. :\) = uni ve rsal it er. 1) Vixl.
n. r)Ul,«j:>o. 5) sc. Sophistae. U) liindseil dietionaliter, Uebenst. indictio-
naliter. (?) Die obij^^e Lesart eri;iebt den ernten Sinn „Ob nullus hier in be-
stimmte ni, unbestimmtem, in i>ersönlichem oder sachlichem Sinne zu
nehmen sei^ Die latein. Tischr. falsch utrum Nullus et Nemo siiz:niticent ab-
solute etc., denn nemo kann nicht realiter im Ce-ensatz zu i>erso naii t er aut-
j^etasst werden. 7) Die latein. Tischr. in der Form erheblich abweichend, die
deutsch, mit einij::en Zusätzen, auch fehlt ihnen der Sehluss. Vjck Uel)enst. I, r.JiJ'S
Erl. A. 61, '»a, IM, Förstem. u. li. III, H»'.».
1467.
Dens S(dus nos nutrit, non divitiae, et praesentia i)eeuniae faeit nos
tautuni pigros, ne(pie nutriunt'), ([uantunieun([ue enpiosae sunt. Veneti
enini nostro seeulo ditissinii horrendani fanieni passi sunt, et cum 21-)
repletas fruniento a Turea niutuarentur, illae subniersae sunt in eiai-
speetu Civitatis, Die profund hielt nicht glauben-*), Eodeni tem-
pore misit (piidam Civis uxorem suam ad (piendam viatorem ») pro
frumento^), Is promisit se daturum, si eonsentiret eum eo dormire,
Quae eonsentit, sed^') maritum et servos sui>s in aedes eius ad leetum
feeit eousistere, Dem ist das hurnvbel wnl vergangen, et eum
repetivisset preeium'), dixit ^), Uxorem solvisse eoneumbend(», At eum
illuni aeeusaret, eum'') ^lagistratu reus iudieatus mereator^") iterum
iussus est dare frumentum, Peeunia famem nun abigit, sed laeit").
1) sc. divitiae. 2) Hier ist ein Wort aus-^a'fulleii. Aus n. IT);*)!), wo der-
selbe Vorgang' erwähnt wird, erjj^änze galeas. .Mittellat. ^^alea, auch Mittel;;Tiecliisc]i
yaAf« = Galeere. Weit^and I, «»oo. :i) Germanisiert aus i)rofunditas. Luther
will also sagen: Die Meerestiefe erwies sich als trugvoll. Die spät. Tischr. ,I)o
hildt die braudt nicbt glauben ^ Das Wort braudt scheint die Veranlassung
gewesen zu sein, dass ni den deutschen Tischr. (in <lcn lateinischen findet sich am
Ende des vorhergelu-nden Absatzes Aehnliches) folgender otVenl>arer Znsatz genuicht
wurde: „Denn das Meer halten sie für ihre ilraut, mit welchem sie sich alle Jahr
von Neuem, durch den Herzogen, vermählen und versprechen, wie Braut und
393
..iutigan. zum M^Udschat^ wieder ^
III «Ti-'it ore m zu lesen. > gl. nern.itn „01 aci^n-.^ v^"i ? . .,
Jk. 1 V" 1 ■ "■!"• lb:.l«lirlH » ik"""' "«""»'«".., ".-3
;ä.„u*,. /■> "■r;:ir,iSÄ="s:.Ä V"«'"?
(!ctrci.lo' l)öla<lcncn (ialeerou orwiilmt Cordatiis am-U n. l.-.:i(..
1 408.
lluius rci') cxcmi.lum est [5:Uj, .luod ulim lüc'-^ oninia
emeieut eainos, Xune autem (luaiulo liosi.ites luulti suut u
C vi ate, „on enrant ven.lcve, .ed >""lt-" peennjam eou-
' . •. .1., .. i... ., T /l i-»vi-»i o n 11 llOlST, Sien cl U 1 l f5
gregare,
gclt'^).
Ideo eare venduntur, Idermann tleist sieh autts
n' luther meint- Ein Seitenstück zu dem oben Erzählten ist die Thatsache
.iMss tV ^ • / In V enbe " . :i) Vielleicht f u e r u n t. 4) = Die Metzgermeister.
suchen.^(!!) Vgl. Erl. A. 57, VM. törstem. u. I». L H^».
U&X
^. . papis..
Zeiten mein beste bueh").
2) Kininte mit
immenhange
I) = Vna sie »i.'.Ur in ihren «ulir.n Cestaltei. '•eiS^»; ;»
:;^rr;cutsai;;:'TLxLr:i.crvoydlt''':'Ma. "oute .io mit ihren eigenen Exeu,,eln,
•Mlui^it^^ämmälSMftmTältliS^tiiieih&T^lilSiitrnmM'ihf
394
895
Werken und Lehren zu Schaudcn iutu*licu, wie niun nur könnte". Ji) Gabriel
Biel SUIS Speier, der letzte bedeutende nouiinulistiselie Sdiohistiker, Propst zu
Unicli und seit 1-184 Lehrer der Theoloj^ie zu Tilbiiij^en, ^'est. 1 ll»'). 4) Der
Canon in der Messe ist eine bestiinnite Anzahl und Ordnung' von Gebeten,
welche zur gültigen Cousecration <ler Eucharistie erfordert werden. Vgl. Förstern,
u. B. IV, :i88, Note 1. 5) Gabriel Biels hier erwähntes Uuch tlihrt in der I.Aus-
gabe den Titel „Lectura super canoneui misse in alma universitate Tuwingeusi
ordinarie leeta. Keutlingeu 14^s. Di^ 2. Ausgabe hat den Titel „Sacri canonis
misse Ex])()sitio in alma universitate Tuwingeusi ordinarie leeta. Tiiwingen 11*.M».
Das Buch zertallt in s*> Lectiones. Vgl. Förstem. u. B. IV, liSS, Note 1. <») Mit
mehreren Zusätzen Erl. A. (iU, -i'.l.'i, 2'M, Förstern, u. B. III, 257. Auch Binds. ccdhxi.
III, 27U sagt Luther , Gabriel scrii)sit librum super Canoneui missae, (pii meo
iudicio erat optimus. wanne ich darinne las, da blutte mein licrtz. Bibliae auctoritas
nulla fuit erga (Tabrielem etc. Vgl. auch Kebenst. II, bö-', Erl. A. 02, 1 15, Förstern,
u. B. IV, 1587, Köstlin I, 07, Lauterb. Tagebuch p. 18.
1470.
Festuni cin'poris Christi') onininm spetiosissiinuiu sik» fiuv» et
ciievcmonijs iiistitutionein Christi oppressit-), Hut eueli l'ur solchen
gottsdinsten^).
1) Das Fronleichnamstest. 2) = Hat durch <las »labci statt findende (ie-
l)ränge und Cerenu)niell »las, was Christus selbst angeordnet hat, verdrängt. Die
deutschen Tlsclir. „strel)et und streitet mit seiner Schmink und erdi<-hteten Heilig-
keit wider Christus Ordnung und Einsetzung; denn er es nicht betohleu hat also
vmbher zu tragen". :i) Die <leiitschen Tisclir. ^Dariimb hütet Euch iVir solchen
Gottesdiensten" sprach D. Martin, und sagte darauf: „Man weiss zu Kom nicht, wo
S. Feters und Pauls Kitrper begraben liegen, un<l weiset doch an ihrem Tage falsche
Körper ^ Vgl E. A. (;•>, 2*>4, Förstem. u. B. III, 257, 258.
1471.
Ego M. Luther suin intOelieissimis astris natus, fin'tiissis
[51^51 sul) Saturnu, Was mau uiir thuu vnd uiaeiieu soll, kau
niuieruielir fertig werdeu, Sehueider, Seliuster, Buelijnudcr,
Meiu weil), verziheu uiieii auf'fs leugste auff).
I) Mittelhochd. verziheu mit acc. = sich von jiMuanden los.sagen, jemanden
verschmähen. Müller III, 87U. Die Constr. , verziheu einen — auf'', welche ich
lexikalisch nicht belegen kann, wird dem Zusammenhange nach bedeuten sollen
„Jemanden hinhalten, warten lassen - auf. Luther will sagen „Die
Schneider, Schuster, die Buchbinder, meiu Weib — alle lassen mich so hinge wie
mr»glich warten mit allem, was sie mir machen sollen". Vgl. „einen ziehen — auf"
hinhalten, z. B. „da aber Felix solclies höret, zoch er sie autV". Apost. G. 24, 22.
Von der Ungesehiekliehkeit der Handwerker ist die Kede Erl. A. 02, 338,
Förstem. u. B. IV, 5r)3, 5«)4, Binds. II, 120, 127, Lauterbach S. 111.
1472.
Cum Cypruui iuhabitareut GOOO ])raedoues, et iusula, ({uae uioutosa
est, ab eis purgari n<»u posset, ])aeti suut Veueti^) euui eis, ut seeuri
venireut, si tautuui uuus alterius eaput seeuui alVerret Alszo kr igten
sie ei neu buheu uiit dem andern, Kraut autem ])raedoues faeti
propter aes alienum^).
1) Seit 1 ls<J ist Cypern im Besitze der Republik Venedig. Die Königin
Catharina Cornaro aus dem Hause Lusignan tritt die Insel, die bis dahin
ein selbständiges Königreich gebildet hatte, freiwillig ab. 2) Die deutsch. Tischr.
beginnen den Absatz mit folgenden Worten „ Doetor Martin Luther gedachte der
1473.
Veneti superbissimi Maximiliauum^ ^unxerunt manu (juereutem
oeeuniam in einer bodenloszen tasehen, et in()rentiui equitantmi
su])er Caneerem"^) adiuueto versu Teudimus in Latium-^), ^oeli^)
hatt er sie gedemutigt, puto, miutuus per nostrum Carolum^), eui
Dens boe dedit<^).
\) Maximilian I. 2) Nebenform für c an er um. 3) Vergil Aen. I, 204
Per varios casus, per tot discrimiua rcrum, Tendimus in Latiuiu, sedes ubi
fata <iuietas, Ostendunt etc. Die hallische Haudschr „'lembrnus in Icarium
Dass diese Lesart falsch ist, war unschwer zu sehen. Selbst wenn Bindsed
den Vergilischen Vers als solchen nicht erkannt hätte so hatte er sich doch sagen
müssen, dass Icarium nicht in den Vers passt, imd dass Maxinulian im südöst-
lichen Teile des Aegaeischen Meeres nichts zu suchen hatte, wohl aber m Italien.
4) = Gleichwohl. 5) Durch die Belagerung und Eroberung von Horenz im
.Id.re 153(1, bei welcher Geh'geuheit CarM'. die vertriebenen Mediceer wieder ein-
setzte Die Lesart der hallischeu Handschrift „et noster Caro us illos humiliabit,
Deo dante" also abweichend und falsch. Cordatiis lässt Luther ganz rich^^^^
sagen „Maximilian hat die Florentiner, wie ich meine selbst im lode durch seinen
FnkelCarl V gedemütigt''. 0) Das Obige wird 1532 (»der 1533 gesprochen sein. \ gl.
n 1471 ul5!M Die ersten Sätze lauten bei Binds. 111, luO „Praeterea > enet. super-
bissimi Maximilianum contempseruut pingentes cum pauperem der lu »be kulige
tasche grietV, das vntten die finger herausgingen. Ita Hören mi pinxerun euiu
sidentem in cancro subscrij^t.» versiculo: Tendimus in Icarinm". Auch Bmds III,
IMS heisst es ähnlich „Veneti hHlentes Maximilianum pmxenmt eum "V^^'V^^'^^'A^:
liehen tasehen, sed Galhiui impleto marsupio". In den deutschen lischr. hndet
Sic Erl A. 02, 4tis, 40'.», Förstem. u. B. IV, 71(> Folgendes, was mit dem Obigen ver-
glichen werden kann „Die Venediger Hessen ein Fastnaditssp.el mac ,en zur \ er-
achtuug des Kaisers Maximilian. Als vorüber zog <b:r .Inrst v(>n \ enedig darnac
foh-te der Franzos hmteu nach z.)g der Kaiser Maximilianus,in einem
.brauen Kock gemalt und mit einem .lägerhörulein, der hatte auch einen Wetzscher
(= Hängetaschc), aber wenn er hinein grilf, so luhr er mit den l.ngern hin-
durch. Die Florentiner thaten auch also, und maletcn dergleichen ^IJ^^'l' J'^^i; V*
einen Stuhl. Darauf setzten sie den Fninzosen, der scheiss Geld durch den ^tuli ;
da war denn Kaiser Maximiliauns da. und las es zusammen. Aber sie sind weid-
h gemustert worden, un.l hat sie Kaiser Maximiliani Xepos, Kaiser Carl Mores
..-elehrt: denn (iott braucht wider die llotVärtigeii gerne <len \ ers, so Maria im
Maguirtcat singet: Deposuit potentes de sede'^ V'^^'''V'r^e^'b'dd ent
Zeichnungen liefert wieder den Beweis, wie sehr Luthers Worte bald tnt-
stellt wurden.
1474.
Carolus babet \h'M]] f(>rtuuam et sueeessum, (piem ei dat Dens,
et Ferdinandus, (punnvis sit multo sapientior et callulior, tarnen
uullam babet prosperitatem '), Si prineeps essem, wolt leb Caesarem
niebt gern zu feinde haben, Er ist ein sebwerer gast, Lr
sol ob gott will, das kurtz mit dem IJapst spielen-), si ille
eontraetus Sebweinfordensis^) luoeesserit. Kam Junior Pnm'eps^)
dixit mihi Tapam'») n(»lle eimseufire in elednmem Ferdinandi%
ut'llex bat Komanorum, Der wird vnsern Fürsten trum
m a e b e n ').
396
1) Vj;!. mit diesen ersten Sätzen n. 8H3, «JM;, «ri.i, H1«J. 2) binn: Uas hi.ie
mit dem Papste kurz zu Ende briuj^en. Dieser Keilensart Iiej,'t das eliemal
so helieljte, der lanj,'e Puff i^enaunte Spiel /u (Iruude, wovon mittelli. «l e r
füiifzelien spiln ^'esa^^t wurde. Hierauf Ijeruht wieder die Phrase kurze
fünf zehn maelien. Wer hieri>ei nändieh einen (Jlüekswurf tliat, dass er alle
seine 15 Steine auf euimal herausnelimen konnte, endete das Spiel kurz. Aueh
j;eht hervor, ''das "oiViJJes von Luther eben vor dem Niind)erj>:er Keliji'ionsfrieden,
also 15;r2, gesproehen sein wird. Nur bei Bindseil eolloq. lll, HMJ, luT.
1475.
Tres fuerimt Papae simiil tempore SigisniiindiO Iinperatoriy,
qui onmes-) deposuit per Concilinin^*), Item fuerunt (dim tren Papae
sueeessores, Qui uno mnrtiio siRrefüsor eins»), illum elVodit et di^itos
eins almeimlere iussit, Et Leges et Deereta illius viulayit, Tertiiis
autem am])Utato (•a])ite seeundi. truiuMim-') in Tyberim iuHsit prae-
eipitarc, Talibus Le^-ihiis iisi sunt illi saueti patre« adversus sc ipsos').
1) Siij:mund von Ungarn. 2) Johann XXlll, (iregor Xll, Benediet Xlll.
'\) 7a\ Constanz. A) Der Fehler im Texte wold durch Kiusehiebung von erat
zu heben und naeh eins ein Komma zu setzen. Doch liisst sieh aueh lesen 4Uorum
uno ete. ö) = Den Rumpf. 0) Pin<lseil HI, 22:. abweJehtMid : 1 ales leges
habuerunt papae. Vgl. aueh Erl. A. «o, ISO, Förstern, u. H. HI, 1-i». Bei Kebenst.
fehlt der xVbsatz.
147(3.
Interroganti an donatio Coustantini vera sit, respondeo, lietam
esse, Hi^e autem \'):M\ le«,n, Constantinum muUa distrilmisse paupe-
ribus et illis praoposuisse Ei)iseo])os, (pii tandem facti sunt Doniini,
Land vnd Stedte hatt er ybn nicht ^-eben, Et totus mundus
miratur, unde papa tantum dominium sit adeptus »)•
1) Vgl. Bindseil eollo.i. I, i;r», HI, 241, 24:., Kebeust. U, OS^, ^>U^ Erl. A. CO,
208, 209, Förstern, u. B. III, 195.
1477.
Papae olim uon fuerunt domini Caesarum, sed a Caesaribus
substituebanturO, Nam Lotharius Saxoniae Dux et Imperator'^) illis
ademit ins eleetionis, den es war ein ewi-:er kri^^ in der walb,
tandem vero fraude retraxerunt iUud ins ad sc et etfecerunt, ut c(»n-
tirmatores essent Imperatorum, (iuod primo factum est') in electione
Caroli ma^ni. ([uem ita ele^-orunt Imperatorem, nt ins haberet sue-
eessionis hereditas eins, cum nuibus etiam aliipiamdiu mansit Im-
perium, sed illius detieientibus posteris^), ins eli^-endi arro^-averunt^)
sibi papae.
1) Bindseil falsch sust inebantur. 2) Luthers Angabe ist nicht richtig.
Kaiser Lothar von Sachsen hat den Päpsten das Kecht der Kaiserwahl nicht ge-
nommen. Er demütigte sieh im Gegenteil vor innen. Luther wird wohl au
Ludwig von Baiern und den Kurverein zu Reuse denken. -V) hmn: Was
überhaupt zuerst (als sie das „ins electiouis" vor Lothar noch hatten) zur An-
397
wendun- gekommen ist bei der Wahl ff. Diese Erklärung ist mUig. Sonst wären
ntles\\^'rtc sinnlos und gänzlich unhistorisch. 4) <il 1 mit Ludwig dem Ivmde
^fluth(M lent die Päpste haben das Re<ht der Kaiserwahl besessen bis ant
fo Irr (Lu Ivig); es durch diesi.i verloren, mit der Zeit aber durch List w.eder-
;ew neu so d a s sie jetzt wieder Herren über die Ka ser sind Vgl. Bmds. eolloq. I,
7r I "i-. Erl \. 00, 209, Förstem. u. B. III, 195, Rebenst. H, t.9=^
1478.
Deinde venit Otto Caesar'), (pii substituit Electores 7. Macl»t
des kri<-s ein ende, aliocjuin i)erpetua lis durasset inter papas^).
u. i;. HI, 195.
1470.
Paui.eres euan^^elizantur '), et nisi Papa \rm\ nos de suis
nutriret, wir musten all bunj^^ers sterben Er batt das j.^estolen
-ut zu sieb -erissen, Wir mussens alszo widerumb eraus
reissen, ut tiat, (piod Job dicit Er mus dem ^eben, dcni ers
nicht -ann^). (luamvis vix (iuinquaj;csima i»ars m nsum veniat Ec-
(desiae, Das ander verscblempt er. Wir bekomen kaum die
brov;elim«) vnterm tische, ae-re enim abmur. Et nisi aham iner-
cedem expectaremus. weren wir die ermst^en leute, vnd die
brosimlin^) lies ich ein <^ni Jar llaben^^), Wen man vnser
wenii; wird haben, reich machen vnd gros achten"), weiden
wir Nns widerumb anfn>lasen, Den es ist der tentfel, das
VHS (iott nei.ue humiliati«me necpie prosperitate emendare potest,
Wir verzweiffein (Mler werden st<»ltz, P;Uilus de alia as'te
gloriatur in ])rosperitate et tribulatiiuie 2. Cor. (>, Item 1 liil. 4 'j.
1^ V.'l n l<is;i 2) So Cord, richtig mit den deutsehen Tischr. vom Mittelh.
iii "w iV ,tt VV I' «7 was^ V m Hin.ls,.iT ni.l.t in «r gilnn. (vgl. " , J '",
Note"'' ■ K mU-rt «rnlo, .\urfte. :i) I>ies.. Korn, fiir 1 rösolc.n = Hrot-
h? W'k hrn NVigan.! 1. i>r.) kann i.l, lexikalis.l, ni.;l,t belcKon 4 Diese
. , nni ;. n tnrr.rosan,loin ist .iK-nlalls ni.-l,t zu belegen Weigan.U .S
'iclit als Mittelli Korin an brosomlin und l.rosniclin. o) = I<li wiiriU (lit
r , ai 1 ein ni-l. . a.iriilin.n. I.utlier meint So ^-''«r^.K'f^r;:,'« '„f ^'i^ ^^ "^X de
;:;■;:"" lar'l'iai;": ' ' \; l « iieh'-li: pmeu' ka„l,uner mitte nissen" (Die Ualk
^ u,;rs.tht imi ;.a.l, lündseil III, I M Note r.7 "'V**;- "'^^'^V^Vt im del t'ti
.'..scliriel.en mitte nissen . was er mit mit geniesseii erklart). Du <nnts( n.n
Tise .' I elK^nstoek ehit das Olnf.'..) .so li.'ss iel, .lie liro, samen ein jjut Ja
, , ; ^ lli,.V..r ..in .'Ut lar liahen findet sei in der lialliselion llamlselirilt
ll hul'eil I ) •öl"-..m .r Z sa./ .Ideo D. Ilieronvmus (SehurffV) dixit: si do.-trina
lll 'Vi i de 1 1. -rfalitat.., aniniae et lutnra vita m.n esset ycra, so wer es die
L' ; ' e I .s • luissen'y (V) vnter .ler sonnen, lion,in..s ita ,u.rsnader.. L contra nos
P-elii veräi^i wi.feruml. altzu stolt/. werden, wann man v unser wenig « irdt
■■.-s;jsfcttia8>ai>ifc-.*Bfl> -jasü^ti^^^i^
398
399
haben vnd gross achten, werden wir rt*. Die deutsehen Tisclir. dagegen
^Doetor J. (Jonas?) sagte ein Mal zu 1). M. „Wenn die Lehre des Enaugelii, dass
die Seele unsterblich niaclit und ein ewig Leben ist, nicht wahr währe, so wäre es
die grösste Bescheisserei unter der Sonne, die Leute dess zu bereden". Ja, spracli
Doctor Martin Luther „weil es Gott saget, so ist es gewiss wahr, denn er kann
niclit lügen noch trügen. Und wir Prediger und Pt'arrherrn u iirden wiederunib
allzu stolz. Wenn man unser wenig wird haben und uns gross achten" IL
()) sc. wird. 7) 2. Cor. 6, 10, Phil. 4, 12. Das Obige ist in den späteren Aufzcich.
in zwei Teile auseinandergerissen. Die deutschen Tischr. haben den ersten Teil
Erl. A. 5U, IST, Fürsteui. u. 1>. II, .{Tu bis zu den Worten ein gut Jar haben, das
Uebrige Erl. A. 5'.l, 1!»5, Fiirsteui u. H. II, .{77. Pei Pindseil findet sich ebenso der
erste Teil III, 110, der zweite uuter Wiederholung der letzten Sätze des ersten III,
114. In allen späteren Aufzeichnungen wird der erste Teil mit folgenden Worten
eingeleitet „Venit (piidam concionator prope Eise nach, compierens de sua
miseria. Dixit Philippus Mclauthon: lieber herr, ihr nmst gedult tragen ein tzeit-
lang. Nam hactenus dimicavimus pro coniugio. hoc adepto dimicabiuuis pro dig-
nitate. Deinde etiam pro facultate adipiscenda laborabiuius. Kespondit Lutherus:
pauperes Euangelizantur etc." (Hindseil, ganz ähnlich auch die deutschen
Tischreden). In Folge dessen heisst es auch bei Pindseil aui Ende des ersten
Teiles „Dixit parochus: sed aliani habenius mercedem. Kespoudit Lutherus, wan
auch das nicht were, so weren wir alle die elendesten Leute tf.
1480.
Satan infcnsissimus hostis noster seniper aliquid adversus nos
Tnacliinatur, Aller Tyrannen radsc biege sind sein, Intrusit')
Sacranientarios, Anal)a])tistas |5o9|, Dnreli den P>apst wird
er noch was ausriehten, Sieut dixit illa bestia Worniatiae-), Si
iuguni detrectaveritia Papae, Germania sanguine madebit,
Er=*) hatt itzt was für mit den Frantzosen vnd Venedigen,
Nos infirrai nuUa arma habenius nisi orationem, Da last vns zu
greiffen, et omnis iniciuitas eadct sui)cr ii)sius verticem, Dens defendet
gloriam suam, Si potuit regnum Komanum^), cum in fl(>re
staret, eradicare, poterit et eaudam eius^) nostro sceulo
vel salvare vel ])erdere").
1) = Er hat uns aufgedrängt. 2) Der päpstlichr Legat Aleander (geb.
1480 zu Motta in der Mark Treviso, gest. Iö42) auf dem Wuruisrr Keichstage 1521.
Nach anderu Quellen war seine Aeusserung, die er dem päpstliehen Ltgaten Carac-
eioli gegenüber gethan haben soll, „Wenn ihr Deutsehen, die ihr das wenigste
(ield an den Papst bezahlt, das rr.mische Joeh abschüttelt, so werden wir datVir
sorgen, dass ilir euch gegenseitig totschlagt und in eurem Plute waten stdlf.
Vgl. Kolde, Luther und der Keichstag zu Worms, S. 2;"). Köstlin I, 420. (Nach
brieflichen Aeusserungen Spalatins an Luther). Die deutsehen Tisehr. schreiben
hingegen diese Worte dem Cardinal ('ampegius auf <leni Augsburger Jieichstage
von 1530 zu. 3) Wohl der Papst gemeint wegen des folgenden ipsius vertieem.
4) Es ist das alte r(imische Weltreich gemeint. 5) mit eauda regni Komani
kann das damalige nbnische Kaisertum deutscher Nation bezeichnet sein. n. 'l.'J
wird Carl V. von Ilieronymus Lasey cauda imperii genannt. Doch ist wohl
besser das Papsttum darunter zu verstehen als NaehälVung des alten Reiches.
()) Nur Einiges in den deutschen Tischr. Erl. A. ou, 221, Purstem, u. P. III, 204
heisst es nämlich: „Der Cardinal Campegius hat Anno 'M) zu Augsburg gesagt:
Wollt Ihr Deutsehen Euch von des Papsts Joch entziehen und ihm nieht unter-
worfen sein? Wohlan, so wollen wir machen, dass Deutschland soll im Plute
schwimmen. Das sind mir (Jedanken, spraeh Dt>ctor Martinus, höher denn wir
erlangen kr»nnen, denn der Papst un«l F. (FranzosV) haben itzt gewisslich etwas
im Sinn".
1481.
Cum ei quidam') promisisset reeeptam-) contra morbus
eins, respijndit, Wen yhr mir ein Keeept wider den Teuffei
list luaehen, qui nie iam externe cola])bisat, Nam de internis
meis iam est eontentus. Wir sind mit einander zufrieden,
Kr tbut was in=*) gelustebet, szo tbu ich auch was mich
gelüstet, Eodem dicente^) ad ipsum, Ach, ich Habe ewr
l)redigt verseumpt, Huic respondit, Ich gebe euch das Vater
vnser, das ybr vmb den glaul)en bittet, szonst werden euch
die zehen gebott zu boch^), Vxor Doctoris Steffani'') ex
Zwiccaw liaec fuit.
1) Wer dieser Jemand gewesen, geht aus der Schhissbemerkung hervor.
2) Recepta = Medicamenti adliibendi formula, quomodo Recepte nostri dicunt.
Du Cange III 5^3. 3) = Ihn. 4) = Als dieselbe Pers(m if. 5) n. 1548 lässt
Luther dem Dr Stephan Wild Aehnliches durch seine Frau sagen. Dieser einzelne
Satz von Ich gebe euch zu hoch findet sich ohne jede weitere Beziehung
bei Pindseil I, o:{, liebenst. I, :}(i''. In den deutschen Tischr. Erl. A. 59, 8, Förstein.
u P II •>:{5 heisst es „leh gebe euch, spricht Gott, das Vater Unser ft. (i) Dr.
Stephan Wild, prakt. Arzt in Zwiccau. Nicht zu verwechseln mit Dr. Stephan
Roth in Zwiccau. VgL 270 mit Noten, n. 277, Note 1, n. 301, Note 7, n. 730.
1482.
Uediens Pomcranus ex vocationibus suis*) attulit Doctori 100
florenos dono [540], quod bene eos meritus esset officium eins supplens-):
niduit reci])cre, et cum altercantes^O forte diceret Pomcranus, multos
ex pojuilo nlioipii dicturos esse sese ingratum esse, Doctor resi)ondit,
(lleicb^) vmb der selbigen willen wil icbs nicht nemen,
(piod vclint iudicare Pomeranum, qui ])robus est, Ipsi autem sunt
omnium ingratissimi. Quid cnim mihi dant Pomerano et alijsV N<>cb
wollen sie sich weis brennen.
1) P.ugcnhagen war z. P. ir)2s in Praunschweig, vom October 1528 bis
zum Frühjalir IVi'.i in Hamburg, ir)30 in Lübeck, 1534 in Pommern. Luther
wird die erstiMi drei aufeinander folgenden Vokationen im Auge haben, wahrend
welcher er ihn amtlich vertrat. 2) Der Sinn wird sein: Als Vertreter in
seinem Amte. 3) Lies altercans. 4) = Eben. 5) P.ei Pindseil 11, L)S
beginnt der Absatz „Die Lunae Anno 3«l D. Pomcranus ex Dania rediens D. Luthero
\m floren pro dono attulit ^ Allerdings ist Pugenhagen von 1537—1531) m Däne-
mark gewesen, um die (h»rtii:e Kirche zu organisieren, allem Cordatus Aiifzeich-
nun«'-en reiehen nur bis 1537. Dieser muss das Obige also vor 1537 aus Luthers
Mumie gehr.rf haben, vielleicht 1533. Die Lesart ex vocationibus suis weist
deutlieh auf mehren'. lierufungen naeh aussen hni, die zeitlich nahe auf einander
ftdgten Die deutschen Tischr. wissen nichts vcm einem Ijcstiminten Datum. Sie
berichten abweiehend „Doetor Pommer brachte einmal Doctor Martin Luther von
einem II errn hundert (Jülden zu einem Cesehenke". Vgl. Pindseil colloq. II, 15S,
Kebenst. II, 12(>'', Erl. A. 57, 331, Fr.rstem. u. P. I, 257, Kiistlin II, 4is,
1483.
Es ist solch scharren vnd kratzen sub Euangelio, das ein
seband ist'), leb mus ein malb ])redigen vnd sie antasten.
Den sie macbens zu grob, szo mus icbs auch grob machen '),
Nam nisi eoni]mcriut ])raedicatores, mali mores a])eunt in consuetu-
dinem, ex (pia tandem liunt Icges et iura lu'avis nnu-ilms, Drumb
l)redige wer da kann contra illam iminjssimam C(mimessationem=^).
400
1) Hindseil „siib Eiianjj^eli«), (iiiod piuU'.it nie". 2) lilndsril .D.'uni sie
machons V/m ^vnh. Idco vt'mw corriporo dcbcMit pmcMlicatorcs populmn ^ :i) I.iihIs.
abweu-lieiKl „Naui nisi corripuorlnius illonmi mores, tiinc mores m ronsiietiu inem
ablbmit C'onsuetmlo enim tamlem fit lex, dariimb wehre, wer <la kann, selinide
illam impiissimam eon versationem. (Rebenst. et illam pessimam vitam
reprehendite, die dentselien Tiselir. .sehelte und strafe soleh j^ottlos Wesen nn«l
Hiindelehen). Cordatns Lesart eommessationem (bei den Alten coines-
sationem oder eomissationem) ist ein nielit ^-ew.dmhehes nnd nielit sehr
treliräueldiehes Wort, nnd deslialb sehon an keine verdorbeni^ Lesart /n «h-nken.
Es bedentet z. li. bei (^ieero pro Murena ?j KJ .ver<cniiirter, liiniiemb'r Aiit/ii-::, Lust-
sehwilrmen, Sehwärmerei ^ Luther selicint «his Wort ''" .^j'"»;: J'''!, I^l'-Vi rin .'
loses Thnn und Treiben zu j,^>l»ranrlien. \ j;l. Hindsed 11, UH, L)U, heb. II, I^O'-,
Eri. Ä. 57, :i;r2, Förstern, n. H. 1, 257, K.-.stlin 11, 41^.
1484.
Cum terra adeo esset sieea, ut arcseereiit se«retes et prae-
maturae') iiereiit, «»rabat, nt Dens [541 1 per iinserieonliaiii siiain daret
i)luviaiu et iion daret reli(iuias truetumn vermilms, Videliat eniin
brutos-) volantes per liortuin et reeordabatiir bK-i..lohau«*). 1, Kesi-
diiuiii criicac ete.^)
1) Notreif 2) Lies brncos = fti>ovxov^. li'jovxn^ aiieh ^%)rxM; eine
Ilensehreekenart. :V) Nieht riehtijr. l^ies Joel 1, 1, wo es nach der \ ul-
heisst Uesidnnm eriu-ae eomedit loeiista, et residuiim lociistae eomedit brnehns,
et Vesidunm briielii eomedit ^lbio:o^ Lutlier iiat übersetzt .Nämlirh, was die
Kanpen lassen, das fressen die lleiiselireeken; nnd was du' lleusehreeken lassen,
das fressen die Käfer; nnd was die Käfer lassen, das trisst das (J eschm eiss/.
A)\^\ Kummer Tisehr. p. 2:)S"' bei Laiiterbadi p. 2(H : Siecitas. Cum ma<cna sie-
citas'^essst ut se"-etes et sata arescerent, ant(M|uam matiiresrenMit, orabat 1>. Poctor,
nt' dominus proi^ter misericordiam daret pbiviam ete. IIb» sie lo.piente yenerunt
bruei volantes in horto tnrn.atim, et dixit: Dens iratus est, i\m et vermibus reii-
cpiias vnlt anferre, ut .loel 1 dieitur: Erneae residuum eomedent ete. \ «rl. über
Dürre n. 1 102, IIM.'J, Mll<), 15(1."), L5(Mi, I5t;i.
1485.
Cadaiit in foveam, quam sibi ])araiit rai)istae et Tyraiini,
Satis enim nos hnmiliavimus, passi snmns, e<MubustiO fratres m»strrf) ete..
Nolunt sibi eonsuli, at Dens Kei^^em HUiim defendet, ad ((uem dixiL
Sede a Dextris meis=0' ^^»' ^l«^** y^'^" ^'^" boehs se]ii(»s/ «;epawt,
scbissen sie mit einer buebsen binauf, szo sebleebt er mit
donner vnd blitz ernnter'»).
1) Die hallisehe Ilandsehr. weniger riehti- .Wir haben vnns ^Minj? ^^edemutti^ret,
gelieden, ertrenekt, verbrandt, nolunt ete." Die deutschen I isehr. riehti-er ,\ ir
haben uns genug gedemiithiget nnd gelitten. Sie haben die l nsern ertrankt,
gehenkt, verbannet, verbrannt t^.- 2) Luther wird besonders an Llutzeugen wie
Leonhkrd Kavser (I527), II einrieh von Ziitphen (152 ) denken. .i) \ gl.
n 24S \) Die hallisehe llandsehrift leitet den Absatz mit tolgenden ^^ orten em
De papistis et Tyrannis dixit, (piod eo pervenisseiit, ut fateri <ogantur, nos vera
(Were, etsi resistant, sed pereunt eonsilia eorum. Ore.uus tantum et <':«dent m
vertieem ipscrum mala et ipsi in foveam, m":iui feeerunt ^ Die ( eutseheii lis<-lir.
in weitläuftiger Fassung. Vgl. ßindseil lU, 2«H, 2ii2, Erl. A. (»o, 2 12, 1- orsteni. u. h. 111,
2L), Keb. 11,82«.
148().
Adversarij babent inlinita eonsilia, ineonstantia et in dies nova,
semper ebimant, Im, Im, KxinaniteO^ Es j^ebct aber an ybrem
401
llalszc aus, Non poterunt durare, Nos autem unieum babemus cum
Deo boe eonsilium. Kex Cbristns mus gleuben-), Er hatt grossze
konif!: gestortzt, leb wils liel)er mit ybm balteu den [542J
it dem Tureken vnd vnserm keisser^).
m
1) Psalm 1 .*{(;, 7 Exinanite, exinanite ns(pie ad fundanieutum in ea! (Vulg.)
Luther seheint sagen zu wollen „Die (^egner sehreien immer: Sie (die Lutherischen)
irren, sie irren, hinweg mit ihnen! 2) Lies 1» leiben, was die späteren Auf-
zeiehnungi'ii aueli l)ieten. ',\) Abweichend Hindseil III, 2()2, Kebeiist. II, 82», ErL
A. (iO, 24;{, Förstern, u. IL HI, 220.
1487.
Dux G.') et Marebio^) maxime infestant pacem, nam natura
sunt bomines intranquilli animo, D. G. bomo est, qui babet magnam
substantianr*), lila tamen frui non ])otest ut Eeclesiastes dicit^),
Es ist ein Eintzcliger«»), ea. 4, das bertzleid mus er wol
fhulen^).
1) Dux (leorgius. 2) Joachim I. von Brandenburg. Vgl. n. 454, Note 2.
.-{) Vgl. n. «U7, Note 6, n. :i71, Note 2. 4) Eeeles. 4, 8, wo Luther übersetzt „Es
ist ein Einzelner, und nicht selbander, und hat weder Kuid noch Brüder;
noch ist seines Arbeitens kein Ende, und seine Hände werden Keichthums nicht
satt\ 5) Die Form PMntzeliger ist bei Dietz, Weigand und Müller nicht nach-
gewiesen. <•) Die hallische ITandschr. abweichend und teilweise nnrichtig. „Ipse
et Maguntiniis (falsch, da das (Jcsagte auf den Erzbischof Albrecht nicht passt)
pacem maxime impediunt. Sunt enim homines in(iuieti. Dux Georghis nunc est
in magna existimatione apud Caesarem, Papani, Ferdinandum, Gallum, Anglnm.
Optimam liabet regionem, sed illis bonis laeto animo frui non potest. Siciit dicit
Eccl(\siastes: Homo, (pii habet omnem substantiam, et tamen illa frui non potest".
Die Worte von homo potest, die hier verkehrt als biblisches Citat angeführt
wi'rdeu, gehören, wie aus Cordatns Lesart hervorgeht, Luther an. Vgl. Bindseil
et)llo(|. I, :H'.», Kebenst. I, 15(1», Joachim I. von Brandenburg starb 1535. Obiges
ist also vor 1535 gesprochen.
1488.
Propbetae cxiguis et parvis verbis maxime empbatica*) sunt
bieuti, Sie greiffen mit der seberffe binein, ut quando dieunt^),
Vos reges intelli^ite, Da redet er nicbt mit scbutzen^), nocli
mit truneken])oldeu, sed eum potentissimis, sapientissimis etc., Sed
mundus baee verba non eonsyderat et putat esse praeterita, tantum
dieta ad II e rode m, Pilatum, Cai])bam, nunc autem non esse
eflieaeia, Ideo seeure venantur aut stertunt etiam^).
1) = maxime bmfaxticu d. h. s<> nachdrücklich wie möglich. Die deutschen
Tisehr. .Die Propheten reden mit wenigen und sehlechten Worten von grossen,
wichtigen Dingen. Ihre Worte haben Grosses hinter ihnen". 2) Die deutschen
Tisehr. ^als ^enn Davi<l sagt". Psalm 2, Kl. 3) Der schütze = Anfänger
im Lernen, Abcschütz, wie das latein. tiro = junger Anfänger, Lehr-
ling, ausgehend von dem Begriffe eines jungen Kriegers, der seinen ersten Feld-
zug niaclit. Vgl. Seh melier, Bair. W. lll, 422, Weigand II, G55. Vgl. n. 1004,
Note 1. 4) = Deshalb treibt mau sieh sorglos auf der Jagd herum oder schnarcht
auch (liegt auf der Bärenhaut). Luther drückt sich wohl absichtlich etwas unbestimmt
und vorsichtig aus. Er übcrlässt es dem Leser venantur und stertunt auf die
Reges, potentissimi und sapientissimi zu lieziehcn. Die deutschen Tisehr.
geben die letzten Worte ganz abweichend in folgender Form „Das sind ihre Ge-
danken; drüm fragt sie nichts darnach, hält sie nicht anders, denn als hätte sie
irgend ein schlechter Schnster geredt (!!)." Vgl. Erl. A. 02, 150, Förstern, u.
B. IV, 420.
26
402
403
1489.
Spiritualissimi et suninii [543] psalnii sunt Conscrva'), Dens,
Deus meiis2), Dixit Dominus"'^), Eructuvit cor lucuin^) Ist ein
hochzeitpsalm^).
1) Ps. 1(). 2) Ps. 22. 3) Ps. 110. 4) Ps. 45. 5) Vj^^l. KuiimuT Tisdir.
p. 301 b bei Lauterbacli p. 55.
1490.
Mein Hans gehet ins siebend Jar^, q"i semi)er est elima-
ticos'-^), id est variativus, Das siebend Jahr wandelt alle inlial
die menschen, Priina^) eniin est int'antia, et in seeunda niiitatione
puta anno 14 beginnen sie in die weit zu sehen, et est pueritia,
in qua iaciuntur fundamenta artiuni, In 21 ap])etnnt coniu-iuiii iuvenes,
In 28 adolescentes sunt oeeononii et patres familias, Viri autoni
in anno 35 sunt politiei et eeelesiastiei Magistratus usipie ad annuni
42, Ibi sumus Reges, et mox im-ii)iunt sensim-*) detieere, Ita seni])er
septimus annus novam aliciuani coiiditionem atlert. honiiiieni et nun-es^),
Hoc mihi contigit et ccmtigit (»mnibus«).
1) Nach dieser T.esart würde Obi^^'S von Luther in dvr Zeit vuni 7. Juni
1532 bis 7. Juni 1533 gesprochen sein. Hans Luther wurde am 7. Juni L")2(; j:;eb()ren.
Dajjegen hat die hallisclie Handschrift /renipora et annus cliniactericus id ^^st ^-ra-
dalis septimus. Quinta Junij <lixit Martinus Lutlierus in die IJonitacij: am nnttwiM-li
ist mein Hans Luther 0 Jjir alt, vnd geliet nun ins siel»en(h' Jar. Ideo dhus
natalieia celebrabo, (juia iam ingreditur annum scptimum. (pii semper est ithiiax-
TT](Jtx6^, id est etc." Nacli dieser Lesart, mit der aucli di»' (U'Utsrhen 1 isclir.,
die das Obige ausnahmsweise ebenfalls lialb lateiniscli, halb deutsch erhalten haben,
übereinstimmen, wäre Obiges am 5. Juni 1532 gesprochen. Die Zeitbestimmungen
der späteren Aufzeichnungen halten sich jedoch schon oft als unrichtig aiisgewu-üen
nnd machen nicht selten den Kindruck si)äterer Zusätze. 2) Latinisiert aus
xhfxartxog, was wiederum aus cliniactericus {xhuuxitttjtxv^) verderbt ist. ^ gl.
über dieses Wort nnd seine Bedeutung n. 707 nebst Noten. 3) Die hallische
Handschrift primum. Zu der obigen Lesart ergänze miitatio. 4) Die späteren
Aufzeichnungen sensus oder sensu. Stangwald und Seinecker nchtiu- mit
Cordatus sensim. Luther meint. Und bahl längt man an nach und naeh alt zu
werden. 5) Zn diesen l>eiden Wörtern ist novus cbentalls zu ergänzen. 0) Der
letzte Satz fehlt in den latein. und deutschen Tischr. Vielfach abweichend
in der Forin, wenn auch dem Inhalte nach ähnlich, P.indseil coHoci. I, 217 (luü
Kebenst. fehlt der Absatz), Erl. A. 02, 32S, Purstem, u. IJ. 1\', 5s4.
1491.
Cum in nuptijs fuisset cuiusdam anticpiae et murosae viduae,
dixit, 8i libidine urerem et tantnni eogitarem in illiid iiionstrum. leb
wurde keins 1544) lesehens bedürfen').
1) Luther meint, alle Sehnsucht, die er etwa naeh »iner Frau liabi-n kr.mite,
würde ihm sofort vergehen, wenn er an jenes Ungeheuer däelite. Der (le«l:inke :in
sie würde der kalte Wasserstral sein.
1492.
Cum tempore ariditatis') semi)er oraret et ini;Tinisceret, semjuT
questus est, rusticorum avaritiam ])rnliibere orati^mes Cliristiauornm,
ne deus monitus prouiissiniiibus suis pluviam dar*'t, V«'lle iHniii pnnire
rustieos et scire suis etiam providere in fame, Confidentissimi -) facti
sunt illi Mammonistae"*).
I) Vgl. n. 14^4. 2) = Hr>ehst unverschämt, geldstolz. 3J Abweichend
iiiul mit Zusätzen IJindseil colhxi. I, 05, Kebenst. I, 37'', Kummer '1 ischr. p. 25S«'
bei Lauterbaeh p. 2ui, Erl. A. 50, s, Förstem. u. li. II, 235. Vgl. über Dürre n. 1403,
140S, 1505, 1500, 1501.
1493.
Varia habet Deus remedia servandi et perdendi, Ideo etiam
Urucis') deum iiosse-) Turoam i>rosternere cum summo exercitu,
Sicut legitur in Ecclesiastica historia maximum exercitum regis Per-
sar um Niniven oljsidentem culicibus t'ugatum esse=^).
1) Vgl. n. 14S3. 2) Entweder mit Kummer zu lesen posset oder credo
/u er-ünzen. 'A) Die deutsehen Tischr. Erl. A. 57, 105, Förstem. u. B. I, 151,
unvollständig ,Alsi» lieset man die Historien, dass ein mächtiger, gewaltiger
Kr.ni"- in Persien «lurch ein wunderlich Heer von Gott gesamlt, nemlich durch
FHe«'-en vnd Müekeu, mit aller seiner Macht sei bei der Stadt Edessa geschlagen
worden-. Eine andere (Jesehiehtc^ .,von dem K.'.nige von Persien, der die Stadt
Nasili belauiTte und einem irisehofe, der durch sein (Jebet ein Mückenheer zur
\bwehr der'^Feinde herbeirief" erzälilt Lutlu'r in einer Tischrede des Jahres 1542,
wenn die Zeitangabe richtig ist, Erl. A. 5«l. 20, Förstem. u. P,. II, 251. Kummer
Tischr. p. 25si. \^^.\ Lauterbach p. 2i>l luit aber Folgendes: Varia enini deus ser-
vamli et perdendi media habet. Nam illo tenii)ore siccitatis (1542 am Rande)
venerunt multi bruei et dicebat, tali exercitu posset deus Turcam protligare. Nam
in Keelesiastica historia legitur, luaximus cxercitus Persarum sey für Niniye mit
Mücken veriagt worden". Cordatus und Kummer stimmen hier also allein ziemlich
iiberein. Nur sind die Worte bei Kumnu'r nam illo tempore siccitatis (mit
|54->am L'ande) venerunt multi )>ruei et dicebat späterer Zusatz, der mitten
zwischen Luthers Worte geschoben wurde. Das Jahr 1542 ist natürlich eine ver-
kelu-te Zeit.nmabe. Das (H.ige wird aus dem Jahre 1532 stammen, wo eine grosse
Dürre herrsehte. Sonst hätte ja auch Cordatus Luthers Worte nicht aus dessen
eigenem Mumie hJtren können
1494.
N(d)ilis (juidam ex genere der ZiglerO, cum ante paucos dies
obitus sui desperasset, in hora mortis suae dixit, Teuffei. da hastu
die seele, Horrendum exemplum, licet etiam ante audiverim similia,
Nam praefectus quidam Venetorum, cum Civitatcm quandam expug-
nasset, et ei ante vict(»riam moricndum esset [545], Ahiledixit more
Venetiano'-) Heatae Virgini putanain eam vocans mit der grossen
fotzen'O vnd S.Peter mit dem grossen Zersz^), Et alias Italus
morieus dixit, Mund<» oi)es. vermibus cor])us, et Satanae ccmimendo
animam, Est enim in Italis maxima blasphemia. Hos mores eorum
maxime novit Krasmus, et hac caussa non aliquid audent moliri ad-
versus cum, Kr wurde in-^) solche stucklin fein wissen zu
sagen'*»).
1) Die deutschen Tischreden .Hin tretVlieher, berühmter Papist A.h." Die
hallisehe l!:indsehrift .Nobilis <,uiilam Adam Ziegler", Heb. Asman Zigler.
->) V"-l n SS» Note 3. 3) Ein interessanter Beleg für die zahlreichen
Corrui.tionen in den spät. Tisc lireden! Putana, franz. la putaine =
meretrix Vgl. Du Can-e 111, 5:n , der jedoeh die Form putena hat, was er
ebenfalls mit meretrix erklärt. Mittelh. die yut M^,["^;V^\' ' ""'t/^' w^'ri
und fossa zusMiumi'nhänirend) ■ - cunnus, vulva. Muller 111, TIS Das Wort
mM-h jetzt in lluiMlsfot erhalten. Luther sagt also .Lr schmähte nach
20*
404
Ve
e
enetianischer Sitte die segcnspcndende Junp^frau, indem er sie
ine Hure nannte mit der grossen f." Was haben nun die späteren Tischr.
hieraus gemacht? Die Zusammensteller der lateinisclien liaben die Stelle augen-
scheinlich nicht verstanden, und lassen die Worte putanam eaui vocans mit
Folgendes: ,,redete er gräuliche, schändliche Lästrung wider die Mutter (iottes zu
Pautano (Aurifaber und Stangwald ,Putana% Seinecker „Pantano"),
wobei man also an eine Mutter Gottes wie die zuKevelar oderLoretto denken
solHü). Auch die Worte vnd S.Peter mit dem grossen Zers fehlen in den
lat. Aufzeichnungen ganz. Die deutschen helfen sich mit der Lesart ,und S. Peter
auch übel, davon für züchtigen Ohren nicht zu reden ist\ 4) Das Wort der
Zers (von attQiaaa, Saras = SchwertV) = penis, ist schon im Mittelh. ziem-
lich selten. Vgl. Müller III, 871. Im Her bort von Fritzlar (liet von Troyc,
herausgeg. von Frommann, Quedlinburg ISUT) scheut sich der Held des Gedichtes
den Namen Xerxes auszusprechen, weil er wie zers lautet. 5) = Ihnen,
i;) Unvollständig Bindseil coIUmi. II, 170, Kebenst. II, 1-27'', vollstän<liger
die deutsch. Tischr. Erl. A. iJü, 328, 320, Förstem. u. B. III, 2v:<, Jedoch teils unrichtig
im Einzelnen teils abweichend.
1495.
Karolostadius, quodcunqiie coepit, vanae gloriae caussa oocpit,
Den er hatt sieh lassen duneken, Es were kein gelerter
auff erden den er'), Et quicquid ego scril)e])ani, iniitabatur, sed
alio fueo liniebat^), Er wolts allein sein, YA ego libenter ei ees-
sissem, sed non ])otui cum iniuria Dei^), Ego nnlla tenieritate uikiumiii
usns^) scribendo neque arrogantia, etiamsi ineii)ere^) voliierini, Ita
enim cogitabam videns abominationeni Indulgentiaruni: De bae re
mala ego scribam, deinde alij venient seripturi de alijs erroribus,
Es wurden wol ander leute komen, die es besser binaus
wüsten zu füren, Ilaec ego meeuni cogitabam [5 IT)], etiamsi Dei
Gratia Doctior sum omnibus Sopbisticis Doctoribus sive Tbeologis^).
1) Vgl. n. 644. 2) = Gab ihm aber eine an<lere Färbung. 3) = Aber
ich hätte es nicht können ohne ein Unrecht gegen Gott. 4) sc. sum. .'>) sc.
scribere (contra Papam). Abweichend Erl. A. 50, 250, Förstem. u. B. II, 417, 4 IS.
1496.
Deus est bonus Dominus, der die leute wol leiden moclit,
wen sie yhn allein für ybren Gott wolten Halten, ut exigit
primo praecepto, Begert kein scbetzung'), kein gelt, allein des
begert er, das er vnser Gott mucht sein, et proptcr unicum boe
dat omnia, dat omnibus-).
1) Mittelh. die schetzung (Schätzung) == Abgabe, Steuer. 2) Das zweite
dat könnte fehlen. Binds. I, 5 „Deus igitur optiuuis est Dominus, (|uem mundus
bene tolerare posset, si vellet. Wollten lieber selber gott sein. Ipsc tautum
vult pro Deo haberi iuxta primum i)raecei)tum. Begeret keiuer Steuer, geltt noch
Satzung. Omnia spiritualia et corporalia largitur, Das er allein vnser gott mJ>clit
sein, aber wir wollens nicht haben". Vgl. auch Keb. 1, 3'», Erl. A. 57, 130, Förstem.
u. B. I, 100, sowie n. 137G.
1497.
Deus ante omnia et ])er omnia vult baberi a nobis ])n> nostro Den,
Das wil die weit uiebttliun, quia est superlnssimus, Quod si ali<Miui
405
nescirem, ex negotio») EuangeliJ nunc scirem, Quanto enim nos magis
bumiliamuH, tanto magis superbiunt adversari), Wir suchen tried,
vnd sie wollen nicht annemen, Ideo i)eribunt sine raisencordia
et Deus nos poterit defendere et superbiam eorum humihare , bicut
Josua afferebat pacem omnibus Civitatibus, et cum tantum Gabaa^)
eam3) susciperet^), aliae omnes tandem perierunt, Alszo wird es
vnsern Junckern auch gehen^).
1) Vgl. n. 1465, Note 2. 2) Vulg. Gabaon. Jos. 9. 3) s^. pacem.
suos liberabit et illorum superbiam contundet. r^icui m jubuii lugum, ^u» ""'"'X«
civitatibus pacem obtulit et nuUani praeter Gabeam suscepit , Jiliae omnes sine
uiisericordia perire debebant. Also wirts in Auch gehen.^ Vgl. m Bezug auf den
Eingang n. 1370.
1498.
Comitia Augustana (mini laude sunt digna, uam in eis [547]
Euangelium mundo innotuit, Et Caesar illud audivit et Papa i), Was
gelt da verzeret ist, sol niemand rewen^).
n Die lateinisch. Tischr. „contra expectationem et ipsius Caesaris et papae".
')) Vgl. Biudscil II, 170, Erl. A. 02, 80, Förstem. u. B. IV, 352, Kummer lisclir.
p. 250»' bei Lauterbach p. 201. Vgl. auch n. 120S.
1499.
Ilorrenda est historia, Eliam tantum virumO tot annos orasse
siccitatis, Er mus werlich zornig sein gewesen videns occuli
mm et praedicatores, Ideo videns eos nulla praedicatione converti,
adeo duram rem oravit, quasi diceret, Das euch S. Veltn^) ankome,
Idoo (iuo(iue dixernnt: Tu perturbas Israel), Ante vero saepe eis
miiiatus est, sed tandem hoc fecit, et una cum ipsis penuriara et famem
passus est 6).
l)Die Handschrift hat virum zweimal. 2] ^^^^^^^^ = ^^^7^^?^ , .^f:^
heiliiren Valentin rief u.an als Helfer bei der Fallsucht an. Dann steht S. \alentm
der's Veiten tür die Fallsucht selbst. Weigand II, OsO. ^gl. . ^^t ^ I' ^ 'n'ie
„nd das walt die Sucht. 3) 1. Köu. 1\ 17. 4) \ j?l. Bmdsed III, 133. Die
e ts c Ti.schr. Erl. A. 02, 147, Förstem. u. B. IV, 417 mit folgemlem abweichenden
S. ,. jlein er hatte ihnen oft gedräuet und geklagt, Nvie grossen Mangel er
mit iimen gelitten hätte. Esaias hat alle seine Kunst und Erkenntnis von David
■lusm Psalter genommen \
1500.
Incendium in Newbruck») magnae irae Dei Signum est, Nam
cives dicunt in duabus horis omnia stetisse, et igne cousumpta fuisse
et corruisse Nee secum^ fuisse ilammam. quam si in singubs aedibus
tre^ milites fuissent, ((ui eas pulvere incendissent, Neque sie tarnen
tieri potuisse eiusmodi incendium, Neciue moventur Pa])istae, sed m
contemptum Euangelij maximo sumptu rursus |548] statuimt templum
(Miasi ips..rum cultus'sit semi»iternus, et ruiturum Euangehum, velut et
Erfortenses tiiciant, (pü reparant duas turres pcr])etiu aedihcij-^),
Verum ipsi videbunt audaciam suam cessuram Euangelio^).
406
1) Die (loutscht'ii Tisclir. „«1er linuid z. N. ist ein Zeielien tV/ Aiiril'aher be-
merkt am Rande dazu Gross Feuer zu Nürnberg. Förstem. lil, 250, Nute ö
„Es wird das grosse Feuer zu Nordliausen im .lalire 154(» gemeint
sein". Beides ist nicht richtig. Denn erstens ist niclit l>ekannt, dass Nürnberg im
zweiten und dritten Deeennium des 11». .lalirhunderts zum grössten Teile t)der ganz
abgebrannt sei (und von einer solchen Feuersbrunst ist die Rede), zweitens reichen
Cordatus Aidzeichnungen nur bis l.'):;7, der also das Obige, wenn es l')4(» oder
nach 1540 gesprochen wäre, aus Luthers Munde nicht hätte hr>ren könnei!. In
Cordatus Lesart wird das Richtige stecken. V'ieUeicht ist gemeint Neumarkt,
früher selbständige Stadt, jetzt Stadttlicil von Halle. Herr Archivrat .lacobs in
Wernigerode ist der Ansicht, dass hier unter New brück das im jetzigen
Kreise Beizig und damals zum Kurkreise gehörende Brück, der (Jeburtsort des
Kanzlers Georg Pontanus, zu verstehen sei. New -Brück würde dann =
Neu- Brügge sein, also eine der vielen niederländischen Koloniestädte des Ostens,
wie Niemeek = Nvmwegen, Kemberg = Kumerich (C'ambray) etc. Auch ist
bekannt (Schumanii, Lex. von Sachsen I, 52 ;»), dass die Stadt viel durch Feuers-
brünste zerstört ist. Allein so verlockend diese Erklärung auch klingen mag
richtig wird sie kaum sein. Denn im Folgenden ist von Fapisten die Rede, die
die Kirche nnt grossen Kosten wieder aufbauen. Es ist abi'r nicht anzunehmen,
dass 1532 oder 1533 noch Papisten in der Niihe von Wittenberg in einem /um
Kurkreise gehörenden Orte Kirchen wieder aufbauen. Die Krwähnung des Kirchen-
baues passt vielmehr auf Halle, die K'esidenz des Erzbis<*hofs Al))recht von Mainz,
wo das Evangelium erst s|)äter völligen Eingang fand. 2) Lies secus. 3) Die
«leutschen Tischr. „Da verneuen sie wiederümb zwcene riiiirm, das soll ein ewig
Gebäu sein; gleich als würde ihr Götzendienst ewig bestehen". 4) Vgl. Erl.
A. 60, 295, Förstern, u. B. HI, 25'.).
1501.
Cum Paulus dieat') tarn seortatorcs (luain adultcros iion posscs-
suros reguum Del, niirum est iiiveniri, ([ui usque hodie (luaerant, an
simplex fornicatio sit peeeatuin mortnlc, Igitur taliluis ivspondco. ut
ipsi legant, quod scriptum est, Si autem nie vuluut iudicoiu esse, ceite
aliud iudieare uou possum (piam seriptura dieit-).
1) Ebr. 13,4. 2) Die deutschen Tischr. ganz abweichend. Frl. A. «il,
257, Förstern, u. B. IV, 113 „Doctor Martinus Luther ward gefragt, ob schlechte
Hurerei (simplex fornicatio) auch Sünde und Unrecht wäre. Denn etliche Juristen
sagten: Nein, und dass sie unsträflich sei. Darauf antwortete I)octt)r .Martinus
Luther: Was soUts nicht Sünde sein? S. Paulus spricht ruml und »"»tVentlich, dass
beide, Hurer und Ehebrecher, werden das Himmelreich nicht ererben. Dagegen
Erl. A. 5S, 211, Förstem. u. B. II, li; J>octor llennicke, ein BJJhem und studiosus
Theologiae, D. M. L. Tischgeselle fragte „Ob Hurerei am-h SiMnle wäre, wenn ein
lediger Gesell mit einer ledigen Dirne zu thun hätte und nicht mit eines Andern
Eheweib?" Darauf sprach D. M. L. J)arauf antwortet S. Paulus, da er sagt „Weder
Hurer, noch Ehebrecher werden das Reich Gottes ererben". Da unterscheidet er
ausdrücklich die Hurer von den Ehebrechern".
1502.
Des glaubens Halben ist im Babstumb nieht szu viel
gehandelt, weil das Ba])stumb gestanden ist als itzund zu
Auspurg auch in keinem Coucili^).
1) Lies Concilio. Luther meint „So lange als es selb.st auf keinem Goncil
(wie z. B. in Constanz oder Basel) mit dem Papsttum so (schlecht) gestantlen hat
wie in dieser Zeit zu Augspurg (wo es sich um den Glauben handelte), hatte
man es im Papsttum nicht nötig sich viel um den (Jlauben zu bekümmern". Das
Obige scheint nicht lange nach dem Augsburger Reichstage von 1530 gesprochen
zu sein.
S^&^miMdi-:-.
407
1503.
r,revitatcm et persincuitatem kan ich nicht szo zusamen
hringen (luemadmodum Philippus») et Amstorffius'^).
1) Phil. Mel. 2) Vgl. n. 1M)5. Bindseil Hl, l3o .Brevitatem et perspicuitatem
kann ich nicht also tzusammen bringen sicut Philippus".
1504.
leh fleisz mich [519J in meiner predigt, das ich einen
Spruch für mich neme, vnd da bleibe ich, Das thu ich, auff
das das Volck sagen magt), das ist die predig gewesen Hoc
oHt ego maneo in statu. Christus mit seinen predigten ist fluchs
mit Mirakel hin ein gefallen, von Schäften^), hir en, wolffen,
Mitlingen^), Das haben die armen leihen-) können vei-
n e m e n ^).
n Bindseil III 115 „vnd da bleibe ich, vnnd dass ichs dem volck antzcige,
d-iss sie können ^ 2) Die Lesart der spät. Tischr. Parabe ist richtiger.
t=^^^ ') Ansatz de .späteren ^isehr. ,minbergei, eij^nbatin. —
ackern ntlu-en'' wiihrend Mitlingen m ihnen tehlt. o) Laien. Bimlsui iii,
n nt e^ ii^ V<-1 Bindseil an den citierten beiden Stellen Erl. A. f, 1%,
Förstern, ll.ij. ll! 377.- -In den deutsehen Tischr. und bei Bindseil HI, 115 folgt das,
was Cordatus n. 705 bringt.
1505.
Kubes praetereunt sine pluvia sicut falsi Euangelici, qui
o-loriantur se esse Christianos, nee tamen edunt bonos fructus, li.t
Judas') de eis dieit: Nubes a(iuam non habentes-).
1) .lud. 1, 12 „lli sunt in epulis suis luaculae, eonvivantes ^^^/"^^^^g^ '^.^'^^
ioM)s niscentes nubes sine acjua, a ventis circumteruntur". 1) Bmds 111, o3
•b^eiEid F^^^^^^^ q"i «« i=^^*tant Euangelicos et tamen nulluni ructiuu
ed.mt 4 t sT,„t nubes nullam pluviam reddentes-. Fast ebenso Rebenst. H, 14ba
' der Sc t) Die deutschen Tischr. ebenfalls abweicheml und mit Zusätzen
; \ n .l> Förstem. u. B. IV, 15 „Falsche Christen, die sich evangehsch ruhinen
m i bV.Vn doch leine -ute Frucht, sind wie Wolken ohne Regen dainit der
ä z. nun el i e;o^n,^dm und finster gemacht wird und ^^och daraus
Tein l^ c t- llet der die Erde fru.htbar machete. Also geben nu viel Christen
:"s Hei i.4eitfiir aber da ist kein Glaube gegen Gott, "ocli Liebe gegen den
N O^tcn er Vgl. auch Cord. p. 013, Erl. A. 5S 20'^ Förstem. u R "j l^^j]^^^^^'
2 17 (Ende der SeTte). Ueber Dürre in damaliger Zeit n. 14S3, 1402, 1493, 14.)8,
1500, 1561.
150G.
Credo 40 tausent Diabolos sedere in niibibus 0 et pluviam
iuipedire. blasen drein vnd veriagen den regen, Wolan cum
tliud nolint, faciant (piod faciunt, Szo werden sie ^^ allein den
sand hie verterben, der sonst nicht seer fruchtbai ist^), Et
Dens iiolus pn^videbit aliunde.
n V-l n H»5l -1) EutluT meint ,die in dieser Zeit der Dürre den Regen
veri. JmWn 'iVu iiHden hier in ttnserer Sandwiiste nicht .v^-l zu ve^^^^^^^^
V- ibe len Wittenberger Saml n. 5S3, IUI, 1339. Armut m ^\ ittenberg n .M,
frühe eniÄ^^ holie Preise der wichtigsten Lebensmittel daselbst n. 14bS.
408
409
1507.
Fides 11011 est qualitas in aiiinio id est coptatio (luaedam 15501
Haec quaiitaquaiita est, nihil valet i)er se, sed haee est tides, (juae
involvit Christum et apprehendit Christum, Extra Paulum lum
est lila Theologia^. (hoc nou credunt CaussariJ'^).
1) Die deutscbeii Tisclir. , Diese Theologia ist sonst ausser S. l»aiilo und
Johann nirgend mehr also reiehlidi zu tinden\ 2) Die eiugeklani nierten
VVorte sind Zusatz des Cordatus und ein Hieb auf Melantlion Cru-
ciger und Jonas. Vgl. über causarij, sowie über Cordatus Streit mit Melanthon
im Jahre läa«; und IhM n. 174, Absatz 2 nebst Note K» und II, n.221 Note 5 und
n. UoO. In sehr weitläuttiger Fassung Erl. A, 58, 3%, Fürst, u. H. II, \\m.
1508.
Obedite praepositis vestris'), Hoc dictum est de veris et
Christianis praedicatorihus, non de falsis, ut Papistac intelli^unt, et
iste textus per multos auuos retraxit nie a scribcndo contra
P a p a m.
1 0 Kbr. 13, 7 xMemeutote praepositorum vestrorum, qui vobis locuti sunt
verbum Dei" (\ ulg.).
1509.
Si quis mihi dixisset in Comicijs Wormacensihus, nie
post 7 annum fore maritum, qui uxorem et liheros hahi-
turus esset, Ego derisissem illum, Den szo weit gedacht
ich nicht zu greiffen, Volebani enini tantum impugnare
Indulgentias»).
1) Vgl. n. 7i;, :)0r., .->S(h Das Obige scheint i:)2s gesprochen zu sein, doch
wohl vor dem 3. August i:>2s, da Luthers i:,27 geb. Tochter Klisabcth au diesem
läge wieder starb. Sonst würde es nicht heisseu können „uxorem et liberos
habiturus esset*.
1510.
Primus annus coniugij macht eini seltzame gedancken,
Sedens enim in mensa cogitat: Ante solus eram, x\u bin ich selbs
ander, In lecto expergiscens sihet er ein ]Kir zopffe neben
yhm hegen [551], quas prius non vidit, Proinde at'ferunt uxores
maritis quantumcunque occupatis niulta inania negotia»),
Quemadmodum mea Katarina primo mecum sedebat, cum'
serio studerem et ipsa neret^) et interrogaret. Er Doctor
ist der Ilochmeisterl) des Marggraven BruderV^) '
, . }? ^^^^^^ ^^*^ ^'^'^'^^ ^" ^^^'" si)iiteren Tischreden. 2) = Spann. Kebenst.
ebentalls richtig „cum studerem et nens incipiebat quaerere\ Die hallische Hand-
schrift falsch mens. 3) Die .späteren Tischr. falsch Iloffemeister oder II o f-
?^^^Au*^'^^''^* ^'"^ Kebenstock verständlicher „ Kstne Princeps Livoniae*
4) Albrecht von IJraudenburg, der Ilochnn-istcr des Deutschen Ordens in Freussen
geb. 14!H) zu Ansbach, gest. 1.->()S zu Tapiau, war der Bruder des Markgrafen (Jeorg
von Brandenburg-Ansbach, des Freundes von Luther und eifrigen Anhängers dcT
Retormatioii. Vgl. iider den letzteren n. 1 I2r,. Vgl. F.indseil II, 337, lieb. II, ir,7'»
Erl. A. bl, 1 /3, Forstem. u. B. IV, 41, Köstlin 11, 1(57. '
1511.
Mcum consilium semper est, ut factis sponsalibus ') (piam
non clam nupsissem, omnes amici clamassent: non illam,
sed aliam^).
1) = Nach der Verlobung. 2) Dieser Satz fehlt in den späteren Auf-
zeichnungen. 3) Melantlions llochzeit war am 2.'). Nov. 152(i. 4) Vgl. n. 546,
Note 3. Johann Agricolas llochzeit wurde am lo. Sept. 152<i gefeiert. 5) Die
latein. Tischr. in der Form abweichend, inhaltlich aber ganz ähnlich. Die deutsch.
Aufzeichnungen mit Zusätzen. Vgl. Bindseil colloq. 11, 337, Kebenst. II, 157»^, Erl.
A. Ol, 173, Forstem. u. B. IV, 41.
1512.
In vxore conspiciuntur multa bona, Benedictio Domini, proles,
ccunmunitas rerum et alia tanta bona, quac obruere i)0ssent hominem,
Fingamus abesse illum sexum, et domus perit et (piid(iuid pertinet ad
Oeconomiam et Piditiam, Mundus autem non possct carere mulieribus,
etiamsi niariti ])er se possent gignere liberos 0-
1) Die deutsch, l'ischr. , da gleich die Männer selbs könnten Kinder tragen (!).
Unvollständig Bindseil II, 3r)l, Erl. A. (il, 17;?, 174, Förstemaun u. B. IV, 41, 42. Vgl.
auch n. 510, 1U35 nebst Noten.
1513.
Wen man zurück sihet, Coniugium non est tam [552J
malnm. als wen man vor sich sihet, Xam patres nostri ac matres
sancti fuerunt in hac (U-dinationc Dei. otiam illi extra fidem '), llabuoruiit
ciiim i>raeeeptum Dei de generatioiio prolis. Et lilij inei codem modo
respiciunt viventem-) in sancto coniugio. (juo ego vidi meos pareutes,
Et coniugium, quod in parentibus et alijs probamus, ipsi in uobis
saepe detestamur dece])ti a Satana, et si recte expendiinus, in Coniugio
vere divina vidomus. Quid igitur in nobis detestamur^).-'
l) = Auch die, die noch nicht im (Jlauben standen. 2) Viventem me?
3) Als ein Beispiel, wie sehr Luthers Worte in den späteren Auf-
zeichnungen oft entstellt sind, inT.ge folgende Fassung des Obigen
angeführt werden, wie sie sich in (Icn si)äteren Tischr. Erl. A. Ol, 174,
Forstem. u. B. IV, 42 tindet Jtem wenn wir hinter uns und zurück gedenken an
das Vergangene, so ist der Ehestand nicht so böse, als dadurch das Künftige
und die Welt erhalten wird. Denn unsere Eltern, in dieser Ordnung
Gottes heilig gewesen, haben ihren Olaubeu auch darinnen geübet,
sintemal sie (;ottes Fx'fehl gehabt haben, Kinder zu zeugen. So thun mir meine
KilMlcr eben die Ehre, die ich meinen Eltern gethan und erzeiget
liabe. Weil ich nun glaube, dass meine Eltern im heiligen Ehestande gelebet
habi'U, warum sollte ich nicht auch meinen Ehestand loben? An unsern Eltern
kiMinen wir ihn billigen, an uns aber wollen wir ihn verachten und verwerfen?
Also aiu'h, wenn wir beiseits sehen auf Brüder, Schwester und Freunde, so sehen
wir im Ehestande nichts denn göttliche Ding; wenn wir aber unsern Ehestand
ansehen, so haben wir einen Ekel dafür, die weil doch mein Vater eben so
wohl bev meiner Mutter geschlafen hat als ich bey meinem Weibe,
und mit 'ihr gescherzt, und sind fromme Leut gewesen; wie auch
alle Patriarchen, Erzväter und Propheten gethan und gewesen sind\
410
411
l''^!^- ■ rörsti'iM u H. 111, 122 am Sclilussc drs vorlu'r-vlK'ii.lcn AhsatzA'S (vgl- "• l^'-^-O
Quudani dicente: C(»niiii;-iiiin \um scdiit oinueni appc'titiiiii. Krp» ■ „rnsor iirrrlM.tt lasse midi nur i-in ,lalir stark sein; »*-^\^''" /*^"^^ ^'V;;;";*^^^^^^
ab eo esse ubstinendmn et resistcMiduui, sicut appetitiii ad rainnain ■ ehrist lielK'u Kilcrs, dass ieh midi niöditc am Lnismiis und ando^^^^^
et l'urtuin, Et si eoiRMiinseentijs •), resistendnm -) v^'üwr et nstioni, \W
spoiidit, Coniiiiciuin est iiiediuiu ereatuin^), Sieiit labor est iiiedimii
contra furtum, Sed a]ipetitus ad inulierein est ereatio Dei, servata
naturae iutegritate '), Itali eiiiin eorruinpunt^) uaturaiii et Tureae^').
1) sc. resistcndum est. 2) sc. est. 'A) = Die Ehe ist als ein Mittid i^a-
sehat^eu. 4) = Wenn man die drenzen der Natur nicht verletzt. ')) V^'-
n. 13(17. ü) Abweichend lÜndseil II, .t") 1.
1515.
Tntius est esse Epieureuiu (luain lideleiii Cbristianum, Iptur
Papa peiorem ') Turea-).
I) Lies peior est. 2) Luther meint „Der Türke, der kein Kpicuriier ist,
ist besser als der Papst, der ein solcher Heide ist''.
151(1
Ists iiiclit ein plaj;-e |55;5|, das ieli niieb t'urebt vor dem
man, der mieli aus der Taufte batt ^^eboben, s/o mieb doeb
kein Pbili])])us noeb Pomer szo lieb batt als Cbristus, der
für mieb ist ^•estor])enV')
1) Vgl. Erl. A. 57, 21ti, Purstem, u. B. 1, Kü. Hi2, auch Krl. A. :>*^, 07, lo4,
Förstern, u. B. 1, :{54, 3S2.
1517.
leb g-edenek alle ta^e zu sterben vnd kan doeb niebt»),
Infi^elix ego bomo, (luis ete.-), Si ({uis mibi ante 2o annos dixisset,
Das das Newwerek zu llalle^') zu ])odem') solt lie^^en bey
meinem leben sine bello et in paee, E^«» non eredidissem dieenti-').
I) Vgl. n. 13SU. 2) Köm. 7, 24. 3) Kloster Neu werk, welches 11 IC
bei Halle gegründet wurde, war lange Zeit der Mittelpunkt tVir das ganze kirch-
liclie System der Stadt. Im .lalire 15:{t» wurde es aufgehoben, seine (iebäude bis
auf eine Kapelle abgetragen und seine Sehätze, (ilocken, Kinnahmen tV. einem
neuen grossen Stift«' zugewandt , welches Krzbischof Albreeht nut der Domkirche
15211 ebendaselbst livgründet hatte. Virl. von Ilagen, die Stadt Malle, 1^<17,
Bd. 1, S. in, 52 tV. " I) Althochd. <ler podam, Mittelh. der bodem, die richtigere
Form tur Boden. Weigaml 1, 25(>. 5) Nur bei IJindseil III, 15s (Ende der S.),
nnd zwar fast gleichlautend mit dem Obigen, welclies von Lutlier wohl l)ald nach
1530, dem Jahre der Aufhebung des Klosters, gesprochen zu sein sdieint.
1518.
Erasmus ist ein Bub in der Haut. ((Uod videtur in omnibus
suis libris, praeeipue in ColUxiuiJs. ubi mm in sua persona bniuitur,
sed alienai), Veram iuxta ae fnlsam religionem irridet, Si unus annus
mibi vaearet, so wolt ieb mieb mit \ bm zusebelten, Diesem
Erasmo ist pater et iilius ein leeb erlieb dini;^).
rächen " .
1519.
(Jott batt vns zugeben») zu spielen mit cpffelin vnd
|55l| Hyrn vnd nussen, vnsern weibern, aber mit ybm vnd
seiner Maiestet lest er niebt sebertzen-)-
I) ^. ZugegduMi. 2) Admlidi Erl. A. C.l, 1 12, Förstem u. B. 111, 422 (mitten
in dem mit .Erasmus hält von (Jott nichts'' iibersdirid»enen Absätze). l>nids 1 o2
(Jott hat uns gegd)en tzu spielen mit aptVeln, binien , nussen vnnd a lerley
("reaturen tzi. schertzen, aber n.it seiner maiestadt sollen wir solcjes |'.i;;l't '"ii
V«-l b'rner Kebenst. I, 3oa, audi Erl. A. 5S 3l)S, 1- orstem. u h. 11, H»;», 1-0, xno sich
d.T Zusatz findet .wie man sagt: Mit grossen Herrn ist uidit gut Ivirsdien essen .
1520.
Consolatio nostra uniea est eredere in Cbristum, Wir sind nu
offt drüber -estorben. Last vns denn') allein bebaltcn, leb
wil bei den/man bleiben vnd das llar lassen^ leb Inn ault
ybm -etaufft. In eins doetrina quieseanrO.
n Lies den. 2) Die späteren Tisdir. „und mich drüber begraben lassen".
3) Vgl. Bindseil 1, 52, Kebenst. I, 30-, 30'-, Erl. A. 58, 309, lörstem. n. b. II, no,
Cordatus n. 413, 573, 574.
1521.
Miror liominem adeo longe a Deo i>osse delieere velut Erasmus,
Den der ist szo i^-ewis nnllani vitam esse eum Deo (piam eertus
eg:o sum, nie duos \>eulos habere, Lueianus nun est adeo seeurus
ut ipse').
1) Vbweid.end P.indseil I, 52, Kebenst. I, :>i)i.. Erl. A. 5s, 3(1!», Fr.rstem. u. 15. 11,
17t», EH. A. (U, 1 11, Fürsten!, u. li. HI, 422, Cordatus n. 10.».
1522.
Oot batt ein Creutz vber den Ehestand gemaebt das
jrri»s ist vnd belt aueb drüber, wie wobl ybm der l,apst vnd
Teuffel feind ist, vnd im Ebstand neret man sieb besser den
draussen').
l) Abweichend Erl. A. 61, 17(i, Fürst, u. B. IV, 13.
1523.
Ouendam eonciiierentem |555l se audiend<. C(»neionen. adei»
fuissc Vexatum, ut e(»aetus fuerit exire, ita eonsolatus est Deum habere
duplieia saerifieia, laudis unum, et unum spiritus tribnlati.
1524.
1) Vgl. n. 12'»4. 2) Aehnlidu' (Jedanki'n über Erasmus oft. Vgl. z. B. n. 51, ■ . ..T ' , • , . ,, .^: .,:k„c n iww
200,24(^2ss,3H4ü5,53o;io^>3, 1102, 122(;, I3(»4,l3(»(i, 1331», 1332, 133S, 152MV. IV | ^onue est luiserm . (luod Diabolus sms suggestiomous j nos
vollständig Erl. A.in, 112, Fürstem. u. B. III, 422. Dodi heisst es Erl. A. Ol, 112, ■ yult damnare, eum ipse lonj^^e peior sit nobis omnibus, Vnd was j'-eUet
ügf-t*)!^. •ijt.'j^Kp.islis-frft'Wli umn
412
es ybu an, das ich gesündigt Habe? Non peccainus adversus
enin, sed contra Deuni, Necjuc ipse mihi Legem dedit, ([uam violo, sed
Dens, Druml) hcists'-), Tibi soli peecavi^).
I) 1= Mit seinen Einreden, Eiii«rebiinjj:cn. 2) Psaliii .■>!, r». :{) Mit Zusätzen
Erl. A. Od, .{, Förstern, n. K III, 11, Erl. A. «;(>, 2!>s, 'IW, FCrsteuj. u. H. 111, 42. Vgl.
auch Erl. A. (lO, 2«>S (Abs. 2), Eürsteui. u. B. III, lo (Ende der Seite).
1525.
Juvenes et Adoleseentes tentantnr ])uh*liri8 vir<;inibnM, Vnlgus ab'js
vitijs, Viri auro In 30 anno, In 40 gloria, Wer ich nnr from').
1) Bindseil II, 2ss „(piaelibet aetas habet siias tentationes. .liivenes virginibus
tentantnr, viilgus alijs vitijs. Viri auro in trigesinio anno, in (juadragesiuio gloria
et honore, in sexagesimo auteni tentantnr: wer ich nur froni". Vgl. aueh Keb. II,
220i>, Erl. A. t;o, 102, Förstern, u. B. III, 117.
1526.
Adolescens confessns, monitns a Saeerdote, ut Deo serviret, illc
respondit, se hoc anno non i)osse, (puuubxiuidem er liabe dem
Richter zugesagt dis Jar zu dienen |550|, Das er yhn nicht
in den stock') wer ff e, mus ich yhm ausz dienen, Altero autem
anno se Deo serviturum.
1) Mittelh. der stoc, auch stock, hier Gefäugnisblock als Fussfessel,
dann das Gefängnis selbst. Weigaud II, ^22.
1527.
Es war ein Nar, qui cum ])lagis orationem Dominicam didi-
cerat*), Is confcssus ])oenitcntiam acccf)it-), ut singulis dicbus tres
orationes Dominicas diceret, Kcdiens domum flevit et dixit: Tres
orationes Dominicae mihi sunt imp(>sitae, Igitur alterae duae mihi
restant cum plagis discendae similibus, (jualibus ])rimam didici^).
1) = Dem man das Vaterunser eingei»riigelt hatte. 2) = Als dieser einmal
gebeichtet hatte, wurde ihm zur Busse auferlegt, dass IV. .{) Abweichend Binds. I,
412 „Morio quidam multis i)lagls comimisus, precationem Dominicam didicerat,
tandem post contessionem impositum est, ut «luotidie tres precationes oraret. Ipse
domum re versus ploravit duas sibi adhuc tanta dit'ticultate discendas".
1528.
Albus Colericus est ira aeterna^).
1) Vgl. Bindseil I, 215, bei welchem dann das folgt, was Conlatus n. 5T(> und
1121) bringt „Vbi est caput melancholicum, ibi Dialxdus habet suum balneum etc."
Was Lutlier sagen will, ist ungewiss. Der Ausdruck albus Colericus ist der
wörtliche Gegensatz zu melancholicus und würde Frohsinn, Heiterkeit
bedeuten. Was soll dann aber iraV Ich vermute, dass zu lesen ist vita aeterna.
Dann würde der Sinn sein: Frohsinn ist das ewig*' Leben, d.h. der Froh-
sinnige [fvih'ffoc, hilaris) hat ein langes Leben zu erwarten, während
Tiefsinn dem Tode und dem Teufel zuführt. Vgl. Sirach :io, 2:<, wo es heisst
„Ein fröhliches Herz, ist des Menschen Leben, und seine Freude ist sein
langes Leben. Diese Schriftstclle hat Luther wohl im Auge. Vgl. auchSirach 'M\, 2.'»
und n. 130, Biudseil II, 235: Naturalis vita est (piae<lam portio de vita aeterna.
413
1520.
Hoc me male hal)et, Erasmum nomen T]ie<dogi sibi arrogare, cum
tarnen ncscinnt') rsnm Christi et ofiicium, cur in terram venerit, Facit
cnim in thcohigia sua tota (Christum (incndam Juristam'^).
I) Lies nesciat. 2) Vgl. Krl. A. (il, 111, 112, Förstern, u. B. III, r2:>.
1530.
Dens laudat suam creaturam, <piia dicit '), Vinum laetilicare cor
hominis et ])anem cor eins confintare"^).
I) Psalm inl, 15. 2) Vgl. Frl. A. 57, \'M\ Förstem. u. B. 1, KKJ.
1581.
\Von die seigl(M*her ') wollen regiren, szo gehets vbel
[557| aus, Kcse sollen sie machen, Khumelcken, kochen, hoc
est earum ofücium-).
1) Das Wort ist lexikalisch nicht zu beh'gen. Die Zusammensetzung des-
selben sowie <ler Zusammenhang zeigen, <lass es ein vulgärer Ausdruck für Frau
ist. 2) Ueber Frauenregiment n. \u~,\).
1532.
Contemptum mundi M(Miachi vocavcrunt contemptum Creaturarum.
et \un\ N'anitatis.
1533.
Hoc est certissimum, Doum ab initio fuisse inimicum Papatus,
((ui privavit cum fructu ventris, Ilhim benedictionem vcntris non recu-
perasscmus, nisi Dens misisset in*) nobis ardorem ad foeminam, der
kinder macht-).
1) Vielleicht immisisset nobis. 2) Mit einem Znsatze Erl. A. Ol, 170,
Förstem. u. B. IV, 43, Erl. A. Ou, 221, Förstem. u. V>. 111, 204.
1534.
Nemo debet exponere psalmum, Miserere mei Dens'), nisi
Paulus, Qui Paulum intelligit, etiam hunc psalmum intelligit, et
Ijniccipue hunc versum, Tibi soli peccavi-), wird niemand aus-
legen nisi Paulus, Et omncs ])raccii)uos locos Scripturae inii)ossibile
est interpretari sine cognitione Christi, Miserere mei wil totum
(Miristum habere, Hadoletus») pervenit tantum ad misericordiam^)
politicam in hoc ])salmo |558], Es sind grob narren, qui non solum
sunt indocti, sed et docti esse volunt^^).
1) Psabu 51. 2) V. 0, vgl. n. 1524. 3) Jacobus Sadoletus, der ])e-
kannte Cardinal, geb. 1477 zu Modena, gest. 1547 in Kom. Seine Erklärung des 5()
(51) Psalms wurde zu Kom 1525 und 15:M gedruckt. Vgl. über ihn Benrath m
<lcr theol. Beal-Em-vclop. 2. Aufl., Xlll, S. 21^. Sadoletus, der wie Vergerms (vgl.
n. S42, Note 4) aus" einem Verteidiger der alten Kirche fast ein (legner derselben
gew(»rden wäre, ist aiud» sonst vorteilhaft als lateinischer Dichter bekannt. P>erühmt
ist z. B. sein (Jedichl <le Laocoontis Statua, herausgegeben in Leodegarii
de (gieren Farrag»» Poem at um II, S. 03. Abgedruckt auch im Laocoon
v H^Boxhcrger Leipzig ls7«) (P.ibliothek der deutschen Nat.-Litt. d. 18. und P.).
414
415
Jahrhunderts, S. 'M)). An andern Stellen spricht sieh T.uther günstiger über Sjulolet
aus. So heisst es in einer si)iiteren Tischrede bei liindseil I, töo ^Stuloletus honio
ingeniös US et cruditus, quem papistae in nuniennu CardiuaHuni recepenmt,
ut contra nos scriberet. Sed nullus in eo est iiitellectiis, ut clare conspii-itur in
Coninientario sui)ra öl rsalnuun etc/ Vgl. auch Erl. A. On, :n<), Fiirsteni. u. 11. III,
274, ferner Erl. A. 5S, 72, FiJrsteni. u. IJ. I, :i5S, \vo Luther äussert „das ist die
güldene Kunst, die Sadolet nicht kann, wie wol er viel über diesen rsalnu-n
schreibet\ 4) Die lat. Tischr. iustitiani. 5) Ganz ähnlich Hindseil collo<i. II,
22r>, 226, im Einzelnen abweichend Kebenst. II, 2u4''.
1535.
Es ist noch ein s])ruch Im riiuli», dcY iiiieli voxirt,lMe-
iiitudo gentium*'), Verum ego dabo s])intui sanctn liune luMiorem,
Wie ichs auch weis, das er gelerter ist den ieli bin-).
1) Rom. 11,2.'). Die spät. Tisciir. „ijlenitudo gentium ex Si()n^ 2) (Jan/
ähnlich liindseil II, 22(;, Kebeust. II. 2((4''.
1536.
Alexander') Pa])a, war ein Maran-), ([ui plane nihil eredunt.
Huic suceessit Julius-^), tantus hostis eins, das er alle tliur vnd
fenster, (^uibus insii;nia-') eins inseripta erant, liesz auszreissen.
quod vidit Cordatus').
1) Alexander VI. aus dcui Hause Borgia von 1 r.>2— l">o:{. 2) Die latein.
Tischr. „Alexander i)ai)a war ein maran (Kebenst. Alex. r. papa t'uit Maranus), ipii
plane nihil credidit". Die deutschen Tischr. 4*:4>-^^ Alexainler war ein Maran, das
ist ein getaufter .lüde, der gar nichts gläiibtc\ Vgl. aurli liimlscil 1, ;t77
„Sunt (Ilisi)ani) ])lernm(|ue Marani, mauialuckcu, «jui i)rorsus iiiliil creduut, cum
alias omnes haeretici snas upinioues i)ertiiiaciter detVuduut ". Nach Du Cange,
wo es II, 4S5 heisst „Maranus apud Ilispanos Mauri appellari si>lent, ist
Maran = Maure, M uhamedaner, und daher Ungläubiger, Ai)ostat. Ueber
den Ursprung des Wortes bemerkt Du fange „Vnde intelligitur, Marani, vocem
vulgarem non a Mauris, (puisi Mauriani, ut (|ui<lam suspicantiir, factam in Italia
Friderici Aenobarbi tempore, cum Mauri plurimi ti<lem Christo datam in bajjtismo
passim ejurata quam suscei)erant, religione, violarent, sed potius ex Syriaea voce
Maran atha deductam, (|ua anathematis ignominia execraticxpu' in divinis litteris
continetur. At secus sentit Scaliger de Emeudatione temporum C, p. (i2."). In
verbis, incpüt, (Jeograidii Arabis tit uu'utio factioiiis Maravanjun. Sciant igitur
Studiosi, Abaz fuisse jKitruum Muhammedi«, atque eins i»fogeniem et g«»nti'm
dictam fuisse dici(pie adhue Abaziun. Sed Marawan «juidam primus Chalifatum
ab illa gente ad suos, cpu Maravanuui dieti sunt, transtidit per tyrannidem, tMKpie
nomine omnibus Muhammedanis in odio est nomen Marawauin ad haue \\si\\\v,
diem". li) Vgl. n. 211», Note 1. 4) = Wappen. .*)) Vgl. n. 2.".ü, wo ('».rdatus
hinzufügt „Iluic praedicat ioni interfuit Cordatus. Uel>er seinen Aufent-
halt in Rom siehe ebendaselbst Note r.. Das Obige hat U.indscil III, 225 in folg.
Fassung ,,Alexander i>apa war ein maran, (pu plane nihil credidit. Iluic .Iiilius suc-
eessor tam inimicus fuit et iufensus, dass er alle thüren vnnd fenster n»it seinem
wapeu lies ausbrechen". Vgl. auch Reb. II, 02'', Erl. A. (K», ist», UiJrst. u. R. III, IM.
1537.
Epita])lnum Lueretiae*) scorti Alexandri:
Conditur lioe tumuD» Lueretia-).
Tlinis'O, Pontifieis filia, s]M>nsa, Nurus^).
I) Dieses Wort fehlt in <len späteren Auf/eiclinungen. 2) Der Vers ist
nicht vollständig. Auclj nuu-k würdiger Wt'ise in der halliselieu llan«lsehrift nicht.
Re]>enstock und die deutschen Tischr. ergänzen nomine, sed re, offenbar ein
späterer Zusatz. :\) Lies Thais. 4) Vgl. Rindseil III, 22.'), Rebenst. II, (\2\
Erl. A. CO, ISO, Förstern, u. R. III, 1^1. Die deutsch. Tischr. lugen folgende traurige
Ui^bersetzung hinzu:
(Jrabsclirift Rai)st Alexanders Ruhlschatt.
,.An dieser Statt begraben leit
I^ucrez, Papst Alexanders Weib,
Auch Tochter, ja seines Sohnes Rraut.
Solchs ist der tiipstler Frümmkeit Laut!"
1538.
Cardinalis (piidani sub Julio^) duxit uxorem [559], quam
eoaetus est postea ]»er annum a se removere, (luam tamen post annum
iterum ad se reeepit, Mortuo illi Cardinali-) flevit uxor eoncpierens, se
junhuni et liunestum maritum amisisse, (pii una tantum uxore fuisset
contentus, Clamaverunt eives Komani alij, ad fureas secum^), alij
dixerunt ad eunnj. (> saneta anima!')
I) Vi:i. n. 21'.», Note I. 2) Wohl mortuo illo Cardinale zu lesen. Doch
fragt sich, ob der Dativ nicht altsichtlich gesetzt ist in dem Sinne von j emandem
nachweinen. :i) = An deniJalgen mit ihm! 4j = Meinten in Rezug auf
ihn ff. Luther will sagen ,.Das Urteil über ihn war in Rom nach seinem Tode ein
verschiedenes. Die einen wollten ilin an den (Jalgen hängen, die andern hielten
ihn für eint-n Heiligen (weil er sich nänüich nur mit einer Frau begnügt hätte).
:>) Die deutschen Tischr. mit folgendem abweichenden Ein gange „Unter dem
Papst .Inlio, sprach D. Martinas Luther, ist zu Rom eine unsägliche grosse Unzucht
iiml llurerey getrieben worden, und ist etwa an einem Orte in Judia die
Helle, so^gläube Ich, Rom stehet darauf (vgl. mit diesen Worten n. 1540).
Nun ist zur selbigen /.eit ein Uardinal gewesen, der hat IV. Noch abweichender
lautt't <ler Schluss des Absatzes in «len deutschen Tischr. .,Da hatten sich die
Rürger zu Rom sehr drüber verwundert und geschrien: „O Saneta Maria! Di-nn
Keuschheit ist bei diesen heiligen Leuten ein seltsam Wildpret^'. Vgl. Erl. A. Ol,
:5ul, Ur.rstem. u. R. IV. löii. Aehnliches wird auch Erl. A. (il, 2'.>2, Fürst, u. R. IV,
I l.j, Rindscil 11, .'i'Ki, Rebenst. II, 1(U1'> erzählt.
1539.
Kii'o arbitror Petrum fuisse Romae, etiamsi lioe ex seriptura
pnthari nnn {»oNsit'). Paulus in tuta minore Asia ]n-aedieavit et alihi,
((Und ex scriptum clnre ]>rol)ari juxtest-).
n Vül. mit «lem ersten Satze Rindseil III, IM „(hniu's historiae affirmant,
1
(
rr.rstem. u. R. IV, 42'.iV
•etriini fnisse primum paitam Poniiu-, <|Uod tanu-n inccMtum est". IJebrnst. II, (i.'i«»
Ende (U'r Seite), Erl. A. «Jo, l'.Mi, Förstem. u. R. III, Im;. 2) Erl. A. (ii, hiu, Kil,
1540.
Ist ein Helle, szo stehet Kom draufP).
I) Vgl. n. i:.:i^, Note.*». Rindseil I, ICC. .,IIinc natuni est proverbium : So ein
h.'lh' ist, nnis |{oma daraiiff gebanet sein, denn do gehen alle snuden in srhwang ff.
JNbenst. I, s'.ji-, Erl. A. (.2, 411, Förstern, u. R. IV, im.
1511.
Crux et i)erseeuti<) lert eim die «i:ulden kunst»).
1) EH. A. CO, «IC. Fr.rst«'m. ii. R. IlL 112 „Das liebe heilige (Mvnz, Anfechtung
und N'erfolgiinn". lehn-n einen die güldene knnst; aber LIeiseh und Rhit hats nie
-erne kr.umils s.liwer :m, wollt gern Vr'wd und gut (iemach haben".
416
417
1542.
Cum ad se aecepisset infautein, (ini j)er{*a(*al)at cum, dixit, Acli
vnser li. g.*) mus ^ar viel fi^rosscr ^estanck leiden von den
menschen den vater vnd mutter von yhren kindern-).
1) = Tlorr r.ott. 2) liindsoil I, 251 „('um Miirtiniis Luthorus iiifjintuhini
osc'uliirctiir (^t ah ipso inacularctur, dixit: 0 wie imis viiscr licrrj^ott s(> iiuiiicIumi
ji^iitttMi stanck vniid vnHat von vns Iciilcii uuinnnraiulo vt hlasplicuiando, virl mcr
den eine nuitter von einem kinde". Fast ebenso Kelienst. l, l'M-K Vj;I. aiuli KrI,
A. 57, 2(iO, Förstern, u. II. I, 2iHi, wo das voranj^eht, was Cordatns n. 'VM bringt.
1543.
In multis centum annis [5()0| nullus Papista, E])iRco])us aut
Saccrdos curam e^it ])aui)erum, Scliulnium, na]»tisnii, piMcdicationis etc.
Odium enim verhi Dei venerat super cos.
1544.
Erasmus est piscibus m ortfei nd, ut a])])nret in omnibus
Dialogis suis, Es ist ylim auch ein vngesunde speisze vmh
f i sehe ^).
1) Luther hat hier wohl besonders den Dialofj im Anj;e, der den Titel tTdirt
ix^vo<f ayiu. Da heisst es z. II. (Desiderii Krasnn Kot. eollotjuia. Amstehxlami
apud Westenios p. :{:{!)) „Lanio: Ni miriim hoe ijjsa res iam dudum illis persuasit.
Keputant id (piod est, per salsamentarios (Sal/tiscliliiindler) intpiinari civitatem,
infiei terram, tiumina, aerem et ijrneni, et si quo«! alitul est eleuientunj: eorrumpi
Corpora mortalium: ex i)iseium enim esu eor[)Us imideri i)utribus liumoriluis: hinc
febres, tabes, podajj:rae, epilepses, leiirae, et quid non malorumV"
1545.
Magnae mamillae sine lacte sunt ficus illa, cui maledixit Chnstus *).
1) IVmdseil I, )J24 lieisst es von llerzoj; (Jeor^ „<-oj;:ltur ipse areseere ut fieus
maledieta". lieber mamillae s])rieht Luther ausführlich llinds. I, 2.")2, Keb. I, \\S\'\
134 ^ Erl. A. 57, 271, Förstern, u. IJ. 1, 2<H>, Lauterbaehs Tageb. S. (K». Vgl. n. ir.7(l.
154G.
Humana sacramenta sunt falsa, Divina autem vera sunt, Peplum
in capite mulieris est sacramentum humanuni ').
1) Der Sinn seheint zu sein: Der Kopfputz, (die Ilaidie), wit^ ihn die Ehe-
1548.
Vxor. Doct: Steff: Wild») abeunti commendabat, ut marito
diccret, S iVf. fif •^) wol er gern mit yhm teylen, aber den glauben
must |:)G1] er bey (iott vnd yhm selbs suchen, Decalogum wurde
er nimer mehr zu wege bringen, Ich kan yhn auch nicht
erlangen'*).
1) Lies Vxori Doetoris Stet'tani Wild. Stei)han Wild in Zwickau
war ein "rsrhickter Arzt. Auf llefehl (U's Kurfürsten .lohann Friedrich reiste er
dem knirkeii Luther 15;{7 bei seiner Kiickki'hr aus Schmalkahlen entgegen und
behandelte ihn in Wchuar Vgl. Kr.stlin II, in] 2) Lies Sein paternoster.
•{) V"! n I isl nebst den dort :ingegebenen Farallelstellen. Das P»ruchstuck, welches
ilie spiU. Tischr. aus n. IM, 1547 u. 151s aufbewahrt haben, erhält durch Cordatus
Aufzeichnungen erst die richtige Beziehung.
1549.
Ad M. Lucam inctorem»), virum salibus plenum, dixit, Saepe
(Mmtingit, das wir den paurn aus dem ars/ essen, Egerentes
enim nucleos-), ex (piibus arbores pomiferae crescunt, et uos ex illis
fructibus edentes edimus rusticis ex ano etc.^)
1) Ma«' Lucas C^ranach, der berühmte Maler, geb. zu Cronach im Bistum
P.andu'rg 1472, im .lahre 15(i4 oder I5(i5 an den kurfürstlichen Hof m Sachsen
iK'rufeii Kr betrieb aussi^nU'm einen einträglichen Kuch- und Papierhande , sowie
das Apothekergeschäft. /Nveimal Bürgermeister in Wittenberg mit Lnther eng
befreundet Gest. I55:t als llofnuiler in Weimar. Allgem. deutsche P.iograidne IV,
5(1-) Vgl. über ihn auch n. 55 1, Note 1. 2) = Obstkerne. Lies übrigens Kgerunt.
^\"\ns dem Obigen ist bei liindseil 11, \M Folgendes gt'worden „In horto ambulaiis
dixit :id M Lucam: der bäum ist aus ein kern gewachsen, welchen vielleicht em
i.auer in etc. Wan ich die .".ptVel esse, s(. esse ich einen pauer äussern etc. Da-
^M--eu Keb II Kl'.»'': „Magnus est usus et utilitas Arborum, (piae cxiguo grano
oriuntur, ambulans in horto dixit ad M. Lucam. llaec arbor ex grano crevit (!) .
1550.
Ein thorichter') hundt wütet nur 9 tage, vnd D. G.^) nunc
0 ann(.s. Wird im •) niclit bnld geholffen, szo wird er gar un-
sinnig werden. Keleguvit enim iterum novem Cives propter sacra-
mentum ex Lipsia^).
n = ti.ller 2) Dux (leorgius. W) =- Ihm. 4) 15indseil I, 310 ab-
weichend Kin thorichter hundt wüttet «) tage allein, Dux (leorgius n(»vem annos,
Wirts den nicht schir ein Knde werden, (piia multos cives suarum civitatum propter
.. '. 1 :^u A'-i 1. i>,.K,>,..f I iMia l'i'lwr \ ertreilmn<ren evauii'c iscli
* ,, ^. ,., . T, r , , M- II 1 . • M r n I wirts den nicht schir ein Knde werden, .lUia multos cm's suarum cuitatu^^
1) Der Sinn scheint zu sein: Der Koptputz, (die Haube,), wu' ihn du' Khe- ■ rerenonem rele-^avit" V"-l auch Kebenst. 1, 15(1». Leber \ ertreibungen evangelisch
frauen zu tragen pflegen, um sich dadurch den Unverheirateten gegenüber als ehr- ■ ('j.jli„iiter von*" Seiten IL-r/og (ieorgs vgl. n. •»:{'.», \VM\, Köstlin II, :U1. Nach
bare Gattinnen kenntlich zu machen, ist etwas von Menschen Kingeführtes und ■ /.t/terem (II »WU) ist das Obige von Luthei am s. .luni I5:r2 gesprcK-hen. Doch
Geweihtes und als solches triiiri'risch; denn das ziinlov leistet keine (iarantie ■ .^. ' .„ .^..i. l\'..\..i\ tr.av i.w.liHM.h.M- iilten'r Aniiaben wetren der W^orte
Geweihtes und als solches trügerisch; denn das ninhn' leistet keine (iarantie
datlir, dass die Trägerinnen desselben sieh auch als treue, züchtige und gute Ehe-
frauen bewähren".
1547.
Der teuffei vnd ich sein schir eins in geistlichen dingen,
sed in coi*])oralibus me vexat, ubi ])otest, et nn^bis me C(d;i]»bisjit
varijs ').
1) Vgl. n. 14S1.
der
letzterem (11, (IH4 ist das niuge von ivuinei . m ^. .muh i...._ g^v..,,.,,, ... ... - —■
fragt es sich, ob nicht trotz mehrfacher älterer AngalMMi wegeii der W orte
itirrum - ei Lipsia (vgl. n. OHU) Luthers Worte nach Michaelis ...Vi »»der An-
fang 15:K{ gesprochen siml. Aehnlich heisst es mit Bezug aut Herzog Hein
rieh von Kr. Wolfenbüttel bei Lilieucron „Die historischen Volksliede
der Deutschen" IV, 184:
„Es bleibt das alte Sprichwort wahr,
Es läuft kein toll Hund sieben Jahr,
Man stellt ihm nach und sehlägt ihn tot.
Auf dass der Schade nicht so gross
MiJcht reissen ein
Durch seineu bösen schnöden Sinn".
27
i^»?"..-
418
1551.
Weu ich szo aiidecbtif,^ wcre zum hotten als Peter
WellersO hniid zum essen, ego hodie vellem pnieeihus impetiare
extremum Diem, Toto enim die nihil aliud co^itat (^uam patellani -)
elingere"^).
1) Vgl. n. 001, Note .-), n. 474, ii. 7^:$, Note (>. 2) = Schale. 3) V":!. Erl.
A. .V.), 21, Fr.rstciu. u. 1'.. 11, 247, wo es älmlich lieisst ^Weiin ich so aiulilchtij,' wiire
zu beten als IVtcrs WelK>rs Hund zu Mor-icns zmn Ksscii ist, so wollt«; ich
erhitten, dass der Jüngste Tag hahl käme. Denn die llinule denken nirgend mehr
an denn auf die Schüssel und das Essen".
1552.
8i deus nihil «iTatis [502] daret, effieoretnr dives, et nos dona
eins pluris aestimaremus, Vitani, eaput, manus, ])edes ete. earissime
posset vendere, Neque est, ut (piis dient: Quid, Si homines peeuniam
non haherentV Omnes enim ]»eeuniae sat hahituri essent pro istis
emendis»). Nune autem omnem ])ecuniam ])ossidet Avaritia, Necjue
auffei-t Deus peeuniam hominihus, Dieit enim intra sc, Wen ieh Jus-)
ewen neme, szo gehe ieh yhns'^) ^Icch wider vmhsonst, Den
sie müssen Ja gnug; hahen von mir.
1) Aelmliehe Gedanken wie in <len ersten Sätzen Hnden sich n. Ü(H, sowie
an den dort angeg. Tarallelstellen, ferner n. .M". 2) = Ihnen es.
1553.
Nunquam frumenta tam hono ])raeeio ementur ut iiactenus"),
Peccata enim nostra poenam nierentur, Vnd der wueher ist zu grosz
worden'^).
1) = Niemals wird das Brotkorn wieder so hillig zu kaufen sein, wie bisher IV.
2) Vgl. Erl. A. r)7, :s\\ Fi'.rstcm. u. 15. 1, 27<» „Da D. M. L. in seinen» (larten war,
sprach er: Das Korn wird hinfort nimmer so wohlfeil werden, «h'un unsi^r Sünde
reizen Gottes Zorn und verdienen Strafe. Zum Andern, so ist der leidige Wucher
und Geiz zu gross".
1 5.54.
Profluvius ventris ])uerorum'), yhr hlattern, multae fehres,
praeludia sunt pestium, etiam fames, ((uam et hella se(piuntur.
1) ^ DurchfliU bei Kindern.
Ir* r r
Episeopum Maguntinum, timeo, l). G.') et Marehioneni^) in-
vitasse, ut paciseatur eum eis, ut in Comieijs Ratisptuiensihus »)
[563] paeem impediant^), Quod si effecerint, Deum rop:aho, ut Land-
gravius irruat in ipsorum regiones, etiamsi seiam, 1). (1. infoelietMu
bellatorem esse, Item ipsum Marehionem.
1) Ducem Georgium. 2) KurtVirst Joachim von Brandenburg. A) i:.;{2.
4) Vgl. n. 14S7, n. ()4<>, n. Ü51. Das Obige ist wohl im Sommer i:»:vi gcspn>ehen.
419
1556.
Cum Uomhardis«) et magno gaudio Veneti vellent tempore famis
94 (ialleas-^) onustas frumento a Turea missas exeipere ideo omnes
perierunt in man, ut Deus eis ostenderet, Das er wil, das mau in
seine hende sehe^).
\\ \U die Venediger mit Freudensalven (aus Donnerbüchsen) und flf.
•>^ - ( -tlLMMien 0 Vgl Erl. A. r>7, i:i7, Förstem. u. B. I, ju.",, wo jedoch der
äddii.ss des (»bigen fehlt: ferner n. \U'u nebst den dort angetiihrten Parallelsteller
der sifäteren Tischreden
1557.
Zu Monehen') eduetus est für ad suspendium, Is praeteriens
i>ist(U-enr^)^ imi)etravit, ut similaginem-O ei daret, cpiia dieehat se esnnre,
\eeepta illa rogavit pistorem. das maus yhm besehnit quia audi-
visset es vherkom einer den stein \ i»n der rinden, Lt dixit ad
eum lietor. Den stein wil ieh dir pald vertreiben.
1 ) = M ii n c 1, e n. 2) = Bäeker. Vgl. n. 042, Note 1 . 3) Vgl. n. 039,
Note 2.
1558.
^^?^y est, sed mortuo Carole [561] nihil
Ferdinandus nihil [ viri / eritO-
entis I
1) y.rl. Veit Dietrich i:<3 (Manuscript der Nimiberger Stadtbibliothek) bei
Kr.stlin lI,«U.o: cum (sc. Ferdinandus) nihil boni, nilul veri, nihil entis esse (?).
1559.
Deus
c
h
\nteouam homo primum verbum discit in Mose, In principio
.../ereavit ete., szo ist er tod, Vnd ob er ewen 1000 jar lebt,
r wirds kaum auszlernen, Aber dieses Creatoris Hat man szo
..(»eh vergessen, das Got aueh seinen szon must senden in
die weit, das er sie wolt erinnern des vatcrs etc.')
1) (;an/. ähnlich r.indseil 111, :.r,. llebenst. II, 1 10^- (Ende (ler S.), 147a. Die
deutschen Tischr. Krl. r,T, 221, FCrstem. u. 1^. l, ITl mit einigen Zusätzen.
1500.
Sinus non potest proiirie et grammatiee reddi. In sinu AbrahaeO,
\Wvn\m\i in sinu'^} .lohannes^O, an der brüst, (pii fuit magnus alfeetus
adultn«).
\) 1 u.- 10 •>•' 2) sc. Christi. 3) .h>h. 13, 2:^ tf. 4) = Und hierin lag
.i„e .^os'e Zuneigung zu dem Erwachsenen. Luther scheint sagc'u zu wollen
.Das u'ort siiius kani7an den beiden citicrtc-n r.ibelstellen nur ^'"J;»;^';^:!;*!^'^;
viedcrL'e<"eben werden, und zwar an erster mit Schoss als Ausdruck tur den Ort
d'rs'^igt'it und an 'zweiter mit lirust als Sitz der Liebe und Zuneigung .
Binds. 11,200 (filius <iui est in sinu patris ete.)?
1561.
In sieeitate subhitis (»eulis in Coelum sie oravit: Domine Dens,
Tu dixisti per os David, pueri tui. Prope est Do: invo: eum in
27*
420
vcri: Voliint: ti. se faeiet etc., et siilvos t'aciet eoK^), Wie den, das
du nicht wilt re^^en «ie]>en, weil-) wir szo lani,^ sclireyen vnd
bitten? Nu, Wilstn kein re^^en [r)():)|, szo wirstu etwas bessere
^eben, tramiuillani vitaiu et ]>aceni. Sed (juid dicent Inipij ad liaec
verl>a: Quicc^uid j)etientis ])atreni in nuniine nieoV^) leb weis, das
wir von bertzen zu dir scbreien vnd seuft'zen etc., Kt eadeni
nocte venit pluvia^).
1) Psalm 111 (11"»), l'^, 1*.» „Propf est Dominus (»mniims invocantllms
cum; omnilms in voran t ihn s cum in viTitato. Voliintatcm timentium
se tiu-iet et (lei)re('ationem eoriim «xamliet; et salvos t'aeiet eos (Vlll^^).
2) = Währen«]. 'A) Joli. IC, 2:{. l) Die späteren Tisi-lir. mit einer Keilie von
Zusätzen. V^^l. liindseil l, (>:>, Hehenst. 1, :i7 "', Krl. A. .VJ, \\ Fürsti-m. u. W. II, 2^5.
V<:?1. ausserdem n. 1 Isl, 1 l'.»2, I l*.>;{ nehst N(»t»'n. Die späteren Tiselir. si-liliessen
das Dhige mit den Worten „((uod faetnm est ann«» M'i, M .hinij ete. oder
„Das ireschahe Anno 15:i2 den 1» Jnnii". An der Kieliti«,'keit dieses Datums
421
wird nicht zu zweitein sein
1562.
Avieulis niditicantibus in borto su<» et semper lii^uientilMis, cnni
])reterirenius»), dixit, Acb du liebes vo<;elein, lleui;- nicbt, leb
j;unne dirs von bertzen wol. wen diis mir i^leuben UHK'btest,
Ita enim nos credannis Deo. (juckI ex aninio nobis bene velit-),
Er wil vns Ja nieiit todsciila^en, der seinen szon für niicb
gegeben batt*).
1) Cordatus und Luther, liimlseil I, "5 Jieeitans e.\emplum Martinus
Lutherus: Noete praeterita duae avieulae adv<dahant in iiorto illiiis niditieantes,
saepe territae a praetereuntihus, dixit Lutherus ete.** Di»' deutseh. Tlsehr. „(JejJCen
dem Alu'nd kamen zwei Voj;-erm. die ins Doetors Garten ein Nest maehten,
j^etloj^en, waren aber ot't von «lenen, so turiilter nin-A-en, ^^rs<'heu(ht ". 2) lÜndsidl
„Sie nos non eontidimus, eredimus Deo, qui omniuo nohis luMie vidt", die deiitseh.
'I'isclir. ^Also vertrauen und ;;laul»en wir nnserm Herrn (Jott aueh nielit, der uns
doeh alles Gutes «^r.nnet und cr/eij^et \ Kehenst. I, 2" ,Sie nos Deo min eon-
tidimus, «pii omnlno nohis h. v." :i) Vjrl. Krl. A. "h, m, Förstern, ii. U. I, H>2
nebst der unter dem 'I'exte an^ejjebenen abwei<henden Fassunjr <l«'s Selneekerselu^n
Textes.
1503.
Preniente puero eanem. et id tolerante*), dixit. Hoc lit secnnduni
voluntateni l)ei, (\m iussit. ut pisces et bestiae obcdirent boniini-).
l) sc. eaue. Sinn: Als sein Sohn auf dem Haushunde ritt, und der Iliin«!
sieh das j^etallen Hess. 2) Die deutsehen 'i'isehr. ahweiehend „Doet. Martinus
Söhnlin. der des Vaters Namen hat, luitt«' ein iliimllein, mit dem er spielte. Da
das der Vater sähe, sprach er: Dieser Knahe pretli^^t (oittes Wort mit «1er That
und im Werk, da Gott spricht Jlerrsehet über die Fisch im Meer und Thier :iul"
Erden; denn der Hund leidet alles von dem Kindlein". V^^l. Erl. A. .'>7, 277,
Förstern, u. B. I, 213.
1564.
Tcb lialt, wen Moses die Zeicben in Aegipten ein. ii oder
iii Jar liett gebraiiclit [566], man bett ybr gewonet wie der
sonnen etc., Tarn ingratus est mundus').
Mose
1) Erl. A. r.7, ;{0K, Förstem. u. F.. I, 2:{7 Jch halt, sjirach D. Mtirtinu.s, wenn
.'S die Zeichen, so er in Aegypten getan hat, hätte zwei oder drei Jahre geübt
Mi.d Lretrieben man wäre ihr gewohnet, wie man der Sonnen des Monds und
sl^ntf gewol\net^ i^^ So bö?e ist die Welt und will sich doch so gar nicht
bessern nacli der Strafe'.
1565.
Abraliamo ditiorcis fucnu.t iiiiniiei sui, quam vidcti.r in ob-
(luratiouo foiitii.m'), ctlsaac onmiiun iiiiscininus fiiit Siciit eins i.atn,
m ci ol.ii.-icl.a ur, advcnau. se esse, Das ist c,u gU) gcwcst,
V >n H. Iwundort, wie sie es 'naLen mögen fassen, Haben
V ie s,-l.al-keit müssen leiden, et ego emlo lUos l.ommes non
lemcnusse ,.ceeato sno») adversus Denn., sed adyersus Abral.a.n
Isäae Jaeob, das er sie hinaus dem l.aud gestosseu, venagcu
vnd erwürgen hatt lassen').
Also WH nl '^^;^V\ir'';Hsry ,Jl v.isn ist r';'i.-Kr sowest <\eu.. Abn.ham, (Irr
Meiisc-Ii jjewe.-ii'ii H."
1.500.
I.uias di.rbat ad illum, «lui i-ntabat adversus aves edu-tum
,i,,i .; tero ,n..d .ms -) e.UMvut et.-., bo,- n..n li.;ere, .,«ud Kuangchuu
..it 0 s .as,.it'easO. A.l .,"'»1 l>'»-tor. .la ... .ms ns eamins
, ... s., ^s nensas. et .ion ,.r..|n-ias. At in l.ieme s.ne nob.s paseit^)
unines^)
I) liiudseil II, Um ab-
1567.
C^-edo in i>anatu |5G7| niultos salvatos esse, (luiluis in agoue
i,,,. r il xi ^spectnndo est tnulita et audivernnt ^V*^^"T'^'':f: 'int
S ;;a i ilhnn (,ui te redeniit'j. Sed ])ostnuani Monacl.i Ncnei int
^IKia in >"' '; l . , o-ewesf»), et suspensi melius babu-
cuni SUIS cucullis). um ists aus/, w, i. >> »^ . > ;- i
eruntM ny\iu^^ cucullis induti etc.'O
.,,..,, ,,i •>i — Kulten :5) Nämlich mit diesem Hinweis aut
I) 2.Gonnth I, l •• -) - '> . V :.,,,.i,,. inddh-ten der Selbst-erechtigkeit.
(,,nsti Vordienst Im. M..rlKMi^^ ,u n piitl^l^u Aul^eichnun.en lehlt, scheint
\) Der Sinn dieses l^'^''-^' ' ^•^^': ";/ V :,..,, '„„--ewissen Lose ent-egengehendeu
^er^:.c;: ;= j;;::;iJri-- ^c;i^u::;;;:ac;;nic .eni,..o,. i... A,„o.c..te aes
.iM....ai^.a«aaM«Aiw, ihMffcjfcirrMia
422
Todes nach dem Seelenheil verlandeten) als die Kntt('ntr;i<z:er, denen weder ihr
eigenes noch anderer Seelenheil am Herzen lie^t. 1) V^^l. Krl. '»s, »i.?, Förstem. u.
B. I, 350, in weitläiiftigerer Fassung Erl. A. (io, :{:>2, Fürstem. u. 15. III, :m).
15G8.
Quod aliquis vernni haheat Sacra niontu in. item Ba]>tiHiiiiiin.
item verum Verhuin, (jikkI pracdico, Davor setze ieli mein seel.
Davor wil ich auch sterben, Uoe nihil et'tieit, Qni enim eredit,
salvatnr etc., Ich verlasz mieli au ff kein« andern glauben, sed
super Verbum, Iluius rei exem])bim: Si darem tibi tiorcnos 100 et
ponerem eos sub mensam. tu autem erederes ]dumbuni esse aut
stannum'), szo feylets an dir. nicht an mir, wie es dennocli
gelt ist vnd gut gold, wen du es selnm nicht dafür heltest,
Sic Dens non mentitur, wen er das Ewig leben zusagt, Man sehe
nur, das mans gleube vnd für war hnlte^).
1) = Zinn. Das Deminutiv stannioliim = Stanniol, d. h. Illatt/inn.
Weigand II, 7117. Die <leutsehen Tischr. K iij) fer. Die intcin. Tisclir. im Kinzt-Inen
abweichend. Die deutschen mit vielen Zusätzen und in wcitläid'tigcr Fassung
Vgl. Bindseil I, 37, Rebenst. I, 21 '\ Erl. A. 57, 73, Förstern, u. B. I, 50,
1509.
Ego exeommunicavi H. M.i) ])r()])ter scortationem suam-) et nolo,
eum ])articipare nostris Sacramentis, is'ec partieipavit illis, sind"') ichs
yhm Habe [5G8J lassen verbieten, S(»l auch niclit dazu komen
nisi ])aeniteat^).
1) Hans Metzsch. Vgl. über ihn n. Iil,:{3-1, 757. •_>) Vgl.n.440. 3) = Seit
(vgl. sintemal). Weigand II, 72o. l) Die deutseh. Tischr. ganz ähnlieh „Darum
habe ich N. in Bann gethan, um seiner Hurerei willen; will nicht, dass er unser
Sakrament brauche, hat sie auch nicht gel»raucht, sint der Zeit ich sie iiim hab
lassen verbieten; soll auch nicht dazu kommen, er thue denn Busse". Dagegen
Bindseil „Ideo II. Metzsch praetectiis propter s<'ortatiouem excommunieatus est,
nee volo, ut in nostris Kcclesijs Sacraim'ntis particijx't, (pii n*i>udiatus est, nee
recipiendus nisi ])oeniteat". Vgl. Erl. A. ".•.>. I5s, Törstem. u. B. 11, iil!», ITinds. 1, 2(1
(Ende der Seite), Uebenst. I, 15«. Vgl. über die Kxconimuniratiou des Landvogts
H. Metzsch und seine spätere Absolution Uiiidseil III. ic.s, Köstlin II, 14^. Das
Obige wird 1531 oder I5:r.> gesprochen sein. Denn in diese Jahre fällt der erste
Streit, den Luther mit Metzsch hatte.
1570.
Omnes volunt ornare tallacias suas praetextu Euangelij, Nam ex
Augusta scriptum est. Sacramentari()s illic ])ra(Mlic;it(>rcs') tonare
et fulminare adversus Euangelicos, sc cum lMiili])])(» et Luthero
sentire, Reliquos ignorare, ((uid in sua doctrina re])reliendant. Aiszo
weil sie in gotts namen nicht vnser freund sein wollen, szo
sein sie es in aller teuffei nam. wie Judas Christus freund
war im garten 2).
1) Es waren ihrer lo. Die Namen bei Seckendorf III, ij 27, add. b. 2) Vgl.
Seckendorf III, § 23 add. a „Acris cum Ecclesiae Augiistanae miiiistris Luthero anno
1533 concertatio tuit. Scripserat d. s .\ugusti ad Senatum, (juestus de concio-
natoribus, ,piod iacU'nt, se de Sacramento eadem, «piae W it tenbergenses,
docere, — — petit igitur ut ill(»s coerceant, ne sibi necessitas iniungatur publice
illos contutandi etc. In Bezug auf das heftige .\nt\\ ortschreiben der M» Augs-
423
,..,er Geistlichen, unter denen f^^^Jj^l^^ Tt
„testantur ab initio, se eadem <^^,,^,^^^^^\"^^"*r' Y)\! 'planissima et clara
1571.
ct(- ..l.itci j vem ^^^^^^. ^.|.p^^g,,t,^ 1 e^
uistuMan. . et ill.i '""*" '"'. ^ .?;\.it,, j^t eriKcl.ituv mihi Conscicutia
tdc est nistu'ia. et ex lustui.i \iw. i i •^"'r . •,.•.•,,„ i)«; cse
auff diesem tliunni) geben»).
n .in,.soi. >,„... mrri et '^n— o (;U.^
Sckhuinnertei, Worte trliUn m a Urn »!" '• ' '^.' ' {: „. c'loaea auff dorn Thorm
tlMsc klmnst l,at mir .er ''>■' 'K, K'' f' "'" , ''''/.„X , \ u" für .üe voll-
f t ii ...1 i g 0 r .■ u ,| .1.» r s ,, r ii n ,M >-• l.e r e z a 1 c i U ^ 'f ,' J^^^ j -„ ,{.1,. 1, :iO »
■nscl.r. p. W- l'ci LautcrlKKl, N •- . ,^''''' ',;' '^'''., Vü'fft liat mir der heilige
ab, wo .,a.n..«llieb der ^'■^^^»'''^''^'■,^^'^;:'^^l^J;'\^^ylrhävoT Spiritum sam:t»m
geist in diesem tliuen otteiliaret( 3,^V '^' ' l"ri^\. 5S HO^^^^ Rrsteiu.
t;,n,i revelata sunt".. Die -l-'-dseLen ;■',;•» /-'"^r^.u,;^^^^^ wie
„. 1!. 11. 17". Vgl. ferner .le Wj' '\ »'-"^ ''[^^i, J., „ a,„,,rom Zusannnenbange
Erl. A. 5s, XM\.
1572.
rienesis a tempcn-e Ai)ost(dorum non ita lectus fuit ueque intel-
„ o.nesis e.wa,in, Sinne von .f'rX«u\r'""^rnriÄe''ila,t
Sel,r,,,f,mg" als Mase. (.lalier l.ernael, >."»/;[;"',;,,,, «t tarnen desperatis et
sehrit weniger riel,,igvnl|^^^^^^^^^^^^^
anxijs conseieutijs »lam succurrtiLiii ^
424
rohen ITaufen wollt ich unters Papsts Re^^inient lassen l»Ieilien, sie bessern sieh
doch des Euangelü nicht, sondern missbrauehen nur seiner Freiiieit. Aber den
geänstigten und gedeniiitigten, verzagten und blöden Gewissen wollt ich sonderlicli
das Enangeliuni und Trost predigen (I)". :i) sc. esse oportet. Luther meint, ein
Prediger darf kein Mönch sein, wie ich es war, der ich tV. 4) =^ Weil ich «lie
Welt nicht kannte. 5) Vgl. P.indseil III, 1 12. Die deutsch. Tischr. Erl. A. :>U, 211,
Förstern, u. B. II, 411 abweichend und mit einer Reihe von Zusätzen.
1573.
Exemplum Davidia pleniim est scandalis, Ilie enim sanetus
vir incidit iu adiilterium . dcinde in ])essiiiium liomicidiuiii et hlas-
phemiam [570|, Pro]»terca et hene afHietiis est ]»er ad'), (jiumI p(»pnlns
et proprius tilius eins ah eo deseiseerent, item eonsiliarij, Kiebat millns,
qui ante siinnna erat auetoritate et foelieitate, Oinnes Re^^es euin
timebant, quia videhant Deum eum i])S(» esse, Nunc tuimiltuantur ad-
versus eum iion s(dnm omnes im])ij, sed (piique vilissimi -) ^loriaiitur
adversiis eum ut Simei, Et qui ante vaeea dieebntur triennis a
propheta^), id est plenus fortitudine. (piem nemo re^^um ])oterat
superare, iam videtur superari ])osse ab omniinis, eui omnes resistunt^).
1) So die Handschrift am Ende der Zeile. Es ist augenscheinlich etwas aus-
gefallen. Vielleicht per ad versa''. 2) ^ (Irade di(^ AilcruiiMlrigstcji. ;{) r^ Auch
der, welcher vorher tV. Vrgl. .lesais lö, .*), .lerem, js, .Jl, wo von dciu rntergangc
Moabs die Rede ist. Mit der „drei j iihrigeu Kuh" oder „vitula contcrnans"
(Vulg.) ist als Sinnbild der Macht un<l Kraft der M oabi t er K «"»nig genu'int. Die
Fassung der deutschen Tischr. (in den latcinisciien fehlt (obiges) ist von Nuuc
tumultuantur :ui folgende „In solchem Aergeniiss werden tlic (lottlost'u geriihuiet
und gesaget haben: Wo ist mm der König.-' W(» ist sein (lottV Wo ist sein
Glück und Wolfahrt? Denn viel Kr»uig«' werd(Mi ohne Zweifel m;i<htiger gewi'seu
sein denn David; wie der Moabiter KJ»nig, den Esaias eine dreijiilirige Kühe heis.set,
das ist, stark, fett und gewaltig, wie ein dreijährig Kind*". Die Sclilussworte
noch abweichemler in (b'r Stangwaldschen Redaktion der Tisclir. „- Denn es
werden (ohne Zweifel) viel KCuiige reicher und mäditiger gewesen sein {\v\m David,
als der Kiniig in Egypten, item der Moabiter König, welchen Esaias nennet eine
dreijährige Kuh, das ist, tVirtretVIich, gewaltig, reich und mächtig, wie eine drei-
lährige Kuh reich von Milch ist". 4) Abweichend Erl. A. (»2, 1 ;{".», Förstem. u.
K. IV, 410. Da.sselbe auch Erl. A. (il, 104, Fi.rstem. n. 15. IV, 2:.. Vgl. auch n. :)4r.
nebst Note 11.
1 r,74.
Hoc seandalun) sem])er fuit in mundo, (piod pij sem]>er fuernnt
infoelieissimi, et contra im])!) fortunati. (|Uc'madmodnm luulie videmiis
E])iscopos et im])ios Duees summo licmiue et opibus llorere, cum
interim pij pauperes sint et desi)ecti').
I) Vgl. Erl. A. «2, 140, Förstem. u. P.. IV, IM, in sehr weitläiiftiger Fassung
Erl. A. Ol, 157, Förstem. u. P. IV, 2^. Vgl. ferner n. Mo u. \v.).
<
1 575.
Omnes Judei gloriati sunt se (ilios esse Abraliae. vnd ist
yhn ein grosser rlium gewest, VA dives sepidtus |Ö71| in inferno
adliuc dicit, Pater Al)r:i liae'), Et contra dicitnr ei. Tili tu etc.-),
Aber vnser b. g.'^ kan diesze kinder fein seheiden, alijs bic
suum ])raemium dans, alijs in secido futuro^). Verum ,\\u\v\ non
^loriabantur propter A])raliam, sed propter suam i^loriam, (lleicli
425
wie die pfaffen itz Christum rbumen, das sie grosse leben^)
enti>fbabn^^).
1576.
Forstemi oO in ])raedicatorem electo^) interrogante, quid ei i)rae-
dieandum esset, lecti<aiem enim psalmi.rum sibi igmdam esse lluie
rcsncmdit- V<»s estis (haecus et Haebreus et Tbeologus, Ideo potestis
de uno verb(» baebraic(» concionem facere, modo (djservetis statum,
Velut in i)s::0^2 0 In te l)i»mine speravi, de vero ciütu Dei dicite,
de spe et tide contra doctrinas operum. IJbi in i>salmo videritis prin-
eipale verbum'>): si)erare, lidere. eredere, invocare, ()rare, bimentari ete
ex illis praecipuis verbis status est sumendus«), Licet emm psalnii sint
varij. tarnen ex illis verbis'j iudicandi et iiraedicandi sunt pariter et
invocandi**).
n V-l n T-.«> loc,^ KKi".», I(i20, 1710. 2) .l«»h. Forster geht 1.5:^5 als Prediger
...,, selnerVäte^^tadt Augsburg. Köstlin II, H.o, Sc^|^-^orf I ^ §^ 4^^^^ Djese
Vi.kitioii Kiirstcrs wird wolil iie"ii' »* «■">• •'•n":"'' ''•'"« I.utlRT m)\voIiI m>\^e>>
1 'u r» 750 wo von .\rr..\Uc. lUTufun, un.l von, lT...%en -.,tur ,h,„ Lut^.or
"uto 1,1'l.ron "iolit, cVio \U-<\r ist, im .hilirr l.-.:ir. gcsiirochen. •') - '^f}""'-
7 0 \ ?') = Solwl.l ihr seilt, ,lass ein i'si.ln, mit folf?.'"' <;n \Vorte„ anlansj:
,iVc,, iv r,> =S.. ist m.s .liesen v,.rnolnnst.M. (wie litigsten) WortciTi die
„Itsielle, .1er llu„„t,e.la„ke (das Thema) /.„ „eh.nen ,'" .«l-jr^./^.'jf.'^t,
..rklärt luther status mit Sache. -) Die n:indu-li als die nicl rij^steu im
\nC^^^ Sci.lusssat/ hat die hallische Handschntt deren 1 ext
:uil sons icht nvl.t verständlich ist 0-lenfalls ist die Interi>unkt.on talsch ,
abweichend „Sunt eniu, psabui variJ, et ex verbis status est observandus. \ gl.
Uindseil colhxi. II, 224, Uebenst. II, 2n:i''.
1577.
E<-o si DialecticaM scribere deberem'^). excommunicaturus [572]
essem onmia vocabula illa. Syllogismus. Entimeina-0, PnM><»^^ti|»,
Exemi.lum. .piia sunt aliena et graeca. mm mtellecta, 1 r.^positio
id est Status, Die saebe, Syllogismus ein abnemen wie man
spricht, Das kund ybr bey euch wol abnemen, nicbt ein vci-
scbrencktc rede, wie etliche weis^) sind^).
1) Die latein. Tischr. Dialecticam, die deutschen ''"^^^ ^J^ ^l^^^j;;'^;^^
•>^ Vl'1 n •>!•> Note 1. '^) Eies enthymema tr.V 17/ ////«). ^^o h*^'-;-^^ "\ '^^l
f .Ak eine'' Ut versteckter Sehliisse, in welcher man eine der beideu Praeuusse
des vo ls;än;iJ^en Schlusses, sei es in. Ober oder im ^-tc.s:dze , verschwng inu
.rleichsam in Hcdankeu behält {irlhuHai}a,). 4 - Adj weis = \'^''^ _[^^
'^ : , ;.r KH naseweis) Weigand 11, ln77. Luther meint „wie etliche m ihrer
Weisu'it mJb; n'r Hese letzten Worte leiden in <len späteren AutzeichnungeiK
^ Vhc Erkiäning der Ausdrücke „Enthyn.en.a^' und „exeniplun.- .;^- ;'-?;^.;;- ^ -
den hteinischen 'rischn'den nicht gegeben wird, iugen die deutschen l^^l'rL(kn
^ligenller Form hinzu „Eutl^Muema, ein J-- J'-^^'"^'". ^^"l^ki^^
ExenmePS Vgl. lündseil C0II04. H, l^^N Uebenst. 11, 112'', Erl. A. t.2, 2>, J:orbtun.
u. 1>. IV. 555.
nj-mifiiiiimii • "nii iiKiinfTB
426
427
1578.
Dialeetica simplieiter lo<iuitur'), vclut sie dieani, Gib mir zu
trinekeil, Kethorieii ornut, (Jih mir des lie))lielieii safft im
keller, der fein krausse'^) stellt, die leute frolieh niaeht^).
«
1) Bindst'il „Dijilectica ist ein holie Kunst, siuiplititcr lo(iuitur". Die deutsch.
Tischr. „Dialeetica ist ein liolie Kunst, redet eintliltij,', sddeclit und j,'ereclit'\
2) Wenn Lutlier unter dem lieblichen Saft das Bier (v«^l. n 1571>) versteht, so
ist krausse wohl mit Bindseil IV, 555, Note ^ als Adv. im Sinne von schäumend
autzufassen. Doch fragt es sich, ob nicht zu lesen ist „der fein im krausse
steht d. h. der fein im Kruge steht, worunter Bier und Wein verstanden
werden kann. Denn der und die Krause, auch der Kraus (Mittclh. die Kruse)
ist eine Art Becher, Deckelkrug. Vgl. Wclgaiul 1, ini»5. In der That haben
auch Stangwald und Seinecker in ihrer Kedaktion der deutschen Tischr. fein im
krause. Uebrigens haben die deutschen Tischr. „das fein krause stehet". Keb.
bietet ganz abweichend „Khetorica vero ornat his verbis, redde nnhi vinum
darum, dulce et Optimum, non solum oriuitum colore, scd (juod esset, (V) (-or
hominis laetificat et e.xhilarat". Bindseil hat dagegen ganz unverständlich
„das feine knauspen stehet (!!)". Vgl. Erl. A. <;2, 2!>s, Förstem. u. B. IV, 555,
Bindseil 11, KiS, Rebenst. II, 112'».
1579.
Kustiei sunt ])rae opibus su])erl)i, et tamen rüdes, (piod
probatur ab illo, (jui cum t'aeile non ])nsset museam abi^ere
insidentem coeleari ') et sem])er redientem-) niuseani una euni
cibo voravit, Et ((uidam alias In ÄFansfeld, eum avieulam
eieuratani ein rottkel^-in-') semper amoveret a diseo*), tandem
illam voravit totam [573], et cum in collo adliuc vocem ederet,
dixit, Zwickstu^) nochV Et infudit cantrum'') cerevisia plenuni
et suffocavit eam.
1) Lies cochleari =r Esslötfel. 2) Für reden ntem. 3) Mittelh.Kel
oder Kelch -= Kropf. Keleklin = Kröpfche n bei Alberus novum dict. l54o.
Vgl. Müller I, 705. Also rotkelcklin oder rottkelgin (eine Form, die ich
lexikalisch nicht belegen kann), ist «1er \'«>gel mit dem roten Kröpfcheu
d. h. Ivotkelchen. Für denselben V(»gel im Anlange des Hl. .lahrhunderts die
Form Kothbrustlin häufig. I) = (SioxtK d.h. Schüssel. 5) Wohl nicht
von zwitschern, sondern von zwicken — einen Laut hJJnn lassen, piepen.
Weigand II, \'im\. <;) = cantharum von xnvl>u{}ni; d. h. Humpen.
1580.
Lutherus: E<?o similis sum Abraliamo'), quia avus sum omnium
Monacliornm, Sacerdotum, Monialium, omuiuni, (pios num.*^) gene-
raverunt, liberorum, ])ater ma^ni populi.
1) n. :{li:{ sagt Luther Ego sum Esaias. 2) =numcrose. Luther meint
„Ich bin deshalb A. ähnlich, weil ich aller Kinder alier MJ•.nch(^ Priester und
Nonnen, die sie zahlreich nach üirem Uebertritte erzeugt haben, Ahnherr bin, der
Vater ff."
1581.
Muli eres velentur ])ropter An^-elos, Et eg:o mus bösen anziben
propter vir<^ines.
1) Luther scheint zu meinen „Die Frauen müssen sich verschleiern, weil sie
beim Anblick der Engel erröten würden. Und ich" ff.
1582.
Uxor mea inünnaturO, Vnd icb wird nicbt friscb, sie falle
den zu zwey stucken'^).
i;:!"'^\^U,ti;:i';ilich'^L:!:spr:ei:en dlc^,."lor ,.cr Geburt .eines Sohues Paul in.
.lalire 153:). Vgl. n. 1235 »ml l".ii'.
1583.
De Ecdcsiastc «lieel.at, cum in \u.-en, «;^«'-«t"[,')' .^ff'VJlol-
^ol volli-er sein, ylnn ist zu viel alM;el)r..d.c.., Ls 1 utt widei
^tiftVno •!.',,. ni. Es reit nur auff sceken^) glcieh wie ich,
(lo ich ein Moucli Im kloster was')
n,uUnil"nI^o „loeh «.,1,1 l-m,.,), .sieut et egoete. ;, f^;j ';^;,^;i ^ •,
„lu.lere l,ar h„l.ar, e,,uitare i« aru.,.l.i.e lo.,^';i • •<) \ S'- l>m,lbul couo ,
■in, Kell. II, 2111, !■, Krl. .\. 02, li'-, lorsteni. u. 1!. 1\ , l»"-
1584.
Si a.ll.ue tricnnio [571 viverem, sat lal.orun, l.al.erem in eor-
risemÜH Hil.li.js, transfcremlis Ai,.,crisis') et e..mi.os.tione Postil-
laruin estivaliuin-).
<\ Ii,..i Ai,„.Tvi>lii'' 2) = Ui„l die KirclienpüStiUe fiir (las Soiuuier-
„albial,'r* ';,'ä,.i';".;>s,^lu'n. ; l-ebr '..532 war •-•'«-.^'ll'.ä'j'^Stirtf.rtir t<Z
seitla„Ke,„ arbeitete, bis aut 'l'|-.Al'f 71'^•^\l'^f/\ " i .^./'^o "cl.^e^ C, Ab-
waren E„.le 1533 vollen et. VJ^- .;^»»^'-'jJi;' l'J' ,| , „^^^ til e mr l^l Sonnner-
teilunsen von, August bis bnde \.M. Du. '^'"^^'/V'! i , ...r nicht selb.st zu-
iKilbjabr - denn diese selieint ^e.neint /.u sein 7,,'^,;' '-'^X',, V„^^^
san,\\,..n,..stell. sondern erst 15. 3m einer neen^l^
gegeben, nachdem bereits lo2* Steplian uotu n '^; '*;,'^;\" , . . ■* y.,! Köstlin IL
stä^idigc und ziemlich willkürliche Ausgabe derselben ^•^'«;^'^^ , 'f .";,.,;,-\l^ a^^^^^
gesprochen sein.
1585.
Papa non est contentus, (luod sit malus et nos mali, scd etiam
vult, ut mali mancamus.
158().
sondern
Zu einem Uapst geboret nicbt ein fromcr man sonaein
ein sc n ck nd Imszc^vicbt. Den wer sieb dis re^iment an-
;/emen wil der mus der ne.^st boszwicbt sein nacb dem
teuffei »).
-v~t'Mf'fi9sWfPSS:-'
428
1) Vgl. Bindseil coUoq. III, 220, Kt-lK^nst. II, i\\\ Krl. A. r.o, p.M, F.irstfiii. u.
B. III, 182, vgl. auch Krl. A. r,o, I'M, rörstiui. u. IJ. III, IS5. Aclmliclu- (JiMlaiikcn
n. 241 (Ende des Absatzes), u. :m;{, .i.'Jö, 210 (Knde des Absatzes), 174 (Ende des
ersten Absatzes).
1587.
Wir lijibcn einen fronien kcyscr, Er butt einen kcyl in
seinem bertzen, Kk biibe ybni drein i^esteekt wer du wolle,
Er ist stille vnd t'ruin, leli lialte, er redet inn eini Jar niebt szo
viel als ieb inn einem tage*).
1) Fast wörtlich so die spiiteren Tisclir. Vgl. Uiiidseil <'olhM|. II, :v22, Erl.
A. Gl, 'MM, Förstern, u. P». IV, 212. Köstlin 11, 2!M>, Conlat. n. 701.
1588.
Fcrdinandns snuni rei;:nnm invasit sapientia et sani::uine, at nun
perlieiet*), sed eniifnndetnr-).
I) = Er wird kein (Sliick haben. 2) Vgl. liiiidseil collo.i. 11, ;;22 (Anfang
des zweiten Absatzes). Aelmliclir (J('<lanken n. s;;;;, osr», IMO.
1580.
Jnstieia, qnae in reeentibns [5751 Eeclesijs dili^cMiter ]»raedi-
eanda est, est triplex, l*a('dai;"«)i;i(*a est eaercniniiianim '), Civilis-),
quam Caesar niulto melius deserii»sit ciuam jKipa '). IMae diiae sunt
neeessariae, sed non iustiticant, .Instieia Dei, Tlie()l()giea seilieet,
est lides et iustificat eoram Deo, lluc api^lieatur atrium. e.xternis
Templum et Sanetissimum^).
1) Die deutschen Tischr. „Die ander ist ein (Jerechtigk«'it der zchen (iebot,
so in Ccrenionien und Werken stehet''. 2) sc. iusti«'ia est. :\) Die deutschen
Tischr. „Eine ist weUHch oder bürgerlich, die stehet in einen» feinen, chrbarn,
züchtigen Leben und Wandel". 4) = Hieran schliesst sich die Eingangshalle,
die für die Aussenstehen(b'n der Tenipel und das Allerlielligste ist, Luther meint
„Die Rechtfertigung führt uns in die Halle, durch die wir in das Allerheiligste, zu
429
2) Bindseil unverständlich
ist
2().
i\ __ Kinen oder d<'n andern. Oen. 35, 2. ' . , . i.
Divitl) bMias onod illa abrogati<. idoh»rnni sey ein gantzer Eutheranismus gew;est,
es s ev idV 'VeX Ebenso Welu-nst. Die deutsclK-n Ti^-hr etN^is verstand
icher^ ' . snnch D. .lonas: S,>lche Aenderung und Abschai en der Abgo tercM ,s
• .anVe 1 u teranisnius g(.wes<.n. Sagte D. Martin: Es ist gelallen il. :>) ^^J^?- V^
l l7a ^ c^ (^ 1 • ) .in IWisewicht wnnle, dazu war er nicht in-aedestnuert. 1 mdsed
der ein luV^ewicht war, vnd wolts nicht sein". (Janz ähnlich die ubngen lisdir
-; FsTh e n Wort wie confi.lebat. (i) lündseil „imo intlatus mcedebat verbis
iltri d Kit , icnn.,ue - iH.nietur. Illa pron.issio hat hn nur hartneckiger
; n ul. V Fast ebenso Kcb. Die deutsch. Tischr. dagegen „Denn er verliess sich
^iui es Vaters es guten Adams, Wort, <lie machten ihn h.dfärtig und halsstarrig
; Cd . sie Wer Tain g -straft werden. Diese Verheissung hat ihn nur
; urr ,.::,. -.cht-' V 7^ Dt deut.schen Tischr. ein feiner scheinender
WerSe ^M.7 1<^^ .in Mulr scheine n der (!) Werckheiliger, Uebenst.
vVrus s Vt" aVuin ciltor. Conlatus Lesart ist die ursi.rüngl.che uml richtige.
Vs t der kien Fehler im Texte natürlich in scheinender zu ver^^cssern.
sf Vgl. ilindseil colhM,. 1, IMi, lieb. 1, luu'. Erl. A. 57, :i.7, lorst. u. li. I, >'.»2.
1591.
Daiiistae, cpiia n(dnernnt |57()j assentiri e(msili.js in Sebwein-
fuvt') « uia malunt iierire enm"^) illornm prineijjnmO Iremitn. medi-
tatinne, eimventione. dismidiune, ecmatn. eonsnltatione, et tiet, qnod
V(dunt^).
11 Von Al.ril ir,:V2 an. Vgl. n. 14.-)<i nel)st Noten, n. 1 17 1. 2) _= Durch bei,
in Fob'e ':; (u-meint sind die prot<>stantischen Fürsien, die Schmalkaldener
V,.r iindeten ml ihren Keligionsverwandten, die teils selbst, wie t ranz von Lune-
b.r' Vof i ' von AnhaU^ in Schweinfurt anwesend waren, teils wie die vcr-
S^lWe Ä ihre N'crtreter gesandt hatten, die Seckendorl IL ^ 0 add
V^^ l) l>''r Sinn der Worte von Muia malunt etc. an sche.nr zu se
eil sie (ferner) lieber untergehen wollen bei dem ungestümen Aul reten, dem
MedUie M, ( en Vaktieren, dem. se-hrotVcn Auseinamiergehen der Ansichten, dem
e i' n V^^ •l^''»' «'"- 'tn<l Herberaten der beteiligten Fürsten, so wird
d ^ach oe.-hehen, was sie wollen (nämlich untergehen), l eher die V erhand-
ln..^ b? Schmalkaldener in Schweinfurt unter sich 'l"'^^' . ^^\^"V Tll.re d
T ruen bedrohten Kaiser, der sich dabei der Vermittelung des Erzbischots Albrecht
1 \LiiV n 'ics Kurfürsten Ludwig von der Ptalz bediente, behuts Ab-
::hbi^es"-ines Friedensvertrages zwiM-hen den stnutenden Fa^eien der s,,atc^
„L/ie ivcciiueiuf^uiij; uuiii uu» iii ou: ii.un , muh u mv MM 111 vi...^ .,..,..., ...^.,.», .... _ schlussi's ellU'S i rieueiisveiii.if;v .-> /,»»•.-. nv... ..v.. .^ ^ i-tit < tv Ml ff
(;ott selbst, eintreten". Der obigen Aufzeichnung kommt die Fassung der «leiitsch. ■ . vjir„i,erir und L'egeusburg zu Stande kam, vgl. Neckendort 111, s^-V ^'^'V ' ";
Tischr. am nächsten Erb A. öS, ;;7i>, Förstem.u.H. 11, 171. IWmlseil 1, :.2 un v..ll- ■ Aiistiihrlich handelt über den Schweudurter C(mvent Sleidanus VTll, P-V'-y;
ständig „Est autem insticia triplex et diligenter i.raedicanda in recentibus Ec<-lesij.s: ■ n,.« v\.rhindliingen in Schwehifnrt, wo es sich au.sser den relign)scn tragen
Paedagogica Caerennmiae, Civilis Decalogus, -lusticia Dei vi ti.b-i, .|uae coraiii Deo ■ ,, .,„,.,,,i«'rs' um die Anerkennung der Wahl Ferdinands zum römischen K.migi,
'♦lag ^, .
iustificat". Dasselbe Kebenst. I, 'M)'\ der aber noch die Worte „illae sunt neces
sariae, sed non iustiticant" hinzusetzt. Der letzte Satz des Obigen von II uc
sanct. fehlt in allen späteren Tischreden.
1590.
In fJenesi enm de Jaeob leptnr, emii abstulisse alienos Dens,
liic eo^-itandum nun est. illnm uniim alterum') ydolnm abstulisse seii
eonfreg:issc, sed (piod in Universum mutaverit falsuin cultum l)ei. Da
wird ein wesen sein ^ewest, Et verus enltus ist offt g:efallen"^),
velnt cum legitur. Enos"*) eoepisse mmien Dnuiiiii iiivoeare, Nam verus
enltus Dei vi«»labatur jier Cayn, der war ein bosewiebt. Es liatte
aber niebt sein sollen^), Quia iimmissinne jiatris**), ward er nur
liarter, «jui oeeiderit Cain, se]»tui)lum punietur'"'), Vnd wird
alszo ein fein sebneinender weit lieilin«;") sein g:ewesen, et
uoluit esse inqnus^).
r..n l.'.'rr';; " T A ..rk u : d'er Wahl IVr.lin.n.ls .,.,„ rr.,„is,lK.n Kr.ni^c
' U 'n l'. •n.t.-tant.u ni.-lits wissen «olito, als an.- 1 -lie Im.ns,. ,,.„ Ilm.jKe
um r ..ri V I l'rankrrl.-l,, le./.tor,. je.l.K-1.. .üc ülci.l./.'itig cm Itmidn.s niif (len
lifi ;,.,•■, iv.'n 7ll\,)tc I) "■vn Carl nnd IVT.linaml tceschlosseu hatten,
•:;; ''iS;;' ■ "^f , ;■ .an t ;i.'i nauses U^U^Unr^. S-ljliesslicl. be.lijrfen n„ch
i , Uli-e i. Ans,lrii.ke eonventiünc nn.l disrupt oue einer l-rklarnns
S ie s -Wi .•!. si.l, daraul v.n iK./.ioken, dass die Selnnalka Idoner •'■»•Tf ' '•
>t ^'""""" 11 \,.l,;i,|,.,.r der Zw nn seien üulitiniK von den in
S :;;» eh,n?r; ; "^^^^^^ erlianlllmiZ-e,, aus/.iis.Miessen, unter lie.ti.jen Streitig-
keiten ällei aul d;.inV...ivei.te sell.st i.^-li ben.liigei.deii gegenseitigen Erklärungen
von diesem lieschlusse zurückkamen.
1 592.
INirt riemens est inere ereator snorum Tbeido-orum , ((uia
neque'unum verbrm novit latinum. ut silcam Tl.eolognm esse
Ipsi (in(iuinnt) strennus miles est, Er ist seiner band ^^ewaltig,
Hi^gjfa^^M^i^KäiiidsiM^
430
Er kan seinen man hest heben, Putasne, liic illi tituli decorent
Magistrum uostrum et Pa])amV
1593.
Wen wir gen himel komen, werden wir vns 10000 Jar
zu wundern hahen an des Ba]>st greul, darnach an den
Monarehijs et alijs magnls impietatihns, et mirabimur, das sie (iott
szo lang batt leiden mögen, Et ego credo ])apam in diebus suis')
non audivisse unam concionem-).
1) In seinem ganzen Leben. 2) Vgl. Erl. A. 02, 7, Förstern, u. B. IV, 2^6.
1594.
Omnes nunc volunt [577] intelligentes esse Scripturae, Decalogi
etc. Wie sol wir ybm aber thun.-' Wir baljens als/o gefunden,
Wir mussens alszo lassen bleiben, (piia omnes vobuit esse Scioli^),
et tamen etiam nostri Magistri-).
1) Vgl. n. soa. 2) Einige iilinliclie Gedanken Krl. A. 57, Os, Försteni. ii.
B. I, 7.5, Bindseil I, 4i;, Kebenst. I, 2«ii>.
1595.
Aves et bestiae ])lus consumunt annuntin» ({uam bomines. Den
ein Wulff mus ein Jar 100 k.') haben, als die recht weid-
leute sagen, Luchs, Fuchs, Dachs, Merder-), Elltisz^*), Geyer,
Habicht multum vorant, ])ro])e omnia^).
1) So die Handsclirit't. Walirsclieinlicli Kue. 2) = Marder. :0 Vgl.
spät alth. elledis und (12. Jalirhiindert) illitiso := Iltis. Die niirtelli. Form
eltes, iltis, elteis flf. Weigand I, SHi. I) Dif Handschrift liat flir prope
das Compend. für propter. Letzteres passt jtMlo<-li nitlit in den Zusammenhang,
denn der Sinn soll sein ^Die genannten Kaiihtiere fressen viel, nalM'zii alles". Frl.
A. 57, 285, Fürsten), u. B. I, 22(>V Vgl. ferner n. l'.)2, 17<;(1, isoo.
1596.
1). Eccius dixit ad Philipi>um, se velle nullam esse in Mona-
sterijs Nonnam, et tamen ])ropter coniugi'.im voluit eas occidere, adco
mendaciter defendunt Diabolum ').
1) Abweichend Erl. A. (>(>, :;h;, Förstem ii. B. III, 274 „Doetor Eck hatte zu
Phil. M. gesagt: „Er wollte, dass alle Mön<'he .md Nnnncn aus den Klöstern liefen;
da doeh er und seines (Ueichen das Paiistthum verteidigen und wollen die Priester,
so eheliche Weiher nehmen, um <ler Ehe willen uud>ringen und ermorden. Damit
bezeugen sie oftentlich, sprach 1). Martin, dass sie ulVentlieh Teufelslehren ver-
teidigen " .
1597.
De uxore sua gravida lactante puerum dixit, Es ist
schwer zwen gest zu neren, einen im haus, den andern für
der thur*).
431
Da Martin Luther den 0. November VVM geboren i«^.;;;/,?"';t^. /^^^^^^^^^^^
«chnn PLnu-st wii'der guter llolVnung sein, als 'sie diren Sohn Martin noch n.inrtc.
\Ve an unter dem oben erwiilmten puerum Faul Luther vers eben, so wurde
de Pn e /^^^^^^^ <i^'l>"rt des iiugsten Kindes Margarethe, welche am
'd ceu. er ä4 erfolgte, doeh wohl das Zusamnu.itrellen von N.diren und guter
lol nung sein weniger zulassen. Vgl. mit dem Obigen Zinkgret I, m.
1598.
Motus est caussa [578] sanitatis, et sanitas est caussa
motus, Deinde dixit, Jch wolt 100 florcn drumb geben,
wen i^'l' Hie bette, das ich den pulsz nicht kundt ludicirn,
Den ich mach mich bald krencker den ich bin, wen ich mü-
den greiffe.
1599.
bar vor
I) Obiges wird Ende 15:r2 oder Anfang 153:i gesproi-hen sein, wohl unmittel-
T der Geburt Paul Luthers, die am 2S. Januar \:tX\ (vgl. n. 1235) erfolgte.
Maxiiua est iM.tcntia Tureae, (|U<,<1 2(H)00fH) i.cr integrum aimum
susti'i.tat sno stiiK-iuli", Sod rogiium suuiu niliil ost quaiu niera malitia -),
C aue.u sninus .loli.-ati Martyres'). .,ui ni nl possmnns var,.,8
clominiis ,.,.|.rcssi^), Kincr vcrtirl.t den andern, Wir wollen
ein Turckeu w.>l widerstehen mit dem vater vnser den
es steht j'esehriel)en liliera uos a mal.., wen Ueutschlaud
nicht s/,0 viel l.lut« verg.-ssen hette^) et nltra hoc") agnitam
vcritatem non i.rose.iucretnr^). Druml. wird vns G<.tt daheim
suchen ^).
U sc militum 2) Die deutschen Tisehr. ,Das türkische Reich stehet auf
lauter Kriel^n ' 3) = Hingebende Märtyrer. 4) = De wir nichts ausrichten
U mi^rl w^l die viel.!n einz<dnen IIerrs<-hatten uns f^-^^^%J^-^,J,^^
retur " Im Ki7,«.l.u.n al.w.i.-h.n.l lüiulsdl eollo.,. 1, MS RcWenst. I, 2(.-.l'., Krl.
A. (ii,':iS2, IT.rstem. u. H. IV, caä (Knde der Seito).
lÜOO.
Dens imniet m.s, ut ..lim Sod..mam et (iomorram, Sehoim,
r, Civitates i.r..i.ter superl.iam. l)arna.-h .-rwe.-kt er einen Abraham
kl\\ der strafft die iii.)') k..nige wider^), Ita si ego de .crem
esse C.nsiliarins Dei. eum vellet i.unire (iermaniain, cousnlerem,
nt imiiita») i.cr Tiiream, dein.le etiam i|.siim imniret iicr ali.iuein
malnn ' .mhnh.ne.n et „r..fligaret ii.sum^), l)..eh G..tt wirds wol
machen-').
n - vier 2) I. Mos. 14. :0 sc Germania. l) Bindseil .Ita si ego
consiliariuT Dei 'esse deberem, ubi dermauiam punire vellet, ut tamen per pium
Zii^rT,, cum n,.buh»ne,n illum p^»tligaret^ Die deutschen » j;^;-!'^' ^^'«•»' J^e
h nsers er (i<.tts Kath sollte ieiu, wenn er Deutsch and wollte Straten wollte
. 'd,ls e den IW.sewiclit (den IT.rken) durch eiijen tVoininen Mann vertriebe .
Vgl. liindseil l, :{«8, Kennst. I, 2«MM., Erl. A. «2, \\K\ Förstern, u. B. 1\ , (..ib.
1601.
Sedens et edcns in mensa dixit, Die semel sol ich n(»ch
auffcssen vnd alle malt/cit ein semel zur ßusszeO, qnod
annuatini facit ^1 ,r'. et 4 A^, Deinde =0 potum et alia, donec vemret
432
433
ad sununam, quae ei zu j::ros war, et dixit, Ich mag ni nier
reellen^), Es macht einen gar verdrossen, Es wil zu hocli
steigen, leb hette nicht gemeinet, das auif einen menschen
szo viel gehen S(>lt^).
1) = Zubussc. 2) (ieiiJiuer wt»lil ,:{(> j,^r. et 5 A" :<) Hinter de in de,
welches am Ende der Zeile steht, seheint ein Wort zu fehlen, vielleieht eoni-
p Uta Vit, v^l. das folg. rechen. 4) = Mittelh. reehenen, gekürzt rechen =
rechnen. Ni ~ nicht. ;")) Ki»stlin II, (»Ts (zu Seite öuT) tVdirt ans der späteren
Tischr. Sannnlnno; Farra^^o litt^raruni, codex (Joth. n. Ii>2 Foljr(.|i,lcs, was zu
dein Ohi^^en ^-ehitrt, an: So ich alle Mahl/eit eine Semel esse, so macht«
des Jahrs W Gr. 4 IM'.; de in de in dies pro potu 4 Pf. If.
1602.
Ego vere>) su])erl)ire deberem. ((Uia Satan infensissimus hostis
mens ubique mihi insidiatur, solt mich werlich stolt/ deuchten-),
das ich alszo ein hohen feind habe=^).
1) Die latein. Tischr. iure. 2) Bindseil duncken. :i) Die latein. Tischr.
^dass icli einen solchen hohen feindt habe" oder „«piod hostem habeo tarn magni-
ficum". Vgl. r.indseil colloq. III, 157, Rebenst. II. is^^.
160a.
Maximi Hanns [580] cimsiliarium habuit inhdelem. (|uia ') et multa
mala ei fecit, Et tarnen \oluit esse iustus, Caesar euiii scmel acccdens>)
dixit. Quid vidotur is vobis dignus esse, (|ui mihi intimus consiliarius
est, inlidelis tamen estV lles])ondit is incunctanter: ])essima morte
dignus esset, Da schlug er yhn auff die achsel vnd s]nach,
Ich mus ewr mer haben, Si Dux mens talia mihi diceret,
Ich wurde in die hosen scheissen-*).
I) Vielleicht (pii. Sinn J)er sich auch (sonst) viel ^egen ihn zu Schuhlen
kommen Hess". 2) = Der Kaiser trat nun einmal an ihn heran IV. ;{) Der
Schluss des Absatzes fehlt in <Ien späteren Aufz* .chnungeii. Im Uebrigen weicht
die Darstellung der deutschen Tischr. erheblich b. So beginnen sii; z. 1?. den
Absatz (in den latein. fehlt derselbe) folgendermassen: „Der Kaiser Maximilianus
hat einen Schreiber gehabt, der liatte ihm bei drei tausend (;iilden veruntreuet
und abgestohlen. Nun war der Kaiser ein feiner hi'.f lieber Manu IV.'' Dann heisst
es Erl. A. (H, .{('.u, Fi)rst. u. li. IV, 2(K') weiter: J)a nu der Sehrell)er ein Mal zu ihme
komeii war, hat er zu ilnue gesagt: Lieber Schreiber, was diinkt Euch, wenn <uner
ein Diener hätt und er stähle ihm so viel, was wän^ er wohl werthV Da hatte
sieh der Schreiber fremde gestellet und gesagt: (Jnädigster Herr Kaiser, den s(dl
man billig hängen und strafen! Ei nein, härte der Kaiser Maximilian gesagt, und
ihn auf die Achsel geklopft, wir dürfen Euer noch länger. Vgl. auch Zinkgref I, 08.
1604.
Mendacem oportet esse memorem'), Ideoego, cum Scho-
lasticus essem, peccavi contra hoc dictum, Favorem enim
negabam ad })alneas die Dominica'^), Item ille^), qui dixit,
se vidisse apes, quae haberent magnitudinem ovium, Inter-
rogante alio, quo modo ])erre])erent sua tam parva foramina
in alvearijs^), respondebat, Do lasz ich sie für sorgen^).
1) Vgl. n. I.")l. Ausser der hier citierten Stelle aus Quintilian findet sich
dieselbe sprichwörtliche Redensart auch bei Apulejus tractatus de Magia p. 312.
•>) I uthcr sa"t Dalur liabe ich, als ich n».ch Schiller war, einmal gegen diesen
\u^spriu-h gefehlt. Ich l»ehauptetc nämlich, dass es am Sonntage nicht
erlaubt sei zum liadcn zu gchen\ :0 sc. peccavit contra hoc dictum.
1) = Wie sie denn «Innh ihre so kleinen LiW-her au den Ibenenkoiben hindurcii-
kriechen könnten. :.) Der erste Vorfall aus Luthers Leben scheint
Ins letzt nicht bekannt gewesen zu sein. l)ag(!gen ist die zweite
Anekdote, welche Luther anführt, um die Wahrheit der im Au ange
des \bs citierten Senten/ zu beweisen, bereits in verschiedenen
Sammlungen ähnlicher Anekdoten. Scher/e IV. zu finden. So steht
sie in einem Anhange zur e rsten A u sgabe des , Lalenbuches" v.l;>«M
ferner in Melandcr, ioconim atque seriorum centuriae alniuot
II II -. Frankf Mi(►3^ sowie in .Olorinus Variscus, Ethnographia
mundi I Magdeburg JCUM-, und , N ic od. Frischlin u s, , Heb. et Poggii
facetiae' item additament;i Phil. Ilermcftimi p. :{<ir,auch im Jvurtz-
weili«'-en Ze i t v »at reib er ' v<»n M;:»S S. 1 .i 2 , endlich m .Abraham a
Santa" Clara's lluy und IMuy der Welt Uisuv F.ekannt ist dass
Wilhelm Camphausen dieselbe Anekdoti- in den Dusseldorter
M.niatsheften-' ill ust riert, aber .-i u em für se in Vaterlan d begeisterten
llussen in der Form .Der liien iiiuss" beigelegt hat. \ gl. Luchmann
(W\\ WiUte XL Aull. S. |s:,, |s(i. Ue]»rigens sind alle bei P>uchmann an-
gegebenen (^lelleu viel jünger als die T isch reden samm hing des
r(M-datus Es scheint aber, als wenn Luthers Quelle noch aber ist. Vielleicht
ist es, vgl. n. tu:», F«»ggius. Sales sive facetiae, erschienen um 1L<>, em
Luch, 'welches ich nirgend zur Lenutzung erlialteu konnte.
D>()5.
(!ur Moses et prophetae ]>erpctua tapht..h)gia ') repetant eandem
rem. queritur. Ist doch dantz-^) gantz Dentcronomium nicht mehr
(|uam Kgi» sum Dcnuinus Dens tuus. <|ui cdiixit etc. |r)81|, sed
Spiritus sanetns Ik'uc vidit humanam impietatem ). (jiii siimmis taiitum
di-itis i;ibliam eoutrcetant «) et infossi Thesauri (.bli\iscmitiir, \idimus
n^rstm tcmiHTc. (|iiam -rose'') Dens uns libcravit a 'Lyrannis, arai)a,
a Schwermcris, ZuingliiK ()ec<.lampadi<», qm casus nos deberent
consnlari ingiter. Kt nos Omuium illnrum iam dudiim sumus obliti'')-
I) Lies tautologia. 2) W<-geu (b-s tolgendeu Wortes verschrieben iiir
das .{) Im Texte stand i n fideli tatem. Leber dem 'I exte steht von der
ILu.d des Schreibers selbst impie.tatem. l) .- Die nur n.it.den 'lugerspitzen
die Libel anfa.ssen. :.) Lies ,..iuam gratiosc- -^ wie gn:.dig. «.) Die latein
•ns.-hr nach Form und Inhalt .•i]>w»Mcliend. Rebenst. beginnt den Absatz so ,Est
auti-mscriptura sacra summa observatione h'genda. 7Wrr*;;.oy,.. enim et repe^
titioncs no!« fnistra insiTuntur. ut in D.Mitenmonuo Moses tere nihil agitur etc.
Die di'.itschen Tischr. in weitlliultiger Fassung und mit einer Leihe von Zusätzen.
Vgl. F.iudseil II, 221. Kebenst. IL 2(i2 ', Erl. A. 57, «m, Fr»rstem. u. L. 1, .<••
1()(Mk
llnus ex militibus. <|Uos couduxerat Marchi<. ') adversus Turcam,
vcuit ad Luther um dicens. dam esse rumorem. conductos milites
tandem adversus Ducem Saxoniae^) pngnare oi»ortere. Si hoc verum
esset quid ei faciendum. Hespondit: DrofecturiO <'<>ntTa I urcam
Schlacht drein, (juia stipeudiarij cstis. Sin contra verbum (piis vos
ductaverit. wist yhr euch w..l zu halten, ne (pml Cimtra con-
scientiam faciatis *).
I) .lo:uhim L von F.ramlenburg. Sein Sohn M:irkgr:if .loachiiu (IL) wurde im
Türkenkrieuv von I :>:r> zum Lefehlshaber aller Truppen '^^ "'^''^'r-';;^^^^^^^^^^^^
Kreises vom Kais»'r ernannt. Nach den Lestimmungen, die aiit »I.mu Legcnsburger
2b
,<-^^
434
Rek-hstajje Ende Mai i:>:i2 ^^etrotVcn wunU'ii, sollten allf Contiiip'iit«' «U-r l{riflis-
tiirstcn l.is Ende .Iiili in K o^M-n s 1. u r-- /aisanjnn'ntrclV.'n, spätiT wnnl»' als Sanini.'l
platz Wien, und als Endtt-nnin i\vv 15. Au^'iist i:.:{2 tVst-:csrt/t. .lanssni (.esc li.
des (leutsclion V^dkcs III, S. 24s. Vor sciiuni Ans/iip- hatte snli der damals selmn
cvanj^ndiscl» j^csinnte Mark^-raf v. T.r. luieniel. an Entl.er iC«'Nvandt nnd um senie
FiirMtte iin<l eine ehristliclie Anweisnnj; fürs Kriej^dlilin'n .i;cl»eten. laitli. llr. I\ , .i'.tl.
Küstlin II 'Uo i) = (leji-en den Kurfürsten von Saelisen. V^l. hernaeli .si qiiis
contra verbum «luis- nte H) = Wonn ihr tf. 4) Die si.iiteren Tiselnvd.'n
vielfach abweichend, l'.indseil II. V.W , Dominica iM.st Marj^arethae venit e«»hors
militnm stii)endiariorum a Marchione .loaehimo suseepta IJatisbonae c<»ntra I nream.
fini iter faetiiri in Marcliiam siispeeti faeti sunt ete/ Kebensf. II, I '.)<>'' .Dom. post
Mar"- cohors militnm stij). a Marchione .loaehimo snscepta a«lvenit Kat is ptniam (!)
cont"ra Turcam, .|ni iter fact. in Marchiam snsi». f. s.'' etc. Die dentsehen I ise hr.
Erl. A.(12, 170, Förstern, n. r.. IV, 4:{8 ,Sonnta^-s nach Marj^'arethen kam eine Lotte
Krie«'-slent, so vom Mark«;Tafen zu IJejrcnsbnr^^ anjrenommen war wider <li'n "'■'>'•"'
wiewohl es sehr verdächtig; war. als IV." Während sieh ans der Lesart der hallisch.
Ilandsehrift bei liindseil, sowie ans den deutschen Tischr. (nach denen erklärt
werden könnte ,so vom Markgrafen, der sich damals in Kej-ensbnrjx :uit «lem
435
Reiclista^e befand, an<,'enommen war
wider die Türken) ein angemessener Sinn
nur durcli künstliche Interjtretation p-wonnen wenlen kjinn, will Luther nach dei
obi«'-en einfachen und klaren Aufzeichnung- etwa Lolp-ndes sa--en : .Einer von den
Söhlnern, die der KurtÜrst v. P»r. t;-e^'en die Türken an«,M'worben hatte, kam :iul
dem Marsche nach Rej;-ensbur«r. resp. Wien (v^l. pr(»fe«-tiiri contra Turcam) durch
Wittenberg und äusserte Luther ^^ej;eiiiil»er, es hiesse . <Iass sie na<-h I'.eendi.unn«;-
des Fehlzuj^^es j2:e^-en die Türken (^ tandem) ^a-en Kursachsen lechten mussten.
Auf seine Fraps wie er sich in diesem Falle zu veriialten habe, antwortete Luther:
Wenn ihr i^egen den Türken auszieht, so wisst ihr als Söldner, was ihr m dicMMii
Falle zu thun habt. Wtnn ihr aber ^ej^en das Wort (iottes streit.'ii sollt, s<. wisst
ihr auch, wie ihr euch zu verh.dten habt. Denn ihr werdet nichts -;e^'cn euer
Gewissen thun". Es ist anzunehmen, dass Luthers Worte Endi- .Iiili I.'i.Ti u-<v
sprochen sind.
D)()7.
Cum mii^Mius luuriis et trabs riurent. suiiiiiio iiupetii
pcnitiis iuxta Doctorem ') (•(►rnieutcs. dixit, hie opus vidi
Satanae adversuni nie et auxiliuni Dei inn me-).
|\ _. (Ij^^^x dicht beim iNutor vollständijr zusannm'nst. 2) l»indseil III, I.V.»
Anno ;r2. 12. Julij am fn'itt:ip' vesi>eri Di(^ Mar«:arethae ante .|uintam D. M. Lutheriis
una cum coninj^e ex horto rediens innressus i-st cell.-irium siium, »pi(»d tum aedi-
ticabatur. Mox ipso inj^resso, murus soluto fundamento mit maximo tiimiiltu. et nisi
divinitus servati fuissent, onnn-s perijssent \ Eben.so wenige wie in der hall, llandschr.
erscheint in der weitläiiftij^en Fassun«? d«r deutschen Tischr. Erl. A. «il, Lt.. lorst.
u. li. IV, 272 ir^cend eine Spur von einer Aeuss»'run^ , di«* aus Luthers Munde
selb.st herv(»r},^e'ji:anu-en wiire. Da lieisst es nämlich .Am 12. Tajce .Inlii, am T:ii;-e
Mar^'-.-irethä. auf ^den Abend um fünf Ihr war D. Martinus in seinem (Jarten -gewesen
mit ^seinem Weibe. Wie er nun wieder ins Kloster k.Hnmt, jrehet er in seinen
neuen Keller mit der Frauen, den er hatte neulich bauen lassen, und w.»llt«i den
Keller besehen. Als er nun mit seiner Hausfrauen aus dem Keller i\w Trei>pen
herauf ^t^het, so hebt sich hinter ih.me ein ^•n»ss (;eprassel, und tallt der m-iie
Keller ein. Und wenn (iott durch seine li«'be En«;el den Doctor und s«Mnn Haus-
frau nieht wunderbarlieh hätte errettet ^a-habt. so wären sie mit einamh-r beidt^
darinnen erschlaffen wcmlen v(.n der Mauren ^ Aus Conlatus Autzeichnun<r ^jeht
nur hervor, dass eine einstürzende Mauer nebst einem ^'rossen IJalken Luther bei-
n.ahe erschlagen hätte, der dann in dh' W».rte ausbrach: Jhe r sehe ich d as
Werk des Satans jre};-en mi«-h und (lottes Hülfe liir mielr. Das ^ort
trabs weist allerdings auf ein (i«'mach oih-r einen Keller hin, aber v<»n einer
lieHeitunjr Euthers durch sein«- Frau weiss Conl.'itus nichts. D<.ch tritt Im'i
diesem die u:rö.ssere (iefahr, in <ler Luther schwebte, noch mehr hervor (iiixta D.),
während die deutschen Ti.schr. z. 15. den Einsturz erst n.-ieh dem Ver.asseii des
Kellers erfol^^'n l.-us.sen. \'^-l. Kr.stliii II, lüM, wo von dem Haue des Kellers, s..wie
^<,n lutliei-s Lebeiisii-efalir die Hede ist. Es heisst da .Man s(dl, sa^^e hierzu
.,:"\. :i. n die Lnlt bauen, soll dem Teuffei (ielegenhe.t nicht
'..l'ei^ IMcse vim der oben st<'lu«nden Aeusserun- des C'ordatus abweichenden
Worte Luthers .scheinen aus Veit Dietr. \:U entnommen zu sein.
D>OS.
Do stMiiove Drineipo .lobaniic dixit. onniium suoruiii |r)82|
Miaximaiii" inohediciitiau. euui ad i.ni.atieiitiaui (nt sileain ad ultioneui)
„on posse«) ui(»vere. sed ipsuni seuiper dieerc, Sie werden sich
„neb bessern-') Sed liane mcdestiam babuit a iuventiite, iiersuasus
•1 Monaeiiis et ex illis suis praedieationilms (pn ^ cum d(KMierant
i»,ineinem nuo\iv\\^ ebMiientem et ]iaeientem esse, ncm iiatiim. man-
snetnm et misericurdem. imii ultorem. et tribuerunt rnmM]U omnia
i,ilic.ia bominis privati llos mores adeo non^) potuit rei.ieere
at(|ue ej;-u totum Monaehatum n(Mi possum de])onere-^).
n Man erwartet i»otnisse.. dixisse, «h.ch lässt sich auch erklären „ihn
ni..ht br n'.'e konnte, so'ndern dass er immer sa^te iV. 2) ... 1 MiT wird Aehn bches
:;;.:: K:;;mrsten Friedrich dem Weisen ^esa.t. .) Woli besser „ u- - <'-..
Hat er ebensowenig^- .•ibleiieii können, wie ich iL .») Lmds( il I, .n.5,
die llede ist.
1 (>09.
Tun. nonnuHi ndio iiiiiieterent M. Lueam») .lunioris Pnneiius^)
nraeeeptiuem, respondit. (pn nunc Kleetor est^- Mihi iste vir hene
ulMcet et utinam tnilii talis (M.ntii;-isset. aut eeHe ipm amovissent a
Ine Spalatinum'). Caeterum (\»lditius-^) inm est bene de nie
nuTitn' Senior Dux J(»bannes<') ad baee, Nunc laede luventus per-
venit ad eruditionem. ad (piam nos non ])<duinins pervenire euin easu-
Mlibusetten.poralilms^). Ks l.att mir mein ^^^^^ ^^-l^ Vr^'\
Fnistel -esebrielKMi vnd -efelt mir w<»l vnd liitt vnih |o»..l
ein birssen''). Den liabe ieb yhm selbs j^^esehiekt vnd j^e-
sebi.ssen vnd wil. das er studir. Kr kan leiebt lernen zwei
beiii vher ein Hengst henj»en "•)•
I, Ma-ister Lucas Ede mbe r-er . studierte ri.eolo-ie in Wittenberg von
,-,•,•» an I. r w- urde LVis auf MelantlMms Em,dehlun- Lehrer des ,uni;-en Pnu/en
.ih'n I st von Sachsen. Köstlin I. slMHmb- der Se.le)^ '^ •*'''"< ll.^'hl;
• nter dein iuni<»r Frinceps zu verstehen ist, w:ir der e.nzi-e Sohn de^
k\ rtl r'ten o rin U F.eständi-i'n :ius seiner zweiten Ehe mit Mar.u-areta v. Anhalt,
^•r^^nä^r.^ Kiirfürst^Iohann Frie<b-h;h ^eierte lür ihn bis zu seiner
Voireihri-kcit im .l.dm- ITsf.». Er starb l.->:.:5. Nah» res n. < Is ^(»te . j) imiz
]< m Frh' rch d^s junj^en Prinzen Ernsi Stiefbnuler, der spatere Ivur urst.
, V M n • i. .lolann Friedrich erhielt <lnrch Sp:datin eine ^..lehr e Hildunj-.
V.n ■ -n^. Note (i (S. :;2). Alexins (liin.lseil falsch Andreas) ( hrosner,
; Mnnnt N idi'tius v<.n seinem (ieburtsorte ('<»lditz in Sachsen-Meissen an der
Muld w- V^^^^ <•{>'*• /^^'itlai.^^ I^^'l.ivr d<'s späteren Kurtürsten .loh. Iriednch.
M Ku;n^:t .io ann <ler Heständi^.. der Vater der beiden (;enannten. ^c. tiim
r SH lerat T) = Mit (b'r lateinischen Cisus- und 'l empuslehre. S) l niz
lomn Einst '.») Mittelh. der hirz, hirsz, hirsze, hirze spater h.rse, be.
Ähi'I-sLlhirist^^^^^ Weiland I,
2b*
■??l*iSff^'f^*!<^**''Ä-?f;'-
436
810. Die Fassung? der aeutsdieu Tisdir. ist imkiar. Krl. A. C.l, :is;{, lYtrstcm. u-
B. IV, 225 heisst es J):irn:u-li su^t er, «lass M:i«!:ister Lucas K.l*'iil)er<;vr, II. Haus
Ernstens zu Sachsen Praeceptor, iii j^^rossen (Juadeu des Fiirsteiis II. Haus KruMlcru-licu
wäre. Deuu <ia er seiueu Ahscliied ^-cbeteu, liiitte der jiin-c«' II*'rr, II. IImus Fricdricli.
j^esa^t: Mir gelallt der Fraeceptor sehr \\«»hl. O, dass icli ein solclieu Fraeceptur
geluibt hätte, er sollts nicht unihsonst getlian liaheu: Hätte man mir M. S)»;il:itiuuui
jirelassen, so s(dlte es nicht Noth iiahcu; ahcr M. Colditius liat si<-h vIm'I umh »uu-h
verdienet! Darnach sagte D. M. L., dass II. Hajis Friederich (V) ptlcgi" immcnlar /u
sagen: Die Jugend kimnte itzt leiclitlich geh'hrt werden, da wir mit den Casualiluis
und Temporalihus nicht liahen kr»unt hin Uommeu . damit hat man uns gemartert
dieseDdge Zeit. Kurfürst Johanns hat ein Mal zu D. M. Lutlier gesagt:
Es hat mir mein Sohn, Herzog Erii.st. eine lateiuisclu' Ki»istel gescjiricheu i\. Audi
die Lesart bei r.indseii I, :U 1, lieh. I, Hi-S'- ist uiciit deutlich und gicht wegen des
Wortes filij, eines nnriclitigen Zusatzes. Anlass zu Misvi-rstäiulnissen. |u) Luther
meint „Reiten lernen kann er leiclit, aber studieren und lat<'iuisehe F.rit^tcr zu
schreiben ist schwe^e^^ Vgl. auch Zinkgref Ai>ophtheg. 1, 121, 122, Leipzig. Aus-
gabe von l(i93.
1610.
Pastor Zuiceavinnus») stM'ibit ad ine easus iiiatriiiioniales, (1(mii
wil ich ein g:utte saw j»eben-). (|Uod nie liis neg<»tijs vult iin|dieaiv,
qnae ad Mag:i.stratnin i)ertinent. Sunt enim externa. <|nae agnnt de
dote, liacredulate, Quid liaee ad nosV Nos tantuni in nmseientijs
eonsulimns illis-*), et nolns niine haee vnlt iniponere Magistratus, et
qiiod maius est, euin iiostra eonsilia et scntentiae eis disjdieent. nun
exequnntur, etiam bnnae enm sint. Nos smnns eonseieiitiarmn pastores,
non eor])(»riiin aiit eor])oralinni^). Nemo debet se alienis incdestijs
snbijeere'^), 8ie'') werde ns wol (»ne \ ns ausrieliten ").
I) Magister Leonhard lieier. Vgl. n. :v.»L 72'.», IM. 2) Im Kartensjjiel
hcisst das Ass im Munde des Volkes die San. Vgl. Weigan<l L T'.». II, :>2s. Damit
hängt bekanntlich die studentische l'eclensart S( hwein halM'n zusannueu. l>er
Sinn der obenstehenden Keden.sart .«lem wil ich ein gutte saw gi-ben"
seheint daher zu sein: Den will ich einmal tüchtig abtrumpfen, Immui-
le achten. Man kt'ninte auch zur Vergleichung dii derbe deutsche Phrase .D«'ui
will ich (einmal) einen Schweinehund ma«hen- hermziehen. die in dem ühTdlcheu
Sinne stehen würde von: J)vn will i«h einmal tüchtig aldaufen las.sen^ :i) - Wir
pflegen diesen Leuten d. 1 . <leu Zwickauern nur in (lewissenssacheu IJat zu
erteilen. 4| sr. rerum. Luther meint „wir sind Hirti-n über die (iewissen, alM«r
nicht über die Leiber und das Figeutum der Men.s<-hen ". 5) Niem:ind br.iucht
sich Plackereien aufzuhalsen, die ihn nichts angehen. T) Mit Sie und dis-
plicent und execjunntur und mit «lem vnraufgch. illis sind die Zwickau er
gemeint. 7) Die deutschen Tischr. mit Zu.siitzen. Auch bieten sie nur: D<'r
Pfarrherr zu N. hat IV. Vgl. Erk A. «d, I7'.> (Emie der S.), Fi.rst. u. H. IV, bi.
Dill.
Varias tentationes »»jjortet tVuetiferas arhores perferre, et fere
it honus Cliristianus, teinpestates, fnlmina, graialineni, Dnreli raupen')
581], quae tri]diees sunt. Fiunt enim^) ((uaedain ex /uilater') et
emessen^) vnd s])innen. Xoeli-») nius der haum liindiireh vnd
fruelit l)ring:cn*').
1) sc. tentationes eas (sc. arb.) p«'rferre oportet. 2) Luther meint .Es giebt
dreierlei Raupenarten, .solche niludich, die aus Sc h m ett er 1 i ugen , aus Ameisen
und aus Spinnen entstehen-. Luther wird :in A me iseneie r, Spin neu und
Schmetterlingseier denken, aus denen seiner Ansi»ht nach <lreierlei L'aupentirten
entstehen, die den Obstbäumen s<haden. A) Lies Zuifalter. Mittelh. Zwivalder
-= Zweilalterd. h. Schmetterling. Weigand IL 1 2n:i. I) Mittelh. ameisze, bei
437
l uthcr ^i.nst emmes, b.'i Alberus cmes -: Ameise (vgl. emsig). Weigand I 43.
i;^ Gleichwohl. 'O) Ui.ulseil II, 131 sinnlos raupen, welche ^^^K^};^^^;
de tzwiefalter, vnnd Eudssen vniul spinnen -. lu einer spateren lisclir. heisht tb
ei ; dsd^^^^^^^ .- onn.es plagae et molestiae mutareutur, die raupen,
me sse^^^ tzwie falder, id es/ molckendiebe, vimd alles gew<,rme sollte
V usen f u'cl ttu keinen s('ha<leu thun, son<lern es würde alles lern vnd heb heb
■•rünen vuud tragen ^ Vgl. a.u-h Rebenst. II, lo'.M-. In den lat. lischr. hndet sieh
Obiges mit dem verbunden, was Cordatus n. lol!» hat.
1612.
Cum Caesar maximo adversus Tureain exereitu proliciseeretur
i„ \plnieam')^ (üxit- se existimare. Danielem buiui de eo eapite 11
de Ke-e loquentein A(iuilonis et Austri^, qui tiget tentoria
i„t,-,t ;iuo maria in terra inelita^), (Jott helft vns, das j^nite
newe Zeitung^) kionen. Non putassem ine superstitein szo hm^^)
die ii keyscr'') /'"«iii'»<^'i» solten komeii').
n lies in Austriam. Der Zu.sammenhaug (vgl. auch den Schluss des
VbsatzJs) /eh' dass nur von den» Feldzuge des Herbstes |. yr2 du- Rede scuri
1 n deu^'^^^^^ mit elgeuen Trupiun und dem Keichsheere gegen die lurken
;; ema u die be e s bi^ dicht vor Wien, also nach Oestereich, voi^edrui.gen waren
Vg . "g. Carls Feldzug gegen 'Lunis im Jahre If:;^ kami f-}-^^\^ ^^^
lon.meu De eo sc 'I'urea. 2) Daniel cap. XL 0 Dan. \I, 4ü (XH, l«)- > ^l-
; -M n /ehu,^ Z<.itlautYe, danu Mitteilung einer Kegebeuheit der (iegen-
w: n zur .IIuIücIk:;! Kun,le^ IUm Luther ^u.V '»'^ Newe ze.t.nig ^-^^^^
Mini ..„te Neue /eituu"- = Evange um". ANeigandIL 11»»^. -)) \Nolil lur s^o
.:': ri.) nn:toil 11, VM ,k.iru,eiu., nU-ht, da.« M,.s crLben soll, te diese
tMv"i.c kevser t/.iisaüi.nJii sollten'. C) Carl und Sol.nmn. ,) Vsl. Krl. A. bi,
:t'.w, Förstern, n. 1!. IV, r,51.
1C13.
Oi-itc Uemu N:uii iio^iter riiiieeiw') iniuis est pnicsiinii.tuosus
,.t .•onli.iit in snis'viril)imn. Üas winl uielit ein ^ut eudc nemeu
Adiuii-elmt etiam lioe. (iennanoruui e<iiios lurean.m klopper )
IcicIit viiilpstussen^).
11 Die sniiterenPiselir. noster exereitus oder vnser Kriegs Volk Mit
de.n , ri , •-•l s l.ei C'..rd. k.nn we.ler der Knrlurst von Saelisen, der n el,t m
;l;r,.-!^ '•..•- es ist, .e... der KeM.^^
i^:;;;"'dr'„,it^.,rV:Ml,^;:^.ni- .■rkUlre,,^ na,,,, wurden ji;;.Je..ock l,es^r
l'r iirii r;w,,'te ,H e.' ', . r a;,el,'';',u, ,le„ Markgrafen .loa.-l,in, v. linmdcn-
M,r ^du'n der ie iVippen des Niedersiiel,sisel,e„ Kreises ,„ <l'-;«"." "^^f;'
hr";,. Vier auf ilin i asst das l'iaedikat praesumptuosus ,„el,t \ gl.
■„■?.. er ■'.,,' rr\rt Wei-anil 1. 'Uli. Do.l, wird Klopfer r.el,„ger
also Wall ä eil! 1) lUndseil 11. l'M -feinde di.-ci. Uer.uanoru.n e,i„os val,d,ores
439
438
tiicilc evertert' Tiircu-os, ihre leichto ldi»irj>cr- Dio »liiitstlini Tist-lir. Daniarli
sa^'tc CT „Die (U'iitsclicii IMVnlc sind stürkiT, dass sit- der 'rürkcii K'oss. als dir da
leicht lind f^erinji", bald iiinbstossen kimnten ^ Vi^l. KrI. A. ti2, ;?'.!•>, rcrstmi. u
B. IV, «;r.2.
1G11.
Miserrimi liuinines sinnus nostniui Dc'uni cxim^naro tontaiitrs,
Szo wir VHS {loc*]i der leiiszc, nuelu'u'), murkcii. rihioii') etc.
nicht crwcrcn inuj;eir^).
Floh.
1) Alth. der t'loeh, Mittel, vloeli l)ei l.iither I.Sain. 21, IT) der l'loch
Weiland I, r)lT. 2) = Fliej^a-n. :\) Krl. A. r,T. 157. F.-.rst. ii. 15. I. 121.
U^\r^
Ebrca lin^iia \)vy inipiotatviii tota <Muiteiimitur |rKs:»| auf forto
desperatioiH' aitis»). Licet oniiu piirascs et eoiistnictioiu'S tiadi nun
possiiit, tainon i;ramniatice tradi possmit etiaiiisi eonstriietio variot.
Hüd nun verlMM-mn-^), Sicut si din», tliu mir das iiacli, lioc est.
imitative*) didiiin, Si aiitem dieo, Ich wils vor thiiii, daruacli
thu iiiirs nach, lloe est jnocessi vc^) dieinni. Ita consfructio vjjiiat
vcrba. Kt egu phis didiei e<»nati«»ne leetinnuni ■) (inani per i;ranmiaticani
obscrvationcni. Sine hac lin.i;na nulla jiutest esse c(»i;nitin Scriidiirae.
Niim et novnni testanienluni, (inantunivis sit (Iraece scriiduni. tarnen
jdennni est hehraisniis. fdeo reete dixenint. Khretjs ex tontiluis hihere*)
(Jraecos ex rivulis*), Latinos autein ex hicnnis'^l K«io nullns suni
Ehreus p-animatice''), nee \o\o (inideni esse. (|nia n«»n patior. nn'
renalis constrini;!, sed lihere versor in hac !ini,^na <^iia quis'") habet
lini;uarnni dona"). tarnen nun iiU'o statini juxtest vertere in aliani
linii'uani vnd internretari. ists ein siinderliche liotts i;aben'-).
1) = Oder weil man vielleicht an der Schwi«'ri;^'keit . die ihre Krlcnmn--
bietet, vor/weit'elt. 2) liier steckt ein Fehler. Der Ziisanniicnhani;- und die
fol^'enden AVorte „ita c(» nst r iic ti o variat v»'rba-' /eij;en an. dass \v(dil
zu lesen sein wird , etianisi c<»nstriicti(» variet s i«;'n i fic a t ion es vi; r Ihm m in '.
Es liisst sich wohl denktni , dass ans dem Conipcndiuni . mit welchem das \V<>rt
signil'icatio nicht selten ^-schrieben wird, die currnpte l.es:»rt sedn (:- sed
non) entstehen konnte. Da/n kommt, dass die lateinis<lien Tischr. in der That
„nam constnictio variat s i^-n i ficat io n es vcrbonim ' habt-n. Der Kiii;4'aii,u," liiMlct
sich bei IJindseil I, 2i;i. K'ebcnst. 1, l^(i' in lol;;-cndcr abweichenden weiti:itif(i.ü:eii
Fassung': „In vi^nlia LaiirentiJ vesperi in liortt» Martiniis Kiitherns cum Mafthia
Anrij,^allo et Forstem lo 11 ebraeai^ lin^Miae profe ssori b ns miilta con
tnlit de iitilitate et dipiitate 11 ei)raeae linirnae, (piae nostru s»'culu valde (on-
deninatiir (V), tortassis impietate aiit de sperat i one. KN-spondit FtH-siis
niius, lin<?iiam llebraeani .i^rammatice optime jMisse tradi. Di\it Marliniis Liithcriis,
(fQfnitQ et constmctionem tradi non pnsse. Nam constnictio variat
signit'icationes verbornm, sicnt apnd der man os etc.^ Dap^^'cn lieissl
es in den deutschen Tischr. Frl. A. (i2. ;n;;, F.irstcm. u. 15. IV, 'üi\ _ Am Abend S.
Lorenzen, im (iarten. da M. Forstemiiis viel sa^^te vom Nut/, und llerrliildvcil der
(>braeischen Sj. räche, die it/t doch sehr verachtet wiinle, vitdieichr aus einer
lini>ietiit und ji'ottlosem Wesen odi>r aus Verzweiflung-, dass man danin verza^^te,
innl i::ab für, man könnte sie am besten aus <ler (irammatica Innen; <la sprarh D.
M. l/: „Die Phrases und Art zu redi-n. und ( 'onstruktiiui, wie man tlie Wort zu-
sannnenfassen und reden soll, das kann man ni«ht ^t^ben, noch eim-n lehren, denn
die (Vmstruktion iindert oft die liedeutun-' d»'r Wort, dass, wenn si(5 zn.sammen-
gesetzt werden, viel ein Anders heissen und vj'rstanden müssen werden, denn
wenn sie einzeln und allein stehen; wie denn auch bei den Deutschen i;-eschlcht.
als, wenn ich saj|;e: Thu mir tV." C'ordatus K«'sart eri,^icl»t foli,'enden Sinn „Die
,,,.l..„t,i «ol.lu-s .\e.. mm liämioiir'Auikcf.mierto^^^ ]f]lf
:,:;,;:,; ';.l'„';,vr.,n,.- Ans,in,..k ,.,n v!'^ ''.-;!'..!'?!.,!::,.;••::, r^vÄ^tua:;
fO>Ll \ .111/.. "/ ^-^ ^..,..- -
.7', w 'I' ct..,.. .oit 7^ Die IJiichlein der (Iriechen sind die heptn-
.„„1 a:.s .lt.. ;,^' ;!^; . • ,,^,^ , ,^„ "' :, ,li,. VnlK^t.. U) Vgl T,. i.55
N?,,'" ;' 1. ' wöw n Si,:,.. \ 0.1 ,„> i .s ,, „ i s. 10^ riT'^-'''\':"';'"i'-T;i, tirtr
..XI •* . i)\ V.rl Flu *<cndtbrietV von Do inetseheu imd turDitte (itr
!..;.!l M-A !iM.i; '''n, 'l'.S Zi„k,r..f Al„.,.l.tl,eKm:.ta 1. -IX U'ipz,« UM.
U)l(>.
Sei>tuai;iuta intcrinctcs Ebioat. lin^mit. imlK^riti fuenint. Ideo
\\w,\ VA .I.T.,niiiii tialatio.K-m ois i.nu-l.'niims. ..tianisi c, .lik.nmn,
im >, , m-t.. ..ntir... (,ui .Ut.,.,!. .,...., .un-n .„ten Laobrcunj
<■ II -r tl.ut vl.u. ^-.walt^V llaUot ta.aou. .|U.. cxcnsotur ) mu.k
l.al'. lin.i.a ,''."t -laptivitatcn, l'.al.iloni-au. a-lc s.t eo,n.,.ta-). «t
instanrari non ]Kdnerit-').
„,|„.,. is, il,r,. r,.l,crs..,/,„„fr f"- •'"■';, '• " ',^,1 '',,.' '«.hr. al,w..iel,..,i.l
||i,.ronymnm einen }^<'^^^'''y^l}^\^!-^''^ • is wl S llieroivmi Version und
s..l,iM, ,1.T ,l,„t il„„ ^'.■^v.U M„.M ,.r..,-l,.. I e,m ";;;. ";••"„. j ,,,„„, 's,' .n.Sell'st
Frl. A. .-.2, :'.! 1 (Fnde d S.), :;i... l'orstem. u 1> l\:; ' '• V^l'^i, ;.^ ^ie V.d^^ata des
„„lere ^M-iechische Febersetzunp-n des ^^^^\^}^'- i F rst B 1, Tk
Ili,.,,,n.vmus spricht Fiitlier ausluhrlicher Lrl. A. •)., •<. 1. 1 «»rst. u. i*. i.
1G17.
Si Moses et prophetae nnnc redirent. snani ipsorum lin^uam
n
„n c-.scntiuk-ll..-t.ni, 'v.lo.. (lo,,vavata o.t lin,ua l.aoo ntuHao.nnia.
igj^^gtg
JlMiMifa
440
qiKie verc Dci suut, Kt latinus seniio adco corniptns est. nt ihmiuc
Cicero iiitcllocturus esset, quae i>ost liaec teiiii)ora') seripta sunt, si
reviviscerct'^).
1) sc. (■icorouis. 2) lÜiidst'il 1. Hil aUwilrliciKl „Si Moysrs et Proplutai-
iaiii rL'diri'iit, siui ipsonim vcrl»a itn dctorta et (Iciuavata mm iiitcllii^tnnt , Siciit
et latimis .serino a (Jottis est eorriiptiis, ut Cieero et alij siio temjxMe viveiitiv^.
si reviviseereiit, illaiii liii^iiaiii iion iiitellii!:erent. Vj::!. aiieh liobeust. !, ist»'', KrI.
A. (»2, ;{15, Förstern, u. V*. IV, 571, ('ordatus ii. 055.
1618.
Lyra>) prao alijs fuit o])tiimis Kbieus et diliirciis veteris Testa-
menti iiiterpros, Kiio si ine ah iiitei»ro lniie lin^iruae (ledere-), eousiilereni
^ramiiiatieoK in ]n-iniis «»ptiitios '). (pialis est David Kinilii^). Mose
Kinilii'^), tpii tuentnt syneei'issinii. Deinde leetor liereiii Mosi pn>j>ter
pi'()])rietatein, ])«»stea Davideni''). deinde ])rnverlMa, tandein pi'uplietas.
(|ni ii^uratc l()(|nnntur ').
1) Vi;l. 11. «>7!> Note.}. 2) Lies dedereni. H) IWiidseil „KiTo si iimic
llebraeae liiiiüuae operaiii dare velleni, (Jraimnaticos syncerion-s i-dissiderein.scilici't etc.
1) David Kiuiclii mii ll'.Hi, Solm des mn Ih'.o /u NarlMnme ieheiidcn Josepli
Kiinclii. Sein Hauptwerk ist eine helträisclie (Jraiiiuiatik neltst \Vi»rferlni<-li, welclie--
wiederliolt i;-edrnckt ist, z. 1». t'onstantinupel l.")i:?, \'}:\\, Venedij^ l"»2l> IV. r») Mosi
Kiiuclii, der ältere, niclit so hcdetitinde l'riidcr <les Vorij^en, VertassiT cintT lielir.
(Jraniniatik. die el»eidal!s öt'ter i'edniekt ist, am l»esteii unter dem Titel ofSucinnin
mit Erläuterungen von Klias Levita iin<l Noten von TKnipereur Leiden hi:tl.
Ucber beide Brii<ler v^l. Förstern, u. 1>. I\', 'iTI, Note <i. r») sc. legerem aus «bin
Ausdrucke „ lector tierem • zu nehmen. 7) F/me alte Hand bat lira an «len
Rand j^escbrieben. V^i. mit (b'ui obliri.i, lündseill, 2(»2. Kebenst. I. lsr.i>, KrI.
A. ti2, ;U5, Förstern, w. li. IV. •')7I.
1619.
Magna sunt dona lin.i;narnni, Ideo |-)87| non euvantur ab iionii-
nibus, et ut tantuni a Den eonserventur. oinninn neeessarinni est, VA
deinde (ut (unnes artes) a ])aueis et pfivatis personis <uta sunt et
oriuntur ').
1) IJindseil I, 2(i2 ^Ma^na sunt dona lin^uarum, sed ab liominibus non eurantur*
:i Dco tantum servarentur (V), nam omnes artes a paueis et privatis liondnilMis
iteriim ortae sunt". V^-1. auch Uebenst. I, Im»'', Erl. A. r»2, ill"), Forst, u. \\. \\\ '.rrl,
Cordatus n. i;{17. Luther meint „Die (Jaben der Ivcde und tles Spraili-
vcrständnisses* (dona \'m^.) sind sehr \vichtij4:— uud so (wenn sie nändich
von Gott erhalten w.) kamen un«l kommen sie denn auch, wie alle Künste und
Wissenschaften, immer nur bei wenij^en und I*rivat|)ersonen zur Kntwiekliin^ und
Erscheinung.
1620.
M. Job. Förster') (luerente, all sein gcdcnckcn wurden Int
zu eus etc. Vidc supra ete.-)
1) Magister Johanne Forster. 2) Nämlich n. 75«».
1621.
Cum fidcs üdiu-ia sit in natura iniserienrdeni Deuin. borrendmii
est, njunduni etun eonteninere, et contra lidein putare. opini«»neni esse
de Deo inito') et tanttun iustieiani exii^ente, et sieut niundus non vult
441
lidem ita neque vult ohieeta^ t'idei, Charitatis et Crueis, iicn.pe
Deuni proximum. adversariuni, (piia putat hosteni üeum,
neminem reputat nisi se ipsum, et adversariuni esse putat amieum,
hleu mundus prinunn illud de Deo et ])roximo praeceptum intellij;vi-e
nun potest. Sed neeessario odit Deum et sua^O- Verluim et sanetos
eins, Sc ipsum dili-it et sua in omnibus, (piaerit Diabolum et gb)nam
earnis et ])aeem eius^).
n = Dass er (d. h. der (ilaube) sich (iott nur als einen zornigen Gott - —
denke 2) Die ()bje»^te. \S) Die Lesart ist nicht ganz sicher, wiewohl s.
Üut n Sinn uiebt. Möglicher Weise steckt in dem .sedua": - denn so ^»H'te d e
riamL^.rilt,^auch nocj. etwas anden^s. Man vgl. aber im ^ V'^'"*^^'." ,:" „ "oll'
omnibus, auch das zweimalige eins. V) <-^"^ ^^ •^\^!^* '?*lnf :;;^.lzt ' hs^ er
Ständler und teilweise nicht reeht verständlich (v«)rausj;esetzt (t.iss (ler
MVV^ Ifc hellsehen llandsehritt ri.-htig wiedergegeben ist) Ibndse.l I, - - - M m.dus
,„„i i.cr.-iiüt ti.lem, charitatem, crueem. Immo abhorret crucem seil malum, j.^^'ir N
d^ s.l ipsa tidcs et virtus Dei exeivetur et ostenditur. Charitatem "g.t ., i
ln,pter Deulu benetacit gratis. (Mit <liesen Sätzen vgl.^n. I IM). At ;!;i;- j;;;/» ^ :^:^
»raemium -h)riam et retributionem benetacit, hdem ign<)rat , esse tidiuiam ( es
sadVm in gratiam Dei, sed arbitratur esse oplni.nu.n Deo exigentem lusticam sie
obiecta harum virtutum (V):
W^wxw l I 11 um- hostem
Non videt \ Proximum ' «,Miia putat ! Nullum esse nisi se ipsum
I \dvcrsarium 1 I Hiinc amicum.
Corolhrio (- \ie-ebinde) sequitur a mundo non intelligi hoc praeceptum: Diliges
pn^xIrnrnnVium sicut tc' ipslim. Neeessario enini odit Deiini verbmu et sam
pauperes, *'contra .piaerit Diabolum, pacem v\ gloriam carnis . \ gl. * ''\.^ ;.;,;, ',.
L4 Erl. A. ^7, :^1 1, Forsten., u. H. I, 24n, wo das Oluge, weini =J"^'^' "^.^ ;^»^(';
Zusätzen, s(, doch viel verstämlli.-hcr als bei 1 indscil sich .^"*)\'^- A^^^^^^
Zi'ichnuni -lebt den vortretilhhcn Sinn: „Da der Glaube ein testen V .1 ) 1- ss
auf den seinem ganzen Wesen nach barn.herzigvn Gott, ^/^ /^^ i;? . i^rS ^
<Iie Welt denselben verachtet und wider <len Glauben >'»V"'^^ /t und --le ic
(Jottnurals einen zornigen und (Jerechtigkeit tordernden (u)tt ^f'. ""^^-^
wie die Welt den Glauben nicht will, so will sie auch nichts wissen m) de
^:ieken des (naubens, der werkthätigen Lieb e, des ^^^^'l^^^' ^' ^'h ^ U
(jJtt, dem Nächsten und dem Feinde (d.h. dem I eutel ^J"^ j.^^!,
tür ihren Feind hält, niemanden ausser sich selbst achtet. ""*\1; ;''^.'
Feind für ihren Freund :insieht. Daher kann die Welt .lenes erste Gebot noi
liLÜ mid dem Näehsten nicht verstehen somlern sie ^^-^%-^^^^^^'Z^tl.
und das, was (Jottes ist, nämlich sehi Wort und senic I eibgc i, sie '^^ »^ ; ^ ^[ ^ '
.selbst und was ihr gehört in allen Stücken, sucht den Teutel und den Luhm des
Fleisches und seinen Frieden -. Vgl. mit <lem Enigange n. 11)1.
1622.
Paulus et Joannes |588| in novo, Moses et David onmes
exeellunt in veteri Testamento, et m)yuni exeellit vetus. (pna m lioe
suut promissiones, in illo autem exbibitiones')-
1) Ertiilliingen. Erl. A. öS :il'. :<'S F«"»r^tem. u. 15. IL i2«>-^
lt>28.
Versatus sum in boe vero Tbeologine stiulio a 2i) aunis. nee
tamen possum satis expli^-nv driam') inter Le.^em ^^^ ^^^'^;^"^^•^'\^*\!!;;
hn,» nullus bominum boe exaete m^vit. (piando etiam Clmstus in boito
ab Augelis monitus est Kuan-elij. Vana igitur est i^lonatio ^.eliwei-
merorum de sua eonsummata gratia -).
n dift'erentiam. 2) Die Worte v(m .,uan.lo etiam etc. hat die hallische
llandschritt in tolgen.ler Form .Nee id mirum est, cum et Christus id nescient m
442
hurto, ab aiij^clu Euiiiiy;oruun cdoctus, in ciiiiis taiiicii vcrtkc yolimibii, id est,
Si)iritiis saiK'tiis, recnhucnit. Itaque viinc ^^loriuiitiir SciiwiTUK'rij , «|m imtaut sc
unmia dcvorasse t'x miius libdll pla-ella*. V^?I. Uiinlsoil I, :M (Kiub- .icr Scito) :t5,
Ki'bmst. I, l'.M», Erl. A. 5s, Til, iMirstuiii. u. H. 11, liJ. l.il/tciv scIiJK'ssfii den
Absatz mit den Worten J>armii sind die Seliwäruier fi:rosse, ^-rube, unverseli.iinte
Narren, die sieh riilimen, sie verstellen inul wissens Alles wolil, wenn sie nur ein
liliittlin L'elesun; meinen, sie haben den heilij;en (leist j^ar mit allen
Federn ^^efressen (!). Vj?l. aneh Erl. A. :.s, 'isl, Fiirstem. n. 15. II, H>2, wo sieh
cbeutalls <lem Obi^-en Aehnliehes in abweieliender Form findet.
1(>24.
Dcealogus est Imnunuii dci cr^a uos coiitcssio et eoutes.sin
iiialoruni iiostroruiu erj^^a Deuiii.
1(»25.
Suiuuia servituH et siunina libcrtas utniiiKiue pessimuiii.
1626.
Fides s])es, ebaritas (litreniut sieiit intelleetus. voluiitas
et unera exterua, Ad tidein ])roiuie pertinet') veritas, error,
haeresis mala (»ninio^, Ad spein proprie peiimet tnlHilatio,
erux perieuluiii et eonuii (Mnitraria, pax, ^-audiinii, bona. iMdes
iiidieat de doctrina, Spcs sine fide dietante'») iir.piiipt |:>80| »), Kidei
est dietare') et hacretieos viiieere, Spei est pati, expeetare,
andere ete.*')
1) Der (Jlanbe hat es im ei-eiitliehen Sinne /m thnn mit iV 2) = talseher
Wahn :t) — Die Norm vorsehreiben. \) -^ stJ.sst aut Ihnd.'ruisse, stoekt.
Luther will Saiden Jb.tVnuu- ohne (Jlauben, der den reeiiten We- vorsehre.bt,
ovlan-t nieht zur ErlViilun^^ b) - Die Auf-abe des (Uaubens ist es, den
rcehten Weu' vorzuschreiben. r,) Illeratd- seheiut sieh das zu lu'ziehen , was in
den soiiteren Aufzeiehnun^en unter der Uebersehrift ,tides i^t spes dillerunt- oder
.Untersehied des (Jlaubeiis und der Ib.tVnun-'' jranz :ll•^v'••|y i'^* "i\.'> 'V- '," ,' '•' ?
weitläufti-erer Fassun- sieh Erl. A. :>\ :<TT, l-örst. „ F.. 11 I ,u ,inds I, ..u,
IJi'beust. 1, -il'- Tnidet. So bietet z. i;. die hallische llandschritt .Ines et spe.s
dilVerunt. Fri.no, subu-cto, .|uia tides est in intellectu, spes vero in voluntate, sed
haee duo separari non possunt: sieut du»» Cherubin in pn.piciatono. Seeunjlo,
officio, (Miia tides dietat, doect, eslMiie notitia. Spes hortatur, e\<Mtat, audel, expi-ctat.
fert Tertio, obiecto. Fides verbum n»i scu i.romisslomMu nTum, ul est, verita.s,
spes rem verbi, sen rem promissam spect.it, niest, bonitas. <^larto. ordme. 1' ides
i)ru>r est ante omnem tribulathnn-m, iuitium vitae. Ebrae. II. ^pes postern»r i'X
Iribulathmibus i.arta. liom. 5. (Minto, a contrarij... Fides im-nat contra errores
et haereses. iudicat spiritus et (hu-trinas. Spcs vero pu-nat contra tnbulat.omm.
erucem, et e.xpectat bon.i sub malis. Er-o tides est prudentia m I hcoh.-ia id
pertiuet ad docfrinam. Spes vero est fortitudo in 'I heolo-ia , et pertinet ad ex-
hortationem etc.- Stan-wald bemerkt zu den deutschen lisch r. J.>i»;ses is
.rrnommen ans dem «rossen Commentario D. M. F über die I^'-stel
zun (Jalatern, wie die dustus Menius verde u t sc he r \ om Winter
IVtl i:.:r> an besch:it'tii;tc sich Ijither wieder u.it dem (;alatcrbrn't den j-r l-.l.»
iHTcits zum ersten Male herausjrep-ben liatte, «liese Aus-ai.e =i'';:^^»;!'»-",V",': '''.'7;;;-
nii^-enil (Cord. n. 2(i) hielt. Di<^ zweite Ausjr. erschien K):«:». Vj;l. Kostlin II, ltl,M>\
1627.
Si non eredereni a Deo Keelcsiani siniplieiter \V{j;\ et eonservari,
tarnen ita, nt videtur. eani rept eteonservat, Man ^neittts, qnod non
nit opus boniinuni.
443
1628
Kpiseopus Ma^untinus') est bitro Eeelesiae. ^ula prose(|iiitur-^)
juniJlinm' Noeb erbelt v. b. j;vO sein iureben, et abseondit eani
1 ..
sah ilb> uniro velamine Credo.
I) \lbrecht V. F>raudenbur-. 2) Vielleicht perseciuitur. liier sowohl wie
,u. Ende von n. ir.Ml» ist pr<.seMui welches ^^^-'^^}^^l ^17:;^:^^^^^^^
.leutun.- v(m strafen, bestrafen haben kann, weni.uer uchfii; Dio y.^^»^*!
hin.! ndf perseMui lieL^t nahe, weil die Comi.endien von per und pro sehr ähnlich
perse«!
sind H) = Unser Herr (lott.
1629.
Nohilis nnidani n.ibi inlestus senufl dixit, Seit ybr der Heilig
„,anv Lieber, wen vl.r in biniel koinpt, steupt ybr mir nieUt
die au;;en, (hii e-o. ^\v^u lieher .Innekher, Ks miiebt wol komen,
das ieb eueb i;ern drein steupte, vnd ieli euch niebt kundte
erreieben ').
DCianz idmlich Erl. A. ..2, 21 1, Forsten, u. F. IV, 17s wo f ^M-»-^)' ;|^»-
Zusatz fimlef .als wollte er sa-en: Id. wenlc E.ich .... Himmel nicht f.mleii .
V-1. aneh /inki;ref Ap«>phthei;-n.ata 1, 20l.
1(>:^0.
INdentia. opnlentia et autboritas est ajMid impios Nos unnm
.V.kU liabemns, misernm (M.ristum Sebe (Tlemini den Haben wir
,evor n:.eb dem sie niebt trai;en. llabeant ipsi tbesaiiros. dios
terrae«) nos eelestes babemas Verbm... SaeranuM.la, miinsterinm, (pie
„on simns e^is^ esse eommnnia. sieut Am hrosius-^) exeommumeavi
Caesarem'). qui sevierat vietor in juieros et viri;-ines •) Kvoeatus •)
ab b.»stilms ex templo eollem e.xtendebat dieens. llie st<.. Ilie moriar.
stund wie ein senk ein leiner mut').
I) Als Apposition zu lassen „Mö-m sie ihre Schütze behalten .nämlich jlie
hnd<V'sich ;;; der •gallischen lla..dseh.if^ Folj.e.uh^ ^^V'\ \i;\H''''D!^so:it!:re^^
..•ewi'st vn.Hl hat ein frechen herrlichen niudt vnnd j^visl -ehabe t . Die sp..tuen
rit:' ibilfü' stJht HimS i:2..'ümi es tbi,t dara,if Cordatus n. U.M.
444
445
Anordnung dar (Uiitsclicn I'iselir. .stimmt mit Cordutus iilKTciu. Vgl. lvcl>. I, 1 1'',
Erl. A. 5i), 155, Förstern, u. 13. II, :UT.
WM.
Suiiiiiuiriiin niuiidus habet oi)iiiioiu'iu rcniiii pravsciitimii. I'i<lc8
aiitciii rcriini futmaniiii eertitudinom ')• Muud«» (luaiido aliqiiid acculit
atlvorsi, dieit, Non putaram, Fides auteiii. Seiebain erueeiu secu-
turaiii üdeiu, Miiudus est ille Epulo-). Lasar us est (Miristus-*).
1) = Die Welt Icf^t nur (Jcwicht iiiif die l)iii-;(; :iut' Krden, »lic tlir sie vtm
sehr i;Tosseni Werte sind, der (il:iiil>e hat ;iber (Jewissheit iiluT die zuküiiftigeii
Dinge. Doeh ist wohl suninnim VM le.sen. „Die Welt lugt das grösste (Jewieht IV.'^
2) Die dentsehen Tisehr. J)er reiehe Mann, der Ki»ieurer nnd Fresshals-, oder
„der reiehe Frass und Wanst'. Lue. Hi, li». {) Die späteren Ant/ei«;hniingrn
ganz abwciehend. Die hallisehe Handsehrift beginnt den Absatz mit folgenden
Worten .,Summa 8 u m mar u m (!!). Mundiis habet opinionem, ipiae est rernm
]>raesentium, et «luidtpnd deinde evenit, dieit: non putaram. Fides vero est renini
t'nturarum et absentiiim. Ideo ChristianiLs non ntitur illa voee: non pntassem »te.
Die deutsehen Tisehr. noeh abweichender , S u mm a Summarum die Welt hat
allein den Wahn und Opinion, dadureh sie regiert und vertÜhrt winl, siehet nur an.
was zeitlieh und gegenwärtig ist, verstehet und weiss niehts (iewisses. lind wh-
es denn darnaeh geräth, so sprieht sie, ieh hätte es nicht gemeinet IV. Sie
sehliessen den Ab.s'atz J)ie Welt aber und was in der Welt ist, lebet sieher dahin
im Sau.se, in Freuden und aller W<»llust, wie der reiche Mann, der Kpicurer und
Fresshals, der i,n'>nnet dem armi'n Lazaro. so tur seiner Thür lag, nicht <lie
iJröeklin-. Vgl. liindseil 57, 20, Kebenst. I, I i'-, Erl. A. 5«), I5s, Förstern, u. H. II, :iis,
auch Erl. A. 57, 2!ir., Förstem. u. 15. I, 22s, wo sieh das Obige ebenfalls, und zwar m
anderweitig abweichender Form findet, der erste uml letzte Satz jedoch etwas
ähnlicher ist.
1(332.
Qui non vult ])erdere beiiefieiuin , is nun un(|iiani bene fjieiat'),
Kst enini mundiis ipsissinia ingratitiido, (^iiod videtur in^^ratitudine
Jiidaeoruni. ([iii tani eito euntenmebant maxinia Dei benelieia ex
Ae^^ipti) et deineeps'^), et inp'atitudine Cbristianiu-inn. qua sunt
in Denn» i)atreni et filiuni ])n> nobis njortunin. Et nisi sint ali(iui
1591 1, qm eonteninant renumeratiuneni. alicxiui beb alten wir nielit
prediger, ])farner noeb kireben, sed esto, (piod mundo gratis
servianius, tanien Deo i^ratis non servicnius^^), eiii soli servinius. llaee
est eousülatio nostra nia^ua^).
1) Diese sprichwr.rtliche Keden.sart auch KrI. A. ii2, IT). Forst, u. IJ. IV, TH)
in folgender Form „(^ui non vult perdere beneticia". Wir würden sagen ,Wer
keine Wohlthat will verschwenden, der unterlass es sie zu spenden\
2) Wenn die Le.sart richtig ist, so sind die Worte ex Agipto et deinceps als
eine eigentündiche r>rachvh)gie zu erklären im Sinne von „eductionem ex Aeg. et
quae postea (beneficia) secuta sunt". Die hall. Hd.sch. abweichend „N(»nnc
erat magnum, (juod Israel erat per mare rubrum traductum, «piod adeo miraculose
Davhl summum hostem (Joliath (ligantem percusseratV Attainen tantorum mira-
culorum et beneticiorum Judaei illico sunt «)bliti\ 3) Luther meint „Wir liolVen
von (U)tt <\cn himndischen Lohn zu erhalten. I) Die lat. Autzeichnungen erheb-
lieh abweichend und mit Zusätzen. Vgl. IJindseil I. 17 1, Kebenst. I, li:?'-.
1633.
Non obtrudet') Dens pcceata sna niortuis ])raedieatoribus. <vd
lioe euni ^^audio dieet Cbristus-). Qui eoufessi estis nonien nieum
mundo, ej^o vos cte.')
1) = Winl ideht anrechnen. 2) Matth. lu, :i2. :i) Die latein. Aulzeieh-
nun"-en verbind«'n diesen Absatz mit dem vorigen auf folgende Weise „— — Esto
muiMlo «Tatis serviamus, «piia n«>n propter opes aut honorem nostrum beneiacnuu.s,
praedicamus aut patimur, sed Dei causa et proider niuninis sui gloriam, (pii nos
liiliri vultu respicict «'t coron.i immarcescibili ornabit, dicens: (,Mn.i c(>nl*'ssi estis
me Don.inum, et nomen meum praedicastis, ihr habt recht gethan, ob ihr schon
Sünder seit gi'west, «las .selu« ich nicht an, sondern das ihr an mich geglaubet habt
vnd mir die^'ehre geben" (!). Vgl. IWndscil L 171, Kebenst. I, ^n''.
Dm.
David ist ein trefflieber man gewesen, quod tarn t'ortiter
praedieavit «-ontra iilium >) enltum ]Mq)uli sui 0, vnd bats doeb nielit
weren kunnen. ]>otentia non potuit exterminare sacrilieantes, false
doeentes ete.. Kt eum aliud non possct, Hat er v. b. ^^ ein lidlin
gcsung;cn jjsalmis').
1) Nämlich Salomo gegenüber bei seinem letzten Willen und Abs<hied.
>) I Köni'>-e •> 1 IV H) Die deut.schen Ti.schr. beginnen dagegen den Absatz
mit folgenden Worten „David ist ein trelVlicher Mann gewesen, dass er hat durlen
olVentlich reden, lehren, ].redigen und .schreiben wider die Abgötterei und (»..t/en-
dienst seines Volks, und hats (bM-h nicht wehren können. Denn er hat gesehen,
dass «lieser ireopfert, der ander falsch -eh-hret hat, und dere ist der grC.sste Ilauten
-eNxe.s.-n IV. Vgl. Erl. A. (.<», ".M, (i2. Ml, Forst, u. li. III, los, IV,412. In den deutsch,
'ri.schr. iindet sich das Obige mit dem verbunden, was (^)rd. n. 12^4 hat.
1(335.
Krasmus ita momus^ est, ut necpie a nobis nequa a justis-)
pnsset deprebendi. et iugiter iing-it novas ampbilxdias, (piae (5<):i|
Mdversus eum (nisi ut statuit Deerctum) sunt interpretandae >).
Si Cbristianus esset, senex nune^) non luderet in religi«»nc-'). .
I) :^ //«ry//o. d. h. Spott. Häutig wir.l aber inüito^ schon bei den Alten
persiM.itiziert und hei.s.st (lott des Spottes. Es ist daher wohl Momiis zu
schreibrn, s., dass Luther sagen will: Erasmus ist der re ine person iti ziert e
Spott d h er ist ein solch ab-efeimter Spötter, dass iL \ gl. n. 1.{.>«S w(»
es v«m Erasmus hies.s, er sei ein flexil<M,uus Vcrtumnns 2) jf %l»'\l'.V^\^V
was «lic halli.sche Handschrift auch richtig hat. :>>) Die hallisehe land.schrilt .xh-
weichend un«l in w.'itläuftiger Fassung Jdem licebit mihi dicere de Erasm«», m'U
verus est m.unus, .»mnia ridens, ludit t(.tam religi.mem et ('hnstum, ut hoc nie ins
nraestet, die nocte.pie v.u-abula ambigua ogitat, ita ut libr. illius a I urc:« legi
possint, enimpie multa arbitratur se <lixis.se, nihil dixit. Omnia eius scrq.ta qiiohbet
trahi possunt, ne.pu' a nobis ne.pie a papistis reprehendi (V) iM.ssunt nisi amota
;u„phibolia. quae a .sacris literis, ('ae.saris legibus est iiitenlicta. ^^/^'»^ r"];"
decretum: Qui lo,,nitnr unni-iola, contra ipsuni esse interpretand.
Si Christus et Euangelium Erasmo c(.rdi essent etc.^ 1) Erasmus starb l...i- im
Alter v.»n 70 dahreir Wenn wir annehmen, dass Obiges 15:i2 oder l;>:»:|,f<esprochcM.
ist, so würd.'. Erasmus damals (i:. o,ler tWl Jahr alt gewesen sein. ^»M f • '""^'/'' .'
•)7r. IJebenst I, lOL-, Erl. A. Cd, 1«M), Förstem. u. F.. III, Dl. Nach ( «.rdatus Aut-
zeii'hnung will Luther s.agen .Erasmus ist ein .soh-h abgefeimter Spotter, das man
ihm Weiler von unserer Seite noch v«m der der Papisten aus beikommen kann
und er sinnt fortwähr.'i.d neue Zweideutigkeiten aus, die man (wenn sie sicii niclit
innerhalb des Kahmens des Dekrets bewegen) so deuten inii.ss, dass sie d«^'n Stah
über ihn brechen. Wenn er ein Christ wäre, so würde er jetzt als (.reis in
Keliui«»nssachen keinen Spott treiben.
1(33(>.
Ki::o simplieiter bupiar de Cbrist«» et dieam emn Josua')
Kli«-ite Vobis quemeiUHiue volueritis, eg(» et domus mea
-Jti — ' A>Ll4-J.^
if!-j^£:^^;srf2,-j
446
miiiH'lninus c-um Deo Israel etc., Quantum auteiu sit-^) i>eeeat.uii.
lu<lere(Miristuin, sieut illi='l (jui dixit IN'trum dixisse, Meuo;osicl.
devTeutfeliuden kri-. Was ich selilacli, heilet er, Ikk« videtur
ex eoiii])assi<me totius ereaturae, (juae d«)lel>at, euui (Minstus Idas-
jdieuiarctur in eruee *).
hVM.
Tenjpove a])ostoloru]n, item nostro, Kuan^elium lusius sparsam
est et et'lieaeius praedieatum quam tem]M»re (üiristi, Ideo et dixit')
jViaiora faeietis. K-o-) sum -ranum synapis. Vos rann mhs in
((uilms aves niditieahunt, \vj:o in an-ul<. .ludaeae. V(»s ') ]»raedieal)itis
in teetis orhis terranim *).
n ,l()li II l> 2) M:itfh. i:i, :n,:ei. :t) Mutth. hi, 27. I) Adnilirli hy\
Bindscil I, :;:>', IWhvnst. I, 20^ Krl. \. Ö7, <H, Forsten.. ... li. I, 72, 7;{. h. sehr u.-.t-
i:i.»t'ti«-H'V Fass.m^ Erl. A. ä^, 2l>:t, Förstern. ... li. II, l'»'>
1(338.
Cei-tum est liumanissimam eonversationem liai)uisse Ciiristnm
(Mim Apostolis. llatt vlm zu \'m\ tiselie ^^edinet ete.') Des
haben /u letzt die «.Miten leute ^-ewonet vnd lassen -;esehehen.
Venit ministrare. Das liahen sie ylim \er^iinnet, das exemi^el
ist vns lioeli ^^esteekt-).
1) Die (leiitseh. Tisehr. ,Er hat den .liiii-erii /... 'i'iseh ^(MUenet, einj^eselienkt
wie mir mein Fam.ili.s iL 2) Abweiehend nnd wei t lii ntt i - d le ha I.
Ilandsehrift. iJei F.ind.seil l, II ,Sieiit in Cliristi convei-satii.m' ei.m sms d.seipiilis
demonstrat.il-. Mi.ae eonstiit tiiisse omniimi i.i.M.ndissima et ta.ml.anssima. Dan er
hat sieh sehr li..eh o^demiitti^et, <i'"»'l »'^'»••'» '''"»'" sn.i.lis m.l.i.s hr hat d«'n
Jnn.-ern tz.i tisch ovdienet. ein-esehenekt, .lie fi.sse j::ewas<-hen , ihre sehwaeheit
o-t.trT.-on Dz (V) sein die .liinpT als -..tte einfelti-'e le.itte t/.. letzt -^•^v^.m.t,
h:il>ens la.s.sen -e.seheen, et ita Ch.-istns eomph'vit sm.n. olti.-.ii..., <|m venit m.m
strare, n.m ministra.-i. Er w„Itte kneeht sein der -..tte he..-. Es ist «;"> h«;«- •
exen.i.el, vnns eben h..eh -este.-kt. das sieh der so hoeh oe,U.m..t1.^^et viid diddet,
der die ^antze weit mit einem linj;er het können vmUkeren. Vj::l. a.ieh Kel». I.«» '.
Erl. A. 5S, 02, Förstem. ii. IJ. I, ^'»0.
Di:;9.
(}uand<> (KMMMiomieum, politicum et heroieum ini;enium
eoneurrit in ])rinei]>e, is vere ma-num donum Dci est, «pialis erat
Friderieus, cjui ])r<» sua -ratia et in-enin ') iM»liticus erat et hems.
seeundum (Maus Narren eonsilium ctiam nec.iHMn us. Den er war
selhs seliosser ete.-)
1) " Ih'r n.ieh der ihm verliehi-.ien (J.iaden-ial.e ein Staatsmann ..nd ein
Kriegshehl war IV. 2) D:i;?ej;en du- hallisehe llandsehrilt hei i;inds.il I, :{|o in
447
iiherans weitlii ..fti^'er Fassnn^^ nnd ahweieheiid ,.lnj;ens doni.m est
hon.is et .»ri.dens prineeps. .|nalis f.iit Frid criens Elector, (|iii ycri-.
fiiit nater patriae, optime iruhernavit, k(mntc si'dler vml boden li.llen,
dartz.. lies er j^rosse •••ri.hen a.ilV dem leide machen. diesolhij2,enn mit vorradt tzii
llillen et (nio^annis l2tM)(i II. coiisiimi»sit aediticando, et recensehat vere n(»vem
arees ah iiKs*» extr.ictas esse, vnml hat dennoch pdt ji-eim-:, den er war selber
schösser i..\ta coiisilinm Cl ans N ar ren s. Nam siios praefeetos et n.inistros
:id exactam ralionem c(»e^-it, Wan er gleich in ein sehloss eiiitzo--, so ass vnnd
tranck l'.ittert er, als ein ander j>:ast, betzalet :dles fein rein abe, ne praepositi se
exensarent tanti.m a principe c«ms.i.iipt.im e.sse. Ideo s.uie repcmi .n-cntem
thesa..r..n. Veli(M,it. Fiiit enim heroicim et oe con om ieum i n^en . ii n. in
,M. n.mc ven. snnt bodenn vml j-Tiiben ledi- -nii^^ worden (!!). I'iut :i>>b'm (iilb-
dissi.m.s ete. Dieselbe weitlä.il'tio:e Fassunj>- Erl. A. (il, :<so, Fi)rstem. u. 1,. IN , 22.i,
IJebenst. 1, Hi7f».
1640.
Den Fürsten n«K'h vhren frawen «.^ehets nirj;end wie
sie i^^edencken. Sed <|ui privatus est. semper laetus esse p«dest,
nisi Satan interrum]>at pacem eonseientiae eins, ipiam habet in (Miristo.
Wen er sein aber sz(> vi! wil machen')^ ^^/'<> schenkt man
vhm ein stab -en \lo\n-\ das er viel von mir Matt müssen
iinncmen.
1 ) ^ Wenn er aber von sich so viel Wesens will maelu^n, sich so viel heraus-
nehmen will. 2) V-1. ... .V21, 1124. Derselbe Ausdruck in anderm Z.isammen-
han«?e a.ieh bei La.iterbach 'raji'eb.ich S. 4.
1(')41.
Diabolus ist wie ein V(.j::elsteller [r>04|. (|ui omnibus avibus
die helsz vmbreist. (pias ra])it. Sie sine omni dubio t'aeeret emnibus
hominibus, si non obstaret ei Dens jier an^elos suos. Kr behelt
wenij;, die locken vnd seine liedlin sin<;en, die doch sein
«"ctaiTj^en sein müssen'), Ich hoffe nicht, das er mich in
ein lu'wern*-) werde setzen, L(»rica verbi «.jms habet, (pu vult ab
eo') tutus esse^).
1) Er behält (von den Vöji-eln) weni-, nämlich diejenigen, die h)cken und
seine laedlein sinj^^'U, «lu' «bu-h seine (Jefan-enen sein mij.ssen. lieh alten hier —
erhalten d. h. verschonen. 2) .-- Baiier Mittelh. bur - V o.^elbm^^^^^^
MilMerl •>V> Die (»bi-e Form kann ich lexikabsch nicht bele-en. Die hallisehe
ll:,ndsch.irt beuerlein. :t) sc a Diaboh.. I) Mit abweichenden. .Schlüsse
F.imlseil I •'2(i, K'ebenst. 1. 117 ='. Die deutschen Tisehr. zwar mit /i.satze.i aber
i.n <ra..zen ähnlicher. Vgl. A. li«», 4, .^ Forsten.. ... F. Hb \^ auch K.im.ner 1 .sehr,
bei Lanterbaeh S. 74, Erl. A. :>T, :{27, Förstem. u. F.. I, 2:.:^. ^vo sieh ebentalls Einiges
ans «lem obigen Absätze timlet.
1642.
(^ui serurus est aut suis speculationibus innititur. huic ]iroximus
est Sathan, et tantum verbo vincitur et <irati(»ne. Dieser schirm-
sehle^^e') f::estelit-) er nicht=»).
1) VH n.stio Note I. 2) Malt er nicht Stand. :i) Dauegen llinds. 1, 22u
Si n.iis sre.ir.is s..is siM-clationihns sine verbo Dei vagatiir, lilieo de.ipitnr.
lt;'n.l.,cta..d..m illi velbo et orathme. du- seh i e sseh 1 ege (M) ste et ei; ..ims
nicht. Sed lainen nn.x .vdit, si seci.ri s.,n...s^ \ gl- •»'•••l' ''<''!*'"^^- .»;J - ' !}''
riir sehiesschlege verständbeher ,l.aec nostra arni.a, scilieet. spiritiialia Hat. l.ri.
\ Cd .-» Förstem. 11. F.. IIb bi (Hi«'»' n«'hlig Sc h i v.n sc h lii ge).
'»'swmm'W miiiiimiiiiw
448
KU 8.
SuMit Satan est in inlrnu» et D.d.») zu Diesen-)^ Itn lialntal
in n.rdilMis iuipiormn a-eiis et iiHlmans eos, et si iKm l.al.eret inaiomi.
Dotestateiii (inain iiustra e.^rpora vexare et pertnriKiiv ojk-s-j. szuwere
er iioeh kein teutlel, qui tantnni a-eret in tenenis et nun in
coelestilnis ').
1) Dn\ (UM)r<::iiis.
H:il» und (Int
2) _ Drosdon. n. i:i:{, Note C iiirss i^s Trason.
rolins. \)\v li:iHis«lit' llandsrlnift :i 1» w (•"m-Ih; n<l
1044.
In <-ente stnlta i) hxrW), ({uasi dieat niaritns ad nxoivni |:»0r>|,
VViltu du-li nieht reelit halten, wil ieli dieli lassen taren
vnd die er-est linr für dieli nenien. Ita indiiralin-«) ot pnmH-atn.
Pbaraonis») nun est pnummn Dei opus, scd alienuni-»).
n Wie /. r.. nnter «Icni Volke der Ae}i:Nl)trr. 2) sc. Satan. :0 Vj;l
n. KUI. l) Nihnlich ^viJ^on das Volk der .luden. -.^ sr. ,.imis Satanae. n. IM.i
und Hill i;ehl»ren wohl zusammen.
1()45.
JMulti valde sudant. ut nmeordent Jaec.bnm enni Paul.;, vcli
Fides iustiVieatO. IhU's nun i ustilieat^). Wer die /usanu'
revn^cn k:in, dem wil ieh mein pinetlr') aul (setzen, vn
-Int
int
n
d
wi'l mieli ylin einen narren lassen selielten«)
I) se.sudat, ut - eoneordet. V-l. n. Ulli, iU.erliaupt n. > » > -i ; > ' ' ;V. ,
i •>s :;) Jaeoh. 2, 21. \) V-1. u. UrlA, Note 2. :») («an/, ahnliel, l.ii.ds
ReLenst. II, 2U2'', Erl. r,2, 127, Forsten., u. W. 1\ , :V.M>.
I l.'»o. 2) i;J»m.
II, 222,
l()4r>.
Sieut apis animal natum ad rolli^endum mel, habet tamen
stimulum, Ita non est tam beiiipio animo ])raedieat(M- (pieni propter
malitiam et inp-atitudinem mnndi non oporteat (luandoipie irasei et
puiiiA'ere ').
n I)a.'e..-en IJindseli III, I Ml weni.i;er vollstiindli;- ..A|.is parvuni est animal
suavc nie! Vo^dieiens, hat deunoeh ein,., ^aehel. '^^t praedu.tor suav.ss.mas^^
eonsolatiiM.es, irritat,.s ante... ad ira.u e .an. ...o de \ -I. am h »'''• '^;^; Y) ; • '
Fii.-stem u 11 II, HT!». Naeh der ohi-eu Lesart will Lu I.e.; sa-ei. -- - So j,ni Id
«rkei M i>r M i^^er, der so her/en.sj;ut wäre, dass er sieh ..ieht .„.tunter we-<'n der
Bost nd i:.rda .kharkeit <ler Welt ^-enötii^^t sähe /u /iiri.en u..d wehe /u thnn
1(>47.
Ea est natura rationis. ut nihil aecpie ei plaeeat, <|uan. m»'»*1
auimo sin. eo-natum est |:»9(;) '), Ita fuit qnidam. qui ma^nuin ludieium
449
seripturae sibi vindieans dixit, Jhesum Syrach tantum esse, ut
Kuan<-elii verba panim valerent ad doetrinam eins eomparata, ht cum
iste Tiber Inmus (|uidein sit Jurista. Lepsta et Ueeonomieus-). idco
placet mundo, (^uid autem est Euan^elio eomi)aratus et seriptis Apo-
stolorum .-^ Quid euim mores ad verba vitaeV^^)
n = Die ...cnsehliehe Vernunft ist so j^eartct, dass ihr nur das zusaj^t, was
ll.r tr.Msh.sverwiudt ist 2) = lind da nun dieses Biuh wej^en semer staats-
ml^eT iln^h i^^ 'u.! wirtsehaftliehen Vorsehriften vortrelU.eh^ .
I e is .' n .''2 Note 1. :<) = Denn was wollen Vorsehritten über äusseres Ver-
;.dn>. sa^-en irej;eniilK.r den Worten <les LebeusV Die späteren Autze.ehnungen
217, Keh. II, 20(»=s Erl. A. r,2, i:i5, Forst, u. 15. W . 4(i7.
1648.
Omnes dilipmt et laudaiit Mosen et lei!:em. Jhesum Syraeh,
sed tantum eatenus, (luateiiiis le-unt, Wens aber aus thun kombt,
szo werden sie yhn feindt').
n Hindseill :ui , Omnes hon.ines legem Mosis et Iliesun. Syraeh diliKuid et
.u..a..t eo Miod lona praeeepta haheant. Dili-itur auten. so lanJ,^ bis das e s aii
vnns ko^.t wan wirs thun sollen, s<, werden wir ihi..lent, qiua lex iram operatur .
V^i-1. aueh Reben.st. 1, 2(i''. Erl. A. r,^, 21M, Kirsten., u. B. II, 1 H».
1()40.
Lex ist ein klotz, weltz yhn hin, wo du wilt szo bleibt
er ein kb.tz»)- uos^ iustitieat. Quid erp) torquemusO no» et alios
homines ad lumetum Mathematicum probitatis;J) volentes adigere, szo
wir kaum ad jdiysieam lineam^) komenV Nam numdus est mundus
et manet mundus«^).
n V-l n.it dem ersten Satze n. 74, wo es hiess .(EeKem) seriptam in
ru.'intu. serlpta esse truneo similem, n^ü nisi motus non moveretur
V d .eh n <^s 2) Lies non. :i) se. eani. Luther .iie.nt in Bezuj;- aut die
voHu'r^e hen le Wort<. ^velt. yhn hin, wo <!.. wilt': Was drehen wir es also lun
nn he i . der Absieht uns und andere iV. Die spateren Autzeiehnunjxen talseh
Was m'i (-rn wir .n.s denn n.it der Tentation so ser iL" (Bmdseü und tast
ieiehl .ten au<-h die iibri.^en Tisehreden). . 4) -^ "^"f ^•o)lkon.mtMlen 1 eeh -
^u u iii.iiuv in« .» ,vi. - ♦..,.. \!..fli.on.iti<.iiin inid Phvsieum Vül. n. 4>>'.», 2.52.
tum
hr.
ehX:S ni bri g Fe e m.n^um Mati;en.atieum un<l l>hysieum v,l. n. 4^., 2.2
-\ Ü:hn.d wh^ ka /im .ewöhnliehen (Jrade derselben kommen. Bmdse.
''^ ^ ■ Mi h \V w ll\^ seeuudu... Mathematieam lineam et punetun
;;:;;:::!; ;^ • ad ,hv^' i;'^^ können bringen^ Die deutsehen Tisebr
v^ an U^^iJ^ Wir wLllens alles sehnurgleieh haben und zu Bolzen ^^^^
wi s leb kaum können nur ein wenig zum Antang ^»nngen-. b) Abweichend
Bindseil I, ;{(■., Rebenst. I, 20's Erl. A. 5S, :vio, torstem. u. B. II, 111.
1 650.
Seortator etiamsi himestae e.)niu^n sese soeiet [5971 szol
dennoch zu seh äffen ^nug haben"). IVus emm vmdieat seor-
titio en. Kr ^;ibt niehf^), ut dieas, Ein weib ist mir^ not. Ein
vv.ib w'il ieh nemen. Ein pater noster mus man zu erst zu
,,„Uf nemen. Necp'e tantum proider neeessitatem sed etiam vitae
iMlnservationein dueenda est uxor. Et de eastitate Kk« sentio, ilhim
nni hoc divinum d<.num habet, earere oportcre omiiibus Huxibus etc. )
29
^^wü
450
451
1) Die Hundschrift li:it „szol «k'iinocli zu .scliartVii t^nii^ }:cbtMi halM'n^ Der
Schreiber hat «lie Worte zu scliat't'en und t^eben selbst wieder {^»'striehen,
letzteres wohl uiit Itecht, aber zu schaffen, welehes sehr jj:ut in den /usaunnen-
hanj;- i)asst, wohl mit Uureelit. 2) Luther will sa^cn ,(iott teilt si-iiu' (Jabcn
uieht deshalb aus, dass tf. :t) Hinter mir ist ein Wi.rtchen jrestriehen. Vielleicht
zu. 4) (lanz abweieheiid und mit Zusätzen IMmlseil II, ;>'>(i ^D. Martinus
Lutherus dixit de G. lilanek iuveue summi inj^enij c^t industriae. sed »piia famosus
esset propter iusij^nem seortationem doluit eins vicem. Nam filia Coronariae
eitaverat eum eo die. 'Vnm- H. S. dixit: da s(dt er .la wol betzalet wenlen.
Kespondit: wenn er j?leieli eine fromme niempt, er s«)l tzu schaffen
^nuj;- haben, (juia Dens vindicat seortationem. Tune M. V. (Veit I>i«'trich).
Ach wans einem nodt ist und liebet eine, nur tluji:s tzusamnuMi. K<'siM>ndit
I). Martinus: Ki lieber herr iiempt doch tzuvor ein pa te r nt» s t er in dit' liandt
vnd tzu hiilff. Nam non taut um propter necessi ta fem, se<l propter
vitae consuetudinem dueenda est uxor. Ideo orandus est Dens pro bona
eoniuge. Ej^o cre<lo, (|uando castitas debeat esse tlivinun» d<Mnim,
tune Omnibus fluxibus eareat homo etc/ Die deutschen Tischr. bieten
dagegen Erl. A. «il, -J.")", rr.rstem. u. 15. IV, li:< -Hin Uurer, wenn er gh-ich darnacli
eine Fromme nimpt, sjjrach Doctur Martinus Luther, so hat er zu .schatVcn gnug,
dass er nicht wieder bezahlen muss; denn (i<»tt straft Ilunrei. Da sagte M. Veit:
Aeh, wenns einem noth ist und hat eine lieb, so rathe ich nur tlugs zusammen.
Darauf si)raeh D. Martinus Luther: Ki, lieber Herr, nehmt zuvor ein l'ater noster
zu Hülfe! Denn ein Weib nelnuen, soll gest-hehen ni«ht allein umb der N<»th
willen, sondern auch d:irilndj, dass nian bei einander wohnen und leben mu.ss.
Dariim'b soll man (iott umb ein fromm (Jemahl iiml Ehegatten bitten. Ich gl:iid)e,
wenn Keuschheit soll eine (Jabe (iottes sein, so mu.ss ein Mens«h ohne alle Flüsse
sein (!•)"• ^^^^ -^^^'^'^ wiederum, wie es Cordatus nur darum zu thun gewesen ist,
TiUthers eigene Worte niederzuschreiben, und zu diesen werden gewiss auch
die Sätze ^Kt gibt nicht, ut dicas. Ein weih ist mir not, Ein weib wil
ich nemen" gehören, während wir diese in den späteren Tischr. in «len Worten
Tune M. V.: ,Ach wans einem nodt ist und liebet eine, nur flugs
zusammen" wiederfinden !
D)51.
Cogitationes anxiae et ((iiac iunctae sunt tristiriae. sunt
certissima arma mortis, Ossa cniiii exiecaiit, Tales eng:itatiuiies
])liis nie vexaverimt (luam oiniies iiiiiiiici et 1 ahn res in ei.
Ad has propelleiidas niliil ideo feei'), Ktiani in eoniplexus
veni Coniugis, ut saltem iUe ])ruritus aufferret illas eog:i-
tationes Satanae-), sed eonsolationeni non adniittiinus:'), ,^([^^^^ ^.s^i
vitiata natura nostra, Laboraudum tarnen est onmibus nnulis, ut velie-
mentiore aliquo affeetu |)ellantur|).
1) (ialt es sie zu vertreiben, so richtete ich daher nichts dagegen au.s.
2) ^= Ich bin sogar dazu gekommen meine (tat tin zu u marmen, «lamit
wenigstens das hierdurch erregte (iefiihl der Lust (ille pruritus) diese
satanischen Gedanken h in wegschaffte. A) = Für Trost sind wir aber
nicht zugänglieh. 4) sc. illae cogitationes Satanae. Luther meint, wir müssen gleich-
wohl auf alle Weise darnaeh streben, dass die Satansge<lanken durch irgend welche
heftigere Gemütsbewegung verscheucht werden. Die hallische Handschrift bietet
bei ßindseil TI, 2!M» im (Jegen.satz zu Cordatus Aufzeichn. F«»lgen<les ^('um Doctor
Martinus colhxjueretur cum alijs, uxor eins surgens de mensa et seeedens incidit
in öii'xonr}v, eunniue ad se redijsset, interrogavit eam Doctor de cogitationibus
suis. H)i multa insignia et peni'icio.sa recitabat, »iiiae sunt eertissima arma
mortis, schissen gewisser nach dem hertzen, denn irgent ein pfeil noch bnchse.
Exieeant enim ossa. Nam hae pc^ssimae eogitaticm es me plus vexa-
verunt (piam omnes mei infiniti labores. (^uoties meam uxor«^m
eomi)lexus sum, nudam contrectavi, ut taut um sathanae eogitationi'.s
illo pruritu pellerem! Es wil aber niehtcs daraus werden, noiebat
cedere. Nam Satan auetor mortis naturam nostram ita eonspurcavit, ut
e<»nsolationem non admittamus. Quistpie igitur sathanieas illas cogi-
tationes alijs cogitati<mibus. ut de puella pulchra, avaritia, ebrietate etc.,
pellere potest et v ehenien tio re aliquo affectu pellere potest, huic suadeo".
Eluniso ndt wenigen Abweichungen L'ebenst. 11, 22r."'. Doch ist es von Wichtig-
keit, dass bei diesem die bedenklichen Worte von (luoties meam
„X(»'rem eedere sich nicht finden. Die deutschen Tisch., die sonst
mit den latein. übereinstimmen, bunten Erl. A. (K>, llU, Förstem. u. K. HI, 122 die-
selben ebenfalls nicht, d;\tür aber Folgendes Jch halje oft sonst andere
ll:in<lel für mich genommen den Satan dantit zu vertreiben; es wollt
alier nichts draus werilen, er wollt nicht weichen noch aufhören.
OlVenbar nahm man an jenen fatalen Worten Anstoss und substituierte
an<lere an Stelle jener, die nnui in dem den deutschen Tischreden zu Grun^le
liegenden lateinischen Texte vorfand. Nach Cordatus Aufzeichnung erscheinen
LuTliers W<>rte jetlocli in einem ganz an<leren Lichte. Darnach meint er
Ich Itin sogar dazu gekonnuen meine (iattin zu umarnuM» (wie oft — davon ist
keine Kt'de!), um durch das dadurch erregte Lustgefühl die Satansgedanken zu
vertreiben", während nach der hallischen Handschrift der Sinn ist „Alle Augen-
bli«-ke habe i<'h dies un<l anderes damit Verwandtes gethan (nudam
contrectavi, ein terminus technicus für unzüchtiges Betasten (!!)! Auch
mag noch darauf hinge witjsen werden, dass das Wort etiam sowie das Pertektum
veni bei Cordatus doch ganz gewiss nicht auf eine oftmalige Wied(U'holung hin-
weist. Ferner sind die Worte der lat. Tischr. ut de puella pulchra,
avaritia, i'brietate etc., die bei Cordatus ganz fehlen, in den deutschen
Tischr. aber wiederuni durch andere unschuldigere ersetzt sind,
von gegnerischer Seite als Zeugnisse für Luthers bedenkliche Moral
wiederholt ins F e 1 d g e f ü h r t. Vgl. z. li. .T a n s s e n , ( Je.sehiehte des deutschen
Volkes I, S. ISO, Evers, Katholisch oder protestantisch. Hildesheim l^SI, S. 'M't
Heiden Gegnern Luthers scheint der Text der hallischen Handschrift bei Hiudsei
nie
ht 1
»ekannt
gewesen
sein, sonst würden sie
sich
'•anz
gewiss
die
günstige
Gelegenheit nicht haben entgehen lassen jenen (oben eitierten) bedenkliehen späteren
Zusatz <ler latein. Tischr., «[uoties meam uxoremete., der bei Kebenstock tehlt,
als ein Hauptarm ument gegen Luthers Moral zu verwerten. Während es bei Janssen
heisst ,Für die im (Jewissen Heängstigten sei, sagte er, das liaupt sächlich.ste
HeilmUtel an Christus zu glauben und ihn anzurufen, aber er emptahl
auch den Freunden noch andere Mittel, wie er im Zustande der Anfechtung,
Traurigkeit und Verzweiflung sie selbst mit Erfolg eri»robt habe, nämlich, man
solle reichlicher trinken, spielen, scherzen, ja selbst dem Satan
zum Trotz eine Sünde thun; man solle die satanischen Gedanken
durch andere Gedanken zu vertreiben suehen, an ein sehönes Mäd-
chen an Geiz oder an einen Rausch denken oder sieh in einen
heftigen Affekt des Zornes versetzen", übersetzt Evers nach H.'lten-
stoek also „Jeder, der jene satanischen Gedanken (die Gewissensbisse)
durch andere (Jedanken, wie an ein schönes Mädchen, durch Geiz,
Trunkenheit tf. vertreiben kann oder dureh einen heftigen Zorn-
affekt, dem rathe ich dazu. Gleichwol ist dies das höchste Mittel an
Christum zu glauben und ihn anzurufen".
Es ist klar, dass der letze Satz, vielleicht absichtlich, zwei-
deutig gelassen ist. Der lateinische Text bei Kebenstock (— — Quam vis
hoc summum est remedium, in .Jesiini Christum credere illunuiue mvocare , ille
enim venit ad consolandum et vivificandum etc.) lässt freilich über den Sinn nicht
in Zweifel Es ist zu verstehen, und Janssen hat dies auch richtig heraus-
gefunden — „Indessen besteht das hau]>t sächlichste Heilmittel (gegen
jene satanischen (bedanken) darin an Christus zu glaubi-n und
ihn anzurufen. Denn er ist gekommen zu trösten und lebendig
zu machen". Evers letzten, auch noch durch den Druck hervor-
gehobenen Satz wird man aber auch so verstehen können .Gleichwohl
(nämlich andeni Mitteln gegenüber) ist dies (nnmlich das Vertreiben der
satanischen Gedanki'u durch andere unmoralische Gedanken) das
höchste Mittel an (Miristus zu glauben und ihn anzurufen, besonders
da die folgenden Worte ille enim venit etc. fortgelassen werden.
Schon oft hätte an der Hand der Aufzeichnungen des Cordatus
»ler Beweis geführt werden können, wie wenig berechtigt manche
2U*
452
Angriffe sind, die von gegnerischer Seite - num vgl. n:iuieiitlieli
das crwUhntc liucli von Evers — gegen Luther gerichtet werden,
da sie sieh zum grossen Teile auf spätere Zusätze un<l Kn tst «; llunge n
der lateinischen und deutschen Tischreden, al»cr nicht auf Luthers
eigene Worte stützen. Der obige Absatz ist ein eklatantes Beispiel
davon!
li>52.
Omnes tristieiae sunt diabolieae [r><)8|, (luia (liristiis, in quem
credinms, venit ad eousolaiiduni et niiseranduiii, Idee, in tristieia
invoeaudus est siuritus sanetus, Der ist der trotz») mortis et peri-
culorum, 8i est tristieia de inorte, die, N(>n moriar, sed vivam-)
et siliams), At lieber G<»tt, art.^) iidei wil niebt ein^), Ideo tot
aceidunt tristieiae e), Saepe mibi iraseor. (piod toties ])raclej,n.
praedieavi, scripsi de vineenda bae tentatione, ettemptatus
non possum extinguere tristieias '), Sed Seriptura dicit, Laeta-
mini in Domino^).
1) = Widerstand, Schutz gegen. Vgl. n. KU», Note I, n. «HU, Note :i.
2) Psalm 117 (IIS), 17 „Non moriar, sed vivam et narrabo opcra Domini (N ulg.).
'^) Lies saliam = Ich will springen vor Freude, d. h. frohlocken. Vgl. den
Schluss des Absatzes, auch n. 615 Jlaben einen Sprung gethan aus diesem elend
in vitam aeternam". l) = articulus. *>) = Findet nur schwer Fiiigang. Vgl.
n. ♦;5(> Note 1. (>) ^^ Deshalb kommen so viele Fälle von Traurigkt'it vor. Doeh
ist accidere hier wohl nicht in bihllichem Sinne zu nelimeii, sondern im eigent-
lichen, so dass Luther sagen will, J)eshalb tritt so viele Traurigkeit an uns heran
(fällt uns an)*. 7) = Und dass ich, wenn die Versuchung an mich herantritt,
nicht im Stande bin, die Geister der Traurigkeit zu verscheuchen. s) rsaim :n
(32), 1 1 und an anderen Stellen. Die hallische Handschrift bei Hindseil 11, üom mit
folgendem abweichenden Eingänge: „Quam vis hoc summum est remedium Credere
in Hiesiim Christum. Nam ille venit ad consolandum et vivificandum. Ergo <unnes
tristiciae sunt diabolicae, adhibendus est Spiritus sanctus, animosus ille contemptor
moi-tis et periculorura , derselbige ist der tnjtz, wie du wilst. «lu must sterben.
Kespondeo: Non moriar, sed vivam. Nam ubi C'liristus est, ibi gaudium est, pax etc."
Vgl. auch Rebenst. II, 225»', Erl. A. (.o, IK», Fi>rstem. u. li. III, 122.
D)53.
Esto multas vexationes i»atiaris. Las bin^-eben, Nam neecs-
sariae et utiles sunt nobis, ut virtus infirmitate ijerticiatur '), Vide
pusillanimitatem i)atriareliarum, propbetarum, Ai)«»st(d(»rum. Quid n(»s
essemus iufirmissimi in lioe ultimo et pessimo seeulo, in
quo tota impietas re^-nat et fervet^ et lanj^Mient ]n.j:*), l*er
Cbristum et orationem eiusmodi e(><,ntatioues sunt j^ellendae, et verbum
Dei fugat tristieiam ^).
1) Die deutschen Tischr. in weitläuftiger Fassung ,Ein Christ soll ein fröh-
lich Mensch sein; da wir gleich viel Plagen müssen leiden und wol zu
martert werden von aussen und von innen, beide von der Welt und dem Teidel,
so lass immer hingehen, sei getrost und rufe (iott an und hab (b'duld, der ist
ein Nothhelfer, wird dich nicht trost noch hülflos, noch stecken und verderben
lassen in der xVnfeehtung. Denn sie sind gut und n<»th, auf dass (lottes
Kraft in unser Schwachheit stärker werde 1V.(!!) Die latein. 'i'ischr. haben
nur den Zusatz „Ein Christen s(d ein fndich nuMisch sein", und stimmen sonst mit
dem Obigen überein. 2) = Sich breit macht. :t) Die liallis.he IIands«-lirift
unvollständig „Vide pusillanimitatem sanctorum Patriarcharum, Prophetarum, Ajjosto-
lorum, was solten wir intirmissimi, ubi ini[)ietas fervet et pij plane languent^
4) Sämtliche späteren Tischreden bieten statt der letzten beiden Sätze nur „Dens
tamen suam Ecclesiam nnrabilitcr scrvat".
Erl. A. üo, 111, Förstem. u. li. HI, 123.
453
Vgl. Bindscil 11, 300, Rebenst. II, 226»,
1654.
Euanffolium tantum pertinet ad tristia corda, rüde vulgus
et seeuri tantum ad Le^^em pertinenf) |r,99|. Lasz sie faren mit
stmpt den allten sebelmen, qui in visitati<me responderunt nobis
liey mein kind zu baus kan wol beten, Putant orat^mem tantum
oj)Us'esse externum, non Ueligionem.
1) Vgl. n. 815.
1()55.
VeriM) Dei et artieulis Justiiicationis tristiciae sunt pellendae,
Kxemplum le-itur in Ecelesiastiea bistoria, (iu<k1 Juhanus ) voleiis
Md V delium militum suorum^) eonstantiam iussit eos capite idee ,
n cum edueerentur, unum iuvenem inter sc babuerun , ropntes^),
ut ni o 1 leeteretur. (^ui eum laetus eoUum extcnderet lictori, lussus
tC i£:Qi:isur,.^isdixit, Aeb bin icb den niebt wird ge-
wesen von meins Hern Cbristi wegen zu sterben.^ hie vin-
eitur tristieia et ipsius (iu<»(iue terrores mortis^).
n lurmiu. \postata you :m-'.m. 2) = Seiner christlichen Sojdaten.
,) LiesVo ganten,.^ ^) = wert, würdig. Hei Rüther s<,nst werd. Wcigand 11, U.U.
:,) Mit Zusätzen Erl. A. 59, :M, Förstem. u. b. II, 2^>I, 2dd.
165(3.
\d doetorem pertinet doeere et imgnare leren vnd weren,
Krasmus neutnun fallt, sed est an.pbibolieus. id est impius densor
*'' '^'i^^^^lagegen IJiudseil 1, 2s.. .Deinde multa dixit <U. Erasnio vro^^^^:
^T'- r^T ;'\:t u:::.^ x-enl^n:;;;^:;' n;r^n;r\i:;<!:b:c: s;.r ^ä
wd ich mich an Um ujadiui, tm> tuim n v ,„,,1,; h.»li louuitur, ne cor-
contutare. \ gl. mich >;^''»^'''^V ]\ r .;. nh^^^^ er -ewiss lehre, nähre und
es /um Schluss heisst , Einen Eelirer geluil rt, uass tr .>-• JV^; ^, . . ', * -u .)o7
uThre" Die Verbindung nehren und wehren limdsed HI, 1 l^-S l^rl. A. oJ, Jh,
Förstem. u. 1». II, It"^').
D)57.
Das Vater |t>001 vnscr bindet die leute innander, Ideo
iit tortissima oratio»).
Förstern, u. F.. 11, 2:.l.
1 (358.
?3
II
D-ix wil icl. l.intor mir lassen'). <las ich Cln-istum moincn
..vn nlloin für mcinon Lern wil halten non tantum lulc et
»^.■«..,K.rie-.t-a:-M3iäfJt*t*,v;ä
454
seriptura, sed etiam ex]>erientia, Den er hatts an mir beweist-),
Rem liabeo et experientiam cum Seriptura^), Aber war lieh es ist
mir sawr worden*).
1) l)as will ich einst «ler Welt :ils Vrnnäclitnis hiiitorlassoii. I)(kIi ist wohl
zu verstellen „Davon (diiss ich Christus für meinen alleinij^en Herrn halten will)
will ieli niclit weiter reden". 2) d. h. er hat i>ewiesen, dass ieh jenen
Willen wirklich habe. )i) = Ieh habe somit den taktischen lieweis, die selhst-
j^emachte Ertahnmg und zugleich die heilijj^e Schrift tlir mich (wodurch hestiitij;t
wird, dass ich jenen Willen wirklich hahe). 4) d. h. meinem Willen diese he-
stimmte KichtuiV zu j?elH,'n. (lanz iihnlich lÜndseil 111, 1«»*^, wo das Oh'v^c ohne
irj;"end einen (Jrund mit dem verbunden ist, was von der Hochzeit des Stailthaupt-
manns Hans Metzsch und seinem darauf folgenden IJesuch bei JiUther, der ihm hei
dieser Gelegenheit die Absolution erteilte, erzählt wird. Vgl. auch n. \:m\ nebst
Noten, sowie Erl. A. 58, 2i), 21, FJirstem. u. li. 1. :ns.
1059.
Pugna Ecelesiae est umninm dif*ti(Mllima. (|uia non est eum
earne et sanguine. sed enm neciuitijs spiritualibus '), (^aro aiitVert corpus,
a^ros, liberos, At spiritualis neipiitia aniniam antVeii; et Deiim ipsuni.
Sfilutem aeternam et nmnia bona eoelestia"^). ilaec juiirna t'eeit, das
mir die naebtstreit cum Diabob» vil melir leids bai)en ^etbanO
denn diurnae lites (»nm Papistis et Sebuermeris*).
1) Die latein. Tischr. „sed contra spirituales necjuitias in coelestihus", die
deutschen Tischr. .sondern nnt den httsen Heistern unter dem Himmel". 2) Die
Worte .,et omnia bona coelestia", die in den sjiättTen Aut/eichiiungen felih'n. sind
in der Handschrift do|)i)elt geschrieben. ;>) Uindseil .darunil» iiaben mir die nacht
streitte viel mehr leidens angeleget^. 4) Abweichend IJinds. II, 2U(», Heb. II, 221 '',
unvollständig Erl. A. KO, 1(^4 (Ende der S.), Fr.rstem. III, 1 1^. In allen spät. Tisehr.
ist das Obige mit dem verbunden, was Cordatus n. Tjti. 717 hat.
1060.
Non esset })onnm nos scire An^-elorum eustodiam tani dili-
gentem ae fortem [00l| esse ])ro nobis, Don wir wurden faul,
aueb wol vertza^t, si viderenius ununi DialMduni tot nei,^>tia faeessere
multis ani^elis. Ideo seri]>tura dieit tantum '). An^-elis suis mandavit
de te'^), quasi dieat: non-*) sis sollieitus ne<|ue duintes aut (b\<5peres,
Certum est enim te tueri'i ])er Ang,eb»s, Quomodo auteni lioe bat. nc
sollieiteris de modo'»).
1) = Nur so viel. 2) Psalm. '.•!, II, Matth. 4, i\. :\) Für ne sis.
4) Passivisch gebraucht. .">) sc.de eo mo«lo. Luther meint „Darum sollst du
dich nicht kümmern. Dit' hallische IIands«hrift mit folgeiulem Srhiuss „Certum
est, (juod angeli te tueantur, noli aliter cogitare aut esse sollicitiis, i|Uomodo id
tiat, aut ([uam acriter te propugneiit". Vgl. l»inds«'il II, Hm;, Kebenst. II, lo;t'', Erl.
A. .5«), 2S7, Förstem. u. H. III, 2.
10<')I.
N(m est. ut intern »liifeinus, (piare tanto odio lla;;rot in n(>s Satlian.
Sed ros])ieianius D. (?.') et alios bostes Kuani;eliJ, qui omnes (piain
ardcnt nobis noeere!
I) Ducem fleorgium.
455
1002.
•lequali^). ut si adiutor nieus\) nie roj>et. ut i)io to piuiuxm >
,) „i.r in. Sinne von auf sich -^VX^ Vä^T iSVoÄlJ^ii:^
Wort,./ hat die 1 landschritt noch ^^^ ^^/^^^^^^J^; ^^^ sU^..n doppelt
selbst wieder gestrichen sind. 2]i 1^^ ^^^f .j,^*^^.^,, Stande.sgenossen ausgeht,
geschrieben im Manuscript. -V) -.7.' '''!^i, ,," ieheiul Kindseil I, 22 .Est
\) = Ein Amtsbruder von l»; ;^^.^^. ^,;\ ^fjy^,;^,^^; .^^^ Peuni ^
autem v,K-atio duplex, immuluT.i, ,1 ic p^ suoeriore et ea est vocatio
,„,aiata, Muae etiam est dup ex, l^^^ i}^J^XT;,^^,,,Ul,n. ad con-
,i,l,.i, vel est vocatio charitatis, "^'fj;^^^^^^^,^^^^^^
c.ioiiat:,rem ali.pMs eligitur. ^ tnupie v^ '^m ^^;-;^ ^^^ toeatus". Vgl. auch
scientiarum. Nemo ig.tnr eam V'.'/l, /',?!!/ ,(.^'^7^0^ die Schlusssätze eines
K,l,.„st. 1, I2K lu den »^^^V"^' 1^" t nd N er uL ei^le e et vocatio ministrorum".
Abschnittes, der die V^'^r-'"^'"*\ ^/nV wU " rdi^^^ :ds selbständigen Absatz,
pie deutschen Tischr. bieten das Obige ^^ '( ^ •^:;;^'^. ^J ,^3 Forst, u. H. II, :Mh.
stimmen auch sonst mehr mit .hm .iberem. \ gl- l^rl. A. o.l, 1 .5, 1
1 (><>:>,.
(>„i biet) Tbcolot::iam studuerunt, possunt bona eonseientia a
tutoi-uu. .'mii (li^niuin .•ensore aut rei.icere-).
1- i^Sr i.i;<.ii..« \int .0 = Ein Ilirtenamt.
r.iiiz.-lUoitcii aiiziiriiliri'ii ist imnio!,'lii-h
1(>(U.
Salva ..nns.Ment,:. l''"f^"Vl i ov.n u .li.-tuvi .<unt. o.ni. s.ia
vnlunt U..1.1S ..h ipti css... \'"'''' ;i'T;'V,.oyluMt nicht non.cn.
.mottet nmuw lil.oros. Man ^<ol \ ns du in>"«-
toi- wioVinkat'/. vml. .■inl.oiss/.enl.ro.V).
" n V.'l ...innul, .vi»., or v,„M....- «ic .1!. W.U. v,..l. -Ic. heisre« brcy". Von.
Aboii.linal rliris.i Vol'^. l»)''-
n
'*,.
456
457
imcx
Demoniaci^) siib papa non sunt libcrati virtutc ex()rci8tarum -),
den sie hahens nielit mit ernst i^enieint. Ks nins virtiis Dei
thuun et non liaee verba. Exi tu male s])irituH, Vnd sein leben
mus einer dran setzen, quia sine terrore ^ehts nieht abe, Sie
sensit Christus, virtutem de eo exivisse ete.^). Deninnium \W>\\ eijeitur
aut Eeelesiae oratione. ([uae eonneetit nrationem. vel ai> alicjuo tbrti
in spiritu, Quod sif;no dato^j visus'') est exire. mendaeiuni est ad
])lures spiritualiter deei])iend()s, Paulus*») v(K'at talia pnulipa men-
dacij^), ut ([uod pellantur denmnes ad Campanulam Saneti ('yriaei^)
auditam '♦ )
1) Die von bösen Geistern liesessenrn. 2) = Durch die Knitt der l>e-
schwörer. :\) Marens 5, 'M), Lue. s. Ui. i) = Auf ein j^ejrehenes Zeiehen.
5) sc. (laennm. Vgl. am Selilnsse „uellantur diieniones'-. LutluT will sairi'n„I>asN
es aber den Anseliein j^ehabt hat. als wenn er auf i'in },'e^-«'benes Zelrhen hin aus-
falire, das ist Ü'r li) 2. Thess. 2, 1». 7) Paulus nennt drr;;leiehen lii;;enhafti'
Wunderzeiehen. ^) Nach <len deutseh. Tisehr. ist «jenieint die Klosterkirehe
von Sankt Cyriae zu Weinielburg d. h. Wiinniel Iburg im Mansfelder
.Seekreise. Die älteste Urkun<le v(mii K». Aug. 1121 nennt das Kloster cenoln um
Wimodebnrgense aueh nionast. saneti Cyriaci martiris Chr. Sinn:
„Wie wenn z. 1». böse (ieister ausgetrieben werdm sollen auf den Klang der
Klostergloeke von Sankt Cyriae". In den deutsehen Tisehr. Krl. A. 5«», :{H;, :nT.
F;")rstem. u. B. III, 24, 25 findet sieh der letzte Satz des Obigen in folgender Weise
eommentiert : „Also b e ga b s i e h s a n e li in S a n e t C y r i a c K i r e h e i m Kloster
zu Weimelburg, nieht weit von Eislebm gelegen, <lahin ein grosse
Wallfahrt und Zugelaiif war, dass ein Mönch, ein guter Zechbruder, einen
besessenen Mensehen gebot, «lass er den Mund aidthät, ihn zwecn Finger liess
hinein legen, und ihn doch nicht beissen sollt. Das geseha<'h also. Auch gebot
er dem Teufel, dass er s«dlte ausfahren, wenn man Sunct Cyria«- (ilöcklin läuten
würde. Das thut der Schalk auch, auf dass er das arm«- \'olk in dem Wahne und
Irrtume stärkte, dass (iKWklin wäre so heilig, dass der Teufel zu seinem Klang
ausfahren musste, und also den Glauben an Christum gar vertilget«'" Die deutseh.
Tisehr. (in den lateinischen fehlt der Absatz) in sehr wei tlä uft iger Fassung
und erlieblich abweichend. So halten z. li. die Wort«' (|Uod signo <Iato -
deeipiendos zu folgendi^r lledaktion N^raidassung gegeben „Dass aber «ler
Teufel ausgetahren ist durch pai)istischcr .Miuu'lu'n und l'falTen Ueschwüren und
ein Zeiehen nach sich gelassen, etwa (ilasscherben oder ein Fenster
ausgestossen (»der ein Stück von der Mauer gerissen, das hat er gethan,
die Leute zu älVen, die nielit anders wussten, er wäre ausgefahren, weil er den
Besessenen ferner nicht plagte; Alles »ler .Meinung, dass er nachmals durch s«dch
Spiegelfechten oder gar auf ein ander Weise, nendich geistlich, die Leute besitzen
möchte und sie in ihrem AberglaubtMi stärken" (II). Die (flo<-k»' «ler «'rwähnten
Klosterkirche, dessen Klang Besessene heilen sollte, stand in einem sohlu'n Bid'e
der Wun«lerthätigk«'it, «lass täglich gross«' Schan'U von Le.id«'nden auf d«'n undiegeii-
den Höhen sich lagert«'n. um dur»-li den Glo«-kenklang zur Zeit der V«!spi'r g«'heilt
zu werden. Die berühmt«' (Jlock«' hat Hisu bei eiiu'm lirande ihn-n Untergang
gefunden. Vgl. Grössler in «ler Zeitschrift <l«'s Marzveri'ins II, S. :«;. Die Beste
der ehemaligen Klosttrkirche di«'n«'n jetzt als D«)rfkirche, währentl das Khjstt^r
selbst königliche Domaine ist.
Plena erant omnia tempore Cliristi Sadueeis, Pliariseis,
Epieureis. Peri])atetieis. Ideo et multi erant Denioniaei, Et
quidem nune (pKUjue tot sunt, sed voeant Lunatie«»s. M«»riones') ete..
Neque obsessiim re])utant nisi a])erte vexatum a Satana-). lloe
tempore non eit«) exj)ellitur. ((uia nunc sie non simulat^).
risc "rtl^:^i:^^n«r\:«>um,elt^r E^r!t sieh aber der BOsewielvt zu nn^
Ze\ li « is i cht des Evangeliums scheinet, nicht so austreiben, wie im I^'M>stt in ,
d.i«;rs«. stelle als tiihre er aus, wenn er beschw«>reii war«L wei er uns nicht so
iv.^ nd Ä^'u kann wie vor «lieser Zeit; />-/^-^^^? -l.^-^^Vi;^^;;;,^^
weichend und mit vielen Zusätzen. Vgl. Lrl. A. -><!, .\\i, .Mb, 1 i.rsttm. u.
B. III, 25, 2(..
DUiS.
Lex est ein kl«az»). «cd Euan^elium est flexile, dat loeum
remissioni i.eecat«)rum. (,u«>d non faciunt illi past«»res, qui omnia seeun-
«luui rii;<Mvm caiutis sui ^) volunt ad amussim servata^) /Non p«)SNunt
omnia perliei n«'stns (.«u.silijs. suftieit. ut n«)s rej^^amus et merementum^)
Deo tribuamus^).
n ViTl n KilM •>) - Streng na«-h ihrem Kopfe. :>) = Nach der Ui<'ht-
schnur'lsyi^lultJrccht) be^Lu-htet wissen wolh.; ;^;;- /;^-V^---^^'l:]^
an«lerswo p u n «• t u s m a t h «> m a 1 1 c u s genannt. \ gl. n. H.T) nc^ l st ^«^t«^ "• ;• '/J
1..- 5 In der Stangwahlsclu-n i:e«laktion «ler «leu s«'hen lisch. t»»^f ,f '^^ /^ ,h ;
Erf'v 5s^P5 N%,te4, Förstem.n.B. ILlll, NoterO I•^dgend«^s vyas «h* ' •• " '
i;!^ten-Sätze-«K's()big«:n lu'zieht .Das Gesetz ist «•in Klotz. '--\ --'•;; l^^'^
noch h'nken. Das Euangelium aber hiss«'t sich h'.ken. Das (ns«tz lasset
zu Verg«'bung «ler Siimb'n. wie «las Euangelium thut-.
16r)0.
Omnes bomines naturn lr>01| magis sunt Epimetbei quam Pro-
metbeiO, .,uia «nnnes sapiunt postf^tum^). f ^^^^ ,V';;;^X
lere-elts -eben vnd mit s«*baden klug: werden-^). Et n«»stei
Elee't«.r^) Juvenis mus aueb lOdOOd floren versebertzen in
suo prineipio^).
1) Das hübsche W«»rtspiel lässt sich vi«'lleicht mit Nachdenk«.r ^^f^^'
denk«'r -eben 2) V-1. «las Sprichwort .V«n-gethan und ^Vl'^'^'r <'*'?, ^
uJudiem schon gr«,ss L«'i«i gebnud,!". .) Vgh «las ^^P-'^'^-^r^ 'l,-';^^;;»-; -
wird man klug^ ») Kurfürst .bdiann IruMlru-h. o) \ t;l. uiit «tun luzrtn
Satze n. 5s:; Ni>te 5, n. 5^1.
1(*»70.
Mapiae mamillae sunt li^nirae mundi. (piia multa ])romittunt et
non (lauf).
W V-1 n 1.15 i;in«l.seil 1,252 . Deimle «le uberibus «lixerunt , «luae ess«Mit
1
liüssent".
1671
NuUus articulus firtei itu i'oulinnatiis ost verl).. Dci '), "t ri.lcn
„„„ ,.,ssit al. Eras.n... i.l est :. rati-me^). Vcrl.a en.m tra.
,,„ssunt •). "t Ccra in .uillo lisnn.s i.otest forman. .,nan. jV' <■"' /.''^ ' ';
LvitKrasn.iis. Ideo intev.liim est de Hlumnnl.us l>ai adi.!.) ).
1^ - Hat (liiri-li .bis Wort Colt.'s oiiic so f.'stc uiid sidior.- Tonn .■rluiltcn,
siclKT L4tclir, l or AngrirtVu .'os.hüfz,. i) = Das hoiss,, von .rse.ul cuc.n
ist st)
■■^ ,vt..5». J.&S. ^•A.ajeia:^^'»
458
459
nörgelnden Verstände. 3) = Worte hissen sieh nämlieli drelien und deuten,
l) = So konnut denn iiueh dieses Drelien und Deuten mitunter in
l>ezug auf die vier Flüsse «les Tara dies es vor, d. h. sie erfahren al.s<»
uueh gelegentlich eine andere Deutung als die ihnen zukoniinende. Somit erseluinen
die let/.teij Worte Luthers als eine Anspielung auf st^iii höse.s llein , wovon
es n. Ii:n liiess ^quod ego experior in Crun- nien i|uod niiper fricando nirsus
aperui, et sieut ex paradyso ijuatuor <M»ei»erunt erum|»ere flumina.
Von demsell»en liiisen Uein ist die Kede n. I7:{(i und ls|u.
1(>72.
Aiunt, exi)cnentiji i)rol);itum esse, tres bnffniics') translixos in
Sole-), a]M)steiuati inipositns, liherare ])estil('ntieuiir*).
1) Kröten. 2) In der S.mne gespiesst. :t) — Wenn man sie auf ein
Gesehwür {(iiöuniiffc) gelegt hahe. den (Üftstoff herauszögen. Vgl. dagegen
IJindseiM, ^h; /llufo (die hallisi-he llandsehrift l.ueoC), krötte) traustixus a Martino
Luthero, «lixit eerta experientia eonipertuni. wer drey dorre kndten hette an der
sonnen gespisset, et imponeret apostemati pestilenti, so s(>ls <lie gielVt tzu sieh
tzielien vnnd den mensehen lihriren, »piia prius veJU'uum ahijt. Materia autrm est
apta ad apprehendendum veneiuiui, sunt(|ue duo genera ranarum, ruifoues, srliwart/e
erdt krötten, Kana lutea, giehliehe, die bunt sein (!)\ IUe h'tzten Worte von
materia aiitem est au maehen ganz den Kindruek eines spiiteren Zusatzes.
Bei Kebenst. I, '^^ '• fehlen sie aiu-h zum Teil.
Vi])era ser]>eiis iioeeiitissiina traclit dem nie u sc hon lieffti^
naeli, sclieust ylini nach dem ;Mi«;e sieht, idei» nmi sine eanssa
advcrsarios Kuanp'lij (Miristus') voeavit viperas-).
1) Matth.:i,T; IJ, :»l; J.'?.;}:?. 1) Nur bei l'.indseil 11, H»T. wo sieh das
Obige ganz ähnlieh findet.
H>74.
Ut filins habeamus [00.")!, lieist nieht et.nennibere enni uxorc,
Sed eredo in Denni ]>atreni (»niniiini ereatoreni, Vnd wer leng,-sanii)
knmbt, dem g,eredts am reseliten, leli habe ein virtel Jar
gefast-).
1) Vgl. die Formen lenger, h-ngest. SteigerungsfurnuMi zu lang. 1) -- Gefastet.
Obiges ist in der hallischen Handschrift in folg(^n«ler Weise ent-
stellt „Opera coniugij et couccptiu. Martinus Lutlierus gravidam suam uxoreni
iaetus insi»exit «licens: mein HcIk; Kethe du thiisr mir es t/u ehren, ^\\\\w Dei
benedicticme et tua foecunditatc me patrcm sex liberorum (Ml Luther liat
überhaupt nur :. Kinder gehabt! Das jüngste, seine 'I oclit»'r Margarete, ist
\W,\\ geboren. Wahrscheinlich ist in der hallischen Handschritt als
sechstes Kind der berühmte Sohn Andreas mitgezählt!::) Vgl. ii. ^I.">
nebst Noten) fecisti. (jui tauM'U rarissime convenio, et secunde pmci-dit, ut
agnoscamus Denn» patreni creatorem coeli et terrae, fructunu|ue ventns
ilUus esse opus, et Ijenedictionem iuxta l'salni. IJs. Kccc liaereditas Domini ete.
der weiss es wol tzu schatVeu vnnd tzu erneren. At obscoeni scortatorcs et iui p u-
rissimi coelibes monachi etc. (vgl. den folgenden Al»satz). Die deutschen
rischreden bieten mit Cordatus mehr iii)t'rcinstiuimend .Kinder, s[irach D. Martinus,
sind (lottes Segen, stehet nicht bei uns. Es heisst: l«-h gliiube an (Jott Vater,
Schöijfer Himmels und Frden; der weiss es wohl zu schatfen und erniihren. Khi^v
die Mönche und Papisten fliehen die Fhe tV.- Vgl. Hinds. 11, :t.»:?. Keb.IL
105 s KrL A. Ol, 204, Förstern, u. 15. IV, is.
1(^)75.
Monaehi et Pai)istae fugiunt eoniu^^ium non preptcr libidinem
sed nndestias. Et eum se lingunt Coelibatu eastissinios esse, liabent
eorda et verba long-e se])arata, Ide«) ajdissime dieit Tau Ins') in
hypnerisi l(Miuentium mendaeium, lleden anders den sie im bertzeu
haben. Daniel pnlelire eos ])inxif^), Deiim ha])et Maosin ete.,
<pii missa fuit, cpiae aurum dabit'), Et erit in e()neui)iseentia^),
das ist Coelibatus. Ista duo sunt duae statnac. daran sieli
Samson maelit. «pias si promitteremus, taeilis esset eoneordia, scd
nun ])ossumus, den aut'f diesen zweien seulen steht der
Antichrist-').
1)1 Timoth. 1,2 „in livpoerisi lo(|Uentium mendaeium et cauteriatam
habentium suam conseientiam'^ (Vulg.). Luther meint , Paulus spricht von der
Lüge derer, die in Heuchelei reden"' tV. 2) Daniel XI, 37, :;s (XU, 2, W) M l^eum
l»atrum suoriim non reputabit: et erit in con c upiscentus teminarum, nee
«Miemtpiam deorum curabit: (piia adversum universa c(msurget. Deum autem
Maozini in h»co sm) venera!» itiir; et Deum, (iiiem ignoraverunt patres eius,
eolet auro et argento et lajüde pretioso reiuisciiie ])retiosis^ (Vulg.). :{) Die
Handschrift hat dat. welches v»»m Schreiber selbst gestrichen ist, dann das ( om-
pi'udium tVir <labit. I) sc feminarum. 5) Mit Zusätzen P.indseil H, :i:> ^ Kel). 11
l»i.-,a KrI V. Ol, 2(il. Förstern, u. U. IV, 0^. Vgl. ferner n. I ln«.i nebst Noten und
ParailelsteU'en , auch Krl. A. Od, 211 1, Förstem. u. P». 111, 2.Ss, Krl A. »U '-^^o 24/,
Förstem. u. 15. 11, lir», Pindseil HI, 2r,4, Uebenst. II, SU», mit dem Schlüsse des Obigeu
Krl. A. 00, 2'.»s, Förstem. u. H. HL 201. Pindseil I. i:v.», Rebeust. 1, 70^.
1 1 »70.
Daniel ist ein gewaltii;'er i)r(.pliet «;ewesen, (piem Christus
dilexit, et a])tissime h.eutus est de Christo et Antiehristo. quod
rei,^naturus sit |F>0(;| intra duo maria Constantinopoli »), sed loeus
mm est sanetus-). ne^pie ita eolit Deum Maosie neque eoniugium
])rohibet^). Dieit») (luoipie. er solle von seinem Herrn verlassen
werden, Das lest sieh selioü an^) eum Kei;ibus6), qui ab eo
deseiseunt. Ideo tantum eredite. Paijam esse AntiChristum'l
1) Dan. XL i:. (Xll. I<») -Ft figet tabernaeulum suiim Ai)adno inter
maria super nnnitem indvtum et sanetum (Vulg.). 2) = Aber der Ort (Con-
stantinopel) ist kein heiliger. :i) sc. 4'iirca ut Antichristiis (Papa), dessen Herr der
Teufel ist (Vgl. das Folgen(h'). Vgl. Dan. XL :i7. :i^ (XIL 2. .i). j) Dp. XI, 4o
(XII, 10) „et veniet iiscpie ad summitatem eius, et nemo auxiliabitur ei _.
.*.) = se gerere, sieh gestalten, den Anschein liab(Mi. Vgl. De Wette br. 2, ".1».
wenns geschieht, wie sichs aulässf. Dietz I, ^9. 0) Wie z. 15. mit Hemricli
von FnHand. 7) Dii' si>ätereu 'rischre<len haben das Obige, dessen kurze,
präcise Fassung (»hne Periicksiclitigun-- des darauf bezüglichen 15ibeltextes nu
Daniel weniger leicht verständlich war, mit ehier Art v.»n Commentar ausgestattet.
So bietet die hallische Handsclu'ifT Fi.lgendes .Daniel fuit e.veellens propheta
den Christus lieb hat gehabet, ut dicen-t: qui legit. intelligat. hat er doch
von dem greul so klar geredt, als er ihn sclion gesehen hat. \ ide totum
12 Caput. .Incipit (|iiidem Caligiilae et aliorum lyrannonim tempore, sed aperte
«licit: In h>e«» sancto inter <luu maria. das ist Komae in Itaha, da sol er
regle renn. Tiirca etiam est inter duo maria ('«.nstantinopolis , sed non
est loeus sanctus, ne.|ue ipse ita ciiltum Dei Maosim promovet sc»
verbeut er auch ehe nicht. Ideo Daniel proprie in papam resi.exit. qui
utrunuiue summo furore efticit , sed dixit: Fr sol auch von seinem herren
verlassen werden. Fs lest sich wol an. <lass ihn könige, tiirsten
bereidt lassen sitzen. Darunib bitt»- ich euch, ihr wollet so gleuben dem
Daniel, das der Hapst der Antichrist sey\ Vgl. n. t;20, 1075, I4u«) nebst
460
Noten, Bimlseil II. 112. Ecbeiist. IT, 50i-, Erl. A. <•«>, 17s, Fr.rsteni. u. B. III, 173,
dasselbe auch Erl. A. r.2, i;is, Förstern, ii. V>. IV. 41i>.
ir>77.
Ihisz ist lumiicidiinn. Hot'fart im'ii(l;u*iuiii. Neid iinn luibet
couiuiiftiiiii iiferl)itatciii viiulietuo, (lunnot eiueni nicht quotl lial»et').
1) Dasselbe bereits v<>llst;in<lijrer n. Mio.
ir>78.
8])iritus sauetus ari^uit muiiduin de ])e(rato, (|U<)d iioii ai;n(»scit,
et reijeit iustieiam in H<>lnni Christum'), Ideo ()])iK)uit se totus inundus
euni sua ]H)tentia, sanetitate et iudieio, mm vidt enini. inlidelitatein
hoc suuni ])eceatinM esse, neciue reijei siiani iustieiani aeciuaniniiter
patitur et solmii Christum extolli-). Ideo ar.iruitur mundus a s]»iritu
saneto, Ideo dieit-*). i)riiiei])em mundi iudieatum*) esse, (juod rete-
rendum est ad ju-iora duo •). Satanas autem liie i»onendus est |(')07|
in ])raedieamento relationis«) eum tot«» suo re^^no et eflieaeia.
Seeundum enim praedieamentum substantiae^) antea est iudieatus,
nunc autem i>er Euan^^elium potentia eins.
1) = Der lieilifxe (ieist wirft «ler Welt <lie Sünde vor, die sie nicht p'lten
liisst, und er (der heilij^e (teist) weist die (Jere('hti<;-keit allein Ciiristo /u. 2) ^^ Sie
will niiuilieh nicht /uneben, dass die Siiiule, <lie ihr anliaftet, der Uni^laube sei,
un«l liisst es nicht gleich^Hilti^ j^eschehen, wenn ihre (Terechti«.?ki'it verworfen und
Christus alh'in hochgehalten wird. :i) sc. Spiritus sanctus. 4) = (Jerichtet
sei. 5) se. non vult euiui intidelitateni hoc suuiu peccatuni esse, neque - patitur.
Das vorhin erwähnte Zweifache ist alst» die Leu^niun^^ der Sünde und «lie
Behauptung der Sell»st^erech t iirkeit. r>) V^l. n. I2in Note 1. Sinn:
Der Satan ist aber hier mit seinem .<;an7.en Ixeich und Wirken in die Kategorie der
Relation (Beziehuut;) zu setzen d. h. als nur relativ wirken d a ii f z u f a s s e n ,
in so fern die Menschheit ihm Spielraum ^nebt seine verdcrltliche Macht zu ent-
falten. 7) Denn nach der lvarei:;orit! der Suh.^tanz d. h. nacii dem, was er an
und für sich oder seinem Wesen nach ist, ist er bereits friiher j^erichtet
worden, nun aber ist durch das Kvanj^elium über st'ine Macht das Urteil gesprochen.
Erheblich abweichend Bindseil II, 2r..-), Beben.st. II, 2I.">''. Das Einzelne kann nicht
angetlihrt werden.
D579.
Aedificare Ecelesiam non est novas caeremonias instituere, ut
putant mein kluirlini;-^, sed eonseientias liherare et eertitieare lide,
ut eareat in^mire-) et duhitatione.
I) = Meine Klüijclini^e. 2) So die Handschrift fehlerhaft. Wahrscheinlich
steckt eine Substantivfoni» wie infirmitate darin, was der Zusammenhang' zu
fordeni scheint.
1 680.
Theologia dat vitam et saUitem, aliae omncs faeultates
ahmt tautum eor])Us ').
461
tra^^endcn Absätze verbunden ist, bildet es in den deutsclien Tischreden den Ein-
"•air"* eines besonderen Abschnittes (dine Jahreszahl.
D)81.
Multo aliter de eadem re loquuntur adolesccns et senex, quia
iile habet e(»r fervidum, wil tluehs hindurch, Iste autem j;raviter
hupiitur et faeit omnia *).
I) Luther nu'int , Der (ireis da^n'^^en zeigt in allen seinen Worten und
Werken ruhige ernste Ueberlegung.
1(>82.
Cum sint du(» in una carne, debet vir expulsa») civitate
sequi uxorem, ut nunc fit multis oi^timis matronis^). Licet ad
medium annum |('»OSl vir exi^ectare possit eventum rerum, et (piae olim
tam diu nonnun(iuam ]>cre^rinatae sunt debereut hanc pacieuter terre
al)sentiam viri^).
1) Wohl expulsam zu lesen. 2) = Wie es (sc. se.iui) jetzt vielen ehr-
samen Fra.U'U (die Landes verwiesen sind) wi<lertalu-t. Lut u-r schemt an «len lall
/u denken, dass Frauen v.m Priestern, die zur neuen Lehre uber-etreten waren,
.•ds .solche nicht anerkannt, .sondern in (Jegi-nden, wo die alte Kn'che noch herrsehte,
nicht selten ausgewiesen wurden. :<) Sin.i: Mag es immerhin vorkommen, dass
der Mann ein halbes .lahr lang den Ausgang der Sache abwartet, so soUti'u doch
auch <lie Fraiu'u. die ehedem (vor ihrer Ehe) mitunter ebenso lange m der 1 remde
(ohne eigenes Heim) g»'lebt haben, eine solche kurze 1 rennung von ihrem Manne
gciliddig ertragen.
1683.
Ich kan auch trincken, lachen, possen reissen, sed
quicciuid de Verbo tractatur aut tractandum est, da vexir mich
keiner vnd las/e viel lachen. Ari;entinae. etiam cum istic
re-naret Hutzerus'), Icctis jiro more Verbis Cenae üominj altiore
voce, omiserunt iloc est corpus meum, et hie est san^uis mcus^),
et tamen interim ad me scril)ebat contradicentem et nolentem omnia
facere. (piae ii>si ad stomachum erant'O. Martine, ists dir nicht
ernst mehus est n(»s inimicos ])crmanere quam tictam societatem con-
traliere^), An mui hoc est hidere in sacrisV Dixit autem mihi hoc
(piidam. (jui Missae ii)Sorum interfuit-^).
1) Ueber Mart. Butzer, der von l.Vili an in Strassburg wirkte, vgl n. 351,/»%
Note 4, l.M;:i, 12:il . 2) Vgl. n. 12(;5. 3) = Als ich ihm widersprach ^nidjucht
auf alles, was nach seinem (icschmacke war, emgelien wollte. 4) — Als
eine .scheinbare Freund.schaft .schliessen. 5) Ganz abweichend Bindseil II, . 5
Nona Mai) .loannes Cellarius Budissenis praedicator Lutherum accessit multaciue
de suis Fnindordiensibus ei narravit, ipu etsi respondis.sent, tamen nihi .syncere
faterentur, ihr andtwi.rdt wer mum, uium. Kesp(uulit Lutherus: Es ist la ^yar
synceriter non responderunt , s.dche vertzweilVelte buben smt sie, das sie nicht
durlVen bekennen, was sie glauben, sunt i.lane Erasmici e amplubolici, Ich kan
auch schertzen, trincken, lachen, frölich sein, aber »» dieser sachen
s ,ott meyner nur keiner nicht. Martinus Bucerus et literis et sua
i/raesenti*a Coburgae humiliter se exhibuit, ego autem eum terrepu-
lliabam diccns, Martine, ist diess nicht Ernst? melius est te nos
habere inimicos, ([uam fictam societatem contrahere, Sehet wasdas
bufflein itzunder thut. Ilesterna die binas aecepi hteras a quodam
qui significat, se iuterfuisse Missae Argentiueusis Ecclesiae, ubi
462
463
verba Christi cjinuntiir. Dominus Tlit'sus in (|ua nocte tradchat iir etc.
Sed ha tu* ver]>a: Uav est corpus nu'inu, )iic rst sanj^uis nious. oniit-
tuntur, so sollen sie handeln, llicrnai-li ersclu'incn «li»' Worte Martine
ists rt". also als von Luther an Martin llut/er ui'riclitet ! \>U' deutschen 'I'iselireden
unvollständig^. \^\. Hrl. A. til, 11. FJ>rsteni. u. W. III. :t:.<>, auch K*ehenst. II, 'M\'\
der nur weidji^ von dem Texte der hallischen llandschrit't ahwei<-ht. (Miij^es scheint
Ende \')'.i'l j^esprochen zu sein.
1684.
Fra ncfordieiiscs suis Ciinoiiilms •) Cnrmu-) concluserunt'^) et
iactis la])i(lilMis ad cos pracceijonnit. iic ainpliiis luissae leiCiMvntnr.
Sed Missa iioii est i»n»liil)riida la])idilMis ').
1) Lies Canonicis. . \'j;l. n. IIK». n. li:U liie.ss es J'Vaucktordeu.ses, «iic
allen Schutz den geistlichen Halun uft' J;esaJrt^ 1) Lies Chorum. ;{) Luther
meint, die Frankfurter hahen ihren (noch (h-r alten Kirche er;,^'l»enen) (Jeistlichen
die Kirchen zup'schlossen und ihnen «liirch Steiuwiirfe zu verstehen ^'e«,n'l»en IV.
1) lieber die Inruhen in Fraidvt'urt im .lahre l.">:;2, die j::ej^cn den noch vom
Maj^istrate f,a'diddeten katholischen (Gottesdienst gerichtet waren, vj?l. n. 1i:i4 N4»te 2,
auch n. li:i«> Note 2.
1685.
Nulluin hacteiHis bal)ui Antagonistaiii |i)()^>|, <|ni in ipso statu
mecnm ])U«::nasset, Sind alzeit ]>ey seit jiusjrelaiirt'i'ii viid nicht
auf dem ])lan'), Mein kunst ist, das ich stelle in statu, Davon
handeln wir. Hie i;-ilts treffen. Ich lauff keinem nach. Den
weliclr^) ein ander») iairt, wird auch müde. Ita Kekium eon-
elusi^) probantem ])rimatum Petri, Petrus ambulavit super niare.
Marc est mundus, Kr^n» Petrus est ]»rineeps Aijostoloruni.
Sie deridebani cum, (pii A])ostolos mundum ajjptdlasset ex Hernhardo.
et eonelusus exelamavit. \ idete, Sanetum Hernbardum non reee]nt.
Da blib ieb aber stebn, lies/ Hernbardum liernbardum sein
et cxponebam, Mare mundum esse, (luod Petrus ealearet-»).
1) Auf dem K ani]>fi)latze. Vf^l. zu Plan die Zeilen aus Luthers Lie«le
„Ein feste liurg ist unser (Jotf*: Er ist bei uns wohl auf d«'m Plan mit
seinem Geist und Gaben. Die s])äteren Tischreden weniger richtig , auf dem
Platz". Doch ist das Wort i)lan hier im zweifachen Sinne zu fassen. Es ist
nicht allein der Kampfplatz in eigentlicher He(b'utnug gemeint, sonderu au<-h
das Kampfgebiet in iuldlichem Sinne, l'nd darauf weist der /usammeidiang
wohl mehr hin. Luther meint daher „Ich habe bi.sher U(K-h keinen (iegner gehabt,
der im Kampfe mit mir bei der Sache selbst geblieben wäre, d.h. sich an
das eigentliche Streitobjekt gehalten liiitte. Seine Meinuug im Kampfe
der (Jeister sei, hie Khodus, hie salta, und dies habe «r (iegnern wie Eck
gegenüber mit Erfolg zur Anwendung gebracht. 2) Mittelhochd. kounnen die
Formen wie lieh, niederrheinisch wilich, althochd. welich = welcher vor.
Weigand II, l(»s;i. :{) Gekürzte Form tÜr einen andern. 1) = lu die Enge
getrieben. b) Im Einzelnen abweichen<l P.inds<'il I. I |s, IJebenst. I, ^»M». Die
deutschen Tischre<len mit Zusiitzen Erl. A. :.'.», 2P.>, Fr.rsteni. u. IJ. II, '{'»l. Es
scheint von der Leipziger Disputation die Rede zu sein, was in den späteren
Tiseliredeu auch bestimmt ausgesprochen wird.
1686.
Vi maneas in statu, semper eoj^ntandum est, «»ims non esse, ut
per montes eurrat et avia ') illum-), qui vult vineere duello '), «cd in
praesente et desiguata area^) esse manendum, ut vineatur duellio^).
1 ) r= Dass der über Berg und Thal zu schweifen braucht, der tV. 2) Lies
ille. :\) ^ Kedekauipf, Disputation. l) Auf dem bestimmten Kampfplatze,
auf (h'ui der Streit ausgef(»chteu werden soll. 4) Du Cang.' I, 2(»^ „Duellio,
l)Ugil, (pii etiam Duellius dicitiir, et inde Duellis per compositiouem, id est,
ilUrjmgil, (pn perseveranter durat in duello'. Am einfachsten wird duellio mit
Duellant, (Jegner zu geben sein. In der hallischen Handschritt ist das Obige
zu Folgen<leni geworden Jta tribus horis disputavi cum Eccio claro verbo et
l»atrum dictis siui dicta ex patribus collecta refutans. At homo ille vanus exelamavit
, Domine Dt)ctor, vos seuii>er petitis priiiciiiium. Aderat (piidaniLicentiatus iuris
homo senex mihi applau<lens, tjui cum suam causai.i proponeret, Eccius vero aliena
dixerat, extra causam, ibi Licentiatus resi»omlit: Herr dockter, ich gini «Mich der mühe
wol, das ihr vber berge vnd thal loffet, abe r h ie is t der plat zt, da wir
treffen solle uu. Ideo in st :i t u i>ersist en dum es t, sed ipsi habent conscieii-
tiam, wan er harivt iler streiche niciit (!!). Vgl. liiu.ls. I, \ W), IJeb. I, ^P«. Die deutsch.
Tischreden weichen Erl. A. .V.), 22ii, Forst, u. li. II, .i'.»:. von den latemischen wieder
giinzlich ab und überliefern in weitliiiiftiger Fassuug einen V(»rtall, di^r sich
nicht auf die Disputation mit Dr. Eck, sondern auf ein lledi'tiirnier , mit in einer
W idersa«-lier einem- und auf einen Ji'inen alten Mann- l>ezi«'ht, der
,,dabei war und mir ein Exeni]»el vcni einem Licentiato <les Hechten
iiuil von einem Ihiktor erziihlet, dii' wider einander in einer Hecht-
f«'rtigung zu IN-cht gesät zt hatten". Dies»' DitVerenzen in <ler LCber-
lieferung der deutschen und lateinischen Tischreden werden mit Kecht auf si):itere
Zusätze hinweisen.
1687.
Krrores e(mlitendi sunt, (^uid (Miim maici^^ est bominum (piam
errareV VA eico inj::enue fateor, me in multis |('»1()| errasse.
sed talibiis, (juae erant extra fiden» De fide enim et i;ratia
eoustanter doeui. AliJ volunt e(meordes mdnseum esse et diversuin
doeere ').
1) Vielleicht d«.cent. Vgl. P»imlseil I, 11'.», Heb. 1. M ', Erl. A. :>«♦, 221, Forst,
u. P.. II, :<li:., ;{1)(i. In di^r hallis<'hen Handschrift limh't sich l\»lgender Schluss
..Arrogant sibi nomen nostrnm et diversmn docent. (.Miiiilut conjicere potest, si
conveniremiis euiicorditer, so würden wir wider «'inander ui<ht schreiben. Ergo tu
Cellari scribe contra »mjs et eorum technas revela''.
1688.
Nos manebimus eum voeali verbo'), bey welchem medio
<ler teuffei nicht kan bleiben, (luemadmodiim Inunines ferre non
possunt Deum coriM»ralem. (jualis ncMjis est factus-), wollen
sjMritualem Deum llaben=0 et multum i;loriMntur de usu , cum
usus sine re sit li-inentum '). Missio Dei-') est res. DM])tismi sacra-
nu'ntum est res. Ipsi non discernunt inter rem et Sacramenti usuni,
A«|ua, dicunt. est acpia. Sehen aber nicht, (^uod sit aqua Dei.
Contra mnlti babeiit rem. non babeiit'') usiim. id est fructum. Sicut
Papa balH't Kemissionem ])eccatorum, Verbum. sacramenta, Usum non
habet, Ideo discernendiim est inter usum et rem").
I ) Vgl. u. \K\, 7."), 12(i4. 2) sc. Christus. it) Vgl. n. i:{^:<. 4) De usu sc.
sniritiialis Svl Sinn: Wiew<»hl ein Nutzen, ohne dass etwas Wesentliches damit yer-
m
464
Zusätze cntliält, mit den Worten hejriimt „Anno ir>ll sagte Doktor Martin Lnilier
vber Tische zu Maj^äster .lolianne Mattliesio und andern seinen ristlijjceseiU'n".
Freilich können Luthers Worte an Mathesiiis j^criclitet j^cwesen sein, Je<lentalls ist
aber ir>31 zu lesen, da Cordatus Aufzeichnunj::en nur bis 1537 reichen. 1531 war
aber Mathesius auch schon Luthers Tischji^enosse.
1(389.
Ich wolt ein schwermer ^ern tru^^en, (immiodo eertus esset
ex argunientis eordis siii et co^itationibiis extra verbiini, Nos hnhemus
[011] seri])turain, miraeiila, sacrameiita. testimoiiia, Misit liliuiu suinn
in earneni, de (luo dieunt: (jueni vidimus, contreetavinms etc. Dohey
wollen wir bleiben, 81 nos non audinnt in nomine Dei, andiant
alios loquentes in nomine suo, Qni iion vult vit/). eredat mendatio,
Alszo sols der weit ^^ehen-).
1) = veritateni. 2) Die hallisclie Handsclirift mit folj,'endeni Schluss
„Noluit credere veritati, audiet niendacia. Also sol es der weit jj^ehen. N(»n nie
Doctoreni, sed te deriseris ipsuiu^'. Vj^l. P.indseil I, ;5s, Kebenst. 1, 21 '•, Erl. A, 57, 07,
Förstern, u. B. I, 71, Erb A. 5U, 202, Förstern, u. li. II, 3s2.
1()90.
Non est prohilntum in scriptura, filium mortunm ]>atrem
dolere viventem, (^uod saneti ])atriarebae idem t'eeeriint, Tantum
adbibeatnr modus, et Cbristianus ad luetum suum etiam consobitionem
habet, nemiu« illam. (\\wd domum ») reeeptum a De«» rursus Dens rejje-
tiverit, velut Job'^), qui dixit^. Dinninus dedit. Dominus etc.
1) Lies <lonuni. 2) schaue cousolationeui habebat. 3) Iliob 1,21.
1091.
Qui bonorum et malorum rectam facit c()m]>arationem, ]»lura
acquii-it (piam perdidit ut Job, Ideo non sunt iiirendi o<Mili in pnu'sens
malum, sed in alia donji multa. ([uae usipie :id bue reliquit nnbis
Dens, Vt') mortuo filio, non abstulit tarnen coi^niitionem verbi. reliquit
conscientiam bonam, quae melier est omni bono, iMala enim'-) vera
mors est et infernum.
1) = Wenn auch. 2) sc. conscientia.
1602.
In morte filiorum coptare de)>ent ]»arentes |r)12|, Abraham
longe acerbiora passum, (pii iussus est occidere proprium lilium, Et
Jacob, filium suum a fera laceratum, et Da vi dem, a lilio expulsum,
Deinde certa consolatio parentum est, Dei bonam f'uisse voluntatem,
ut moreretur tilius, Qui aliud se ') suadet Satlian est-).
1) Es ist wohl eis (sc, parentibus) zu lesen. 2) Nach den späteren Tisch-
reden jrehören diese drei Abschnitte von n. IC.'Hi ic.'.ri /usannncji und ))ild«'n eine
consolati(», die Luther an den Wit t enberjrer .luristen Dr. r»enedict
Pauli gerichtet hat. als dessen einzi^^er neuujiihrif^er Sohn, der Spi'rlln^^sne.ster
ausnehmen wollte, vom Dache fiel und sich zu Tode stürzte. Unter der Ueber-
schrift „Consolatio post mortem alicuius chari" leitet nämlich die hallischc Iland-
schrift das auf den obigen Absatz Bezügliche mit folgender Notiz ein „D. Benedict i
465
Pauli Consulis Wittenbergae filius novem annorum sub tecto pas-
se ribus insidiatus delai)sus est et expiravit. Cui D. M. Lutherus haue con-
solatioMcm exhlbiiit". Anderseits findet sich in den deutschen Tischreden Erl.
A.:.^, 375, Förstern. 11. B. II, 17 1 am Selihisse eines Absatzes die Bemerkung „Mit
welclien Exempebi er Doctor Beuedietiim Pauli, den ehrlichen Mann und .luristen
tröstete da sein einiger Sohn in sein Abwesen vom Hause sich zu Tode gefallen
hatte". Dasselbe auch l'.indseil I, rü, Uebeust. I, 33=". Die späteren lateinischen und
deutschen Tischreden abweichend und in s(ihr weitlä uft iger Fassung.
Besonders ist es n. l(l'.»2, die eine weitgehende Ausführung in ihnen
erfährt. Vgl. Bindseil coHocj. III, 2(Hi, Kebenst. II, 2«, Erl. A. CO, 140, Fr>rstem. u.
B. III, 14 L Zu Absatz n. l(i*»2 vgl. auch p:rl. A. 5S, 374, Förstem. u. B. II, 174,
Piudseil I, ")(;, 57, Uebenst. I, 32 1'.
1()93.
Qui intluentias timet Astrorum, sciat orationem esse fortiorem
Astron (Muia ').
1) Dau-egen Bindseil colkMi- II, l')l „Si coucedimus oratiimem esse fortiorem
Astnmoiiiia.'^etiam concedere cogimur orationem esse fortiorem Astrologia. Quod
autem oratio fortior sit Astronomia, patet ex historia .losuae, de solis statione"
Vgl. auch Kebenst. II, 117''.
1G94.
Abraham in extremo Die male nolns pracdicabitur, quod longe
plures (piam ii)se ])roniissiones habeamus et non credimus '), W<-'^> ii^m
meum"^), si Turca imminet nohis'-*).
I) Vielleicht credamus. 2) sc. est. 3) Dagegen Bindseill, 50 „Abraham
tantam habuit iidem, ut ([iian«!«» resurrecturus est in extremo die, nostram mcre-
<lulitatem increpabit, ilicens: habe ich (b)cli nicht den hundertsten teil so viel
promissiones gehabt als ihr. liabe denu(»ch geglaiibet, soUe den vnser herrgott
nicht türeken vbor vuseru hals schicken i»ropter incredubtatem V" Vgl. auch
Kebenst I 32 '•, Erl. A. r,s, H7 l, Fr.rstem. ii. B. IL 171. In allen späteren Tischreden
bildet das Obige die ersten Sätze eines Abschnittes, der Aehiibches wie n. U.«>2
(Vgl. Note 2 am Ende) enthält.
1(395.
Adulti iidem nescio. i)otest enim mentiri, Deinde unius testimonio
non creditur. Verbum Dei i)raecipiens est attondendum. et Deum attende
dicentem, iirediüt, teufft. absolvirt. Incrementum mihi i)ermittite,
Ana])a])tistae dieunt. Si credideris etc.. Solum mandatum et verbum
Dei sunt consideranda ').
n (Jauz abweidieud, mit vielen Zusätzen und in weitläiiftiger
l-assuug Bin.lseil II, ^7, Kebenst. IL r,5'., Erl. A. Ol, S3, Förstem. u. B. I1L4(M
Das Einzelne kann nicht augetiihrt wenleu. Mau müsste sonst den ganzen 1 ext
d.-r späteren lateinischen und deutschen Tischreden zur Vergleichung heranziehen.
Vgl. Cordatus n. IL".; nebst Noten.
IGOO.
Nubcs currentes |(>l:i et non dantes ])luviam, sunt iusticia
Leg:is, (juae mullum ]>ronnttit et nihil dat nisi hypocrisim ^).
n V'-l Frl \ r,s •)'.Mi Fi-.rstem. n. P.. IL li:. ..Wolken ohne Kegen sind wie
das Cesetz'^und seine (lerechti-keit, welches wcd.l dii' Seligkeit verheisset, aber
iribl keine Seligkeit, kanns auch nicht geben, denn <'s ist auch darum nicht gegeben.
Wie S. Paulus zun (Jalatern am dritten sagt: „Wenn ein Gesetz gegeben wäre, das
30
466
da könnte k'bemli^ machen, so kiinio dii^ (iereclitit^keit walirliatti«: aus den» (iesetz"
Darum ist das (leset/ nichts anders denn ein soh-he Wolke, die sieh ^yol steUet,
als wollte sie Ke^en j?eben, pbt aber keinen" (!!). Vj?l. auch n. i:.u:. nebst Nott-n
sowie Prov. 25, 14 „nnbes et ventus, et pluviae n.m seipientes, vir j;lonosus, et
promissa non complens".
1697.
Qiii privati sunt et contra Saeraniciita bMiuuntnr. viin faciunt
officio praedicationis 'lif') pvinio. quod ])crsonn nun sit vocatn, secniMlo.
qnod in tabernis et locis ]n'nedicent ])raedicMtioni non a])tis. 'Inlis
credat et doceat in aedihus snis ((uod vult, ne(iue ix^test proliÜKMi per
467
getretten, et vocatns veni et respondi^).
1) = duplieiter d. h in doppelter Bez. 2) se. de saeramento. li) = Sopr
die Juden, da sie oflenbare (iotteslästerer sind und (somit) ^'euMedcn wcnh'u
können, mai- man duhlen, nicht aber so dicr Sacramentierer. l) Kies non.
T)) Obio-es tindet sich wie n. :m und der erste Teil von n. .'MWi in den latemischeii
Tischreden als ein Stück aus einem mehrere Druckseiten umtassendeu Absclinitte,
der die Ueberschrift träfet „Quomodo cum fanat icis aj^endum instrurt lo
D. Martini Lutheri Domino .Toanni Mantel in Mulhausen . V^^l. .md-
seil II, UK Kebenst. II, 'M)'K Die Fassun«: der s[»äteren Autzeichnun-en bn l.iiul-
seil II, 4:^ Rebenst. II, 41^ die Folj'-endes als Einleitung;' erklärend hiuzulu^^eii
Addebat D. Martinus Lutherus talem etiam fuisse Cobur}::ae Moer n<nmne, militem
valde T)eritum, principi p:iectori cariim, sed sacrameutariuin, cpii ubi.iue contra
sacramentum et pios i)raedicatores (^tVutiebat. Trinceps ea re comperta, cousi mm
ex me petebat, cui id dabam consilij: N(»n ].ermittendum, ut <i u is pul»l ice
loquatur contra sacramentum etc." ist im Ver-'leich zu Cordatus eine j^anz
abweichende und mit einer Menge von Zusätzen versehen.
1698.
Das recht Conciliuni ist itz. ([uiM Christus») ]H'aesidenti
Angeli assident'^), Nos accusaniur i)cr Satanani et nuindmn suuni, et
respondemus per Verl)nnr*).
I) Lies Christo 2) Die Worte an^'eli assident bietet die Handschrift
zweimal. ^ :<) Erl. A. (»2, C.IJ, Fiirstem. u. F.. IV, :{42 „It/t ist das ivchte Coiicilium
denn Christus ist Präses, der Präsident und olu^rste Hej^ent; (be Knp'I sind
Assessores, die P.eisitzer. Wir werden an^ekla^'t, aber aus und durch Lottes
Wort antworten wir".
1699.
Job est exenijduni peccantibns et resi])isccntibns [(;14|, Vxori
snac non nocuit Satan, (piia ii)so ])eior fuit, Oninia iidei exemphi
sunt ntilia').
1) Das für utilia im Texte stehende Compendium kann auch mit univer-
salia aufgelöst werden. Doch ist utilia = lehrreieli richtig. Vgl. u. lolT.
Iliob's Frau n. 1224, exempla tidei n. 1(»4:{.
1700.
Als weni^' die kinder wissen in inutterleib von ihrer
anfart'), so wenig wissen wir vom ewigen leben.
1) = (;rburt Der Ausdriu'k anfart vielleicht schon damals ein lechnisch
bergmännischer. Sonst ist Mittclh. daz anevar -- Anlande, Ufer, im ^^-^jf^-
h.mdcrt anfurt = Landungsplatz, :iuch die aniurt, in dem man das Mittelh
,1,.,. „„d die vurt-= Fahrt nahm. Wcigaud I, r.2, Dietzl,7. Die lorm an 1 ai t
ist zur Zeit Luthers selten. Nach Dietz I, TT steht sie I. Moses l«), 1.5 m den
älteiM'u Drucken.
1701.
nriMMMilogia non hahenius Minorem, sed tantiim Mai(n-em »),
Tlie(do-ia est i)romissi(», Promissio est veritas. Lex est Juris-
pnidentia, Ideo et error'-), ((uIm nullani habet dennmstrationem,
(Miristiis est demonsiratin 'Fheologonim"').
1) sc. piop,.sitiouem. Luther m.'iiit JMe Thcoh»-ie ist stets der Obersatz.
iMiu dii- riii'oh.d«' ist di.' V»M-heissuiig. Vcrheissuiig :iber die Wahrlicir. 2) sc.
,.st •;) Luth.-r meint Daher ist es «lenn auch »h'm Irrtum uiiterworteii, weil es
keinen Ueweis liir seine lii.-htigkeit hat. (Iiristus ist dngegen der P»eweis für die
Lieht igkeit der Theologie.
1702.
<'i>niu.ti:inui
ikeguuni
Sa<-«'rdotiuiii
II (leci.iiouiiMni | ,.••„,, ^ | Fositivo \
|N,li,i:n., •»'»' ;;""^ ('<m,parativ<.
Fuanu«'lium
Supcrlativo
cum
tarnen
omui's
Nascamur ex Con-
iugio, Dt^fendamiir a
Legno,Sal vemur per
Luaugi'liiim, (pUMl
pracilicat iiobis Sa-
cerdotium.
1 7o;3.
Kst non regit niundiim. sed non.
.usus earnm*'
Non claves, sed
(veritas) .usus earnm'' (mendacium) .variatur" ')•
1) Luther meint .Das Est (uiimlich die Wahrheit) regiert die Welt nicht
s.md.rn das Nein (iiämlieli die Lüge)'. Vgl. m ov und m /n, oi- Nicht eut
Sehliissel (dir Kirelu«) sind (der liig.Mih.ilieii Welt gegenüber) verschieden, sondern
ihre Anwendun- (:ils Linde- uiul Löseschlüssel) Die <UMitsehen Iischrnlen Erl
A .V.> IT".», Förstern, u. F.. II. :i<.l abweiehcnd und uuv<»llst:indig Aus Kralt der
Sehliissel .soll mau von heiudicheu Sünden absoK iren. Der Kirchen Seh 1 u sse
sind an ihnen selbs nicht unterscheiden, sondern ihr brauch ist
mancherle i.
1704.
Ministerium vi >) debet ]n'ocedere. etiamsi indigni [015] eo
sint auditores. Kuangelium est ]m1)liea absolutio. Apml Ministrum
aiitem est abs(»lntio jirivata').
\) ^. verbi. 2) Abweichend Frl. A. .V.), IT'.i, Förstem. u. W. II, :;(il .Das
KvanLM'lium. so öffeiitlieh verkündigt und gepredigt wird , ist die
ötfenniche gemeine Absolution, da allen, die Lusse thun, Vergebung der
Sünden auirezeiget und angeboten wird. Aber die Ohrenbeichte ist die
sonderliche Absoluti^m, da einer i
entbunden wird.
n Sonderheit von Sünden absolvirt und
1705.
Si iustifieati ])aeem halient. ergo non habentes paeem non
md ii.stilieati, (,Mn sie lentaretur. uiioi-feret seire. vitam seil iustn;iam
diristianam a-ere •) in medijs tristieijs, tnrbationihiis. attbctnmilms,
au'
.-«feirtiJm^W«
468
hat
moitibns, Sunt tanicn filij Dei tulia i)acientes, Juxta illiu tili lui
ne neslexeris 4 l.el.r.-^), Si ct" sunt tili.) Dci, n.m iu;^'liu;n..ti.r a
Dco maximc a Satana vcxati^'). VA de bona voluntatc Dei crga cos*)
decet, ut in mcdijs tentationil)us sint lacti et de l)ona t-onseicutia ex
fide per fidein ^).
1) Sich bewege mitten iu Traurigkeit, l<mn.ner Triihsal »,ul ■l\»l IV. 2) Viel"
lelir llel)r 12 5. :i) Concessiv zu fassen. -1 = Ln*' *'*"' r\ Vm i ,
nat ff 5) = Und ein gutes (iewissen hal.en in> (ilaul.en • uivh den (.laul.en
DU> sD-iteren Tischreden erheldieh ahweielu^n-l und mit u.anehen Znsatzen. Die
hä lis'e^f Hands'jhrüt (lihnlieh auch die .len.sehen nseltre. en) nm "f »;;.";,, ;]
ffaneo- U.ietor Martinus interriigatus, i|U()in<.d,i eims.ilandi «■ssent, «lUi nam rent
Sn l^abeant, se n«n esse .; nun.ero instornn. e. -^^Ivat-dormU; '1»';;^ P; » ;
non sentiant, qnan. tanuiu pi.i hal.ent inxta '"''V'"" V! n.; fita n ess ete
hal)emus. Uespondit. AduH.neatur vitam (hristanani *• \VS' \ S^,^ .. 'i
Vgl Bindseil 11, :m7 (Knde der Seite), ErL A. H», 152, Ferstcm. n. 15. HI, l-^l- Bt.
Rebeustock fehlt das Obige.
1700.
Fax ex fide, de ((iia P.'), omneui sen.snni siiperat adco, nt in
morte, in qua nil.il minus videtur (luani i.ax can. o,mrteat a( esse.
Caro et se.mus ucseinnt illain, sed sentiiint l.ella et .nquu.tn.lnu-in
Unf>l Sie Davidn (inaciitur. non esse pacom i.ssihus suis rsu
Christus in erucc paeen. sensit, et si Ci.ristianus non sentu-et tal.a
uuorsum attinerent proniissiones Kuanfcelii et ConsolatK mes .^ Item
«ratiae imiedieatio , ut sunt, Pauiiercs euan-eii/.antur'), ^oli
timere,'pnsille grex^). Snseipite i"fi^"';"'OvJ"V'CH..n eon-
solemini'-'), et nn.lta similia, ((uac maxinie taliims •) dieta et seiipt..
sunt ^ )
i) = Paulus se. dieit Rom. 5 1 2) l>sah„ :.s, 1 ■!)^^^;',!;;;,;"- ;;:
1 antu '' % Die'^ ,alU he'l'landsehrl'fl mit Iwigcn'd.'n, Kingalge -Se,l ad „...In,
PauH de nace ver m est, habent paecm in «de, sed ea est invisibil.s, superans
nmnei sensnm ta n in m..rte vitam u,.s habere sper.Mnus, etiams, non
scntiamüs-. Abweichend IVmdseil II, H"s, Krl. A. Uu, ir,:i, l'ürstem. n. U. III, l-l.
Bei Rebenstock fehlt das Obige.
1707.
Christian! seniper afflietiones hahcnt et scntiunt tristieias.
Ideo datuin est prinunn piaeeeptum, nt tristes consolemur et alllietos.
Tantum adniiftantur Consolationes! ')
n = Möchten sie .sieh doch nur trösten las.sen! Die deutschen Tischreden
haben stitt der drei letzte« Worte l-.,lgendes: Und wiedernm, ,l,e n,
soUdLlnfeehJungen sind, sollen sieh an.h.n.s.enlass..,. oder ,e de cm M
469
-t t tril)') Du ist yhn allen die krafft entzogen'^), et mnltis
pcrmissa^') .nolestia aut etian. praeeepta in reeonlatiouem mobedientiae,
fürs dienen ist yhn gebotten*) gepoteu').
n — Terra gerinlnabit tibi tribulos (Vulg.). Gen. :i, 18. 2) = Da (nach
.lem S 1 d;;;.fallc"1srih«cn (.sc. creatis) allen .lie Uralft •1.1,.dasMHS 'lahni 'l.ncu
hl'Crd^m folgernden geifot-' '-, .l':i"",,ij' %Ä gTbi=,fn'= g^e"
bieten. \Veigand .,'-*'' J.f. ;,.)■. t'„r Martinus in lecto decumberet et a
abweichend tolgemles -"r'^^'; '' 'v., '.'"W',^ ''A',//a" ,,«) ouare Dens hitec et alia
=» ivss^S SH "i 'ti-i- -ist -sfs
mit (U'ii J'^ •>l;"'^\\' t 1 >< m v..n. t't trii.<'-n"^sioiicin Adac omuia win nobis facta
kralVt cnttzo^on, dass sie viins nicht mer sollen dienen". \ gl. auch Kcb. 11, HJ .
1709.
Qui autem
talilms (»tVenditur, ]»atitnr <»tVousinnem nemiuc dantc^}.
,) =Dazu wenlen klar dargelegt die »^^tigen Anschlä|^ buhl^i^ier W^^^^
.tesgleichen, was der Kltcrn und jungen knabe -\.' * f' ^^^i*;,;,'' „ "i^iiJen is,, „nd
i-f^i-'ii;nr\,l^''S,g:fr J^^^
(;„..u,edien furgeballen,_ welchs denn «;,;'',■, "f,.,:;^^,;:;," fleht erhalt..«, denn
''••"rT'n'Fhes.'lnd' ■'("';''* '"")=" Wc'^.br'an de^eichen Anstoss nimmt, der
C•''di;':^],trnd Die de?,,sehen^
oSnlX-hu,..; inn o,o;si;i;\;mh;rö^ i "i^^'i^^^^'^^.r'''^.^''"'^'^^^^^^
T):«.io«a u 'u\ü Uoi T?.> u'nstock tehlt das Olugc. ■ ^ '.^ ' •'V^ .'•... i. .:.i,.:....i.,.,. i>,.,.t.m \hi surach er „Com oedien zu spiUeii
Bindseil II, :M)S. Bei Rebenstock fehlt das Olugc
1708.
Viel aber ir^erteu sich dran, ^rlr^^Z^i^rComo^^
solch Spichvcrk aus l'^'»'^"^^^''".^ '' < ifnh w^^ ff- Auch
soll man um der Knaben in ^^^'^ ^^'^^^^ %':;', y^^l/eX^^^^
sonst bieten die späteren Aut/AMchnmiiren eine Menge Zusat/.t. V gl. i.n. . ,
:t:wi, iMJrsteni. u. B. IV, '^'n.
1710.
Ffficaeiaui luniicndi nun putest maiorem siimerc Con-
,U.nl^'l:!nl:l!:^^^ irUno pvaceepto Ego sinn Dominus Dens
470
tuus, Szo man den stoltzcn das liellisich tVur vnd den Ironien
das liiniliseli paradvsz predijjct, die hoszen strafft, die frunien
tröstet, et mens Forster') dieit, se tantuni a trihus affeetuni
esse, a me^), Cordato et Ma^^ Korer«), et (piod alius afficit,
alias n(»n affieit, Differentia faeit instrnnientonini. ^-leieli wie
ein Messer besser schneid den das ander^).
1) Vj::!. n. Töo, 1(h;s, KK;«», 157(1, l(i2<>. 2) sc. LutluTo. .'{) M:ij;ist('r (U'orjj:
Rörcr, Dhikonus In Wittciiberjj:, -^vh. 1P.»2, .^i'st. 1557 als IJihliotlickar in .U-iia.
VH Fcstselirift <1es Kr.nii;-lirluMj (Ivinnasiiuiis /u Clausthal /um i.utlu'i;|ul>ilauui
n.'s N„tc 1. Dil! hallische" Hamlscliritt „K-^u Förstrrus addchaui : l'ltra trcs nun
autlivi, (lui mc ita atVironint (D. Martinuui, C«>nlatuui. Ma^istruni (Icor-iuiii). <|ui
fiorct, ut alij non ita affii-crcnt ut isti tresV etc. Die «UMitsrlicn 'I ixlinMlcn „Da
sprach Vörsten.: „Ich habe ihr vbcr drei nicht ;,M'liört, derer IVedij^M nur
so wären zu Uer/en fi'c^^aniren als Eure, Herr Doctor, M. Cortlati un<
M Kurers. Wie j^adiets denn zu, dass andere das Herz nicht also ruhri'u und
tretVen wie diese drei?" 4) Mit Zusätzen Erl. A. ö'», HH, Försteui. u. 1'.. 11, :t7:t.
Bindseil 111, 112.
1711.
Predicator non debet se ipsuni iudieare, ferventer ]n-aedieaverit«)
aut frigide [tUSJ, sed anditores, et nie saeiie imduit alieuius
Coneionis, quam alij valde laudaverunt, et ([uae nobis imiltiim
plaeeut, plerunKiuc displicent alijs. et enntra ete. Summa, auditoruni
est iudicium '■^).
l) = Md^- er nun mit Wärnn- odei- IV. 2) Die hallische Handschrift bei
Bindseil 111, 112 in folj^cnder weitläufti^-en Fassung? „Ad haec respondebam: haue
artem libenter addiscerem, das ich den leuthen ins hertz vnnd ('..nscieiitz hinein
reden köntte. sed tani fri^-idae sunt meae conciones, ut picrunniuc de sui;-s;estu
descendens erubescam, semi)er ]H)stea co^^^ito: sie oiiortuit tc haec traclasse. Ke-
spondit D: Mi Forstemi non debetis de vobis in hac re ludicare, siciit nee
potestis, sed ali(>rum est«) iudicium. Et milii hoc ipsum saepi- accidit. ut
puduerit nie habitae eoncionis, existimaus me trii^idissimc conciunafiim,
s e d e a n d e m c o n e i o n e m a l i j p (» s t e a a p u d m v u\ a x i m e c u m m e n d :i v c r u n t ,
sie enim fere tit, ut «luae nobis maximc placent, alijs »»»:v-^»>'y' /l'j^-
plieeaut et ecüntra(!). Ebenso weitläuftii; Erl. A. v.», l'M, lorstem. n. J>. II, ■<< ».
1712.
Wie g-ehet es alles szo sehweehlieb zu. was vnser li. g.')
maebt, ut videtur in lioe infante*-), et tarnen adulti werden wir
szo stoltz.
1) Herr Gott. 2) Wohl Martin «)der I*aul Luther j^emeint.
1713.
Sehet den Hund an, hatt er doch nicht ein taddcP) an
seinem leibe. Hat frische äugen, starck bein. schon weisz
zeen. Ein glitten huzigen-) magen. Corporis ma\ima dona. Doch
gil)t sie V. li. g.'^) eim hunde.
1) Bei Luther der taddel -= der Tadel. Wei-an<l H, ^7»». 2) Adelun^^
tiihrt iui huzeli^s welches zu die hut ze 1 (Mi. .lahrh.) -= j,^cdii r rt e Hirn e ^icliort.
Hnzelij,' (liutzeli^^) lindct sich dann in der Bedeutunjr c i n i^es ch r um pl t ,
gedi»rrt. Die obenstehen<le Form huzij;-, die ich lexikalisch nicht bele^a'n kann,
seheint daher in dem Sinne von a n sL'cd örrt zu stehen, si» dass Luther saften
471
würde „Der Hund hat einen guten, ausgedörrten Magen d.h. einen soleheu, der
alles vertragen kann". Auch wir pflegen in diesem Sinne wohl von einem
Hundemagei" zu sprechen. Doch fragt es sich, ob Luther huzelig hier
nicht _- runzelig, faltig gebraucht, im Sinne von capax = geräumig.
:\) = Unser Ilerr (iott.
1714.
Sicut psalterium est Canticum totiiis scripturae, ita Canticum
Salomonis est laus et Canticum Kcclesiasticorum i), Quid(iuid enim
docef-^), hoc laudat et canit in eo*).
n =^ Der l)in"-c von der Kirche. Doch ist vielleicht Eeelcsiae rerum
zu lesen. 2) sv. Salomo. :\) Luther sclieint sagen zu wollen Alles was
Salonu» im Höhenlinie lehrt, das lobt und preist er zugleich, l.mdsed II, lU heist
es Wie das hohe Licdt Salomonis Canticum canticorum ein gesang
vIkm- alle gesenge genennet wird. Also sey Decalogus doetrina doctrmarum,
eine lehr vbcr all ' lehre 11/ Vgl. auch 1^'benst II, 2«.;.'' l'^l. A 5S, 211 Forsem.
n li II \\\ Luther vergleicht op. exeg. 21, 27(i das Hohelied mit dem Iheuerd.nk
;,ui Maximiliano sponsam Ehrenreich eouiungit*. \orlesiingcu über
«las Hohelied setzt Köstlin 11, i:.<'> in die Jahre I5:{u und lo31.
1715.
Ecclesiastes di»cet nihil valere (piod sit extra tempus, et |()19J
ad (Miinia, (luae accidunt, dicendum Mitte vadere etc.»)
I) In anderer Form bereits n. ^u. Vgl. auch u. l.^s;i.
171(>.
Forma vitae Christiano est credere Euangelio, finis remissio
])eccatorum, efficiens spiritus sanctus, Accideus, cpiod m mundo
pressuram habebit»).
1) Dagegen Bindscil 111, l'.t „rhristiauum esse, est habere Euangelium et
rri'dcre Haec tides adtert rcmisshmem peecatorum et gratiam l)ei. Concipi ur
autem non nisi per si»iritum sanctum, in mun.lo torMuetiir et alHigitursiH spiritus
sanctus erigit. Er wil vnns nicht allein lassen ^ \ gl. auch Kebenst. II, ll^V•T^. ,
<lcutschcn Tischreden hi weitläuftigcr Fassung Erl. A. (U, 12:., lörstem. u. L. I\ , L
\V:is den Sinn der letzten Worte betrilVt, so wird Luther meinen .p^« "7;^^;
sächliih hinzutretende Moment ist, dass es (das christliche Leben) m der Welt zu
leiden hat".
1717.
Caussa per se orationis est lides, per accideus 0, ii"tem
nccessitas, forma appreheudit gratuitam misericordiam, Materiacn-ca
quam-) promissio et praeceptum .»raudi. finis exauditu. sive liberatioj.
h Das Zufälliire d. h. das von den Umständen abhängige Motiv (Not lehrt
l) l^'^f ^-J .%:^^^.;j ,^„, ,^j^. ^^ ,i,.i^ i,,,aelt. Vgl. n. 221 Note 2 -0 Die
spätl'm. Tischreden ganz ähnlich. Vgl. Bindseil 1, (^}, l^^benst. , |.'; Lrl. A. oO, S,
Förstem. n. B. II, 2:i4. Dasselbe auch Erl. A. r.M, lU, l orstem. u. B. II, lU.
1718.
Efficiens caussa Sacramenti est verbum Dei seu institutio
Christi, Materia est panis et vinum, forma corpus et sauguis ChristL
finis ut conservemus lidem nostram. ue (luid dubitemus Christum pro
.472
iiobis datuiii et reniissji csne ]>oi.TJita, VA hoc iiiiU' ut'liiMuni ') conse-
(luiiimr Hive ipso ort -), quod sit iioster salvator, nun .hnlaconim *),
noster redcmptor, iion accnsator. lilK'ratiu', imn raptivaiis '), et (jikkI
non rei^) mortis et (Uuiinatioiiis saiiguiiie Christi iustiticati et salvati
Silin US'"').
l) Dieust, Liel)rs<liinst, Woliltliat. 2) So ihc ll.iiwlsflirirt. Llvs sivt^
ipso offort. ■{) Dio snüttTi'H 'riscliri'drn .«inod sit salvator, non iinli'x"
oder „ilass or unsor llciland, iiiclit ic(.'strrii;;i'r Uii-lih-r Ist", was ricliti^cr ist.
l) = Ililsclicr. .")) = sclniMiir. Lies jt'dotli iios. r») Im Kiii/cliirn ahwL'iclu.'nd
Bindseil III, 2«'., Kebeiist. 11, i:vi «, Er). A. ."»•.», Ion, Förstcui. u. 15. II, .{<»;-).
1710
Latro') iuseientcr peeeavit |r)2()|, et noit in niiserieindiam Dei
necpie per eonteinptnni verhi. qiiod non audivit nisi enicilixus, Ideo
exempinni eins non patroeinatur nostris (MMitemptoriluis et his, (Hii
dirt'enint partieipes üeri vSaeranienti ('hristi in hora mortis.
I) Der Schiiclier am Kreuze.
1720.
Saerameutum est aetio hnmana ('iim inonnssiiMiihiis divinis sen
visibile sif^num enm promissionihns').
I) Erl. A. 50, Iio, Förstern, u. 11. 11, 'Ml .Uap-^iii Sacrameiit ist ein P.mid
j^Cöttlielier (Jnad ui»d (iesclienk unter einer iiusserlielien (iestnit und siclitlit-hcr
Form im Wort jj;ereielit^.
1721.
Ego occidam Coeleum tantum silendo. Hin nerlin ists
8ua dialeetiea et doetrina, leh wil yhn fein in Lu«.::en lassen
stecken et ad illa mendaeia non resjiondere. An non aiiditi
sumus Ans])iirgaeV An non enm]»aiMii im Wormhs'). da man
mir das gleit hat ])roe]ienV Citatus-) enim per Krhold-^)
Caesaris ferijs 2 hel)domadis penosao, \ ferijs ') eondemnatns
sum^), et exusti li))ri mci, et anteiiiiaiu venirem ad Ert't'ord**),
in Omnibus Civitatibus damnatio mea j)ortis at't'ixa erat, et
alijs locis publieis").
1) Luther reiste am 2. April l.*»2l von Wittenherj.? ab und t'r.scliien in Worms
Dienstag den Ki. April, Morgens lu Uhr. 2) Vgl. n. •»!>!•. :{) .Mittelh. drr lierait
oder erhalt, weshalb in älteren Schriften auch der Khrenliold — llerohl
vorkommt. Weigand I, 7',)'^. SpüttTe Uerichte uiachten daraus Klirenherold!
Köstlin l, 799. Der kaiserliche Herold war Kaspar Sturm, geuannt Deutsch-
land. 4) = Ferijs seeuudis hebdomadis penosae, (jiiartis ferijs eond. Das
Gewöhnliche ist ferla secunda hei), etc. und (luarta teria, also am zweiten
Tage der Marterwoche, am vierten tf. Dies (lomiuica ist der erste Woche'u-
tag, Montag der zweite, daher feria secuinLi genannt; Dienstag heisst feria
tertia, Mittwoch feria (juarta. Nach (\>r(hitus ist Luther am Montag den
25. März 152 1 nach Wormbs citiert, wührend die späteren Tiscliredeii Dienstag
den 2(). März, Walch XV, 212:{ schon Sonnabend den 2:i. März angeben.
Die bisherige Annahme ist Dienstag <len 2<i. März. Zu dem .\usdrucke ft'riae
(die lateniischen und deutschen Tiscliredeii haben nur Dien s t ;ig in dt' r mart ter-
wochen und mittewoche «len andern tag) vgl. Du Caiige II, 121 „Fi'riae
singuli dies Hebdomadis dieti, ut est apud Hieronymiim, non (piod in iis
feriandi necessitas incumbat, sed a septimana Paschatis, <puu^ erat immuuis ab
473
onere faciendo, et feriata. Tnde cum sex illi dies post Pascha feriati essent, et
e esse pr na auni Kcclesiastici hebdomas, inde factum, ut o ui n e s d i es s e p -
mU"e vocarentur Feriae., Lex enim est ("onstantim Magm, MUj l^c^donnula
ante et iMKst Pascha a7TiH(xnn'^ et tenatas sancivit. — - 1 rimus igit u r
Hebdomadis dies Dominicus dicitur: <,ui post sequitur secunda teria
et s deinceps. 5) In Folge des Edikts vom in. März, welches die Aus-
Hefe m.gv'n Luthers P.iuhern gebot. Dieses Edikt wurde am 2(;. März in Worms
e^cÄAn u d am 27. März also am vierten Tage der Marterwoche) ortentl.ch
Cunnt .euuh . d) Die <leutschen Tischreden ,Als ich nun gen Lrturt
kl ;" Vic Krl \ lil -Mü erfnhr Luther von diesem E<Ukte bereits m Weiu.ar,
mcl l^,rd:Us zwischen Weiinar und Erfurt. Am C. u. 7. April war Luther
ä; eVtei- n ( re 7) Die hallische Handschrift (Hebeustock hat die protectio
Wo lufäm Idcht) bietet das Obige ^-i .IMndscdl I, 4.8 Jl. a^. weich ^^
fol-viider weitläuftigen, an Zusätzen reichen l assung: ,1 rotectio D. M. rtini
„uleH Woruiatian. i::21. is Mav(V)., Meutio fiebat V""% ^^^[l^^tiC U thc^i;^'
heum exeusaretur, (iiiasi esset Christiaiussimus j.rmcej.s. D \it Mar inus LiitUtrus.
Dux ;n»p.iüs at\e^ wa,.eu Cochlaeo für den arsz gedruckt praetatione m suum
v„ rtest meiituui. ldel> Coehlaeum silentio -^-''^^^-^^^^^'^;;'^'''^:^^
viucam, dan es ist ein lautter nerley .,ui )' ^^ n?nf 7n T se ne To e
diilect ca aliduid valet, were schade, dass ich ihm autt seine lose
li.'en andtwo en soltte. Sondern was nach Duce Georg.o vnd seinem
"n /IT reu hi. diesen, buchlevn, das ich mit meyner na.sen wol rieche wiel ich
t'i ^' . er^ ^^^^^^^ wol audtworteii, non.lum <'uim totum iibruui legi, sed il uis lect.oneii
m hi 1 ru'servo dass ich ihm mit evneiii neuhen frischen tzorii kan begegnen er
s eht':.^:h mif einem tzwickU-in an. aber es sol ein t-U>i;en -d. <hiTaus w^dei.
Fs n-irret sich sehr wol tanta scouimata spargere. wiel ihn tein in lui.en
stecke. assen vund dieselben nicht venu.dtwortten. (.»uod auteui m ronte
Hb i M^liut ; Ein Vnde, Ein halbe ende. <laruiub sol man ^^ verhoreii^ beide
Kespondit Martiuus Lutherus: hat man vns nicht auch ''7! .^^ ,Vet s,
Xiiispurg'^ ich meine, ich habe nicht stielle geschwiegen, do ( ochlaeus tt sui
;'. ihs^ gar^tum waren,' so weiss man auch wol, wie ich tyi Worin szcom-
oariret bin do man mir das geleithe gebrochen hat. Den alszo
e;V'nLAnirs;do mich der key serliche heroldtjUenstag in der m^^^^
voc en citiret des keysers vnd vieler fiirsten geleitte mit brachte ist halt
de mittewluTie den andern tag dasselbige ^^;»->^\-\' , ^ ir.^ien
,„ich verdammet vnnd meyue ''"^l'7/'^'^^>^^3" ^^/V V^V^/ iiibs v*«^^^^
rrffiirdt kam kamen m r b ot t schat t en, wie ich tzu UormOs yer
P m ^we^: worde . Ja in allen stetten war daselber hieiiaus wider
micl o Tentl cl angeschlagen tV. Fast ebenso die deutschen '1 i.M-hreden Erl.
V ; 74 Forsten u. P>. IV. :iir., die ihre Darstellung mit dem Zusätze einleiten
AnVio LVil de^^^ i^-l- ^^ \nt. L.n^.rU..^. gen \\ itten-
l)erg\ Das Datum ist sehr fraglich. Vgl. Seidemann \ orwort IL
1722.
aeeipior^) in b(»spieium'') Consihanorum Dueis'"}
474
so wäre ich dennoch mitten unter sie gesprungen mit Freuden*'.
Vgl. 5iuch Evers, Kutlioh'sch o(U'r i)rütest;intiscli, S. löi», der denselben llriet" Lutliers
zu beriicksielitigeu selieint, un<l seine lieurteihmg <ler eitierteu Worte Luthers.
:i) = Von Seiten meiner Freunde. 1) IJutzer, duunils noch Douiinikuuer, trat'
Lutlier hl Oppenheim. 5) Der lleiehtviiter des Kaisers war der Fran/Jslvaner
.loh. (ilapio. {\) Lies Franz von Siekingen. Auf der Ebernlnirg befand
sieh auch Ulrich von Hütten. 7) Dienstag den li5. April, K» Uhr Morgens.
^^ach den Worten „F. de Sichungen" und ingredior haben die lateinischen und
deutschen Tischreden eine Reihe von Zusätzen! *^) Von den Kursäch-
sischen Kdelleuten Bernhard von llirschfeld und Hans von Schot t, die
ilim entgegengeritten waren. \)) Der .Tohanniterritter. H») Im Juhannitcrhosjji/,
bewohnte I.uther mit 1>. v. llirsdifeld und IL v. Schott dasselbe Ziuimcr. Ferner
wohnten in demselben Hause die Kurfürstlichen Kiite Philip )► von Feilitzsch uud
Friedrieh von Thun, auch <ler K eich sc rbu> arschall U Ir ich vonl'appen-
lieim. Der Kurfürst Friedrich hatte ganz in der Nähe sein Quartier aufgescldagcn.
Hiernach ermesse man die Zuverlässigkeit der Aufzeichnungen in d(;r
hallischen Handschrift, die Folgendes iilierliefert -Duo vero nobiles, Hans
V. Hirschfeld, IJastian v. Pai)penlieim et Hans Schot me cxceperunt et in hospitium
Eleetoris nostri Friderici duxerunt, do muste ich in ihren kammern liegen ex
Electoris mandato etc." Die deutschen Tischreden viel richtiger „Aber zween von
Adel, als IL von Hirsfeld und Er Hanns Schott, nahmen mich an, und führten
mich aus Hefehl des Kurfiirsten zu Sachsen in ihre Kammer''. Die späteren Tisch-
reden abweichend und mit einer Keihe von Zusätzen. Vgl. Bindseil I, l.'J'.», Erl.
A. ü2, 75, Förstern, u. B. IV, 34S.
1723.
Principuin ucnio ad me veiiit. scd Griiffcn et edelleut
salieii liartt auff mich»), ex (juibiLS IHO-^) articiilos (»l)tulerant
Cacsari iudicandos contra Keli^Mosos^) et obtiiiuenint eoB
literati praedieatione luea^), Sic-'») inusteii mich mehr fureliteii
den ich sie, Timebant enim seditionem, Commoverat eiiim
])apa populum, (luod scripserat, man sol mir das ^^leit nicht
Halten, quod nolebant Principes, Accersitus'») veni in (Nni-
ventum omnium Princi])um et Caesaris"). Tnterroi^atus^) de
lihris primo, an mei essent, respundi Cred<>, At 1). liieronymns
Schürft'') dixit, Le^^antur titulis, Secund(»»<>), an vellem cos
revocare, distinxi, didacticos me revocare nun ])osse, (|Uod
verhum Dei essent, Invectivos vero, si quid liaherent. das
nicht zu leiden were, me nihil m(»rari"). wil mich [<)22| drin
lassen weissen'-).
1) = Machten sieh viel mit mir zu sehatVen. bewiesen mir grosse Auf-
merksamkeit, (ileich am ersten Tage nach seiner .Ankunft erhielt Luther in
seiner Herberge eine Menge von Besuchen, besonders von (irafen und A»leliclien.
1) =z Aus deren Mitte man Dm» Artikel dem Kaiser wider die (ieist-
lichkeit überreicht hatte. :i) Keligiosus = vir ecelesiasticus, Vgl. Du
Cange III, i\Xi. Vor Luthers Ankunft hatte ein Ausschuss im Namen der weltlichen
Keiehstände eine umfangreiche Klageschrift zusammengestellt, welche die Be-
scliwerden d(;r deutschen Nation gegen <len nhnisehen Stuhl enthielt un<l die mit
den schärfsten Anklagen und AngritVen gegen die höhere und niederi' katholische
(leistlichkeit vorging. Sehr wichtige Beiträge hatte (i«Mjrg v. Sachsen dazu geliefert.
Dieses umfangreiche Aktenstück ist hier wohl gi-meint. Vgl. darüber Ranke
Geschichte im Zeitalter der lieformaticm I, X.'Jl, Janssen (Jeschichtc des <leutsehen
Volkes II, 158, Kitstlin I, AXk Man kiMinte auch erklären .aus deren Mitte luo
(sc. principes, Grafen und Edelleute) (h'ui Kaiser Artikel gegen die (Jcistlii-hkeit
überreicht hatten*, auch an die luii Adelichen «lenken, die (Kr.stlin L 4. '>(», Janssen II,
H>5) den Papisten und Geistliehen in einem anonymen Maueransehlage ihre Feind-
schaft ankündigten, weil Ehre und göttliches Recht unterdrückt werden solle.
l
475
(U-iselben. ,V =/^"*\^ ^m ,, w . ^^ sc Keli'aosi also die katholische
Naclmutt.ig> 4 l u ) ^' r p,^^.|^ ^^,^^,,^ „.u-h Peutinger bei Kolde
uv^^ .k.,> IV Al,nl, ... '••»7' >' 'nr 1(1. Krk ütziul .les Kr.l.is.-l.ofr Rk-l.ar.l
„!„-l, \V..r...s l,..gebe.. \fU: 10) s,;. '" ;;"'>|^"»- ,;V"r, ;\>o' [,! ,,ge i. Lei .Um,
(l.iroi.i i.i.-lit v.Tw.ll.sron, (Ui. v' ut em -T''"^ ', \"' ' ,. ,, .„ir fürchten
i..l, «rosse., «lu'.nwr M.hMU- v,„l '■'"'l^.; ,; ^^V^U^-r- . ( ■' . it i' "" «^^
veniens uhco scripsi Ul.ipioui. ui uk .u«.» n-i«^ i\..;„.i,» ciniiDarui in
se.I ipse .U.tra-.:.vit .«.•e.,s-. ICs «ere i.n v.ul.so .s ^,^„ ,",■:;;;,;,,•.«
tc.this se..at,is eonsessH, ( ■ll•^• r'«- .''*'' !"V, VÖevt .s es .it respu.i.leas,
Trcvore,.sis D. Kek ver .u u.l ...e '^•'•"^«^»- ^^ ' .„V '-^ ', „ , ll, s ,„. ..stnivitl
a., a«,.«seas hos , ,ros HOS > - ; 1^>^ „ ' r,,;,,! "<^"i'" -"^'-•!*^
auch Erl. A. r.2, TC. Förstem. u. B. W . :M'».
1724.
476
Scriptura, Ich kiiiidt nicht vergebeu, was nieht mein were,
Contra Episcopi '), qui erant ein ausseliusz^), leh sol mieli
zu ylin versehen, das sie werden recht schliessen^), Ego, Ich
vertraw yhn szo viel nicht, das sie für mich wider sie sclbs
schliessen S(»lten, die mich itz ym ^-leit verdampt haben'*').
1) Donnerstag,' Abend den 1^. April. 2) Also am Sonnabend den 2o. April
Hiernach hat also Luther auch nach der zweiten Keichsta^rssitzun^^ Bedenkzeit
erhalten und zwar diesmal, um zu überle^aMi, ob er bei seiner Wei^^erunj,^ des
Widerrufs beharren wolle oder nicht. Am 2»i. bej^innen <lann nach obi«;er Aut-
zeichnung weitere Verhan<lluni?en mit ihm, ausgehend von geistlichen Ueichsständen,
denen sieh auch weltliche, wie der streng katholische Kurtiirst von Brandenburg,
angeschlossen hatten. .ledeutalls sind aber Vorverhandlungen gemeint. Die
eigentlichen weiteren Verhandlungen vor ehiem von geistlichen und
weltlichen Keichsstiinden gewählten Ausschüsse, von dem hernach die Kede
ist, der den Zweck hatte, Luther auf gütlichem Wege zum Widerrufe zu bewegen,
begannen, wie feststellt, erst Mittwoch den 21. April, Morgens trüh. :0 = Ueber
welches ich nicht zu vertilgen habe. Vgl. weiter unten. l) .](>acliim I. v. Branden-
burg. 5) = Ich sollte es. i\) Kaiserlicher Majestät. 7) Die hallische Hand-
schrift ,llli contra urgebant. s) Diese Worte fehlen in den späteren
Tischreden. Sie sind aber aus dem (Jriinde wichtig, weil damit der Ausschuss
bezeichnet ist, welcher hierauf die eigentlichen weiteren Verhandlungen mit Luther
führte. Der Ausschu.ss bestand aber nicht allein aus geistlichen lieichsständen, wie
Luther hier zu meinen scheint, simdern aus geistlichen und weltlichen. Den Vorsitz
führte allerdings der Erzbischof v. Trier, Richard v. (Ireifenclau. Die übrigen Mit-
glieder waren die Bischöfe von Augsburg und Brandenburg, der Hochmeister des
deutschen Ordens, und die weltlichen Stände: Joachim von 15randenburg, Georg
von Sachsen, Grat Georg von Wertheim, <ler Ratsherr IVutinger und der (»esandte
von Strassburg Namens Bock. Zu ilirom Sprecher hatte die Commi.ssujn den
Kanzler des Markgrafen v(ui Baden, den Dr. Hicronymus Vehus (vgl. u. 1727) gewählt.
Die Verhandlungen selbst wurden im C.Miartiere des Krzbisdiofs von Trier, im H(»te
der deutschen Kitter in Worms, getührt. *>) = beschliessen. H> Die hallische
Handschrift vielfach abweichend ^Wollet mir ein bedencken geben. Con-
cedebatur ])er diem et noctem. Altero die vocabar ab Kpiscopis et
alijs papistis, acturis mecuni, ut revocarem. Kespondi: Gottes wordt ist
ni'cht mein wordt, drnmb weiss ich nichtes tzu vergeben(V). Was
ausser demselben ist, wiel ich gerne gehorsam sein. H»i .loachimus
Elector Marchio dixit: Er doctor, so viel ich verneine, so ist das euer meiuung,
dass ihr euch wollet weysen lassen, (.line was die schrielft betritVt. Ita volo. Ibi
dixerunt: Ich sollte es kaiserlicher Maiestet heimstellen, ob sie nicht
auch Christen weren, die solche sacheii mit ernst wurden ausrichten. Ego
respondi: Salva tarnen scrii>tura, dan ich konde das nicht vergeben,
was nicht meyn were. Uli contra urgebant: Ihr soltts euch tzu ihnen
versehen, sie werden recht schlissen If. Vgl. Bindseil I, 14(i. Die deutschen
Tischreden stimmen Erl. A. 02, 77, Förstern, u. B. IV, :<5ii damit überem.
1725.
Aber das vhr sehet, was ich thn, Ich wil ench mein ^-leitt
heimj,^eben, Ad quod Fridericus') Feylisch, das ist werlich
gnng, ists-) nicht zn vil, Deinde^»), Last vns doch etlich
articuh)S nach. Resiiondi, Im namen Gottes, die ausser der
sehrifft sind, der wil ich mir nicht weren, et abierunt duo
doctores^) nunciantes nie revocare vcUe [()231, Dcinde misit
ad nie E])iscopus-'), Ob ich verwilli^-et hette die sache dem
ad nie E])iscopus-'), Ob ich verwiUi^-et hette die saclie dem
Keyser vndKeich heimzustellen. E^-o, me nequc velle neque
unquam consensisse, Tum Episcopus, Es ist gut, das ich
euch haben geruffen«^»). Sic solus egi cum eis"), et ita ut Elcc-
477
tor^^ et alii aei^re ferrent meam constantiam, Ego autem dixi:
üo ist leib vnd le])en, Hi autem statuissem in eorum arbi-
t^-ium lamnassent oinnes articulos,. qui damnati fuerant in
Concilio Constantiensi, Quod aliqui intcUigebant ')•
n T i..^ PhiliDi) Vgl. n. •M)\ 7S1 n. \L Die deutschen Tischreden ebenfalls
Fri.MlrMtvFdie^ hallische Handschrift Fabian a F. Phililipp v. F. war mit
nthr in Worms 2) = Wenn es nicht. 3) sc. dixerunt, qui inecuin egerunt
W llss^^^^^^^ Mitglieder des erwähnten Ausschusses tolgenden \orschlag
Sinn. i^»^^s^" 'V' i)^;,wie bezeichnet hier eine weitere Phase der \ er-
juachen. ^^f^ ^^ ^^^\,,V ^ "i mV h^^^ mit der feststehenden historischen
h a n <1 1 u n g e n. Sonst ^^ y^I ^ \\;^^,^ .n brin-eu sein Der Ausschuss verhandelte
Ueberbelerung j^u mch n /J J ; 7^/^ • '^^^^ begab sich dann in seine
cwS' tlo'K Z:.l äVVdützS u'ul Thun, .soWio der Jurist Schürf waren
f,r;;a;^^n W;"te ':L ist ,ut, ... id. e.Kl, .,abeu,eru,U.„^) verau, a.«^^^^^
trleitet liaDen musstu. "; , f•^ 1 .. üj^^.,. i.^w.wu f'MP^arenW^
t^ llHco dm)Doctores (die deutschen Ti.schr. zween Bischote (.)) J^'^-c^^arem w
^^:r::r':':V^ :^i'Z^r::;;rl i^^n, ..o,.s;au;h;u;-,nea.u', aie dcuts..l,e„
.^Jnir- ^ L.,. ..;^.^nu,i^^^^
ae iV.."a.i..,u.«, sta.u.ritis, tum- arti-ulos ^}"^^l?^y;^'\':^^^"'^^: a",Xi
:^Ä,";afeu \:^t -^^c^^j;,,:^:!..^^!;^:^!!^^"-,,:^^ -ti. «>.....
seil i, 410, Erl. A. (i2, 7^, Förstern, u. B. TV, :{aO.
1721).
Cocleus'). Wolt ich das ji^leitt auff-
efanirenV Das must nicht sein.
478
\) llu'rnacli hat also Cochlacus scim-n iK-kanutru Vorsrhlu- f^;« /•>»*'^l>;•'^;
piitation mit Lutlur uiitor Vor/iclitkMstun- <k'sselbeii ant siun trru's (.rrit luHit,
wie sonst bcrifhtct winl, in Lutliors Ili'rlKT-e, .sondmi lui 11 otr ♦ •' '' \\*: " ^ ^^ ^7 '
Ordensritter, in der Wohnung' des Krzlusclu.fs von Trier, -eniarlit li.er hatte
er I^ht^ v^'l köstlin 1, 15'.», K.:ide Martin Luther, Ki..e l;io^r. S MA) a.u-h sehon
Ta-s zuvor naeh P,eendi{,Min- der Verhandhm-rn vor den. erwähnten Ansschijsse
itnmtVen und sieh mit ihn? lieruni^estritten. Wollte man als Lokal der hier
erwiihnten Dej^e-nunj,' beider Männer Luthers Ilerber-e annehmen, so wurden du'
fo4nden Worte .Et deseendi .le pretorio - - das muss n,eht scmu^ ni du-sen.
Zusammenhan^^e jran/ unverständlich sein und viehuehr .n einen Y^^^^^^^^'^'^y^^
der sieh naeh Sehluss der zweiten Keiehsta-ss.tzun- /u-etra-en l'f^ .^'f , ),f '
Köstlin 1, 151. Kolde ^.XM. >) Sehurf mnss Luther also zum Lrzbiselud m.t-
be-leitet haben, ebenso aneh Feilitzseh und Thun, was aus dem <»lj,^(MHh.n ..„n-
ireti s fol-t H) ^'ieht fehlt bei IMndsril un<l in den deut.srhen 1 isehredi«, .
\ "elle^^^^^^^^ 4) se. nisi SrhurtV prohibuisset. 5) =.Und so st.e- .rh
denn en Hof (der Deutsehordensritter) hinab mit (io *'itsmannern \ ..r
en Gebäude wird sieh eine Freitreppe befun<len haben. )u>hall.srh<. ;n.« s.hnl
ebenso, et ita de pretorio deseendi eum eonduetu". Die deuts.-heu 1 js« hredc n
Also hieb ieh beim Geleite-. Die (ieleitsmänn.r sind eb.n ^rhurt, le.l.tzs.h
und Thun. <•) Leute aus dem Volke, die als sie Luther m l'.ejrle.tun- d.-r <lnM
Genannten den Deutschordenshof verlassen sahen, ^'lanbten , man habe d.n yer-
,Xilt uml nihre ihn ins Getanj^^nis. Das Volk in Worms zej|Xte,^rosse SynM.ath.r
filr Luther. V^'l. liindseil I, 1 11, Erl. A. »ii, Ts, törstem. u. 1.. IV, .JoL
1727.
Postea aceessit ad mc Doetor des Mar-^Mavcn von PMden')
splondidissima oratioiie |r)24| eohortaiis ad revucationciii, ine
multa debcvcChavitati fratvuni, multa Cacsans obcdientiaO'),
Cavcnda esse scaiidala, Cui ej^o, Hacc vcrha esse, sed nie
maj^is dcbere gloriae Christi^.
n Dr Ilieronymus Vehus (Veuss) Mark-raf Thilipp vi'.. 2) =-- Dass ich
Jw.lw. PMi.-l.t.Mi hätte "-e'^enüber tV. 'M Hiernach würde Dr. \ ehus mu-li einmal im
I^ e\e 5 i^ ti;^rs Wolmun, (l.Aer hatte nach n. 172. den Deuts.hordensln.l
ve lassen) erschienen sein, um einen letzten Versuch mit ihm zu ma<- Wn /
beaeltt'ii ist hier der Ausdruck splendidissima orat.one. D.c .leut.srhm
\VsC leu .mit grossen horhtrabenden Worten^, Ibmlsed amplissn.,:.
or' i^one'^ Den sonsti-en IWichten nach ^^-hiut das (ib.^^e zu der Ans,,rache die
\\'hus als Sprecher <les Ausschusses am Mittwoch den 21. Aprd an Luther richtete.
Vgl. iiimis. I, 441, Erl. A. 02, Tu, Förstem. n. IL IV, liöL
1728.
Tunc Cantzellarins TrevcrcnsisO dixit. Martine, Tn es
wideruinl) im vasz. Wen ieh miel. aulT die sehntt l.erultt.
Dax Geoi-i^MMS senn.er resi)(»ndcbat dieens, Ks s<.l lieben beim
in meinem landt wol -eweret werden, K^^u autem astiieias
eornm minime intcUexi. Et Frideriens Dax tandem dixit.
leb bett niebt gemeint, das man alszo st.lt bandeinn, Umi-
naeb e:inff die Aebt ans eontra <.mnes Lntbernn(»s'), (iUMm
tarnen etiam i])si statim revoeare e(>f2:eb:intur') S/o ^^in^- es
mir zn VVorms. da mieb nllein sinritns sanetns erbilt').
479
1) Der sehon genannte Dr. .loh. Eck. Die obenstehende Mitteilung wird
Luther in seim-r Wohnung gemacht sein, Donnerstag den 25 April Nachmittags
,; i'iir •)) Die si)äteren Tischreden unrichtig ideo und druml>. 6) um
Worte noli'praedicare manebis fehlen in den de^itschen Tischr. 1) Luthers
Abreise erfolgte Freitag den 27. Ai.ril. 5) Die hallische Handschritt .Darnach
exeduierten sie «las greuliche edikt der acht, qnod multis praebebat occasionem
sumeudi vindictam de inimicis sub titulo Lntheranae llaeresis et tandem iteruiu
revoeare <-oacti sunt ipsi Tyranni^ (i) In Si)eier 152(i> -) Vgl. l>inds. I, 411,
Erl. A. r,2, 7«.», Fürst, u. F». IV, iJol, ;i52.
Diese Nummern von 1721-172S enthalten diejenige Darstellung von Luthers
Keise nach Worms und seinen Erlebnissen auf dem Reichstage von L)2I, wie sie
Gordatiis aus dem Mundil des Keformators selbst gehlirt hat. Die lassung der
späteivn lateinischen und deutschen Tischreden weicht, ^yle aus dem in den Noten
Mitgeteilten ersichtlich ist. in den Nummern 1T21-1725 tormell wie inhaltlich
erheblieh ab, stimmt jedoch in den letzten Absehnitten gross enteils
mit Cordatus ilberein. Im Vergleieh zu anderweitig bekannten Berichten über
die acta W..rmat. aber, namentlich im Vergleieh zu solchen, die au emer /u-
sammentassung älterer Quellen beruhen, ergeben sich lur (.ordatus erhebliche tnter-
^chiede So treten hier die beiden Reichs tagssitzungen zurück. Es
wird namentlich über die wichtigste, die zweite, mir sehr kurz und bündig
lu'richtet. Luther unterscheidet ferner nur zwei Arten seiner F.ueher, didaktische
und polemische. Der ganze Gang des zweiten \ erhr>rs wird m seinen Einzel-
heiten nicht geschildert, von den vielberu tenen AN orten: .Hie stehe ich;
ieh kann nicht anders, Gott helfe mir! Amen" findet sich keine Spur
(V-1 über diese Worte Köstlin 1, 45:{, Kolde I, S. X^t, Janssen I, IbS Note .i, Bnrk-
l.anlt Stud. und Krit.. Jahrgang isti9 S 517 ft.). Ferner wird ^^^}\'^^''} .^^^^^^^
Luther auch nach dem zweiten Verhöre eine Hedenkzeit gewahrt. Alsdann
treten die späteren Verhandlungen nach dem zweiten \erhore viel
mehr hervor. Zuerst wird v«m Vorverhandlungen berichtet, ehe die eigent-
lichen Verhandlungen Luthers mit dem Ausschusse der .Stiinde beginnen. Bei den-
jenigen Verhan.Uungen, die der Erzbischof von 1 rier al em ohne die Migbeder
des Aiissehusses mit Luther tührt, erscheinen auch iSchurt, ieihtsch und hm als
gegenwärtig. Gochlaeus trilVt mit Luther beim Erzbischote v(m Iner "U Deutsch-
«.rdenshofe zusammen und stellt hier seinen bekannten Antrag. Die Besorgnis des
Volkes dass man Luther gefangen abtiihre, kommt zum Ausbruch, als er die
Wohnung des Erzbischofs verlässt. Endlich macht Dr. A ehus noch emen letzten
Versuch in Luthers Wohnung, um ihn zum Widerrute zu bewegen.
Es ist ia möglich, dass Luther in Jenen schweren bedeutungsvollen Tagen,
wo so vieles auf ihn einstürmte, sich mancher Einzelheiten iK'Sonders auch der
KeiluMifolge en.zelner acta, nicht mehr genau erinnerte, so dass es nicht auttallig
ist, wenn unbefangene und weniger beteiligte Anwesende die einzelnen Aorgange
richtiger beurteilen konnten. Immerhin ist aber der Bericht Luthers bei Cordatus
ein hochinteressantes und wich tiges Aktenstück, einesteils w'cd wir
Luthers Worte selbst hr.ren, andernteils weil die Fassung des Berichtes eine
der ältesten und ursprünglichsten zu sein scheint. Aus dem Inhalte lasst
sieh freilich nicht schliessen, wann Luthers AVorte gesprochen smd. Wohl aber
kann man sagen, dass der IJericht vieles als ^>ekannt voraussetzt und
manches nur andeutet, was damals noch m aller (iedachtnis war. Hatt
lutller das Obige erst 12- 15 Jahre nach 1521 im Kreise seiner 1 ischgenossen
erzählt, so wäre er vielfach nicht ohne weiteres verstanden worden da manches
sehon einer Art von Commentar, der uns in den späteren Tischreden bei ahnhcun
(;elegenheiten fast stets entgegentritt, bedurft hätte. Es ist daher woh möglich
dass Cordatus schon 1524 während seines ersten Autenthalts in
Wittenberir das Obige aus Luthers Munde hi)rte.
V-1 ausser den siKiteren Tischreden zu der Reise nach Worms und den
Verhandlungen daselbst: Sleidan 111 , 42 IV., «^^\V'e ^^^^ A't^-'^'^^Vl'itins
patr. Mart. Luth. Worm. op. lat. II, 411, Opera var. \ I »., Erl. A.J.4, '^^-'..^Pf ^^/'"^
\,„..,len S '\Hi\ PeiitiuL^'r bei K(dde Amilecta Luth. S. 2s ft.. torstemann
r ü.,:;;,,;'!, ' .u/ (u's.'m.O;.. .U. ..van,oliM.l,..n Kir<-l,r.tornja,io„ Ihnnlmr, IM-2.
ta" 1. Al>trilini" Collia 1S81. r.alaii MoiimiuMita l!ct. I!c!j;<MisI.urR ISV!. k. Janssen
480
481
Aleamkr auf dem Keichsta}?e zu Worms 1521, K.d 18s2. J ricdru-h u'u-list.i^
fu Worms im .Jahro IVil. Al.hamUuu-cn der historische K assc drr Kuni^lu-hcn
layrlsc en Akadou.i., !>.. XI, Aht.iluu,^ 111, S. :,s tV. Walt. IVr \V onus.,; Kru-hs-
ta- Forschui.^'.n zur deutschen (J.srhichtr, is.is, S. 2! Ü. S<jldau 1 rr Kr.rhst;^
zu" Worms. Woru.s lss;{. Mauron hriM-hor Studien «'[y» ^,1^'''''^;'"^ //*'l\^'!-, ^!. ;
S 2lV Ki-.stlin 1, VMl Kold. Martin Luther 1, S. :i2l i) Z^^^'' !^^'/^^7;''';i'' V"'
/A'italter der Reform. I, :vll tf. Janssen Uesch. des deutschen Vidkes II, K.l iL
1720.
V II <1
CoiKMipiscentia Ht sino ciiussa [r.25|. wie einen flclie vi
leusze lieben, (lileeti(> auteni est, qunndo iilijs servire voinnnis').
0 Luther n.eiut ..lie sinnliehe Liehe ist sieh ki'ines l|estimmten V-^^'^^^
bewusst sondern folut nur den. Naturtriebe und trachtet nach aus.serl.ehem (lle.sch-
lichem) Ueuuss^ Ueber „eoncupiseentia ocuhmim'' n. 1(»L
17:m
Glitte werek Halben keinen namen').
n \V1 L.indseil colhn,. II, iXs Lrl. A. r.s. 2Ö l, IV.rstem. u i;. II, T'.i und in
Bezucr auf den Sinn den Uinen nHU-^enliiudiscluM Sj.ruch: • '"' ^ * » r'\l''r;
( ,Ues wirf es ins Meer. Sieht es der Fisch n:eht, sieht es der Herr.
^ " " ' . _ . . 1 -1». tr LI 4 1
Gerlach Die heili^^e Schrift, V, S. 44
1731.
Vinl) ein selilage«) ists zu thnn. Das fewv. donner, Miy).
alle ereatur wirds verzeren in die extreme, et inortni ae innnntnti
statiin aderiinus onnies, vnd der sel.aln.eyen k an- wird nielit
so frenntlieh sein, szo es die in i^rehern als Lald szollen
iioren llaee die<» tibi Miehel StiflelO- qni putas, iiobis non
plures boras rcstarc ad Diein extrennun (piain oeto*).
,^ __ schlno-. 2) Acltere neulu)chd. Lorn, aus dem Mittelhoehd. blieze =
Blitz Fii7 die FTmu blix fidut Weiland L 2;j;i als Belegstelle lajus (.rannn..>l
u 5tan Die Umniatica ^ernianicae liupiae des .loh. ('la)ns erscluen Lcp/.- LnV
•^y Ue^r de Pt^a^^^^^ Michael Stiefel in Lochau und seine Berechnung; des junjrsen
Ta^es vd 1 LMC 47;i. KCstlin II, :ni tV. l) Die spiiteren ' .sehreden br.nj,en
einf eii^-ei.en( e Vnterred.m^^ Stiefels mit Luther, die ]>ci liinds. L HT m. fol.jenden
Worte ein^^^^^^^^^^^ wird ,Anno AX 2S Sept. M. Stieile pastor in Locha W.tten-
ber'am v^'iU coH^ causa cim Marti.io Luthero opinio..e.u s.ian. expheans i>
Sil Is de ext em » die, se<l silctiu... ei .nandabatur ab Kleetore et Mart.no
Tu hero mod ae^rc tuli dicens etc. Nach mehrfachen Wechse reden zNv.schen
Lu er un S iefef hoisst es dann weiter .Kespomlit Martinus Lutherus: Ne... es
Ä nie^^^ allein mit rej^enbogen tzuf^ehen, scmdern n «^lein schla.^e w.i d
fei er donner blitz die s-intze Creat ur vortzeren, 2. Betr. .i. Ks st
nur vmb einen^ehla^^ tzu thun in momento, tune omnes erimus mortui
e itenim inutati, tubae s<.nus aeerrimus wir<l vns als(» verneiien vnnd erwecken
Es wircU nicht ein freundtlich -'l-j-eij-^^^l^-'f f-"; y>«^^;,« /
p^.^'^^^y^^ 'ri^:::':^^ ^j^:. ^^:r^d!:s^^;i;i^;;!- ti'f \j
^1^::;n\'s ^Ddnde in ti^lia Michaelis in I-f <« f f ..^^^f ^'."^^20
acht stunden bis t/um J.m^^sten tagc^ Vgl. auch l^'.bcnsL I •» ' 1:[-^|:^
(Ende der Seite), Förstem. u. B. IV, 2'>s. Das Obige ist also Michaelis in.M gt
sprechen.
1732.
Wir sein') elende kiuder Adam, Den szo vns der tod
alle au^-enbliek aiiff dem lande naebhuifft, siiebeu wir ybii
•meb aiff dem wasser. Andio enim instrui bclla navalia^).
und .Ionischen Mt^ere gegen die TUrken.
1733.
Caesar mulas auro (mnstas misit ad Helvetios, ut Liitberanos
ex])upient, Gallus item, ut evertant Mediolanum. An non pulebrae
eaussaeV*)
1) 1.'>:r2 oder l.^:i4V
1734.
Wer sieb itzt niit dem [()2r>l «.-esind W(»l wil ncrenn, der
inus den arsz frw') aus dem stro lieben'^).
1) = Früh. 2) Vgl. ,Soll es gut im Hause gelin, Musst du selber früh
aufstehn".
1735.
Pomeraniis bat beute') aeerrimam praedieationem getbau,
Sol er die Icute Irom maeben, so sul er zu sebaffen gewinnen,
iMundus manet mundus.
1) I5:v2?
1736.
leb babe appellirt in meinem zcben wbeO zu gott vnd
gebeten, er sol mir frantzosz-) oder pestilentz dafür sebieken,
([uae sunt ad moi-tem intirmitates^*).
1) Luther meint Podagra. 2) = morbus Cxallicus. Vgl. n. 15«.) Note :$.
;{) Vgl. n. 11 ."{7 Note 2 und n. 1S4(>.
1737.
Rustiei bestiae sunt ])utantes religionem, quam praedieamus, a
nobis exeogitatam esse, Quando autem examinatur, dieunt Ja, Ja.
iiibil eredentes'), Tempus adest revelati AntiCbristi, in quo omnem
n.undum faeere*^) (ut Serii)tura:0 ^^i^'it). ((uod vult^, Exemplum videtur
in D. G.-^), Episeopo Maguntino^O- ^"^ «'"^"i'^ ^"^^ ') '^"^^"* ^^^^^
eontra Papam.
n Wenn man sie aber ins Verhör nin.mt und zwingt Farbe zu bekennen,
dann gebe .sie Xs zu, wiewohl sie nichts glauben. 2) ^--^^;;'^^^ ^^^^;^
Y^\\u< Fohlende videtur. .'O L .loh. 1, :i 4) sc. mundus. o) — Ducc
?;forgio. Ti) Erzbischof Albreclit^ 7) l.ö:r>V Beim Abschlüsse des Nürnberger
KeligionsfriedensV Vgl. u. 1739.
31
482
483
1738.
Coeleus heist mich ein wechshalck vnd ein i)ji(lniii^-(l ')-
((ui luibitare non ])Ossunt in eodeni |627| subiocto, (luia iste est lunm»
naturalis, lUe mutuatus h.>nio a Satliana, Er^) heist sus saw, (iro-
bianus^) Sehwein, Mich wundert, das du szo ^M'ob magst sein,
II. G.^) wird so vil am yhnn^) j^^ewinnen, wie am Fnesland,
da trug er ein narren in seinem wambs hin ein'-) vnd füret
ein narren'') Pastor mit namcn heraus^).
1) Die spiltmii TisclirtMlen .vninl b:i.k'u.:ij,^t soir, it riliuiu l.alnc:itriris,
vnd Hadenmj^as Sohn, und P.:iucrn.;i-<ls Solin. Ami. in cinrr hsi- irodc drs
Jahres ir,:is heisst es „Naui nieaui personaiu u.irihre tradiuit (se. ( oclilaeiis) eiii
^vechsen)al^^ Einer bademadt son^ V-i. Uindsr.l I, :r2;{, Lauh-rbarl. l a-eb. N. (..{.
Vd aiieh Dietz I, 201 ,da er meinen» evan-:eli«> nicht kund wulerstrhen, sehreil» er
ieh hette den teufel, were ein nv erhselbalek, meine mutter eine hure vnd
bademaLM^. V.m den Juden vnd ihren liij^en l.VliJ. r». nj'-. Man konnte ineinm
mit den späteren Tisehreden sei ,ein padma^^l (Gen.) son^ zu lesen. ( ordatus
Lesart ist jedoeh riehti- Auch (v-1. hernaeh sau und (»robianus) sehem das
Fem DadniaLMlabsirlitlieh ^-ebraueht /u sein und iste, aut ho um. bezuf^en kann
ja ein weibliches Wesen bezeichnen. 2) lündseil und .be deutschen lischreden
es heist. Kebenstock „video, ([uod sus et ^robianus sis". Luther memt ,A i>n
Cochlaeus heisst es da^^egen bei mir wie im Volksmunc e sus •^;i», <;I^>;!!'^\»»'«'
Sehwein ft* :\) Das wort soll nach Hlichmann, (tefl. Worte, S. I<, AI. Autt.,
eine ErHndun^^ Sebastian IJrants sein, der in dem „Von -robeii Narre»; »»»>>'r-
sehriebenen 72 Cap. von einem neuen üeili^^en St. Gri.bian spricht. Dies i.st
jedoch nicht richtig. Denn schon in dem 14S2 bei C onrad /eninj-er in
'küniberi? bedruckten Voeabularius theutonieus kommt 1.1. e 1;^ das >\ ort
Grobianus = rustieus vor, welches bald in der IJedeiitun- bäurischer,
unflätii'er Mensch Verbreitung^ fand. Luther braucht es hier -radezu im hinne
von Sehwein. Alkemeiu bekannt wurde das Wort durch das vim Dedekind
herausgegebene latein. Gedicht Grobianus. Vgl Wei-and 1 T2M. 4) Herzog
Georg 5) Wohl verschrieben für an yhm. ü) 1512. \ gl über (.ec.rgs leld-
zug gegen Friesland n. WM. 7) Seinen einäugigen Ilotnarnm, der zuvor Schweine-
hirt gewesen war. 8) Luther meint also .Der ganze Lrtolg von Georgs leldzug
gegen Friesland war ein Narr .mit dem Ehrentitel Fastor Schweinehirt) der
einliugige Hofnarr am Hofe zu Dresden. Dasselbe wird Georg an Cochlaeus
gewilmen^ Man beachte das W^.rtspiel in Narren 1 a« tor mit Namen. ( och-
hveus war eine Art Hoftheologe. Die hall. Handschr. leitet liinds. l I b. den Absatz
mit folgenden Erläuterungen ein „Martinus Lutherus multa hMiuebatur cum D.G.
Pontano de summa impudentia Coehlaei, (pii saepe magna laetaret de sua dis-
putatione, quem Eeeius locpientem Augustae deridebat, wie macht er sich also grcd)
erfiir vnnd vnverschembt, ut suis nugis papistas eonfundat. Aber das buchlein
macht mich reisig, sol mich viel dinges erinneren, die in aussehoss sollen ertur
komen, weil ers nicht vergessen wiel, so wollen wirs wol gedenken . Dann heisst
es weiter .Respondit Martiuus Lutherus: Er heist mich einen wechselbalek
vnnd bademagt son, quae duo non possunt esse m eodem homine.
nie enim ein wechselbalek ist transmutatus, pro vcro homine alius.
Hie naturalis filius. Es heist suseinsawe, Grobianus ein seh wem es
wundert mich, das du so grob magest sein. Sed lue videtis prudentiam
Ducis Georgii. Er wirdt so viel gewinnen als vor tneslandt, von
dannen er seinenn narren pastor erübriget. Idee ei Lipsiae saepius
obieeit in dispiitatione: ego non siim pastor ein liiertte, Sed siim ( aesar der grosse
schätz aus Frieslandt, was hastu s<mst raus bracht? l»'.!,>^ /.^^^^''-Wm v"?n
einen narren in seinem wammest hleneln^ Ganz ähnlich auch Erl A. (.0,
312, Förstern, u. li. III, 271, während Kebeust. I, bu'. nur die ersten Satze hat.
1739.
Maguntinus tinict Papae depositionem a Cardinalatu •). et non
timet Deum deponentem potentes de sede et exultantem hunnles,
1) Lies verbi ministerio. Vgl. n. 17(»4. 2) Vgl. P.indseil Hl, 24U Jdef
oi)tarim, dass ein ider. der ein prediger sohle sein, tzii Kom gewest were vnm
dasselbe besehen ^ Vgl. auch Erl. A. 6(i, 2:i2, Fiirstem. u. H. Hl, 212. P>ei Pindsei
Sie'-) haben /u ])<»sze gewissen, Ideo in Comitijs Augustanis
non verbn meminerant sui primi artieuli de ])rimatu Papae et vicariatu
PctriÖ-
1) Erzbisehof Albrecht fürchtet, dass der Papst ihn seiner Cardinalswiirde
entsetzen werde. 2) Die Papisten. 3) Vgl. n. 1737.
1740.
Vtinam omnis, qui verbo ministerij >) preest, Romae fuisset et
vidisset des Ha pst s Jarmarkt^).
2) Vgl. P»inds(?il 111, 24U Jdeo
vnnd
idseil
und in den deutschen 'rischreden sti'ht mehrere Sätze vorher „des babsts markt
und ,des Papsts 'l'reudel mark t \ Kebeust. II, 7«M' „omnes, qui muniis praedi-
candi suscipere eonautur, Komae prius fuissent, et malitiam atque nequitiam
i llorum vidissent ''.
1741.
Patres et l)(>ct(U'es. ut Augustinus, Hieronymus, Hilarius,
Bonaventura') etc., in magno honore sunt habendi [628] propter
tt'stinuMiia iidci, cpiibus testiticantur Ecelesiam ])rimitivam eredidisse in
.lesum Christum. Hernhardus pulcherrime praedicat neque sie dis-
putat-), Bonaventura proximus est post ipsum^).
1) Vgl. n. 1322. 2) = Weiss seine Ansichten aber wissenschaftlich in
gleicher Weise nicht geltend zu machen. 3) Bindseil 111, 134 abweichend und
unvollständig „Hernhardus in suis concionibus excellit omnes alios doctores, ipsiim
etiain Augiistinum, (piia pulcherrime imiedicat Christum, in disputationibus vero
suis plane sui dissimilis et praedicationibus c(mtrarius. Post Bernhardum secundas
obtinet P.onaventura\ Die deutschen Tischreden ebenfalls abweichend, aber voll-
ständig Erl. A. (»2, «Js, «M», Forst, u. B. IV, 309, vollständig (mit Ausnahme des letzten
Satzes) und ähnlicher Erl. A. <)2, 12u, Förstern, u. B. IV, 393.
1742.
Cum Christus dieit'), Noli amplius peccare, omnium primo
recpiirit tidem, seeundo etiam vitae emendationem , quam qui non
promittit, non potest absolvi^).
1) Joh. 5, 14; 8, IL
u. B. II, 209.
2) Weitläuftig Bindseil II, 2S3, Erl. A. 58, 420, Forst.
1743.
Judicium dci revelatum et eertum est, non credentem damnari,
((uo et nos omnes inqnos eondemnarc ]>ossumus, ut Zuinglium,
David') lilium suum Absolon, eum dixit. Ach lili mi Absolon,
quia seiebat eum m<ntuum in pui)liea seditione, et quia patris thoruni
violaverat. Vti(iue est Dens iudieans in terra '^), id est, nullum malum
manet impunitum •*).
1) sc. damnare potuit. 2) P.salm 58, 12. 3) Bis violaverat ganz ab-
weichend und weitläuftig Binds. l, 1 15, Heb. I, «4«, Erl. A. (i2, 15, Forst, ii. B. IV, 293.
Der Schlnsssatz Vficjue Dens etc. bei Bindseil II, 90 in folgender Erweiterung
,Maleficus nullus, nisi agens poenitentiam, kompt er eins mals darvon, so kompt
31*
484
er doch wider ein. Dens enim pimit suo tempore, riiniiintur aiitem sceleni
1744.
Lieber Weiler^, ligt'^) euch nicht zu todt, Ihr kuiidt
noch'^) wol ein Jurist werden.
1) Ueber Hieronyiims Weiler vgl. u. 474 Note 3. Weller \v:ir früher Jurist
gewesen, ehe er Theologie studierte. 2) Mittelh. liegen = lügen. 3) = So
wie zuvor.
1745.
Lasse mich Gott in alle sunde fallen, nur in die nicht
[G29], die ich für sunde nicht erkenne, den Gott verdreust
nichts mehr, den wen man nicht gesundij^^t wil haben, quemad-
modum Saulus. Sunt autem peccata, (inae non apioscuntur, contra
1 tabulam, alia sunt contra secundam»), qui ad i)raedicati(niem i)()eni-
tentiae resipiscuntj, sicut David, Quando autem dicunt, Assumat
ebria sicientem'^), item, Numquid talis est spiritus eiusV
Num. 163), So leidt ers nicht*).
(Ende der S.), Fürst. \i. B. II, 21. Dasselbe auch Erl. A. 58, 202, Fürst, u. B. II, H5,
auch Erl. A. 57, 143, Fürst, u. B. I, 110 (Ende der Seite).
1746.
Vnser H. G.^) fehet') impios, dum securissimi sunt, et in levi-
culis caussis, Sicut Pap am per indulgentias *0.
1) = Herr Gott. 2) = fängt. 3) Bindseil II, IK) „dannub lest vnser
herrgott impios gefangen werden in eausis levissiuiis. sie papaui eepit per nie
duobus folijs de indulgentijs seriptis». Vgl. aueh Rebenst. II, loo»-, Erl. A. 5s,
ISO, Fürsten!, u. B. II, 22. Die deutschen Tischreden haben den letzten Satz in
folgender Erweiterung „Also hat er den Papst durch mich gefangen im Ablass,
das gar ein schlecht Ding war; die Veuediger durch Kaiser Maximiliau. Dann folgt
in den deutschen Tischreden das, was Cordatus n. 1757 hat.
1747.
Satan nie diligit multum, sed non amore dilectionis, sed con-
cupiscentiae ^).
1) Vgl. n. I72U. Man vgl. etwa folgende Gedanken der deutschen Tischreden
Erl. A. <)0, 82, Förstern, u. B. III, 101 ^Heftig zornig ist er, das verstehe und tllhle
ich wohl. Er schläft viel näher und mehr bei mir denn meine Kätlia, das ist, er
macht mir mehr Unruge, denn sie mir Freude".
485
1748.
Opera proba») sunt fidei, Nam sicut literae Sigillo egent, ita
operibus opus habet tides-^).
, ) ^ Die Werke sind die Probe des Glaubens. P r o b a = s p e c i m e n , f ^W«;
Du Cange III, 477. Das Wort kommt schon bei Ammiauus Marcellinus aXI, 1 >
vor, eine Stelle, «He von Du Cange und den gewöhn icheu Lexicis citiert wird
•') Bindseilll, 235 „Opera sigillum et probatio hdei. Nam sicut literac opus
hibent sigillis ita tides operibus \ Bindseil fügt hinzu: probatio, sie scripsi. Cod
roba Die hallische Handschrift hat also ganz richtig proba was Bindsed nicht
verstand. Die deutschen Tischreden richtig .(lute Werk sind des Glaubens bigd
und Prob ff. Vgl. Erl. A. 5S, 255, Förstem. u. B. II, so.
1749.
P r a e d i c a t o r i m p i u s deterior est corruptore Virginum i). T e m p -
tatioues laciuut praedicatorcm bonum-).
1) Vgl. Bindseil II, 235, Erl. A. 5S, 255, Fürst, u. B. II. 80. 2) Eccles. 34, 0.
Vgl. Erl. A. 5S, 255, Fürstcm. u. B. II, 80.
1750.
Charitas flucht nicht [630], sed tides, Haec enim faciens tilios
üci corrigit et irascitur»).
1) Vgl. Bindscil II, 23Ji, Erl. A. 58, 25(», Fürst, u. B. II, so.
1751.
Am Euangelio vcrlcurt man nichts, drumb sol man alles
dran setzen').
I) Vgl. Biudseil II, 23Ü, Erl. A. 58, 250, Fürstcm. u. B. II, so.
1752.
Euangelio credcre est von den sunden lassen, Opera
dcbemus ])n.xim(., fidem Deo, Bonum opus est, quod ali.i coni-
inodaf), Tunc (iuis<,ue agnoscit Christum, (luando panem nobis
traugit, id est^, Verbum in corde dat fidem per spiritum-»).
^ \) = Nützt. 2) sc. Muando. 3) Vgl. Bindseil II, 230, Erl. A. 58, 250, 257,
Fürstem. u. B. II, 81.
1753.
Ein pfarher ist ein stitlraeister »). Lex est speculum^-).
1^ lies sDitlmeister d. h. Spitalmeister. Mittcld. das fpittal, älter
ucuho. 1 er s 'iVul und dann dir spitt^el = Spital O-spita^e^ ^i^^.^n
Imeister wird bei Weigand I;, ^f ^^i^^ll ,«, ..%n^^f u B U^ 8^^^^^^
Spittelmeister. 2) Vgl. Bindscil II, 230, Lrl. A. o8, 25/, Forst, u. B. II, 81.
1754.
Jurisprudentia et Medicina sunt inccrtac facultates, quia
non habcut universalem propositionem »).
486
1) Bindseil II, 237 ^Jurispt'riti et medici sunt iucertae tUeultutis , qiiia uon
habent universalem propositionem". Luther wird sagen wollen „Jurisprudenz und
Medizin sind unzuverliissige Fakultäten (Wissenschaften), weil ihnen eine allgemein
gültige (sichere) Grundlage fehlt".
1755.
Subiectumi) in Theologia est, Credere iu Deum patreni, filium
et gpiritum sanctum"^).
I) «= Die CTrundlage (ro inoxti^itfop). 1) Hindsoil 11, 2;t7 „Subiectmn in
medicina est corpus sauul)ile, subiectum in Jurispnulentia est x^un'/difty. l'inis
iusticia. Subjectum in Thcologia est: Credo in Deum patrem. Credo
in Hiesum Christum, In spiritum sanctum''.
175G.
Titulus Christi lieist Selieffleiniiii, Scde a dextris ineis '),
INtnani
^c^rabcn.
vnd füret yliiu"^) seinen [631 1 stegreiffen *)
in. scab. i)ed. t.^), vnd oben auff seinem Diadem, T\\ es saeer-
dos in aeternum^), Ist in Sehvvacheit almeelitig*^), In torheit
allein weisz^).
1) Psalm HO, 1. 2) Für ym = in. 3) = Steigbügeln. Christus in
seiner Eigenschaft als Siegesheld gefasst. I) = Ponam inimicos scabellum
pedum tuorum. Psalm 110, 1. 5) Psalm llo, 4. 0) 1. Cor. I, 25. 7) = weise.
1757.
Was von himel feilt*), das ist teuffeliseh, Was auff
erden strauelielt, ist menschlieh-).
1) Die deutschen Tischreden „Was im llinunel tT." 2) Vgl. Erl. A. 5S, ls«i,
Förstem. u. B. II, 22. Das Obige schliesst sich in den <lrutschen Tischreden an
n. 1740 an. Vgl. auch Ziukgref Apophtheg. I, 212.
1758.
Peceatores puniuntur vel per poenitentiam vel ])er iram *).
1) Vgl. Bindseil II, Uo, Reb. II, lou;i (Kudc der S.), puniuntur auteni seelera
(scelerati) dupliciter, aut per i)oenitentiani aut per iram \ Vgl. n. I74:{ Note 2.
1759.
Christas regnans in reg;no suo dicit, K^o bapti/o te, Ej^o do
tibi Saeramentum , acei})e, ede, l)ibe*), E^^o ])raedico tibi. In IVditiae
autem regno-), Fae hoe, do hoc"*) ete., Kex suum, Cbnstns nostrum
eommodum (piaent ])laeidiMsimis verbis, Uli autem sunt exactorcs trueu-
lentissimj •*), Quo sunt rigidiores, eo meliores. In ref;*no autem Christi,
quo plaeidiores ete.^)
1) Die lateinischen Tischreden „(Ego) baptizo te, catcchizo te, absolvo te".
2) sc. regnans dicit. :j) Die späteren Tischreden weniger richtig Fac hoc,
omitte illud. Luther meint „Im weltlichen Hegiment heisst es dagegen: Thue
dies, dafür gewähre ich dies''. 4) P>in<lseii „Ita politicum regnum ipiaerit suum
eommodum cum exactione dura. Christi autem regnum uostram utilitatem proponit,
mit freuudtlicher heimstellung tzu uns selber, das geht;t auch in eleetis fein fordtf*.
487
Nach ('ordatu. Losnr. «iU Luther sagen -E'" ('''i^-'-n^ '^.J'-Ijjy^^^^^^
teil bedacht, Christus aber aut IS^siürlarg? nun I^e U ""gor ' m'd Pchnjer ff."
Jene aber (sc. .|Ui sunt m l'obtiae r^gno) sinu t, r jr ■" ^. Jf „,, ^o muss
f,) liindseil .Scd Lolitiac ,,uo «""♦ 'Ä' wieder den ström •; Zu dem Obiftcn
CS .'eschchen, oo »'"'"';, l'^«^^"';, ^s^ltcrlmhreäen vielfach abweichend nnd
rÄnch:;n''i^.iä;'.er ti!i,:t^Y'''^^h '^i^- ^- ''' "' "'•
Üb. MI 2. Dasselbe Erl. A. ö'.l, 152, Förstern, u. 15. II, Ho.
1760.
T iol.cr Gott was liab ieli mcistcr gemacl.t alle Jar,
vnd k-h bleibe ymer z.t ein seUuler, Aber es Ueist, J.tsttheata
est Sara iilijs suis')- , • . n
Sich auf Kbriier 11, 11 bezichen.
17G1.
\ssiauitasn feeit vilcsecre res [032], Seltzam acht mau'^).
Äi-^rc, ^^i^'^zt'^f^ r .!r hübsch SS :-"=
amocnitutem\ \ gl. auch h^'^>^'"^t. 1 4s^ , ^1>;^ -\"'-- .^33 Förstern, u. B. I, ISO.
?i^^;:, i^:'^ ;iÄ;'Snun;;s;!.n^ ^ t^^^^ r.,... .. v.
1762.
Waritia et ambitio faeit'), »it verum uou fnuvni.tr vohiptate ^).
assiduoO inaKintuduie et multitndii.c « 'V,™ , tra tanta beuii;nitate
per benctiecntian, s„am ..atuni i-erd.tos n . " •\/;'^ f der l.cllc
[•t a^Hiduitate vilesem.t^) \\as ^a. -ot d. /.. ^^e^^^^^^^^^ ^.^^
,„VV) Wen n.an ein Ky ^«" , '^;'^^^" „„ ^ n vnd seencrO-
hennc, da wurden wir vns /.u *" \; « ^^ "' Y; /" ,i"), Piseis
Moses posmt, Dixit, et t.itta suni ;
camini'^), szo gehts fort'^). ,, 1 , .
0 i., .' iden. I.ra..scntcn. steht ^^^J^f^^^^^,^
Zeile. 2) «<•. m.im. ,•'» 7,,!^^,?" '.' ;,,^,,„ien Giite (nur nbch) schlechter werden
'^'^r^:::^:^'^^^^^'^^^-''^- ^''^ '^^^ llOllever.al.cu.
488
Verständlicher wäre freilich eine Lesart wie: Was kann Gott dazu, wendenn sie
sich der helle zuV G) Kalkutta ist nicht gemeint, sondern das Reich Kalekut
oder Kalikut in Decan an der Westküste von Malahar, welches bereits
seit dem 9. .Jahrhundert bestand. Kaie kutsche Hühner sind l'ruth iihner, die
auch sonst welsche Hühner heissen, in Norddeutseldan<l auch Kalkun oder
Kalkaun genannt. 7) Vielleicht Verseen = Uns vergaffen. ^) = Dahin
gehört auch Folgendes. V>) Matth. 6, 20, 2S. lo) = Schlagt. II) = Weii)-
chen. 12) = Auf einmal. l.i) Gen. 1, :ur. 14) Gen. 1, 2^. 15) Die
späteren Tischr. mit zahlreiclien Abweichungen und Zusätzen. Die
Fassung der hall. Handschrift bei Binds. Hl, Ol ist folgende: Creaturae. F.xivit D.
Lutherus cum uxore sua in hortum, piseatum rii)am et piscinani, ibi inveniebantur
hechte, Schmerlen, foreUen, kaulperschken, karjjen, quornni alit[Uos edinuis (WerV)
in mensa, summa laetitia et gratianun actione. Dixit D. Doctor: Kethe du hast
grosser freude vber den wenig tischen dann mancher Kdelman, wann er etlich
grosse teiche fischet mit viel hundert schocke fische. Ach, avaritia vnnd
ambitio faciunt, ne rebus frui possimus (vgl. n. 17(12). Es sitzt mancher
geitzwanst in summis delicijs, kan dennoch dasselbige nicht mit lust genissen.
Es heist : N o n v i d e b i t i m p i u s g 1 o r i a m D e i , i m o n e p r a e s e n t e s c r c a t u r a s
l)0ssunt agnoscere, den Gott vberschuttet vnns tzu sehr damit, Et
ita assiduitas facit res vilescere, wans seltsam were, soachtetsman
hoher (vgl. n. 1701), sed nos mm i»ossumus considerare creatiirarum amoenitatem.
Videte, wie fein ein fischlein leichet, do eins wol tausent bringet, et hoc fit, (piod
masculus cauda percutit sjjcrma in aipiam, ex (jua foemella concipit.
Considerate volatilia, wie feine rein geliet dieselbige generatio tzu, es hackt
die sie ins heupt, leget sein Eyerlein seuberlich ins Nest, setzt sich drüber, do
kucken die Jungen Tirlein heraus. Videte pidliun gallinae, wie gar stecktes «loeh
in dem Ey. si nuiniuam tale ovum vidissemus et afferretur aus Galu-
kutten, so würden wir vnns alle ad s t upo rem verwun«lern. etomnes
philosophi non possunt rat ioneui reddere i Ilarum erea turaru m, sol us
Moses rationem ])onit. Dixit et facta sunt, ipse mandavit et creata sunt.
Crescite et multii)licamini, so gehets fort. Vgl. auch Keb. II, ll*>>', I IM '.
Erl. A. 57, TXi, Förstem. u. H. I, 170, 180.
1764.
Dem l^iieh Ester vd(1 2 Mjichabacornm bin ich feiiul,
den sie Juditzen') zu seer viid haben wol beidnisehe unart'^),
Interim tanien borrendnm est |(3o3|, libruni Kster ]dus reimtari ajuid
Judaeos-^) quam Esaiani ant Da nie lern, euni Ksaias syneerissinie
annuueiet Cbristiini. Daniel auteni Monarehias^) et re^'ninn Christi
aperte deseribat^).
1) Die späteren Tischreden j udentzen «»der „multum enim imitantur Judaeos
1 765.
leb bette gemeint. leb wolt Erasmum mit meiner Epistel ')
wider in baruiseb bringen, das ieb ybn muebt ergreiffeu
non ampbibologieum in etlieben Worten, Al)er es ist nmbsonst,
Sperassem quidem Eeelesiam re])nrgare a doctrina et f(>etul)us-) eins,
(pii sunt E g r a n u s '^), C r o t u s ^), V i t ze 1 i u s ^), O e e o 1 a m p a d i u s , C a m -
panus ete. leb wil ybnn in der kireben niebt wissen*"').
489
n Fnistolae Amsdorfi et Lutheri de Erasmo. 15^4. 2) = Seiner
l'rut ^ ^ Vgl n \ot4 4) Vgl. n. 1020. 5) Vgl. n. (124. . 0) Die spateren
Tsri.rc.denAnz abweichend. Auch ist die historische Beziehung aus ihnen
ni 1 7u ^^^^^^ Bandseil I, 274 .Erasmus est Kex amphiboliarum, quem m arenam
r Ud.o Er koimne nur unnd lasse sich mit wenig wortten ergreitkMi, ich yd
«1. "o .\n .U-» ■ wi n u. An^^^ l-utluTs auf Erasn.us der 15113 bepmn,
■ n.^VU«•l i.^-" C-e eiiRT SclnuKl.seliriff, .lie er in .lemsHben .lul.rc j?cgen Luther
!;::i\,i' Kciw:'.!..!; ,'eri.l„e. luuto, iu.Urck,on Anteil ,^^"1^, ä^n'^cHebüngert
.ler i;.lorn,ati.m ab, naeluleu. er schon seit '• 1"''' ^J^" f,' '',^" ^^,,
l,-,tt.. Kirraiius ein alter (ie^ner Luthers, starb la.ta. \ gl. über Lrasnuis ^m'"^
Im.! Wit^/xl Zl^i.r .lauuiligesN-erhiiltnis v.n Luther und der Hel-.nnat.on Kosthn II,
:t2utV. Obiges wird Anfangs K>:i4 gcsproehen sein.
176G.
l'asscrc« cum siiit vilissi.nae avcs '), nocliO l'ahcn sie das
-ant/.c .Jar die l.esten tage vud tlmn am grostcu scUadeu,
Im Whitcr ligcn sie in de« Scl.ein») v.ul kodeul.odcn*) 1"'
cnt/,en fressen sie den samen, Im Somer das beste koru
•ins den aliern. Im Herbst sind sie in den Weinbergen, digui
it;:Vl| ,,erscei,ti(.ne^). Quae sunt Immana peeeata''), Q"ando autem m
templa veniunt. deum in vcrbo et auditores imiiedinnt^).
n Die doiitselien Tischreden .Die Siierling sind die gcTingsteii und lösten
£SÄ^r^^i'i;nd'^.£nr^^^^^^^
^Icr dcutstdieu Tisehredeu wohl vorzuziclien, da das unverschämte C.esehleclit der
S ^tle^'^u'r.ult' ;':"licd.e i,n _gan.cn .lahrc'das lieste .md 8;d,öuste ---.H^'C
und 7\\ finden versteht. Mittelh. das und die aber. W eig. 1, 2b. •>) Vgl. n. looo,
o sieh iX^^ Vögeln feindlichgesiunt zeigt und ein Edikt gegen sie ur
JUi- IUI (i) Luther meint .Alles dies sind Vergehen gegen die Menscheu
; 'h kan!; auchÄt Verden .Dies siml Vergehen, wie ^^ J^}^]!^^'^
vorkommen ^ 7) Sinn: Wenn aber die Sperlinge m die ^i^^^^" '.^*^»""^\" ' '\'?"f.
^ [rTse die Pred'-t und die Zuhr.rer durch ihr (Jezwitscher (verdienen also er^t
Ä tJll^tu^n mu-hstellt). Der Schluss des OU^^-^ ^^^^[^'Sm
lischreden (in den lateiu. fehlt der ganze Absatz). \ gl. Erl. A. •>,, IS>, 1 orstun.
u. A. I, 14:». Vgl. ferner n. VXl, VMU) nebst Parallelstellen.
1767.
Constat et publieum est, quantum efiieere possit unus prudens
in Kepubliea, Noeb«) lassen die Stedt keinen studircn-).
n - (Ueichwohl 2) Ein ähnlicher (UMlanke liindseil 1, IW .Et si <iuaelibet
' "" ■ iusi-uem haberet homiuem rectorem, tunc omnia cousdia
respublica et civitas unum
melius esseut e Ventura \
1768.
Zuebtii^c Herrn beisscn die Paur vnser Visitator 0, vud
sie sollen ybn draufl' anttworteu, Vnsern menliebcn ebren
490
on Beiladen, Szo gar lernen die leut nicht mehr denn hier
sauffen^).
1) Für unsere Visitatoren. 2) Luther meint ,Die Bauern können nur
Bier sautfen. Daher haben sie so wenig Bildung, dass sie den Visitatoren ein
Elirenprlidikat geben, das nur bei Frauen und .lungtrauen am Platze ist. Die
Visitatoren sollen darauf antworten, dass sie sieh dieses Ehrenprädikat getallen
Hessen, vorbehaltlich jedoch derjenigen Ehren, die ihnen als Männer gebührten \
Bei Bindseil I, 2il!> ist aus dem Obigen Folgendes geworden , 1 unc D.
Jonas dixit, Coldieij fuisse tam rüdes senatores, ut neminem suo titulo ai)i)ellarc
potuerint, sed dixerunt ad nobiles tzuditigen Herrn. Ilaee Sebastianus a Gottentz
audiens, tangens laciniam suam (laeinia im mittelalt. Lat. ott == penis), dixit:
„Meine menliehen ehren ohne schaden, ich bin ^o kein .lungtVaw (!)\
1769.
Wir beten Da paeem. domiue. Aber ich sor^^ das in
iebuH noHtris») werden wir nicht erhalten, sed in terra uostra'^).
1) D. h. So lange wir leben. Vielleicht ihn nicht. 2) Sinn „Wir werden erst
'rieden erhalten, wen wir in der Erde d.h. in unserm Grabe ruhen.
diel
Amen.
dann F
1770.
Piier non credidit, Erjjo Ha])tigmns nihil valet, Item dico, K^-o
Euan^-eliu ante [6B5] 20 annos non credidi, Hri^o Huan^-elium tuit
nulluni, Recede ab errore tuo, Et (luae Dci sunt, omnia valcnt et
semper, Aut alicxpii duplo peior eris»), ut de i>roselitis dixit Christus*^),
velut qui in mundo se esse peccatores sentiunt. et i)ost ingressum
Monasterij contidunt se esse sanctos et iustos ])n)pter Keligionem»).
1) sc. nisi recesseris ab errore tuo. 2) Matth. 2:i, i:.. :V) Vollständiger
n. 14«), 150. Vgl. auch n. 204, Bindseil II, Ol, Keben.st. II, n>2 ', Hi2'', Erl. A. (»2, :i2,
Förstem. u. B. IV, 30S. Von nun an erscheint in der llandschritt ver-
mischt mit andern zum Teil Neues enthaltenden Absätz(!n eine Reihe
von Vufzeichnungen, die bereits früher (besonders aut" den ersten Seiten
und p. 70 — 120 des Manuscripts) in vollständigerer Fassung vorkamen.
Keineswegs handelt es sieh hier aber nur um Wiederholungen im eigentlichen
Sinne des Wortes, denn die fraglichen Absätze bieten ähnliche (Mler gleiche ( a'dankeii
in kürzerer Fassung und abweichender Form, stellenweise auch andere (iedanken.
Der Inhalt der ziemlich zahlreichen Absätze berechtigt wohl kaum zu der Annahme,
dass Luther es für angemessen und nötig gehalten habe sich zweimal über di'ii-
selben Gegenstand auszusprechen. Es drängt sich <laher die Vermutung aut, dass
hier vielleicht Aufzeichn ungeii eines andern vorliegen, dieC'ordatus
in seine Sammlung aufnahm, weil Einiges darunter vorkommen
mochte, was ihm selbst aufzuzeichnen aus irgend einem (Jriindc
nicht m ö g l i e h g e w e s e n w a r (Vgl. z. B. d i e letzten \) N u m m e r n !). Sagt er
doch selbst n. !;<:{«, dass er die Aufzeichnungen anderer mit den seinigen zu ver-
binden horte. Da es nun nu'hr als fraglich ist, ob Veit Dietr.'s umtangreiche
\ufzeichnungen im Cordatiis mitenthalten sind, so könnte man der Ansicht
sein, dass im Folgenden Aufzeichnungen von Schlaginhautten vor-
liegen, von dem derartige Erinnerungen an Luther bis jetzt nicht
bekannt geworden sind.
1771.
Tanta est superbia hominum, ut tot o])Us habeat Dens ]>uli-
cibus et culicibus»), qui ])ungant cos. Item tut Diabolis. (pii perpotuo
vcxent, Item ipse per se cogitur saepe alium-) se osteutareO.
491
1) Vgl. n. 1708. 2) sc. quam patrem. 3) Vollständiger u. 23«). Vgl.
Erl. A. 57, 157, Förstern, u. B. I, 121 (Ende der Seite).
1772.
Fi dem ad verbum iunge integram, non praecisam aut parti-
cularem'), et habebis, quod verbum dicit, Neque hoc Sophistae
fecerunt, quod constat ex bis versibus: Litera gesta docet etc.-),
Nee Anabai)tistae cum ])ucris^), Fidem applica^) etiam senex et
remove cqnnionem tuam^). Ergo Bai>tismus erit, sicut fuit, opus Dei^),
Sicut si IG3(vl Decalogum ([uis non credat, et post tempus credat esse
Dei mandata. certe etiam ante talia fucrunt etc.")
I) ^ Der (41aube, den man mit dem Worte Gottes verbinden soll, muss
ein ganz vollkommener, kein abgeschwächter oder geteilter sein. 2) Die \ erse
n 11^ 3) sc fecerunt. 1) sc. ad verbum Dei. 5) Lass ab von deinem
eingebildeten Glauben. (i) = Daher wird die Taufe ein Werk (Lottes sein (und
bleii.eii) wie sie es immer gewesen ist. 7) = Gleichwie, wenn ehv^i jemand
nicht an die zehn (Gebote glaubt, hinterher aber dieselben lur Gottes Gebote halt,
während sie dies sicherlich auch schon vorher (nämlich vor der Bekehrung des
l'ngläubigen) gewesen sind. Vgl. n. ITTo nebst Parallelst., lli), 150, 2o4.
1773.
Cur creavit Dens, quos sciebat casurosV Ein grosser Herr
mus scheiszkachel auch haben in seinem haus')-
1) Vollständiger n. 24(i. Vgl. Erl. A. 57, 15S, Förstem u B. 1 122, Bind-
seil I, 245, Kebenst. I, I30'., ferner Erl. A. 57, 24r,, Förstem. u. B. I, is«l (Ende d. S.).
1774.
Sunt (pii vcllent, se verbum nim didicissc, quia servus seien s
et non facicns etc.»), Paulus res]M»ndet-). Inexcusabilis es, o
homo etc.^).
1) Luc 12 47. 2) Köm. 2, L 3) Vollständiger n. 240. Vgl. Erl.
A. 57, 240, 247, Förstem. u. B. I, l'.Mi, r,indseil I, 245, Kebenst. I, 13<i''.
1775.
llilarius verus luctatur adversus haereticos, Necpie Augustinus
ci potest comparari. EtCyrillus egregius fuit disi)utator llyreneus;)
iKM-iit pace, Ambn^sius obrutus practica non adiiKulum contcmlit,
Et contemplativa^) omnes dccepit, Practica sive administratio curae
pastoralis pensanda est^), ut cura pauperum etc.^).
n n ■>I3 Jlieronimus, quia pacem habuit, nihil boni scripsit % Bindseil
.Ilieronvmus vero, .,uia etc.- Irenaeus, Bischof yim Lugdunum pstorben uni 202.
2) sc. phiK.sophia =^ Theorie. 3) Vollständiger und m andereT ;u m i . 24.^
Vgl. auch BiiKlseil III, 13S, Kebenst. II, 237 a 237'.. Luther «''^""»t -V^t de 1 . xis
oder «lie Verwaltung <!es Pfarramtes, sowie aut die ArmenpÜege ist das Ilaupt-
ewicht zu legen
1776.
Verbo veritatis vult Dens rcgi mundum, (pii mcndacia amat
et vult. Et veritatem texit') inlirmitatc Crucis, neciue sponte bunum
492
facif^), sed eoactus, erucem odit, quin tiraet se i)eriturum siib ea, et
amat voluptates, qnia Sathaiiam amat et odit Deum, Satlian igitur
in vieario «iio Papa inuiidi reetor esto^).
1) = sc. Dens. 2) sc. miiinliis. ;J) Verkürzt aus u. 211. Vgl. Krl. A. 57,
158, Förstern, ii. li. I, 122.
1777.
Dens vidctur onines titulos suos ])crdidissc [(Wj, IiniH»teu8
enini vidctur advcrsus potcntiam iiobiliinn, Iimps eoiisilij contra niuiidi
sa])ientcs, Socinn nialonnn natura Ijonus, Scd nianct ') onniia abscondita
in lioc mundo, (luae vere üci sunt, et mauet«) ut dicitur Math. O*^).
1) Lies manciit. 2) Matth. (>, 4; r», 18. Vollstäudiger n. 245. Vgl.
Erl. A. 57, 125, Förstern, u. H. 1, «.>6.
1778.
Satan novit nos niori oportere, nibiio minus nobis curat mortem
omni momcnto ').
1) In anderer Fassung n. 247. Vgl. Erl. A. 5U, :r25, Forst, u. H. III, 31.
1779.
Der man, qui scdct ad dextram patris, wil kurt'/vmb re^nren,
vnd die weit wil ybn kurtzvmb niclit leiden, quem tanicu
regere oportet proptcr illum, qui dixit Sc de a dextris meis»),
Aber er stelt sich alszo zu seinem rcj!:iment, tpiod-) omnis
ducere possit, Die schuld ist sein, quod contcmnitur, Scd tarnen
manet, quod scriptum est, Omnia quaccunque Y<»luit, fecit. Dicit
igitur ninndus, Inipotens est^).
1) Psahn 110, 1. 2) Die Handsclirift hat das Compendiuin tVir ((Uod. Es
scheint quasi richtig zu sein. Sinn: Als ob jeder regieren könnte. 3) In
anderer Form und vollständiger n. 248.
1780.
Ich musz pacientiam haben mit dem Hapst, Schuermern,
Scharhansen, Kete von Born'), vnd der paticntz ist noch
szo vil, das al mein lebeus nichts anders sein wil den
pacientia cum familia-).
1) n. 240: Kata von Boren. 2) Vollständiger und in viel an-
sprechenderer Fassung n. 241). Das Obige schliesst sich an die Fassung der
hallischen Handschrift bei Bindseil III, 167 an. Vgl. auch Ucbenst. II, 21^. Die
deutschen Tischreden stimmen Erl. A. 5S, 431, Förstern, u. B. 11, 217 mehr uut Cord,
n. 249 überein. Die Worte cum familia (= Gesinde) bilden einen recht laluncn
Schluss des Obigen und stehen wohl (vgl. n. 240) an verkehrter Stelle. Mau
erwartet sie hinter Kete von Born.
1781.
Sicut Lex exeuntibns ex Aej^ipto [038] sub brevitatc') data
est Judeis, et post ea per Mosen abunde exposita est in Deu-
493
teronomio, ita Christus et deinde Apostoli fecerunt cum Euan-
^
clio^).
1) = In kurzer Fassung. 2) Weitliiuftig Erl. A. 58, 202, Forst, u. B. II, 109.
1782.
Pulcherrimam Politiam et EcclesiasticamO Dens instituit in
Deuteronomio, sed mundo semper sua melius placent quam quae
Dei sunt 2).
n Wohl ordinationem oder doctrinam zu ergänzen, was auch Keben-
stock hat 2) Bindscil II, 217 dagegen ,Deus i)olitiam Ecclesiasticam et pobticam
omnium pulchcrVnnam instituit in Deuterononno, sed cum ;""»<\'{^l^,^l;"^J,;f f ^IJ^
contcmnit, ali:i (luaccun.iue libentius se(iuitur\ \ gl. Uebenst. II, idO", Erl. A. 02,
12^ Förstern, u. B. IV, 400.
speticn
1783.
Illustratio adventus Domini erit in virtute et spiritu, Virtutis
.,,,.acm habcnt Hombardarum inq)ctus, Spiritus vero est ars
iminimcndi, qwa imnictas Papae vastatur»)-
1) Fast gleichlauten'l n. 252.
1784.
Johannes Huss sustulit vcpres et seutes, sed ego veni ins
pflugfeld').
1) Ein Bruchstück aus n. 2r.:i. Vgl. Erl. A. 02, 124, Forst, n. B. IV, :<90.
Vgl. auch n. 839, ls29.
1785.
Papa cessavit esse Dens, quia, quicquid nunc tentat sul) spetie
Relidonis, pro stulticia habetur, Vi cpiidem id cupit recuperare, sed
icratis'), quia verbum suum predicat Dens, cui et rem addit. ut intel-
li-atur, Quod vult Christus, Cum factum fuerit, credatis-), quia
eventus Papae verbum exponit^^).
1) = Aber vergeblich! 2) .loh. 13, 19; 10 4 Es ^«5 ^^jl^ ,«* Jif ^/^^
lesen im Ansclduss an sed gratis, ,iuia etc. I^.ther "j^i^f ;}^«d wed das
Fiasko des Papstes die Wahrheit des göttlichen Wortes ^^arthut 3) Das
Obige ist in abweichender Form und t>f ""?, f ^ ."j :^, ^^.fj "' .
sammengesetzt. Vgl. auch n. 5(i. (ianz abweichend Erl. A. o-, /<►, lorstem. u.
15. I, 59.
1786.
Praeceptorem (qualem ego libenter vellem) mm fert [639] Dens,
sed Oratorem*).
1) Vgl. n. 2.
1787.
Omnia ]>eccata spiritualia ])eccant contra sanctificationem
nominis Dei, velut vanae Uelipones, Caercmoniae, in quas lulunt,
^^^äääsbgtt^tritt^^i&iB^
^äjS^p^^SilltttÜ^il^i^fey
494
traditiones hominiim, Jiiramenta in nonien Dei, filiiim •), doctrina falsa,
({uae se iat*tat veraiii, ac si Latro dieeret, se mm ])eeeas8e, cum in
Sylva oceidit homines, iino bene t'ecisse et ad <i:l(>riani Dei-).
1) sc. in filiiiiu. 2) Dieselben Gedanken in abweichender Fonn n. :\.
1788.
Verani verbi ])raedieati()nem iii^j^en: nmü') se<innntur. Ver-
biini niansit siib j)a]>atu lcj2:end(K uon ]naedieand<)"^).
1) = inj^enioruni niutationes. 2) Vollstiindij^er n. (i, wo jedocli
der erste Satz des Obigen fehlt. Vgl. Erl. A. 57, TT, Fürst, u. H. I, (in, sowie n. 2(;i.
1789.
Nulla unquani in niundinn venit inaps veheniens et audax prac-
dieatio quam Pauli, qua seniel ') videtur t(dlere onineni politiani et
reli^ioneni, Ideo non vanc |)u<i;nant (Muitra cum Judei ])ro suo Mose,
Quasi-) se ipsuni in Deuteronomio IS**) uon depnsuisset ab oflieio
suo: Quis unquam i)otuisset eredere Christo V Et Steft'anus nun-itur
sub liae lite^).
1) = Mit einem Mab-, zugleich. 2) Vielleicht Qui si. :t) Deut. is, i:,.
4) Das Obige ausführlich n. T und n. b. Vgl. Erl. A. 5s, 2T."), För.st. u. W. II, 'jr..
1 790.
Qui iuventutem foelieiter instituuut, remittunt eos ad Vir^nlium,
Ciccronem ete., non tantuin |(vl()| ut discjnit, sed etiam ut iudicent,
Tta ])rofeeturus ') in Tiie(do<;ia ]nimo legat .lohannem et Tau! um,
Deinde patres ete.'^)
1) = So niiigc auch der, welcher in der Theohigie vorwärts k«nnnicn will IV.
2) Vollständiger n. \b\. Vgl. Hiudseil 111, Kil, der auch wie n. IM (am Ende)
legant hat.
1791.
Vis scire, quomodo Dens manent reet(M-') niuudiV Die alten
lernet^) er, die Jungen plentet er, Alszo bleibt er Meister').
1) n. 182 rector et luagister honiinum. 2) u. Is2 lembt. 3) Vgl.
n. 182, Erl. A. 5T, 148, Förstern, u. B. I, 114.
1792.
In similitudine Pauli Rom. 7») sunt duo coniugia et 4 termini
coniugum, scilieet eor])oralium et spiritualium. In ])rinHr^) moritiir
maritus, et liberatur uxor. ((uae tamcn nubet alteri, Voluit autem buic
similitudini sul)iun<,^ere dissimilitudincm-*).
1) Rom. T, 2 — 0. 2) se. coniugio. :t) Dieser Absatz ist nicht
vollständig, da hinter uxor die Worte: In seeiindo vivit maritus et
moritur nxor, wie ans n. 186 hervorgeht, fehlen. Der Fehler ist leicht erklär-
lich wegen nxor.
495
1793.
Lex est, (juam') faeere debemus, Euanj^^elium, quod deus
vult dare, Legem faeere nun possumus, Kuangelium lide aeei])ere
debemus ').
1) Vielleicht .juod. 2) Vollständiger n. iss. Vgl. Erl. A. 58, 27T.
Förstern, u. K U, '.»T
1794.
Primum ]>raeeei)tum est mera ]n'omissio, Idco ipsum neipie
.ludaei ])raoceptum voeant, Ideo non veram argumentatitmem »), Legem
lide i)raeei])i, li;itur L.'^) iustitieare, Ali.j dieunt. baue iidem') nostruni
esse (q)us, Justiiieantem autem donum esse Dei. Lex iustiüearet, si
inveniretur^) implentem'»).
1) sc e.ssc «lico. 2) = Legem. W) sc. quac legem praecipit. .Tustificantem
sc tidcm. I) I/ies invi'niret. :.) Vgl. n. ls«»-l«M, aus denen das Obige excer-
|ücrt ist, ferner Krl. A. :.s, iJM, Forst, n. IJ. 11, sT, dasselbe Erl. A. 58, 2T<, lorsteni.
u. li. 11, '.»T
1795.
Legem non iustiiieare, ])erinde est Judeis |()41] atcpie n(d)is
esset, si cpiis dieeret, Cbristum non esse agnum dei. Et sieut P.O
ferre ])otuisset liberam L.*^) (d)servationem, ita et ni>s Caeremonias
l»a])ae*), Sed sieut illi uidebant et ]>eribant, sie nostri advcrsarij nolunt
et ])eribunt^).
|\ _ p;m]„v^ 2) = Legis. :\) sc. lil»cre ferre potuissemus. Die deutschen
Tischreden Aber das woUtcu die .lüden ebenso wenig leiden, als itzt die Papisten,
mit ihren (."eremonien und Narrenwerken, gegen denen wir uns doch erbieten,
dass wir wolh-n zufrieden sein, dass man die Cerenionien hielte, allem dass es
.ledermann freistünde aus gutem Willen dies zu halten oder nicht, nach Gelegen-
heit der Umstände. <l(>ch ohne Aergeruis. dass die (iewissen nicht dran gebunden
noch verstrickt würden, und dass man (Jottes W^ort frei Hesse predigen und
lehren (") l) Vollständiger und in anderer Form n. '.» nnd 1(>. Aus
dem Obigen konnte n. '.> die richtige Lesart ,i)redicare, necessitate salutis non esse
servandam Legem, perinde sunt .ludeis, atipie fuerit Christianis, si quis etc.
(= Di^.se Worte bedeuten tlir die Juden <hisselbe als es für die Christen zu
luMleuten haben würde, wenn jemand tf.) festgestellt werden. Vgl. Nachträge und
IJericht. 1. N'gl. Erl. A. 58, 2T(i; Fr)rstem. u. H. 11, IHJ, wo sich n. 0 und Ki und das
Obige abweichend und in sehr weitschweifiger Fassnng findet.
1790.
Anaba])tistae bine tantum sunt orti, quod non dignantur verbuni
suo bonore, Ideo (pi0(|ue opus Dei fundant supra •) opus bominis,
Aliinpü^ Ba])tismum nibil esse, aut Dei opus repeti debere propter
meam ineredulitatem. Et Deus est. (pii baptizat impios, Quod negant
euijientes rebajdizari , Et exeeutio Ecelesiae secuta est mandatum
(Jhristi, A mille annis ba])tizati sunt intantes, Got lest sein werek
fortgeben, man brauebe wie maus wolle, frumentum creseit,
Imo bordeum ete.^)
I) = Auf. n. 254 richtiger „super fiindamentum humanuni". 2) sc.
dicnnt A nabapt. :i) D a s O b i g e ist aus einzeln e n G e d a n k e n z u s a m m e n -
gesetzt die sich n. 254 (Erster Teil), n. 15 und H) finden. Der Scliluss-
496
satz jedoch (von Got lest ff.
entlehnt. Vgl. n. 1770, 1772.
— hordeum) ist aus n. 175 (Zeile 2, 3 und 4)
497
1797.
Dicere non possum, qiianto gaudio sim affeotus, quaiub»
verum iisiim inveiii Sacramentorum, et cum intcllcxi alium
velle pro me iustiim esse in eonspectu DeiO-
n Vollst:hulie:er und abweichend n. 17«'.. Aus dem Ohi^'en konnten
jedoch die n. 17(; sich findenden handschriftlichen Fehler verbessert werden.
1798.
Fides f(U2l non tantiim est neeessaria ad Justifieationcm, sed
etiam ad sedandiimO conseientiam, et fides in onmilms rebus est
necessaria -).
1) Diese Constr. im damaligen Latein nicht selten. 2) Vollständiger
n. 178. Vgl. Erl. A. 58, 381, 382, Förstern, u. B. II, ISO.
1799.
Per donuni coepit Lex inipleri in Christianis, id est sj^irituni
sanctum, per gratiam autem est inqdeta*).
1) Dasselbe mit dem Zusätze scilicet remissione peccatorum n. P.M.
Vgl. auch n. 17U4, Erl A. 58, 31 1, Förstem. u. B. II, 125.
1800.
Si Dens tantura impeudit alendis inutilibus avi])us, cpiis desi)eret,
se a deo sustentandumV^)
1) Vollständiger n. 1U2. Vgl. auch n. 17(i«; nebst Noten so>yie Erl- A.^>".
148, 184, Förstem. u. B. I, 114, 142, Bindseil II, Hi7, Kebenst. II, 124», auch Erl.
A. 57, 210, Förstem. u. B. II, 162.
1801.
Fides iustificans formaliter est iustioia nostra, velut ealiditas
aquae calidae forma est.
1) Der erste Satz aus n. 1U5. Vgl. Erl. A. 58, 372, Förstem. u. B. II, 172.
1802.
Fides tantum in Cruce intelligitur , non ex Cruee »X Nee tarnen
ibi intelligo peccata earnalia, quae et ipsa afiiigunt inum, sed
spiritualia, Qui sensit, hie me intelligit^).
1) n 1M5 richtiger „extra crucem minime". 2) n. 11)5 .quae Uli iutelligunt,
qui ea senserunt". Vgl. n. 195. Erl. A. 5s, 371, Förstem. u. B. II, 1 .2.
1803.
Prima purgatio in regno Cbristi est eonseientiarum , sccunda
civilis et rerum eivilium, Primum feeimus ])raedieatit.ne, seeundum
faeiemus visitatione ').
1) Vollständiger u. 190.
1804.
Interior liomo est sanetus, exteriur ])eecator, Ideo in 8ymb()lo
eonlitemun Eeelesiam esse sanetam, in dominiea autem oratione
oramus remissionem ').
1) Lies remissionem peccatorum. Das Wort rem. steht am Ende der
Seite iukI der Zeile und di(; tolgen<le Seite beginnt wieder mit „remissio pecca-
torum". Vollständiger und in abweichender Fassung u. 197.
1805.
Remissi() ])eeeat(»rum a Deo \CM\ est effective, a fide for-
maliter, Instrumentaliter a Saeramentis ').
I) Vgl. n. 1U9. Bindseil II, 2'M) Jlemissio peccatorum est fructus sacramenti*.
Eri. A. 58, 25r., Förstem. u. B. II, ^o.
1806.
Gotts saehe ist szo b(>se, das ich ylir nicht kan raten,
(juia (Hiuiibus. quae mundissiinc •) dat, erudelissime '-) abutnntur**),
Kxem])lo est verbum. (Juod si dat. damnant lioinines, Si non dat, dam-
nantur lnmiines*).
I) =: In der reinsten AbsirhtV 2) = Aufs geliihlloseste, riicksichtsh)seste,
roheste. 3) sc. humines. 4) Zusammengezogen aus n. 25ri. Vgl. Eri.
A. 57, 95, 9(», Förstem. u. B. 1, 7.i.
1807.
Venter significat generationem Joli. 7 de ventre').
I) .U»h. 7, 39. Erl. A. 5b, s7, Förstem. u. B. 1, 3(;m. Vgl. u. 29(i.
1808.
iMiturum est. «pUKl olim luit, ut in deserta se abdant, (jui verbo
Dei credunt').
1) (iekürzt aus n. 257. Vgl. Eri. A. 57, 9«i, Förstem. u. B. 1, 74 (oben auf
der Seite).
1809.
Dei inconstantia magna est animarum vexatio, Dedit enim Adae
promissiones et eaeremonias. ([uas mutavit, Nuali ') Arcum-) et I rim^),
Abraham Cireumeisiimem, Mosi Miracula et Legem Po]mlo suo,
Euangeliuni, <iU(kI videtur tollere priora nniversa, et lioe Mahomet
videtur ttdiere et omnes imi)i(>s >).
1) sc. dedit. 2) Lies Arcjim oder Archam, was n. 25s richtig steht.
0 Hier richtig Irim. n. 25s falsch arca statt arciis = Kegcnb«»gen. Vielleicht
Christo Eu.inirtliuni sc. dedit. Vgl. n. 258. 4) Vollständiger und ab-
weichend, nanu'ntlich in Bezug auf den Schiuss Eri. A. 57, .'.s, Forst, u. B. I, ICD,
auch Eri. A. M», 44, F.»rstem. u. B. II, 2r»2.
32
498
w
1810.
Juilei optavenuit (luulcin pvaesentiam Messiao, sod <iui ivliii
:et eis oinma sua iiltep-a, (^od eu.n (Mnistus nollet, eine,-
quer
fixus est»)
1)
Erl. A. (
) Vgl 11 -m, Erl. A. <V2, :i74, Förstern, u. H. IV, 02S (Kmle der Seite), aueh
;2,:iTi, Fürsten», u. H. IV, (i2r, (Ende der Seite).
1811.
Euanirelium sub Cbvisto fuit aiidünle seu doetnnale. Sid» |(.l 1
Papatu tantiim lej^Mhile, Nune auteni iin-nax fMetmu est. den es wi I
seine feind nielit leiig:er leiden').
1) Vgl. n. 201 und n. 0, soNvie n. ITSs, Erl. A. ÖT, 77, Fr.rstem. ... F.. I, r.d.
1812.
Neicotimn nostrnm mm est aliiul (luani exe(unniunieaye l^ipatinn
Est auteVhoe revera nihil aliud quam f/^-'^-^-j^^jl^'^" ;"/;:,'
esse (lui non obediat verlxK ((uod est, Qni eredideiit et ha
ti/!a'tus fuerit ete.->), Iste autem ordo^O "on eredit, et exec.nnnunieMtio
est exeeutio Dei^).
n Tuther meint als wenn man einem erkliirt, dass er zu denen ^^eliore,
dem Obigen mehr üUerein.
181:5.
Per exeellentiani i.iiscric.r.liae Dei i.itollif,'on' (l.-l.c.ims inun.M.snin
alieia... liominrnn et inpatitiulinem cniin ."t .•.,ntv.n,.tni... .,.io cou-
tenmnut omnia')-
1) In anderer Komi n. 2('i!i.
m
1814.
Cum aeKVotuntihus fa.uiliariMsi.uc a};c..du.u est et ''•«l"^''"''''^
Ideo V.nantn.u licet totus i.r.>,M..uh<. <•..... e.s .aee,.t.l...s .'t i-...,. e.
Sn..Ä dentis.) ,.."".... interr.«.. '''!•'•'•""; '•"n;.-; ;-;;••-,,;;;.
::!,..l^ar;iait, Vtn.,.. etiu... na .uori..an.,, ,1^
«•rntiam Dei esse, si (ims ad apntioneni i uumi ,k.>vmv... -
^sst in m hmninnni mur^ enini taleni hunmuMn propnMmn
Demn Tm-aesentem, Kt taleni iideni et eonfessioneni ill.us ae-rotnntis
STte rS^^^^ astantihus et pollieeor oratnu.en, n.ean.
Jro eo arDenni Qnando autem aepoti dieunt, se nieren n.n posse
499
hnne sui Visitationeni, Kespondeo, Es sey mein ampt vnd pflieht,
gratijs opus non esse, Et exhoi-tatione ad eos eonsulandum utor, quam
]H)ssinn dilij^-entissime. se»-) haliere literas et 8ij,nllum salutis a Deo,
Saeramenta ete.^)
1) = Und wegen ihrer (dureh das Krankenlager) geschwächten Geistes-
kräfte. 2) sc. sibi. ."0 sc. ei haec volnntas. D.h. Ob ihm auch dieser Wille
CJottes in Bezug auf den Tod (wenn er sterben müsse) angenehm sei. 4) = Und
wenn irh nun liJ'.re, dass er fest hierzu entschlossen sei ((Lottes Willen nämlich
sich in stiller Ergebung zu tilgen, so lobe und preise ich diesen Entschluss) ff. Lies
iedochquae certo. '>) Lies morient is. <i) Für eos sc. aegrotantes. 7) Vgl.
"n. 271,27P>. F.ei<le Darstellungen der Art und Weise, wie Luther Kranke besucht
und getröstet hat. weichen inhaltlich wenig v(m einander ab, wohl aber erheb-
lich in der Form. Die Fassung des Obigen ist etwas austVihrlicher als n. 271
und 271 a, weicht aber darin besonders ab, dass ihr Inhalt als Luthers eigene
W»)rte und nicht als Schilderung eines andern erscheint. Wir haben
hier also zwei verschiedene Redaktionen vor uns, von denen die
obige dir u r SV) r im gliche zu sein scheint. Die si)äteren deutschen und
latrinischen Tischreden weichen von beiden Redaktionen bei Cordatus inhaltlich
ebenfalls wenig, wohl aber in der Form erheblich ab. Vgl. Erl. A. (.1, 11'», Fi.rst.
u. H. IV. 2:>4. Hindseil II, .iOH, Kebenst. II, 22^«.
1815.
Gervasius quidam Keetor Universitatis Parisiensis»)
hue venit'O, putans se non agnosei, Sed ex Ang^lia quoquc
nobis haee Uallorum versuta visitatio per literas uota
faeta est, Et eum a^niitum se agnovisset, statim seeundo
die abijt'^).
I) (lervasius, wohl identisch mit Henricus Gervasius (Gcrvasius
Wain), Douiinikaner, Magister, Theoh.ge, Prediger, Inciuisitor, Prior mehrerer
Klöster in Paris, nach dem Obigen auch R ektor der dortigen Lniversitat,
ursi.riinglich ein Deutscher, aus Mein min gen gebürtig, gestori)en L>:iS.
2) Gervasius wurde von Franz 1. von Frankreich zu verschiedenen politischen
Missi(»nen in Deutschland benutzt, um Verhandlungen mit den Schmalkaldener
\'«'rbüiideten in PetretV eines Bündnisses einzuleiten und zu führen. Nach der
obigen Notiz ist er bei dieser ({elegenheit also auch in Wittenberg
"•ewesi'n Vgl. über (Jervasius Mission nach Deutschland .Janssen III, 22ti,
Ranke 111, :ri(i. Ks schehit, als wenn (iervashis etwa Mai V^M in Sachsen gewesen
ist \m Kursiichsischen Hofe sollte er sich besonders über Haltung und Stärke
<ies Schmalkahlener Bundes zu unterrichten suchen. ii) Von diesem Besuche,
des Gervasius in Wittenberg spricht auch Melanthon in einem Briete an Came-
rarius (epist. ad ('am. Lij.s. I.-).".'» S. IC.U, Corpus Ref. II, r,l7) vom;2s. .Tnh 15:il, wo
es heisst ,Fuit hie (juidam Parisiensis doctor (iervasius, homo, ut
videtur, inim icissimus nostrae causae, «/./.« ror ßaot?.to)^ Tov^pQaxixov
tiTola^ ^y^/ ntnl riyc XH^oToriaQ (Melanthon meint die Kimigswahl I' erdinands
von Oesterreich, deren Anerkennung die Schmalkaldener Veriuindeten, bescjndera
Kur^achsen (vgl. n. lO'.M) versMgten)^ Auch Bindscil 11, :io wird sich vielleiclit aut
Gervasius beziehen, wo Luther sagt ,Fuit hie exi»lorator Galliens, qui
iugenue dixit: Kcx mens est i>ersuasissimus de vobis, qnod neqne
reli'Monein necine politiam ne(|ue coniugium curetis, sed (nunia con-
lundatis^ Die oben .TwHhnte Thatsache füllt also ins Jahr ir>:n, gesprochen
sind Luthers Worte später.
1816.
Qui ad m«»rtem trabuntur. boe melius (piam nos, saltem eiviliter
moriuntur. «piod peecata sua apioseere et eonliteii eoguntur, Nos
32*
■J^
-J^
500
autem f64r)1 plenunque neque eiviliter nc(inc spiritualitcr apiosciiuus '),
Creaturam siiam sinif^), ut creavit, üeus, Satan autoiu larvas suas
mutat ^).
1) sc. peccata nostra. 2) Es kann auch sunt ^n-lcscn werden, J(m1<m1i
unrichtig. 3) In abweichender Form aus n. 27:{ und n. 2M zusaunnen-
gezogen.
\
501
1820.
8i i.raeüciuutur stulti, perduut umuia, Si sapieutcs illi non
t-iriiiiit iiiult(» iiicliora, Si doctissimi, ist! iinimgnant rehgionem
plcrmiMiuc, ut Krasmii«, quia uoii crcdiint esse ücum>).
l) Zusammengezogen aus n. 2ss und n. 2S9.
1817.
Dialectica doeet, Rethoriea iiiovet, Ilaec pcrtinct ad vohiii-
tatem, illa ad iutellcetnm , VtraiiKpic F.») coiu]>lcctitur dicons. Qiii
docet in doctrina etc^, Et hace duo sunt modus pracdicandi,
quemadmodum olim voeaverunt^^ Tertiuni avccdit lUustratK. per
loca Seripturae et exemplis, siniilibus, et id ^^enus alijs. hed et lioe
Rethorum est, 4 cap. ad Konianos est tctuni Kethorieuni taiituni uno
loco^) Justitieationis et detinitionis tidei^).
n IHnlns •>) Köm 12 7, 8. -i) = Wie man's früher genannt liat.
4^ Ron 4 1 -P» 5) Lies ,fidei exeepto^. Dieses \V«»rt ist im Manusrripte
a!n Ende 'der Zeile ausgefällt". Vollstlindiger n 2H2^^ Vgl. Erl. A. r.2, lio.,
Fürstem. u. B. IV, 559, Bindseil II, 111, ferner n. T7t» ne])st Noten.
1818.
Una teutatio trudit aliam, et una eessante ineipit alia. in (pia
DOS fferanius»), qwasi nidla ])r()eessisset, Was hin ist. ist In n. ^^ere
dich des ge^^enwertigen feindes, Istam eniin exi)erientiani ex
prioril)us discere debeinus, alioqui dicitur m^his qu(Kl Apostidis, ht
non intelligebautde p a n i b u s -), Et IV V^i^*^*' Ne detati^-einini«),
scilicet cum altera succedit alteri, ut exerceamur, non ut-) sueeum-
bamus, In desperatione peri)etua agit Ecelesia, qu(»d cxperti sumus
ante Comitia Augustana, Nunc alia immment, Hoc praedixit |b4/|
Scriptura, et notum facit ex])erientia, quod quotidie discimus per novos
sectarios, Sed quod dicit^O »»"^ belffen: Misi q. 1. tua med" mea
est p. in i% id est desperatione^) ete.^)
\) GerimusV Vgl. n. 2s;i Note 1. 2) Matth. 10,5. :<) Paulus. l) (Jal.o,'.»
Eühes 3 13 5) Die Lesart nicht unriditig, da der Nebensatz consecutiv grlasst
Äen kann. ^ 6) sc. Script. Rsahn. 11!., •.!>. 7) Lies Nis, «,u<kI lex tua
meditatio mea est paulo in inferno id est desperatione (halutasset
^nU- mea) s) In anderer Form und auch sonst ahwrichrnd (vgl.
zT die Hiitze Was hin ist tf.) u. 2s3 uml u. 2s4. Ohiges scheint ih. urspruug-
lichere Fassun- zu sein. Jedenfalls hat Cordatus zwei versihiedem- Kedaktionen
desselben Ti^^^^^ autl>ewahrt. Vgl. Erl. A. r.(,, t.l, PM», Fi'.rst. u. H. 111,111, 122,
Bindseil IL 302, Rebenst. II, 227«.
1819.
Erunt duo in Garne una. Uov intelliptur corporaliter et eivi-
liter, Vxor enim dieit de omnibus, «(uae sunt viri. Ilaec mea sunt.
In filijs non sunt unum nisi ])er Cateehresin ').
1) Vgl. n. 2S7, Erl. A. Ol, ls<i, Förstem. u. ]\. IV. 17, Biudsril H, 337, LN'b.-n-
stock II, 15!5».
1821.
Omnes facile credunt Coniu^Mum esse Coniugium, Manus esse
„Kiuus, pauci autem coniu^^ium ordinationem üei esse, et manum
Creaturam eins, Sie de alijs').
l) sc. credunt. Vollständiger n. 2;m Kvl A r>7, 2«m; Ol 107; Ol, 270,
Förstem. u. H. 1. 224; IV, 30; IV, 125, Bindseü 11, 343, Rebenst. II, IbOb.
1822.
Moses ist aller llencker meister, et cum vincat Tyrannos
torturis et— suis»), plagt er erst die C«mscicutias hominum, et utrum
voluiitatc Dci-).
n Lies minis suis, wodurch bestätigt wird, dass n. 2^ für mi n u s zu lesen
ist u.ii Vgl Nachträge und Bericht. ,». lU. Auch de Lesart ^l^r /Ijjutschen
\irJde« weist auf mil.is hin. Vgl. Erl. A. 5S 277, Förstern, u B. 11, Ih, auch
Erl. A. 5H, 3PJ, Fürstem. u. B. II, 131. 2) Lies et utrumque v. D.
1823.
Triplices 10481 sunt actiimes, Dei, Satanae, natunie, Deus
ridetur al» (uunibus et ridet (uunes, ut est in proverbijs»), Satan
dili^-itur ab omnilms, et Creatura omnes abutuntur^.
n Frov I -T) -T,. 2) Abwi^ichend Erl. A. 57, 135, Förstem uB I, 1<»3.
Obiges ist z.'.sammengeiogen aus n. 2«12, 2U3 und auch (vgl. die letzten
zwei Sätze) aus n. 2*JL
1824
Et Johannes didicit ab abusoribus tidci, cuius naturam vere in
l":uani;eli»» scripserat, tandem i)ro operibus scribere')-
\) (iekiirzt aus n. TM. Vgl. Erl. A. 02, 103, Förstem. u. B. IV, 431.
1825.
Quanto plus ])raedicatur, tanto magis insanit mundus»).
1) Di^r erste Satz aus n. 155, wo er sich in deutscher Form tindet.
1826.
Kae quod in manus tuas venerit»), id est expedi, quod ad
tuncticuiem tuam pertinet'^).
n 1 Sau. lu, 7. 2) Bimlseilll, 247 .Samuel ad Saul in.iuit: fac quod-
..unque invenerit manus tua. Admonet cum ofticij sm et vocationis, quasi
de t Judica tu et belligera, et quidquid acciderit, .,uod ad te et func
McMBia^JJ*-*""'"" -^-KMBÜBaiMaüiil
*-.jai.^'i»»j?.i ■■■;.■.■-,
tirih
502
tionum tuam attiiict, illud cxperti, (iui(l(iui(l taiuk'in sit, et hoc coutra
Monarcharum (Soll wohl Monai-honim heisseiiü) serupiilosaiu coiisciciituun, (jui
putabant, quodcunquo ipsormn ieiimiuni \v\ oratioiiem iuipedicbat, esse peccatiuu\
1827.
Currus et auri^^a'), id est, Tu eHfaetotum, prura et imiqns,
Si tu abis, quasi dieat^, so ists mit vus ausz').
l) •> Könige 2 12; Ki, 1». 2) Wohl besser lunzustelleii .«|iuisi dieat : Si tu
abis, so ists ft'/ .'0 liindseil II, 247 ,:< llej,'imi 22 (V). Elizeus de Klia: CiiiTUs
et Auriga Israel, (luasi dieat: Tu es prora et pupins, id est, 1 u es
fac tot um. Wann du nicht hindenn vnd toriien bist, so ist es aus, tzeuchstu
hinweg, wo wollen wir den bleiben, wie wirdts vns denn gehen V"'
1828.
Peccata aetualia sunt caussa inorboruni, noii peccatum
Originis Ideu dieit») eeeuiu nun peeeasse, sed ])aralyticus per sua
])eceata nieruerat nialuni suuni, Originalis peecati i>ropria poena est
ignorantia Dei, quae est l)lasi)lieniia, seeundo igunrantia pruxinii, ([uae
est oceidere'-), tertio sc ii)suni ignorare-O-
1) sc. Christus. Joh. 'J, 3. 2) sc. euiu. 3) In weitliiuft iger Fassung
Bindseil I, Ol, Kebenst. I, 51 S Erl. A. (il, 4<>5, Förstern, u. 15. IV, 24:..
1829.
Wiclephi) et Huss inipugnaverunt tantuni vitani Papae, drunilj
haben sie es auch |r>40| nicht erbcl»cn-) können, (piia et ipsi
fuerunt aeque pcccat(»rcs ut i)apistae, leb al)er habe die lere an-
gegriffen, damit habe ich sie geschlagen, den hie ists nicht
vmbs leben zu thun, sed pro doctrina=*).
1) John WyclilVe, geb. 1:124, Professor <ler Theologie in Oxford, gest. i:<s4.
2) _ Durchsetzen. Vgl. „Aber wir habens nicht niiigen erhcbm noch crlaugcn.
Von der winckehnesse lö.a Uietz 1, 57o. ü) (ianz iihnlich liiiidscil I 4P.>.
Vgl. auch n. 25a, sa«l, 17S4, sowie Erl. A. 59, 24<i, Förstern, u. IJ. III, 222, Kmdsed 111,
264, Rebenst. 11, HP».
1830.
Qui me baptizat super») mea fide, llle in meo nomine me
baptizat, Quid autem si scias, dam illum esse inlidclcm. (pii iiaptismum
petit, et tamen cogeris cum bai)tizarc, ut Ciiristus inde corpus suum
deditV'-^) Ministerium baptizandi mihi commendatum est, lidem et
salutem eins 0 I>co commendo, et Impijs olim credituris praedicamus
ipsuni verbum Dei^). Et Dens interim cum Impi.j sumus, suu verbo
alloquitur gratiae suae'') ante lidem, si et oi»era ut IV') convertit").
1) = Auf hin. 2) = Aus diesem (irunde (weil er nändlch dazu
gezwungen wurde) sein Leben dahin gegeben hat. A) sc. tidei. 4) = p"'* 'j^'"
Gottlosen, damit sie einst zuui (ihiuben kommen, pndigen wir grade das Wort
Gottes. 5) Redet zu uns mit seineui (inadcnworte, wcl«'hes dem Glauben voran-
geht, r.) Lies Pauli. 7) = Wenn er auch unseren Werken, wie hei Taulus,
die entgegengesetzte Richtung gegeben hat. Vgl. n. 1095 nel>st Noten, wo sieh
einige ähnliehe Gedanken tiudou.
iMn!rM??iifiiiiilMiliiir1iiiiiiiii1fi
503
1831.
1. Mundus .Uunnat vcrlmm üei. 2. Dial.olus multa exeitat
si-iiudala et hacrcscs. 3. Ipsl nos inlirmi siinms etiain eredcntes His
tril.uH roLuratm- iudiduiu imiudi outra nos ut imiu) yidcmui ') ipsi
l.leo ueq..c Tyrann....... vis. ..e.,... sap.cnt.a et «'»»^'t'*'^« 1^:^%, f^^J,«.
tion.in uciHC iiortra i..linnitas debct nos an.ovore a fide Chiisti^),
«..S .'' es c..i.n, Vincas, cum iudicaris^), lloe malmn ueeessc
cHt in ...u..d., esse, sed .naps nceessariun, est verbum vmeerc, et
damnari mundum^).
1^ i;.- viMpamiir 2) Job l(i 11. -i) Hindseil II, 2t)4 Jdeo neque vis
!,r.'.,',u.ao'c: :'"o,:,ra veJln.m "s^li vinci iU»,u et .Uu.nari u D ,« ...agis
est nc. CSS,,-. Die latcmiscl.ea Tischreden ahweicl.c.d. \sl. ««b. II, 21»-.
18;!2.
Sun.n.a jiratia est l.ai.crc verl>un. Dci, Qui cni... non habet,
„li... ;.ädet 1.. des,K.rati.men., q.tod dicit David'), Ma led.ct., qui
deelinant a maudatis tuis, et^, Omn.s plautat...').
Das letzte Citat lelilt ii. den .leiitscheii Tischre.teu.
1833.
Qui Deo ..ou f.du..t, Creatura') iid..ut, Opcrib..« P«pi«t*e.
Gentes Idolis, .Wari Arvis^), Ali.) lMiucM,..buH ete Die we
wil vnd musz ein abgott haben, den s.e .st des tcuftels. qin
ita b,m.,.ari .(uaerit, Ideo ue n.t.vearis ingrat.tu.l...e c.us aut .ual.t.a,
Lasz ymer geben.
1) Lies ereaturae. 2) Lies areis d.h. Geldkisten.
1834.
Si opera mererctiir vitan. acternam. <inid sctiueuti.i mcrercutiir
morita ante vita acternaV ') Si dieis aeeidcntalia i.rac.na, v.... ,.ac.-
i;,lt,.r, .,..ae tan. bona su..t ..t ,..iora, .|uae ...cr.,er«ut lougc maius
praemium -).
1^ lies vitam aeternain. Constr. .i^uid mererentur opera seciuen-
ti. n.eVitTaVte i a.n 'etV 2) Luther scheint sagen zu wollen .Wenn die
■:./n \\^Vl< /(ItT ('Irs^^ ewige Leben verdienten, was würden dann die
We kc ■erdh..c. <li e>c^^ I^^ben existierte, auf das Gute gerichtet
w^ren' S^^^^^^^^^ heichiischcn Werke) verdienen nur nebensachhche
BdohnungÄZt man \hnen Unrecht, da sie nntj..en |>m.a, den christlichen),
die bei weitJm hJdieren Lohn ernten, an sich gleichN\ertig sind.
1835.
(Memeus maguus veneficus taudem ipse qiioque arte
sua [0511 perijf) mit eyblumenraucbO, quia volebat uxorem
504
ducerc et priiu-c])« fieri Floreutiae. Zodoiiiti^) iiiii|)lius iion
est peecutuiu Uunuic et iiitoxiccii;.'^), Itiilus (luidjiin 400*)
emit adoleseenteiu a (iiiodani Ludiina^Mstro, quem ciiii»tuui
proiecit in foveain plcuam serpentilius, scorinonibiis etc.,
Extraetü cum ex omuibus veiiis veuenum extiaxisset"), dixit,
Die 400 floren sollen mir ctlioh tausent niarckten, Szn frum
heyling sind des Ba])st Junger.
1) Ueber den Tod des Papstes Clemens VII, dem Luther alles Sehlechte
zutraute, heisst es Bindseil III, 2;{1 „Ilic piipii Clemens sexies est veneno
circumventus, septimo perijt% ferner Hindseil III, \) „Valde sibi timuit,
fuit artifex in venenis, bene prospexit, sed tarnen misere veneno
pe^ijt^ Dagegen berielitet SleidanlX, 179 über seinen Tod Fül<,^endes „Sed
mors Clementis septimi — — moram et impedimentum intulisse putatiir. Nam
diuturno stomachi vitio s üb latus, cum victus rationem suasore medico
Curtio mutasset, iam senex, ad exitum tere Septembris (15:M) deeessit ete. Naeli
dieser Nachrieht ist ('lemens also deu Folgen eines chronischen Magen-
katarrhs erlegen. 2) Hiermit ist jedenfalls das (üft gemeint, an dem Clemens
nach Luthers Ansicht zu Grunde ging," und zwar wird eyblumeurauch = eyb-
blumenrauch sein d. h. Kibenblumenrauch. Die Blüten und die Beeren <les
Eibenbaumes (taxus baccata) sind giftig. Schon im Altertume war dies
bekannt. So heisst es bei Caesar de hello G. VI, 31 „Catuvolcus omnibus
precibus detestatus Ambiorigem, (jui eins consilii auctor tuisset, taxo, cujus
magna in Gallia Germania(|ue copia est, se exanimavit. Ueber seine
giftigen Eigenschaften sagt IMinius bist. nat. XVI, 10 (2(i) „Letale «luippe
baccis, in Hispania i)raecipue, venenum inest". Luther meint daher
„Clemens ist an seiner eigenen Kunst der Giftmischerei zu (^runde gegangen, und
zwar an Eibenblumenduft (oder Dunst). Vielleicht ist dal)ci an einen ähn-
lichen Vorgang zu denken, wie ihn Freiligrafh in seinem bekannten (iediehte
„Der Blumen Rache* schildert, so dass Luther anzunehmen scheint, dass
Clemens das Gift in erprobter Form andern habe beibringen wollen, selbst aber an
Wirkungen desselben (Ausdünstungen der Taxusblüten) zu Grunde gegangen sei,
die ihm zuvor unbekannt gewesen seien. .i) Lies Sodoniae oder Sixlomis.
4) Lies in toxicando. Das Wort toxicare vergiften, (iiftmisiherei treiben,
fehlt bei Du (hinge. Auch könnte man lesen intoxican<lo (von einem Verb,
intoxicare), was denselben Sinn ergeben würde. Luther meint „ZuSodom ist
nicht mehr gesündigt worden als zu Kom auch (d. h. unter andern Sünden)
im Giftmischen, in der (liftmischerci. ä) = Uio floren. «;) - Als er
ihn dann aus der (irube herausgezogen und ihm aus allen Adern das (iift abgezapft
hatte. Das Obige ist Ende \h'AA oder Anfang ir>:i5 gesprochen.
1836.
Id qiiod dieit'), Pereutiam te amentia et caeeitato-), Hoe
nunc videmus in adversarijs, Cocleo, Emser<». Vitzelio, Sind toll
vnd tboriebt.
1) sc. deus. 2) Deuter. 28, 28.
1837.
Gloria et divitiae in domo eins sunt, qui ])cr fidem babet biniam
Conseientiam. Ad quendam bospitem dicobat, Nempt für ^n\
mit einem frumen wirdt, den er ist der frawen ^^eborsam.
(Hoc eertissime verum est).')
I) Die eingeklammerten Worte sind Bemerkung des Cordatus.
505
1838.
InTorj^^aw civis (luidam uxorem adeo ]»ercussit, ut saepe aeeur-
rerent vieini1()52| cum corripientes, Quibus ille, Last micb meiner
L-ereebtiekeit braueben, dan') vn^luek bebt sieb vmb ein
uaiiel, daran sie vren scbleyer wil beugen, do leb meinen
but bin benge, llacc scilieet est eaussa dissidiorum in coniuj;io, quocl
mulieres nibil pareunt-) viris^).
n Vielleicht Das, was Biudseil auch bat. 2) Nebenform tur discidiorum.
:;) = (l!ir kcim'Kiicksic'ht nehmen. Vgl. Bindseil 1, 42s, Heb. I, 22M... Der Schluss
des Obigen fehlt in den lateinischen Tischreden.
1839.
Carolus de Miltz») attulit Friderico auream rosam, ut
ne-^) posset abducere Komam, Qui me videns '), Ho, seit ybr
so Junj;-, Ego jnitabam, vos esse vetulum senem et neminem
babere astipulatorem, leb vertraut mir eueb gen Kom niebt
zu bringen, etiam sie baberem 25000 Ilelvetios^).
1) Gemeint ist der päpstliche Kammerherr Carl von M iltit z aus kur-
siichsischcm (leschlecht, der 151') mit Luther in Altenburg verhandelte. Jsach
Bindseil I, LV2 und andern Nachrichten soll er im Kheme ertrunken sein AVann
steht nicht fest. Ueber die goldene Kose, die er als /^mc len dc^ papstlu-hen Huld
dem Kurfürsten Friedrich überbrachte vgl. Bindseil I, |.V2 L :|41 III, 1 -.». -) Lies
nie. M sc. dixit. Januar lölii in Altenburg. 4) Vgl. mit dem <>l»if^^'» 1 ;>lj?^"-
des, was Köstlin .Luthers Leben, Illustrierte Ausgabe" S. l.j(. bringt
Er (Miltitz) selbst erzählte: er habe auf seiner ganzen Heise die Gesinnungen
;rfor.srht und -efunden, dass, wo einer auf des Papstes Seite ^tehe a ema drei
für Luther -egen deu Papst seien; er würde, auch wenn er i.yHio Man
zur Verfügung hätte, sich mit ihnen nicht getrauen Luther durch
Deutschland nach Kom zu entführen. Dazu bemerkte er über seine 1 erson
,o Martinus, ich glaubte, Ihr wert so ein alter Iheolog, ^^'^Vr^M.
Ofen bei sich selbst disputiert hätte; )etzt sehe ich ^vlc Ihr noch
jung friseh und kräftig seid\ Ueber seine Quelle zu dieser Aeusserung
des Miltitz über Luther, die anscheinend ehie Jüngere als Cordatus ist, xyeiss
Herr Professor Köstlin nach einer brieflichen Mitteilung im Augenblick nichts
Sicheres anzugeben.
1840.
Ego aperiam fluxum pedis mei vnd s<»l ieb ein becbt
dazu nemen. Kim alten man stebt ein flusz szo wol an
oim i)ein als eim Jungen gesellen ein krantz auH seinem
beupt').
1) Vgl. n. li;n, IT.it;, IOTI. Luthers Worte sind wohl Ende 15.T2 oder Antang
I5:rt gesprochen.
1841.
Pueri amant arma mortis. Das sol man ybu niebt ges taten.
1812.
Den Psalter sol |()5o| man niebt aus den benden legen,
\nd sieb ou vuterlasz drinnen spiegeln, den wir können
506
yeiiie lioiiiekeit uiclit hzo ^m'osz achten. Wir losen yliu
denn mit fleysz.
1843.
De lioe fine hiib G(»tt loh vnd diinek, den ic-li lial» niieli
Ja sehier die lielfft zn todt ^^eseliriebeu vnd doch nicht wollen
nachlassen. Dens mens restituet
mihi latus dextrum, ((Uod stu-
pore taetum est,
Cum immodiec seribeham.
1. 5. :3. 7.
DEO GLORIA.
(F)
IN I
4^
NiicliträjAC II.
Seite 1 im Mcttü lies ludiera statt ludrica, welches die llandsehntt bietet.
Tj M-, sind die Worte sed So erat ein seliwerlieli m halten. Lin eiuij;erina.ssen
passender Sinn er^'iebt sicli, wenn j^elesen wird sed aej,'rotuni. Die Note I
würde «lanii zu tii^ren sein. , ,, , , ... i- o* n
n :<o lies aiu-h im Texte (Jotzer. Die in der llandsehntt an dieser Melle vor-
kommende Form des .(i" tin<let sich heniach /jemlich haiihg. So ist aiieh
n. 17S die von (Jessen im 'l'exte zu lesen,
n. :tir.estiam autem dicens se. versus,
n. 'M\. Vgl. de Wette Lutliers IJriete l. 24:i Luther, Dedikat. der Psalmen vom
'27. Miirz IMO. ,.,...- i -i- n .<■*
11 h'.\ Oh Stromer mit H. Auerhacli identisch ist, ist mir wieder zweiielhatt
geworden. Die Stromer sind ein Nürnberger Geschlecht,
n. sT Zeile 7 ist aut vor primum besser zu streichen.
n \y.\ Zeile *t lies ijropheta. . i. 1 1 i-
n IM«, In den Worten in ecclesiastica religione steckt em tehler. Lies
in ecclesiastica regione d.h. auf kirchlichem (Je biete.
n
in IIP' sind, wie aus
den Worten cum doctrina meins hensichen
n
vnd magdalenichen (n. 111) hervorgeht, vor dem .. November 1;>.-»1
ILi'^Waiirscheinlich ist zn lesen ,et malitiam tortiorem tactam in animis sua
Draesumutione" d.h. und ihre H(»shaftigke i t , die m lolge ihres
iibermiissigen Dünkels in ihren Herzen um sieh gegntten hat t^.
n. I.il Zeile 13 lies pacatam. »n i-
n \\V,V'^ Zeile ^ erwartet man grata erit. Doch will Cordatus sagen .Alle diese
im iMctiitvoUen Sinne gemachten Autzeichnungen \ eit Dietrichs und 1 urbi-
cidas werde ich dann umsonst haben". ,,...,., i i •
n V.WV'^ lies in der letzten Zeile ludicra statt des handschrittlichen ludrica.
n.Wl ist mittere vaderc /u halten als von eesses abhangig. Man erwartet
tVi'ilich mitte vadere. ^. ,^^ „ • i n i i «uv
n. 171 lies (Zeile 2) verum ut etiam etc. Das an dieser Stelle m der llandsehntt
stehende CNmipendium kommt auch n. 17".il vor.
n. 17 1 zweiter Absatz Zeile :> ist .(uam ann(» = .iuam h(.c anno zu lesen.
N(»te I lies ..lulius IL" _ ^ ., wi- f f;i;.. - /..
n -'13 Zeile \^ ist aus den Worten .sutticitur mihi tilius mens et tilia zu
■" schliessen. da.ss Luthers Wone vor dem 7. November 1:>:{1 gesi)rochen sind
u '>17 ist das in der Handschrift bcHndliche Compendium weder mit yirtutes
■"noch mit utiles, sondern mit un i versales aufzulösen, so dass Luther sagen
will .Wenn die H ochschulen nicht aut Kosten der Vursten erhalten
würden tL" ,.,,-,. i i c •♦ .\
n "0^ Vgl. auch Krl. A. (iJ. lü». l-örstem. u. H. n . (..^ (Lude der Seite).
n.':r2'.i Note 2 von Kiedsels Stellung am Hofe des Kurtürsten entspricht der eines
Kammerherrn,
n. 3:v.> Note <• lies tinalis im poenitentia. , , , . •, w*- „*:„„„
n :u;:» lies .ut vincant, vincantur aut vi taceanf d. h dass sie sich reehttert gen
dass man sie übcrtühre oder zwangsweise (vgl. den Lmgang des Absatzes)
veranlasse ihre Lästerungen einzustellen. ,.,,,.,,,, , „ „.^/Kn.b.
n.3o(.. Vgl. uiit <lem ersten Teile auch Bmdseü U, 12, Kebeust. U. l"a (Lnde
der Seite).
508
11
11. in i.
11. :isi.
434.
des
hat.
n.
11.
n. liHH Zdk' n» lies Zelotypiis.
11. :u;7 Zd\v. 1 lies (iiilatas.
JT.'t. Vj?!. aiR'li Erl. A. 5M, lo(;, Fiirstcm. ii. W. II, 1^1, 'i"'.», Hiud.seil I, :i«».
Vj?l. niiulseil 1, :m;, der jedoch falscli ,iii despectiiiii liimis iiumdr
Vgl. aiu'li Erl. A. ('.2, i)^', Förstern, u. W. IV, :<40.
Vgl. Erl. A. 58, 17(i, .'U 4, Fr>rstem. u. 15. IV, i:<:>, 24:5.
Zu <leii Worten ,Nam Tolose et sepiilti sunt etc.* vgl. iuk-Ii l-olgeii-
,.^^. Im Jahre 1144 bezeugt der deutsehe König Conrad 11. zu
Nordhausen, dass die Ueliciuien des Apostels Matthias, welehc
Kaiser Heinrich 111. in den Altar der Crypta des Stittes St. Sinnjins
et Judae zu (ioslar niedergelegt habe, herv<»rgen(nuu»en und an
einen ehrenvolleren und sicheren Ort übertragen seien. Leuk-
t'eld antiiiuitates Poeldenses 250, Lüntzel (lesch. der Diöcese
und der Stadt Hildesheim 11, S. 2:n. Man könnte aut (trund dieser
Notiz zu der Vermutung gelangen, dass zu lesen sei: „Nam (ioslarie et
sepulti sunf* etc. Vgl. auch Nachtr. u. V.ericht. p. IV.
511. Einiges bei Kummer p. 274. V;;!. Lauterbach S. 2ü4.
517 Note ;J Zeile 2. Lies ,bei Kebenstock nicht t^ndet^
.■>;is. Mit dem hier und n. 1014 erwähnten (iraten von Werdenwerek ist
nach gütiger Mitteilung des Herrn Pfarrers Bosse rt gemeint (Jrat lelix
von Werdenberg, Herr von Sigmaringen, der während «les Augs-
burger Reichstages am 12. Juli 15:io ermordet im Uette getunden
w u r d e. Vgl. darüber S t ä 1 i n , (4 e s c h i c h t e v o n W ü r t e m b e r g , 4, S2 Nute 1 .
u.
n.
u.
u
Stuttgart IsT;<. . . ,,.,,,
574 Zeile in lies , Christus, comparatus ad umnes deinen tissinms ((Ue llanu-
schrit't clementissiinus), solus tarnen agnus est, illi leones^ Sinn: „vVenn man
Christus mit allen, die von Natur die allersanftmütigsten sind, vergleicht, so
ist er doch allein ein Lamm, jene andern Litwen".
u. 578. Vgl. Erl. A. 58, 36«, Förstern, u. B. II, 17o.
u. 570. Zu dign US kann auch Christo sui)pliert werden. , • , i
n. (KML Die Worte .oder ich gehe sein d oh in'' können mit „oder ich gehe
dahin (zu) sein" d. h. ,ich hi)re auf zu sein = ich sterbe erklart
werden. Näherliegend erscheint jedoch die Lesart „Ich gehe rein dahin.
Vgl. n. 952 „Die Schrift ist rein au.sgesl^ült^
n. 002. In anderer kürzerer Fassung Bindseil I, 124, Kebenst. I, 22 -i».
n. r)('7 Note 4 Zeile 4 lies Bologna. ./ v * -
n. r.is. Mit dem Sprichworte (rut macht Mut vgl. P.ccles. 4u 2r,. /u Note a:
\m Kathause zu Colmar findet .sich die ähnliche In.schnft: Heimlicher
Neid, Eigennutz und junger Hat, Fergamum, Rom und andere
grosse Städte zerstört haf.
Liedersaal III, 14;{, Pauli Schimpf und Ernst n. 103. Camerarii fab. I.;.04.
erkt in seineu Sales sive facetiae, die übrigens fast gleich-
folgendt. ., , ,
Sohn läuft nebenher. Da schelten die Leute, dass er das arme
Kind laufen lasse. Nun steigt er ab und lässt das Kind autsitzen.
Da schelten die Leute, was er für ein Narr sei, dass er nicht
selber reite. Nun setzt er sieh mit hinauf. Da schelten die Leute,
er drücke den armen Esel. Nun steigen beide ab und tragenden
Esel. Da schelten die Leute noch viel mehr. So konnte ers
keinem recht machen.
u. ti51. Vgl. Bindseil 1, 31S, Kebenst. I, 155'- (Ende der Seite). ^
u r.71 Zeile 13. Mit dem Ilerni v. S.,der nach Luthers Aussage Kr:i ui e rge sc hatte
treibt, ist Herr Ernst von Sehonnebenk (Schöneberg) gemeint, wie aus
n. 037 Note 3 und l hervorgeht.
ü. 672. Amphiboliee kann auch für amphibologice (vgl. n. ü<3) verschrieben
sein.
509
n.
n.
n.
n.
n.
n.
n.
n.
n.
n,
n.
n,
n,
n
76S
777
n
n.
n
11
n
n
n
11
n
n
675. Vgl.auch Erl. A.C.I, 104, Förstem. u. B. IV, 50. . , .-
703. Das Compend. hinter mea ist mit dixit autzulösen und zu lesen ,\xor
mea dixit etc. . ,
710. Die Form verzeit lässt sich halten im Sinne von renuttere = schenken.
713 Note 1 lies Paladin. . . ,, ,> ii ..>,
717. Vgl. auch Eri. A. 58, 30(i (Ende der Seite), l'örstein. u. B. II, 101
710. Plintze ist wohl besser von Plunze = Blutwurst abzuleiten.
Weigand II, 365. . , ,..
727 Note 1 Das handschriftliche alle ist besser mit zusammen zu erklaren.
Luther meint .Weder der Kaiser noch der Türke könnten es (das erste Souimer-
blündein) zusammen in der ganzen Welt bezahlen \
732. Der erste Satz bei Bindseil II, 324.
733 und 735. Vgl. Eri. A. 61, 113, FiJrst. u. B. III, 423.
73S. Vgl. auch Eri. A. 50, 120, Forst, u. B. II, 327.
Vgl. auch Bindseil I, 317, Kebenst. I, 155^.
Note I Zeile 2 lies ,in ridere ist das „i" lang".
Zeile 6 lies habebitis. m ,
, Note 3 Der Text ist richtig und ganz eintach zu construieren: Et ego
hodie ipuMiue vigesies cithis et facilius Concionem fecissem quam unani
nMligerem in Dialectica praeeepta. Das soll heissen „Ich durtte wohl
auch heute noch eher und leichter zwanzig mal eine 1 redigt
gehalten haben als ich im Stande wäre auch nur eine einzige
nach den Kegeln der Dialektik abzufassen.
7S5 Note 3 ist eine Lücke im Manuscript angenommen. Dies scheint nicht
iiJUi"- zu sein. Man kann nämlich atijue (Zeile 4) als Correlat zu Si lassen
umrdann übersetzen „Wenn wir nur glauben könnten, dass die Vcr-
heissungen (4(»ttes eigene Worte seien, dann wurden wir auch
(atijue) Christus hochachten. Da aber die Welt 1^.
7^s Zeile 2 lies ^ut humi serpat\ , - i,- i i i
70.5. Es ist besser zu vergleichen Eri. A. »il, 361, Forst, u. B. IV, 2(h, Bmdseü 1,
354, auch Lauteriiach S. ^s. ,. . t i i i i -ivr i «
707 Zeile 12. .Et Philippus aciiens iocum" sc. dixit. In dem handschrittliciien
onerati steckt vielmehr exonerati = entlastet.
700 Zeile 1 ist wohl Pai)a zu lesen oder Papam - hortantem.
sul Zeile 4. Kecheln ist hier besser mit Kochtopf zu erklaren.
S02 Zeile (i. .A ber" scheint in der Bedeutung v<m oder aber (alnuiuin). sonst,
zu stehen, was dem Zusammenhange angemessen ist.
h03. Vgl. auch Eri. A. 50, 271, Forst, u. B. II, 133.
S20 Zeile I lies Tartaros. . , , • i . r
s:{o Note 1. Es ist nichts ausgefallen. Es liegt vielmehr ein schwerer
handsehriftlirher Fehler vor, der in salutem .steckt. Lies sa vatum LutlKn-
will dann .sagen: .Ach, es ist ein armes Wort (nandich verbum Dei
VH den Noriiergehemlen Absatz n. s20), das Menschen- lurbit te und
M';«nschen-Schutz bedarf, und doch ist es geschützt vor unseren
Feinden. Vgl. Luther: Das W(»rt sie sollen lassen stan.
S51. Einige ähnliche Cedanken Bimlseil 1,303, Kebenst. 1,207 '>. , . , ,
S5r» Die "letzten Worte Jmo et mali homines vel laeta et paradysus sind o luie
Zweifel ver(leri>t. Ich versuche folgemle Heilung: Imo et mah homines (sc.
erant). et deleta est paradvsus. Sinn: Sodom prangte in keichtum
und Üeppi^^keit. Fürwahr deshalb waren die Leute dort auch
böse, und somit ging das Paradies (die paradisische (iegend um Sodcmi)
zu (i runde. . » , ^ i^- * i» i -
sr,3 Vgl. auch Eri. A. 57, 74 (Erste llältte zweiter Absatz), lorst. u. 1». 1, o<.
V75 Vi,-1. auch i:ri. A. 57, 13o, Fi>rst. u. B. I. loo.
S77. Vgl. auch Eri. A. 61, 420, Forst, u. B. IV, 2(»(i. , , ,. , • , ^^^
ss-i. Vgl. auch Bindseil IL 106, ferner Lauteri>ach S. 3, wo Aehnliclu^s in anderer
FassuniT und anderem Zusammenhange erzählt wird.
SS.5. Es ist passemler zu vergh-iclien Eri. A. 50, WI, Förstem. u. 1.. I 311 und
st:itt dieiint omnes zu lesen .dicunt omnino^ Das an dieser Stelle m der
Ilandsrhrift stehende Ct.mpendium ist hier sow.dil wie n. \ l'>l mit omnino
auf/ulösen, worauf der Zusammenhting hinweist.
, vss N,>te 2 Zeile 3 lies diligat statt <liligeret.
n
510
n.
n.
n.
n.
n.
n.
11.
n.
n.
n.
n.
n.
n.
II
n.
n.
n.
11.
n.
n.
n.
SOO Note 2. Vgl. Phiitus Trin. 5, 2, Mk Tunic-a pallio propior «Mi. das
Hemde ist näher als der Kock.
901. Nichts Euanj^elimn = durchaus iiulit das Kvaiij^ciiuui. Euanfrchuni
als lateinische Wortfunii setzt den Artikel sclu)n voraus. Nichts ist daher,
wie p. 22«.» richtig erklärt ist, Adverb und nicht = nicht das.
«)U2. Mit Kiicksicht auf corp orales calaiuitates ist gehen na wohl besser
als Subj. zu fassen und zu lesen gehenna. .,, , ,
•H2. P:inigc ähnliche Gedanken hat liindseil I, 427, Uebenst. 1, 22«|t' (hnde der
Seite), jedoch in anderem Zusammenhange. Das schwierige Wort scheblich
(KindstAl scheiblichV, Kt!l)enst. p-rniciosus) bedarf noch einer Erklärung.
Es kann heissen abnutzbar (von schaben al»geleitet), d. h. einer Wert-
verringerung unterworfen, oder das Adjektiv ist aut das \ erbum schieben
zuriickzuluhren und mit Hezug auf das Folgende mit leicht Im' weg lieh
(mobills) zu interpretieren. Die Worte .et habent contractas etmercatas
man US" können auch bedeuten .Sie (die (ieldmacher) hal>en znsammen-
gekrUmmte Krämerhände. Luther wird in diesem Falle meinen «Ihre
Geldgier prägt sich schon äusserlich an ihren durch <len (.e-
sehäftsbetrieb charakteristisch misgestalt«' ten Händen aus. Vgl.
jedoch den Eingang des Absatzes. . ,. ,.
«)22 Note 2 ist besser so zu lassen ,Je weniger schart die Sinne sind, um so
näher kommen sie mit den (gegenständen in Berührung *.
927 Note 1 lies als solche zu thun i.st.
•I4S Note 1 lies „sind irgendwie sclum mehr im Stande p."
952 Note :i ist besser zu fassen: .Das Ende des gegenwärtigen .lahrhunderts
und damit das Ende der Welt steht vor der Thür"''
95t) Note 1. Zu „((uam mutuantur" ist aus «len Worten .Ich rede nach der
Seehsischeu Cantzlei"* d.h. Ich rede die Sprache der Sachs, ('antzlei
als Ob), linguam zu ergänzen, da sonst mutuantur nicht recht passen
würde." bezieht man ([uam auf ('antzlei, so würde die Lesart der .spati-reii
Tischreden imitantur = nach welcher sich zu richten pflegen vor-
zuziehen sein.
968. Vgl. Erl. A. 62, 3;J9, Forst, u. B. IV, 594.
985. Vgl. auch Erl. A. 59, I3'J, Fürst, u. B. II, :j:i5.
1005 Note 2 ist „Den das'' wohl nicht = nam, enim, son<lern .Nur dass tl.
Im Texte (Zeile :J) erwartet man ich sie, worauf auch die Lesart der spiiteren
Tischreden hinweist.
lOUi Zeile 13 lies „post tidein (piotpie")-. Note ». mu.ss lauten sc. legem pme-
dicamus. Luther will sagen .Auch nach dem (Hauben d.h. wenn der (ilaube
Ein"-ang gefunden hat (nicht allein ehe sich der Mensch <lem Glauben zu-
gew^mdt hat), predigen wir das Gesetz, damit «lie Menschen nicht in tr.ige
Sicherheit versinken.
1(117 Note 4 ist besser so zu formulieren „Nur diejenigen, welche sich
ihrer Süntlen bewust sind und nach der göttlichen (Jnade ver-
langen, verstehen diese Kechtfertigung, und das sind nur wenige.
l()r,:{. Vgl. Bindseil I, 1M3, Rebenst. I, KM '•.
KKM. Vgl. auch Bindseil I, 18(), Rebenst. l, loi'-.
1040 „.luristae non debent esse rabulae et causidici, sed etc. = Juristen
sollen keine Rabulisten und zugleich (et) Sachwalter .sein d. h. sie so I en
als Sachwalter keine Rabulisten, sondern Rechtsgelehrte sein 11. Der
lati^inische 'JY'xt kann leicht zu einem Missverstän«lnlsse Veranlassung geben.
1051 Note 1. Im Anschluss an den vorhergehenden Absatz n. lo.»o (vgl. bes.
die Worte prohibentur autem nocere ab angelLs) ist wohl besser zu
erklären „Viele b()se (ieister hausen in den Wählern und an suinptigen
uml abgelegenen Orten, damit sie dem Menschen keinen direkten Scliadeii
zuliigen ki.nnen, andere dagegen in den dichten Wolken uml su- sind die
Urheber der Stürme un«l verpesten die Luft. Sie schaden den Menschen
also auch nur in«lirekt.
losl lies am Ende des Absatzes ('orinthios.
WXi. Zu temerariorum (Zeile s) könnte auch aus Zeile I per plex itas et
dubitatio ergänzt und damit die handschriftliche Lesart aiitn'eht erhalten
werden.
\\.U\. Vgl. Erl. A. 5S, 408, Forst, u. B. II, 199.
HM
iiiiififiiliiiiiTi-iliiiiiiMlnhiiiii iüi
511
n.
n.
n.
11.
n.
n.
11
n,
11
n
n
n
n.
n
n
n
n
11
A.
«
n
•io Vgl. Erl. A. r,l, 250 (Ende der Seite), Fi»rst. u. B. IV Kh (Ende der Seite)
5" Zeile 4 ist agere als Inf. bist, zu lassen, so dass die Worte instriicti
per monachos (ad minus) in periculoso statu agere bedeuten sollen
* Uuil weil sie (die obrigkeitli<hen Personen) unter dem Einflus.se der M..nche
:;tan.len, so war ihre amtliche Stellung und Thätigkeit eine gelahrliche ^
M7M Zeile r. lies Est tamen Ixmus patnmus papae.
IP.Mi. Ueber die geistige Anfechtung, welche Luthers Krankheitsanlalle voraiit-
ging vgl. Köstlin II, 172.
Note 1 ist zu lesen maxima qnotjue tem.
ll9-> Zeile 5 In spe ist wohl besser saepe als semper zu suchen.
•MIO Note :<; Die Erklärung für Staatsgut erklärt ist zu weitgehend, da
e z den im Anlange dcl Absatzes ausgespn>chenen Worten im }V iderspruch
sehen würde Luther will ja sagen, dass bei der ersten \ i.sitation nur sehr
we i.^cr sgc^ sei.' Das im Texte stehende gefasset wird dalu.r
iTedeuten V^n Seiten des Staates genau lix er , ihrem Lmtange
und Werte nach aufgenommen, damit nicht alle Leute (die Guter) an
sich reissen kr»nnten, die Edelleute, die Bürger, die Bauern.
DU 1 Menden Worte Wittembergenses - heuptsumma lassen auch
f<,lirenU' Deutung zu „So hatten auch die Wittenb<'rger alles Kirchengu an
siel r, isse u.ir <lein städtischen Besitztum in einen Topf zusammengeworfen),
we es nach ihrer Angabe nur H» (iulden Jährlich aun.rächte also nur geriiig-
fligigen Wert hätte. Wir maehten aber s<-hliesslich die Entdeckung, dass das
Ki7chenirut looo (Julden aufbrachte. ,...., i. • i .,
1->^' No e Die Worte „Einfacher erscheint - in divims; smd zu streichen
]'>'>; N te llic-r ist ruil wegen des vorhergehenden incipit wohl besser als
Trac^ens zu fassen. Sinn: Dieser (nämlich der Berg, womit die Macht des
K'iimTs iremeint ist) stürzt nun zusammen. ...
l2vrN.m^4 lijr,lJh Mn .\cs Kcjii.Tons ebenso satt, «ie .los iil„Tmass.gen
,-.vr7i!le'"^i!'''"ol"n.i,s ,„„ros e„rum, was ,\W Handsclirift richtig hat..
•».M fU m\Wn Worten Uarneh ist ein Kinsidel, llatt das rcg.ster
vergessen folgende Erklärung hin/.u: üarueh l|'l'tj'l;g«seh.eden v on
der Welt und hat das Verständnis für das dann Cosehehene ver-
lorei lie-ister =- regestnni d. h. Verzeiehuislineli. Weig. II, 45.t.
. i: '27 Note r^st besser so zu fassen: Der Ohersat/. hat einen ganz, anderen
r,OM""ua'%nJif z«"den''w.!rten ,nt nos - reddaf ist hoe se. praeeeptun,,
" w ehl ef au" ; em Vorhergehen.U-n zu entnehmen ist. Sinn: pa.n.t uns .l.eses
e ot .-e eh kt o.h-r t:rnglieh nuuhe un, .len (ilauhen an die Verhe.ssungen
llottes ^u ergreifen. VielTeieht steekt in dem handsehrittliehen ah.les aber
Un^''Die^r''Ab«ft'7. bedarf einer Krklarung. Luther meint fJott niaeht die
lu/.e \Veh reieh, nieht um dem IMend in derselben abzuheilen, sondern dannt
die Menschen sieh willig seinen (Jeboten lugen. ,. ,r 1 •
,.25. l^omiilicmes ali^^e sunt absolutae et simplices" d. h die Verheissungen
sind teils bedintiungslos und ohne Vorbehalt gegeben tt.
I.5Ä e : Darie.hThafte handschriftliche per ad ist entacher zu verbesse n
in per id. Sinn „Deshalb ist er denn auch d^adurch .sehwer henngesueht
wt>rden dass das Volk und sein eigener Sohn iL" .
159 De Worte .(^uia promissione patris ward er nur harter, .(in occideiit
('in septupbn punietur" sind besser umzustellen: (Mi promissione patr.s,
, i occiderit Cain, septuplum punietur, ward er nur harter^
Mwl" Zei;;5 eAvarU. num itatt \les handsehrittliehen Inuuan^m uni,.et:j^en
„ui eontrectant - die Lesart „h omni um imp., qui - contr. Do( h kann
«as zu (Uli «•ehöriücc hominum aus humanam genommen werden.
h;50 Zele 'i das handschriftlh-he „vitae conservationem ; sehr wohl zu
e kläre Doch ist es ebenso ansprechen<l mit einer leichten Aenderung
/u MMi vitae conversationem^ d.h. wegen des geselligen \ er-
kel.rrin. Leben. Aehnlich auch die späteren Tischreden propter vitae eon-
siu'tudinem. .. j ,. *!.,,,. .„nJnt In Her
i-.ii \..te I ist besser so zu f:issen „sc. propositu)nem. Luther meint „in (U r
' 'HH^Iogie halen wir es id<.ht mit .Mneii? Lntersatze <1. h. nicht mit etwas nur
512
n.
II.
relativ Wuhreui, solidem lediglicli mit einem Obersjitze zu tliim d. li. mit iiube-
diiij^ter Wahrlieit.
172S, Die Worte „vnd sie hetten daruaeh liefert, das hier were wideniml» im
vasz" bedürfen einer Erklänm«,^ Lntlier meint „Sie (die Pai>isten) bätten leb-
lialt {^^ewünscbt, sie könnten das (J eseiieliene r iickgii ii j!:!^^ maclien,
sie liUtten die Sache j^ar niclit angefangen. Die Redensart kommt
l)ei Lutlier aiieb sonst vor. So heisst es Jen. Ausg. V, 2;i-i „vnd gleube sicher,
were das hier wider im fasse, sie Hessens jetzt wol anstehen".
Das diese wort Christi noch fest stehen" ir)27, aiij»>: „Sie liandehi
aucli mit so blJUlem verzagtem gewissen, das micli dunckt, sie wolten, es
were das hier widder ym fasse, sie soltens nii wol lassen an-
stehen".
1717. Diese Nummer bedarf einer Erklärung. Luther meint „Der Satan hat
mich sehr lieb, nicht jedoch, weil ihn wäre Liebe, sondern böse Lust treibt
d. h. ein leidenschaftliclies Verlangen mich in seine Netze zu ziehen".
Namenregister
Die Zahlen bezeichnen die Nummern der einzelnen Abschnitte.
A.
Aaron Vtb'A.
Abraham (K). 258. 2{)X 3U4. 5(H. iu'A. 700.
•.»()•». !»|s. «>.-,(). <JK2. 1025. 1071. 10%.
I14(i. 12S7. 15(;o. 15r»5. 1575. 15S(). UiOO.
ir.<>2. KIIM. ISO«).
Absalon (Absolon) 5(M>. 515. 157:i. 1713.
Academici I<>1. 1(l(>.
Achab :$;{. lai.i.
Achis 073.
Adam 77. 158. 258. 300. 357. 425. 49^. 700.
805. 81 S. 938. I03(>. 1074. 1080. 10!)5.
109H. 11S5. 1223. 1255. 1288. 1412. 1732.
1809.
Adonai 1177.
Aegyptus (Aegiptus, Egiptus, Aegipten)
128. 36«. 874. 1043. 1295. 15(i4. 1032.
1781.
Aegyptil (Aegiptii) 36G. 1G44 Note 1.
Aeneas 1298. 1303.
Africa ss3.
Agricola Joh. vide Ei sieben (E\ sieben).
Albis 129. 101. 11 2<».
Albrecht von Brandenburg, Hochmeister
1510.
Albrecht v. Mainz, Erzbischof vide Magun-
tlnus und Maguntinensis.
Aleander M^o Note 2.
Alexander VI. 1530. 1537.
Alexander Halesius 082.
Alexander Magnus 215.
Alexander von Medici 916(?). 1272.
Allstedtisch I 135.
Almanach 1130.
Amalech (Amelech) 073. Ils4,
Ambrosius 28. 243. 1030. 1775.
Amsdorf (AmbsdortY) 995. 1503.
Amnon (Amnion) 545.
Amos 754.
Andreas, Ai»ost. 754.
S. Angeli castrum (Engelsburg) 250.
Anglia 794. 795. 937. 1237. 1815.
Angli lo7.
Angtus vide Heinrich VIII. von England.
Anhalt Krjl.
Anirahtac vide Luthers Frau.
St. Anna, Marias Mutter 155.
Anna -^ Hanna (Sam. Mutter) 947. 1109.
Antonianus d. h. Antoniusbruder 793.
Apollo (d. Gott), Motto S. 1. n. 133».
Apollo (Judaeus) 1414.
Aquilonis sc. rex. 1012.
Arabia 1090.
Argentina 1083.
Ariani (Arriani) 208. 422. 1427.
Aristoteles 142. 100. 221 Note 5. 220. 501.
:)(il. 522. '.»35. 1225. 1322.
Aristotelica sc. i)hilosophia 32o.
Aristotelica sc. electio 833.
Arnoldi, Franciscus 133 Note 5.
Asia 7. 29. 1539.
Assyrii 513.
Athenae 100. 884.
Augusta (Auspurga, Augsburg, Auspurg,
Auspurck) 338. 422. 424. 536. 538. (135.
754. 788. 800. b4o. 841. 1120. 1144. 1210.
1228. 1502. 1570. 1721.
Augustani 1230.
Augustana sc. comitia 52. 157. 174. 207.
284. 403. 535. 537. 540. 1208. 1450. 1498.
1739. 181S.
Augustinerorden 999.
Augustinus, Aurelius 28. 131. 208. 243.250.
365. 370. 571. 078.079.999. 1052. lOV».
1104. 1105. 1442. 1444. 1741. 1775.
Augustinianus sc. monachus 250.
Augustiniani sc. monachi 800.
Aurogallus, Matthaeus 674.
Austria 174. 1012 Note 1.
Austriales 581. 1002.
Austri sc. rex 1012.
B.
Babel loOO.
Babylonia 513.
Babylonlca sc monarchia 4. sc. captivitas
I. KUO. sc. lingua 955.
Barnabas 29.
Bartholdus lo24.
Bartholomaeus (de Syona), Ka])itain der
Venediger ^82.
Baruch 1299.
Bavaria IUI.
Beata Virgo = Marin 1 194.
33
514
Beheimerwald 1455.
Behemot 741.
Benedictini SOf).
Beier, Leonhard 'M)\. r.25 Note 4. 721». 7:u;.
841 Note 1. IHK».
Biel, Gabriel 14H«».
Berndt, Ambrosius Hl 5. iW-y'-'. *»15i'.
Bernhardus v. Clairv. 491. 571. 1 1 l^. It.^...
1741.
Bernensis sc. disputatio li:J2 Note .i.
Boas lt>l)5.
Bohemia 350. 732. 1144.
Bohemica sc. Ungua 955.
Bohemi 555. 1455.
Bonaventura 1322. 1741.
Bononia 607. 1451. • c i '
Brandenburgensis sc. episcopus, vide Scui-
tetus. .
Brandenburgenses sc. Marchiones, vidc Ma-
guntinus und Joachim I.
Brentius, Job. 352. 1442 Note 4. 1440.
1450 Note 7.
Butzerus (Bucerus), Martin 351. 50«). 10(.:i.
1231. ir.sp,. 1722.
Brück (Pontanus), (Iregor, Dr. 207. 707.
Buaenhaqen (Pomcraniis) 5r»(i. 574. -4^.
765. 707. 708. 057. 1142 118^. IIOO
Note 2. 1245. 1330. I4S2. 1510. 1735.
Bünau, Rudolf v. s20.
C.
Cajetanus 338. 424. 7ss Note 4. s4o. ^41.
842.
Cain'(Cayn) 300. 330. 1255. 128b. 150o.
Caiphas 345. 040. 1304. 14ss
Campanus 107. 1 1 1 '•. 112. 125. 120. 131.
170. 702. 057. 05s. 050. 17r.5.
Canaan 1287.
Capella, Job. ^04.
Carion, Job. Dr. 503.
Carlstadt (Carlstad, Carolostaduis, Karl-
stad, Karolostadfus), Andreas Boden-
stein, 115. 125. 120. 41S. 044.000.^30.
1405.
Carolus Magnus los8. 1477.
Carolus V. 53. 1 1^. 157. 174. 214. 2r.7. 338.
3Sl. 382. 404. 107. 540. 007. 000. 011.
filG. 028. 040. 041. 713. 754. 7SS. 704.
705. 700. 800. 8<iO. s27. 833. 851. 808.
800. 800. 023. iJOO. OMi. 000. 1004. 1127.
1179. 1210. 1228. 1237. 120^. 1272. 1335.
Ki55. 147Ö. 1474. 14^0. I40S. 1558. 15S7.
1612. 1721. 1722. 1723. 1724. 1725. 1727.
1728. 1733.
Carthago s84.
Carthusiani 106. I<>s4.
Caucasus S80.
Cellarius, Martinus li:i. 1002.
Cellarius, Job. 1139.
Cerberus 741.
Chal = Kahia 115.
Chaldaica sc. lingua 955.
Chorah 1045.
Christian von Dänemark 84»^. 8S8.
Christophorus lolO.
Chrysostomus 7. 079. 767.
Cicero 181. 522. 1028. 1201. 1395. 1459.
1700.
Claus (Klaus) Narr soj. o:is. 1278. 1311.
ni39.
Clemens VII. 174. 183. 210. i^sl. 402.^1 7. ;.39.
607. 60S. 009. 78S. 794. 795. 709. 809.
916. 917. 937. 900. Os7. 1 170. 1226. 1237.
1272. 1300. 1335. 1355. 1474. 14s<» Note
3. 1408. 1515. 1502. 1737. 1739. 18:t5.
Cochlaeus (Cocleus) 288. 347. 34^. 454.
531. 794. sin. 1297. 1721. 1720. 173s.
ls:{0.
Colditius ^- Alexius Chrosner 1009.
Colin bei Dresden 133.
Colonia 1(»94.
Colossenses 307.
Compostella 508. 514. ooi.
Comestor, Petrus OSO.
Constantiensis vide Faber.
Constantiense scconciliuni soi. 1251. 172.>.
Constantinopolis n'>75.
Constantinus ]17(').
Cordatus, Conrad, Motto S. 1. 33. 55. 5»'..
57. 74. 75. Tt.. IIP». I H'»- I3:<. 133^'.
134. 101. 102. 250. 253. 250. 272. 37s.
390. 391. 625 Note 4. 637 Note 4. slil.
1191 Note 2. 1240. I KMi. 14(>2. 153ri.
15r.2. 1710.
Cores? 1430.
Coriander 1309.
Corinthii 105. I(»s4. 1279. 1359. 1437. 1479.
Cornelius 1149.
i Cranach, Lucas 1519.
Crotus Rubianus 102r». 1765.
Cruciger (Creutziger) 090. 77ii.
Cruciger. Tbcodor, Sobn des Vori«;-en «199.
Cygnei Zuiccaviani.
Cyprianus 305.
Cyprus 1472.
Cyrenaici 100.
St. Cyriaci sc (•aiiii)anula - (;iockt' des
Klosters Wimmelburg bei Kisleiien H'.OO.
Cyrillus 243. 679. I33S. 1775.
Cyrus 1339.
Dänemark (Denniarck) ^54.
Dania 84s. 888.
Daniel 40. 58. 3!>3. 513. 022. 02»'.. 71... s(,.).
05:5. 981. 1000. 1409. Hil2. 1075. Hm»"..
1704.
Danubius ».so. 1 144.
David 77. I5S. 210. 362. 367. 3sO. 4..I.
50«». 513. 545. 57S. 506. 05:t. 073. 870.
050. 001. 1003. HHIO. 1023. 1045. H)71.
I1S4 12(Ki. 1221: 1241. 12s4. i;t39. I35S.
515
1373. 1561. 1573. ir.is. 1622. 1634. 1692.
1700. 1743. 1715. 1832.
Democritus 1306.
Demosthenes 1201.
Deutschland 341. 1599.
Deutsch, Deutsche 532. 62s 9iS.
Dietrich, Mai:. 760.
Dionysius, Areopagita 993.
Dionysius, Martyr 99:i.
Dionysius, Parisiensis 993.
Dresden ('1 rasen) i:<:<. l'»43.
Dresler vide Tornator.
Duringia 1339.
Ebner, Hieronynius s*^<"..
Äccilit, Eckius), Job. 126. 531. 569.
794. 851. 1596. 1685. .
Eck, Job., cancellaruis Ireverensis 1 .2S
Edemberger. Lucas, ]»raeceptor lOOJ.
Egidius, Au-ustiuer Moncb 2oO.^
Egranus. Job. Sylvius l»i7 1. 1 <0.).
Eisleben (Eyslebius) = Job. Agricola -Au.
1511.
Elbe 7s9. 1293; vgl. AlblS.
Elisabeth (bb>sser Vornaiue) 124«.
Emser, llieronynius 339. 340. 1^30.
Enos 1590.
Epaphroditus 95^.
Ephod 73s.
Epicurus 1199. 1300.
Epicureus 1515. 1007. 160.
Epicurei UU». 1007.
Epimetheus 1069.
Epiphanius, P.iscbot 13:;s.
Erasmus Roterodamus >!.
•)^s -»s'.». ;;54. 394. 4(i5
8->7" 93-> l'»93. 1102. IIK». 1226. 1294.
l-i04. 1300. 1320. 1330. 1332. 1338. l lOO.
1494. !51\ 1521. 1529. 1514. 163.j. P.3(:
Note 3. 1050. 1071. 17<i5. ls2o.
153. 200. 240,
530. 679. 090
>ore •>. i'i»"'. i"<». i'""- ■ - ■
Erfordia (KrtVordia, Erforduni, Erllurdmu,
ErlYord, Erlordt) 31. 3S5. 53^. ..4^. (.1^
ii;V> s94. 1<»19. 1111. 1T21.
Erfordenses (ErlVordenses) 538. looo
Erfortensis sc universitas loo4. 1 1 n».
Erffortensis sc collegiatus 9o7
Fellitzsch, Pbilipp v., 1722 Note 10. 1.25.
1726 Note 5. ....=:,. „u-
Ferdinand von Oestreich 349. . 5( K 4%.
513 517 5;is. (;tt9. 643. »»«iO. 686. <3i.
sW S51 " 854. 923. 9S6. 9S7. 1094. 1115.
Tl-^O. 1144. 1179. 1197. 1455. 1474. 15.58.
L5k 1013 (V). Vielleicbt ist in
der letzten Nummer der 1 talz-
graf Friedrieb gemeint, <l«;;r ^m
TUrkenkriege von 1532 t elü-
bauptmann der Reicbstruppen
w a r.
Flandria 7(')1.
Fleck, Dr., Prior 706.
Florentia 1835.
Florentinus 183. 609. 917.
KrlFor^emius),Job. 750. 1068.1069.
1.170. 1620. 1710.
Francia 22. 794. 795. 915. 937. 98 ^
Franciscus v. Assisi 804.^
Franciscani KiC». 805. 1258.
Francones 581.
Frankfurt 1139 Note 2.
Franckfurtisch 555.
Franckfordenses 1134.
Franckfordienses 10^4.
Frankreich ^5 1.
Franz I. von Frankreich .>3. V--*-;*!^- {' '
6110. 704. 795. S^2. 916. 93.. 98.. 1 144.
1179. 1237. 1250. 1733.
Frantzosen, Frantzos = morbus gallicus LuK
1730.
Frantzosen 1480.
Friedrich von Dänemark 883 Note 3.^
Fripdrich III. von Oestreich 030. no<.
FrledMch der Weise, Kurfürst von Sachsen
:^,;. 115. 5V1. 5S5. ^^' ■ "l^,^' -/.t^V 4'
757. 7M.V10. 841.842.956. ins. Hw.
,455. 1039. 1722 Note 10. l -2-). 1-28.
ls39.
Friesland 937. 1738.
Fronsberg, Georg v. 988.
Fröschel, Sebastian .9.. _
Fugger (Fucker) .555. 629. .1-.
Esalas 34. loO(V). 393. 590. 003. Mh
1 lOl. 11^2. 1300. 1343. 1 .«)4.
Esau 32tl. 107s. 1144.
Esra (Esdra) 259. 1293.
Esther (Ester) 1704.
Europa 041.
Ezechiel (Ezecbias) 300. 419. o.<<
1001
725. 804.
F.
Faber Constantiensis 345. 454. 531. '^oL
Feilitzsch, Fabian v. 398. 781.
Gabaa = Gabaon 1497.
Gabriel 111. ^3s.
Galatae 7. 2»». 367.
Gallia 192. 882. ss:^. 91 L 91d. 1144. 1 1.3.
Gallf53. 174. 407. 540. 555. 609. 8M, 916.
jsl.-,.
Gallicus sc. morbus 000.
Gallus vide Franz von Frankreich ^
Georg, Herzog von Anhalt D. 1021 >ote -.
Geo?r'warkgraf von Brandenburg-Ansbach
1120. 1510. ..
Georg, Herzog von Sachsen 81. lOo. 13^
33*
516
Note 6. 34(i. 371. 4t)4. 517. 532. 640.
647. 651. 686. 754. 755. 772. 794. S90.
937. 939. 999. 10U6. |(I14. I(ll7. 1063.
1196. 1228. 1253. 1260. 1319. 1487. 1550.
1555. 1643. 1661. 1728. 1737. 173S.
Germania 53. 174. 214. 341. 382. 442.
5U8. 581. 607. 684. 761. 788. 842. S69.
891. 943. 956. 969. lo4o. 1304. 14^0.
1600.
Germani 4. 43. 214. 329. 555. 606. 641.
686. 881. 882. 969. 998. 1240. 1279. 1361.
1440. 1613.
Germanus 790.
Germanica sc. lingiia 980. 997.
Germanice 673. 979.
Germanici sc. principes 381.
Germanicum "s. 130.
Germanismus 1275.
Gerson r)61. 571. 572. 682. 1427.
Gervasius 1815.
Gessen = Jessen bei Wittenberg 2ls.
Gideon 738. 1373.
Glapio, Carls V. Beichtvater 1722.
Goede, Henning, Dr., 1022.
Goldschmidt, Christian 554.
Goliat 653. 1281.
Gomorrha (Gomorra) I600.
Graeca sc. lingua 997.
Graeca sc. sapientia 9tH.
Graeca sc. ecclesia 1338.
Graece 955. 1615.
Graecus 955. 10«>3. 1576.
Graeci 929. 9.53. 991. 992. 1361. 1615.
Graeculus 1093.
Graecum 688.
Gratianus, iurisconsultus 680.
Greffendorff, v., 747.
Gregor I., Papst 1321.
Gregorius von Nazianz 28. 1241.
Greifenclau, Rieh, v., Krzbischot' 53s. 1725.
Note 5.
Griechisch 997.
Grobianus 1738.
Grosz, Christoph 1257.
U.
Hackenstädt (Hockstadt) 660.
Hagenensis sc. civis vide Schmalz.
Halle (Hai) 547. 74s. 1517.
Hamburg (Hemburgk) 1075.
Hanna 362; vgl. Anna.
Hannibal 883.
Hans = Henker 527. 6ir».
Hanswurst 1082.
Hassia 692. 771. looo.
Hassica sc. lingua 581.
Hausmann, Nicolaus 55. 57. 76. 134. 272.
391. 625. 69S. 1406.
Hebrea (Ebrea) sc. lingua 487. 955. 9!>2.
997. 998. 1615. 161 f».
Hebrei (Hebraei, Ebrei) 679. 767. 909. 955.
965. 991. 1121. 1615. 1705. I
Hebraeus (Haebreus, Ebrcus) 955. 99s.
1576. 1615. 1616. Mi 18.
Hebralce (Ebraice) 741. ".»55. 117»;.
Hebreum (Ebreum) 7s. 1269. 12'.I5.
Hebraeisch '.i77.
Hebraismus 978.
Haebrea sc. dictio 1289.
Haebraicum sc. verbuni 157r».
Heidelberg T*h;.
Heinrich VIII. von England lo7. 7ss Note 3.
794. 795. 937. 1179. VIM.
Heinrich v. Sachsen-Meissen, (leorgs T.ruder
371. 532.
Hell 362.
Hellas (Elias) 653. 134:». 1 199.
Helvetia 1111.
Helvetii 422. (ill. 1133. 1733. ls.311.
Hennick, Bolieiuus 783.
Hensichen (blosser Vorname) 1241.
Herodes 266. 1 153. 14ss.
Heva (Eva) 357. 818. 1080.
Hieremias (.Teremias) 77. 32o. :vJ3. 439.
162. 495. 5'>6. 636. 1056.
Hieronymus (.Teroniuius) 28. 24.<. (»7!>. 767.
|os!t. i.joT. n;i6. 1741.
Hierusalem (Jerusalem) 4. 36»'». 8H4. 9 Mi.
•J84. 1071. Jerosolitana sc. obsidio 9S7.
Hilarius 243. 3»;5. 1741. 1745.
Hispania 883.
Hispani 540. 555. 94M.
Hispanier 987.
Hockstadt ^ Hackenstädt 660.
Hohenwerck, Wolf v. 754.
Holofernes 129S.
Homerus 129s. 1345.
Horatius 67s. 148»; (wo Virgilius stehen
muss).
Huss, Job. 25;i. S39. 1197. 1784. I82!>.
Hyrenaeus = Irenaeus 1775.
I.
Jacob 326, 964. 1078. 1565. 1590. l»;u2.
St. Jacob = Compostella.
St. Jacobus ")0s. 1 km». ir.45.
Jacob V. von Schottland 78S
Januarius sc. nu'nsis 1235.
Icari 1115.
Jchthyophagia (Dialog des P>asmus) 1544.
Jephtha \)H'k '.»17.
Insbruck (Isbruck) »;40.
Joachim I. von Brandenburg, Marcliio 348.
454. 748. 1487. 1555. H;(M>. 1724.
Joachim 11. von Brandenburg, Marcliio junior
;M^. 192. 632.
Joachim von Anhalt D. 1021 Note 2.
Job 77. 304. 359. 481. 509. 565. 635. 1224.
1303. 1479. 169«». 1691. 1»)99. Hiob lo47.
Joel I is l Note 3 (wo unriclitig Joli. steht).
Johannes, Baptista 3«;. (i5;{. s7r>. 1071. 1152.
11. -.4.
Johannes (Joannes), Evangelista <;2. lo!».
132. 179. 181. 294. 352. 354. 367. 376.
517
657. 6!»3. 953. 957.971.992. 1044. 1071.
1072. 1116. 117»i. 1191. 13»»4. 1305. 1332.
1:M7. 15»;o. I(;22. 17!»m. 1^07. 1S24.
Johann von Anhalt D. 1021 Note 2.
Johann von Dänemark, König Cliristians
Sohn sjs.
Johann Ernst, Bruder des Kurfürsten Joh.
Friedr. 74s Note 4. 1235(V). 1280 Z. 2.
16» »9 Note 2 und 8.
Johann, Kurfürst v. Sachsen 129. 136. 254
Zeile 14. 2»i7. 342. »;24. 637. 671 Note »;.
»184 Note 2. 720 Note 2 729 Note 2.
753. 756. 758. 770. 781. 800. 829 (V).
^^55. 1126. 1203 Note 4. 1216. 122s.
127S(V). 1474. 1602 Note 2. 16»»6. 16(i8.
H;it9.
Johann Friedrich, Kurfürst v. Sachsen 583 (V).
584 (V). 585. 671 Note 5. 745. 748 Note
4. 764. 77»». 781 Note 5. 78S. 794. 797
Note 1»». s«»»i. 8'.»7. 1094. 128»» Z. 2. l«;o3.
i»;it!». n;(i9.
Johann v. Sachsen-Meissen, Herzog Georgs
Solm 37 1 .
Jonas, Propheta 3o3.
Jonas, Justus 12<t. 147. 53»;. 635. 722. 7«;s.
797. S24. um;. 1190. 1191 Note 2. 1236.
1245. 1566.
Jonas, Frau 797 Note 2.
Jonathan 94«;.
Jordanus 789.
Joseph V. Arim. 13S5.
Joseph, .lac. Sohn 143(;.
Josua 113«.». 1497. 1«;3»;.
Iris 1S09.
Isaac (Isac) 32»;. 7o»». 1<»78. 15(;5.
Isabella von Spanien, (iemahlin Christians
v. L>;ineui. "^l"^.
Islebia 33s.
Ismael 1078.
Israel 33. 545. 743. 143n. 1499. 1».36.
Italia 174. 607. ss:^. io4u. 1071.
Italicum 955.
Italus und Itali 174. 1^3. 4'.»2. 54»». 555.
606. 641. 917. 955. 124n. 12s«;. i:{61.
13<V7. 1494. 1514. Is35.
Judas, Ischariotli 14. »;5. 15s. 2«;«;. :<36.
.i39. «;57. 875. 157«».
St. Judas 15»»5.
Judaea (Judea) 1«»96. 129s. I6;{7.
Judaica, Judaicus sc. mos; Judaicum sc.
pocma I 171. 7»». 1281.
Judaismus 1173.
Judei (Judaei), Judeus und Juden l. 7.8. 9.
128. js«.». 2<»2. 210. 213. 2»»«». 304. 422.
725. 7:{«t. 742. 743. S7I. 979. W\. li>ll.
I«I73. H»97. 1171. 1172. 1173. 1174. 1175.
1195. 12S6. 1295. 1343. 1355. I :{«;!. Mos.
1435. 1457. 1«;32. 1575. 1<)32. 1«;"»7. 17 IS.
I7»;4. 1781. 17S«). 17'.»4. 1795. Isoi». isl»».
Judengassen 1171.
Judith 129S. 1299.
Juditzen 1764.
Julianus, Apostata 1(;5.")'.
Julius II., Papst 219. 25»». 914. 916. 918.
153»;. 1538.
Julius, Dialog des Erasnuis 53«».
Jupiter .12«;.
Jürge — Herzog Georg.
K.
Kallekuth = Kalekut, Keicli in Vorder-
indien 1 7(;3.
Karg, Georg ()(;5(V). 1«»«»5(V).
Katharina von Arragonien, Carls V. 'J'ante
7^)5.
Kaufmann, Fal)ian und Andreas, Lutliers
Neflfen 444 Note 3.
Keiner (Kellner), Heinrich, cimsul Erfur-
tensis «;is.
Kemberg (Kemberck) ln»;o.
Keysersberger 966.
Kimchi, David 1618.
Kimchi, Moses Hils.
Kling, Mch-liior 925 Note 1.
Koburgum 272; Koburg S2»;; Coburgum 1063.
Kovent ^54. 1239.
L.
Langius, Matthias, Erzbischof 52. 53.
Lascy, Hieronymus v, 713.
Latina sc. lingua '.»97. 17<i'.i.
Latin i 1«>15.
Lateinisch 532. 977.
Latinum 955. 1592.
Latium 1473.
Laurentius 5<.>.
Lauterbach, Antonius 792. l27o.
Lauterbach, Matthaeus. Vater des Anton.
L. 792.
Lauterbachs Frau 1270.
Lazarus 234. 1631.
Leo X. lis. 219. 250. 298. 338. ».2".». 7'.»0.
842. 916. 125s. 1723.
Leviathan 213. 741.
Leva, Antonius von, 988.
Lichtenbergensis sc. praeceptor vide Reis-
senbusch.
Lichtenstein = Joli. Lichtenberger s4.
Lipsia, Lypsia, Leipzick 547. 5(;o. «;32. '.»39.
1550.
Lipsienses .m*. studentes 72:i; Lipsiensis sc.
praedicator 1109; Lypsiensis sc uuivr-
sitas 1110.
Lochau 124»;.
Loeser, Hans v. 125t;.
Lombardus (Longowardus), Petrus, Mag.
Sent. »;7'.t. «;so.
Loth 2o:i. 14»»1.
Lotharius imper. 1477.
Lovaneum = Löwen 79.").
Lucas, l'.vanir. •^«h. 41»;. i;i47.
Lucianus ;v.tl. 12'.i4. 1521.
Lucretia Borgia 1537.
519
518
1)15.
Ludwig XII. v. Frankreich •Hl Note 5.
Ludwig II. von Ungarn 1144.
Lupinus, Petrus 3!>^.
Luther, Martin, Dr., namentlich oder
mit Vornamen oder mit Doctor
bezeichnet. Motto S. 1. 31 32. (Vi. ^4.
111. IIa. 133. 133'V. 20^. 33^. 342.343.
;{4S. :^7s. 40S. 441. 41)4. 503. 5(ȟ.
53^. 597. (323. (i2<>. «31. ('.32. 635.
()()8. 700. 768. S02. S03. •»57. W.l
. l(!6l. 1250. 1330. 1427. 1471. 14S2.
1566. 1570. 15S0. 160(;. 1()07. 16S3.
345.
536.
644.
1061.
1563.
172S.
Luthers Frau, Catharina v. Bora 22. 35. 38.
55. ()3. 111^. 120. 240. 45«. 574. 5hO.
()33. 638. 703 04o. 064. 080. 1005. 1070.
1189. 1102. 1205. 1206. 1471. 1510. 1582.
1507. 1651. 17S0. 1S37.
Luthers Vater, Hans L. 33S 476. 051. li>24.
1 1 2^.
Luthers Mutter, iVlargareta L. 33s. 112s.
Luthers Sohn, Hans L. 111. 213 (Z.eile 10).
:n5. 414(V). 630. 662(V). (>00. 720 Note
1. 732 Note 1. 1I66(V). 1102. 1400.
Luthers Sohn, Martin L. 300. 403. 557. 56**.
680. 710. 720 Note 1. 732 Note 1. 04^.
1081 (V). 15(;3(V).
Luthers Sohn, Paul L. 732 (V). 1235. 1236.
UOU. 1542. 1712(V).
Luthers Tochter, Magdalena L. 111. 213 ^
(Zeile It»). 375. 720 Note 1. 726. 732 l
Note 1. 1122. I
Luthers Frau Tante, Muhme Lena 731. I
Luthers Brüder 111.
Lutherana sc. doctriua 207. (»03.
Lutheranus, Lutherani, Lutherische 174.
:U0. ^42. 1170. llso. 1226. 1237. 172^.
Lutherisch 677.
Lübeck 740.
Lyra, Nicolaus v. (»70. 1618.
Machabaei OOo. 1764.
Magdalena 1211. 1247. 1314.
Magdeburgum 521.601. 1121.
Maguntinus Episcopus - Erzbischof Albrecht
von Mainz 461. 6ls(V). (i21. 7 1^. 701.
Ml 10. 1026. 1115. 1555. 1(>2S. 1737. 17:iO.
Maguntinensis 1314.
Mahomet 024. 1800.
Mailaender 087.
Mailand 0^7 Zeile 5.
Manicheus, Manichei 87. ()50.
Mansfeld 47(>. 1570.
Mansfcld, Graf Ernst v. 53«^. 7o(i. nM4.
Maosis 1675. 1(>76.
Maran 1536.
Marcius sc.niensis l07(i.
Marcus, Evanj^clista 20.
Marcolphius 320.
s4. 133. 133 a.
365. 366. 377.
. 632. 60S. 700.
Margareta, Carls V. Tochter 1272.
Margareta von Navarra, Schwester Franz l.
705 Zeile 6.
St. Margareta 1040.
Maria, Christi Mutter 5(^8. (i70. 1218. I4!«4.
Maria, Königin von Ungarn 408.
Mars 1076.
Martinus (blosser Vorname) 1247.
Matthias, Apostel 508.
Matthias, Dr. 53^.
Matthias Corvinus von Ungarn 6sl.
Maltheus, Evangel. 245. 367. 435. 511. 657.
1044. 1431. 1777. 17H1.
Maximilian I. 33s. 407. 615»». 841 Note 4.
882. 014. 045. 056. 1473. 1603.
Medi 203.
Medices sc. ^enus 017.
Mediolanum 1733.
Meiningen <M.
Melanthon, Philipp 51. 52.
174. 221 Note 5. 354.
37«i. 390. 303. 397. 551
702. 748. 752. 777. 781. 797. WMl 1236.
r>45. 1339. 13t>5. 140(). 1 114. 1411. 1446.
1440. 1150. 1.503. 1511. 1516. 1570. 1506.
Melanthons Bruder 84. Naehtr. u. lierich-
ti^-un«; i>. II.
Menius, .lustus 780.
Merkerlein = Maerkische (^röschen .02.
Metzsch, Hans von 331. 4 10. 757. 1560.
Michal 1071.
Michael 745.
Michaelis sc. dies
Miltitz, Carl von
Minotaurus 1032.
Mirjam 653.
Misnei sc. nobiles 70l. « i • -i
1 Misniensis sc. episcopus vide v. Schlemitz.
Moabiter-König I57:i Note 3.
Moloch 7^7.
Momus 1635.
Moria 530. 1330.
Moses 7. 8. 67. 120. 132. 140. 2ol. 202.
•)5K •>91. 34(». 448. 519. 550. 573. .>96,
597. (>53. 654. M4. sU;. S25. s26. ^46.
«»•>s 078. «»79. 1009- 103S. 10,56. 1062.
lü(;9."l073. 1074. lOS^. 1006. 1116. 1130.
1116. 117(). 1220. 1273. li^s. 1202. 1205.
r>00. 1343. i;i45. 135h. 1411. 1550. 1..61.
1605. 1617. KilH. I('»22. KUs. 1763. 17s|.
!7h!». 1800. Is22.
Muhlhausenses 1 134.
Mühlphord (Mulphort), liiir^^ernieister in
Zwickau 277. 301. 623.
Münzer (Muntzer, Muntzerus),'! homas 12.>.
120. 4h6. 404. «".b")-«. (»25. 737. 766. S2'^.
1I35. 130(;.
Münzeranl 1324.
München 1557.
Muth, Conrad (Mutianus Kutus) 032.
030.
is:i0.
N. I
Naaman 3o4. 1340.
Nazarei :?o:i.
Nazarenus 1260.
Neapolis ol(>. 060.
Nepotiani 3s(».
Neu-Hierusalem HM».
Neubrück 15oo.
Neuwerck, Kloster in Halle lol«.
Nid 1021; Niciasbruder 511.
Nicolaus 1024.
Niemeck 14()2 Note 2.
Ninive 1403.
Ninivitae 101 1.
Noah (Noa) 258. 7oo. 102). I030. 140l.
Norimberga, Norinberga, Norinberg v»«».
1127. 5;i. s2; Norinbergensis ^2; Norim-
bergenses hS6.
0.
Occam, Wilhelm 6sl. 6s2. 1322.
Oecolampadius 400. (;oo. V2S. 10(i4. IOm
li;r2. 1605. 17(»5.
Oestreich 1127.
Olibrius lolo.
Origenes "»8. (»70.
Oschatf o:to. I10(i.
Osea ()03.
Otto I. imper. 1478.
P.
Padua 8S-2.
Palaestina 3so. 60 1.
Paris tlTO. 6^1. 015.
Parisiensis sc. universitas isb).
Paul II
Paulus
|S6.
3(»7.
Pflug, Caesar, Canccllarins Treverensis
610. 808. 1014.
Pharao 826. 1644.
Pharisei, Phariseus 17o. :i30. 482. 1344.
1667.
Philipp, Markgraf von Baden 1727.
Philipp von Hessen, Landgravius 382. 510.
602. 745. lOOO. 1555.
Philipp der Schöne von Spanien 615''.
Philippus (blosser Vorname) 1247.
Phiüppenses 1470.
Phoenix 501.
Pilapenses = Lappländer 12!»6.
Pilatus 2<i(». 040. 1488.
Plato 1322.
Plautinus (Nachahmer des Plautus) 002.
Polner, Andreas, Lnth. Nefte 11 1 Note 3.
Polonl 555. (»32.
Polonus sc. doctor (»32.
Praga 128(».
Pragense sc. castrum = Hradschm 1 lo;>.
Pratau bei Wittenber«^ 50 1.
Proles, Andreas I307.
Prometheus 1660.
Pomerania 74s.
Propertius 678.
Prudentius 1300.
Ptolemaeus Euergetes 000.
Puerpera (Dialo-i; <les Erasmiis) 122(».
Pyrrhus von Epirus 6^7.
I
610. 670.
05S. Os2.
178. lsl.
2^3. 3(>0.
500. 506.
s-24. 05(>.
1121.
1 28S.
i:i66. 13C»0.
. 1470. 1501.
. 1(;15. 166(».
1700. 1702. 170
.0;>.
, Papst 17 1 Note s.
7. 10. 20. 74. 75. 100.
•>10 222. 240. 241. 2^2,
Tno. 370. 412. 422. 45s
717. 733. 750. 77(»
003. 1044. 1045. 1084
ll,;i;. 1172.1173.1220. 123(». I28-:
12S0 Note 5. 1332. 13(»2.
\:VX1. 1414. 1437. 1444. 1450
1507. 15;i4. 1535. 1530. 1('»22
Hi75. 1706. 1774. 17S0
lsl7. lS|v. 183(K
Paulini sc. psalmi lo45.
Pelagiani 2^. ()70.
Pentateuch 1073.
Peregrinatio (Dialoj? des Lrasmus) 14(.(>.
Peripatetici I(>4. K»«». I6<»<.
Persae 020. 053. 1 103.
St. Peter 1404; Peter 010.
Petrus 20. 42. loO. I5S. 23(». 3.>0. .5.0.
.\'M\. 45**. 576. 501. 646. 750. ...4. ^ih.
«M8. 919. 114'.». 1211. 12.59. 1.530. 1636.
16sr>. 1730; Petrus (Vorname) 124..
Peutinger, C(»nrad 1725 Note 1.
Quintilianus :>0().
<!•
R.
Rabbi (Uabi) 1175.
Raphael 111.
Ratisbona (Katispona) 12^6.
Ratisbona (IJatispona) 848. 1286.
Ratisbona (Patispcma), sc. ccmiitia (»40.
Ratisbonensia (Katisp(mensia) .sc. countia
1555.
Rebecca 3('»2. 1288.
Reissenbusch, Wolf^^mg 5S7.
Riedesel (Kitesel), Joh. von, KurlurstJ.
KauMuerherr. V^-l. Naehtr. 11, >. -»o..
:r20. 75^.
Rörer, (ieor<,^ 1710.
Roth (Uott, Kot), Stephan, Stadtsyndikus
in Zwickan 277. 301. 736.
Rothes Meer v26. _
Rom, Roma 4. 31. 174. oos .»14. »-^ • ;<*•»•
(ils. 026. <',46. 82S S84. 802. 016. 018.
ins. 1124. 1530. 1540. 164(». 1740. \s:u.
1830.
Romana sc. 6des 1226.
Romanae sc. lej^es 020.
Romanum sc imperium sive re^nunn :.s,
•12^. 053. osl. 14S(K
Romanus sc. rex 732. sc. vir 25o.
A.-^Wi
520
521
Romani, Römer 74. \Hi\. 2s2. :{5o. 3(;7.
i'nS. ss;{. \n\. '.I5:i. 1(»<M. 1172. WTi.
1332. i:i:)5. 13(;t). 1474. 1538. 17U2. 1817.
Romani sc. cives 250.
S.
Sadoietus, Jacobiis, Cardiniilis 1534.
Saducei HWi7.
Salomon (Salomo) 33. so. \m), |5s. jo«).
'.»M». •.Mir,. 1017. 1332. li;34 Noto 1. 1714.
Saltzburgensis sc. E|)isc()pus vidc Langius
53.
Samaria 10%.
Samson 303. 1675.
Samuel (172.
Sanherib 31)0. 740.
Sara 1)48. 1700.
Sarraceni r»2(;.
Saul (.72. (183. 040. UM. 1745.
Saturnus 1471.
Saxonia, Sachsen 342 371. 532. (ils. n47.
772. 842. 855. 10'.»4. 1171 Note 1. 1455.
1477. 16()().
Saxones, Sachsen 2(17. 759. 772.
Saxonicus, Sächsisch 772. 050.
Scaevola, jurista 501.
Schafhausen, Dr. 376.
Schlauraffenland 1428.
Schleinitz, Juhann, Bischof von Meissen
1270.
Schmalz, civis Hagcnensis 6(>8.
Schönberg, Ernst v., 671 Zeile 13. Siehe
Naclitr. II S. 5U8. 037.
Schönberg, Nicolaus von(V) 037.
Schophor 213.
Schottia 7s^.
Schürf, Ilieronymus 1 n;o. 1723. 1726.
Schürf, Au^iistm, Arzt, Bruder d. Vorij^en
liss.
Schweinitz (Schloss) 753.
Schweizer (Schwitz) 737.
Schweinfordenses 1450.
Schweinfordensis sc. contractus 1474.
Schweinfurt 15in.
Schwenkfeld, Caspar von 1205.
Scotus 571. 682. 1322.
Scultetus, Ilieronymus, Bischof v. Branden-
burj^ 597.
Scythica sc. lingua !<55.
Seboim looo.
Selmenitz, Felicitas von 731. 707 Note 2.
Sem 1288.
Seneca 757.
Sickingen, Franz von 1722.
Sicilia 8^3.
Sieberger, Wolf, Luthers Diener 5so. <i3l.
Siegmund von Ungarn 147r>
Simei 1573.
Simeon 840
Sion 4
Socrates 26. Doch sclieint liier die Les-
art unsicher. V"-' Naclitr. II S. 507.
Sodoma s5»). 10:^5, 6. 16oo. 1>>35.
Sodomita 10^.
Soliman der Prächtige r.r.s. 1012 Note 6.
Soranus, Pastor in Zwickau 76. 272. 625
Note 4.
Spalatin, (uMjrg 7'.)7. 1(J(H»; Spalatins Frau
707.
Spengler, Lazarus s2.
Spira 315. 31!».
Spirensia sc. couiitia .{12.
Staupitz (Stopitz, Staupicius, Stopicius,
Stai)itz) 327. 33s. :m\, ;{44. 37s. 415.
70S. S12. S02. 1010. 1307. 1404. 14«;5.
Stephanus (Steifanus) s. nso.
Stiefel, Miciiael 473. 1240. 1250. 1731.
Storch (Storck), Nicolaus 125. 025.
Stoici ir.i. 160. 058.
Stolpen hei Meissen 7*.>2.
Stromer, vir consularis Norinb. 53.
Stübner, .Marcus Tiionias 125. Io50. 100(».
Sturm, Caspar, KeiclisluTohl 1721. 1722.
Syrach, Jesus 1047. 104s.
Syria lotMi.
Syrus 13 49.
T.
Tartari loi. 174. 555. 82o. 045.
Terentius loo. 1338.
Tetzel, .loh. 702.
Teutonum sc. poema 329.
Thais 1537.
Thamar 545.
Theodosius der Grosse H>3o.
Theophylact, Erzbischof 07'.>. 1338.
Thessalonicenses 75.
Thomas von Aquino 571. (»82. 1221.
Thun, Friedrich von, 1722 Note 7. 1726.
Note 5.
Tiberis (Tyberis) 1475.
Tibull 07S.
Timotheus 222. 1424.
Titus(V) 412.
Tobias 1281. 120<». 1303.
Tolosa(V) 50S (viel!. Goslar vide S. 508).
Torgau, Torgaw, Torga 281. 300. 391. 713.
829. 183S.
Torgensis sc. niorio vide Claus Narr.
Tornator 125. looi.
Treverensis sc. t^piscopus vide Greifenclau.
Treverensis sc. Canceliarius vide Pflug.
Treverensis sc. Canceliarius vide Eck.
Treveri (die Stadt Trier) 5os.
Troja i;i8. 12!>8.
Turbicida(Scldaginhauifen),Joh. 133». 378.
37!». 423. 455. 474.
Turca, Turck, Turcke, Turk KU. 174. 25s.
310. 335. 341. 345. 340. 412. 513. 555.
608. 600. 618. 02(;. 028. 041. 000. mi.
Or>s. OSO. Os7. 001 713. 717. 727. 730.
I
1727.
. 087.
14^6.
0!»2.
'^ 501.
S2U s*>3 sß5. 86S. 880. 8S2. 895. 903.
044* 945. 051. 987. 1073. 1097. 1214.
l->or. 1354. 1355. 1361. 1400. 1441. 1467.
14s(i. 1403. 1514. 1515. 1556. 1599. 1600.
1606. 1612. I»il3. H;76 Note 3. 1694.
Turcus = Türkis der Edelstein 1278.
Tyrus 101 1. 1261.
l.
Uipianus jurista 591.
Ungaria 009. 732. 943.
Ungari loo2.
Ungarns 013.
Ungern 087.
V.
Vehus, Ilieronymus, Dr. 1725 Note 4.
St. Veiten 1400.
Venedig ^54.
Venediger 1 l^o.
Venetiae 142^.
Veneti 22. 174. (VMl 704. 882. 914
1 107. 1472. 1473. 1494. 1550.
Venetianus sc mos 1494.
Venus 701.
Vertumnus 133o.
Vienna ^05. 0(»3.
Vincentis sc. dies 548.
Virgilius 1^1. 5s8. 1208. 1303. 1345.
170(».
Virgilianus (Nacliahmer des ^ irgü)
Vitus Theodoricus(Veit Dietrich) 133
Vratislavia 032.
Vulgarius vide Theophylact.
V.aldenses 4«»0. 4^(». looo. IKm.
Waiden ~ Waldenser 7^3.
Waldensis 7s3. ll(»l. 1107.
Wandali ^52.
Wartburg 1125.
Weiss-Russen 12 6.
Weller, Ilieronymus 412. 414. 474. 565.
1744.
Weller, Petrus, Bruder des Vorigen 601.
1551.
Werdenberg, Graf Felix von 538. 1014
(Naclitr. II S. 508).
Westreich 1127.
Wicieph (Wicliflfe) 1829.
Wild, Stephan, Arzt in Zwickau 1481. 1548.
Wilds Frau 1481. 1548
Wien 686. 951.
Wilhelmus, Parisiensis 571. 682.
Witzel (Vitzel), Georg 024. 1705. 1836.
Wittenberg, Wittemberg, Wittembergk, Witten-
werck, Witenberga, Wittemberga, Witem-
berga 50. 61. HP'. 547. 583. 734. 795
Note 0. S40 Note 1. 852. 802. 899. 907.
971. 980. 1111 Note 1. 1120. 1135. 1249.
1339. 1455. 1408 Note 2. 1663 Note 1.
1S15 Note 2.
Wiltembergensis sc. universitas 753.
Wittembergensis sc. dux = Hans Metzsch
I •)« .
Wittem(n)bergenses 1200. 1229.
Wolfgang (V), Pfalzgraf bei Rhein 769.
Wormatia, Wormbs, Worms 999. 1000. 1118.
llso. 1721. 1722. 1728.
Wormacensia sc. comitia 1509.
Z.
Zacharias 125.
Ziegler, von 1404.
Zoch, Laurentius, Dr. 536.
Zwiccavia, Zuiccavia, Zwiccaw, Zwickaw 5o.
57. 277. 27H. 2M». 624. 736. 1481.
Zuiccaviani, Zwiccaviani, Zwickawer 76. 272.
27<i. 278. 270. 281. 391, 025. 655. 729.
i2o(».
Zuiccavienses 1406.
Zuiccaviana sc. causa 300.
Zuiccavianus sc magister vide Nicol. Storch;
sc. fastus (»23.
Zuiccavianus sc pastor vide Leonh. Beier.
Zwingliana sc doctrina 2o7.
Zwinglius, Zuinglius, Zwingli,Zwingel,Zwingl
163 418. 467. 486. 494. 554. 615». 017.
09(». 82*^. 866. 1064. 1077. 1131. 1209.
1605. 1743.
Halle, Druck von Ehrhardt Karras.
jäSÄ.
943.015
LB547
l!
i
L
m
&